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Verlustangst - starke Beziehung zu Eltern - Angst vor Zeit

Mti@hapx hat die Diskussion gestartet


Hallo,

sicherlich wird mich nun der ein, oder andere als Muttersöhnchen halten, aber ich habe da ein echtes Problem *g*

Schon als kleines Kind hing ich ganz unglaublich an meinen Eltern. Sobald ich von meinen Eltern für längere Zeit getrennt war, z.B. wenn sie in den Urlaub gefahren sind wurde mir schlecht und ich wurde für ein paar Stunden krank, obwohl ich das gar nicht wollte. Ich freute mich so ab 15 Jahren eigentlich, wenn ich mal alleine zu Hause war. Aber irgendwie war mir trotzdem schlecht.

Mittlerweile wohne ich nicht mehr zu Hause, was auch soweit kein Problem ist. Aber ich habe schon immer eine sehr gute Beziehung zu meinen Eltern gehabt und leide nun irgendwie unter enormer Verlustangst. Der Gedanke, dass meinen Eltern etwas passieren könnte macht mich wahnsinnig. Ich wüßte nicht, zu wem ich sonst gehen soll, wenn ich Probleme habe. Ich habe das Gefühl, dass ich ohne meine Eltern, speziell meine Mutter kein Leben führen könnte. Wenn ihnen etwas passieren sollte wäre ich sogar fast soweit ihnen hinterherzukommen, nur in der Hoffnung, dass ich wieder mit ihnen zusammen sein kann.

Wo ich das so schreibe merke ich erst, wie verrückt das eigentlich ist. Aber ich kann das einfach nicht abstellen.

Dazu kommt, dass ich natürlich mitbekomme, wie meine Eltern immer älter werden, ich werde ja auch immer älter. Ich habe unglaubliche Angst vor der Zeit. Ich sehe mit an, wie meine Eltern immer älter werden und ich sehe die Zeit davonrennen, die ich noch mit ihnen habe. Das macht mich so fertig, dass ich sofort losheulen könnte. Ich kann diesen Prozess ja nicht aufhalten, die Zeit rennt und rennt.

Hat jemand eine Idee, was ich da machen kann? Zu einem Psychologen möchte ich eigentlich nicht. Vielleicht hat jemand ja ein paar Denkanstöße, die mir helfen darüber wegzukommen.

Danke

Mihax

Antworten
Hze8tty


Hallo Mihax...

... es gibt immer wieder Kinder die sehr an ihren Eltern hängen, und die üblichen Probleme von Teanis mit ihren Eltern nicht haben und sich einfach gut mit Ihnen verstehen. Das ist ja auch eigentlich sehr schön. Aber genau wie dir ging es mir auch. Enorme Verlustängste und irgendwie wurde ich nicht so richtig selbständig. Dann lernte ich meinen Mann kennen und es wurde zumindestens bei der Selbständigkeit besser. Aber die Verlustängste habe ich immer mit mir rum geschleppt. Nun ist es leider vor einigen Jahren passiert. Erst starb mein Vater und zwei Jahre später meine Mutter. Das schwarze Loch war unglaublich, aber ich habe überlebt.

Was mir geholfen hat, war die Erinnerung an eine schöne Zeit mit Ihnen. Ich war viel bei Ihnen und habe immer viel mit ihnen gemacht. Wir hatten auch schon mal Streit, aber ansonsten war die Beziehung zu ihnen in Ordnung.

Du musst dich leider damit abfinden, das Menschen und damit leider auch die die wir lieben, nicht ewig da sind. Du musst lernen mit diesen Verlustängsten zu leben und dir einen anderen Halt im Leben zu suchen, Freunde/Freundin/Freund etc. Das hilft etwas. Und zum anderen, geniesse die Jahre die Du mit Ihnen hast. Es ist leider der normale Verlauf im Leben.

Aber Du schaffst das... Mit der Zeit... Darf ich fragen, wie alt Du bist ???

Alles Gute und Kopf hoch

m%eerbxlau


Hi Mihax,

ich kenne diese Verlustangst auch, ich hatte sie als Kind sehr stark, manchmal lag ich im Bett und konnte nicht einschlafen, weil ich mir vorstellte meine Eltern zu verlieren, es war ein schreckliches Gefühl.

Aber wie Hetty schon schreibt, suche dir Freunde und wenn du eine Partnerin hast, wird es besser.

Bei mir ging das Gefühl weg, als ich eine Beziehung hatte, aber trotzdem hat man immer Angst um seine Lieben, es kommen immer mehr dazu.

Gott sei dank, war ich schon älter, als ich dann meine Eltern verlor.

Ich denke um so jünger man ist, um so schlimmer wäre es.

Genieße die Gegenwart und denke nicht was sein könnte. Jetzt ist jetzt und deine Eltern sind noch da, gehe sie so oft wie möglich besuchen. Irgendwann wird dein Gefühl sich verändern.

Du brauchst zu keinen Psychologen, du bist halt sehr sensibel, das ist doch sehr schön.

MEihaxx


Hi,

vielen vielen Dank!! Das baut mich wirklich sehr auf. Ich bin jetzt 23 Jahre alt. Mein Vater hatte vor 3 Jahren eine Gehirnblutung, hat es aber überlebt. Dennoch merke ich halt, wie beide immer vergesslicher werden und ich habe Angst, dass ich mehr und mehr von den alten Zeiten verliere. Ich wäre so gerne nochmal 7 Jahre alt, oder so.

Aber es tut gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht. Habe auch schon überlegt, ob es mit einer Freundin vielleicht besser werden würde. Weil ich bin seit einigen Jahren wieder Single und hatte nie intensive Beziehungen, die über längeren Zeitraum gingen. Ich widme ca. 80% meiner Zeit meinem Studium und die anderen 20% mache ich nichts, oder gehe meinen Hobbies nach. Ich bin keiner, der es leicht hat sich ne Freundin zu suchen, weiß auch nicht wieso nicht *g* Aber vielleicht könnte mir das wirklich helfen.

Viele Grüße

Mihax

KLlaei>o


Mihax

Wenn man eine vertrauensvolle und liebevolle Beziehung zu den Eltern hat, dann wünscht man sich natürlich, dass sie so lange wie möglich leben.

Ich wüßte nicht, zu wem ich sonst gehen soll, wenn ich Probleme habe.

Nun, zu niemandem. Sicher ist es schön eine Partnerin, Freunde zu haben, aber nicht unbedingt deswegen, weil man mit seinen Problemen zu ihnen gehen kann, auch wenn man es natürlich tut, weil es gut ist, dass einem jemand zuhört. Aus dem Grund, dass sie einem dabei helfen Probleme zu lösen, wäre allerdings eine Abhängigkeit und wenn man selbständig, selbstbewusst und selbstverantwortlich ist, dann braucht man andere nicht, um Probleme zu lösen. Klar, ist es schön, wenn man von der Lebenserfahrung anderer, eben auch der Eltern profitieren kann und gerade in jungen Jahren ist es sehr hilfreich, wenn man nicht unbedingt jeden Fehler macht, um daraus zu lernen, aber je älter man selbst wird, gewinnt man selbst Lebenserfahrung und ist irgendwann selbständig. Also würde ich vorschlagen, dass Du an Deinem Selbstbewusstsein arbeitest. Das heißt nicht, dass es leichter wird, wenn Du Deine Eltern irgendwann verlierst, aber die Angst, dass Du alleine nicht zurecht kommst, wirst Du dann nicht mehr haben.

MNihxax


Hallo,

hm ich glaube da hast Du recht. Ich trete zwar meist sehr selbstbewußt auf, bin aber innerlich sehr sensibel und kann schnell verletzt werden. Auch seelischem Druck kann ich nicht wirklich gut standhalten. Bin eben ein Sensibelchen :-)

Ok, dann werde ich irgendwie versuchen an meinem Selbstbewußtsein zu arbeiten. Hast Du irgendwie einen Vorschlag, wie ich das am besten angehen kann? Mich neuen Herausforderungen stellen? Bewußter auf Sachen eingehen? Selbst die Initiative ergreifen?

Gruß

Mihax

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