» »

Soziale Phobie, ängstl.vermeidende Pers.Störung Unterschied?

rzkb hat die Diskussion gestartet


Das soll ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung heissen, hat nicht ganz hingepasst.

Wäre danbar für eine Antwort!

Gruss!

Antworten
jwit


Naja, ich seh's so:

Soziale Phobie: Man hat Angst vor Kontakt mit anderen Leuten/einer Gesellschaft, sich anzupassen, zugesinnen, etc. Fürchet sich vor der Kommunikation, ob mit Mimik oder Gestik.

Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung: Man ist ängstlich davor zuzugeben/einzusehen, dass man eine Persönlichkeitsstörung hat. Oder auch, dass man Angst davor hat Persönlichkeitsstörungen zu bekommen oder zu haben.

lg

Wxic9k Jedni Knighxt


Folgendes charakterisiert die Unterschiede ganz gut. Auch die Artikel über die ängstlich-vermeidende PS und soziale Phobie sind wirklich gut.

- Abgrenzung zur sozialen Phobie: Sehr viel mehr Probleme macht die Unterscheidung gegenüber der sozialen Phobie oder Sozialphobie, also der "Angst vor dem anderen schlechthin". Tatsächlich dürfte es eine nicht unerhebliche Zahl von Betroffenen geben, die beide Leiden bzw. Diagnosen auf sich vereinigen (Fachbegriff: Ko-Morbidität, d. h. Erkrankung an zwei oder gar mehreren Leiden gleichzeitig). Doch es gibt bedeutsame, insbesondere für den Alltag relevante Unterschiede:

- Danach haben Sozialphobiker zumeist eng umschriebene Phobien (Zwangsbefürchtungen), beispielsweise vor Prüfungen, vor öffentlichem Auftreten, in Menschenansammlungen u.a.

- Dagegen ist die Zahl der ängstigenden Sozialsituationen bei selbstunsicheren Persönlichkeitsstörungen erheblich größer. Und sie betrifft zugleich die unterschiedlichsten beruflichen und privaten Bereiche.

- Im Gegensatz zur Sozialphobie reicht die Entwicklung der selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung in der Regel "ohne Grund" bis in die Kindheit zurück. Dagegen geht die Sozialphobie zumeist auf ein traumatisierendes Erlebnis (seelisch und psychosozial verwundend) zurück, und zwar entweder im Erwachsenenalter oder in Jugend bzw. Kindheit.

An ein solcher Ereignis kann sich der selbstunsichere persönlichkeitsgestörte Patient also nur selten erinnern und wenn, dann scheint es eine eher vorgeschobene Erklärung zu sein.

- Auch wird die soziale Phobie eindeutiger ich-dyston erlebt, d. h. mit der eigenen Wesensart nicht im Einklang befindlich, irgendwie fremd, nicht zur eigenen Persönlichkeitsstruktur gehörig. Dagegen geben nicht wenige selbstunsichere Menschen zu, dass sich ihr mit Angst und Vermeidung verknüpftes Verhaltensmuster durchaus ich-synton darstellt, also im Einklang mit ihrer Wesensart ("gehört trotz allem irgendwie zu mir").

- Auch verharren Personen mit ängstlich-vermeidender Persönlichkeit zumeist in einem ungelösten zwischenmenschlichen Konflikt. So lassen sie sich nicht gerne auf vertrauensvolle, möglicherweise sogar intime Beziehungen ein, um sich "nicht selbst zu verlieren". Oder auch um sich nicht allzu "selbstsicher und unabhängig" zu geben, damit sie andere damit nicht verletzen können, was ihnen ausgesprochen peinlich wäre. Das aber sind ohnehin ungewöhnliche Ansichten, die selbst dem Patienten mit einer Sozialphobie eher fremd sind.

Gesamthaft gesehen aber ersieht man aus diesen wissenschaftlich erarbeiten Unterscheidungskriterien sehr wohl, dass es nicht nur Abgrenzungs-Schwierigkeiten und Überschneidungen gibt, sondern dass das letzte Wort in dieser Hinsicht auch wissenschaftlich noch nicht gesprochen ist.

Quelle:

[[http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/selbstunsicherheit.html]]

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH