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Grenzen respektieren

I9sa[bevlxl


Ich danke Euch @:)

*ganz gerührt ist*......

Es WAR schlimm damals.

IHM selbst habe ich es gar nicht mal so wirklich übelgenommen. Er hatte sehr, sehr große Probleme, in und mit seinem Leben. Klar eigentlich, oder??

Wir hatten danach noch oft Kontakt, da ich ja so ca. ein Jahr später wieder völlig in der Clique drin war (und ich blöde Nuss war auch noch dankbar, bzw. froh darüber!). Er wurde wirklich dann Geschäftsführer dieser Kneipe, gearbeitet habe ich da nicht mehr, bin dann in einem Restaurant arbeiten gegangen.

Dann flossen die Jahre so dahin, ich hatte meine Ehe, mein Kind geboren......wir sahen uns immer seltener. Eines Abends hatte ich "Ausgang", kam in eben diese Kneipe und er war auch da. Wir unterhielten uns stundenlang. Er erzählte mir von der Therapie die er machte, wegen seiner Spielsucht (Alkoholiker war er wohl nicht - höchstens ein Quartalstrinker, obwohl, reichen tut das ja auch... :-/). Auf jeden Fall hatten wir ein super Gespräch. Er fragte auch nach meiner Panik, er hatte es nicht vergessen, nach meiner Therapie, in der ich da so ungefähr ein Jahr war. Wir freuten uns gegenseitig, dass wir Beide auf dem aufsteigenden Ast waren. Wir hatten Spass, alberten rum wie früher........dann machte die Kneipe zu und wir beschlossen noch in eine Disko zu fahren die länger auf hatte (obwohl wir Beide nie die Diskotypen waren, aber der Abend war zu schön). Das taten wir auch. In der Disko traf er noch einen anderen Kumpel, kam mit ihm ins Gespräch - ebenso ich mit wieder jemand Anderem und so verloren wir uns aus den Augen.

Irgendwann fuhr ich mit dem Taxi nach Hause.

Am nächsten Morgen ein Anruf, Morgens um 10:00: Ein anderer Freund war dran.....druckste rum.....bis er mir erzählte, dass mein Freund tödlich verunglückt sei.....er hatte mich gesucht und nicht gefunden, sich in sein Auto gesetzt, voll frustriert und ist gefahren (betrunken!)....dann wohl auf der Landstraße von der Fahrbahn abgekommen und in den Graben rein. Die Leute, die dran vorbeigefahren sind haben nicht an einen Unfall gedacht. Sie sahen "nur" ein Auto im Graben liegen.....doch er ist gestorben in diesem Auto. Allein.

Das ist das Ende von dieser Geschichte, von diesem Menschen. Ich war damals vorerst nur dankbar, dankbar, dass ich mit ihm noch so einen Abend mit solchen tollen Gesprächen hatten - 5 Jahre nach unserer Beziehung. Und eigentlich bin ich heute noch dankbar dafür - ich durfte auf diese Art Abschied von ihm nehmen. Einem Menschen, der sich nie so befreien durfte wie wir es jetzt dürfen. Er war 28 Jahre alt.

Schlimm war die Reaktion der Umgebung: WIEDER wurde ich geschnitten......"ISA hat ihn 'sitzenlassen'........sonst hätte er das NIE gemacht!"........Völliger Quatsch. Ich hatte ihn 1. nicht sitzengelassen und 2. selbst WENN, dann ist er immer noch alt genug gewesen zu wissen was er tut.

Und hier kam auch wieder die Mutter ins Spiel: Ich habe im Januar Geburtstag. Sein Unfall war Anfang Februar. Ich fand damals das Lied von 'Coolio' so klasse "Gangsters in Paradis" (wie passend!). Er hatte mir die CD zum Geburtstag gekauft, sie muß wohl im Auto gelegen haben, er wollte sie mir immer geben.......aber naja, dazu ist es nicht mehr gekommen. Lange nach der Beerdigung fragte ich seine Mutter, ob diese CD wohl in seinem Auto war, sie sie gefunden hätte, sie würde mir so viel bedeuten..... Sie meinte, sie würde nachschauen - und dann "Nein, keine CD da"........klar war sie da, sie hat sie mir einfach vorenthalten (hat mir sein Bruder später erzählt). Selbst über den Tod hinaus hat sie noch über sein Leben bestimmt..........

So, dass ist aber jetzt wirklich das Ende dieser Geschichte.......vier Jahre später, nach einer Beziehung mit einem Freund aus eben dieser Clique von damals, aus der auch meine kleine Tochter hervorging, war ich mehr als froh von dort wegzukommen.........

Liebe Grüße

Mwasch0inenkan(oxne


Oh oh. :-|

Wie gehts denn dir persönlich heute mit dieser Geschichte? Wenn du sie - wie uns hier - erzählst?

pweace@fulxl


hi isa .. dich ma drück.. hmm irgendwie fehlt da der passende smily um meine gefühle auszudrücken :-/ ... hmm grad nochmals drück... %-|

I[sabe>lxl


MK und Peace

Wenn ich sie erzähle, dann laufen mir die Tränen. Der Schmerz den ich damals partout nicht haben wollte, den kann ich heute zulassen. Aber es sind auch keine Tränen, die verzweifelt sind, oder mich wirklich noch traurig machen können.....ist auch ein Teil Erleichterung dabei ...

Ich danke Euch und drücke Euch zurück!

Liebe Grüße *:)

p7eaceNfeulxl


x:)

M*aschi_nenkandonxe


Ich hab doch gar nicht gedrückt. :-|

Aber na gut, ausnahmsweise. ;-D

bSla+uer SEterxn


Liebe Isa

das ist wirklich eine sehr traurige Geschichte mit einem traurigen Ende. Ich drück dich auch nochmal :°_

MOaschzinenkHanone


Ich hab das Bedürfnis, auch noch was Ernsthaftes zu schreiben.

Die Geschichte ist wirkliuch traurig. Aber bei aller Tragik und Endgültigkeit hat sie auch - wie du es mit deinen "Tränen der Erleichterung" ja auch andeutest, Isa - etwas Befreiendes. Ein Abschied für immer, aber im Guten. Alles bereinigt. Klingt fast nach Schicksal, als sollte es so kommen.

Ich glaube trotzdem, dass es ungeheuer schwer ist, mit so etwas fertig zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in entscheidenden Erinnerungsmomenten wieder ans Licht gekrabbelt kommt und eine große Wehmut verbreitet.

Ich denke aber auch, dass gerade solche Erfahrungen den Menschen lehren, dass "das Schicksal" etwas ist, das man nicht verändern, sondern das man nur annehmen kann. Und wenn man dazu fähig, bzw. bereit wird, hat man die Chance, hinter allem einen Sinn zu sehen. Oder wenigstens zu vermuten? Oder ist "Sinn" überhaupt das flasche Wort? Vielleicht steht jenseits solcher Erfahrungen, dass im Grunde doch nichts wirklich "schlimm" ist, was passiert. Das eben alles "einfach passiert".

Ich weiß nicht, ob ich gerade Blödsinn schreibe, aber mich hat auch mal ein unerwarteter Todesfall berührt, vor vielen Jahren, von einem damals 22jährigen Mädchen. Das hat mich sogar ziemlich berührt ud über lange Zeit. So etwas verändert irgendwie die Sicht aufs ganze Leben.

b(laKuerA Ste0rn


Hallo MK

das ist kein Blödsinn, ich empfinde ganz ähnlich. Der Tod kann auch Erleichterung bedeuten, das hängt aber wohl auch damit zusammen, an was man glaubt.

Mir fällt auch eine Geschichte dazu ein. Vor etlichen jahren ist meine Großmutter gestorben. Mein Großvater hat den Tod nicht verkraftet und hat seinen Lebenswillen verloren. Er hat sich um nichts mehr gekümmert, auch nicht mehr um sich selbst, selbst Essen und trinken waren ihm egal. Nach ca. 2 Jahren ist er dann gestorben. Bei der Beerdigung hatte ich dann plötzlich den Eindruck, ihn in der Kapelle neben seinen Sarg stehen zu sehen. Er war glücklich. Sein Tod war damit wirklich eine Erleichterung sowohl für ihn wie auch für uns Angehörige.

Mqasc!hi1ne"nka!nonxe


Wie "Eindruck, ihn neben seinem Sarg stehen zu sehen"? War das eine eigene Interpretation der Sitaution? Ein Gefühl? Oder eine Ahnung, dass er sich nun als Wesen "auf den Weg" macht?

So etwas ist schwer zu beschreiben, ich weiß.

Ich habe eine Freundin, die hat einen nahen Angehörigen auf extreme Weise verloren. Sie hat danach Dinge in einer Deutlichkeit erlebt, dass sie nicht wusste, ob sie sich drüber freuen, oder davor Angst haben sollte. Aber sie hat überhaupt "seltsame Fähigkeiten", auf die sie glaub ich lieber verzichten würde. Das hat diese Dinge wohl begünstigt.

Aber ich glaube, das hatten wir auch schon in "luziden" Thread.

b*lauebr Sjtexrn


@MK

Wie "Eindruck, ihn neben seinem Sarg stehen zu sehen"? War das eine eigene Interpretation der Sitaution? Ein Gefühl? Oder eine Ahnung, dass er sich nun als Wesen "auf den Weg" macht?

Das kann ich Dir ehrlich gesagt nicht beantworten. Mir sind selber schon zu merkwürdige Dinge passiert, so dass ich eine ganze Menge für möglich halte. Dass ich meinen Großvater dort gesehen habe, hat mir in jedem Fall eine innere Ruhe gegeben.

Ich habe eine Freundin, die hat einen nahen Angehörigen auf extreme Weise verloren. Sie hat danach Dinge in einer Deutlichkeit erlebt, dass sie nicht wusste, ob sie sich drüber freuen, oder davor Angst haben sollte. Aber sie hat überhaupt "seltsame Fähigkeiten", auf die sie glaub ich lieber verzichten würde.

Das kann ich gut nachvollziehen. Solange ich meine Erlebnisse immer noch mit Zufall oder zuviel Fantasie erklären kann ist es in Ordnung. Räume ich dagegen ein, dass da tatsächlich eine übersinnliche Wahrnehmung mit im Spiel sein könnte, bekomme ich es mit der Angst zu tun.

I^sapbexll


MK

Oh sorry, ich wollte Dich nicht überfallen mit dem "Drücken" ;-).

Naja, besser ein Mal zu viel als ein Mal zu wenig....

Zum ernsteren Teil:

Ich denke aber auch, dass gerade solche Erfahrungen den Menschen lehren, dass "das Schicksal" etwas ist, das man nicht verändern, sondern das man nur annehmen kann.

Ja, das stimmt. Jahre zuvor hat sich eine langjährige Freundin von mir das Leben genommen, mit 19. Und dann er.

Beide sind mir in meinen Träumen erschinen, manchmal heute noch. Ich glaube nicht daran, dass sie es wirklich waren. Was ich glaube ist, dass ich selbst einfach so besser verarbeiten kann. Ich unterhalte mich mit ihnen dann auch immer wie es ihnen jetzt geht, wie es mir geht, sie machen mir Mut oder so. Solche Träume sind äußerst selten, aber sie kommen immer wieder mal. Und sie sind schön und geben mir Trost.

Oh jeee.....jetzt kommen wir immer mehr vom Thema ab......

LG

MDaschinenOkanoxne


Vielleicht kommen wir gerade zum Thema hin? ;-) Von "respektierten Grenzen" zur "Grenzdurchlässigkeit". Allerdings in ganz anderem Kontext.

Wichtig ist - nach meinem Empfinden - nur, dass Leute erzählen, was sie bewegt und wie es sie bewegt. Und dass Andere dadurch ermutigt werden, dasselbe zu tun. Das ist lebendiger Dialog, das ist echt. Was ich persönlich demgegenüber immer wieder als wenig nutzbringend erlebe ist theoretisch-konjuntives "Intellektuellen-Schach". "Interessant wäre, wenn", "Was könnte sein", "Ich vermute, dass", "Wenn dieses und jenes" ... lauter so'n Zeug ohne Erfahrungsgrundlage. Deshalb hab ich hier weiter vorn auch mal geschrieben "Schade dass der Thread ver-theoretisiert." Interessant sind Fragen wie "Was geschieht", "Was ist", "Was empfinde ich". Das ist lebendig. Das ist relevant. Wichtig. Bedeutsam.

Also zumindest ist das meine Meinung.

I8sabexll


Mhh.......

Was ich persönlich demgegenüber immer wieder als wenig nutzbringend erlebe ist theoretisch-konjuntives "Intellektuellen-Schach". "Interessant wäre, wenn", "Was könnte sein", "Ich vermute, dass", "Wenn dieses und jenes" ... lauter so'n Zeug ohne Erfahrungsgrundlage.

Was verstehst Du unter "nutzbringend"?

Ist es denn nicht auch so, dass grade dieses "Was wäre wenn/könnte sein......." etc. uns dazu bringt Grenzen zu erkennen, sie sich vorstellen zu können? Für sich selbst Grenzen zu bilden?

Z.B.:

Ich habe mal bei einer Freundin erlebt, die mit ihrem Freund zusammen lebten, diesen aber mit einem Anderen hinterging . Und dann war sie schwanger. Und wußte nicht von wem.

Ich war damals auch in einer Beziehung und überlegte mir: Was wäre wenn ich in der Situation wäre......Was würde ich machen......und so habe ich für mich selbst Grenzen gesetzt: Dass ich nicht betrügen und hintergehen will. Dass ich vor allem spätestens dann, wenn ich schwanger wäre und nicht wüsste von wem konsequent sein würde. Und somit hatte ich eine Grenze gesetzt, die vorher für mich sowieso nicht zutraf - aber durch die "was wäre wenn" - Geschichte konnte ich sie klar erkennen......

So etwas muß nicht immer auf direkte Geschehnisse in der Umgebung passieren. Es kommen öfter mal Gedanken auf, manchmal nur in Sekundenbruchteilen bei denen man sofort merkt: "Das könnte ich nicht oder das könnte ich schon"......und in diesen Sekundenbruchteilen setzen sich die Grenzen, vielleicht auch immer wieder andere und/oder alte Grenzen werden durchlässiger.

Deshalb hab ich hier weiter vorn auch mal geschrieben "Schade dass der Thread ver-theoretisiert." Interessant sind Fragen wie "Was geschieht", "Was ist", "Was empfinde ich". Das ist lebendig. Das ist relevant. Wichtig. Bedeutsam

Kann man Dinge die wirklich geschehen, die wirklich sind denn mit "Was empfinde ich" gleich setzen?? Meiner Meinung nach nicht. Denn ich empfinde ja auch bei einem Liebesfilm etwas, selbst DA sind es doch meine Grenzen die mich auf ihn reagieren lassen, die mich weinen lassen oder eben wütend werden lassen auf oder über die Protagonisten. Und dieser Film geschieht auch nicht wirklich.

Hand auf's Herz:

Wer hat nicht schon mal glücklich verliebt neben seinem Partner im Bett gelegen und gedacht: Oh je, was wäre wenn er jetzt Morgen ankommt und mir sagt er hätte eine Andere? Oder was wäre wenn........

Ich weiß, Du meintest das Theorisieren ein wenig anders, Du hast es mehr auf das Reden über das Generationsthema bezogen. Wie es früher war, wie die Umstände dort waren usw.. Ob es damals mehr oder weniger Grenzen gab, ob die Grenzen im Grunde "festgelegt" waren. Aber auch hier lehrt mich das theorisieren doch immer was. Es lehrt mich was, wenn ich meine Oma sehe, die 50 Jahre unglücklich in einer Muß-Ehe gelebt hat - es ging eben nicht anders.

Es ist natürlich irgendwann müßig darüber zu spekulieren wie war es, hätte man es anders machen können etc.. Nicht müßig ist es aber für uns selbst im Einzelnen.

Denn wenn ich das Leben meiner Oma vor Augen habe, dann schätze ich mich glücklich, dass ich heute meine Grenzen erkunden darf und auch ihre Einhaltung fordern darf. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass meine Oma mit Sicherheit nicht so unglücklich war, wie wir das heute in ihrer Situation wären - eben weil wir anders groß geworden sind.

Und somit halte ich das Theorisieren nicht für unlebendig, irrelevant, unwichtig, nicht bedeutsam - es trägt dazu bei um sich um so lebendiger zu fühlen.....

So, das war jetzt mein philosophieren für diese Nacht, nun ist es echt Zeit für's Bett ;-).

Liebe Grüße

K:estrxa


Isabell

Ein kurzer Gruß aus meinem Patchworkchaos ;-D

So etwas muß nicht immer auf direkte Geschehnisse in der Umgebung passieren. Es kommen öfter mal Gedanken auf, manchmal nur in Sekundenbruchteilen bei denen man sofort merkt: "Das könnte ich nicht oder das könnte ich schon"... und in diesen Sekundenbruchteilen setzen sich die Grenzen, vielleicht auch immer wieder andere und/oder alte Grenzen werden durchlässiger.

Ich verstehe, was Du meinst, Isabell. Aber ich hab bei mir festgestellt, dass meine Grenzen dann doch anders sind, als ich mir das vorher "theoretisch" ausgemalt habe, wenn ich dann tatsächlich in der Situation stecke (blöder Satz ;-) ).

Ich habe z.B. immer gedacht, ich würde mich von einem Partner SOFORT trennen, wenn er mich mit einer andren Frau betrügt. Und dann hat mich mein Ex, noch dazu während ich schwanger war, monatelang belogen und betrogen. Und was hab ich getan? Ich bin bei ihm geblieben, hab ihm verziehen, was ich mir vorher nie hätte vorstellen können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei vielen Dingen erst an meine Grenze kommen muss, um zu erkennen, dass da eine ist, dass ich mit dieser speziellen Grenzüberschreitung nicht klarkomme. Erst dann macht sich wirklich das Unwohlsein breit oder vielleicht auch nicht, wo ich vorher gemeint habe, ich würde das nicht akzeptieren können

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