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Antidepressiva auf Dauer?

sl21 hat die Diskussion gestartet


Hi, also ich beginne grad mit Mirtazapin-neuraxpharm 30mg.

Hat jemand Erfahrungen damit?

Was ich fragen wollte... diese anti-depressive Wirkung, wie lange hält die eigentlich? Ich meine, muss man das Zeug ewig nehmen? Ich lese immer von so etwa einem halben Jahr, aber was ist dann? Wenn man diese Medikamente absetzt, wird man dann nicht direkt wieder depressiv, weil die Probleme mit dem Serotonin oder was auch immer dann wieder kommen?

Lg Gaiwa

Antworten
GRras-xHalm


hmm, ich hab gehört, dass man noch ein halbes Jahr nach Verschwinden der Depression mit dem Medikament weiterfahren soll. Also auf keinen Fall zu früh absetzen.

Ich frage mich allerdings, wie man genau erkennen will, dass die Depression weg ist??

MnaschiZnenkadnonxe


Wenn einem nicht mehr schwer ums Herz ist? :-/

JWanin+e5


Anti-Depressiva brauchen Zeit, bis eine Wirkung eintritt. Ob man sie auf Dauer nehmen kann, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass sie nicht abhängig machen.

Frage doch mal deinen Arzt.

G*rasx-Halxm


MK

und was ist, wenn einem nicht mehr so schwer ums Herz ist, WEIL man die ADs nimmt, dann setzt man sie ab und schwupps gehts einem genauso wie vor der Einnahme?

MKaschbinenka^nonxe


Na, man sollte ja begleitend zu den Medikamenten auch was Therapeutisches machen. Depressionen haben doch Ursachen. Da muss man schon ran, wenn man wieder ohne Pillen auskommen will.

G]ras-H|axlm


das ist mir schon klar.

L?upox049


Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass zu der Einnahme von AD auch eine Psychotherapie gemacht werden sollte. Ansonsten besteht natürlich die Gefahr, dass nach Absetzen des AD die gleichen Probleme wieder auftauchen, sofern sich nicht gerade entscheidende Lebensumstände in der Zwischenzeit wesentlich zum Positiven geändert haben sollten.

Ein AD heilt keine Depression, es ist lediglich ein Hilfsmittel, um das wieder rauszukommen, um z.B. für eine Therapie überhaupt zugänglich zu sein.

Es gibt wohl auch Menschen, die diese Medikamente dauerhaft nehmen, wobei dann evtl. schon die Dosis mit der Zeit erhöht werden muss.

Und wenn man ohne Medis gar nicht mehr auskommt - dann kann man das ruhig auch Abhängigkeit nennen - zumindest psychisch.

Grüsse

Lupo

A2ns9elmo


Antidepressiva auf Dauer?

Wenn für die Depressivität keine direkten Auslöser (wie bei der "reaktiven Depression") oder tiefer verwurzelte Ursachen (wie bei der neurotischen, bzw. der Erschöpfungs-D.) feststellbar sind, wird oft eine sogenannte "endogene Depression" diagnostiziert.

D.h., die Ärzte gehen davon aus, dass jemand aufgrund erblicher Vorbelastung prädestiniert ist, auf durchschnittliche Belastung von außen mit Depression zu reagieren.

Konsequenz:

als Patient muss man sich sich darauf einstellen, dauerhaft AD's einnehmen zu müssen, um nicht in die Depression zurückzufallen.

Was Du ansprichst, sind aber wahrscheinlich die Formen der Depression, bei denen äußere Ursachen im Vordergrund stehen.

Hier sollte die Medikation sinnvollerweise mit einer Psychotherapie einhergehen.

Wenn man diese Medikamente absetzt, wird man dann nicht direkt wieder depressiv, weil die Probleme mit dem Serotonin oder was auch immer dann wieder kommen?

Schlimmstenfalls kann sich die Depression anschließend sogar noch verstärken. Wenn die Unterstützung durch den Wirkstoff wegfällt, ist das Gehirn ja wieder komplett auf "Eigenbetrieb" angewiesen.

Und wenn es dann keine "natürlichen" Auslöser für Lebensfreude gibt (z.B. dass jemand gerade frisch verliebt ist oder sich im Frühling grundsätzlich wohl fühlt), ist eine Verschlechterung der Stimmung nach dem Absetzen doch eigentlich schon vorprogrammiert.

Der Optimalfall wäre, dass Du in Absprache mit Deinem Therapeuten und Deinem Arzt das Medikament irgendwann dosiert runterfährst, dass Ihr alle Euch dann gemeinsam anschaut, was passiert, nötigenfalls wieder etwas erhöht oder ein Stück weiter runterschraubt u.s.w.

Dass die Realität etwas anders aussieht, ist klar ...

M7a%schinXenkRanoGnDe


"endogene Depression" .... erbliche Vorbelastung

In meinen Augen ist das der hilflose Versuch, etwas zu erklären, das jenseits der Grenzen der Schulmedizin liegt. Außerdem wiegt es den Betroffenen im Schicksalsglauben. Dann kan er beruhig oder resigniert (ja nachdem) sagen:

"Ich kann nichts dagegenmachen..."

Und wenn eine (natürlich unanfechtbare!) Autorität im weißen Kittel dann erstmal ausspricht:

... als Patient muss man sich sich darauf einstellen, dauerhaft AD's einnehmen zu müssen, um nicht in die Depression zurückzufallen.

Ja, dann ist das Schicksal besiegelt. (Nichts gegen dich, Anselmo, aber der Satz war so schön "fatalistisch".)

So viele "endogen Depressive", wie heutzutage diagnostiziert werden ... wenn das tatsächlich genetische Ursachen hätte, da müste die Natur schon Freude dran haben, solche Gehirnmutationen zu erschaffen. Und warum lautet der Effekt dann gerade "Depressiv"? Warum erschafft die Natur keine anderen "Fehlproduktionen"? Ich habe noch nie von "endogener Lebensfreude" oder "endogener Testosteronüberproduktion" oder "endogenem Tatendrang" gehört. Aber "endogene Depressive" trifft man an jeder Bushaltestelle.

So häufig, wie als "endogen" diagnostizierte Depressionen bei uns sein sollen - das straft jede evolutionäre Grundlage lügen. Verhaltensmuster werden frühestens über Jahrhunderte in den Gencode implementiert.

Mir tun Leute leid, die mit solchen (in meinem Augen) medizinischen Ausflüchten abgespeist werden, statt sich die Mühe zu machen, ihnen konstruktive Möglichkeiten zu bieten. Für mich sieht das so aus: die Medizin kommt nicht weiter, will ihr Gesicht wahren, erfindet ein Diagnosebild, Akte zu, ne Ladung Tabletten rein, der Nächste bitte. Medizin-Fließband, wie es bei uns leider gang und gäbe ist. Ist der Patient erstmal auf dem Pillentripp, ist die Gerfahr riesengroß, dass er dort klebenbleibt, weil er Angst hat, dass ohne Medikamente wieder alles "noch schlimmer" wird. So machen unverantwortliche Hände mit Hilfe der Medizin aus hilfebedürftigen Menschen, wirklich abhängige Menschen.

Sicher sind Antidepressiva in gewissen Lebensphasen sinnvoll oder auch notwendig. Aber die Masse, in der in unserem Land damit förmlich herumgeschleudert wird, das ist einfach verantwortungslos. Spätestens wenn sich der Patient fragt:

"Komme ich überhaupt noch ohne Medikamente aus?" ist echtes Nachdenken angesagt.

Allen Kritikern meines Textes gebe ich eine Bemerkung auf den Weg:

Erzählt mal einen chinesischen Arzt ernsthaft etwas von "endogner Depression". Der wird euch so angucken, wie ihr jemanden angucken würdet, der euch ernsthaft erzählen wollte, dass schwarze Katzen von links nach rechts Pech bringen.

Gwras-H`alm


Der Optimalfall wäre, dass Du in Absprache mit Deinem Therapeuten und Deinem Arzt das Medikament irgendwann dosiert runterfährst, dass Ihr alle Euch dann gemeinsam anschaut, was passiert, nötigenfalls wieder etwas erhöht oder ein Stück weiter runterschraubt u.s.w.

Dass die Realität etwas anders aussieht, ist klar ...

wieso sollte die Realität anders aussehen?

Ich kenne einige Leute, auch hier im Forum, die das so gemacht haben.

Was hast du eigentlich gehen Antidepressiva und Therapeuten?? Glaub doch diesem blöden [[http://adfd.de]] nicht alles - was die da für Schwachsinn schreiben, so von wegen Absetzschwierigkeiten ohne Ende - wenn man ADs RICHTIG ausschleicht, und zwar ganz langsam, gibt es keine Probleme. Die Zeit muss man sich halt nehmen. Mir gehts das ganze Gelaber von wegen "oh Hilfe hätt ich es doch bloss nie genommen, dieses Teufelszeug" so auf die Eierstöcke... >:(

MIR hilft das Zeug, egal ob es Chemie ist oder nicht. Ich schlucke lieber Chemie, als dass es mir jeden Tag beschissen geht. Und, JA, ich mache Therapie nebenbei.

LEupoJ04x9


...wenn man ADs RICHTIG ausschleicht, und zwar ganz langsam, gibt es keine Probleme

.

Naja, Gras-Halm, ich glaube das Thema Absetzprobleme erlebt jeder persönlich so individuell - und zwar am eigenen Leib - da sollte man mit pauschalen Aussagen vorsichtig sein, das gilt natürlich auch für ADFD.

Viele Grüsse

Lupo

MGaschinlen$kanonxe


@ Grashalm

MIR hilft das Zeug, egal ob es Chemie ist oder nicht. Ich schlucke lieber Chemie, als dass es mir jeden Tag beschissen geht. Und, JA, ich mache Therapie nebenbei.

Das finde ich ne gesunde Einstellung.

Situation annehmen, Sofortmaßnahmen ergreifen und langfristige Maßnahmen einleiten.

GVrass-Ha?lm


@Anselmo

sorry wegen dem aggressiven Ton vorhin |-o |-o @:)

C2 h 5i Ir ox n


Ist der Patient erstmal auf dem Pillentripp, ist die Gerfahr riesengroß, dass er dort klebenbleibt, weil er Angst hat, dass ohne Medikamente wieder alles "noch schlimmer" wird.

Nicht nur das.

Einerseits werden die Probleme, die hinter einem psychischen Krankheitsbild stecken, ganz gerne weggedopt. Geht schneller, tut nicht weh und strengt nicht an.

Andererseits entsteht ein Gewohnheitseffekt und damit auch die Angst, dass es nicht mehr ohne geht, und wenn es dann ohne gehen soll, wird die Angst zum Selbstläufer und bringt dann auch tatsächlich die befürchteten Probleme. Ähnlich wie beim Autofahren: Wo man hinschaut, dort fährt man auch hin.

So machen unverantwortliche Hände mit Hilfe der Medizin aus hilfebedürftigen Menschen, wirklich abhängige Menschen.

Ich denke manchmal auch, dass ganze Berufsstände und natürlich auch die Pharmaindustrie ganz gut davon leben, wenn Menschen nicht mehr ohne Medikamente in der Lage sind, verantwortungsvoll, selbständig und aktiv am Leben teilzunehmen.

Es ist schlimm, wenn man sich nicht mehr an einem sonnigen Tag, einer schönen Blume, Vogelgezwitscher, einem netten Wort oder einem Lächeln erfreuen kann sondern auf AD's oder andere Aufheller angewiesen ist.

Aber nach wie vor glaube ich, dass ein erwachsener Mensch soviel Freiheit, Handlungsspielraum und Fähigkeit hat, sich solche kleinen Alltagsfreuden zu schaffen bzw sie überhaupt wahrzunehmen, so dass man sich immer wieder auftanken kann.

Vielleicht liegt es auch an unseren Erwartungen an das Leben überhaupt.... Erst wenn wir verstehen, dass die Welt ebensowenig perfekt ist wie wir selbst und das Leben dennoch (oder vielleicht sogar deshalb) lebenswert ist - Perfektion würde es in meinen Augen lebensunwert machen - können wir dem Leben Freude abgewinnen. Vielleicht sogar ohne Medikamente.

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