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Antidepressiva ja oder nein?

S,kYyhaWwk


Eine von zahllosen Webseiten, aber ...

für interessierte Laien vielleicht noch verdaulich und jedenfalls informativ: [[http://www.neuro24.de/antidepressiva.htm]]

L.upo0x49


(z)Ich kann dir ja auch recht sicher sagen, ob du eine Blinddarmentzündung hast, wenn ich dich untersuche. Dazu muss ich nicht du sein. (/z)

@Polydipsie

Richtig, selbst der schlechteste Arzt kann bei mir eine Blinddarmentzündung diegnostizieren, aber MEINE Schmerzen nachfühlen, das kann er nicht, das kann nur ein selbst Betroffener.

@ Skyhawk

Danke für den Link. Als ich einseitige "elektrische Schläge" bekam und panisch das Web durchsuchte, wäre ich froh gewesen, auch nur EINE Seite zu finden, die dieses Phänomen beschreibt und mir als mittlerweile anerkanntes Symptom beim Absetzen von SSRI beschreibt. Die zahlreich aufgesuchten, ach so erfahrenen "Fachärzte" zuckten nämlich ebenfalls mit den Schultern oder antworteten mit ähnlich vorgefertigten, angelesenen Theorien. Ohne die Hilfe von selbst Betroffenen wäre es mir nicht gelungen, das Medikament abzusetzen.

Normalerweise verweise ich ungern auf irgendwelche Webseiten, aber in diesem Fall - bitteschön - 348 Betroffene.

[[http://www.adfd.de]]

P{olZydipxsie


Ich glaube,

zu dem Thema ist alles gesagt. Was ich vor allem verhindern will ist, dass Depressive aus unrealistisch übertriebener Angst vor Absetzsymptomen AD ablehnen.

kZäsebrlötchexn


@ saida:

hast du dich schon entschieden?

SYaixda


hi!

sorry, hatte gestern auch versucht zu posten, aber ging irgendwie nicht. ja, ich hab mich entschieden, bin sicher dass es bei mir nicht nötig ist. ich glaube jetzt um so mehr dass es bei mir einfach nur ne phase ist, die auch wieder geht. wie kleines-kücken ja schon sagt, solang ich noch frage ists ok, und ich kann ja auch relativ normal leben. psychotherapie mach ich sowieso (auch wegen anderer dinge) und ich hoffe und glaube dass das echt reicht. ich kann ja immernoch sagen dass ichs doch möchte wenns nicht klappt und schlimmer wird.

vielen dank für die vielen tipps!

k(äseMbrötcxhen


@ saida:

ich wünsch dir alles gute!

S|aidxa


@käsebrötchen

:-) danke!

das thema geht mir zwar nicht ausm kopf, aber ich glaube dass es noch dauert, bis es wirklich gut wäre, es zu nehmen.

L*onzlyw'ithdrxeam


@Saida

hach mausl du wirst sie hoffentlich NIIIIIIE nehmen brauchen. Dein süßer lieber Clown ( ;-D ) und du ihr werdet das auch ganz ohne Antideprissi. hinkriegen,meinste nicht auch? Hack das Thema doch erst mal vorerst ab. Mensch mensch mensch da hat dein süßer lieber Clown dir aber echtn Floh in den Ohr gelegt :-/ . Das macht dich ja noch vollkommen kirre.

Hab düch lüb

Lonly

SBaidxa


hi!

*gggg* ;-) ja ich hoffs auch... skyhawk hats mir allerdings jetzt ziemlich genau erklärt, und ich denke, dass mans echt wahrscheinlich überbewertet. ich hak das thema trotzdem ab - ich glaub wirklich dass ichs auch ohne wieder hinkrieg.

hab dich au lieb!!! :-)

ciao,

saida

S^olvWexy


Der Thread ist schon etwas veraltet, aber extra einen neuen anfangen will ich auch nicht.

Mein Problem:

Ich leider unter starken Depressionen, kann kaum einschlafen, schlaf dann dafür aber meist über 10 Stunden bis in den Nachmittag hinein weil ich so fertig bin, mein Zustand wechselt immer von starker Apathie bis hin zu verzweifelter Unruhe. Hin und wieder treten Angstgefühle auf. Ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren.

Nun, ich war schon immer etwas Depressiv, glaub ich zumindest, und letzten August hat sich meine Schwester das Leben genommen, seit dem ist es natürlich total schlimm.

Ich habe seitdem kaum mehr was für die Uni gemacht und mich ziemlich hängen lassen, zwischendurch gings mir aber immer wieder ganz gut und ich hab viel verdrängt. Und nun ist wieder eine sehr schlimme Phase da.

Ich war noch nicht beim Psychologen, ich weiß aber dass ich das tun sollte, und möchte auch etwas dagegen unternehmen.

Nun bin ich aber in einer extremen Stresssituation, da ich die ganzen Prüfungen des letzten Jahres jetzt machen muss, sonst verlier ich ein Jahr im Studium und somit auch mein Stipendium, die meine ganze Lebensgrundlage darstellt. Dazu ist es sicher auch nicht gut für mich da hängen zu bleiben, da mir das schon sehr wichtig ist. Also für Psychologen und Aufarbeitung ist jetzt einfach keine Zeit!

Ich kann mich aber überhaupt nicht aufraffen zu lernen, fang an zu heulen wenn ich nur den Bücherberg ansehen muss, und kann mich null konzentrieren. Und es wird von Tag zu Tag schlimmer, weil der Zeitdruck immer größer wird.

Ich möchte morgen zum Arzt gehen und mir ein Antidepressivum verschreiben lassen, einfach um mich die nächsten 3 Wochen über Wasser zu halten.

Ich brauche also v.a. etwas antriebssteigerndes, nicht das dämpft oder die Konzentrationfähigkeit beeinflusst. Und es sollte am besten sofort wirken. Etwas für den abend, sodass ich mal normal schlafen kann wär auch nicht schlecht, aber das lässt sich wahrscheinlich nicht vereinbaren? Zunehmen möchte ich auf keinen Fall.

Gibt es das, so wie ich mir das vorstelle? Denkt ihr das könnte mir helfen? Ich möchte wirklich einfach nur diese 3 Wochen überbrücken und leistungsfähig sein, danach bin ich bereit mir richtig Hilfe zu suchen.

ZXwa7ck44


@ Solvey

So kurzfristig den Rettungsanker per Antidepressiva auszuwerfen, ist reichlich ehrgeizig: Erstens brauchen die meisten ADs einige Zeit, bis der Patient eine Wirkung verspürt; zweitens wirken ADs betreffend Wirkung, Nebenwirkungen und Dosis beinahe bei allen Patienten unterschiedlich; und drittens ist ja gar nicht gesagt, dass Du mit einer Monotherapie zurechtkommst und keine Kombination brauchst.

Ja, ich glaube, dass es auch für Dich die "richtige" Medikation gibt, aber es kann eine Frage der Geduld sein, zu diesem Ziel vorzustoßen. Rat Nr. 1: Geh nicht zum Hausarzt, sondern zum Psychiater - der hat mehr Erfahrung. Rat Nr. 2: Halte engen Kontakt zu Deinem Psychiater; erkläre ihm möglichst exakt, wie sich Dein Befinden unter der Medikation ändert, so dass er dann zusammen mit Dir entscheiden kann, ob die Dosis geändert oder das Mittel ganz oder teilweise ersetzt werden soll.

UND NOCH EINS: Das Leben wird etwas leichter, wenn man die Probleme nach Wichtigkeit ordnet; das scheint Dir im Augenblick schwer zu fallen: Was sind denn ein paar Pfunde zuviel gegenüber einer Prüfungssituation, bei der es anscheinend um Alles oder Nichts geht?

Ich wünsche Dir alles Gute.

s9omJa8x4


Ich habe mich aufgrund der eigenen Erkrankung viel mit Thema befasst und sehe psychiatrische Behandlungen, aber auch unser Gesundheitssystem generell inzwischen ehrlich gesagt sehr kritisch.

Hier mal ein paar Beispiele, sozusagen das kleine 1x1 des heutigen Gesundheitssystems (die vielleicht auch für dich und andere interessant sind, die noch ambulant oder stationär in Behandlung sind und die auch nicht nur für psychische Erkrankungen gelten):

1) Wie Diagnosen und Behandlungen zustande kommen

Chefärzte und Stationsteams einer Klinik müssen eine festgelegte Anzahl bestimmter Diagnosen stellen und Behandlungen durchführen. Egal ob sinnlos oder schädlich.

[[http://www1.wdr.de/mediathek/v]]...

[[http://www.cicero.de/kapital/z]]...

[[http://www.br.de/br-fernsehen/]]...

2) Weshalb Medikamente verordnet werden

Bei Anwendungsbeobachtungen (AWB) erhalten Kliniken (oder auch der ambulante Arzt) Geld dafür, dass sie ein bestimmtes Medikament an eine festgelegte Anzahl von Patienten in einer möglichst hohen Dosis über einen langen Zeitraum verschreiben. Auch andere Formen von Umsatzprovisionen sind möglich. Mit Glück bekommt man das richtige, mit Pech das falsche, viel zu lange, in viel zu hoher Dosis. Höchstwahrscheinlich braucht man gar keins.

[[http://www.ndr.de/nachrichten/]]...

[[https://correctiv.org/recherch]]...

Datenbank mit aktuellen AWB: [[https://correctiv.org/recherch]]...

[[http://www.rbb-online.de/kontr]]...

3) Wie meine Versicherung sich einmischt, wann, wie und ob ich gesund werde

Zwischen Krankenkassen und Pharmaunternehmen bestehen ähnliche Verträge. Wie genau Umsatzprovisionen oder Gewinnbeteiligungen geregelt sind, muss nicht veröffentlicht werden. Der behandelnde Arzt erhält einen Bonus wenn er sich daran hält.

[[https://www.abda.de/themen/rec]]...

http://gutepillen-schlechtepil...

[[http://www.iww.de/amk/archiv/a]]...

4) Welchen Risiken ich ausgesetzt bin

Wenn der Hersteller ordentlich zahlt, werden auch Medikamente verschrieben von denen man weiß, dass sie mehr schaden als nutzen. Da fast alle Medikamentenstudien von den Herstellern finanziert werden, werden negative Wirkweisen möglichst lange verschwiegen.

[[http://www.akdae.de/Arzneimitt]]...

[[http://www.faz.net/aktuell/wis]]...

Anstatt auf die gesellschaftlichen Ursachen für Depressionenaufmerksam zu machen - das übermäßige Perfektionisstreben, den zunehmenden Druck in der Arbeitswelt, die Anonymität und Schnelllebigkeit - hat sich die Medizin einfach dem Kapitalismus unterworfen. Von psychiatrischen Diagnosen, Medikamenten, Forschungsprojekten, Krankenhausaufenthalten, Therapien profitieren Klinik- und Kassenkonzerne, Pharmahersteller, Ärzte, Therapeuten, Pfleger etc. Am wenigsten allerdings die Patienten selbst, die in einer ziemlichen kranken Welt als Freaks abgestempelt und mit Pillen ruhiggestellt oder sogar zerstört werden.

Ich denke, dass wir in einer Welt leben, die einfach nicht so schön und perfekt ist, wie es von Politik, Medien und Eliten gerne dargestellt wird. Und dass es normal wäre, da traurig zu sein, nicht mehr zu können, kritisch zu sein und auch mal unperfekt sein zu wollen. Wetten, dass wenn sich die Leistungsgesellschaft ändern würde, alle Psychiatrien schließen könnten? Das wissen auch Psychiatern und Therapeuten. Nur wären sie dann arbeitslos.

Natürlich kann es einem mit SSRI oder anderen ADs relativ schnell besser gehen - das ist aber auch kein Wunder, da sie pharmakologisch sozusagen "saubere Drogen" sind, also nicht abhängig machen, aber ähnlich wirken. Ehrlich wäre es aber, wenn man dann nicht mehr von Antidepressiva spricht, die die Krankheit Depression bekämpfen sollen, sondern von dem was sie tatsächlich sind - leistungssteigernde und stimmungsausgleichende Substanzen, die uns in einer extrem komplexen - für den Menschen vielleicht zu schnellebigen - Welt weiter funktionieren lassen. Wir wissen nicht, was eine langfristige Einnahme bewirkt.

Was aber erwiesen ist (und da steht auch kein Hersteller dahinter ;-)), dass der "Depressive" die Welt in Wahrheit realistischer sieht als der "Gesunde". Ich denke, es lohnt sich für jeden mal darüber nachzudenken. Alles ist eine Frage der Betrachtung. Liebe Grüße :)

SailbpermoWnzdauxge


Ich frage mich ob die vielen Leute, die sich vor den Zug geworfen haben, noch leben würden, hätten sie ein AD genommen

NMurarWihyoxn


Ich frage mich, ob eine Neuanmeldung unbedingt einen so alten Thread ausgraben muss, nur um so einen provokanten Beitrag zu posten.

PVlanetYewnwind


Ich frage mich ob die vielen Leute, die sich vor den Zug geworfen haben, noch leben würden, hätten sie ein AD genommen

:)z Meine Mutter sagte neulich zu mir, dass sie ohne Antidepressiva nicht mehr da wäre... :-|

Was aber erwiesen ist (und da steht auch kein Hersteller dahinter ;-)), dass der "Depressive" die Welt in Wahrheit realistischer sieht als der "Gesunde".

Ist das erwiesen? ":/ Gerade Depressive sehen die Welt viel dunkler und schlimmer an als nicht-Depressive. Und wenn dann Antidepressiva hilft die Welt wieder mehr wie ein Gesunder wahrzunehmen, dann helfen sie doch dabei, dass der Depressiva die Welt realistischer sieht.

Ich bin auch nicht per se für Antidepressiva und schlucke manchmal auch wie oft hier im Forum die Einnahme empfohlen wird. Aber wie bei anderen Medikamenten auch gibt es Patienten, denen sie gut tun oder die sie dringend brauchen. Antidepressiva können ein Segen sein für Betroffene. Klar haben die Nebenwirkungen. Welche Medikamente haben die nicht?

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