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Antidepressiva auf Dauer?

R@auc5hschwa}lbe


Eine Zwischenfrage

Wer weiß darüber Bescheid: Warum gehen Leute mit psychologischen Problemen überhaupt zum "reinen" Neurologen?

Ein Neurologe ist ein "Nervenarzt", also Nervenbahnen, Gehirn usw. Aber ich schätze mal über die Hälfte, wenn nicht sogar 2/3 der Patienten sind "psychisch" krank (z.B. Phobien), nicht physisch, also von Gehirnerkrankungen (Epilepsie usw.), Erkrankungen des Nervensystems (MS u.a.).

Sollte das nicht klarer getrennt werden, die haben doch eh viel zu tun? Oder ist am psychisch Kranken mehr verdient?

Ich frage mich das deshalb, weil man manchal auf ein EEG ewig warten muß um einen Termin zu kriegen, auch wenns wichtig wäre.

Es gibt doch auch Psychiater? Oder zumeist Neurologen mit Zusatzausbildung in Psychiatrie oder Psychologie? Das wäre doch die richtigere Anlaufstelle?

Mein alter Nervenarzt war beides, gut war natürlich, das man sich auch mal kurz ausjammern konnte, er hörte einem zu. Mein neuer ist schon sehr auf das körperliche fixiert (er will nur meinen Körper 8-) )

Schlimm finde ich allerdings, daß auch Hausärzte u.a. starke Psychopharmaka verschreiben dürfen, das finde ich nicht so gut.

Ein Neurologe weiß zumindest, wie das Medikament im Gehirn wirkt, ob er allerdings weiß, welche Stimmung es erzeugt oder unterdrückt- davon bin ich nicht überzeugt.

Man darf aber auch nicht vergessen: eine Erkrankung des Gehirns wie Epilepsie kann auch Depressionen mitbringen. Grund ist, das zumindest Teile des Gehirns dauerhaft verändert oder geschädigt sind. Dies nennt man somatogene Depression.

Grüße

AVn%selxmo


Maschinenkanone

Warum mich die Information so beeindruckt hat, dass Dauermedikation während stationärer Therapie verpönt ist?

Weil ich vorher den Eindruck hatte, die gesamte Schulmedizin schwöre auf Psychopharmaka. Aber offenbar wird dort auch die Meinung vertreten, dass die Chemie dem therapeutischen Heilungsprozess eher im Wege steht, bzw. ihn verzögert.

Mir ist schon klar, warum man sich in einer Klinik eher erlauben kann, Medikamente wegzulassen. Dort kannst Du jederzeit aufgefangen werden, wenn es Dir schlecht geht. Was ja in einer ambulanten Therapie nicht der Fall ist.

Den Job, dafür zu sorgen, dass Du nicht allzu tief ins Loch fällst (und dass das Rendezvous mit dem eigenen Innenleben nicht immer leicht zu verkraften ist, weiß ich auch), müssen da also die Medikamente übernehmen.

Das zeigte mir erstmals deutlich, wie das Verschreiben von Antidepressiva eigentlich gedacht sein sollte: nämlich lediglich als temporäres Hilfsmittel, aber nicht als dauerhafte Lösung.

MRasc0hinuenkaxnone


@ Rauchschwalbe

Warum gehen Leute mit psychologischen Problemen überhaupt zum "reinen" Neurologen?

Ich hab noch nicht gehört, dass ein Neurologe nicht auch Psychiater ist. Aber will es nicht beschwören. Fakt ist, dass er ein Facharzt ist und der kann erstmla ne Anamnese und grobe Richtungsdiagnose machen und dannan seine therapieredenn Kollegen vermitteln. Außerdem kann er Medikamente verschreiben. Er ist sozusagen die Anlaufstelle für die grobe Richtungsentscheidung. Wenn du dich allein auf die Suche nach nem Therapeuten machen würdest, müsstest du allein rausfinden, worauf sie spezialisiert sind.

@ Anselmo

Weil ich vorher den Eindruck hatte, die gesamte Schulmedizin schwöre auf Psychopharmaka.

Stimmt. aber nicth die Psychotherapei. Die geht einen ganz anderen Weg. Ist ja auch keine Medizin.

Den Job, dafür zu sorgen, dass Du nicht allzu tief ins Loch fällst (und dass das Rendezvous mit dem eigenen Innenleben nicht immer leicht zu verkraften ist, weiß ich auch), müssen da also die Medikamente übernehmen.

Nee. Dafür sind Pfleger und Therapeuten da. Medikamente dämpfen. Wirklich auffangen aber tut viel mehr ein Pfleger-Gespräch. (Blöder Satz...)

Das zeigte mir erstmals deutlich, wie das Verschreiben von Antidepressiva eigentlich gedacht sein sollte: nämlich lediglich als temporäres Hilfsmittel, aber nicht als dauerhafte Lösung.

Ach so, ja einverstanden. Und genau so wird das in der stationären Psychosomatik auch gehandhabt. Nur solange erforderlich. Und das entscheidet der Chef.

R)auch!schxwalbe


HI MK

Doch, es gibt wirklich reine Neurologen, zur Ausbildung gehört zwar auch die Abschweife zur Psychiatrie (wie bei allen anderen Ärzten auch).

Neurologen werden genauso wie Internisten oft mit psychischen sowie psychosomatischen Krankheiten konfrontiert, mehr als z.B. ein Urologe oder Röngtenarzt. Deshalb wird er schon durch die Erfahrung manches wissen. Ob er aber Kurse besucht usw. bleibt ihm ja freigestellt.

Psychiatrie ist ja ein völlig anderes Feld, da ist es mit einem halben Jahr oder noch weniger ja nicht getan.

Daß ein Arzt Bescheid darüber wissen muß, ist ja sonnenklar, darauf spezialisiert ist aber wirklich nur der Psychiater, der auch ein Arzt ist- anders als bei der Berufsbezeichnung "Psychologe" (der muß zwar studiert haben mit Abschluß aber er muß kein Mediziner sein)

Wenn ein Neurologe also auf dem Schild stehen hat: Neurologie und Psychiatrie- ist er beides. Wenn man allerdings gar nicht weiß wohin mit den difusen Beschwerden im großen Bereich "Nerven und Psyche", würde ich auch erst mal den Neurologen empfehlen, der klärt ab und schickt einen dann evtl. weiter.

Grüße

FNeuer]komext


Hallo s21

[Medizinisch gefährliches Patentrezept durch die Moderation gelöscht]

Ich muss Dich jetzt leider enttäuschen. Antidepressiva helfen nicht. Mag sein, dass Du traurig bist. Aber Deine Traurigkeit ist nicht mit irgendeiner angeblichen Stoffwechselstörung des Gehirns verbunden.

Antidepressiva sind Neuroleptika chemisch sehr ähnlich. Sie hemmen den Dopamin - Überträgerstoff, verlangsamen und erschweren Dein Denken, und lähmen den gesamten Nervenstoffwechsel. Darüber hinaus zerstören Antidepressiva ebenso wie Neuroleptika den ganzen Körper. [...]

Geeignete Quellen zur Recherche: Antipsychatrieverlag- Peter Lehmann, Peter Breggin: Giftige Psychatrie usw.

Alles Gute...

GUras-xHalm


was für ein Schwachsinn! :-o

G!ras-yHaxlm


Depression hat nichts mit schlichter "Traurigkeit" zu tun

Wenn man "traurig" ist, nimmt man keine Antidepressiva.

Wenn man Depressionen hat, wochenlang nur rumliegt und an Selbstmord denkt - was dann, nichts tun, weil die bösen, bösen Antidepressiva ja so schädlich sind? Ja klar.

Antidepressiva helfen nicht.

Sie behandeln die Symptome, nicht die Ursachen, das stimmt. Aber sonst helfen sie ganz gut, sofern man das für sich richtige Präparat einnimmt.

verlangsamen und erschweren Dein Denken, und lähmen den gesamten Nervenstoffwechsel.

ach ja? komisch, ich merke davon nicht... :- %|

Antidepressiva retten vielen Menschen das Leben, helfen ihnen, ein einigermassen normales Leben zu führen. Wie oben schon erwähnt, ist das natürlich nur eine Symptombekämpfung, aber in Kombination mit Therapie kriegt man das ganz gut hin.

Antidepressiva zu verteufeln, ist purer Schwachsinn! >:(

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