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Grenzen respektieren

Lkor$a Lxey


Red Sonja

bis vor eineiger Zeit war ich genau so. Und oft genug hab ich mich hinterher geärgert nicht Stellung bezogen zu haben.

Ich glaube, das man dass auch ein bisschen trainieren kann, Telefon ist da ein guter Anlass, ich kenn niemanden der sauer ist, wenn ich sage, du grad schlecht, ich ruf zurück. Und da muss man auch niemandem erklären, warum "grad schlecht";-)

RVedqSon1yxa


@ Lora Ley

Ich kenn aber Leute, die einfach weiterquatschen und sagen "Moment, das muß ich aber schnell erzählen...blablablablablablabla...."

Kfl3eio


RedSonya

Wie setzt man denn überhaupt Grenzen? Mir persönlich fällt das ziemlich schwer. Ich habe immer Angst, die Leute zu verärgern oder zu verstimmen und greife da meistens lieber auf Ausweichmanöver zurück. Beispiel: wenn das Telefon in einer Situation klingelt, in der ich nicht telefonieren mag, weil ich esse oder fernsehe oder sonstwas mache... anstatt dranzugehen und zu sagen "Du im Moment paßt es gerade nicht" ...gehe ich lieber garnicht erst dran aus Schiß der Andere könnte verstimmt sein.

;-D ;-D ;-D Also mich würde es z. B. fürchterlich ärgern, wenn jemand abhebt, um mir zu sagen, dass er keine Zeit hat, mit mir zu reden. Meine Mutter hat das gemacht, oder sie hat abgehoben und mit mir so "halbherzig" geredet, weil sie sich gerade etwas im Fernsehen angeschaut hat. Nachdem ich aber merke, ob mir jemand aufmerksam zuhört oder nicht, bin ich natürlich wütend geworden. Meine Fragen waren: Warum hebst Du ab, wenn Du gar nicht telefonieren willst ??? Jetzt tut sie es nicht mehr. ;-) Was mich betrifft, so gibt es mehr Zeiten, dass ich das Telefon läuten lasse, als weniger. ;-) Meine "innere" Frage ist: Will ich jetzt telefonieren? Wenn die Antwort lautet, nein, ich habe jetzt keine Lust, dann hebe ich gar nicht ab.

Aber auch sonst im alltäglichen Umgang mit Menschen traue ich mich das eigentlich nur sehr selten und druckse irgendwie drumrum... wie haltet ihr das aus, klare Grenzen zu setzen, bzw. viel eher gefragt, wie haltet ihr den eventuellen Unmut der Leute darüber aus? *Rätsel*...

Ich kann das schon nachvollziehen, aber eigentlich gibt es da gar nichts "auszuhalten". Es ist eher ein "aushalten", etwas zu tun, was ich gar nicht will - das bedeutet ich mache mir Stress und ich will keinen Stress. Welchen Unmut sollte denn jemand haben, wenn ich etwas nicht will oder gar nicht mag?? Ich habe auch festgestellt, dass das weitaus mehr respektiert wird, als man meinen würde. Unmut über gewisse Dinge zu haben, die einen gar nichts angehen, finde ich sowieso absurd. Worüber sollte eigentlich jemand "unmütig" sein, wenn ich so bin, wie ich bin?? Dass das vorkommt, ist mir schon bewusst, aber ich finde, dass sehr viel Unmut über Dinge geäußert wird, die andere überhaupt nichts angeht. Wer will, kann es ja sein, aber das ist nicht mein Problem.

Kwleixo


Lewian

Man muss den Unmut der Mitmenschen nicht provozieren, so lange es nicht noetig ist.

Ja, sicher. Manche Menschen fühlen sich allerdings schon durch den Anblick eines anderen provoziert. Es gibt Menschen, die sind "unmütig", wie sich andere kleiden, wie sie ausschauen, welche Meinung sie haben, wie sie sprechen, wie sie gehen, was sie für Interessen haben, was sie für Berufe haben, wie sie fühlen, usw.

Die "richtigen" Menschen fuer mich werden nicht aergerlich, sondern haben Verstaendnis fuer meine Grenzsetzung. Wer darueber verstimmt wird, beweist, dass er fuer mich falsch ist.

Verständnis ist dann aber nicht wertfrei gemeint, sondern im Sinne von gutheißen, oder?

L[ew$ian


Kleio

Ja, sicher. Manche Menschen fühlen sich allerdings schon durch den Anblick eines anderen provoziert. Es gibt Menschen, die sind "unmütig", wie sich andere kleiden, wie sie ausschauen, welche Meinung sie haben, wie sie sprechen, wie sie gehen, was sie für Interessen haben, was sie für Berufe haben, wie sie fühlen, usw.

Guter Punkt. Es gibt auch Menschen, die fuehlen bei jedem kleinsten Ereignis schon ihre Grenzen ueberschritten (z.B. bei Kinderlaerm vom Spielplatz am Nachmittag) - daran sollte man bei der ganzen Feierei der Grenzensetzung hier auch mal erinnern. Toleranz ist auch was wert.

Verständnis ist dann aber nicht wertfrei gemeint, sondern im Sinne von gutheißen, oder?

Noe. Akzeptanz reicht. Gut finden muessen sie das nicht. (Jedenfalls nicht in jedem Einzelfall.)

Krleio


Lewian

Guter Punkt. Es gibt auch Menschen, die fuehlen bei jedem kleinsten Ereignis schon ihre Grenzen ueberschritten (z.B. bei Kinderlaerm vom Spielplatz am Nachmittag) - daran sollte man bei der ganzen Feierei der Grenzensetzung hier auch mal erinnern. Toleranz ist auch was wert.

So ist es. Aber was ist, wenn jemand wirklich derart "Lärm"-empfindlich ist. Das ist ja nicht einmal eine konstruierte Grenze, die man umkonstruieren könnte?? Der wird immer seine Grenzen überschritten sehen, egal ob es um Kinderlachen oder Vogelgezwitscher geht.

Noe. Akzeptanz reicht. Gut finden muessen sie das nicht. (Jedenfalls nicht in jedem Einzelfall.)

Sehe ich auch so. Ich finde, dass Akzeptanz auch ohne Verständnis ausreicht (also mir reicht sie aus :-D ). Ich muss nicht unbedingt alles verstehen, um es akzeptieren zu können. Das wäre mir zu "ein-grenzend" ;-D ;-D . Viele schöne Dinge würden mir dadurch entgehen.

LLew1ixan


Kleio

Aber was ist, wenn jemand wirklich derart "Lärm"-empfindlich ist. Das ist ja nicht einmal eine konstruierte Grenze, die man umkonstruieren könnte??

Woher weisst du das? Was ist "wirklich"?

LIewxian


PS:

Ich habe das Wort "Vestaendnis" im Sinne von "Akzeptanz" gebraucht, bin da also ganz deiner Meinung.

Kjlexio


Lewian

Woher weisst du das? Was ist "wirklich"?

;-D ;-D ;-D ;-D

Es geht ja nicht um meine Wirklichkeit, abgesehen davon, dass mittlerweile auch schon einige Dinge medizinisch nachweisbar sind. Menschen empfinden und fühlen ganz einfach nicht gleich. Es gibt die verschiedensten Abstufungen von völliger körperlicher Unempfindlichkeit bis totaler Überempfindlichkeit, die extreme Ausmaße annehmen können, wie z. B. dass jemand kein Tageslicht ertragen kann, oder gar keinen körperlichen Schmerz empfindet (unter anderem nachweisbar ;-) ). Es gibt Menschen, denen wird schlecht, wenn sie gewisse Düfte riechen (aus ihrer Wirklichkeit heraus natürlich ;-) , genauso ist natürlich auch aus der Wirklichkeit der Betreffenden gemeint, dass sie sich von Kinderlärm provoziert fühlen. Ich selbst kann es durch Beobachtung feststellen, ob es zutrifft. Mein Vater z. B. ist im Alter immer empfindlicher im Vergleich zu früher geworden. Allerdings hat ihn z. B. laute Musik immer gestört. Mittlerweile fühlt er sich so ziemlich von allen Dinge gestört und teilt seinen Unmut auch darüber mit. Für mich wäre es aber z. B. eine Grenzüberschreitung, wenn ich seine Wirklichkeit nicht akzeptieren würde. :-D

LGewwi~axn


Kleio

So lange du mit den Grenzen deines Vaters klar kommst, ist es ja gut.

"Medizinisch nachweisbar" beeindruckt mich nicht besonders. Ich habe dafuer vermutlich mit zu vielen Medizinern zusammengearbeitet beim Versuch, auf Teufel komm raus irgendwas nachzuweisen.

Schau dich mal hier in den Faeden um, was fuer ein Schindluder mit solchen Sachen getrieben wird. "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Maenner Sex haben muessen - wenn nicht mit einer Freundin, dann mir einer Prostituierten... die Gene bestimmen... blabla."

Hinter sowas kann man sich wunderbar verstecken, wenn man sich nicht aendern will.

Menschen empfinden und fühlen ganz einfach nicht gleich.

Wer hat das behauptet?

In andere Menschen hineinsehen kann niemand. Und welches Veraenderungspotenzial jemand hat, kann dieser jemand weder selber wissen, noch andere. Grenzen muessen ausgehandelt werden.

Grenzen respektieren ist meistens gut. Aber nicht jede beliebige von irgendjemand gesetzte Grenze hat ein automatisches Recht auf Akzeptanz.

Kfleio


Lewian

So lange du mit den Grenzen deines Vaters klar kommst, ist es ja gut.

Also, als er mich ständig ermahnt hat, die Musik leiser zu machen, hab ich das als Grenzüberschreitung gesehen, denn ich wollte die Musik laut hören, eben in einer Lautstärke, die wiederum er als Grenzüberschreitung ansah. ;-D

"Medizinisch nachweisbar" beeindruckt mich nicht besonders. Ich habe dafuer vermutlich mit zu vielen Medizinern zusammengearbeitet beim Versuch, auf Teufel komm raus irgendwas nachzuweisen.

Schau dich mal hier in den Faeden um, was fuer ein Schindluder mit solchen Sachen getrieben wird. "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Maenner Sex haben muessen - wenn nicht mit einer Freundin, dann mir einer Prostituierten... die Gene bestimmen... blabla."

Hinter sowas kann man sich wunderbar verstecken, wenn man sich nicht aendern will.

Anders, als nach den allgemeinen Richtlinien zwischen Wissen und Glauben, mache ich diese Unterscheidung nicht. Ich brauche keinen Beweis. Da fängt für mich eben schon die Grenzüberschreitung an, dass mir jemand etwas beweisen müsste, damit ich sein für sich definiertes Wissen akzeptiere. Wenn ich jemanden akzeptiere, akzeptiere ich seine Wirklichkeit mit. Allerdings ist es für mich ein Beweis, wenn sich jemand unbemerkt mit dem Messer in die Hand schneidet und keine Miene verzieht, sondern das weitermacht, was er gerade macht, erst wenn er das Blut bemerkt, auf seine Wunde aufmerksam wird, ein Beweiss, dass er nichts spürt.

Wer hat das behauptet?

Ich, das ist meine Meinung. :-D

In andere Menschen hineinsehen kann niemand. Und welches Veraenderungspotenzial jemand hat, kann dieser jemand weder selber wissen, noch andere. Grenzen muessen ausgehandelt werden.

Wie meinst Du das?

Grenzen respektieren ist meistens gut. Aber nicht jede beliebige von irgendjemand gesetzte Grenze hat ein automatisches Recht auf Akzeptanz.

Ein Recht auf Akzeptanz? Allgemein gesehen, gibt es kein Recht auf Akzeptanz und individuell gibt es die verschiedensten Ansichten, wozu jemand ein Recht hat und wozu nicht. Ich selbst sehe keinen Grund, warum ich andere nicht so akzeptieren sollte, wie sie sind.

L2ewixan


Kleio

Meine Frage "Wer hat das behauptet?" haette wohl heissen muessen

"Wer hat das Gegenteil behauptet?"

Fuer das Grenzen aushandeln hast du am Anfang des letzten Postings das beste Beispiel gegeben. In dem Moment, in dem die Einhaltung der Grenze von Person A eine Grenzverletzung bei Person B ist (was notwendig passiert, wenn beide ihre Grenzen weit genug ziehen), muss einer von seiner Grenze abgehen oder beide. Wenn beide auf ihren Grenzen bestehen, kommt man nicht zu Potte bzw. mindestens einer wird untergebuttert. Da sehe ich auch die Grenzen der Akzeptanz. Wenn jemand anders durch das Bestehen auf Einhaltung seiner Grenze bereits meine Grenze ueberschreitet, kann ich mindestens eine der Grenzen nicht mehr akzeptieren. Also ich kann schon noch sagen, "ich gestehe dir zu, dass du das gerne so haettest, und bin dir nicht boese drum" - aber akzeptieren im Sinne von Einhalten geht dann nur noch um den Preis der Selbstaufgabe.

Und eben, worin ein brauchbares Ergebnis eines solchen Aushandlungsprozesses bestehen wird, kann man vorher nicht wissen, also ob sich Kleio eher von der lauten Musik verabschieden kann oder ihr Vater von seiner Empfindlichkeit oder beide in gewissem Masse. Selbst dein Vater selber kann am Anfang nicht wissen, was er hinterher akzeptieren kann. Jedenfalls wuensche ich ihm das, das nicht wissen zu koennen - weil es Flexibilitaet bedeutet.

Ich habe schon genug Leute erlebt, die Veraenderungen durchgemacht habe, die sie selber vorher nicht fuer moeglich hielten - mich eingeschlossen.

ISsabelxl


Red Sonya:

Wie setzt man denn überhaupt Grenzen? Mir persönlich fällt das ziemlich schwer. Ich habe immer Angst, die Leute zu verärgern oder zu verstimmen und greife da meistens lieber auf Ausweichmanöver zurück. Beispiel: wenn das Telefon in einer Situation klingelt, in der ich nicht telefonieren mag, weil ich esse oder fernsehe oder sonstwas mache... anstatt dranzugehen und zu sagen "Du im Moment paßt es gerade nicht" ...gehe ich lieber garnicht erst dran aus Schiß der Andere könnte verstimmt sein. Aber auch sonst im alltäglichen Umgang mit Menschen traue ich mich das eigentlich nur sehr selten und druckse irgendwie drumrum... wie haltet ihr das aus, klare Grenzen zu setzen, bzw. viel eher gefragt, wie haltet ihr den eventuellen Unmut der Leute darüber aus? *Rätsel*...

Du sagst es: Den eventuellen Unmut der Leute. Wenn Du grade mit irgendetwas beschäftigt bist und keine Lust hast zu reden, es aber trotzdem tust, spürt der Andere das nicht irgendwann? Wirst Du durch solch ein Verhalten nicht unglaubwürdig? Genau durch diese Fragen habe ich gelernt diese Grenze zu setzen (also was Dein Beispiel mit dem Telefonieren angeht, das hatte ich nämlich auch früher ;-) ). Heute wissen die Leute ganz genau: WENN ich mit ihnen telefoniere, dann tue ich es gerne, freue mich darüber - ansonsten sage ich es. Und somit ist mir auch keiner böse wenn ich mal nicht so drauf bin - zumindest war das bisher so. Natürlich darf man so eine Grenze auch nicht völlig stur durchsetzen, es gibt Situationen, da sollte man für einen anderen da sein, wenn es ihm wirklich schlecht geht z.B..

Lewian:

Ich glaube, Unmut wird von manchen Menschen mehr oder weniger bewusst eingesetzt, um Grenzen zu ueberschreiten. Der Unmut ist dann vor allem ein Mittel, um zum Ziel zu kommen. In dem Sinne wendet er sich gar nicht gegen dich.

Das ist ein wichtiger Punkt.

"Beleidigt sein", "Aufmerksamkeit fordern" - natürlich sind das Versuche Grenzen zu überschreiten. Aber Deinem letzten Satz stimme ich nicht zu, im Gegenteil. In diesem Moment wendet er sich sehr wohl gegen mich, er versucht mich zu manipulieren - und darf sich nicht wundern wenn ich mich in der Zukunft dann rar mache. Von Manipulationsversuchen habe ich persönlich in meinem Leben genug.........

Lewian und Kleio:

Ganz klar ist eins: Grenzen zu setzen, überhaupt zu haben, bedeutet auch die Möglichkeit diese auch mal lockerer zu sehen, doch etwas durchlassen zu können. Oder sie zu verschieben. Eben Kompromisse zu schließen. Aber eben immer abzuwägen WANN und bei WEM man das tut.

Als Beispiel:

Ich hatte mal eine Bekannte, die hat regelmäßig Abends um 19:00 Uhr angerufen, obwohl ich ihr immer wieder gesagt hatte, dass ich grade dann überhaupt keine Zeit habe, da ich da noch mit Kinder, Küche usw. beschäftigt bin. Also Abendessen, mit den Kindern quatschen.......Ich sagte ihr immer, ruf so ab halb neun an, da bin ich dann "frei". Aber egal, sie rief weiterhin um diese Zeit an. Ok, ich hätte es halten können wie Kleio und nicht rangehen. Doch bei zwei Mädels im Haus ist das schwierig, könnte ja auch mal jemand für sie sein. Zudem sagte sie auch immer zu, dass sie dann eben um halb neun noch mal anrufen würde - hat sie nie gemacht.

In so einem Fall lasse ich meine Grenzen nicht locker. Welchen Kompromiss soll ich da schließen? Das Abendessen mit meinen Kinder verschieben, nur weil Madame um halb neun Besseres zu tun hat (sie war dann nämlich immer auf der Walz'!), also nicht in der Lage ist dann mal eben eine halbe Stunde später wegzugehen als sonst? Auf Kosten meines Familienlebens? Nö. Das habe ich ihr dann klipp und klar gesagt irgendwann (und ich habe ne' ganze Menge Geduld! ;-) ) - da war sie so beleidigt, hat sie nie wieder gemeldet.....was soll's.

Eine andere Bekannte wiederum, die hatte nur Nachmittags Zeit, da sie als Köchin arbeitete. Grade Nachmittags ist bei mir am Schlechtesten, da ich dann mit der Kleinen Hausaufgaben mache etc.. Dennoch: Sie fand es schade, da könne man nicht machen, für sie war es ganz klar, dass das nicht geht, sie respektierte es - wir schafften es dann aber dennoch uns zu sehen, bzw. zu telefonieren, da ich dann eben an diesen Tagen (war ja höchstens ein Mal die Woche) die Hausaufgaben mit der Kleinen eben mal erst um 17:00 Uhr machte.......

Liebe Grüße

KGle?io


Lewian

Fuer das Grenzen aushandeln hast du am Anfang des letzten Postings das beste Beispiel gegeben. In dem Moment, in dem die Einhaltung der Grenze von Person A eine Grenzverletzung bei Person B ist (was notwendig passiert, wenn beide ihre Grenzen weit genug ziehen), muss einer von seiner Grenze abgehen oder beide. Wenn beide auf ihren Grenzen bestehen, kommt man nicht zu Potte bzw. mindestens einer wird untergebuttert. Da sehe ich auch die Grenzen der Akzeptanz. Wenn jemand anders durch das Bestehen auf Einhaltung seiner Grenze bereits meine Grenze ueberschreitet, kann ich mindestens eine der Grenzen nicht mehr akzeptieren. Also ich kann schon noch sagen, "ich gestehe dir zu, dass du das gerne so haettest, und bin dir nicht boese drum" - aber akzeptieren im Sinne von Einhalten geht dann nur noch um den Preis der Selbstaufgabe.

Ja, darum gibt es Kriege - auch Privatkriege.

Und eben, worin ein brauchbares Ergebnis eines solchen Aushandlungsprozesses bestehen wird, kann man vorher nicht wissen, also ob sich Kleio eher von der lauten Musik verabschieden kann oder ihr Vater von seiner Empfindlichkeit oder beide in gewissem Masse. Selbst dein Vater selber kann am Anfang nicht wissen, was er hinterher akzeptieren kann. Jedenfalls wuensche ich ihm das, das nicht wissen zu koennen - weil es Flexibilitaet bedeutet.

Das ist sein Problem - ich lebe ja nicht mit ihm zusammen. ;-D Allerdings gibt es eben viel Streit zwischen ihm und meiner Mutter.

Heißt es, dass Du der Meinung bist, dass man seine Grenzen nicht kennen kann??

Ich habe schon genug Leute erlebt, die Veraenderungen durchgemacht habe, die sie selber vorher nicht fuer moeglich hielten - mich eingeschlossen.

Verstehe ich Dich richtig, wenn ich zusammenfassend schreibe, dass Du der Meinung bist, dass nur der Wille da sein muss, um Grenzen zu verschieben, egal ob es konstruierte sind oder nicht und dass das jeder kann?? Heißt es, dass jemand, wie z. B. mein Vater sich an den Lärm gewöhnen könnte oder könnten sollte? Dass ich mein Gehör hätte irgendwie verändern können, dass ich auch etwas von der Musik gehört hätte, wenn ich sie leiser gestellt hätte?

Kzlei7o


Isabell

Das ist ein wichtiger Punkt.

"Beleidigt sein", "Aufmerksamkeit fordern" - natürlich sind das Versuche Grenzen zu überschreiten. Aber Deinem letzten Satz stimme ich nicht zu, im Gegenteil. In diesem Moment wendet er sich sehr wohl gegen mich, er versucht mich zu manipulieren - und darf sich nicht wundern wenn ich mich in der Zukunft dann rar mache. Von Manipulationsversuchen habe ich persönlich in meinem Leben genug...

Sehe ich auch so.

Ganz klar ist eins: Grenzen zu setzen, überhaupt zu haben, bedeutet auch die Möglichkeit diese auch mal lockerer zu sehen, doch etwas durchlassen zu können. Oder sie zu verschieben. Eben Kompromisse zu schließen. Aber eben immer abzuwägen WANN und bei WEM man das tut.

Wieso würdest Du Deine Grenzen verschieben? Das hieße für mich, dass meine Bedürfnisse veränderlich sind und sie sind es nicht. Sind Deine Bedürfnisse veränderlich? Wozu Grenzen setzen, wenn sie sowieso verschiebbar sind, oder verstehe ich Dich falsch? :-/ Welche Grenzen wären für Dich verschiebbar?

Als Beispiel:

Ich hatte mal eine Bekannte, die hat regelmäßig Abends um 19:00 Uhr angerufen, obwohl ich ihr immer wieder gesagt hatte, dass ich grade dann überhaupt keine Zeit habe, da ich da noch mit Kinder, Küche usw. beschäftigt bin. Also Abendessen, mit den Kindern quatschen... Ich sagte ihr immer, ruf so ab halb neun an, da bin ich dann "frei". Aber egal, sie rief weiterhin um diese Zeit an. Ok, ich hätte es halten können wie Kleio und nicht rangehen. Doch bei zwei Mädels im Haus ist das schwierig, könnte ja auch mal jemand für sie sein. Zudem sagte sie auch immer zu, dass sie dann eben um halb neun noch mal anrufen würde - hat sie nie gemacht.

In so einem Fall lasse ich meine Grenzen nicht locker. Welchen Kompromiss soll ich da schließen? Das Abendessen mit meinen Kinder verschieben, nur weil Madame um halb neun Besseres zu tun hat (sie war dann nämlich immer auf der Walz'!), also nicht in der Lage ist dann mal eben eine halbe Stunde später wegzugehen als sonst? Auf Kosten meines Familienlebens? Nö. Das habe ich ihr dann klipp und klar gesagt irgendwann (und ich habe ne' ganze Menge Geduld! ) - da war sie so beleidigt, hat sie nie wieder gemeldet... was soll's.

Die Kinder hätten an sich auch abheben können, es sei denn, dass es zu diesem Zeitpunkt ein Telefonverbot gab. Wenn es nicht für sie gewesen wäre, hätten sie sagen können, dass Mami keine Zeit hat und ob sie der Mami etwas ausrichten könne. Für mich wäre das kein Kriterium. Wer abhebt, hat das Gespräch. Ich bin für niemanden zu sprechen. Ich rufe zurück. ;-D Wenn keiner abheben will, dann habe ich noch den Anrufbeantworter, wobei ich mit Telefonen sowieso nicht viel am Hut habe und die Gespräche sehr kurz sind. Wann, wo, - Tschüss. ;-D

Ich denke, so wie bei Dir auch – wenn sich keine Lösung findet, dann gibt es keine Beziehung.

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