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Fluoxetin: Absetzen und Langzeitfolgen?

folGOaxt hat die Diskussion gestartet


Hallo,

nehme seit gut 2 Jahren Antidepressiva. Bis zum letzten Herbst war es Fluvoxamin und danach bin ich auf Fluoxetin gewechselt, da Fluvoxamin mich zu einem wandelnden Nihilisten gemacht hat und ich 16 Std./Tag geschlafen hab.

Nun habe ich Fluoxetin Ende Dezember abgesetzt, da ich mich um mein Studium kümmern muss. Einige Dinge tauten langsam auf, ich kann mehr nachdenken und die Konzentration hat sich auch ein wenig gebessert, ist aber leider noch lange nicht auf dem Stand vor dem Beginn der medikamentösen Therapie. :-/

Ich mache mir offen gesagt ein wenig Sorgen, ob die Dinge wirklich wieder alle so werden wie davor. Manchmal habe ich noch (einen Monat nach dem Absetzen noch) ein komisches Gefühl der Dumpfheit im Kopf mit gleichzeitigem Konzentrationsverlust, was aber wieder vergeht. Bei Müdigkeit erhöht sich das, es wirkt wie leichte Benommenheit.

Hätte ich das Medikament nicht einfach absetzen dürfen? Mein Psychoiater meinte eigentlich, ich könnte bei Problemen mit den Dosen variieren, da es nicht gerade eins der heftigeren Antidepressiva sei.

Würde mich freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

greets *:),

float

Antworten
pxhoebxe


ups

dass das medikament müde machen kann -höre ich offengestanden zum ersten mal..mich macht es munter wie nie..muss sogar abends noch ein zweitantidepressiva einsetzen damit ich schlafen kann...??

wie es mit langzeitfolgen aussieht..weiß ich ehrlich gesagt nicht..aber so recht glauben kann ich nicht das es daran liegen soll.. wie sieht denn dein zustand aus..bist du gefestigt?? haben sich deine Probleme denn in luft aufgelöst?? oder warum hast du die medis abgesetzt??

fRlOaxt


Gefestigt nicht, aber ich bin auf dem Wege. Das Studium dient quasi als Wiedereintritt. Depressionen und Angstzustände, die ich vorher hatte (Angstzustände eher nur von Fluvoxamin ;-)), sind soweit weg, dafür bin ich aber ziemlich gleichgültig und großteilig gefühlslos.

Als ich das Medikament wechseln wollte, verstand mein Psychiater nicht, dass ich für Studienvorbereitungen und Aufnahmetest denken können muss, oder hat jemand mal ohne zu denken nen Test geschafft? :-D

Meine Zwangsgedanken seien doch weg, sagte er.

Fluoxetin wirkte sehr viel angenehmer und den Hang zu Angstzuständen hatte ich dann auch nicht mehr, meine Denktiefe belief sich trotzdem weiterhin auf 2 cm. Leider ist mein Problem auch, dass ich kreativ arbeiten muss fürs Studium, womit es noch schwieriger ist, mit Gedankenhemmern zu bestehen.

pcho[ebxe


ich

finde auch dass die mal was erfinden sollten was beides enthält..den hang zum denken und den hang zum heilen..

ist das zukunftsmusik.

also ich komme auch ganz gut klar ..und es ist schön ohne zwänge. du darfst dich auf jeden fall nicht überfordern..sonst hängst du ganz schnell wieder drin.

viel glück!

fIlOat


Vielen Dank.

Sprichst Du aus Erfahrung? Ich hab nur Angst, - auf den Punkt gebracht - genauso blöd zu bleiben wie ich es seit Behandlung durch Denkfaulheit bin.

Mein Erinnerungsvermögen zeigt immer mehr Lücken auf und ich weiss nicht, ob ich mich in dem Zustand in dieser zurzeit immer schwererwerdenden Welt behaupten kann. Sind hier auch Psychiater unterwegs, die vielleicht was beitragen könnten? Wäre jedenfalls sehr nett.

Mein Psychologe sagt mir auch immer wieder, dass ich mich nicht zu sehr wieder in meinen Alltag reinstürzen soll, aber ich bin durch die finanziell immer enger werdende Situation meiner Eltern dazu gezwungen. Ich versuche mich aber, weiterhin nur begrenzt mit meiner Zukunft auseinander zu setzen, weil ich einen Rückfall nicht erleiden möchte.

MKrs.PiEnk


Hi,

die Konzentrationsprobleme kenn ich auch :-(

(nehme seit ein paar Tagen auch Fluox, davor habe ich Paroxetin genommen) Ich denke allerdings nicht, daß die Medis die Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflussen. Meine Therapeutin meinte, daß die Probleme aus der Krankheit selbst resultieren( gestörter Stoffwechsel im Gehirn). Aber ich kann nachvollziehen wie frustrierend das ist. Schreibe nächste Woche auch Klausuren und versuche immer wieder mich zum Lernen hinzusetzen. Ich sitz dann vor meinem Buch und starre auf die Seiten, kann aber das Geschriebene nicht richtig aufnehmen. Besonders fies ist es, wenn ich mit Kommilitonen rede und die mir dann erzählen wie viel sie gelernt haben :-( Hab da in der Letzten Thera-sitzung drüber gesprochen und sie hat mir gesagt, daß man nicht zuviel von sich erwarten soll, mit der Zeit würde das schon wieder klappen... vielleicht erwarten wir wirklich zuviel, ich meine vor einen halben Jahr war es für mich undenkbar überhaupt in die Uni zu gehen und inzwischen macht mir mein Studium wieder Spaß! An Langzeitfolgen der Einnahme denke ich im Moment ehrlich gesagt gar nicht, denn ich bin froh, daß sie mir ein normales Leben ermöglichen. Habe allerdings mal rumgegoogelt und habe außer Absetzproblemen nix gefunden. Die Medis sind ja auch schon länger auf dem Markt...

An flOat:

habe aus deinem Beitrag gelesen, daß du dir bezüglich deines Studiums in finanzieller Hinsicht Sorgen machst. Wenn du Bafög bezieht kannst du aufgrund deiner Krankheit vielleicht eine Verlängerung der Förderzeit beantragen? oder einfach mal bei der Studienberatung nach Härtefallregelungen nachfragen...

Wünsche Dir alles Gute,

Liebe Grüße

L#upho04a9


Hallo FlOat,

die Absetzsymptome können einige Wochen -, manchmal auch Monate andauern, zumal Du scheinbar auch nicht "ausgeschlichen" hast.

Als Langzeitfolgen würde ich das aber noch nicht bezeichnen, zumal es diese Medikamente noch nicht sooo lange gibt, als dass es darüber Erhebungen gäbe.

Geduld & Alle Gute

Lupo

NcenaxS


Hey,

ich musste 18 Monate lang 40mg Fluoxetin nehmen, weil in meinem Leben damals alles zusammen kam und ich gleichzeitig Diplom-Prüfungen hatte (konnte mich btw auch nicht besonders gut damit konzentrieren, aber wenigstens konnte ich überhaupt zur Uni und in die Bibliothek gehen).

Seit ca. 5 Monaten bin ich auf 0mg, habe mich eigentlich sehr gefreut, mich wieder mehr zu spüren und einen "wacheren" Geist zu haben.

Aber die Sache hat einen Haken: Schleimhäute in Mund und Rachen, Fähigkeit zum Orgasmus und seelischer Zustand - alles ist nicht mehr wie vorher.

Natürlich denkt jetzt jeder: Wie kann das sein, das geht doch nicht. Aber es ist definitiv so, dass die sexuellen Funktionen nicht ganz wieder ganz zurückgekehrt sind. Ich kann überhaupt nicht leicht zu einem Orgasmus kommen. Vor der Behandlung war das kein Problem.

Das andere Problem ist auch, dass ich nicht sagen würde, dass ich vor der Medikation wirklich unter einer chronischen Depression gelitten habe. Ich hatte ein paar Schicksalschläge zu verkraften, aufgrund derer ich so verzweifelt und traurig war, dass ich meine Prüfung nicht geschafft hätte.

Jetzt aber, seit dem Absetzen geht es mir richtig schlecht, ich bin ganz dünnhäutig und weinerlich, habe Suizidgedanken, was ich in meinem ganzen Leben noch nicht hatte.

Ich habe den Arzt gefragt, ob die Psyche/Körper vielleicht noch so eine Art Entzug durchmachen müssen. Er kann sich auf das alles keinen Reim machen und möchte immer warten warten warten.

In einem amerikanischen Forum habe ich noch eine Diskussion gefunden, in der es darum ging, dass jemand fast ein halbes Jahr nach Absetzten nicht zum Orgasmus kommen konnte - mehr über Langzeitschäden habe ich noch nicht gehört.

Natürlich mache ich mir jetzt Sorgen, ob das Fluoxetin jetzt sozusagen "Schuld" daran ist, und sowohl der psychische als physische Aspekt jetzt mein Leben lang so bleiben.

Vielleicht hat noch jemand etwas, das länger geblieben ist?

SfilbXer


Jetzt aber, seit dem Absetzen geht es mir richtig schlecht, ich bin ganz dünnhäutig und weinerlich, habe Suizidgedanken, was ich in meinem ganzen Leben noch nicht hatte.

kann es nicht einfach auch sein, dass Fluoxetin diese Symptome vorher "überdeckt" hat und du sie ohne Fluoxetin schon früher gehabt hättest? Wenn es einem schlecht geht, leidet häufig auch das Sexleben bzw. es können so Symptome wie Anorgasmie auftreten.

iKmmerfr$agenferagen


wie hoch war denn dein fluoxetin dosiert? und hast du es ausschleichen lassen oder direkt abgesetzt?

i{mmerfKragenkfragexn


oh, das war an den TS, aber das ganez ist ja schon etwas älter :-D

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