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Ständiges Grinsen oder Lachen in den blödsten Situationen

G:ras-Hxalm hat die Diskussion gestartet


es gab vor einem Jahr oder so bereits schon einmal so einen Thread, hab ihn aber natürlich nicht gefunden.

Nun, mein Problem ist seit Jahren dasselbe:

Ich kann fast niemandem in die Augen gucken, ohne blöd anzufangen zu grinsen.

In der Klinik hab ich gelernt, dass dies bei mir aus Unsicherheit oder Verlegenheit oder gar Scham geschieht.

Das ist aber echt scheisse!! :-(

ich kann nicht durch die Stadt gehen, ohne auf den Boden zu gucken - denn sonst gucken mich ja die vorbeilaufenden Leute an, was mich dann wiederum zum Grinsen bringt.

Manchmal, wenn ich in Gedanken versunken bin, ist es kein Problem, doch leider ist das nicht die Regel.

Ich hab mir dadurch auch schon einiges versaut - z.B. hab ich mal gegrinst, als ich erzählte, dass ich mich verletzt habe (das war in der Klinik, vor den anderen Patienten - man musste das immer deklarieren) - aber nicht, weil ich das irgendwie lustig fand, sondern einfach aus Verlegenheit und Scham...die anderen haben dann zum Glück nachgefragt, aber oft haken die Leute ja nicht nach...

Oder wenn jemand mir was unterstellt hat, was gar nicht wahr ist - dann hab ich es abgestritten - mit einem Grinsen. Deshalb hiess es immer "wieso grinst du dann?"

Ach, scheisse. Selbst wenn ich versuche, mich darauf zu konzentrieren, NICHT zu grinsen, geht das nicht.

Das Problem ist, wenn ich einmal daran denke, lässt es mich nicht mehr los.

Ich weiss wirklich nicht, was ich noch tun soll.. :-(

Der Scheiss hat mir schon einiges versaut... :-(

bin dankbar für alle Ratschläge! *hoff*

Antworten
C"RYfeorMxE


hi grasi

ist es den situationen,in denen du grinst so das du angst hast die leute denken was falsches von dir oder bist du in solchen situationen so unsicher und hast angst vor reaktionen? Weiß nicht genau wie ich das ausdrücken soll,nur ich kenn das gefühl auch...irgendwie!

Würd gern verstehen ob es bei dir ähnlich ist wie bei mir....oder umgekehrt (entschuldige ich steh neben mir!)

:-/

GOras-Haxlm


ich glaube, beides trifft auf mich zu.

ich kann das gar nicht so separieren. :- :-/

Ich kann einfach keinen fremden Leuten in die Augen schauen. Ich meine, es ist doch normal, dass sich die Blicke mal kreuzen, und dann guckt man 2 Sekunden lang oder so, und dann wendet man den Blick wieder ab.

Aber schon in diesen 2 Sekunden muss ich grinsen und gucke schnell weg.

Wenn es extrem ist und ich mich darauf konzentriere (was ich leider, sobald ich daran denke, automatisch tu), dann geht gar nix mehr..dann wühle ich im Laufen entweder die ganze Zeit in der Tasche (so als würde ich was suchen) oder ich starre nur auf den Boden.

ich hab auch sehr oft die Hand in der Region meines Mundes, um das Grinsen zu verdecken. :-

oder ich tu so, als würd ich komisch auf der Lippe rumkauen. Sieht zwar bescheuert aus, aber dann fällt ein verstecktes Grinsen nicht auf..

CwRY


ich denke

das grinsen stellt wirklich die unsicherheit dar,welche du dann wohl offensichtlich nach aussen hin trägst,bist du nervös beim reden? Also passiert das nur wenn du mit "höhergestellten" Personen redest oder auch bei freunden und familie?

pGeacef%ull


hi grasi das erinnert mich ein bisschen an leute aus ausien.. wenn sie verlegen sind oder nicht wissen oder es peinlich ist dann lächeln sie.. ich würde mal sagen dass du auch lächelst es aber als grinsen empfindest :-/ .. ich finde dies weiter nicht schlimm es ist aber für westler ungewohnt.. :-/ .. übrigens mich hast du nie angegrinst ;-)

GRras;-H.alm


Beides :-(

eigentlich ist das schon lange so - auch früher schon, wenn meine Mutter mit mir geredet hat...

zwischendurch geht es in Gesprächen ganz gut. Aber nur zwischendurch. Ich weiss nicht, was dann anders ist.

nervös..naja, manchmal??

ich merke grad, dass ich selber keine Ahnung hab. :- :-(

pKeacAefuxll


oder evt.. hast du und ich habs automatisch richtig interpretiert :-/

CuRxY


ich

find leider auch grad keine andere erklärung warum und wieso ein mensch aus verlegenheit lächelt,auch nicht wie man sich verhalten soll,bzw wie das "weggeht"...vielleicht hat das wirklich was mit dem eigenen selbstbewusstsein,selbstwertgefühl zutun..vielleicht diese altbekannte maske hinter der man sich versteckt,ich selbst kann es mir auch an mir selbst nicht erklären.

BSarbAie-Gxirl


Hm, Gras-Halm. Du hast mich zum überlegen gebracht. Du bist wie meine Patentante. Egal was wir sagen, egal was passiert (z.B. OP von unserer Jenny damals) sie grinste oder lachte sogar. Ich konnte seit meiner Kindheit nicht wahrnehmen, obwohl meine Mutter sagte, ich solle sie nicht ernst nehmen, dass macht sie aus Verlegenheit. Ich glaubte ihr bis heute nicht, als ich deinen Bericht las, wurde mir einiges klarer.

Leider kann ich dir keinen Tipp geben. Aber ich werde mal darüber schlafen, vielleicht fällt mir was ein.

Alles Liebe für dich @:)

Kxleixo


Gras-Halm *:)

Du schreibst, dass es schon lange so ist, dass Du in gewissen Situationen lächelst. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, so lächelst Du aber nicht nur bei Fremden. Du hast erwähnt, dass Du das auch bei Deiner Mutter getan hast.

Ich erzähle Dir einfach einmal, wie es bei mir war. Ich war ein ungemein fröhliches Kind und habe gerne gelacht. Ich habe z. B. wahnsinnig gerne getanzt, wie das auch sehr viele andere Kinder tun, bis...ja, bis mich einige, mir sehr nahe Menschen, alles Bezugspersonen, aus-gelacht haben, über mich gelacht haben. Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum ich ausgelacht werde und ich war sehr traurig, weil sie doch genauso getanzt und gesungen haben und sich gegenseitig dabei nie ausgelacht haben. :-o Ich habe nie wieder in meiner Kindheit, bis ich weit über 20 war, nie wieder vor anderen getanzt. Was ich aber daraus gelernt haben werde ist, dass Lächeln, ein Be-lächeln bzw. Lachen auch Distanz schafft. Ich habe gelächelt, wenn ich geschlagen wurde - ich habe ihnen direkt ins Gesicht gelächelt - meinen Schlägern, ich habe gelächelt, wenn ich belächelt oder abgewertet wurde. Ich hatte gelernt durch Lächeln Distanz zu anderen zu schaffen, vor allem zu solchen Menschen, die mich abgewertet oder erniedrigt haben. Ein anderes Mittel stand mir als Kind und auch als Jugendliche nicht zur Verfügung. Das Lächeln wurde zu einer "Waffe" oder anders formuliert zu einem Werkzeug, sowohl zu anderen eine Distanz zu schaffen als auch zu mir Distanz zu schaffen. Solange ich lächelte, kamen die "echten" Gefühle nicht hoch. Als ich dann in Deinem Alter war, kam es zu solchen Situationen, wie Du sie oben auch geschildert hast - ich habe etwas über mich erzählt und dabei gelächelt. Freundinnen standen die Tränen in den Augen darüber, was ich gerade erzählt hatte und ich tat, was ich am besten konnte - lächeln.

Das, was mein inneres Kind gelernt hatte, hatte ich weiterhin praktiziert. Mit Lächeln, schien ich "unverwundbar". Da prallten Erniedrigungen, Vorwürfe, usw. ab an diesem Lächeln. Vor allem hatte dieses Lächeln noch einen Vorteil - es machte meine Angreifer sogar wütend, denn sie wollten mich ja verletzen und ich lächelte. Es kam aber auch nichts mehr an, denn dieses Lächeln war mit den Jahren ein Panzer geworden, ein Schutz, genauso wie ich mir auch körperlich einen Schutz angegessen hatte, alles, damit ich diese Schmerzen nicht spürte, die ich gehabt hätte, wenn ich diese Worte und dieses Verhalten an mich herangelassen hätte.

Selbstverständlich war die Ursache Angst, nicht so angenommen zu werden, wie ich bin, selbstverständlich hatte ich wenig Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl - das war die Ursache und dieses "ewige" Lächeln war eines der Symptome.

U"nknown0x815


@ Grashalm:

Genauso ist es auch bei mir!

@Kleio:

Super Erklärung, genau so ist es auch bei mir! Zwar weiß ich nicht ob ich als Kind ausgelacht wurde, eher ausgegrenzt, und ich hab dann nicht heulen wollen sondern gelächelt.

Wenn ich heute noch Idioten sehe muss ich immer lächeln, oder wenn was anderes ist. Ich versuche zwar immer cool zu bleiben, und meine Mimik kein bisschen zu bewegen, das klappt leider nicht immer. Dann kann es schon sein das viele das als Schadensfreude interpretieren, was ich überhaupt nicht haben kann, weil das ja so einfach ist.

Also auf einer Beerdigung kommt das echt schlecht deshalb hab ich da auch mal versucht zu heulen, dann die tränen aber veruscht im Auge zulassen. Ging halbwegs.

Das finde ich auch immer lustig, jemand will einen demütigen, man lächelt, der Gegenüber wird lauter/aggressiver weil er sich richtig verarscht fühlt ;-)

K+lexio


Unknown0815

Super Erklärung, genau so ist es auch bei mir! Zwar weiß ich nicht ob ich als Kind ausgelacht wurde, eher ausgegrenzt, und ich hab dann nicht heulen wollen sondern gelächelt.

Es ist ja auch nur meine Analyse von mir, dass ich dadurch, dass ich von Haus aus "leicht" lache, ich durch dieses Ausgelacht werden gemerkt habe, dass Lachen nicht nur ein Ausdruck von Freude sondern auch ein Ausdruck für Abwehr gelten kann, ich gelernt hatte mein Lächeln in jeder Situation in der ich auf den verschiedensten weisen ausgegrenzt und erniedrigt wurde, durch Lächeln zu "bekämpfen". Was mir dann aber klar wurde ist, dass ich durch dieses Lächeln nicht nur negative Gefühle abwehrte, sondern auch positive und mich selbst immer weniger spürte. Es ist eben ein Unterschied, ob ich bewusst ein cooles Lächeln einsetze, weil ich mit diesem Lächeln etwas bewirken will oder dieses Lächeln automatisch in mir durch meine Angst in Situationen ausgelöst wird, weil ich mir meiner nicht bewusst bin. Mit zunehmendem Selbstbewusstsein hat sich dieses Musterverhalten des Lächelns erübrigt.

KJäthxe


@Kleio

Klasse Beitrag !!! :)^

G>rasE-Hxalm


hmmm ist hab keine Ahnung obs bei mir daran liegt.. :-(

denn wenn ich z.B. auf der Strasse bin, dann müsste ich die Leute ja gar nicht angucken, und wenn, dann sowieso nur für 2 Sekunden oder so.

Wieso muss ich dann grinsen? :-(

ich grinse selbst manchmal in der Therapie..oder wenn ich z.B. zu jemandem hinlaufe und der mich die ganze Zeit anguckt...

ich glaube, es ist auch ein Verlegenheitsgrinsen.

K#leio


Gras-Halm

denn wenn ich z.B. auf der Strasse bin, dann müsste ich die Leute ja gar nicht angucken, und wenn, dann sowieso nur für 2 Sekunden oder so.

Wo solltest Du denn sonst hinschauen, damit Du nicht mit allen möglichen Menschen zusammenstößt und dorthin kommst, wo Du hin willst? Es bleibt einem gar nichts Anderes übrig, wenn man unterwegs ist.

Wieso muss ich dann grinsen?

ich grinse selbst manchmal in der Therapie.. oder wenn ich z.B. zu jemandem hinlaufe und der mich die ganze Zeit anguckt...

Grinst Du immer aus Verlegenheit oder gibt es Situationen, in denen Du aus vollem Herzen lachst, weil Du daran Spaß hast?

ich glaube, es ist auch ein Verlegenheitsgrinsen.

Warum bist Du verlegen? Was glaubst Du würde passieren, wenn Du nicht lächeln würdest?

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