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Angst vor der Autobahn

lpoe+wenzaxhn75


@ Marie-Theres

Ja, das habe ich in der Tat schon. Ich sollte so was vielleicht wirklich mal in Angriff nehmen...

Habe mich schon ein bißchen über Tai-Chi und Yoga schlau gemacht, alternativ hat der Therapeut mir noch progressive Muskelentspannung genannt. Ich denke, ich würde wahrscheinlich am ehesten zu Tai-Chi tendieren. Kennst du dich mit diesen Dingen aus (ist schwer, sich zu entscheiden, was am besten zu einem passt).

Ich habe mir auch schon überlegt, ob mir ein Kampfsport helfen könnte (z.B. Karate), bei guten Lehrern soll das ja angeblich mit Meditation und Entspannung gekoppelt sein und ich könnte mir vorstellen, dass eine Kampfsportart helfen könnte, Frust abzubauen und entspannter zu werden. Sport an sich könnte vielleicht auch helfen (mache ich leider kaum was, im Moment)...

RUote.rRxiese


Autobahnangst: Meine Erfahrung

Ich kenne dein Problem ganz genau. Ich bin eigentlich immer sehr gerne Auto gefahren, bis bei mir eines Tages aus heiterem Himmel dieses Problem auftrat. Folgende Gedanken dazu:

1. Komischerweise hat es wohl nichts mit der hohen Geschwindigkeit zu tun, da ich auf Landstrassen oder auch anderen Schnellstrassen durchaus auch problemlos sehr schnell fahren kann. Fahren macht mir immer noch sehr viel Spaß. Das Problem sind nur die Autobahnen...

2. Das Problem tritt eher (aber nicht nur) auf, wenn ich psychisch sowieso in eher schlechter Verfassung bin, d.H. müde, gestresst, deprimiert, etc.

3. Als das Problem zum ersten mal bei mir auftrat, habe ich das Autobahnfahren gleich eingestellt. Daraufhin haben sich die Panikattacken dann leider auch auf andere Situationen ausgedehnt, d.h. vereinzelt auch auf das Fahren im normalen Strassenverkehr, bis hin zur Benutzung von S-Bahnen. Man sollte das Autobahnfahren also auf keinen Fall vermeiden, da das im schlimmsten Fall zu einer Verschlimmerung des Problems führen kann!

4. Nun zur Lösung des Problems: Auch wenn die Panikattacken von Zeit zu Zeit noch auftauchen , hat mir bisher folgendes Rezept recht gut geholfen:

- Wenn du eine Zeitlang aufgrund der Panikattacken keine Autobahn mehr gefahren bist, fahre erstmal auf einer Strecke und einem Tag/Uhrzeit, wo du weisst, dass die Strecke so gut wie leer ist. Oder suche halt erst eine andere, autobahnähnliche Strasse. Da kannst du dann erstmal ein wenig "trainieren", ohne dass dich jemand hinter dir drängt, schneller zu fahren oder du sonst irgendwelchen Druck hast...

- Danach kommt allerdings das schwierige: Du mußt einfach trotz Panikattacken auf die Autobahn. Du mußt dich überwinden. Möglichst ohne jegliche Medikamente oder sonstige Dinge, die dich ablenken könnten. Du mußt dich der Angst einfach stellen. Als ich das gemacht habe, hatte ich die ersten 15 Minuten furchtbare Panik. Nachdem diese erste Zeit vorbei war und ich es geschafft hatte, nicht abzufahren, wurde es langsam besser. D.H. halte einfach durch und du kannst dir sicher sein, dass dir nichts passieren wird und dass die Panik von allein verschwinden wird. Bei mir hat es auch funktioniert. Also warum nicht auch bei dir?

- Folgendes ist auch sehr wichtig: Mach dir bewußt, dass du im Zweifelsfall immer auf den Seitenstreifen fahren und eine Pause machen kannst. Das ist zwar eigentlich nicht erlaubt, aber wer nimmt davon schon groß Notiz, wenn du kurz da anhältst und nacher weiterfährst? Ich habe das zwar nie gemacht, aber allein die Vorstellung, dass ich es theoretisch tun könnte, hat mir einiges von der Angst genommen. Das Problem bei der Autobahnpanik ist nämlich, glaube ich, vor allem die Zwanghaftigkeit der Situation. In allen anderen Verkehrsituationen kann man theoretisch jederzeit "aufhören", d.h. anhalten und aussteigen. Die Autobahn vermittelt hingegen das Gefühl, als könne man dies nicht tun. Man fühlt sich also in gewisser Weise gedrängt und gezwungen. Der obengenannte Gedankentrick hilft ein wenig, dieses Gefühl zu überwinden.

- Wenn du die Panik dann erstmal wieder im Griff hast, versuche möglichst jeden Tag oder halt so oft wie möglich, die Autobahn zu nutzen. Routine hilft nämlich sehr gut gegen eine mögliche Wiederkehr des Problems!

Viel Erfolg!

Gbho;sty1x986


Ich liebe die Autobahn da kann man richtig schön fahren besonders auf der linken Spur =D

C,osmxee


Ja, Roter Riese,das finde ich auch ganz wichtig: sich der Angst stellen, mit ihr reden..." was du kommst schon wieder, aber du wirst merken, du kriegst mich nicht mehr! Komm herein wenn du willst, und du wirst merken, ich kann sehr gut ohne dich!"

Das hört sich jetzt sehr banal an, aber mir hat es sehr schnell geholfen und bei mir waren die Panikattacken zum Schluß so schlimm, dass ich nicht mehr aus dem Haus bin.

Löwenzahn, nehm das Thema Entspannung auf jeden Fall in Anspruch...du wirst spüren, dass du dich dadurch sehr schnell wieder "runter bringen" kannst, alleine das richtige Atmen ist schon die halbe Miete. :-)

Alles Gute! :-)

Grüße Cosmee

l|oewzenzRaxhn75


@ RoterRiese

Danke für deinen Beitrag!

meine Gedanken dazu:

1. Es hat in der Tat wenig mit der hohen Geschwindigkeit zu tun, bei mir vielleicht ein bisschen. Ich fahre auch außerhalb der Autobahn nicht mehr gerne mehr als 100, aber die Geschwindigkeit ist auf jeden Fall nicht das Hauptproblem! Generell fahre ich nicht mehr so gerne Auto wie früher, aber Angst tritt nur auf der Autobahn auf.

2. Tendenziell tritt das Problem bei mir auch eher auf, wenn ich generell in schlechter Verfassung bin. Ich habe immer Angst auf der Autobahn, aber wenn ich gut drauf bin, ist sie wesentlich weniger schlimm.

2. Ich habe, als das Problem bei mir das erste Mal auftrat, zunächst das komplette Autofahren eingestellt. Dann war es bei mir ganz genauso, dass ich Probleme in anderen Situationen bekam (S-Bahn, Bus...). Dann bin ich wieder Auto gefahren (nur keine Autobahn) und die Probleme außerhalb des Autofahrens haben sich auch wieder gebessert. Seit ich auch wieder Autobahn fahre, sind die Probleme in der Bahn etc. (fast) weg.

Ich zwinge mich seither auch unbedingt, die Autobahn nicht komplett zu meiden. Ich fahre allerdings immer nur ein kleines Stück (ca. 1 km, der notwendig ist, um zur Arbeit zu kommen). Andere Strecken muss ich derzeit aber auch nicht fahren. Der 1 km ist schlimm genug, aber ich ziehe es eisern durch, da es ansonsten bestimmt auf der ganzen Linie wieder schlimmer wird.

4. Ein größeres Stück Autobahn bin ich schon länger nicht mehr gefahren, vielleicht sollte ich mich da wirklich mal wieder rantrauen...

Einfach trotz Panikattacken auf die Autobahn... ich glaube, eben diese Überwindung ist so schrecklich schwierig, obwohl ich weiß, dass ich es wohl tun sollte...

Wahrscheinlich ist die kleine Strecke von 1 km auch zu kurz, weil immer, wenn die Angst wächst, ist man schon wieder runter. Es ist aufgrund der Kürze auszuhalten. Wahrscheinlich fehlt dann aber doch der Gewöhnungseffekt, der sich vielleicht einstellt, wenn man länger fährt und die ganze Panikattacke aushält...

5. Eine ernstgemeinte Frage:

Bist du sicher, dass einem trotz Panik nichts passiert ???

Ich weiß, dass die Angst als solche völlig irrational ist, aber kann man ein Auto wirklich so sicher steuern, wie wenn man "normal" fährt. Ich habe immer das Gefühl, dass ich völlig neben mir stehe und gleich ausraste vor Angst. Meinst du wirklich, dass man in der Verfassung noch sicher fahren kann? Das frage ich mich immer wieder, und das macht die Sache umso schwerer!

6. Absolut! Ich denke auch, dass die Panik daran hängt, dass man das Gefühl hat, nicht jederzeit anhalten zu können! Man fährt auf die Autobahn und fühlt sich dann so ausgeliefert. Wahrscheinlich hast du recht, dass man sich klar machen muss, dass man zur Not eben doch anhalten könnte. Auf so mancher Landstraße könnte man ja manchmal auch nicht überall so einfach anhalten und trotzdem fährt man sie problemlos. Es ist ja eigentlich wirklich Quatsch, dass man ausgerechnet nur auf der Autobahn nicht anhalten könnte... Das werde ich mir mal verstärkt durch den Kopf gehen lassen!

7. Als ich mit meinem Therapeut ein paar Mal geübt habe, ging es ganz gut. Wir haben es gesteigert (erst mit Therapeut im Auto, dann in getrennten Autos und er ist mir hinterher gefahren, dann hab ich auch zweimal alleine eine längere Strecke geschafft). Das Problem war nur immer, dass der Übungseffekt nur ca. 2 Stunden anhielt, wollte ich am nächsten Tag wieder fahren, dann ging es schon wieder gar nicht mehr. Kann man irgendwas run, damit der Gewöhnungseffekt länger anhält ???

8. Vielen Dank! :-)

l6oewenzzah\n75


@Cosmee

Hallo! :-)

Ich finde deine Anmerkung gar nicht banal. Ich denke inzwischen auch, dass es ganz entscheidend darauf ankommt, wie man mit der Angst umgeht.

Wenn ich die Haltung einnehme "Bitte, Angst lass mich in Ruhe!!!", geht es komplett daneben, genauso, wie wenn ich zu wütend "auf die Angst losgehe", nach dem Motto "lass mich bloß in Ruhe, du Scheißangst!"

Am besten ist es wirklich, sich der Angst zu stellen. Ich fahre derzeit zwar nur ein kleines Stück Autobahn zur Arbeit (und traue mich momentan nicht mehr), aber auch da versuche ich es immer, mich der Angst zu stellen, mit genau dem, was du schreibst "komm, wenn du willst, ich schaffe es trotzdem. Komm ruhig und erzähl mir, was du von mir willst... du kriegst mich nicht klein."

Die Atemtechniken hatte ich mit meinem Therapeuten schon mal angerissen, will das mit ihm jetzt aber auch noch mal verstärkt klären. Ich bin inzwischen komplett davon weg, zu denken, wie kann ich die Angst (möglichst sofort) komplett ausschalten, sondern denke eher, ich muss es lernen, die Angst auszuhalten, nur wenn ich das schaffe, werde ich stärker sein als sie und sie los werden.

Hast du denn Erfahrung mit Tai Chi, Yoga, progressiver Muskelentspannung o.ä.?

M.arqiem-TVherexs


Hallo loewenzahn *:)

Sorry, dass ich erst heute antworte, mir geht es nicht so besonders im Moment.

Nein, ich habe noch keine Erfahrung mit Entspannungstechniken, weiß nur, dass es helfen soll (und einer Freundin auch geholfen hat; sie Hat Qui Gong gemacht). Wenn du dich zu Tai Chi hingezogen fühlst, dann versuch es mal damit! Es gibt nicht die Methode, die für alle die beste ist!

M+arie9-Thexres


Zu Frage 5: Wenn du merkst, dass die Panik schlimmer wird, versuche rechts ranzufahren. Dort wartest du, bis die Attacke vorbei ist. Ich habe zwar auch schon Attacken hinterm Steuer ausgehalten, aber fühlt mich dabei auch nicht wohl. Man verkrampft sich dann ja noch mehr, weil man "funktionieren" muss.

H7andAyma)n28x2


Das kenne ich

Hallo loewenzahn,

ich kann mich bestens in Dich reinversetzen - hab das alles auch durchgemacht. Dir alles zu schreiben, was ich weis, wäre viel zu lange. Nur soviel: Ich habe über ein Jahr Paroxetin genommen (am Schluß 40 mg) und wieder abgesetzt. Hab drei ambulante Therapie gemacht , bin wegen der Angst dem Alkohol und am Schluß auch noch den Benzodiazepanen (Medikamenten) verfallen und dann auf einer psychosomatisch/Sucht - Langzeittherapie gelandet. Habe dort an einer Indikativgruppe "Angstbewältigung" teilgenommen und sehr viel gelernt. Fahre wieder Autobahn! Wenn Du mehr wissen willst, schreib mir.

lMoeweXnzahbnx75


Hallo Marie-Theres *:)

Schön, dass du dich wieder gemeldet hast! :-)

Ich habe beim Lesen in anderen Threads schon ein bißchen über deine geschichte erfahren. Ich hoffe, es geht dir heute wieder etwas besser!

Ich werde das mit den Entspannungstechniken auf jeden Fall mal in Angriff nehmen.

Zu Frage 5: Wenn du merkst, dass die Panik schlimmer wird, versuche rechts ranzufahren. Dort wartest du, bis die Attacke vorbei ist. Ich habe zwar auch schon Attacken hinterm Steuer ausgehalten, aber fühlt mich dabei auch nicht wohl. Man verkrampft sich dann ja noch mehr, weil man "funktionieren" muss.

l|oewenfzahxn75


Oh sorry :-/

... ich wollte deinen Beitrag eigentlich zitieren, habe, das Ganze dann aber zu früh und falsch abgeschickt...

Also noch mal:

Zu Frage 5: Wenn du merkst, dass die Panik schlimmer wird, versuche rechts ranzufahren. Dort wartest du, bis die Attacke vorbei ist. Ich habe zwar auch schon Attacken hinterm Steuer ausgehalten, aber fühlt mich dabei auch nicht wohl. Man verkrampft sich dann ja noch mehr, weil man "funktionieren" muss.

Ich weiß nicht, was das Richtige ist. Mein Therapeut meint, auf keinen Fall anhalten, sondern einfach aushalten. Ich frage mich nur überhaupt ernsthaft, ob man mit Panik fahren kann. Ich kann eigentlich auch nicht so einfach anhalten, denn sobald ich auf die Autobahn drauf fahre, fängt die Angst schon an, ich würde wahrscheinlich gar nicht über den Seitenstreifen hinauskommen, wenn ich nicht mit Angst fahre... ;-)

Nun ja, keine Ahnung. Meine Phantasie ist immer, dass ich vor lauter Angst die Kontrolle über das Auto verliere und gegen die Leitplanke fahre oder dass ich plötzlich anhalten muss und einfach abbremse und mir einer hinten drauf fährt und solche Sachen. Mein Therapeut meint, das sei ebenso wahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich, wie dass einem in der Stadt plötzlich schlecht wird und man aus Versehen auf die Straße läuft und überfahren wird. Aber irgendwie kann er mich nicht so ganz überzeugen...

Ich finde es auch so schwierig, dass man sich im Auto gar nicht bewegen kann, sondern völlig verkrampft hinter dem Steuer sitzt. Dass man sich verkrampft, macht alles nur noch schlimmer...

Ich werde mit meinem Therapeut noch mal gezielt darüber sprechen, habe morgen einen Termin!

Alles Gute für Dich! :-)

lloewepnzaAhn75


Hallo zusammen! :-)

Wollte nur mal ganz kurz berichten, dass der letzte Termin beim Therapeuten echt gut war. Wir gehen jetzt ganz konkret die Frage an, wie man sich bei einer Panikattacke am betsen verhält und wie man sie am ehesten aushalten kann.

Zweimal bin ich jetzt auch wieder recht problemlos Autobahn gefahren (auch nur den 1 km zur Arbeit zwar, aber immerhin). Vielleicht ist es morgen auch wieder schlimmer, aber nach dem totalen Tief habe ich heute zum ersten Mal wieder das Gefühl, dass es zu schaffen sein könnte, die Angst in den Griff zu bekommen.

Freue mich, wenn ihr euch wieder meldet! RoterRiese, vielleicht hast du noch eine Antwort auf meine Frage!

B}aurbieh-Gigrl


@loewenzahn. Die Angst kann ich mit dir teilen. Wenn ich neben meinem Mann sitze "bremse" ich auf dem Beifahrersitz ständig und halte mich fest. Sehe dann immer die vielen Unfälle vor Augen.

Tja, und bei der Fahrprüfung sagte mein Fahrlehrer zu dem Prüfer, er solle mich bloss nicht auf die Autobahn schicken, da ich sowieso nie auf dieser fahren werde (das stimmt bis heute). Das war aber das einzig gute an diesem Lehrer :-(

l\oeweonzah9n7x5


@Barbie-Girl

Hallo!

Hast du denn eher eine allgemeine Angst vor der Autobahn (also eine realistische Angst vor Unfällen etc.) oder hast du auch mit Angsterkrankung und Panikattacken zu tun?

Ich kenne auch jemanden, der nachdem er seinen Führerschein bestanden hat, nie mehr auf die Autobahn gefahren ist, sonst hat diejenige aber nicht mit Panikattacken zu tun. Trotzdem krass, dass man so eine Situation komplett meidet. Tja.... vielen Dank jedenfalls für deinen Beitrag! :-)

B'arb7ieO-GirIl


loewenzahn. Ich habe Angst vor realen Unfällen. Weil ich panische Angst vor der Geschwindigkeit habe. Habe aber noch andere Ängste (Angst vor erbrechen, Angst, dass Haus zu verlassen, Angst vor dem Zahnarzt, Angst, verlassen zu werden)

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