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Grenzen respektieren

KQestrxa


@ Isabell

Grade dieser Satz "Muss man denn alles auf die Goldwaage legen" ist nicht nur beleidigend, sondern es verletzt in diesem Moment (und auch später sehr stark!) - denn man fühlt sich nicht respektiert...

So ist es und keinesfalls ernstgenommen :-( Meine ExSchwieMu ist so ein Prachtexemplar ;-D Mein grosser Sohn sagt immer ihr Lieblingsspruch wäre in so einem Fall: "Nun komm, sei doch nicht soooooo!" >:( Seine Standardantwort drauf mittlerweile: "Warum, Oma? Wie bin ich denn?" ;-D

@ Isa & Lore Ley

Ein Mal bekam ihr Sohn einen Liebesbrief. Wirklich so einen niedlichen mit "Willst Du mit mir gehen... ankreuz... Ja oder Nein... ". So, das wußte ich aber nicht von IHM, sondern der Brief lag vor der Tür, eindeutig an IHN adressiert - MUtter macht ihn auf. Ich schon so zaghaft: "ÄH... W., das kannst Du doch nicht machen... "... sie machte es trotzdem. Sie laß was drinstand und sagte nur "So eine Schlampe kommt nicht an meinen Sohn", packte den Brief und zeriss ihn...

Das ist ja wohl unglaublich >:(

Der 3 jhr. von neben an kriegt zum Geburtstag ein neues Spielzeug.

Die Nachbarskinder kommen vorbei und jeder will natürlich genau dieses Spilzeug, welches der kleine aber nicht hergeben möchte.

Dann kommt Mama und sagt, na na du musst aber auch teilen können, nimmt dem kleinen das Spielzeug weg und gibt es einem anderen Kind.

Sagt mal, wie um Himmels Willen, sollen Kinder bei so einem Verhalten von Erwachsenen Respekt lernen ???

ich hab zu so einer Mutter mal gesagt, stell dir vor du hast ein nagelneues Auto, dann komm ich vorbei sag dir na na du must aber auch teilen können, schnapp mir den Schlüssel und bin weg.

;-D ;-D ;-D :)^ :)^

MjaschginenTkan8one


Hallo die Damen!

Ich bin beeindruckt. Aber ehrlich. Sehr schöner Thread. Ich staune!

Es ist tatsächlich so, Kinder "können nichts dafür". Auch wenn sie die Sirenne sind, die mit ihren Alarmsignalen die Umwelt tyrannisieren, sie sind nur Reaktionsprodukte der aktionen ihrer Eltern. Sie können nichts dafür. Und sie sind nie "schuld" an ihrem "falschen" Verhalten. Die meisten solcher vrnachlässigter oder falsch beahndelter (z.b. überbefürsorgter) Kinder, die mit Gewalt gegen die Übergriffe oder Vernachlässigung ihrer Eltern vorzugehen gelernt haben, sind meist bis weit ins Erwachenenaltzer gestraft, weil sie mit ihren Brachialmethoden sich durchzusetzen oder Verständnis zu erwirken, in ihrer Umwelt auf Granit beißen. Jegliche Beziehungen werden zwangsläufig kompliziert. Verhältnisse zu Autoritäten enden mitunter in offener Feindschaft. "Unterordnung" und "Zusammenarbeit" ist ein nie erlerntes, erlebtes oder vor-gelebtes Mysterium. "Liebe"? Ebenso schwierig. Dieser Liebe fehlt es oft an Empathie, denn der Betreffende ist aus der Unfähigkeit seine eigenen verschrobenen und "funktionsuntüchtigen" Gefühle zu verstehen auch unfähig, die Gefühle Anderer zu verstehen.

So weit meine Gedanken. Ich muss nochmal betonen, dass es mich beeindruckt, wie viel Erfahrung in diesem Thread vonj euch zusammenläuft. Von allen Beteiligten!

Nohc ein Letztes, dass ich selber erst vo ein paar Jahren aus eigener Erfahrung gelernt und begriffen habe:

Es gibt menschliche keine Nähe ohne gesunde Distanz.

MZaschine=nkanonxe


Meine Rechtschreibung. Oh je. :-(

bslau7er BStexrn


@MK

Süß, dass Du Dich immer für Deine Rechtschreibfehler entschuldigst ;-D

b lau0er Stxern


Es gibt menschlich keine Nähe ohne gesunde Distanz.

Da hast du vollkommen recht. Ich merke selber immer wieder, dass ich regelrecht fliehe, wenn ich eine zeitlang zu nah mit anderen Menschen verbringe. Und auch wenn mein Freund sich ausmalt, wie unser Zusammenleben aussieht, habe ich arge Probleme, wenn er meinen Freiraum dabei völlig ignoriert. Wenn ich ihn darauf anspreche bekomme ich auch zu hören "Nimm das nicht so ernst". Tu ich aber.

Eines habe ich aus diesem Thread auch noch gelernt. Ich muss ihm gegenüber klare Grenzen setzen. Das habe ich bislang nicht getan und das ist mit Sicherheit auch ein Grund, warum wir immer mal wieder Probleme miteinander haben.

CeambiHamento


Meine Erleuchtung

Manchmal ist man wirklich wie vernagelt, ich regte mich immer darüber auf das mein Mann meine Grenzen so überhaubt nicht respektiert ( inzwischen ist es schon besser geworden, aber es ist jedesmal Kampf)

und schreibe hier etwas davon das die Co-abhängigen besonders hefftig sind und das ich ja eine Co bin... ähm ... und hatte völlig verdrängt das mein Mann ja - genau wie ich - auch mit einer alkoholkranken Mutter aufgewachsen ist.

Das erklärt auch warum er zuallem JA sagt und hinterher plötzlich mault und Alles wieder umwirft was er vorher zugesagt hat...

das ist Alles, aber das fiel mir hier dann so beim lesen und schreiben wie Schuppen von den Augen.

gruß Niky

KResttra


Verhältnisse zu Autoritäten enden mitunter in offener Feindschaft. "Unterordnung" und "Zusammenarbeit" ist ein nie erlerntes, erlebtes oder vor-gelebtes Mysterium.

Ohja und wie, MK. Ich erlebe das in meinem Job fast täglich: Jugendliche, die genau aus diesem Grund massive Probleme haben auf dem Arbeitsmarkt. Sie können einfach die Autorität (und damit die Grenzen) eines Lehrgangsleiters, eines Lehrmeisters usw nicht akzeptieren und respektieren. Da wird gekommen und gegangen, wie man grad lustig ist, der Unterricht massiv gestört, rumgepöbelt uswusf. Das bedeutet nicht, dass ich für eine sklavische Obrigkeitshörigkeit plädiere, das keinesfalls!

Viele solche Jugendlich haben nie von ihren Eltern (negative) Konsequenzen gespürt oder sie werden davor von ihnen beschützt. Isabell schreibt ja weiter vorne auch von so einem Beispiel. Ich erinnere mich an einen Vorfall vor etlichen Jahren im Kindergarten meines Grossen: Die 75 Kids aller Gruppen waren bei schönem Wetter draussen in einer weitläufige Gartenanlage des KiGa. 2 Jungs, die bereits über 6 Jahre alt waren und bald darauf in die Schule kamen, sind ausgeschlitzt, über den Zaun gestiegen und abgehauen. Die Aufregung könnt Ihr Euch leicht vorstellen. Als Konsequenz wurde von den Erzieherinnen beschlossen, dass die zwei Ausreisser 1 Woche lang nicht nach draussen dürfen, sondern sich drin still beschäftigen müssen. Und was tut einer der Mütter? Sie schiebt die Schuld dem KiGa zu und schützt ihren armen Buben vor dieser unangenehmen Konsequenz indem sie ihn diese Woche NICHT in den KiGa schickt >:( Diese Mutter zieht das nun seit 14 Jahren durch und hat mittlerweile die größten Probleme mit ihrem Sohn

K5e%sOtria


So weit meine Gedanken. Ich muss nochmal betonen, dass es mich beeindruckt, wie viel Erfahrung in diesem Thread vonj euch zusammenläuft. Von allen Beteiligten!

Danke :-D

K-estrxa


blauer Stern

Eines habe ich aus diesem Thread auch noch gelernt. Ich muss ihm gegenüber klare Grenzen setzen. Das habe ich bislang nicht getan und das ist mit Sicherheit auch ein Grund, warum wir immer mal wieder Probleme miteinander haben.

Ja, das kenne ich auch. Für mich ist da als erstes wichtig, dass ich meine Grenzen sehr genau kenne und definieren kann. Und es ist zweitens sehr wichtig, diese dann deutlich und klar anzusprechen. Das Problem ist oft, dass das, was ich als deutlich wahrnehme, der andre gar nicht als deutlich und klar empfindet ;-) Ich hab das mühsam lernen müssen, ich hab früher oft vor lauter Angst verklausuliert und hintenrum rumgedrückt ;-)

MkasRchinenskanone


@ Kestra

Sehr wichtiger Gesichtspunkt, das Verstandenwerden!

Blickkontakt: das A und O! Eine gute Methode (die ich praktiziere) ist, eine Bestätigung einzufordern. Natürlich nicht mit dem Holzhammer, sondern in der Art einer Zusammenfassung. Wenn der Andere verbal widergibt was er verstanden hat, weiß man was er verstanden hat.

Das einfachste Beispiel: Ich will etwas nicht und jemand anderes ignoriert das. Ich weiße ihn wiederholt darauf hin, er ignoriert es weiter. Nun sehe ich mich gezwungen, mit ihm zu reden wie mit einem Kind, schaue ihn an (das nimmt der Situation sofort jede Spaßhaftigkeit!) und sage betont: "Ich will das nicht!" und kontrolliere: "Hast du das verstanden!?" Wenn er jetzt "Ja" sagt, ist er festgenagelt. Eine solche Bestätigung zu brechen ist nicht mit Mißverständnis zu erklären, sondern beweist Böswilligkeit. Und da ist das Plateau der Zusammenarbeit verlassen.

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Ich hab das mühsam lernen müssen, ich hab früher oft vor lauter Angst verklausuliert und hintenrum rumgedrückt

Komisch, wie alt man mitunter werden muss, um bestimmte, im Grunde ganz einfache Sachen, zu lernen und umzusetzen, was? Und wie wundersam solche Dinge dann das Leben verbessern. Plötzlich und ganz wie von selber. :-)

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@ blauer Stern

Wenn ich ihn darauf anspreche bekomme ich auch zu hören "Nimm das nicht so ernst". Tu ich aber.

Sehr richtig! Sehr wichtig!

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@ Camembert ... ähhhh ... Niky ;-)

Das erklärt auch warum er zuallem JA sagt und hinterher plötzlich mault und Alles wieder umwirft was er vorher zugesagt hat...

Kannst du das noch mal erklären? Vor allem was das mit "Co-Abhängigkeit" zu tun hat. Versteh ich nicht. :-| Interessiert mich aber.

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Isabells Geschichte mit dem Liebesbrief ist übrigens echt krass! Wollte ich auch noch mal sagen.

CDam>biamxento


Co-abhängige und Grenzen setzen

Also erst mal ist es so, das Menschen in Alkoholkranken-Familien bestimmte Verhaltensweisen haben . In ihren Haushalten werden offt die Privatsphären der gesammten Familienmitglieder missachtet . Zimmerbetreten ohne vorher anzu kolpfen , einfach mit in's Bad gehen ,obwohl da schon einer drinn ist usw...

Unteranderen ist NEIN ein Wort was bei Co-abhängigen eine sehr >geringe< Bedeutung zu haben scheint. Und damit meine ich nicht nur das Nein, was Jemand für sich selbst nutzt ( nein, ich möchte das nicht) genauso auch das Nein von Anderen.

Ich werd mal ein etwas ausführlichers Beispiel geben.

Eine Familie sitzt am Mittagstisch . Kind 1 ist 14 J. Kind 17 Jahre alt , dazu gibt es noch Mutter und Vater . Mutter serviert das Essen ( Jägerschnitzel mit Pilzen und Kartoffeln) . Mutter tut den Familienmitgliedern auf ( obwohl sie das alle alein könnten) Kind 1 zur Mutter: " Ich möchte nicht so viel , ich hab vorhin erst gefrühstückt." Mutter : "In Deinem Alter muß man ordentlich essen " und tut dem Kind richtig viel auf. Kind 2 : " Mama , ich mag keine Plize ,gib mit bitte nur Kartoffeln und Fleisch" Mutter nickt und packt ihm trotzdem Pilze mit auf den Teller . Kind 2 zieht ein angewiedertes Gesicht . Vater mischt sich ein: " Es wird gegessen was auf den Tisch kommt"

und Mutter nickt ihm freundlich zu wärend sie ihm das neue Glas Bier hinstellt.

Beide Kinder essen auf ... Kind1 könnte eventuel nach dem Essen auf Klo alles wieder raußbringen und Kind 2 hat gelernt das ein Nein keine bedeutung hat und der eigene WILLE und die Grenzen unwichtig sind.

Kind 2 findet eine Freundin und ist ganz verliebt und möchte dann auch mal Sex haben, seine Freundin sagt heute nicht und er drängelt solange bis sie sich ihm trotzdem hingibt und wieder lernt Kind 2 das Grenzen nicht wichtig sind. Bei der Nächsten Frau hat er vieleicht Glück das sie ihre Grenzen fester setzt und er dadurch vieleicht doch lernt auch welche zu setzten und zu respektieren, oder er wird weiter zu allem Ja und Amen sagen und damit unzufrieden sein....

Ist doch etwas länger geworden, aber vieleicht trotzdem verständlich was ich damit ausdrücken will.

Co´s möchten es Allen Recht machen( nicht weil sie es gern tun, sondern um Konflickten aus dem Weg zu gehen) , Co's haben Probleme NEIN zu sagen und von Anderen das NEIN zu respektieren . Co´s müssen sich >gebraucht< fühlen um sich selbst zu akseptieren ... Ein klassischer Satz einer solchen Person : " Ich weiß ich sollte gehen, aber er braucht mich doch"... oder" Er meinte es nicht böse, ich hab ihn provoziert und bin selbst schuld" usw.

gruß Niky

E=hemali:ger Nxut~zer (x#15)


Niky

Co's haben Probleme NEIN zu sagen und von Anderen das NEIN zu respektieren. Co´s müssen sich >gebraucht< fühlen um sich selbst zu akseptieren... Ein klassischer Satz einer solchen Person : " Ich weiß ich sollte gehen, aber er braucht mich doch"... oder" Er meinte es nicht böse, ich hab ihn provoziert und bin selbst schuld" usw

Stimmt, aber kann man das auf Co-Abhängige einschränken? Ich glaube, dass es vielen Menschen so geht, auch den nicht Co-Abhängigen. .....

Diese Situation ist beispielhaft für ein solches Verhalten. Doch was steckt bei den Eltern dahinter die sich so benehmen? Kann man denen die Verantwortung dafür geben, wenn sie es selbst nicht anders gelernt haben? *mal laut nachdenk*......

Richtig ist es in meinen Augen in solch einer Situation, das Essen auf den Tisch zu stellen. Jeder nimmt das, was er möchte und soviel er möchte. Klar ist allerdings dabei, wenn man in dem Moment keinen Hunger hat (was bei Schulkindern allerdings Mittags nach meiner Erfahrung äußerst selten sein dürfte ;-) ),dass ein "Gerenne" jede Stunde an den Kühlschrank oder den Süßigkeitenschrank nicht drin ist am Nachmittag, ohne vorher zu fragen.

Im Übrigen koche ich auch nur solche Sachen, von denen ich weiß, dass zumindest ein großer Teil davon von meinen Kindern auch gerne gegessen wird. Warum sollte ich mich nicht darauf einstellen? Ok, manchmal mache ich auch eine Pilzsoße, die meine Große nicht mag - sie ist die Kartoffeln dann mit Butter und Salz, auch gut. Oder ich mache Rosenkohl, den die Kleine nicht mag. Das ist eine Gratwanderung die wichtig ist: Sie müssen es dann nicht essen, merken aber, dass nicht alles so gemacht wird wie sie es gerne hätten......verstehst Du was ich meine?.....

Alles sowas gehört für mich zum Grenzensetzung - ist nicht eigentlich die ganze Erziehung eine Grenzsetzung......*erneut philosophier*.....Kestra hat mich angesteckt *grins*

Kestra und MK:

Ja, das mit dem Brief war die Höhe!

Ich war in diesem Moment sprachlos - was bei mir was heißen will ;-D.

Später habe ich sie noch mal drauf angesprochen, kein Erfolg. Sie fand sich völlig im Recht damit. Aber auch bei ihrem älteren Sohn, ist ja der Vater meiner Kleinen ;-), scheiterte die Beziehung eben an den fehlenden Grenzen, er kannte GAR KEINE, was ich in diesem Ausmaß bisher kein zweites Mal erlebt habe. Er respektierte niemanden, nicht mal seine Mutter. Seine Chefin auch nur bedingt, weil er ja von ihr abhängig war. Wie der mit seiner Mutter umspringt (von mir als Freundin damals mal abgesehen), da rollen sich sämtliche Fußnägel hoch. Nachdem ich ja dann ihre Erziehungsmethoden miterleben durfte wunderte mich gar nichts mehr.

Nach unserer Trennung allerdings geschah etwas Merkwürdiges: Er lief mir zwei Jahre hinterher (wir lebten ja noch in einem Haus, nur in verschiedenen Wohnungen), respektierte auf ein Mal ALLE von mir vorher so dringend erbetenen Grenzen, er kannte sie ALLE ohne noch mal nachfragen zu müssen. Versteht Ihr? Es gab keine langen GEspräche oder so darüber - d.h. er muß die Grenzen vorher klar gesehen haben, hielt es nur nicht für nötig sie einzuhalten. Naja, anders hatte er es ja nicht gelernt. .....

Liebe Grüße

M>aschi9nenka~noxne


Hallochen Niky

"Co-abhängig" heißt also, in unmittelbarer Nähe von Abhängigen zu leben. Das war mir nicht klar.

Alle Achtung vor deiner Schilderung! die ist so klar, dass mir gerade - in Hinblick auf eine bestimmte Person in meinem Bekanntenkreis - einiges klar wird. Gerade wenn ich unten lese:

Ein klassischer Satz einer solchen Person :

und so weiter...

Diese Person, es ist ein Mädchen, lebt in einer Beziehung, die vor einiger Zeit so gut wie kaputt war. Die beiden waren nur noch pro forma zusammen. Auf meine Frage, warum sie sich nicht trennt, es sei doch ohnehin alles seit langem "im Arsch", antwortete sie: "Weil ihm das wehtun würde." Ich dachte, ich höre nicht richtig. Überhaupt ist für dieses Mädchen bezeichnend, dass sie immer nur auf Andere und nicht auf ihre eigenen Wünsche achtet. Mir standen da schon oft die Haare zu Berge, weil sie sich (von ihrem "Feund", aber auch von Anderen) in einer Weise behandeln lässt, die niemand, den ich sonst kenne, tolerieren würde. Mir tat das schon oft einfach leid, weil sie das einfach nicht verdient. Ich habe es nie verstanden, weil ich selbst ein Mensch mit eher ausgeprägtem Selbsterhaltungstrieb bin, der dazu neigt, Menschen bei Diskrepanzen zur Rede zu stellen. Aber jetzt, wo ich deinen Text lese, wird mir einiges klar... :-| Oder fange ich zumindest an, einiges zu vermuten...

.

Kind 2 hat gelernt das ein Nein keine bedeutung hat und der eigene WILLE und die Grenzen unwichtig sind.

Das ... und alles was daraus erwächst ... -> schlimm. Aber genau so ist es. Der Ess-Tisch ist wirklich der Präzedenzfall für solche "Lernerlebnisse"! Gut gewählt!

"Willst du noch Kartoffelbrei?"

"Nein"

*patsch* (neue Ladung Kartofelbrei aufm Teller)

.

Ist doch etwas länger geworden, aber vieleicht trotzdem verständlich was ich damit ausdrücken will.

Ich fand es nicht lang. Und es war sehr verständlich. :-)

.

Es gibt doch hier einenThread, wo man "gute Threads" verewigen kann. Diesen hier werde ich mal dort eintragen... *trapp tapp*

EXhemaliVger )NutzeWr (x#15)


MK

*räusper*......*wink*......ich war auch so ;-).

Diese Person, es ist ein Mädchen, lebt in einer Beziehung, die vor einiger Zeit so gut wie kaputt war. Die beiden waren nur noch pro forma zusammen. Auf meine Frage, warum sie sich nicht trennt, es sei doch ohnehin alles seit langem "im Arsch", antwortete sie: "Weil ihm das wehtun würde." Ich dachte, ich höre nicht richtig. Überhaupt ist für dieses Mädchen bezeichnend, dass sie immer nur auf Andere und nicht auf ihre eigenen Wünsche achtet. Mir standen da schon oft die Haare zu Berge, weil sie sich (von ihrem "Feund", aber auch von Anderen) in einer Weise behandeln lässt, die niemand, den ich sonst kenne, tolerieren würde.

Ich habe mich erniedrigen lassen bis zum Äußersten - und fand immer noch irgend eine Schuld bei mir für sein Verhalten......da könnte ich mich heute noch selbst schütteln.....

"Er reagiert ja nur so und so, weil er wahrscheinlich diese und jene Ängste hat........" blablabla.

Ich habe heute Nacht, vorm Einschlafen nochmal an diesen Faden gedacht und festgestellt, dass ich nur Beziehungen mit Männern hatte, die die Grenzen nicht einhalten wollten, konnten. Entweder hatten sie selber keine und konnten meine somit nicht respektieren oder sie hatten nur ihre eigenen und meine wurden gar nicht gesehen.

Die Fernsehpsychologin Kallwass hat das mal toll dargestellt (lacht nicht, ich schaue die ab und zu, die ist für solch eine platte Fernsehsendung echt super!!!!! Die Geschichten sind natürlich blöd, aber sie ist gut). Da war auch so ein Pärchen bei dem -in diesem Falle SIE- immer die Grenzen übertreten hat. Frau Kallwass hat zwei Kreise aufgemalt die sich überschneiden, also so wie bei der Mengenlehre und hat jeden in einen Kreis gestellt. Die "Schnittmenge", dass war der Bereich in dem Beide reingehen und rausgehen konnten wann sie wollten. Doch die eigentlichen Kreise waren die Bereiche des Einzelnen. Natürlich kann man die auch mal betreten, aber nur dann, wenn der Andere damit einverstanden ist. Lässt aber der Eine den Anderen immer wieder zu weit in seinen Kreis eindringen, dann ensteht ein Ungleichgewicht........ich fand dieses Beispiel sehr erklärend. Jeder muß den Kreis/Bereich des Anderen respektieren. Nur so kann man sich gut in der Mitte treffen, bzw. hat auch das Vertrauen, den Anderen mal in seinen Bereich vorzulassen. Und, was noch wichtig ist: In dem eigenen Kreis herrschen auch die eigenen Regeln, eben Grenzen, die der Andere zu respektieren hat..........

Tja, aber warum sind solche Mädels wie Du sie kanntest oder so Jemand wie ich so? Warum lassen wir uns das gefallen? Tja, weil es manchmal einfacher ist bei Anderen zu sein als bei sich selbst. Man kann die Verantwortung abschieben, muß sich nicht durchsetzen. Es ist eine im Grunde, so paradox es sich anhören mag bei dem was man da durchleidet, sich alles gefallen lässt, eine Bequemlichkeit........Grenzen zu setzen bedeutet - zumindest Anfangs- Kraft aufzubringen, sich durchsetzen, bei sich selbst bleiben zu können. Jemand der zwar klare Grenzen hat, sie sich aber immer wieder wegnehmen lässt - jahrelang, dem fällt es sehr schwer sie wieder aufzubauen. Ich weiß wovon ich rede. Denn erst JETZT, wo ich sie (halbwegs ;-) ) wiederhabe und nicht mehr hergebe, sehe ich den langen Kampf den ich geführt habe, vor allem die letzten 1,5 Jahre....

Liebe Grüße

K#estr7a


Isabell

Stimmt, aber kann man das auf Co-Abhängige einschränken? Ich glaube, dass es vielen Menschen so geht, auch den nicht Co-Abhängigen. ...

Ja, das ist klar ;-) Aber es ist schon so wie Niky schreibt: Die mangelnden eigenen und fremden Grenzen kommen bei den sog. Co-Abhängigen eben in besonderen Maße und auch häufig in sehr extremer Ausprägung vor :-/ Du musst da nämlich als Kind ständig aufpassen, extrem Rücksicht nehmen. Sprich Dich, Deine Bedürfnisse und Grenzen ständig selbst zurücknehmen, weil ein Elternteil sonst ausflippt und wieder einen Grund für den Stoff hat (egal wie der aussieht), woran Du dann selbstverständlich Schuld hast >:(

Zwei Buchtipps in dem Zusammenhang: "Die Sucht gebraucht zu werden" und "Kraft zum Loslassen", beide von Meldoy Beattie. Sie sind zwar in erster Linie für Co-Abhängige, aber voll mit soviel Weisheit und Erkenntnissen, dass ich sie jedem, der Probleme mit Grenzen hat, nur wärmstens ans Herz legen kann :-)

Ich habe heute Nacht, vorm Einschlafen nochmal an diesen Faden gedacht und festgestellt, dass ich nur Beziehungen mit Männern hatte, die die Grenzen nicht einhalten wollten, konnten. Entweder hatten sie selber keine und konnten meine somit nicht respektieren oder sie hatten nur ihre eigenen und meine wurden gar nicht gesehen.

Klasse :)^ Also ich meine jetzt Deine Erkenntnis ;-)

Tja, aber warum sind solche Mädels wie Du sie kanntest oder so Jemand wie ich so? Warum lassen wir uns das gefallen? Tja, weil es manchmal einfacher ist bei Anderen zu sein als bei sich selbst. Man kann die Verantwortung abschieben, muß sich nicht durchsetzen. Es ist eine im Grunde, so paradox es sich anhören mag bei dem was man da durchleidet, sich alles gefallen lässt, eine Bequemlichkeit... Grenzen zu setzen bedeutet - zumindest Anfangs- Kraft aufzubringen, sich durchsetzen, bei sich selbst bleiben zu können.

Ja, da hast Du Recht, Isabell. Aber da kommt noch ein andrer Mechanismus in Gang. Die Gewohnheit und Bequemlichkeit des Gegenübers. Wenn ich plötzlich eine Grenze setze, ist das für den andren unbequem, logisch, er bekommt oder darf ja nicht mehr wie und was er will und möchte. Also ist der verwundert, verärgert oder sonst was. Dann wird probiert, ob man die Isa oder die Kestra nicht doch wieder dahin bringen, wo man sie haben will und sie schon immer war ;-) So nach dem Motto: "Ja, was ist denn jetzt los? Des gibts doch nicht, was hat die denn?" und das Gegenüber versucht durch verstärktem Druck Dich doch wieder in Dein altes Muster zu bringen. Ich sag nicht, dass das alles bewusst und geplant abläuft. Jedenfalls muss man dann gegen diesen verstärkten Druck auch wieder "ankämpfen" und standhaft bleiben, und das obwohl man schon soviel Mut und Kraft für die erste Grenzziehung gebraucht hat! Das kostet Kraft, aber wenn man dabei umfällt, hat man dem andern gezeigt, dass er nur den Druck verstärken muss und schon geht wieder alles seinen gewohnten Gang mit der Kestra ;-) Für mich bedeutet es, dass auch die Umwelt sich hart damit tut und man nicht gleich beim ersten Widerstand umfallen darf, sonst wird das nie was. Meine Erkenntnis: Jeder, der anfängt Grenzen zu setzen, sollte sich unbedingt darauf einstellen, dass die Umwelt nicht Hurrah schreit, sondern sich auf eine (evtl heftige) Zeit des Widerstands einstellen.

*:)

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