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Krankheitsgeschichte, vorläufige Diagnose: asthenisch Syndr

Unrfauxst hat die Diskussion gestartet


Hallo Forumgemeinde,

ich hab im Sommer letztens Jahrens schonmal um euren Rat angehalten, lange her, aber es tat mir gut.

Es würde mich sehr freuen wenn ihr zu dem nun folgenden Krankheitsverlauf kurz eure Meinung abgebt.

Zu meiner Person: 17 Jahre alt, Gymnasiast 11. Klasse, guter Schüler

Ausgebrochen ist das ganze im Juli letztens Jahres:

- massive Ein- und Durchschlafprobleme mehrere Wochen lang

- Ängste vor jeglichem Menschenkontakt / Reden

Ich ging erst zum Internisten, der einen leichten Eisenspeichermangel, sowie eine Verzögerung im vegetativen Nervensystem feststellte. Weiterhin meinte er, dass das mit Eisentabletten bald weg ginge und nahm meine Sorgen auch nicht weiter ernst.

Daraufhin stellte ich mir selbst nach zahlreichen Internetrecherchen die Diagnose Depression und ließ diese vom nächsten Arzt, einem Neurologen, bestätigen. Im nachhinein ein Fehler, da ich den Arzt vermutlich schon im vornherein auf ein "Depressions-Denkschemata" geführt habe.

Weitere Symptome in dieser Zeit waren Antriebsschwäche und vor allem eine von ärztlicher Seite her unerklärbare Verzögerung in der optischen sowie in der akustischen Wahrnehmung. Starke Vergesslichkeit trat als Symptom nur einige Wochen auf. Vereinzelt passiver Todeswunsch. Kernspintormographie, EEG und sonstige Tests alle unauffällig. Der Neurologe verschrieb mir 10mg Cipralex, ein Antidepressiva.

Durch eine radikale Umstellung meines Lebensstils (zuvor meiste Zeit vor PC) auf Sport und gesunde Ernährung, gelang es mir das neue Schuljahr in Angriff nehmen zu können. Mit einem geregelten Tagesplan ging das auch einige Monate gut, nur gelegentlich hatte ich starke Kopfschmerzen (zuvor nie!). Ich fühlte mich aber auch mit der Einnahme der Tabletten nie wirklich gesund bzw. so wie ich mich früher einmal gefühlt hatte.

In den Weihnachtsferien 2004 habe ich das Antidepressiva dann langsam abgesetzt. Der vorrangige Grund dafür waren massive, realistische Träume JEDE Nacht, die mir meiner Meinung nach die natürliche Erholung im Schlaf raubten. Immerhin konnte ich froh sein, überhaupt wieder schlafen zu können.

Doch schon zwei Wochen nach dem Absetzen ging es irgendwie nicht mehr. Ich war krank, aber ohne richtige Symptomatik, irgendwie erschöpft, es fühlte sich aber nicht wie eine normale Erschöpfung an, die man z.B. nach einer Fahrradtour etc. hat. Daraufhin habe ich ein Antibiotika genommen, da die Diagnose des Bereitschaftsarztes auf grippaler Infekt lautete.

Einige Tage darauf, unternahm ich den Versuch wieder in die Schule zu gehen. Dieser scheiterte jedoch am zweiten Tag: Ich hatte das Gefühl die Maske, sprich die Rolle des Gesunden nicht mehr aufrecht halten zu können. Nach einem Gespräch mit dem Neurologen habe ich dann das Antidepressiva gegen meinen Willen wieder angesetzt (Ich hätte im voraus unterschreiben können, dass es mir nicht helfen wird). Vor dem Ansetzen des Medikaments, das ist wichtig zu erwähnen, hatte ich außerdem auch leicht psychotische Tendenzen, die sich in meinem Verhalten meinen Eltern gegenüber offenbarten. Dazugehörend ein starker Ich-Bezug, also von äußeren Geschehnissen auf mich.

Nach einiger Zeit zu Hause, Cipralex half wie prophezeit nicht (ich hatte lediglich stark das Gefühl, dass meine optische Wahrnehmung schneller geworden war), entschlossen meine Eltern und ich uns dazu, mich stationär im Krankhenhaus auf organische Ursachen hin untersuchen zu lassen. Alles normal. Von der zuständigen Psychiaterin bekam ich statt Cipralex (ich hatte immer wieder betont, dass es mir nicht hilft), ein Neuroleptikum namens Taxilan verordnet. Am gleichen Tag hatte ich noch eine Nervenwasserentnahme, deren darauffolgende Massiv-Kopfschmerzen statt vorhergesagte 3 Tage bei mir zwei Wochen anhielten. Das war wirklich grausam. Deswegen kann ich die Wirkung oder Nichtwirkung des neuen Medikaments für diesen Zeitraum auch nicht wirklich neutral beurteilen. Ursprünglich wird es bei Psychosen verordnet. Was soll ich sagen, mir ging es von Tag zu Tag schlechter, ich konnte meine Anliegen und meine Empfindungen letzendlich gar nicht mehr richtig mitteilen. Das Medikament und vor allem die Kopfschmerzen haben mir schwer zu schaffen gemacht. Irgendwie hab ich es dann doch geschafft, dass mich meine Eltern wieder nach Hause holten.

Daraufhin fiel der Entschluss, mich in professionelle psychiatrische Stationär-Behandlung zu begeben. Das Medikament wurde auf meine Bitte hin dort abgesetzt. Meine hauptsächlichen Symptome noch während der Medikamenteneinnahme waren starke Konzentrations- und Koordinationsprobleme, Vergesslichkeit, Sehstörungen, Gedankenrasen... Diese Symptome haben Gott sei Dank nach dem Absetzen des Taxilans langsam aber sicher nachgelassen. Die Besserung vermutlich auch aufgrund der Therapien. Die mir dort empfohlenen Psychopharmaka habe ich bis heute strikt abgelehnt, da ich mich auch schon vor meinem Aufenthalt viel mit alternativen Heilverfahren, Homöopathie, Chakra-Heilkunde usw. auseinandergesetzt habe, und dadurch, sowie durch eigene Erfahrung sagen kann, dass solche Mittel nur bestimmte Symptome verändern, sprich Effekte erzielen, aber nie die Krankheit an sich auch nur berühren, geschweige denn heilen können.

Nun vor einigen Tagen bin ich nach 9 Wochen Klinikaufenthalt auf eigenen Wunsch hin wieder nach Hause gegangen. Im nachhinein betrachtet hat es natürlich nicht nichts gebracht, dennoch denke ich, dass ich von Gesundheit noch weit entfernt bin.

Meine Symptome, die ich nach dem Absetzen des Medikaments aus der Klinik mitgebracht habe sind:

- Energielosigkeit (nicht unbedingt gleichzusetzen mit Antriebsschwäche!)

- leichte Beeinträchtigung beim Sehen, das Bild ist manchmal, vor allem beim Umherblicken und Abtasten einfach nicht richtig klar.

- Ich spüre meine Gefühle nicht, bin weder traurig noch froh, innere Leere, hängt aber sicherlich auch mit der Energielosigkeit zusammen

- Außerdem ist mein Zeitempfinden, sprich mein Zeitgefühl stark eingeschränkt.

Ich würde mich nicht als depressiv bezeichnen, habe auch Lust auf viele Sachen.

Achja, die Diagnose der Stationsärzte lautet "asthenisches Syndrom". Vielleicht kann jemand mit damit etwas anfangen? Bis zum Schluss hin waren die Ärzte sich jedoch bei der Einordnung meines Krankheitsbildes nicht sicher.

Tja, jetzt bin ich wieder zu Hause. Ein Termin bei einem mir empfohlenen Heilpraktiker ist ausgemacht. Ansonsten weiß ich nicht, wies weiter gehen soll.

Für jeden Kommentar, jede Hilfe bin ich von ganzem Herzen dankbar.

Danke auch fürs durchlesen.

Zum Schluss noch eine Buchempfehlung: Schicksal als Chance, von Thorwald Dethlefsen, sehr empfehlenswert!

Urfaust

Antworten
a_le"xxh


Hallo Urfaust (netter nick ;-D)

die von dir zitierten Stationsärzte müssen doch irgendwas zu der diagnose "asthenisches Syndrom" gesagt haben. das versteht doch so kein mensch. %-|

da ich den begriff noch nie gehört habe und ich neugierig bin ;-), habe ich mal gegoogelt und bin dabei ständig auf elektrosensibilität gestossen. elektromagnetische wellen jeder art

als ursache für das "asthenisches Syndrom".

teilweise wird es mit dem begriff CFS gleichgesetzt, wohl auch deshalb, weil die symptome diesselben sind. folgendes habe ich dazu gefunden:

In der russischen medizinischen Literatur kennt man die Beschreibung einer Erkrankung die als "Asthenisches Syndrom" bekannt ist. Die Symptome sind unter anderem Schwäche, schnelle Erschöpfbarkeit, Depressionen, asoziales Verhalten, Angstzustände, Beeinträchtigung des Gedächtnisses und anderer mentaler Funktionen sowie die Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen. (Anmerkung des Übersetzers: Das was man heute chronic fatigue syndrom, CFS nennt)

vielleicht hilft dir das etwas weiter.

G}ras-H"axlm


CFS sagt mir schon viel mehr. Da findest du über google auch einige Sachen.

hier ein Link:

[[http://www.cfs-portal.de/]]

Ufr\fFausxt


Wunderschönen guten Morgen

Hallo Urfaust (netter nick )

Danke schön, ich lese im Moment das erste Mal in Goethes Faust. :-)

Die Stationsärzte haben leider bei dem etwas sehr schnellen Abschlussgespräch nichts konkreteres über diese Diagnose gesagt. Wie ich bereits erwähnt habe, denke ich auch, dass diese Diagnose eher deshalb gestellt wurde, damit überhaupt eine gestellt wird.

Ansonsten würde ich dieses "asthenische Syndrom" gedanklich wohl mit meinen derzeitigen Symptomen koppeln. Hm.

Was ich aber mit ziemlicher Sicherheit ausschließen kann, ist dass ich ein CFS habe, also ein Chronic Fatigue Syndrome, auf deutsch "chronische Müdigkeit". Das ist definitiv nicht der Fall, da ich dafür einfach nicht müde genug bin (Gott sei Dank).

Über das CFS habe ich bei meinem Aufenthalt in der Klinik selbst einige Fachbücher überflogen, so dass ich diese Krankheit doch mit relativ hoher Sicherheit ausschließen kann.

Auch auf deiner Webseite (Danke @Gras-Halm :-) passen die gegebenen Fallbeispiele nicht auf mein Krankheitsbild.

Bei mir ist es eher eine immergegenwärtige Energielosigkeit, die sich über den gesamten Tagesverlauf nicht im geringsten verändert, also nicht verbessert, auch nicht verschlechtert. Bei Tätigkeiten bin ich deshalb auch leicht verlangsamt.

Was mich auf jeden Fall interessiert, was ihr bei einer solchen Erkrankung tun würdet? Welchen Arzt aufsuchen? Wie steht ihr zu Heilpraktikern oder gar zur chinesischen Medizin? Was kann man alles tun?

So wie jetzt kann es in meinem Leben nicht weitergehen. Und ich möchte auf keinen Fall etwas unversucht lassen. *Hoffnung*

Gruß

Urfaust

azleZxh


wünsch dir auch einen wunderschönen guten morgen...

...hört sich an, als ob du heute nacht gut geschlafen hast. :-D

Wie ich bereits erwähnt habe, denke ich auch, dass diese Diagnose eher deshalb gestellt wurde, damit überhaupt eine gestellt wird.

diesen eindruck habe ich auch häufig. ;-D

wenn du für dich selbst CFS ausschliessen kannst, könnten deine geschilderten symptomen ja doch auf elektrosensitivität hindeuten. hast du dich damit schon mal befasst? kannst ja mal auf diesen seiten lesen: [[http://www.elektrosmog.com]]

wenn diese symptome, hauptsächlich deine durchschlafproblem, seit juli letzten jahres plötzlich auftraten, würde ich mal deine umgebung daraufhin prüfen, ob sich seitdem im hinblick auf elektrosmog bei euch im haus und/oder in der umgebung irgendetwas geändert hat. (mobilfunk-antenne, dect-telefon, wlan etc.) gern werden die von elektrosensitivität betroffenen als eingebildete kranke abgestempelt und belächelt, im günstigsten fall werden ihre beschwerden zwar ernst genommen, da aber keine ursache gefunden werden kann, werden sie am ende zu einem psychologen geschickt. :-/

wie sind deine beschwerden zum beispiel, wenn du in urlaub bist, z.b. weg von der "zivilisation"? (ein klinikaufenthalt ist in dem sinne kein vergleich, denn dort ist die strahlungsbelastung in der regel noch höher als zu hause.)

wenn du noch nicht bei einem heilpraktiker warst, würde ich dies auf jeden fall mal tun. ich höre immer mal wieder von bekannten, dass ein HP plötzlich ursachen für diffuse krankheitsbilder erkennt, an deren symptomen mehrere ärzte jahrelang erfolglos mit medikamenten herumgedoktort haben.

*:)

U<rfausxt


jo das stimmt...

tag alexh,

jo das mit der Strahlenbelastung kann gut sein, vor allem deswegen weil ich mein halbes Leben entweder vor dem PC oder früher vor dem Fernseher verbracht habe.

Nun seit dem Ausbruch der Krankheit habe ich in meinem Zimmer alle Geräte und Steckdosen mit per Fernbedienung ausschaltbaren Steckdosen versehen. Das DECT-Telefon flog ebenfalls raus. Über Nacht sind alle Geräte ganz aus, jedoch muss ich zugeben, dass mein Zimmer mit Elektrogeräten (PC, Fernseher, PC-Zubehör) doch ziemlich voll ist. Ich hatte auch schon über einige Monate meinen Schlafplatz auf ein Dachzimmer ohne Geräte verlegt. Viel Verbesserung habe ich nicht gespürt.

Wie meine Beschwerden sind, wenn ich im Urlaub bin, kann ich dir so nicht wirklich beantworten. Da ich jedoch morgen auf ein paar Tage an den Bodensee fahre (verbunden mit einem Abstecher zu einem Heiler), werde ich diesem Aspekt mal eine verstärkte Aufmerksamkeit zukommen lassen. Danke :-)

Ich werde gleich nach dem ich wieder da bin darüber berichten.

Das mit den Heilpraktikern ist wahr, habe ich auch schon einige "wunderbare" Geschichten gehört und gelesen. HP-Besuche sind bei mir nun auch fest auf dem Plan.

Mal sehen...,

was ich noch anbringen möchte:

du bist mir recht sympathisch, vor allem weil durch sehr problembezogen und ausführlich schreiben kannst, eine kunst, die nicht jeder beherrscht. :-)

Gruß

Urfaust

a6lexxh


danke...

...für das kompliment :-D

ich wünsch dir ein paar schöne tage am bodensee und bin gespannt, wie es dir dort ergeht - und natürlich, wie es beim heiler war -.

*:)

r0ose 0ispa$han


Hallo Urfaust. Ich leide mein ganzes Leben schon an diesen Symptomen, die du beschreibst. 10 Jahre lang war ich ein Versuchskaninchen, für die verschieden Ärzte. Die wussten nicht, wie sie meine Krankheit diagnostizieren sollten, haben einfach den Namen Depression gegeben. Erst wo ich in Russland war, stellte mir der Neurologe die Diagnose Vegetative-Gefässe-Dystonie und Asthenisches Syndrom. Er erklärte mir, dass es bei mir wegen schlecht arbeitender Leber ist. Übrigens gibt es dort anscheinend viele die an sowas leiden. Ich habe weiter nachgeforscht. Habe in russischem Internet einen Artikel über koffeinhaltige Getränke gefunden. Dort wurde gesagt, dass wenn man als Kind Koffein konsumiert hat, kann bei einem dann solche Krankheit entstehen. Ich erinnerte mich , dass ich buchstäblich 27 Jahre lang jeden Tag, seit meiner Kindheit schwarzen Tee getrunken habe. Gelegentlich Kaffe, und unglaublich viel Schokolade gegessen habe. Genau diese Genussmittel entwässern den Körper auf starke Weise. Der Körper leidet andauernd an Wassermangel, die Leber wird immer mehr verschlackt, und kann ihre Arbeit nicht leisten. Das hat widerum Auswirkungen auf den Gehirn,weil die Gifte, die die Leber nicht ausscheiden kann, dann in den Blutkreislauf gelangen, und den Gehirn vergiften. Ich hatte auch immer Verstopfung.

Ich kann jetzt nur das wesentliche schreiben, da ich mich nicht lange konzentrieren kann. Ich habe festgestellt, dass ich mich von Schokolade und Kaffe sehr schlecht gefüllt habe. Seit einem Monat trinke ich keinen Kaffe, esse keine Schokolade, schwarzen und grünen Tee auch nicht. Essen tue ich alles, worauf ich Lust habe.

Was auch wichtig ist -ich gebrauche keine Getränke mit Kohlensäure.

Ich habe alle Ärzte durchgemacht, ich war bei Hömoopaten, ich war 5 Mal in den Psychiatrischen Kliniken. Nichts hat mir wirklich geholfen. Ich vertraue jetzt nur meinem eigenem Körper und nehme zu mir nichts,was mich entwässert.

Du kannst im Internet über Theobromin, Theophyllin und Koffein nachlesen. Übrigens das sind alles Nervengifte.

Mein Mann sagt mir, dass ich schon viele Fortschritte gemacht habe. Ich bin noch lange von meinem Ziel entfernt, aber ich habe den Glauben, dass der Körper selbst das Problem lösen kann, wenn man ihm das gibt, was er braucht, außer Genussmitteln.

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