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Antidepressiva ja oder nein?

SIaida hat die Diskussion gestartet


Hi!

Kennt sich hier jemand mit antidepressiva aus? Mein therapeut hat es mir vorgeschlagen mir welche zu verschreiben und ich weiß nicht... hat da jemand erfahrungen, vor allem was die nebenwirkungen und so angeht und auch wanns überhaupt sinn macht?

Würde mich über antworten freuen!

Ciao,

saida

Antworten
k+leizneMs-kückexn


eigendlich würde ich sagen " sollang du noch fragst braucht du keine";-) aber ehrlich, dass kannst nur du entscheiden. wenn du der meinung bis, das du momentan so klar kommst lass es. es gibt aber auch pflanzliche ad wie z.b. johanniskraut. wenn du dich entscheiden solltest, etwas zu nehmen, fang lieber mit sowas an, steigern, oder umstellen kannst du dann immer noch

kAäsebCröt@chxen


ja ich nehm seit mai welche (gott sei dank - hab alles probiert, und das war echt der letzte ausweg), und es geht mir viiiiieeel besser - kann wieder schlafen, wein nicht mehr ständig, hab keine selbstmordgedanken mehr, fühl mich nicht mehr ständig ungeliebt....

es macht sinn, wenn ein psychiater (und keiner der ein anderes fachgebiet hat!!!) der meinung ist, dass du an einer depression oder depressiven störung leidest, und seratoninmangel hast.

nebenwirkungen sind nicht schlimm, ich hatte anfangs ein paar tage ein bisserl durchfall (also nicht so schrecklich, dass mans fast nicht mehr aufs klo schafft), blähungen - ja sonst nix. jetzt hab ich das präparat gewechselt (von cipralex auf floxyfral) und die kann ich nicht in der früh nehmen, weil ich unglaublich müde davon werd. auch kein problem - nehm ich sie halt am abend ;-D

ich hatte auch angst, dass ich komisch werd, oder sich meine persönlichkeit verändert - ich hab vor und nachdem ich angefangen hab die tabletten zu nehmen, ganz genau tagebuch geführt, aufgeschrieben wies mir geht, und was ich mir so denke und so - als art selbstreflexion. war alles ok, ich hab mich nicht verändert, sondern die veränderung durch die depression ist wieder weggegangen.

viel glück!

Oslli2x6


ich auch seit mai

ich nehme auch welches geht mir 100% besser keine angst mehr usw nehme paroxetin. nebenwirkungen wirst du sicher bekommen ganz sicher ! ok gibt wenige die gar keine haben aber bei denen wirkt es dann auch nicht oder hat andere ursachen. für mich war es auch der letzte ausweg und ich bin froh das ich es gemacht habe. musste 6 jahre in angst leben nun ist ende hatte vorher auch alles versucht. aber bei sowas hilft auch kein kraut usw.

gruss olli

S{kyghawk


Hallo Saida,

meine Antwort findest Du in Deiner Mailbox.

Alles Gute,

V[iviaan2x0


das ist doch aber nicht die lösung oder? Was bringt es euch wenn ihr die Sypmtome unterdückt mit den Medis? Der Körper will euch damit doch was mitteilen. Seid ihr auch nebenher in Therapie?

S<kyha(wk


Hallo Vivian,

Symptome unterdrückt man z.B. mit Benzodiazepin-Tranquilizern, die daher auch keine heilende Wirkung haben. Wenn jemand aber an einer Depression oder an Angstzuständen infolge einer Serotonin-Stoffwechselstörung leidet, dann ist es sicher sinnvoll, diese Stoffwechselstörung zu beheben, indem man z.B. einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer nimmt. Diese Zusammenhänge zu negieren wäre etwa so, als ob man einem Diabetiker, der sich Insulin spritzen muß, dies vorwerfen würde. Triptane, die mit Abstand wirksamsten Mittel gegen Migräne, wirken auch auf den Serotonin-Stoffwechsel, und man kann sicherlich nicht sagen, daß es gesünder wäre, einen Migräneanfall (vor allem einen mit Aura) unbehandelt zu lassen, weil es dabei zu neurologischen Ausfällen kommt, die Schäden zurücklassen können. Früher hat man zwischen endogenen und exogenen Depressionen unterschieden, aber inzwischen wurde diese Unterscheidung fallengelassen, weil es beim lebenden Menschen unmöglich ist, eine Störung des Serotonin-Stoffwechsels eindeutig zu diagnostizieren. Heute erkranken im Laufe ihres Lebens rund 17% aller Menschen an einer Depression, und bei vielen findet sich in der persönlichen Geschichte überhaupt kein Anhaltspunkt für einen Grund; dagegen ist oft eine familiäre Häufung feststellbar, die auf eine genetische Vorbelastung hindeutet. Ein Versuch mit einem Antidepressivum führt jedenfalls sicher öfter, schneller und problemloser zu einer Genesung als eine Psychotherapie. Es wäre an der Zeit, alte Vorurteile gegen die medikamentöse Behandlung depressiver Erkrankungen über Bord zu werfen - die Betroffenen kämpfen ohnedies noch oft genug mit dem Problem, sich dafür zu schämen, daß sie aus ihrer Sicht keine "normale anständige Erkrankung" haben. Schlimm genug.

PooHlyd_ipsxie


Da muss ich korrigieren...

Symptome unterdrückt man z.B. mit Benzodiazepin-Tranquilizern

Lediglich Schlafstörungen, Angst, Verspannungen und akute Suizidneigung können kurz- bis mittelfristig mit Benzos symptomatisch behandelt werden. Die Symptome einer Depression werden nicht in jedem Fall unterdrückt.

"Bei depressiven Patienten muss mit der Möglichkeit eines Hervortretens oder einer Verstärkung der depressiven Symptomatik gerechnet werden. Eine Behandlung mit Benzodiazepinen kann bei diesen PAtienten suizidale Tendenzen demaskieren, sie sollte nicht ohne adäquate antidepressive Therapie erfolgen"

[aktueller IFAP-Arzneimittelindex]

Wenn jemand aber an einer Depression oder an Angstzuständen infolge einer Serotonin-Stoffwechselstörung leidet, dann ist es sicher sinnvoll, diese Stoffwechselstörung zu beheben, indem man z.B. einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer nimmt. Diese Zusammenhänge zu negieren wäre etwa so, als ob man einem Diabetiker, der sich Insulin spritzen muß, dies vorwerfen würde.

Durch SSRI wird aber die Stoffwechselstörung nicht dauerhaft behoben, sondern nur während der Einnahmezeit... Des Weiteren wird unter Fachleuten noch hitzig diskutiert, ob der Serotonin- (+Noradrenalinmangel) wirklich die Ursache der Erkrankung ist, oder lediglich ein primäres Symptom (welches man dann mit AD behandelt).

weil es beim lebenden Menschen unmöglich ist, eine Störung des Serotonin-Stoffwechsels eindeutig zu diagnostizieren.

Ist mittlerweile sehr wohl möglich. Moderne bildgebende Verfahren wie PET und SPECT ermöglichen dies. Natürlich sind diese Untersuchungen aufgrund der hohen Kosten nicht üblich.

Ein Versuch mit einem Antidepressivum führt jedenfalls sicher öfter, schneller und problemloser zu einer Genesung als eine Psychotherapie.

Aber der Effekt der Psychotherapie hält meist wesentlich länger vor. Der Begriff der "Genesung" muss bei AD relativ gesehen werden (s.o.). Abgesehen davon ist es nicht angezeigt, AD ohne adäquate psychologische/psychotherapeutische Betreuung zu verabreichen.

Es wäre an der Zeit, alte Vorurteile gegen die medikamentöse Behandlung depressiver Erkrankungen über Bord zu werfen - die Betroffenen kämpfen ohnedies noch oft genug mit dem Problem, sich dafür zu schämen, daß sie aus ihrer Sicht keine "normale anständige Erkrankung" haben. Schlimm genug.

Da kann ich nur zustimmen! Antidepressiva sind für schwer Depressive ein Segen. Allerdings muss man auch hier unterscheiden. Die Äusserungen in diesem Faden passen am besten auf SSRI, es gibt aber noch zahlreiche andere Stoffklassen. Mit trizyklischen AD wäre ich dann doch etwas vorsichtiger.

LLufpo0x49


Ich halte ein AD dann für ratsam, wenn andere Therapiemöglichkeiten schon erfolglos ausgeschöpft wurden bzw. der Patient für notwendige Alternativen (z.B. Psychotherapie) aufgrund der Schwere der Erkrankung/Störung nicht zugänglich ist.

Ansonsten sollte fairerweise darauf hingewiesen gewerden, dass es zu Nebenwirkungen und zu erheblichen Absetzsymptomen kommen kann.

Muss nicht - aber kann.....

P9o\lydicpsie


wenn andere Therapiemöglichkeiten schon erfolglos ausgeschöpft wurden

Bei leichten bis mittelschweren Störungen durchaus richtig. Bei schweren Depressionen ist jedes Warten fehl am Platz. Je früher und massiver gegen Depressionen vorgegangen wird, um so höher sind die Heilungschancen. Der Effekt der Psychotherapie tritt viel zu spät (meist erst nach Monaten) ein, um AD ersetzen zu können.

Nebenwirkungen.... Hat Psychotherapie in mindestens dem gleichen Maße, wie AD. Nur meist andere. Beispielsweise verschlechtert sich anfangs die Stimmung stark, wenn alte Konflikte wieder bewusst gemacht werden. Auch eine Zunahme der Suizidalität ist anfangs nicht selten. AD sind also in jedem Fall nützlich, auch um die Belastungen einer Psychotherapie erträglicher zu machen.

Nebenwirkungen von SSRI sind relativ harmlos, verglichen mit anderen Medikamenten. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Diese Unannehmlichkeiten (meist ist es nicht mehr) sollten bei einer so schweren lebensbedrohlichen Erkrankung vernachlässigbar sein. Absetzterscheinungen kann man mit dem richtigen Absetzschema und evtl kurzzeitiger Komedikation vermeiden. Das trifft oft Patienten, die nicht richtig aufgeklärt wurden.

L<up{o0x49


@ Polydipsie

Ich gehe davon aus, dass Du diese "Unannehmlichkeiten", wie Du Absetzsymptome nennst, nicht hattest - aber ICH !

Ich bin kein Gegner von SSRI oder AD an sich, aber gerade mangels genauer Erforschung der Wirkweise von SSRI sollte die Aufklärung über mögliche Risiken verbessert werden und nicht "leichtsinnig" verschrieben werden.

Grüsse,

Lupo

P`olydiVpsie


Kein

Medikament sollte leichtsinnig verschrieben werden. Und nein - ich nehme keine SSRI. Wie gesagt, diese Befindlichkeitsstörungen (mehr ist es nicht), kann man bei richtiger Anwendung nahezu komplett ausschliessen.

L/up2o04x9


Sorry, aber als Nicht-Betroffener solltest Du Dir nicht anmassen, über Stärke, Dauer und evtl. Folgen von Symptomen, die ANDERE haben, so sicher zu urteilen.

Grüsse

Lupo

TQrinxyx


Nebenwirkungen von SSRI sind relativ harmlos

Da gebe ich dir recht. Im Vergleich zur Depression fallen die Nebenwirkungen von SSRI kaum ins Gewicht und jeder Betroffene wird sie in dieser Situation gerne in Kauf nehmen.

Absetzsymptome treten allerdings auch bei fachgerechter Handhabung auf - Ausschleichen in geringster Dosisreduktion über mehrere Monate. Das fatale an den Absetzsymptomen ist, daß sie der zugrunde liegenden Erkrankung oft täuschend ähnlich sind. Neben diversen körperlichen Erscheinungen können auch wieder depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen uä. auftreten. Insofern halte ich die Absetzsymptome für nicht mehr so harmlos.

Aus mehrmaliger leidvoller eigener Erfahrung kann ich sagen, daß ich trotz der massiven Probleme beim Absetzen von SSRI im Zweifelsfall wieder auf ein AD zurückgreifen würde, allerdings erst dann, wenn es nicht mehr anders geht.

Kleines-kücken hat das so schön ausgedrückt...

sollang du noch fragst braucht du keine

PZolydSipsxie


Sorry, aber als Nicht-Betroffener solltest Du Dir nicht anmassen, über Stärke, Dauer und evtl. Folgen von Symptomen, die ANDERE haben, so sicher zu urteilen.

Ich denke, ich gebe einen Einblick dahingehend, wie es normalerweise mit SSRI läuft. Extreme Ausnahmefälle gibt es überall. Es gibt auch Patienten, die durch Antibiotika dauerhaft taub werden. Jetzt sag mir mal, was im Endeffekt schlimmer ist? Man soll hier nicht in Panik verfallen, extreme Absetzsymptome sind nicht die Regel und nie lebensbedrohlich oder Folgeschäden auslösend. Es sind meist eben Befindlichkeitsstörungen. Das Wort klingt auch weniger dramatisch, als seine Bedeutung. ;-)

Und ich denke schon, dass ich recht sicher darüber urteilen kann, da ich schon sehr viele Patienten diese Medikamente nehmen und absetzen gesehen habe. Ich kann dir ja auch recht sicher sagen, ob du eine Blinddarmentzündung hast, wenn ich dich untersuche. Dazu muss ich nicht du sein.

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