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Grenzen respektieren

LDewiaxn


Maschinenkanone

Theorie ohne Praxis ist leer.

Praxis ohne Theorie ist blind.

Die Eingangsfrage war fuer mein Empfinden sehr allgemein gestellt, es ging nicht um eine konkrete Geschichte. Und das hat mir sehr gefallen. Es ist eine Sache (und sicherlich gut), konkret eine Situation zu behandeln, die jemanden bewegt. Ich finde es aber auch gut und wichtig (und fuer mich persoenlich auch bewegend), einen allgemeineren Blickwinkel einzunehmen und zu fragen: Wie wollen wir eigentlich gucken und was wollen wir beachten, fuer wichtig und fuer weniger wichtig nehmen, wenn wir irgendwelche Situationen betrachten und bewerten, die durch eine gemeinsame Fragestellung verbunden werden. Und mehr (auch theoretische) Aspekte erweitern das Blickfeld.

Wie wir die Welt ansehen, so stellen wir sie her. Unsere allgemeinen Einstellungen (die sich dann in konkreten Situationen zeigen) beeinflussen entscheidend, was fuer uns wichtig und wirklich ist.

(Isabell und Kestra: Sehr schoene Antworten auf MK!)

Bekennender Theroretiker:

I}sabe/ll


Kestra

Aber ich hab bei mir festgestellt, dass meine Grenzen dann doch anders sind, als ich mir das vorher "theoretisch" ausgemalt habe, wenn ich dann tatsächlich in der Situation stecke (blöder Satz ).

.....(...).... Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei vielen Dingen erst an meine Grenze kommen muss, um zu erkennen, dass da eine ist, dass ich mit dieser speziellen Grenzüberschreitung nicht klarkomme. Erst dann macht sich wirklich das Unwohlsein breit oder vielleicht auch nicht, wo ich vorher gemeint habe, ich würde das nicht akzeptieren können

Das geht mir 100prozentig auch so.

Doch selbst wenn man manche Grenzen dann doch überschreitet, bzw. überschreiten lässt - sie sind dennoch irgendwo im Ansatz da - das hast Du ja im Endeffekt bei Deiner Geschichte auch irgendwann gemerkt.....

Ich habe mich in dem Beitrag an MK auch lediglich auf das Thema "Theorisieren" bezogen ;-). Und theorisieren hilft mir auch oft bei Entscheidungen die ich zu treffen habe zum Beispiel. Was passiert wenn ich jetzt so oder so handele? Oder doch ganz anders? Viele denken bei mir oft, ich würde spontan handeln. Das stimmt gar nicht so richtig. Meine Spontanität besteht darin in einem ziemlich kurzem Zeitraum durch Theorisieren mich entscheiden zu können (kommt immer drauf an um was es geht, manchmal geht das innerhalb von Sekunden, manchmal Minuten etc.).... ;-)

*:)

Liebe Grüße

p,ea2cefxull


theorie / praxis / erfahrung

... beides

--> zbp grenze ist "du darfst in den ausgang ABER nur im Dorf"

--> und der knirps fährt mit dem zug in die stadt

somit hat er meine grenze umgangen und seine durchgesetzt.. er wird aber dadurch gezwungen mich anzulügen .

evt hört sich dies theoretisch an :-/ .. beruht aber auf eigener erfahrung ;-) .. nicht immer ist erkennbar was auf eigener erfahrung basiert bzw was "nur" therorie ist.. in wie weit würde mein post aufgewertet.. wenn ich ihn voll ausgeschmückt.. inklusive zusammenbruch meiner frau posten würde ???

Myaschine(nkanonxe


@ Isabell

Kann man Dinge die wirklich geschehen, die wirklich sind denn mit "Was empfinde ich" gleich setzen?? Meiner Meinung nach nicht.

Meine Meinung nach doch. Denn in der Gefühlswelt (denn woanders spielen gefühlsmäßige Grenzen keine Rolle) ist eben das wahr, was du fühlst. Also was du fühlst, ist die "Wahrheit". Deine Gefühle sind überhaupt die einzige menschliche Wahrheit. "Logische Wahrheit" ist auf emotionaler Ebene vollkommen bedeutungslos.

.

Es lehrt mich was, wenn ich meine Oma sehe, die 50 Jahre unglücklich in einer Muß-Ehe gelebt hat - es ging eben nicht anders.

Na eben. Aber da siehst du ja das, was ist und nicht was "sein könnte".

.

Mir geht es nur um die Frage "Was fühle ich?" Diese Frage führt zur emotionalen Wahrheit. Der Intellekt mit seinen Überlegungen nicht.

Ich stehe der Theorie (die sehr wohl ihren Nutzen hat!) kritisch gegenüber, weil ich sie früher auch sehr hoch bewertet habe. Heute zählt für mich Erfahrung. "Überlegung" ist nur ein Werkzeug.

I|sabhell


MK

Meine Meinung nach doch. Denn in der Gefühlswelt (denn woanders spielen gefühlsmäßige Grenzen keine Rolle) ist eben das wahr, was du fühlst. Also was du fühlst, ist die "Wahrheit". Deine Gefühle sind überhaupt die einzige menschliche Wahrheit. "Logische Wahrheit" ist auf emotionaler Ebene vollkommen bedeutungslos

Siehste.....da haben wir uns also doch falsch verstanden. Denn ich meine ja: Das was ICH fühle ist die "Wahrheit".

Und WO, bzw. in welcher WEISE ich fühle ist doch egal, oder nicht? Es gibt theoretische Gedanken bei denen ich emotinal sehr extrem reagiere - auch wenn sie eben nur theoretisch sind, also nicht "real" sind.........

Und genau deshalb wiederspreche ich dem hier:

Mir geht es nur um die Frage "Was fühle ich?" Diese Frage führt zur emotionalen Wahrheit. Der Intellekt mit seinen Überlegungen nicht.

Ich fühle auch bei "intellektuellen Überlegungen" etwas.....

LG

MQaschiOnenukanonxe


Ok. ;-)

M{aschin[enLkanoxne


Obwohl es dann ja wohl keie rein intellektuellen Überlegungen sind, oder? Da mischt ja die Gefühlswelt schon mit.

Obwohl ... wenn ich mich mit "Operationsforschung" herumschlage (intellektueller gehts nicht ;-D ) da steigen auch Hassgefühle in mir auf.

Ein Mysterium! ;-)

b9vgo[nsen


Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die selbst keine/wenig Grenzen haben bzw sich ständig über diesselben drüberlatschen lassen und sich nicht wehren, auch ein grosses Problem damit haben, die Grenzen anderer zu respektieren.

Ich habe genau entgegengesetzte Erfahrungen gemacht: Was ich selbst nicht mag, würde ich anderen nicht zumuten. Einfaches Beispiel: im Büro direkt neben einem telefonierenden Kollegen stehen bleiben, bis das Gespräch beendet ist. Umgekehrt fällt mir aber immer wieder auf, daß anderen in solchen Dingen jegliches Fingerspitzengefühl zu fehlen scheint und sie noch pikiert reagieren, wenn man sie höflich, aber bestimmt auf ihr Verhalten aufmerksam macht.

IKsabfeoll


bvgonsen

Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die selbst keine/wenig Grenzen haben bzw sich ständig über diesselben drüberlatschen lassen und sich nicht wehren, auch ein grosses Problem damit haben, die Grenzen anderer zu respektieren.

.......Umgekehrt fällt mir aber immer wieder auf, daß anderen in solchen Dingen jegliches Fingerspitzengefühl zu fehlen scheint und sie noch pikiert reagieren, wenn man sie höflich, aber bestimmt auf ihr Verhalten aufmerksam macht.

Genau das ist ja damit gemeint: Dass Menschen, die selbst keine Grenzen haben, auch keine bei anderen erkennen können. Ihre Reaktion, beleidigt oder pikiert zu reagieren ist ja keine Grenzsetzung, sondern nur eine Unsicherheit - sie können mit Grenzsetzung nicht umgehen - weder bei Anderen, noch bei sich selbst.

Liebe Grüße

Mpa[scUhin8enkaPnhone


Stimmt Isabell.

Du formulierst das so schön. Richtig verständlich! Gefällt mir echt. Sprichst mir sozusagen aus dem Herzen. Weil ich mit Grenzverletzung auch viel zu tun bzw. darunter zu leiden hatte und auch selber Andere unter daraus resultierendem Fehlverhalten meinerseits gelitten haben. Erst als ich selber begann, meine Grenzen zu setzen und zu verteidigen, verstand ich auch, wo die Grenzen anderer liegen und wolte die dann freiwillig respektieren.

Ich finde es auch schön, dass ich mit dieser Meinung (bezüglich Grenzpolitik) nicht allein dastehe. :-)

Iqsa1bIell


MK

Erst als ich selber begann, meine Grenzen zu setzen und zu verteidigen, verstand ich auch, wo die Grenzen anderer liegen und wolte die dann freiwillig respektieren.

Genau. So sehe ich das heute auch.

Ich war immer stolz darauf ein einfühlsamer Mensch zu sein. Ich bin auch einfühlsam, war ich immer. ABER: In meinen Beziehungen hatten die Menschen gefälligst so zu sein, wie ich auch war. Sie hatten so zu agieren, reagieren wie ICH es tat. Was natürlich eine völlige Zerrissenheit in mir hervorgerufen hat irgendwann: Auf der einen Seite einfühlsam zu sein, verstehen zu können - auf der anderen Seite aber zu erwarten, ja zu verlangen!, dass der Andere aber doch gefälligst die selbe Einstellung zu haben habe.......

Erst in den letzten Jahren habe ich gelernt meine Grenzen vor mir selbst zu respektieren, sie überhaupt zu erkennen. Und dadurch habe ich wiederum gelernt loslassen zu können, einen Partner lieben, wirklich lieben zu können und vor allem respektieren zu können mit seinen Grenzen. Grenzen, die ich nicht verstehen muß, aber erkennen/respektieren sollte.

Ich merke erst jetzt, nach meiner letzten Beziehung, dass ich in gewisser Weise eine Befreiung durchgemacht habe. Dass ich viele Dinge, von denen ich vorher gedacht habe ich würde sie wollen - überhaupt nicht will.

Ein Beispiel:

Schon immer "predigte" ich: Ich finde es klasse in einer Beziehung in der Form zusammen zu leben, dass jeder seinen eigenen Bereich/sein eigenes Zimmer hat. Ich habe es aber NIE durchgesetzt, nie gelebt. Warum nicht? Weil ich es nicht als meine Grenze gesehen habe. Es war eben eine Vorstellung, die immer bei der Umsetzung ganz schnell gekippt ist. Also lebte ich in (insgesamt 3) Beziehungen in der alten Form; Schlafzimmer, Wohnzimmer.....fertig. Und natürlich war ich damit nicht glücklich. Und natürlich auch wiederum durch diese Unzufriedenheit auch nicht unschuldig an dem Scheitern von meinen Beziehungen - bzw. umgekehrt: Ich frage mich heute, ob ich mir nicht grade DESHALB, ganz "unbewußt berechnend" Typen rausgesucht hatte, bei denen ich genau die selbe Zerrissenheit erkannte wie bei mir ??? Bei denen ich wußte, dass sie z.B. unzuverlässig sind, Spieler, Kneipengänger etc.?

Ich bin nur froh, dass ich heute befreit bin. Denn so fühle ich mich: befreit. Erkannt habe, dass eine Grenzsetzung für sich selber eben keine Fesselung ist, sondern eine Befreiung.

Liebe Grüße

K=lexio


Kestra

Grenzen respektieren

Ich philosophiere grad mit mir selbst Bin noch nicht ganz fertig und schmeiss jetzt mal einfach meine Gedanken/Theorie hier rein, mal sehn, was Ihr dazu sagt:

;-D

Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die selbst keine/wenig Grenzen haben bzw sich ständig über diesselben drüberlatschen lassen und sich nicht wehren, auch ein grosses Problem damit haben, die Grenzen anderer zu respektieren. Oder andersherum (und positiv) formuliert:

Menschen, die selbst genau auf die Wahrung ihrer Grenze achten und (notfalls auch heftig) darauf bestehen, fällt es wesentlich leichter die anderer zu achten.

Habt Ihr diesselben Erfahrungen gemacht? Meinungen dazu?

Es gibt sicher viele Menschen, die keine Grenzen haben und deshalb auch die Grenzen anderer nicht achten. Es gibt aber auch Menschen, die Grenzen setzen, darauf bestehen, dass ihre Grenzen geachtet werden und die Grenzen anderer trotzdem nicht respektieren. Genauso gibt es Menschen, die für sich keine Grenzen setzen, die der anderen trotzdem respektieren. Ob es leichter ist ??? Wie will man das feststellen??

RfedUSonya


Wie setzt man denn überhaupt Grenzen? Mir persönlich fällt das ziemlich schwer. Ich habe immer Angst, die Leute zu verärgern oder zu verstimmen und greife da meistens lieber auf Ausweichmanöver zurück. Beispiel: wenn das Telefon in einer Situation klingelt, in der ich nicht telefonieren mag, weil ich esse oder fernsehe oder sonstwas mache...anstatt dranzugehen und zu sagen "Du im Moment paßt es gerade nicht" ...gehe ich lieber garnicht erst dran aus Schiß der Andere könnte verstimmt sein. Aber auch sonst im alltäglichen Umgang mit Menschen traue ich mich das eigentlich nur sehr selten und druckse irgendwie drumrum...wie haltet ihr das aus, klare Grenzen zu setzen, bzw. viel eher gefragt, wie haltet ihr den eventuellen Unmut der Leute darüber aus? *Rätsel*...

LSewaiTan


RedSonya

Deinen Umgang mit dem nervenden Telefon finde ich nicht problematisch. Du setzt deine Grenze durch - reicht das nicht? Du musst dich nicht ehrlich erklaeren. Andere Menschen haben kein Recht auf Erklaerungen, Erklaerungen sind freier Service. Falls Diplomatie (oder Taubheit) Ruhe bringt, warum nicht?

Man muss den Unmut der Mitmenschen nicht provozieren, so lange es nicht noetig ist. Trotzdem ist das ein interessanter Punkt. Ich glaube, Unmut wird von manchen Menschen mehr oder weniger bewusst eingesetzt, um Grenzen zu ueberschreiten. Der Unmut ist dann vor allem ein Mittel, um zum Ziel zu kommen. In dem Sinne wendet er sich gar nicht gegen dich.

Die "richtigen" Menschen fuer mich werden nicht aergerlich, sondern haben Verstaendnis fuer meine Grenzsetzung. Wer darueber verstimmt wird, beweist, dass er fuer mich falsch ist.

Tja, das klingt schon klug, oder? In der Praxis stehe ich aber haeufig vor genau demselben Problem wie du. :-(

R:edtSonxya


@ Lewian

Wer darueber verstimmt wird, beweist, dass er fuer mich falsch ist.

Interessanter Aspekt.

In der Praxis stehe ich aber haeufig vor genau demselben Problem wie du

Na Klasse :-D

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