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Schnelles und undeutliches Sprechen

SBtuden4t_x22 hat die Diskussion gestartet


Tach Leute,

mich beschäftigt seit geraumer Zeit, also ungefähr 12 Jahren (bin inzwischen 24), ein großes Problem.

Ich habe damals angefangen sehr/zu schnell und leiderauch undeutlich zu reden.

Ich weiß auch nicht warum. Aufgefallen ist das meinem damaligen Englischlehrer und der hat mal mit meiner Mutter gesprochen.

Er meinte, dass es vielleicht ein psychisches Problem sein könnte.

In der Tat hatte ich damals nicht gerade die Sonnenseiten meiner Schulzeit erlebt, aber das war vielleicht eine Sache von 2 Jahren.

Das Problem ist allerdings geblieben.

Interessanterweise muss ich sagen, dass ich das Problem zu 99 % nicht habe, wenn ich Theaterspiele und das tue ich schon seit gut 18 Jahren.

Auch wenn ich etwas sehr ausdrücklich sagen möchte, etwa in einer Diskussion oder so, dann habe ich kein Problem.

Es tritt eher im normalen Gespräch auf und das nervt nicht nur mich, sondern auch die, die mir zuhören müssen.

Der ein oder andere Spruch fällt da natürlich auch.

"Stopp! Jetzt tief Luft holen und langsam und deutlich..."

Ich erlebe es manchmal sogar, dass mache Menschen einfach nur noch ja sagen, ohne verstanden zu haben worum es geht. Das ist natürlich am bittersten für mich.

Ich könnt euch also vorstellen, was für ein Horror mündliche Prüfungen und Referate für mich sind, die in der Uni ja nicht gerade unwichtig sind.

Natürlich könnte ich mich sehr stark darauf konzentrieren was ich sage und versuchen die Worte deutlich zu artikulieren. Allerdings hätte das zu Folge, dass ich jede andere Tätigkeit nebenher einstellen müsste.

Ich habe das Gefühl, als würde mein Gehirn die Worte schneller formulieren und in Richtung Mund schicken, als ich sie letztendlich aussprechen kann.

Genau so ist es beim Lesen von Texten. Ich verarbeite die Worte mit den Augen schneller, als ich sie im Endeffekt wieder von mir geben kann.

Von daher war in der Schule etwas vorlesen zu müssen, ein ebenso großer Horror, wie ein Referat.

Ich hab/hatte regelrechte Angstszustände vor so etwas. Mein ganzen Gedanken kreisen dann darum, on ich auch ja langsam und deutlich genug rede. Sollte dann von den Zuhörer einer einen amüsierten Eindruck machen, dann beziehe ich das natürlich gleich auf meine undeutliche Aussprache.

Diese Ängste führen dann automatisch dazu, dass ich mich überhaupt nicht auf das konzentrieren kann, was ich eigentlich sagen will. Ich verhasple mich, verlieren den Faden und gerate ins Stocken,

Fazit: Das Referat ging wieder voll in die Hose.

Folge: Das baut mich für das nächste Referat nicht gerade auf.

Diese ganze Angst mich lächerlich zu machen hat dann natürlich auch zur Folge, dass ich mir inzwischen sehr schwer tue, mit anderen, mir fremden oder mir sehr eng vertrauten Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich höre dann meistens schweigend zu.

Wenn also jemand von euch ähnliche Probleme hat und Erfahrungen mit der Problemlösung hat, dann wär ich für eine Antwort überaus dankbar.

Vielleicht kennt jemand Anlaufstellen, bestimme Internetseiten und dergleichen.

P.S.:

Interessanterweise ist es bei mir auch so, dass ich oftmals die Sätze von anderen Menschen längst im Kopf beendet habe, noch bevor sie überhaupt annähernd diesen Satz ausgesprochen haben.

Antworten
Sdtudhen<t_P22


Hallo?

*nachobenschieb*

uVperla


vorschlag

ich hab meine sprechweise tw dadurch verändert, dass ich mir bewußt selber zugehört hab. wie ich klinge, ob ich mir selber gerne zuhören würde... abgesehen davon funkt schöne stimme natürlich nur, wenn man sich entspannt. und das setzt wieder selbstsicherheit voraus... zu den referaten: das kann man ja üben. wenn du den stoff, den inhalt, toll beherrscht, weil er dich interessiert, dann brauchst du beim reden drüber nicht nervös zu sein. schnapp dir wen, dem dus vorträgst vorher, und von dem du kritik verträgst. oder hör mal einen radiosender mit viel sprechprogramm, wie ö1 ([[http://www.orf.at]] -> radio -> ö1 live), versuch mitzureden, die sprechen sehr schön und ruhig.

S6aida


kenn das problem zu gut...

....mir gehts ganz genauso. ich rede seit ich denken kann schnell bzw. undeutlich - und es ist einfach nur scheiße, nervig und behindert ungemein, nicht wahr? ich bekomm auch dauernd sprüche zu hören von wegen "ah, da kommt das schnellfeuergewehr" und so weiter... außerdem versteht mich kein schwein und dauernd muss ich alles wiederholen. darum sind referate natürlich für mich genauso der horror... ach, ums kurz zu machen: mir gehts genau wie dir und ich versteh dich nur zu gut!

die frage ist, woher es bei dir kommt. bei mir schiebe ichs darauf zurück, dass in meiner famile niemand den anderen ausreden lässt. in gesprächen wird dauernd unterbrochen, man kann kaum einen satz ordentlich zuende führen. darum hab ich oft das gefühl, möglichst viel information in kurzer zeit zu sagen - was natürlich schief geht weil mich keiner mehr versteht. aber woran dass bei dir liegen kann weiß ich so auf anhieb nicht... hast du nicht vielleicht ne idee? oder magst noch nen bisschen erzählen, was dir so dazu einfällt?

aber egal: ich leide auf jeden fall mit dir ;-) achja, und eine lehrerin sagte mal zu mir: "leute die schnell sprechen, denken auch schnell". ... ;-)

also: rede so schnell wie du denkst!

ciao,

saida

S}tudeMnt_22


Ja ja ja

Ganz genau!

So war das beu mir früher auch zu Hause.

Da konnte man als Jüngster nie ausreden und in der Schule, war ich auch nicht gerade der, mit dem größten Durchsetzungsvermögen.

Zumal mich meine Deutschlehrerin hasste.

Aber mit dem schnell denken.... hmm da kann schon was dran sein,

da ich ja wirklich regelmäßig die Sätze anderer Leute für sie, also die Leute, beende, weil mir sonst der Informationstansfer zu lange dauert.

Sprich, wenn ich irgendwas tun soll, dann ist mir Sinn, Zweck und Ablauf der Handlung schon klar, noch bevor mein Gegenüber ausgesprochen hat.

Bsp:

1. Lange Variante:

Ich habe Linsen und Spätzle gemacht. Die stehen im Kühlschrank und die kannst Du dir dann in der Mikrowelle warm machen.

2. Meine Variante: Essen steht im Kühlschrank.

(Zusatz, was es gibt und wie ich es warm mache sind unnötig, da mir klar ist, dass das, was im Kühlschrank steht zum Essen gedacht ist und eben dieses in der Mikrowelle warm gemacht wird.)

Konsequenz: Alles was nach der Aussage "Ich habe Linsen und Spätzle gemacht" kommt, ist schon in meinen Kopf zuende gesagt, noch bevor meine Gegenüber zum neuen Satz ansetzt, also beende ich diesen schnell.

Hmm, also ja, die Schnelldenkertheorie gefällt mir.

Wenn ich jetzt noch schnell von Verstand wär, dann wäre mein Philosophiestudium eigentlich ganz toll.

Cohamäl_eon


Yes :-D!

Ich habe das Gefühl, als würde mein Gehirn die Worte schneller formulieren und in Richtung Mund schicken, als ich sie letztendlich aussprechen kann.

Das kenn' ich doch von irgendwoher %-|... Allerdings ist mein Mund mittlerweile so trainiert, dass er mit der Aussprache hinterherkommt. Nur meine Zuhörer müssen sich wirklich permanent & ausschließlich auf mich konzentrieren, sonst kommen sie nicht mehr mit.

Problemlösung... naja, nachdem man mich durchaus noch verstehen kann, hab' ich jetzt nicht so Riesenprobleme wie Du damit. Mein Standardspruch, wenn jemand mault, ich würd' zu schnell reden, ist dann der: "Hör' halt schneller zu!"

Bei Referaten... hab' ich mir mal von einem Doc die Sache mit der Diktiererei abgeschaut. Sprich, ich rede in Gedanken "Punkt" & "Komma" oder "Absatz" gleich mit. Dadurch mach' ich wenigstens zwischen den Sätzen kleine Denkpausen für meine Zuhörer ;-D.

S>tude-nt_=22


Hmm,

hört sich interessant, diese "Punkt, Komma, Absatz"-Methode.

L8uke warxm


Ich hatte das früher auch. Und zwar fing es so mit 12, 13 an und dauerte dann die Pubertät über. Mit 18, 19 ging es dann langsam weg. Heute habe ich es überhaupt nicht mehr. Allerdings war es nie soo schlimm. Vorlesen in der Schule war ok, Kommunikation generell auch, aber es kamm doch manchmal vor, gerade wenn ich in Stresssituationen sprechen musste, daß sich meine Stimmt irgendwie überschlug und ich irgendein unverständliches Zeug von mir gab. Normales reden war aber kein Problem.

Was hat sich also geändert? Vielleicht war es hormonbedingt? Es war nämlich deutlich eine Begleiterscheinung der Pubertät. Und bestimmt auch psychisch. Für mich ist es normalerweise ein Zeichen von Nervosität. Was darüber hinausgeht, bedarf medizinischer Abklärung.

Gruß,

L=ukewaWrm


:-)

...Stimme

p_eac`e]full


hi student..

interessant.. lustig ist ich denke viel schneller als ich schriebe.. ist ja wohl klar.. leide versuche ich mit dem schreiben dem denken nachzukommen was zum teil auch funktioniert.. nur leider ist dann mein ganzer text voller fehler.. und ich bin einfach zu faul sie zu korrigieren... :-) hmmm also du wirst dich wohl zwingen müssen langsam zu sprechen.. so wie ich mich zwingen muss langsam zu schreiben.. nicht unbedingt hier aber überall sonstwo.. hmmm.. ohne disziplin gehts nicht.. starker wille hilft

B0erli#nerS#txudent


Ich habe das Gefühl, als würde mein Gehirn die Worte schneller formulieren und in Richtung Mund schicken, als ich sie letztendlich aussprechen kann.

Du beschreibst die Leitsymptome des "Poltern":

Schnelle, überhastete Sprechweise, undeutliche Aussprache in Folge eines Missverhältnisses der motorischen Sprechfertigkeit zum Sprechtempo, häufig Auslassung unbetonter Silben.

Menschen, die poltern, haben in der Regel kein sehr ausgeprägtes Störungsbewusstsein.

(Quelle: [[http://logopaedie-praxis-berlin-brandenburg.de/website/wp-content/uploads/2010/07/fb_sprechstoerungen_erw.pdf)]]

Ich werde selbst mal einen Logopäden aufsuchen, um Abzuklären, ob es vielleicht bei mir doch nur an zu wenig Sprechtraining liegt...

Hintergrundinformationen:

[[http://www.anjalingua.de/cms/index.php?did=logos032003.pdf "Poltern – mehr als nur zu schnelles Sprechen"]]

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