» »

Angst und Panickattacken (vegeative Dystonie)

C7laudGia(S20-)


Panikattacken, Depressionen und ein Hang zur Hypochondrie...

Als ich eben in diesem Forum gelesen habe, habe ich mich das erste Mal verstanden und nicht allein auf der Welt mit meinen Problemen gefühlt.

Als ich ca. 12 Jahre alt war lag ich eines Abends in meinem Bett. Auf einmal wurde mir total schwindlig und übel, mein Herz begann zu rasen, ich bekam kaum noch Luft und ich hatte Todesangst. Die Symptome hielten noch ein paar Stunden an, bis ich irgendwann wieder einschlief. Damals wusste ich natürlich noch nicht was mit mir los ist (nicht, dass ich es heute genau wüsste...), deshalb dachte ich, ich wäre krank. Schlimm krank. Ich versuchte meinen Eltern von dieser schrecklichen Nacht zu erzählen, aber von ihnen hörte ich nur Dinge wie: "Das ist die Pubertät, Kind, das ist ganz normal." Ich schlug mich von da an noch häufiger mit Panikattacken dieser Art rum, dazu kamen noch gravierende Kreislaufprobleme und eine fast ständige Übelkeit, die medizinisch nicht zu erklären war. Man kam mir wieder mit der Pubertät... Oder warf mir vor ich würde mir das alles nur eindilden. Mein Bild von der Erwachsenenwelt wurde damals ganz schön erschüttert. Ich entwickelte mich schließlich zu einem Hypochondra. Ich brauchte nur von einer Krankheit lesen, und sofort stellte ich deren Symptome an mir fest. Die Panikattacken nahmen zu. Diese Attacken waren mir unglaublich peinlich, und ich wollte sie keinesfalls in Gegenwart anderer haben. Deshalb ging ich dann auch später nie in Discos o.ä. Orte, an denen sich viele Menschen aufhielten. Manchmal hatte ich Jahre Ruhe und fühlte mich relativ gut, dann gab es wieder krasse Monate, in denen ich wirklich lieber gestorben wäre, als weiter so zu leben. Wirklich an Selbstmord dachte ich allerdings nie, weil ich ja auch immer wieder positive Phasen erlebte. Seit ca. einem Jahr ist es aber wieder ganz extrem. Die Panikattacken suchen mich in den unmöglichsten Momenten heim, ich fühle mich nirgends mehr sicher. Manchmal mag ich mich von meinem Freund nicht anfassen lassen, weil ich das Gefühl habe, sobald er mir zu Nahe kommt, gehts mir gleich wieder dreckig. Neulich Nacht bin ich am ganzen Körper zitternd aufgewacht, ich starb fast vor Angst. Hinzu ist ein weiteres furchtbares Gefühl gekommen: Mir kommt alles furchtbar unrealistisch und fremd vor, als würde ich die Welt durch einen Fernseher oder so sehen. Seit einem Jahr! Dieses Gefühl bringt mich noch um den Verstand. Heute in der Vorlesung musste ich aus dem Raum rennen, da kam alles zusammen: Eine Panikattacke mit unglaublicher Übelkeit bahnte sich an, mir wurde unglaublich schwindlig und schlecht, alles war unglaublich surreal und ich dachte, ich müsse sterben. Im Bus nach Hause beruhigte ich mich dann wieder einigermaßen, aber ich fühle mich furchtbar tot in mir drin. Ich verstehe das alles nicht, woher es kommt, was ich verbrochen habe. Eigentlich könnte mein Leben so super laufen. Ich hab liebe Freunde, einen tollen Freund, meinen Traumstudienplatz... Wo liegt nur die Ursache für diese ganze Scheiße? Ich werde mir noch heute einen Psychologen suchen, ich kann so nicht mehr weiterleben. Er ist meine letzte Hoffnung. Hoffnung habt auch ihr mir mit euren Beiträgen gegeben. Es ist wirklich schön zu wissen, dass man nicht allein ist.

Claudia (20)

PS: Wenn ihr euch mit meinem Problem identifizieren könnt könnt ihr mir natürlich auch mailen: Krapfen82@yahoo.de

AInIdAreasx 36


Hallo, Leidensgenossen und -genossinnen.

Da ich neu im Forum bin, zunächst mal was zu meiner Person. Bin 36, Redakteur, beruflich einigermaßen erfolgreich, wohne in Speyer in der Pfalz und bin eigentlich ein sehr lebenslustiger, aktiver Typ. Eigentlich, wie gesagt, denn seit ein paar Jahren plagen mich eben jene Symptome, die ihr auch schildert. Angst im Auto (vor allem bei Staus), Angst im Kino (muss immer am Gang sitzen), Angst in der Schlange an der Supermarktkasse (manchmal gehe ich gar nicht in den Laden, wenn ich sehe, dass viel los ist und ich eventuell warten müsste), manchmal sogar Angst, mich mit mir vertrauten Personen und Freunden in Kneipen zu treffen, in denen ich schon seit Jahren verkehre. Mein Hauptsymptom war einst das Pulsrasen, das habe ich inzwischen aber einigermaßen unter Kontrolle, weil ich zweimal durchgecheckt worden bin, mein Herz immer noch eine sehr gute Leistungsfähigkeit hat und auch in punkto Venen und Arterien sowie EKG alles in bester Ordnung ist. Auch die Blutwerte sind okay, organisch besteht also kein Grund zur Sorge - was ich anscheinend soweit verinnerlicht habe. Die Angst äußert sich nun in dem vom Rücken ausgehenden Gefühl, meinen Körper nicht mehr koordinieren zu können. Ich denke in solchen Momenten, mich zöge jemand nach hinten (böse, böse Psyche ;-)) - und es wird mir ganz schön schummrig, wenn ich mich schnell drehe. Das nervt mich zur Scheiße. Besonders belastend ist es für mich, dass ich schon Tage vor einem Event mit vielen oder unbekannten Leute beginne, mich mit der Sache zu beschäftigen. Was wird auf mich zukommen? Wird jemand merken, wie es mir geht? Werde ich das alles aushalten? Solche Fragen stelle ich mir, auch wenn es sich um sauschöne Ereignisse handelt. Und schon, wenn ich nur einen klitzekleinen Gedanken daran verschwende, bekomme ich schwache Beine - und die Lust ist mir genommen. Ätzend.

Bis dato habe ich das alles noch nicht so recht in den Griff bekommen, auch nicht mit einer (noch andauernden Gesprächstherapie). Festgestellt habe ich allerdings, dass Sport unheimlich hilft - mir zumindest. Wenn ich dreimal oder viermal die Woche ins Studio gehe und meinen Körper stärke, stärkt das auch die Seele. Aber wehe, ich kann nur einmal die Woche - da geht der ganze Mist sofort wieder von vorne los. Deshalb die Frage: Hat jemand nen Tipp, wie man sich in (oder vor) Angst verursachenden Situationen selbst verarschen kann? Atemtechnik etwa?

Für Hilfestellungen besten Dank im Voraus. Ich nehme an, wir hören jetzt öfter voneinander. Cheers, Andy.

A/ndreGas 36


Ich nochmal...

Hab noch was vergessen: Natürlich könnt ihr mir auch mailen - würd mich sehr freuen. Die Adresse: a.boe@tiscali.de

Cblaudnia(x20)


Hi Andreas!

Habe, wie man weiter oben sehen kann, das gleiche Problem wie du. Habe mit Sport ebenfalls positive Erfahrungen gemacht. Mir hilft Fahrradfahren ganz gut, wenn ich richtig schnell mind. ne Stunde durch die Stadt rase, fallen diese ganzen Sorgen von mir ab, Adrenalin und Endorphine tun ihr Übriges.

Was ich dir auch empfehlen kann ist autogenes Training. Schon mit 2x 5 Minuten täglich kannst du eine Menge ausrichten. Kannst dich ja mal im Netz ein bisschen darüber informieren oder ein Buch kaufen, ist nämlich etwas schwierig zu erklären. Hatte zunächst eine sehr abneigende Haltung demgegenüber, aber mittlerweile habe ich das Gefühl, meine Ängste damit in den Griff bekommen zu können.

Viel Erfolg!

Claudia

AVnd}rea\s 306


Zähne und Psyche?!

Hi,

erst mal Dank an Claudia (und schön, dass es dir besser geht). Und dann noch ne Frage: Hat auch schon mal jemand gesagt, dass Angstzustände mit Weisheitszähnen zu tun haben können? Ich war mal bei nem Heilpraktiker, und der hat eine klare Verbindung hergestellt.

Cilaudyixa(20)


Hab ich noch nie was von gehört

könnte mir höchstens vorstellen, dass die Vorstellung, dass die Dinger bald rausmüssen und der Gedanke an die bevorstehenden Schmerzen eine derart psychische Belastung darstellen, dass der Körper mit solchen Attacken reagiert. Ist gar nicht so abwegig.

Übrigens: Mir wurden letztes Jahr 3 Weisheitszähne auf einmal gezogen. Keine Schmerzen während oder nach der OP, keine Nebenwirkungen, keine Folgen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH