» »

Grenzen respektieren

RZe8dSoxnya


@ Kleio + Isabell

Wer abhebt, hat das Gespräch. Ich bin für niemanden zu sprechen. Ich rufe zurück. Wenn keiner abheben will, dann habe ich noch den Anrufbeantworter

Ihr sagt das so einfach. Ich selber handhabe das schon seit Jahren so. Lasse eigentlich grundsätzlich erst den AB laufen und rufe dann zurück. Das bringt aber alle Leute in meinem Umfeld auf die Palme. Das Verhalten kann keiner nachvollziehen. Mit meinem Partner kommt es manchmal sogar deswegen zu Streit. Den nehme ich aber lieber in Kauf als unliebsame Gespräche in für mich unpassenden Situationen.

K,lei7o


RedSonya

Ihr sagt das so einfach. Ich selber handhabe das schon seit Jahren so. Lasse eigentlich grundsätzlich erst den AB laufen und rufe dann zurück. Das bringt aber alle Leute in meinem Umfeld auf die Palme.

Ich finde, Grenzen setzen fängt damit an, dass man sich nicht rechtfertigt, sondern erklärt, wenn gefragt wird. Jetzt kommt bei Dir wahrscheinlich eben diese Unmutsbekundung dazu, aber auch vor diesen kann man sich abgrenzen. ;-) Es ist nämlich ihr Problem, ob sie auf die Palme gehen oder nicht.

Das Verhalten kann keiner nachvollziehen.

Müssen sie ja auch nicht. Allerdings wüßte ich nicht, was daran so schwer sein soll. :-/

Mit meinem Partner kommt es manchmal sogar deswegen zu Streit. Den nehme ich aber lieber in Kauf als unliebsame Gespräche in für mich unpassenden Situationen.

Er kann doch abheben, wenn er will. ;-D Was hat das mit Dir zu tun?

R:edS#on(ya


@ Kleio

Er kann doch abheben, wenn er will. Was hat das mit Dir zu tun?

Tut er in der Regel auch. Wenn es halt gerade nicht geht, weil er die Hände voll hat oder auf der Toilette ist oder so...und ich geh dann nicht dran (aus Angst es könnte wieder seine Mutter sein und mich zuquarken (die ist lieb und nett aber halt ne Quarktasche :-), dann regt er sich ziemlich darüber auf jedes Mal. Aber wie gesagt, ich war so, ich bin so und nehme lieber kurz Diskussion mit dem Partner in Kauf als halbe Stunde Gesabbel am Telefon an die Backe geklebt zu bekommen :-)

KwlSeiRo


RedSonya

Tut er in der Regel auch. Wenn es halt gerade nicht geht, weil er die Hände voll hat oder auf der Toilette ist oder so...

Was würde er denn tun, wenn er allein leben würde? Da müsste er es doch genauso handhaben. Entweder er schleppt das Ding überallhin mit sich ;-D , oder erkennt wiederum seine eigenen Grenzen, dass er eben nicht immer abheben kann. Die Verantwortung dafür könnte er Dir nur übergeben, wenn Du sie übernehmen würdest und das tust Du nicht. :-D

R3edS*onxya


@ Kleio

Was würde er denn tun, wenn er allein leben würde?

GUTES Argument!! Der Gedanke kam mir noch garnicht!

L.ewixan


Red Sonya

:-(

Die Institution Telefon ist halt eine eklatante Landplage.

Das Telefon kommt immer irgendwo dazwischen, und Leute, die anrufen, erwarten anscheinend, immer vor allem, was in der Gegenwart passiert, den Vorzug zu bekommen. Und meistens ist das auch so. Oft genug kannst du es sogar in Laeden erleben - ein Kunde wird bedient, mitten drin kommt ein Anruf, der Verkaeufer plauscht fuenf Minuten rum und der Kunde muss warten. Schon mal erlebt?? :-( :-(

Du hast meine volle Solidaritaet. Mich bringen Leute auf die Plme, die der Umstand, dass man nicht ans Telefon geht, auf die Palme bringt.

Das ist leider keine guenstige Einstellung, weil es in unserer Gesellschaft so viele davon gibt.

Svydn&ey


@Kleio

Teile nur bedingt Deine Einstellung über diejenigen, die ans Telefon gehen, obwohl sie es gerade unpassend finden. Mir wurde auch schon die Frage gestellt, weswegen ich denn jetzt abgenommen hätte (ja, da klingen dann Vorwürfe mit), wenn ich doch grad gar keine Lust hätte Gespräche zu führen. Tz tz t zzz z, wie kann ich nur ... ;-D

Nun, ganz einfach: ich habe eine alte Mutter und es könnte eben sein, dass sie meine Hilfe braucht und deshalb anruft. Und so stehe ich manchmal auch mitten in der Nacht auf, wenn sich irgendein Idiot verwählt hat (was glücklicherweise nicht allzu häufig vorkommt) oder nehme auch dann ab, wenn's mir gerade nicht in den Kram passt. Das ist mir Argument genug.

An sich telefoniere ich gerne, ist auf jeden Fall weniger aufwendig und unkomplizierter als Verabredungen und tut meinem Empfinden und Bedürfnis nach Nähe oder Intensität (selbst wenn es sich um meinen Freund handelt) keinen Abbruch.

Jedenfalls kann ich gut damit leben, dass ich Leute in unpassenden Momenten anrufe, die mir dann offen sagen, dass es gerade nicht passt - und habe auch keine Probleme, Leute mal "abzuwürgen". Wie man etwas empfindet ist also immer auch eine Frage des eigenen Backgrounds.

Was ich allerdings genauso wenig leiden kann ist, wenn jemand nicht sagt, dass ich gerade störe, jedoch bemerke, wie Du bei Deiner Mutter, dass einem nur halbherzig zugehört wird ... und einem, wenn man entsprechend reagiert, vielleicht auch noch entrüstet entgegen getönt wird: NEIN, natürlich höre ich Dir aufmerksam zu!!!! ;-D

Lieben Gruß,

Sydney

K~lexio


RedSonya

GUTES Argument!! Der Gedanke kam mir noch garnicht!

Gelle ??? ;-D Deswegen habe ich das Argument ja geliefert. ;-D ;-D Wobei er wahrscheinlich mit dem Argument der Beziehung kommen wird. ;-)

SJydnxey


@RedSonya und Kleio

Ehrlich gesagt finde ich die Frage mühselig, was wäre, wenn RedSonyas Freund alleine wohnen würde, denn er tut es nicht! Ist es nicht viel eher die Frage, inwieweit ich bereit bin, meinem Partner einen Gefallen zu tun, der mir selbst u.U. etwas abverlangt, was ich nicht sonderlich gerne tue, wenn er gerade "nicht" kann?

Wie ist das, wenn ich selbst Vegetarier bin, mein Freund sich ein Steak brutzelt, er aber aufm Klo ;-) länger braucht, als angenommen. Bleibe ich deshalb sitzen und schaue zu, wie das Fleisch langsam verkohlt, nur weil ich selbst kein Fleisch esse? Und denke, "Tja, Junge, Pech gehabt ... ?" :-/

Kklexio


Lewian

Die Institution Telefon ist halt eine eklatante Landplage.

Das Telefon kommt immer irgendwo dazwischen, und Leute, die anrufen, erwarten anscheinend, immer vor allem, was in der Gegenwart passiert, den Vorzug zu bekommen. Und meistens ist das auch so. Oft genug kannst du es sogar in Laeden erleben - ein Kunde wird bedient, mitten drin kommt ein Anruf, der Verkaeufer plauscht fuenf Minuten rum und der Kunde muss warten. Schon mal erlebt??

Du hast meine volle Solidaritaet. Mich bringen Leute auf die Plme, die der Umstand, dass man nicht ans Telefon geht, auf die Palme bringt.

Das ist leider keine guenstige Einstellung, weil es in unserer Gesellschaft so viele davon gibt.

Sehe ich auch so. Es ist unglaublich, wie diese Telefoniererei mutiert ist. Man trifft sich, das Handy läutet, und es ist für viele die "selbstverständlichste" auf der Welt, abzuheben, oft ohne auch nur dem Gegenüber mitzuteilen, dass er sich aus der "Zweisamkeit" für kurz verabschiedet, geschweige denn die Frage, ob es dem anderen etwas ausmacht. Was haben die Leute bloß ohne Handys gemacht ??? Wie haben sie bloß leben können ??? (Ironie) ;-D Wobei ich natürlich sehr wohl auch die Sinnhaftigkeit, überhaupt für bestimmte Berufsgruppen sehr wohl sehe. :-D

LYewixan


Kleio

Heißt es, dass Du der Meinung bist, dass man seine Grenzen nicht kennen kann??

Kommt drauf an. Grenzen setzen heisst Entscheidungen zu treffen. Insofern kennt man seine Grenzen: Es sind Entscheidungen, die man getroffen hat.

Was man nicht wissen kann: Wie waere es, wenn man diese Entscheidungen anders getroffen haette? Angenommen, dein Vater verbietet dir strikt das Musikhoeren und setzt dieses Verbot rigoros durch (schon klar, dass das kein Gegenwartsbeispiel ist). Er kann auch wissen, dass er ungebremsten Musikkonsum deinerseits nicht aushalten kann - das hat er ja schon erlebt. Er kann aber nicht wissen, ob es das Potenzial fuer einen Kompromiss gegeben haette, wie er sich gefuehlt haette, wenn er dir in gewissen Grenzen doch etwas erlaubt haette und ob es ihm moeglich gewesen waere, sich so einzustellen, dass er z.B. eine Stunde laute Musik (oder eine bestimmte Hoechsteinstellung an der Stereoanlage) doch haette akzeptieren koennen.

Verstehe ich Dich richtig, wenn ich zusammenfassend schreibe, dass Du der Meinung bist, dass nur der Wille da sein muss, um Grenzen zu verschieben, egal ob es konstruierte sind oder nicht und dass das jeder kann?? Heißt es, dass jemand, wie z. B. mein Vater sich an den Lärm gewöhnen könnte oder könnten sollte? Dass ich mein Gehör hätte irgendwie verändern können, dass ich auch etwas von der Musik gehört hätte, wenn ich sie leiser gestellt hätte?

Die Unterscheidung konstruiert/nicht konstruiert ist fuer mich bedeutungslos. Alles ist konstruiert, auch das, was notwendig ist (was nichts anderes bedeutet als dass wir es uns als notwendig vorstellen). Damit meine ich, dass auch bei jeder Notwendigkeit wie auf die Toilette gehen das Gehirn einen Konstruktionsvorgang ausfuehrt, also etwas entscheidet.

Wichtig: Dass etwas konstruiert ist, bedeutet nicht notwendigerweise, dass man es beliebig aendern kann oder dass es eigentlich gar nicht stimmt.

Ich sage nicht, wir muessten eigentlich nicht auf Toilette gehen, sondern ich sage: Wir konstruieren, dass wir auf Toilette gehen muessen, und also muessen wir auch.

Ich bin nicht der Meinung, dass wir Grenzen beliebig verschieben koennten, wenn wir nur wollten. Was ich meine, ist: Ohne dass wir es probieren, koennen wir nicht wissen, was wir eigentlich koennten und was nicht.

Ich sage auch nicht, dass es gut ist, alles zu probieren.

Ich habe keine Ahnung, ob und wieviel dein Vater an seiner Empfindlichkeit und du an deinem Gefuehl, wie du Musik hoeren willst (musst?) aendern koennten - das kaeme auf einen Versuch drauf an (es geht hier bei nicht nur um rein phzsiologische Probleme, die ihr dabei habt, die Psyche spielt schon auch eine Rolle, bei euch beiden). Aber ich sage auch nicht, dass es unter allen Umstaenden gut ist, den Versuch zu machen. Wenn ich ein klares Gefuehl habe, dass etwas schlecht fuer mich ist, sage ich dazu "nein" - auch wenn der gutwillige Versuch ans Licht bringen koennte, dass es doch gar nicht so schlimm waere.

Wenn mein klares Gefuehl aber mit einem anderen klaren Gefuehl eines nahen Menschen kollidiert, sind wir gut beraten, uns eben doch auf gewisse Versuche einzulassen.

S~ydbney


Zusatz:

Ich denke, wenn ich in einer Partnerschaft so weit bin, wie ich es oben beschrieben habe, dann geht es eigentlich nicht mehr um ein Miteinander, denn wenn zunehmend mehr Engergie darauf verwendet wird, sich dem anderen gegenüber abzugrenzen, ist zumindest meiner Meinung nach, die Beziehung im Eimer ...

RcedS/onxya


@ Sydney

Ist es nicht viel eher die Frage, inwieweit ich bereit bin, meinem Partner einen Gefallen zu tun, der mir selbst u.U. etwas abverlangt, was ich nicht sonderlich gerne tue, wenn er gerade "nicht" kann?

Hab ich z. B. vorgestern gemacht, weil mein Freund gerade Hähnchen aß und somit fettige Hände hatte. Es war seine Mutter. Ich "Kommst Du jetzt?" "Nö, ich ess erst auf, ich ruf zurück". Sie "Klasse, dann können wir zwei ja so lange plauschen" "Oh ja, wie klasse....". Okay, es wär an mir gelegen, entweder irgendeinen Vorwand erfinden zu müssen oder zu sagen, daß ich keine Lust hätte, was sicherlich auch toll gekommen wäre. Und deswegen: nochmal mach ich das nicht, Diskussion hin oder her. Bei mir kommt noch hinzu...das soll jetzt keine Entschuldigung sein, denn die brauche ich nicht...aber mein Handy klingelt abends beruflich noch für jeden möglichen Pillescheiß...(was ich nicht abstellen kann), so daß vielleicht noch nen Tacken empfindlicher auf Telefonklingeln reagiere als generell...

SPyd!nxey


@RedSonya

Okay, es wär an mir gelegen, entweder irgendeinen Vorwand erfinden zu müssen oder zu sagen, daß ich keine Lust hätte,

...okay, wenn Du am Telefon siehst, wer da anruft (also SEINE Mutter) und Dein Freund gerade nicht kann, dann ist es m.E. eine Sache der Absprache zwischen Euch, kannst es also auch getrost durchklingeln lassen, es sei denn, Dir macht ein Plausch mit der Frau nix aus, wenn jedoch nicht erkennbar ist, wer am Apparat ist, und genau das ist der Punkt, dann meine ich eben, liegt es an Dir, Dich der Person gegenüber abzugrenzen ... ob das beim anderen dann toll kommt oder nicht, muss man halt auch aushalten können.

RWedSgonya


@ Sydney

liegt es an Dir, Dich der Person gegenüber abzugrenzen... ob das beim anderen dann toll kommt oder nicht, muss man halt auch aushalten können.

Ja, und genau DAS ist eben gerade das Schwierige für mich ;-)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH