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Wer leidet auch an Emetophobie (Angst vor Erbrechen)?

Vaijxo


Nela: Ja, kann schon sein, dass es nicht der Richtige für mich war.

Sorrow: Gedankenkreisen ist fürchterlich. Kannst Du Dich dann nicht irgendwie ablenken? Ich merke auch, dass ich insgesamt ängstlicher/weicher geworden bin.

cBellid17%5


Hallo Comunity,

nachdem ich heute den halben Tag mit lesen der Beitrage verbracht habe, wende ich mich an euch.

Ich leide bereits seit nunmehr 19 Jahren an einer Emetophobie (nicht behandelt)

Bei mir ist das ganze gepaart mit einer Agoraphobie.

Vor 13 Jahren hatte ich einen 6 Wöchigen Klinikaufenhalt wo der Schwerpunkt allerdings auf der Agoraphobie lag. Ich weiss nur durch die Einzelgespräche mit dem Therapeuten, dass es bei mir auch eine Emetophobie ist. Weiter wurde darauf nicht eingegangen.

Da sich mein stätiger Tagesablauf nur danach abspielt wie es mit der Übelkeit oder dem erbrechen ist, muss jetzt etwas geschehen.

Zur Zeit halte ich mich mit reichlich MCP über Wasser um den Arbeitsaltag zu überstehen. Die Einnahme ist recht unterschiedlich. Manchmal benötige ich täglich MCP manchmal nur alle 4-5 Tage.

Es ist für mich durchaus auch schwer mit öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren. An manchen Tagen könnte ich 10 Stunden im Bus sitzen und an manchen Tagen muss ich an der nächsten Station aussteigen weil ich Panik habe ich müsste spucken.

Besonders in Situationen in denen ich mich gefangen fühle wird es extrem. Das kann auch mein Einkaufen an der Kasse sein.

Vor mir Einkaufswagen, hinter mir Einkaufswagen und ich in der Mitte eingesperrt ohne einen Fluchtweg zu haben sollte ich spucken müssen.

Bloß keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und spucken muss man nie. Ich musste es in den ganzen 19 Jahren noch nicht. Nur mal am nächsten Tag nach einer zu langen Party. Dass aber auch nur sehr sehr seeeehr selten.

Gerade gestern hatte ich mein bisher schlimmsten Tag hinter mir, daher auch die heutige Suche.

Wir sind gestern morgen nach London zum Bummeln geflogen und am gleichen Tag abends zurück.

Gegen Mittag ging es los. Ich bekam wieder die übliche Panik-Übelkeit, die Panik zu erbrechen. Das steigerte sich von Stunde zu Stunde.

Immer mit der Panik im Nacken, du musst ja heute noch zurück fliegen.

Alleine ins Taxi zu steigen, mit dem Zug von London zum Flughafen. Es war der reinste Albtraum.

Im Flugzeug dann der Supergau. Start, Flug, Landung und das alles mit der Übelkeit. Mir stand es bis zum Hals hoch.

Dann das immer weiter sich rein steigen. Im Flugzeug Fensterplatz, eingesperrt zwischen den anderen Passagieren. Keine Möglichkeit aus dem Sitz raus zu kommen sollte man spucken müssen. Ich war klitschnass geschwitzt, hochkonzentriert, meine Cola in der Hand und immer wieder witzig kleine Minischlücke um den Mund und Rachen zu befeuchten.

Endlich zu Hause, übermüdet und total kaputt. Jeder andere würde ins Bett fallen und einschlafen.

Ich schreckte jedes mal hoch wenn ich eingeschlafen bin, weil mir die Übelkeit die Speiseröhre hoch zog. Das ging dann auch noch zwei Stunden so, bis ich endlich eingeschlafen bin. In der Nacht wurde ich aber mehrfach aus dem gleichen Grund wach.

Jetzt muss endlich was passieren.

Ich werde bald zeitlich möglich einen Arzt aufsuchen. Nicht um weiter meine MCP zu bekommen, sondern um eine Lösung zu finden. Ein Leben ohne Übelkeit und ohne MCP.

Da es an sich ja keine Übelkeit ist, sondern vom Kopf gelenkt kommt, werde ich wohl an einer Therapie nicht vorbei kommen.

Was für Möglichkeiten gibt es da heute?

Mein damaliger Therapeut hat mir von Konfrontationstherapien erzählt. Ist das heute noch immer so?

Wer hat die Emetophobie verbessern können oder gar zu Heilung geschafft?

Ich freue mich von euch zu hören.

sQorroCw10


Ich kann dir leider nicht weiter helfen. Ich habe noch nie professionelle Hilfe in Anspruch genommen.

Ja Gedankenkreisen ist furchtbar. Keine Ahnung. Manchmal kann ich mich gut ablenken und manchmal kann ich es nicht. Es ist ein ständiges schwanken. Der Winter schlägt mir momentan auch ganz schön aufs Gemüt.

VEixjo


Celli: Leider kann ich Dir da auch nicht weiterhelfen. Stecke im Moment bis zur Halskrause auch mit drin. Zwar nicht wegen eigener Übelkeit. Das konnte ich mir interessanterweise abgewöhnen: Mir wurde früher auch oft schlecht, wenn ich irgend etwas Aushäusiges vorhatte. Ich habe mir aber immer vorgestellt, wie es wäre, wenn ich jetzt zu Hause bleiben würde. Da wäre mir unter Garantie nicht schlecht. Und irgendwann war dann wenigstens diese "Unterart" der Phobie vorbei. Meine Baustelle ist leider eine andere...nämlich, dass andere sich übergeben.

sorrow: Ja, der Winter plagt mich auch immens. Ich zähle schon die Wochen, bis der Winter oder zumindest die Hauptsaison der MD-Zeit vorbei ist. Zum Glück liegt hier jetzt Schnee. Das macht die Welt etwas heller und freundlicher. Und die Tage werden auch schon wieder länger. Das sind so die Punkte, an denen ich versuche mich aufzubauen und aus den dunklen Gedanken rauszukommen. Im Moment geht es mir wieder ein Ticken besser. Zumindest habe ich wieder mehr Apettit und esse auch wieder etwas mehr.

Vuijxo


Ach Celli: Ja Konfrontation ist auch heute noch das Mittel der Wahl. Hat bei mir zum Teil tatsächlich geholfen, aber anderes wurde inzwischen noch schlimmer. Da ich den Mist schon fast mein ganzes Leben habe, wurde mir zu Hypnose geraten. Da bin ich aber noch auf der Suche.

cxelpli175


Ich muss morgen erst mal wieder ganz klein anfangen.

Erst geht es zum Hausarzt um mit ihr darüber zu sprechen welchen Therapeuten man sich suchen soll.

Bei mir ist die Panik ja doppelt gemoppelt. Ich kämpfe ja nicht nur mit der Emo sondern auch noch mit der Agoraphobie. Es gibt hier eine Therapeutin in der Stadt die ist auf beides spezialisiert, wird natürlich nicht von der KK übernommen. Es gibt wohl Wege, dass auch die KK die Kosten übernimmt. ":/

Stelle mir eine Konfrontationstherapie auch sehr schwierig für mich vor. Bin nicht wirklich in der Lage mir Videos anzuschauen wo andere sich ** :(v

Die andere Variante wäre in der Tat eine Hypnose. Ich habe bei mir eine Hypnosepraxis gefunden die einmal eine Stizung von 75min macht und im Anschluss sollte man sich an mehreren Gruppenhypnosesitzungen beteiligen um das ganze zum noch tiefer ins Bewusstsein zu bekommen.

Auf jeden Fall werde ich ja jetzt am Ball bleiben. Ich habe mich vor 16 Jahren schon 2 Jahre zu Hause eingesperrt, gesehen wie das Leben an mir vorbei gezogen ist. Das soll mir nicht noch mal passieren. Vor allem weil ich ja auch voll berufstätig bin. %:|

Ich werde auf jeden Fall berichten, was morgen beim Arzt raus kommt

G!oldenOxldie


Und, was kam beim Arzt raus?

cWelli1u75


Hallo

Habe jetzt eine Überweisung zur Psychotherapie bekommen.

Bin fleißig auf der Suche nach einer passenden Praxis.

Hier ist eine Therapeutin die auf Emo spezialisiert ist, allerdings ohne Kassenleistung.

Habe bereits mit meiner KK telefoniert, es gibt vielleicht die Möglichkeit, dass die Kosten von denen übernommen werden.

Muss dafür morgen noch mal mit der Therapeutin telefonieren. Brauche dafür sämtliche Formulare und Anträge.

Würde ganz gerne zu ihr statt zu einem Therapeuten der die Emo nur oberflächlich behandelt. :(v

JZanglxx


Hallo zusammen,

ich hatte leider nicht die Zeit und Lust, wie einer meiner Vorgänger so gut wie alle Beiträge aus diesem Thema zu lesen.

Ich bin männlich und noch Jugendlicher, kann mich mit ziemlich vielen hier identifizieren. Ich gehe mittlerweile auch nicht mehr ohne MCP-Tabletten aus 'm Haus. Ich habe schon seit einigen Monaten Probleme mit dem Magen. Bauchkrämpfe, Übelkeit, häufiges Aufstoßen (habe hier aber schon genug Themen deshalb verfasst, auch wenn leider manche ohne jegliche Antwort zurückbleiben). Daher kommt wahrscheinlich auch meine Emetophobie, da das Erbrechen dadurch erst wieder richtig in meinen Kopf kam.

Das letzt mal das ich erbrechen musste ist bei mir nämlich schon bestimmt 10 Jahre her. Ich kann ehrlich gesagt auch gar nicht sagen was ich daran so schlimm finde. Eher die starke Übelkeit davor und das reinsteigern, nach dem Motto: "Oh je, gleich ist es soweit".

Der Platzangst im Bus oder in der Schule kann ich auch nur zustimmen. Trage sogar immer "Gassitüte" in der Jacke dabei. Damit fühle ich mich einfach sicherer.

Was genau findet ihr am Erbrechen so schlimm? Warum habt ihr die Angst? - Bei mir ist es eher das Gefühl die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren.

Habt ihr irgendwelche Tipps für lange Reisen?

VFijxo


Celli175: Dass Du eine Therapeutin gefunden hast, die auf Emo spezialisiert ist, finde ich ja äußerst interessant. In welcher Stadt praktiziert sie? Gerne auch per PN, falls Du das nicht öffentlich schreiben möchtest. Drücke Dir die Daumen, dass Du schnell einen Termin bekommst.

Janglx: Bin zwar Emo, habe aber unglaubliche Angst davor, dass andere sich übergeben könnten und ich das beobachten/richen muss. Oder auch die Hinterlassenschaften auf der Straße machen wir mir große Angst. Wenn mir selbst schlecht wird, habe ich zwar auch Angst. Ich kämpfe dann ewig, dass ich mich nicht übergeben muss.

Was genau es ist, was diese Angst auslöst, weiss ich immer noch nicht.

J4angZlx


Wie geht ihr denn damit um, wenn ihr mal eine Magen-Darm-Grippe habt?

Habe alleine vor der Krankheit mega Angst.

N6elEa


Ich war letzte Woche zur Überbetrieblichen Ausbildung in einer anderen Stadt und dort im Gästehaus untergebracht. Da hatten etliche Magen-Darm. Also ich bin eigentlich ziemlich cool geblieben, bis mir donnerstags vom Essen richtig schlecht wurde, ich hatte Bauchschmerzen und Krämpfe, musste oft zur Toilette. Den Unterricht musste ich dennoch zu Ende bringen. Hat dann auch geklappt. Ich konnte nicht mal was nehmen, denn das hätte mich müde gemacht. Da ich eh momentan vermehrt angstanfällig bin, stieg auch hier die Angst. Dennoch habe ich versucht, mich aufs Atmen zu konzentrieren und mich abzulenken. Das hat wohl geklappt. Nach dem Unterricht hab ich dann aber doch noch was gegen die Übelkeit genommen und hab mich einfach hingelegt. Um 18 Uhr gabs Abendessen. Lange habe ich mit mir gehadert, bin aber dann doch hin, hab was gegessen und nen Tee getrunken, danach wurde es besser. Ich bin jetzt noch überrascht von mir, dass ich an dem Abend was gegessen habe ":/

c_ellji175


Vijo: Ich, sowie die Therapeutin sind aus Hamburg. Ich habe beim rumgoogeln auch einige Hypnosepraxen gefunden die Emo behandeln, bin total überrascht.

Ich werde mir das Thema mal weiter zur Brust nehmen.

cVelXli1x75


Nela Das ist immer total anstrengend, wenn man irgendwo hin muss und da ständig gegessen wird. Ich hatte schon so einige Schulungen an denen ich teil genommen habe

Ich war mal eine Woche zur Schulung in Italien. Da gab es zum Mittagessen schon 5 Gänge mit Wein und Espresso dazu und dann am Abend wieder 5 Gänge.

Ich bin ja schon mit einem Gang am kämpfen wenn ich in der Öffentlichkeit sitze. ":/

FOlie!derixna


Hallo ihr Mitleidenden,

auch ich leide unter dieser Phobie und ich weiß wirklich nicht mehr weiter.

Habe eine 25-jährige Therapie hinter mit bei verschiedenen Therapeuten. Und mir geht es immer noch schlecht damit. Die Taufe der Kinder schiebe ich von Jahr zu Jahr vor mir her. Hier kommt noch das Problem hinzu, dass ich in Kirchen in Ohnmacht falle. Keine Ahnung, weshalb. Das macht mir zusätzlich Angst aber jetzt möchte ich versuchen, dass es im Sommer endlich klappt. Dann der psychische Druck. Bald habe ich einen Schulanfänger, das bedeutet, ich MUSS jeden Tag ihn zur Schule fahren und das ist am anderen Ende unserer Kleinstadt. Beim Kindergarten geht es (solange das berüchtigte Magen-Darm-Infekt Schild nicht an der Tür klebt), da es nur zwei Straßen weiter ist.

Mein Partner lebt nicht bei mir, hätte also keinen "Ersatz", wenn ich schlapp mache. Das macht mir zudem Angst. Auch ist mir seit Wochen wirklich jeden Morgen übel. Ich zwinge mich dann dazu, etwas zu essen, und dann geht es. Aber seit Tagen ist es Abends auch wieder sehr schlimm. Mir machen die ganzen Termine Angst. Die Elternabende, Taufe, jeden Tag zur Schule und zum Kindergarten usw.

Früher hatte ich auch Angst, schwanger zu werden, man liest ja viel darüber mit erbrechen. Zum Glück wurde ich beim ersten Kind trotz Pille schwanger, sonst wäre ich wohl jetzt noch Kinderlos. Nun habe ich mehrere Kinder und freute mich über jede Schwangerschaft riesig.

Mehrere Kinder, mehrere Gefahren, dass sie erbrechen müssen. Die Konfrontation lief schief. Ich wollte es wegmachen und musste mich selbst übergeben. Das hat mir noch mehr Angst gemacht. Aber da muss ich durch, wenn es passiert.

Nun habe ich schon von Hypnose gehört. Das wäre mein letzter Rettungsanker, denn diese Phobie schränkt mich schon ziemlich ein. Hat das jemand von euch schon gemacht? Wird es danach besser? War zeitweise (vor den Kindern) suizidgefährdet, weil es kein Leben war immer in Angst zu leben. Durch die Kinder habe ich diese Gedanken nicht mehr. Dennoch möchte ich mal wieder frei leben. Vereinsame immer mehr, denn auch Verabredungen machen mir Probleme.

Wer also hat schon Erfahrung mit Hypnose gemacht? Therapien brachten nichts.

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