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Soziale Phobie: Wie geht ihr damit um?

dmer-tJyxp hat die Diskussion gestartet


hallo,

weiß seit einiger zeit, dass ich, neben anderen sachen, an einer sozialen phobie leide. wenn ich mit anderen menschen in kontakt trete, kann ich mich einfach nicht entspannen, meistens ist es eher anstrengend als alles andere und ich habe angst, dass mir was peinliches passiert und mich blamiere. ich bin dabei an der wurzel meiner probleme zu arbeiten, aber ich hätte schon gern ein paar leuten mit denen ich was machen kann. mich würde hier die erfahrung anderer leute mit sozialer phobie interessieren und nicht derer, die damit nix anfangen können, weil die das problem einfach net verstehen, das is einfach so.

Antworten
Ggras-PHxalm


*:)

Ich hab auch ne soziale Phobie - zumindest vermute ich es. Die Symptome sind die gleichen wie bei dir - das führt dazu, dass ich seit April jeglichen Kontakt zu meinen ehemaligen Freunden abgebrochen habe und auch keine neuen Freunde gefunden bzw. gesucht habe.

Ich wohne hier in einer Wohngemeinschaft mit mehr als 20 Mitbewohnern und hätte durchaus die Möglichkeit bzw. hatte auch schon mehrmals Gelegenheit, mit anderen in Kontakt zu treten.

Aber ich habe Angst davor - ich trau mich nicht! Ich weiss nicht was ich sagen soll, nach jedem Satz denke ich "oh nein, was hast du da wieder für Unsinn geredet"... %-|

Ich bin momentan lieber allein - besser als mich ständig blamieren und ständig unter Stress stehen...und gleichzeitig fühle ich mich einsam... :-|

ähm ja...weiss gar nicht was sonst schreiben. :-

Aber hier im Internet ist alles so leicht..

d:er-txyp


"Ich bin momentan lieber allein - besser als mich ständig blamieren und ständig unter Stress stehen... und gleichzeitig fühle ich mich einsam... "

jep, genau das isses. heut abend zb könnt ich mich bemühen wegzugehen, aber wenn ich das mache könnte ich mal wieder derjenige mit der miesen stimmung sein un darauf hab ich auch keinen bock. wenn ich daheimbleibe mache ich mir evtl vorwürfe, warum ich net weggegangen bin. am ende gehts immer darum das kleinere übel zu nehmen...

Gsras-qH=alxm


aber wenn ich das mache könnte ich mal wieder derjenige mit der miesen stimmung sein

Das ist bei mir auch so...ich wars auch längere Zeit aufgrund von schweren Depressionen, aber ich hab das Gefühl, trotzdem jetzt noch nicht richtig lachen zu können und vor allem nicht viel. :- Und selber jemanden zum lachen bringen - ich doch nicht. %-|

Vorhin hat mich in der Stadt ein Typ angequatscht (nicht Anmache-mässig, sondern so einer der eh alle anquatscht weil ihm langweilig ist) und nicht mal da hab ich mich fähig dazu gefühlt, Smalltalk zu halten. Nicht weil ich keine Lust hatte - hmm ok das zwar auch - sondern weil ich einfach nicht gewusst hätte, was ich sagen soll. :-

Ich hasse es, Freitag- und Samstagabend irgendwo in der Stadt zu sein - da sind besonders viele Leute in Grüppchen unterwegs, und das macht mich nur betrübt.. :-

Hast du denn Freunde?

Dlr]a.usxi


Also bei mir ist es manchmal so das ich mich nach dem sehne was ich sonst alleine zusause mache wenn ich längere Zeit bei einem meiner zwei Freunde bin. Ich kann da nicht ganz ich sein und verkrampfe irgendwann dabei. Irgendwie ist es anstrengend zuzuhören weil man sich ja genau in der Situation konzentrieren muss. Wenn man allein zu Hause ist und z.B. hier im Forum liest und schreibt ist man vollkommen frei. Man kann ohne Druck man selber sein und lässt nur das an sich heran was man will und wann und wie man es will. Das ist der einfachere Weg. Im Moment habe ich zwei Freunde mit denen ich 1 oder 2 Mal die Woche telefoniere und jeweils einmal die Woche einen Abend oder einen Nachmittag zusammen bin. Einmal im Monat gehen wir zu dritt weg. Das war es an sozialen Kontakten :-/

@Gras-Halm

Wie kommst Du blos mit 20 Leuten in einer WG klar? So eng könnte ich nicht mit so vielen zusammenleben. Und dann wird da sicher auch mal Party gemacht. Wie hälst Du das aus als Emo ???

G?ras-Hxalm


Wie kommst Du blos mit 20 Leuten in einer WG klar?

Naja, das ist eine insgesamt 4stöckige alte Villa. Jeder hat sein Zimmer, pro Stockwerk 5 Zimmer.

Ich bin 95% in meinem Zimmer und die restlichen 5 Prozent in der Küche. Die anderen sind zum grössten Teil in ihrem Zimmer oder weg, oder im Aufenthaltsraum, und da bin ich nie.

Ich sehe nicht oft jemanden. Eigentlich nur selten. Die haben auch ihren Tagesablauf, Studium, Freunde treffen, was auch immer, die sind viel unterwegs. Und wenn jemand in der Küche ist, sag ich "hallo" und mach mein Ding und geh wieder. Die anderen haben das akzeptiert.

Als Emo - naja ich sag mir einfach, dass da alle gesund sind und niemand MDG hat. :-

DLrausxi


Ein Leben so ganz ohne eigene Freunde. Das klingt wirklich traurig :°_

Ich komme allein auch am besten klar. Aber manchmal ist da noch der Drang unter Menschen zu kommen. Hast Du den wirklich nicht mehr ???

G:rase-Ha]lxm


Drausi @:)

Momentan brauch ich das irgendwie...

Ich bin ja in einer Tagesklinik und hab dort Kontakt zu den Mitpatienten. Solange es nur oberflächliches 2-Sätze-wechseln ist, ist das kein Problem. Mit einer, die gleich alt ist wie ich, hatte ich ne Weile lang näheren Kontakt, weil sie auf den selben Zug musste. :-/ Aber ich bin froh, dass ich nicht da war, als sie austrat - sonst hätten wir wohl Nummern ausgetauscht oder so.

Auch als ein neuer Mitpatient offenbar sich mit mir unterhalten wollte, hab ich mich schnell vom Acker gemacht.

Einerseits ist es traurig - vor allem in Momenten, wo es mir nicht gut geht, oder wenn mir einfällt, dass ich schon ewig keine SMS gekriegt mehr habe oder mich niemand anruft.

Aber...ich kanns momentan nicht ändern.

D>rau*sxi


Gras-Halm

Tut mir leid. Du weist natürlich am besten wie es Dir geht und was Du tust. Irgendwie weis man ja für sich wie man im Moment am besten klar kommt. Es ist wirklich paradox. Einerseits will man nicht alleine sein und hat Sehnsucht nach anderen Menschen. Andererseits hat man Angst sich mit ihnen zu treffen und etwas falsch zu machen. Und wenn man sie dann trifft hält man es nicht lange aus und sehnt sich wieder danach allein und in Sicherheit zu sein. Verrückt :-/

Garas0-Halxm


Genau...ich wünschte mir ich wäre normal... :-|

Ich trau mich einfach nicht...in der Therapie heisst es "Sie müssen es einfach probieren!" Aber ich HABE es doch schon probiert, ich bin anfangs auf die Leute zugegangen, bin an nen Grill-Abend eingeladen worden und hab zugesagt, trotz Angst - ich bin den ganzen Abend dagehockt und konnte nur künstlich mitlachen, antwortete nur wenn ich was gefragt wurde, nach jeder Antwort dachte ich "oh nein, wieso hab ich das jetzt gesagt - jetzt hassen mich alle, alle finden mich blöd" - hab mich dann frühzeitig verabschiedet, weil die anderen dann halt untereinander redeten. Logisch.

Ein anderes Mal bin ich mit einer shoppen gegangen. Wieder dasselbe: Sie musste die ganze Zeit reden - mir fiel nichts ein und vor allem bin ich immer so bierernst...weiss nicht... :-|

Ja und seitdem sag ich mir - wieso nochmal probieren? Mit jedem Mal wird meine Angst grösser, und irgendwie will ich gar nicht - Freundschaften muss man pflegen, bis sie richtig gut sind...am Anfang ist es eh am schwersten...

Und meine alten Freunde will ich nicht sehen...hab meine 3 engsten Freunde, mit denen ich es immer gut hatte, das letzte Mal an meinem Geburtstag 2004 gesehen - da haben sie alle miteinander gelacht, wie früher, und ich hab nur dagesessen und konnte nicht mitlachen..weiss nicht warum...

Dasselbe Spiel dann an der Geburtstagsparty 2004 zum 18. meiner Freundin (eine von den 3en) - ich sass wieder nur da und alle tanzten und lachten - mir gings scheisse und ich wünschte mich nur noch weg, weit weg...

Im Laufe der nächsten Woche ist die Villa komplett besetzt, das neue Semester beginnt nämlich. Dann gibts irgendwann ne Einweihungsparty - ein gemeinsames Essen.

Ich überlege mir jetzt schon ne Ausrede. Auf keinen Fall gehe ich dahin!! :-(

P}arnaAssia


an Gras-Halm

darf ich fragen, was die Abkürzungen Emo und MDG bedeuten? Ich kenn sie bislang nicht. Danke!

Geras^-Halxm


MDG steht für Magen-Darm-Grippe, und Emo steht für Emetophobie - falls du das nicht kennst: Infos [[http://www.emetophobie.de hier]].

Emo ist auch die Bezeichnung für einen Emetophobiker.

DMrauxsi


Gras-Halm

Ich meide auch sämtliche Dorffeste. Nicht nur weil ich Emo bin und mich da auch sonst total unwohl fühle. Auch weil in so einen kleinen Kaff mich ja jeder anguckt und sich fragt was der Außenseiter denn so macht. Manchmal muss ich nämlich meine Eltern zu sowas hinbringen. Ich habe das Gefühl das einen dann alle anstarren und ich hoffe nur das keiner mich anquatscht. Die erste Frage ist ja immer "was machst du beruflich so", "wohnst du immer noch bei den Eltern" oder "du bist ja bald dreißig und hast noch keine Freundin". Ich seh dann zu das ich so schnell wie möglich wieder verschwinde.

Wo du grade dieses künstliche Mitlachen erwähnst. Manchmal tut mir davon echt der Kiefer weh %-| Ich kann mich ja gar nicht natürlich geben. Und die Maske strengt an. Auch ein Grund warum ich es nicht so lange aushalten kann.

Ich habe zur Schulzeit alle Parties gemieden. Und wenn man nichts mitmacht wird man auch von den anderen gemieden. Teufelskreis %-|

Giras-$Haxlm


Die erste Frage ist ja immer "was machst du beruflich so", "wohnst du immer noch bei den Eltern" oder "du bist ja bald dreißig und hast noch keine Freundin".

Klasse Fragen. %-|

Da verstehe ich noch besser, wieso du Dorffeste meidest... :-| :°_

Hast du dieses Problem eigentlich schon immer? Hast du eine Ahnung, woher es kommt?

D_rausxi


Gras-Halm

Kann mich erinnern das ich so bis zur dritten Klasse eigentlich normal war. Auch wenn ich da schon Emo war (die Langfassung habe ich mal in den [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/167949/15/ Wer leidet auch an Emethopobie?]] Faden geschrieben. Mit meinen ständigen Kopfschmerzen und meiner Phobie hatte ich Angst aus dem Haus zu gehen und habe viel geschwänzt und mich eingeschlossen. Das ging so ab der 5. Klasse los. Ich fühlte mich nicht normal und hatte Angst zur Schule zu gehen. Irgendwann träumte ich mein Leben mehr und umso weniger machte ich mit Freunden. Ich hatte zwar 2 gleichaltrige gute Freunde (nicht die selben wie jetzt, die sind viel älter), mit denen ich aber auch einzeln immer alleine zusammen war. Als die dann auch Freundinnen hatten und dann ihren Freundeskreis hatten (gingen auf andere Schulen) wurde das weniger bis mit 17 der Kontakt ganz abbrach.

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