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Dbt: Dialektisch-Behaviorale Therapie

JTulxey


Mal wieder was von mir zum Thema DBT... ich musste meine ambulante DBT leider abbrechen, es wollte einfach nicht klappen, werde aber wahrscheinlich nächstes Jahr im April nochmal eine stationäre machen, in der Charité in Berlin.

Klingt vielleicht blöd, aber ich kann momentan einfach keine DBT machen, wenn ich nur daran denke, oder irgendwas ausfüllen muss (Diary Card und Spannungskurve würden ja noch gehen, aber z.B. das Fertigkeitenwochenprotokoll macht mich fertig) krieg ich total die Panik.

M"in gShu


Hallo Juley,

diese ganzen Blätter ausfüllen nervt mich auch sowas von. Wenn ich dran denke, dass ich aufschreiben soll, wann ich genau was gefühlt habe und warum. Da muss ich mich jedes mal so anstrengend und mich hineinsteigern um das genau definieren zu können. Meist verfall ich da gleich wieder in die Stimmung die ich eigentlich ja nur aufschreiben sollte. Ich lass schon vieles weg und erzähl es der Therapeutin mündlich, weil es mich so stresst, das jedes mal konzentriert aufzuschreiben.

F-oxyELovxe


Ich komme gerade aus der stationären Therapie, habe mit dem DBT-Programm gearbeitet und muss sagen, dass ich erstmal dachte, dass das ja absolut nichts bringen kann. Nach 2 Monaten (da ich mit Depressionen eingeliefert wurde und die Borderlinestörung erst dort erkannt wurde, deswegen nicht 12 Wochen) muss ich aber doch eingestehen, dass

es mir bei vielen Dingen geholfen hat. Ich verstehe manche meiner Verhaltensweisen und Gefühle mittlerweile viel besser.

Natürlich ist noch nicht alles perfekt, aber die Klinik und die Therapeuten haben mir schonmal aus meiner depressiven Phase geholfen.

Leider finde ich nicht wirklich viele Therapeuten, die auch ambulant mit dem DBT arbeiten %-|

J'ulexy


Ich starte bald meinen 3. DBT-Versuch ;-) Wie oben von mir schon richtig vermutet: in der Charité in Berlin ;-) Mal sehen ob es diesmal besser klappt ;-)

MNicssAv/ocadxo


Ich mache gerade DBT und es ist bisher wirksamer als alle anderen Therapiemethoden, durch die ich mich die letzten Jahre gekämpft habe. :)^

geht insgesamt 16 Wochen, lohnt sich aber auf jeden Fall! :)

Um die Methoden einer solchen Therapie immer wieder ins Gedächtnis zu rufen empfiehlt sich auf jeden Fall der Beitritt in eine Skills-Gruppe.

Viel Erfolg an alle, die es auch probieren (wollen) @:)

M3ingmS3hu


Ich bin jetzt auch in einer Skills-Gruppe. Wir haben zwar bisher in den 5 Stunden wo ich dort war nur Atemübungen gemacht, die mich eher genervt als beruhigt haben... aber ich bin zuversichtlich...

JLulexy


Bei uns gibts leider keine Skills-Gruppe mehr... es wurden immer weniger Teilnehmer, bis wir am Ende nur noch zu zweit oder manchmal ich alleine dort waren... dann musste ich in die Klinik und die andere ging auf Reha und dann wurde die Gruppe geschlossen :(v :(v :(v Gibt zwar noch amb. DBT, doch dafür beträgt die Wartezeit ca. 2 Jahre und ich habs letztes Jahr schon mal versucht, musste aber abbrechen weil das gar nicht ging :-(

Syijlbxer


Juley, gibt es vielleicht eine Möglichkeit, selbst eine Skillsgruppe zu organisieren? Kennst du andere Betroffene, die da mitmachen würden? Ist die Frage, warum so wenige Teilnehmer in der vorherigen Gruppe waren – weil tatsächlich kein Bedarf bestand oder weil die Gruppe nicht bekannt genug war? Könntest du allenfalls mal die Leiter der DBT-Gruppe anfragen, ob ihre Patienten bereit wären, zusätzlich zur DBT an so einer Gruppe teilzunehmen? ":/

J]ullexy


Silber @:) @:) @:) @:) *:) Schön dich zu sehen, wie gehts dir??

Tja, ich glaube es lag u.a. daran, dass die Gruppe Dienstags vormittags um 8.30 Uhr war, viele Leute gehen arbeiten und konnten deshalb nicht teilnehmen (als ich noch berufstätig war, hab ich eben an diesem Tag Spätdienst gemacht, aber das ist ja nicht in vielen Berufen möglich). Sonst weiß ich nicht, warum es immer weniger Teilnehmer wurden, denn anfangs war die Gruppe echt gut besucht. Aber dann wurde sie immer unbeliebter, manche stationäre Patienten (die Gruppe war in der Institutsambulanz einer Klinik) wurden sozusagen "gezwungen" diese Gruppe zu besuchen, sonst hätten sie nicht mehr stationär kommen dürfen.

Wie soll ich das selbst organisieren? Wer soll die leiten? Die alte Gruppe wurde von einer Ärztin und einer SozPäd geleitet, die SozPäd ist gleichzeitig auch eine Leiterin der DBT-Gruppe, und wenn man in der DBT-Gruppe ist, durfte man an dieser Skill-Gruppe nicht teilnehmen, also schließt sich das auch wieder aus. Wäre wohl auch etwas verwirrend, also ich hätte das nicht gekonnt, an beiden Gruppen teilzunehmen, amb. DBT war anstrengend genug, wenn ich mir vorstelle, dazu noch parallel an einem anderen Thema zu arbeiten, dort auch Hausaufgaben zu haben usw... da hätte ich mich nicht 100% auf beide Sachen konzentrieren können... Aber ich kann trotzdem mal anfragen, ob etwas in dieser Art wieder geplant ist, denn diese SozPäd ist zufälligerweise auch "meine" SozPäd ;-)

GEiglamZesch


Hallo, ich habe zwei Durchgänge in der Charite Berlin gemacht und bin so begeistert davon, meine Lebensqualität hat sich bei weitem verbessert und wenn man bereit ist sich mit dem allem auseinander zu setzen kann man dort wahnsinnig viel lernen und für sich mit nehmen... Nur zu empfelen, da auch das Personal und die Therapeuten absolut klasse sind... Verständnissvoll bis zum letzten und immer da... Wirklich, das beste was ich an Therapie in meinem Leben je gemacht habe, mit nichts zu vergleichen... :)^

GDig1lAamesxch


Vergessen: klar gibt es immernoch schwierige Situationen, aber trotzdem bei weitem besser... Ich habe soviel über mich und mein Verhalten erfahren und es war so gut auch Menschen kennen zu lernen den es genauso geht wie mir, das ich damit nicht alleine bin und habe erfahren das mein verhalten, was immer als sonderbar bezeichnet wurde, garnicht so sonderbar ist... Jeden mit BPS zu empfelen...

KBylixnn


Hallo :)

Vorneweg: Ich bin Borderliner, seit '03 diagnostiziert. Ich wollte mal meine Erfahrungen mit der DBT schildern. Im Gegensatz zu den meisten (allen?) anderen hier, habe ich absolut keine guten Erfahrungen gemacht.

Erstkontakt hatte ich damit in einer speziellen DBT-Praxis, wo ich mit meiner Mutter war. Der Therapeut war mir von Anfang an unsympathisch, ein ziemlich schleimiger Typ (so meine Erinnerung, ist schon Jahre her). Er stellte mir einen Wochenplan vor, der beinhaltete, dass ich 3x/Woche (fand das extrem viel!) zur ambulanten Therapie kommen müsste und mich darüber hinaus gleich für 2 Jahre verbindlich anmelden müsste. Ich sagte, dass ich nichtmal wüsste, ob ich in den nächsten 2 Jahren in der Stadt bleiben würde (mein Freund wohnte 200km weit weg) und dass ich das daher nicht zusichern könnte. Darauf bestand er aber. Ebenso konnte ich nicht zusichern, mich nicht wieder zu schneiden. Wie auch - grade DABEI soll ein Therapeut ja eigentlich helfen... Ich fühlte mich absolut wütend und hilflos und sagte das auch, habe ich viel geheult dort. Dann meinte er quasi, dass ich nicht therapierbar bin, wenn ich auf seine "Angebote" (ein Witz!!!) nicht einginge. Dann bin ich ziemlich ausgeflippt, hab geheult und in angeschrien und bin raus. Auch meine Mama meinte, der Typ habe sich unmöglich verhalten und (zu dem Zeitpunkt) unmögliche Dinge verlangt. Ich meine.. die Diagnose war noch relativ frisch.

Zwischendurch passierte noch einiges Andere, aber ca. ein Jahr später war ich nochmal in einer Klinik. Dort hat man auch DBT gemacht. Ich sollte auch direkt wieder so einen Vertrag unterschreiben. Was soll das? Warum soll ich etwas vertraglich zusichern, wovon ich garnicht weiss, ob ich es einhalten kann? Ich musste irgendwelche Bögen ausfüllen, wie ich mich grade fühle, verschiedene Emotionen einschätzen.... und einen haufen sinnloser Therapien und Skillsgruppen mitmachen. Ich fand es schrecklich, absolut sinnlos und es hat mir NICHTS gebracht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich selbstständig schon seit 100 Tagen mit Schneiden aufgehört und das bis heute beibehalten. Das ist nun über 6 Jahre her. :)^ Da mir die Therapie nichts brachte, hab ich mich dann selbst entlassen.

Jedesmal wenn ich jetzt etwas von DBT höre und lese, wenn ich diese Bögen sehe, was von Achtsamkeitsübungen und Skills lese, kommt mir irgendwie die Galle hoch und es macht mich irgendwie wütend. Nicht in dem Maße, dass es jetzt grosse Auswirkungen auf meine Laune hätte, aber genug, dass ich die Abneigung deutlich spüre. Ich fühle mich jedesmal, wenn ich mit DBT in Berührung kam, als wollten die mich dressieren, wie einen Hund. Das war und ist mir einfach zuwieder. :(v

Ich glaube auch, dass dabei die Individualität enorm verloren geht. Jeder soll das gleiche lernen. Was ist, wenn das eine für den einen gut, für den anderen nicht so gut ist? Was ist, wenn es einem hilft, dem anderen nicht? Was ist, wenn man sich bei solchen Übungen pausenlos lächerlich vorkommt?

Ich war dann noch mehrmals in einer Klinik, die zwar Verhaltenstherapie, aber keine DBT gemacht hat. Ebenso war meine spätere ambulante Therapie eine Verhaltenstherapie aber keine DBT. Ich kam mit der VT SEHR gut klar und habe sehr grosse Fortschritte gemacht. Mit DBT stehe ich nach wie vor auf Kriegsfuß.

Das soll jetzt keinen demotivieren, ich bin mir sicher, dass DBT eine gute Sache für viele ist, zumal viele sehr positiv darüber berichten... ich möchte eigentlich nur sagen, dass es kein "Allheilmittel" ist, nicht jedem helfen muss (und kann) und dass es noch mehr als das gibt.

Gibt es noch mehr Menschen da draussen, für die DBT nichts ist? ???

Jkulxey


Ich sollte auch direkt wieder so einen Vertrag unterschreiben. Was soll das? Warum soll ich etwas vertraglich zusichern, wovon ich garnicht weiss, ob ich es einhalten kann? Ich musste irgendwelche Bögen ausfüllen, wie ich mich grade fühle, verschiedene Emotionen einschätzen.... und einen haufen sinnloser Therapien und Skillsgruppen mitmachen.

Einen Behandlungsvertrag muss man aber fast überall unterschreiben (hatte ich teilweise sogar auf der Geschlossenen), nicht nur bei DBT ;-) Das ist meiner Meinung auch ganz sinnvoll, denn eine Therapie funktioniert eben nur mit gewissen Regeln, sonst würden sicher viele kommen, gehen, abbrechen usw. wie er grad lustig ist, und das könnte dann gar nicht zu Erfolg führen, sondern zu einem riesigen Chaos.

Das mit den Emotionen ist eben ein großer Bestandteil der DBT, da Borderliner nun mal unter einer Emotionsregulationsstörung leiden bzw. mit Emotionen nicht (oder nicht richtig) umgehen können und dadurch eben lernen sollen, ihre Emotionen besser wahrzunehmen und auch mit extremen Gefühlen besser klarzukommen. Und Skills beziehen sich ja nicht nur auf SVV, es gibt auch eine Menge anderer Skills für niedrigere Anspannungsbereiche bzw. um verschiedene Problemsituationen besser meistern zu können. Jeder ("gesunde") Mensch wendet Skills an im tägl. Leben, wenn auch unbewusst. Das ist also nichts BL- oder SVV-spezifisches.

Ich war dann noch mehrmals in einer Klinik, die zwar Verhaltenstherapie, aber keine DBT gemacht hat. Ebenso war meine spätere ambulante Therapie eine Verhaltenstherapie aber keine DBT. Ich kam mit der VT SEHR gut klar und habe sehr grosse Fortschritte gemacht.

Darf ich fragen, wie diese VT dann genau aussah? Also was du da so gemacht hast?

KZylZi,n.n


Einen Behandlungsvertrag muss man aber fast überall unterschreiben (hatte ich teilweise sogar auf der Geschlossenen), nicht nur bei DBT ;-) Das ist meiner Meinung auch ganz sinnvoll, denn eine Therapie funktioniert eben nur mit gewissen Regeln, sonst würden sicher viele kommen, gehen, abbrechen usw. wie er grad lustig ist, und das könnte dann gar nicht zu Erfolg führen, sondern zu einem riesigen Chaos.

Sowohl in der Klinik als auch in sämtlichen ambulanten Therapien musste ich nie einen solchen Vertrag unterschreiben. Ich sehe nach wie vor den Sinn darin nicht. Sind die überhaupt rechtlich bindend?

Und nehmen wir meinen Fall: Wie soll ich so etwas für 2 Jahre unterschreiben, wenn ich noch nicht weiss, ob ich ggf zu meinem Freund (200km weit weg) ziehe? Wegen eines albernen Therapievertrages dann dort bleiben? Von so etwas sein Leben bestimmen lassen? Nein danke. Meiner Meinung nach können Regeln auch ohne Verträge ausgearbeitet werden und ebenso eingehalten werden.

Wenn jemand einen Vertrag braucht, um mir zu glauben, untergräbt das MEIN Vertrauen in die Person schonmal. Deshalb gibt es ja oft auch so ein Gefühls-Problem bei Eheverträgen.

Das mit den Emotionen ist eben ein großer Bestandteil der DBT, da Borderliner nun mal unter einer Emotionsregulationsstörung leiden bzw. mit Emotionen nicht (oder nicht richtig) umgehen können und dadurch eben lernen sollen, ihre Emotionen besser wahrzunehmen und auch mit extremen Gefühlen besser klarzukommen. Und Skills beziehen sich ja nicht nur auf SVV, es gibt auch eine Menge anderer Skills für niedrigere Anspannungsbereiche bzw. um verschiedene Problemsituationen besser meistern zu können. Jeder ("gesunde") Mensch wendet Skills an im tägl. Leben, wenn auch unbewusst. Das ist also nichts BL- oder SVV-spezifisches.

Ich hatte noch nie ein Problem meine Emotionen wahrzunehmen und zu benennen. Bei anderen wird das wohl oft als "Gefühlsbrei" beschrieben. Kenne ich so nicht. Auch wieder ein Punkt, wo die DBT meiner Meinung nach zu wenig Individuell ist. Ich sagte nirgends, dass sich Skills nur auf SVV beziehen. Aber ich bin generell dafür, dass da jeder seine eigenen Methoden entwickelt... Mir ist klar, dass jeder täglich Skills anwendet. Aber dieses Skillstraining habe ich mehr wie die Dressur eines Hundes empfunden als als individuelle Förderung der eigenen Skills-Entwicklung.

Darf ich fragen, wie diese VT dann genau aussah? Also was du da so gemacht hast?

Was meinst du mit "genau gemacht"? Eigentlich möchte ich den Ablauf meiner Therapie nicht hier ausbreiten. Wir haben einfach miteinander gesprochen.

Ich sage nicht, dass das generell so sein muss in der DBT, noch dass meine Eindrücke davon allgemeine Gültigkeit besitzen. Es ist nur MEIN Eindruck und meine Erfahrungen.

Girosttig


Gibt es noch mehr Menschen da draussen, für die DBT nichts ist? ???

Ja, mich. Und diese Scheiss Bögen sind genauso ätzend. Ich definiere mich nicht gerne über mutiple choice ohne jegl. Zusammenhänge. Komme gerade von einem 8wöchigen Klinikaufenthalt. Ich habe diese Wochenbögen ganze 2 mal ausgefüllt. Beim ersten Mal hab ich es einfach mir für passend umformuliert. Auf die Fragen "Sie haben 3 Wünsche frei. Was wünschen Sie sich?"

1. mehr Montage

2. Sieben-Meilen-Stiefel, dann bin ich schneller durch

3. wenn Fragen, dann sinnvoll.

Beim zweiten Mal hab ich einfach nur fett draufgeschrieben:"Dieser Zettel macht mich aggressiv."

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