» »

Psychotiker, ein gesellschaftliches Problem!

J5en_snG/B hat die Diskussion gestartet


Psychotiker sind Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Ich spreche nun mal aus Erfahrung, eben als Psychotiker. Man kann mir ein bisschen Mut zurechnen, da ich einen gerichtlichen BESCHLUSS veröffentlicht habe. Psychotiker sind Menschen, die in unserer Gesellschaft keine Stimme haben. Menschen, mit denen niemand etwas zu tun haben möchte. Die Menschen, die gesunden, haben Angst, jeder kann diese Krankheit bekommen. Keiner ist wirklich geschützt. Aus der Angst heraus sperrt man uns weg. Welcher Psychotiker hat bis jetzt gewagt an die Öffentlichkeit zu gehen und sei es nur im Internet. Die Situation, unsere Situation kann doch nur besser werden, wenn drüber geredet wird und zwar Öffentlich.

Grüße, Jens

Antworten
Akgatt=a


Ich finde es ist nicht so schlimm wie du es beschreibst. Meistens schließen sich diese Menschen selbst aus. Aber es gibt auch Menschen die sie ausschließen, weil sie mit ihnen nichts "anfangen" können. Angst, sich anzustecken haben sie wohl nicht. Eher Angst, selbst über ihre Probleme nachzudenken und vielleicht festzustellen, dass sie die selben Problem haben...

Eine Freundin von mir arbeitet in einen Verein mit und hat schon einiges erreicht. Es ist wichtig, dass es so etwas überhaupt gibt. Natürlich ist es schwer sich durchzusetzen und Aufmerksamkeit von der Gesellschaft zu bekommen. Das wichtigste ist aber dafür zu arbeiten und unsere Mitmenschen darauf Aufmerksam zu machen.

gzraue &welxt


Ich habe eine Schwester die ( wie in einem anderen Beitrag geschrieben) eine Psychose hat.

So schlimm wie Du es beschreibst finde ich es nicht.

Mein Schwester z.B. schliesst sich selbst aus, und ganz ehrlich wir haben Angst vor Ihr. Deshalb auch die Zwangseinweisung , da Sie aggressiv geworden ist.

Meistens wollen Psychotiker mit einem selbst nichts mehr zu tun haben. Ich empfinde das so.Ich will diesem Menschen so gerne helfen, nur leider geht das nicht, da sich der Mensch in sich selbst zurückzieht.

Ich denke so wie Du es beschreibst, war es mal früher, aber jetzt schon lange nicht mehr.

JLen,sGxB


Psychose: Jens Große-Brauckmann

Zu meiner Person!

Ich habe in Anführungszeichen nur einen Hauptschulabschluß, eine abgeschlossene Berufsausbildung als Werkzeugmacher, eine Ausbildung, allerdings nicht offiziell, als Packer und Komissionierer sowie als Bauteilevorbereiter für Elektronik. Alle Ausbildungen habe ich in einem weltweit bekannten Großunternehmen in Blomberg-Lippe absolviert. Ich lerne ständig, das heißt ich bin sehr wissbegierig. Was man von einem Psychotiker nicht erwartet, ich bin eigentlich bei meinen Sachen hochkonzentriert und lerne selbhstständig. Durch die Unterstützung von Medikamenten funktioniert mein Gehirn erstklassig. Eine Psychose beruht auf einer Hirnstoffwechselstörung, genauer gesagt, es fehlt ein Stoff im Gehirn, der durch Medikamente erstetzt werden kann. Die passende Medikamentenkombination ist bei mir erst nach neunzehn Jahren experimentieren gefunden worden. Es ist eine Kombination aus den Psychopharmaka Lyogen und Orfiril. Diese Kombination ist für mich optimal. Ich kann leider mein Wissen und meine Fähigkeiten nicht einsetzen, da es für mich hier keinen Arbeitsplatz gibt.

Grüße, Jens

Mittwoch 27.10.04 - 06:57

Jens Große-Brauckmann

Eintrag 107

Öffentliche Diskussion über Psychotiker!

Ich versuche die Probleme von uns Psychotikern in die Öffentlichkeit zu tragen und allgemeine Diskussionen auf breiter Ebene anzuwerfen, im In und Ausland. Ich meine, daß, das nicht nur die Kranken was angeht, sondern auch die gesamte Psychiatrie sowie die Allgemeinheit. Ich bin Psychotiker, aber ich sehe keinen Sinn mehr darin mit meiner Krankheit hinterm Berg zu halten. Ich bin jetzt 21 Jahre krank, ich bin deutscher Staatsbürger und sehe nicht ein mich wegen meinem Ruf zu verstecken. Ich habe genug Erfahrung was die Kliniken angeht und habe genug von dem allgemeinen Gerede darüber. Ich kann mich sehr gut ausdrücken und meist sehr präzise, mit anderen Worten, ich freue mich über jede Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Große-Brauckmann

Mittwoch 27.10.04 - 05:58

Jens Große-Brauckmann

Eintrag 106

Psychotiker, ein gesellschaftliches Problem!

Psychotiker sind Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Ich spreche nun mal aus Erfahrung, eben als Psychotiker. Man kann mir ein bisschen Mut zurechnen, da ich einen gerichtlichen BESCHLUSS veröffentlicht habe. Psychotiker sind Menschen, die in unserer Gesellschaft keine Stimme haben. Menschen, mit denen niemand etwas zu tun haben möchte. Die Menschen, die gesunden, haben Angst, jeder kann diese Krankheit bekommen. Keiner ist wirklich geschützt. Aus der Angst heraus sperrt man uns weg. Welcher Psychotiker hat bis jetzt gewagt an die Öffentlichkeit zu gehen und sei es nur im Internet. Die Situation, unsere Situation kann doch nur besser werden, wenn drüber geredet wird und zwar Öffentlich.

Grüße, Jens

Mittwoch 27.10.04 - 03:47

Jens Große-Brauckmann

Eintrag 105

Freundschaften

Ein Kosovoalbaner ist ein Mensch wie jeder andere!

Nassa habe ich im Krankenhaus in Bad Driburg kennengelernt! Ich habe mit ihm Freundschaft geschlossen. Er war im Kosovokrieg ein albanischer Einzelkämpfer und hat schwere psychische Schäden davongetragen. Er war in Kriegsgefangenschaft bei der Serben. Er kam nach Deutschland und arbeitete als Betonwerker in Berlin, auf den großen Baustellen. Ins Krankenhaus nach Bad Driburg kam er, weil er durchgedreht hatte und mehrere Polizisten umgehauen. Nassa hat naturgewachsene Muskeln, er ist kein Boddybuilder. Er hat eine unwahrscheinliche Kraft. Ich habe ihn im Krankhaus immer unterstützt. Dann hörte ich plötzlich, das etwas schlimmes passiert war. Nassa kam morgens mit einem vernarbten Gesicht ins Tageszentrum der Klinik. Ein Rechtsradikaler war eingeliefert worden und hatte ihn Nachts in seinem Zimmer überfallen. Der Typ hat eine Glasflasche am Bett von Nassa zerschellt und ihm den scharfen Glaskranz ins Gesicht gedrückt. Nassa hat im Reflex so zugeschlagen, das der Glaskranz dem Typen die Handsehne durchtrent hat. Beide wurden dann in der Chirurgie zusammengeflickt. Ich versuchte Nassa zu beruhigen. Als es dann in den folgenden Tagen immer schwieriger wurde, riefen mich die Ärzte und Pfleger auf ihn einzuwirken. Bei der Kraft wußte keiner, was man machen kann, also ich. Speziell als er an die Scheiben vom Schwesternzimmer schlug, wurde ich gerufen. Irgendwie habe ich es geschaft auf ihn einfluß zu nehmen, danach verliefen die Tage ruhig und er ließ sich alles gefallen.

Grüße, Jens

poeakcefulxl


Die passende Medikamentenkombination ist bei mir erst nach neunzehn Jahren experimentieren gefunden worden. Es ist eine Kombination aus den Psychopharmaka Lyogen und Orfiril. Diese Kombination ist für mich optimal.

-->

weiss zwar nicht was das jetzt alles ist.. aber wenn es dir wirklich hilft.. könntest du doch wieder anfangen zu arbeiten ;-) ..

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH