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Ist meine Freundin "Borderlinerin"?

A<lexx hat die Diskussion gestartet


Hallo erstmal,

ich habe mit Interesse viele Beiträge hier gelesen...Ausganspunkt dafür waren ständige Differenzen mit meiner Parterin, für die ich irgendwann anfing, Lösungen im Bereich der Psychologie zu suchen. Und speziell in Bereichen der Boderline-Persönlichkeitsstörung mußte ich doch häufig feststellen, daß mir die dort beschriebenen Dinge wiedererkenne.

Mittlerweile bin ich auch dem Standpunkt, daß bei meiner Partenrin etwas derartiges vorliegen könnte, zumindest irgendetwas "nicht normales", und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich hoffe, daß mir irgendjemand Rat geben kann und schreibe einfach mal drauf los.

Meine Geschichte beginnt (ich bin übrigens 25) vor etwa dreieinhalb Jahren, kam damals aus einer langjährigen Beziehung mit meiner damaligen Verlobten. Nun, ich hatte nicht viele Leute, begann Kontakt mit einer langjährigen Freundin vor der Zeit aufzubauen, die Partnerin um die es nun geht, nenne sie einfach mal M.! Ich hatte bereits vor meiner Verlobten eine sehr intensive, aber rein freundschaftliche Beziehung zu M., die dann infolge des Kennenlernens meiner Verlobten einschlief. Allerdings weiß ich, daß ich schon damals immer ein wenig mehr wollte. Nun, nach einer kurzen Zeit des Wieder-Kennenlernens waren wir schon auf einem sehr hohen freundschaftlichen Level, ich begann wieder mehr für sie zu empfinden, und eines Abends passierte es, daß wir uns sehr intensiv näher kamen.

Für mich war es die Erfüllung, für sie laut ihrer Aussagen eben eine einmalige Sache. Muß dazu sagen, daß sie über einen jahrelangen Zeitraum ständig mit irgendwelchen Leuten auf Partys regelmäßig herummachte, aber es blieb immer beim Knutschen, mehr passierte nie. Auch ist wohl wichtig, daß sie nie so etwas wie einen festen Freund hatte, sie blockte sowas immer ab, obwohl sie durchaus die Gelegenheit gehabt hätte, sie ist nämlich recht attraktiv. Nun, die Zeit lief weiter, und es passierte wieder zwischen uns, selbes Spiel, dann einige Monate später ein drittes Mal und wir hatten ein ernstes Beziehungsgespräch.

Und so kamen wir zusammen, was mich zum glücklichsten Menschen auf der Welt machte, allerdings entschied sie sich schon am nächsten Tag wieder um. "Das wäre nicht gut, irgendwas stimmt da nicht...". Sie wollte Bedenkzeit, welche ich ihr gab, und sie entschloß sich erneut, mit mir zusammen sein zu wollen. Das dauerte eine Woche, dann beendete sie es wieder. Ich war total fertig, schaffte es mit Mühe und Not, die Freundschaft wiederherzustellen, was aufgrund meiner doch starken Gefühle nicht einfach war... nun, wir hatten wieder was miteinander.

Beziehung wollte sie nicht, weil sie ihre Launen nicht einschätzen konnte und mir nicht schon wieder wehtun wollte. Sie sagte, an einem Tag wäre sie supergern mit mir zusammen, am nächsten wieder nicht und immer so weiter. Ich ließ mich darauf ein, etwas Beziehungsähnliches mit ihr zu führen, so eine Art Beziehung ohne Verpflichtungen, jeder macht, was er will und wann er es will.

Schwer zu erklären, im Prinzip war es wie eine normale Beziehung, die aber von ihr aus nie als solche tituliert werden durfte! Jeder denkt sowieso, wir wären zusammen. Und sie hielt sich immer das Recht offen, mit anderen rummachen zu dürfen. Hört sich nach einer offenen Beziehung an, war es aber nie, denn es kamen nur einige Rumknutschereien vor, sonst nix, und die hörten auf, als sie merkte, daß mich das verletzt.

Ich war der erste Mann mit dem sie Sex hatte, und denke, der allerbeste und näheste Freund oder Partner, den sie je hatte. Ich liebe sie, sie weiß das auch, und ich denke, sie empfindet ähnlich, kann aber schon mit dem Wort Liebe wenig anfangen. Sie betrachtet alles immer sehr rational, obwohl sie die herzlichste und emotionalste Person der Welt sein kann.

Nun, das läuft seit über 3 Jahren so, und eigentlich war es eine sehr glückliche Zeit, nur speziell das letzte halbe Jahr... sinnlose Streits über Themen, die mir nicht klar sind. Nippes, der von ihr aufgebauscht wird. Kritik an meiner Person, die völlig unberechtigt ist, aber selbst wenn sie berechtigt wäre... ihre Reaktionen sind völlig unverhältnismäßig. Sie hat Wutausbrüche, schreit herum, läßt nicht mehr mit sich reden, geht nicht ans Telefon, obwohl ganz kleine Problemchen vorliegen.

Ich würde es so sagen: Wenn ich aus ihrer Sicht alles richtig machen, bin ich der Größte, ein Gott für sie, weiche ich von diesem Bild ab (ob berechtigt oder nicht), dann kommt es mir vor als haßt sie mich, sie wird verletzend und gemein. Sie sieht das auch hinterher nicht ein, sie fühlt sich immer im Recht, für sie ist alles gerechtfertigt und logisch, was sie tut, und sie hat arge Probleme, sich zu entschuldigen. Sie steht auf dem Standpunkt, daß sie für ihre Handlungen immer Gründe hatte, und sie sich daher nicht dafür entschuldigen kann. Ich hab das nie verstanden.

Ich erinnere mich, daß ich mal ihr Glas leertrank, weil ich dachte, sie trinkt den Rest nicht mehr (was auch stimmte): das war fast ein Trennungsgrund für sie und sie verließ wutentbrannt meine Wohnung. Könnte tausende dieser Ereignisse nennen. Es ist einfach schwer, damit umzugehen. Manchmal würde ich am Liebsten alles hinschmeißen, aber ich bin schon fast abhängig von ihr, und die schönen Momente zeigen mir auch immer, daß ich sie sehr liebe und es wundervoll ist mit ihr.

Es ist seltsam und ich scheine wohl auch nicht normal, höre immer von meinen Freunden, daß ich das besser lassen soll. Ach ja, Freunde hat sie neben mir gar keine mehr, sie hat nur Kontakt zu mir, und wir unternehmen eigentlich auch nur etwas miteinander. Was mir an ihr noch aufgefallen ist, ist abgesehen von dieser extremen Launenhaftigkeit, daß sie arge Probleme hat, Dinge ruhen zu lassen, will sagen: Wenn ihr etwas einfällt, muß sie das sofort erledigen. Sie rennt abends, wenn wir auf dem Sofa sitzen, hundertmal durch die Wohnung, sei es, um ein Stück Papier wegzuwerfen... oder weil ihr sonst was eingefallen ist.

Gestern hatten wir wieder einen schlimmen Streit, sie wirft mir vor, ich würde mich nicht bemühen, sie aufzuheitern, wenn sie mal schlecht drauf ist. Sie war sehr verärgert darüber.

Nun, ich denke, das war das gröbste, ich könnte noch mehr schreiben, aber für einen Überblick sollte das reichen. Ich möchte betonen, eigntlich bin ich glücklich, würde es sogar als die glücklichste Zeit meines Lebens bezeichnen, aber ich merke, das mir der Umgang doch oft schwerfällt. Es passieren so viele Dinge aus heiterem Himmel, plötzlich ist da wieder ein Problem, und ich verstehe es gar nicht. Vielleicht weiß jemand weiter, ich wäre sehr dankbar.

Antworten
pxhyEsalixs


hallo alex :-)

vielleicht solltest du dich an spezielle adressen wenden , wie zum beispiel: [[http://www.borderline-selbsthilfe.de]]

auf der startseite findest du ganz unten auf der seite (ziemlich klein gedruckt) den hinweis: für angehörige und partner folgende adresse: [[http://www.borderline-angehoerige.de]]

wenn du dich noch näher über die symptome informieren möchtest: [[http://irrer.online-in.de]] (bitte nicht auf den titel achten - hp ist wirklich gut aufgebaut und lesenswert)

c"urrxl


@Physalis

hat einer von Euch schon den test probiert? ehrlichgesagt checke ich den nicht... ich kann da nirgends was eintragen oder anklicken.

Nyethxe


Sei du selbst !!!!!!!

Und erbarmungreiche Liebe

Neigt dem Sucher sich entgegen,

Jedem, der nach Wahrheit dürstet,

Quill ihr Born auf allen Wegen.

Trostlos ist es, für Geschwundnes,

Hingegangnes streiten wollen;

Hast du Macht, den Strom zu hemmen

Und zum Quell zurückzurollen ?

Kann, was Asche ward,noch lodern ?

Kann, was Leiche ward, genesen ?

Zu den Toten fällt das Tote,

Sei es noch so schön gewesen.

Mag ins Abendrot versunken

Trüben Muts ein Träumer klagen,

Doch der Blick der Wohlbereiten

Grüßt im Ost das junge Tagen (F.W.W,)

Fuuriopus


@Alex

Hallo Alex,

als ich Deinen Text gelesen habe, lief es mir echt eiskalt über den Rücken... Bis auf einige Punkte könnte die Geschichte (oder viel mehr der "Leidensweg") nämlich auch von mir stammen...

Wenn Du willst, könnten wir uns mal per eMail austauschen... :-)

EShejmalige3r @Nutrzer (#x649)


@Alex

Mit so Diagnosen wie "Borderline" wäre ich vorsichtig. Borderline ist schon recht heftiger Tobak. Sicher gibt es da "Anzeichen" bei Deiner Freundin. Aber man würde auch "Anzeichen" bei jedem anderen Menschen in emotional belasteten Momenten finden.

Wie man das nun nennt, ist m.E. zunächst eh egal. Wichtig ist, dass offenbar ein seelischer Konflikt bei Deiner Freundin vorliegt.

Aber bevor ich noch ein paar Dinge zum Verhalten Deiner Freundin sage, solltest Du Dich mal fragen, warum Du Dich quasi "abhängig" von ihr fühlst. Das hat mich nämlich stutzig gemacht, denn "normalerweise" wird man von einer Sache nicht abhängig, die einem ständig schadet und die einen ständig sehr belastet! Aber anscheinend hat genau dieses "Liebe-Hass"-Spiel bzw. dieses "Heiss-Kalt"-Spiel auf Dich einen irgendwie gearteten Reiz. Und Du solltest Dich da mal selbst hinterfragen, warum Du so drauf abfährst.

Das Verhalten Deiner Freundin kenne ich aus meiner eigenen Lebensgeschichte in Bezug auf 2 Frauen sehr, sehr gut. Die eine Frau ist in ihrer Kindheit seelisch misshandelt gewesen, die zweite sexuell und seelisch. Sie zeigten das analoge Verhalten, wie Du es in Bezug auf Deine Freundin beschreibst. Es ist ein "komm her, hau ab"-Spiel, ein "hilf mir, lass mich in Ruhe"-Spiel, was diese Frauen betreiben. Der Partner befindet sich ständig in Double-Bind: was auch immer er macht, es ist garantiert falsch. Hört er "nur" zu, wird er als "teilnahmslos" gesehen. Kommentiert er eifrig, wird ihm das als "Selbstdarstellung" ausgelegt oder eben als "druckvoll misshandelnd". Es schwankt ständig zwischen "Liebe" und Hass. Wobei ich hier "Liebe" wirklich in Anführungszeichen setze, denn solche Frauen können nur eine neurotische Form der Liebe praktizieren. Eine Liebe also, die mit profundem Vertrauen, Stabilität etc. nichts zu tun hat und jederzeit in blanken Hass umschlagen kann.

Der Hass zeigt sich insbesondere dadurch, dass Dir alle positiven Eingenschaften abgesprochen werden und nur noch Übelstes unterstellt wird. Da wird dann nicht mehr "differenziert". Dann bist Du im Ganzen, als kompletter Mensch ein Stück "Dreck". Und somit machen sie mit Dir genau das, was mit ihnen dereinst geschah, denn irgendwo kommt ein solches neurotisches "Liebesspiel" ja her.

Neurotische Liebe hat immer einen ganz wichtigen Zweck. Einen ganz, klaren Zweck. Und der Zweck lautet: Bindungsgewalt aufzubauen. Gerade durch die Praktik dieser bedingten "Liebe", d.h. der Liebesbezeugung, die an Bedingungen geknüpft sind, sollst Du ja eben unter Druck gesetzt werden. Du sagst ja selbst, dass Du Dich wie "abhängig" fühlst und genau das ist ja gerade das Ziel dieser neurotischen, bedingten Liebe.

Und wenn Du die Bedingungen nicht erfüllst, dann wird die "Liebe" eben ad-hoc mir nix Dir nix entzogen und Du wirst wie eine heiße Kartoffel fallengelassen. Aus dem heiteren Himmel. Und die Frauen, die diese Form der "Liebe" praktizieren, glauben sich selbst gar noch "im Recht", sehen ihr Verhalten als "angemessen" und "gerechtfertigt" an. Schließlich wärst Du ja der Auslöser gewesen, das rechtfertigt offenbar (für diese Frauen) jedwede Konsequenz, jede!

Und warum soll der Partner abhängig gemacht werden? Na, auch sehr einfach: weil sie furchtbare Angst davor haben, dass ihnen genau das widerfahren könnte, was sie selbst praktizieren: wie eine heiße Kartoffel fallengelassen zu werden. Solche Frauen haben unglaubliche Angst vor dem "im Stich gelassen" werden. Unendliche Angst haben sie davor. Es muss für sie albtraumatisch sein, diese existenzbedrohliche Angst. Eine solche Angst ist mächtiger als jede natürliche Form der Liebe!

Eine Person, die neurotisch liebt, betreibt keine Liebe. Eine solche Person kann gar nicht natürlich lieben, weil in ihr Schuld- und Schamgefühle, höllische Existenzängste ("im Stich lassen") etc. viel, viel mächtiger sind und alles andere bei Weitem überstrahlen. Ferner können diese Frauen nicht wirklich lieben, weil sie sich selbst gar nicht lieben. Du kannst nur einen anderen Menschen lieben, wenn Du (halbwegs) mit Dir selbst im Reinen bist. Wenn Du Dich jedoch selbst hasst, dann wirst Du letztlich die ganze Menschheit hassen.

Auch wenn der Hass durch punktuelle und völlige Überidealisierungen wieder und wieder unterbrochen wird. Denn eines ist klar: die betroffenen Frauen würden sich sehr wünschen, ihre Ängste loszuwerden und endlich genau das zu empfinden, was sie nie kennenlernten:

Echte, natürliche, warme Liebe.

Das Paradox ist jedoch, dass sie das letztlich nicht zulassen können, denn auch hinter der echten Liebe wird eine Gefahr vermutet: nämlich die Gefahr der großen Verletzlichkeit.

Wenn ich nämlich jemanden echt liebe, dann wäre es noch viel schlimmer, wenn ich von diesem Menschen "im Stich gelassen" würde. Das wäre doch tatsächlich das Allerschlimmste!

Daher kann echte Liebe nicht zugelassen werden: sie stellt eine Bedrohung dar. Und wie gesagt, das Schlimmste ist es für diese Frauen "im Stich" gelassen zu werden. Das ist das Allerschlimmste. Und es reicht die Vorstellung (nichts ist mächtiger!). Und wenn Du ihr Verhalten in diesen Kontext einbettest, dann wirst Du verstehen.

Meine Ratschläge:

a) Du solltest unter allen Umständen es vermeiden, Dich in eine Abhängigkeitssituation zu begeben. Sobald Du nämlich abhängig bist, wird mit Dir noch viel effizienter emotionales "Ping-Pong" gespielt. Ziehe klar Deine Grenzen. Ganz klar. Wirklich sehr klar. Sage ihr klar, was Dir nicht passt. Und wenn Deine Grenzen überschritten werden, dann ziehe klare Konsequenzen. Und sag vorher (!) welche Konsequenzen es hat, wenn Deine Grenzen massiv überzogen werden. Das muss sie ganz genau wissen. Das Schlimmste wäre, ihr unsägliches "komm her, hau ab"-Spiel mitzumachen und ihre neurotischen Ziele tatkräftig mit zu unterstützen.

b) Du solltest Dir überlegen, warum Du eine Affinität besitzt. Ich frage nicht, warum Du überhaupt mit einer Frau zusammen bist, die neurotische Liebe praktiziert. Ich frage, warum Du glaubst in Abhängigkeit zu geraten. Das ist ein Unterschied.

c) Bei ihr (und Dir, wg. der Abhängigkeit?) liegt offenbar ein seelischer Konflikt vor. Sie betreibt eine neurotische Form der Konfliktbewältigung. Daher benötigt sie professionelle Hilfe. Du allein wirst es nieee schaffen, sie auf einen guten Weg zu bringen. Sie allein wohl auch nicht. Es müssen weitere Dinge ausgelotet werden, insbes. professionelle Hilfe.

d) Gemeinsam solltet Ihr nach den Ursachen für ihr Verhalten forschen. Litt sie selbst unter Überbehütung/Bindungsgewalt in ihrer Kindheit? Wurde sie seelisch/körperlich/sexuell misshandelt? Was sind die schönsten und was die schlimmsten Momente/Phasen in ihrer Kindheit? Was ist passiert, was war geschehen? Wenn man die Ursachen kennt, dann hat man ein klares "Feindbild" und kann besser den wirklichen Feind bekämpfen, als den Freund ständig ersatzweise stellvertretend abzustrafen. Dann kann man seinen Hass dort abladen, wo er herkommt und missbraucht den Freund nicht ständig.


Zu mir: wie ich schon sagte, ich kenne 2 Frauen in meinem Leben, die das praktizierten, was Du schildertest. Ich fühlte mich nie in Gefahr in Abhängigkeit zu geraten. Allerdings habe ich auch nie wirklich konsequent Konsequenzen gezogen, wenn meine Grenzen mal wieder auf das Übelste überschritten wurden. Ich dachte mit "darüber Reden" (oft auch druckvoll, auch aggressiv, beschimpfend teils etc.) könnten die Dinge "geklärt" werden. Das war eine eklatante Fehlannahme. Im anderen Fall dachte ich "das gibt sich sicher noch". Auch völliger Unsinn: es wurde immer schlimmer. Ich saß wirklich dem Trugschluss auf, dass die "Idiotie" ihres Handelns meiner Partnerin doch selbst irgendwann mal klar auffallen müsse. Wie gesagt: eklatanter Irrtum.

Klar wurde es auch bei mir emsig, kraftvoll, energiereich versucht, mich in eine Abhängigkeitssituation zu bringen. Dazu gehört übrigens auch eine gewisse Isolationstaktik. Die äußert sich z.B. darin, dass es als "Vertrauensmissbrauch" angesehen wird, wenn Du Dich mit anderen Menschen über Deine (!) Probleme austauscht, über Deine (!) Belastungen reden möchtest. Dafür hat die neurotisch liebende Frau nicht das geringste Verständnis. Sie sieht es als eine Form der "Misshandlung" im Sinne des "Vertrauensbruchs". Denn sie ist gezeichnet von Schuld- und Schamgefühl und für sie, das dereinstige Opfer, ist der Gedanke unerträglich, im Heute, Hier und Jetzt zur "Täterin" zu werden, also zu einer Person, von der Übles ausgeht und unter der gelitten wird.

Das ist ganz gräßlich, diese Gedankenwelt.

Um klare Grenzen ziehen zu können und auch klare Konsequenzen bei Grenzüberschreitung ziehen zu können, braucht es nicht nur Mut, sondern auch Gewissheit das Richtige zu tun.

Eine solche Gewissheit stellt sich durch Erfahrung ein. Ich würde niemals davon abraten, sich mit einer Frau einzulassen, die neurotische Züge trägt. Fast jeder hat sein Päckchen zu tragen. Es ist weniger die Frage, ob jemand ein Problem hat oder nicht, es stellt sich die Frage, wie er mit seinen Problemen umgeht, ob er sich damit aktiv auseinandersetzt und eben nicht diffus in der Gegend herumstraft und ersatzweise anschwärzt.

Wir alle machen Fehler. Es ist jedoch eine Frage des geraduellen Unterschieds, wie schwer ein Fehler wirkt und es ist eine Frage, wie oft Fehler sich wiederholen.

Das "komm her, hau ab"-Spiel kenne ich mittlerweile aus so ca. 150-200 Situationen. Vielleicht brauchst Du nicht so lange wie ich, um zu verstehen und zu begreifen.

"Ping-Pong"-Spiele mitzumachen, sich drauf einzulassen oder sie unter den Teppich zu kehren, sie aussitzen zu wollen, ist das Falscheste was man machen kann.

Klare Grenzen ziehen, mit klaren Konsequenzen, wenn die Grenzen überschritten werden.

That's it.

Sincere

Raobi%n-FHood


Danke Yep

das war wieder ein sehr aufklärender Beitrag. Ich finde mich dort wieder.

Was passiert eigentlich wenn beide so drauf sind? Dann ist doch eine Beziehung hoffnungslos... oder? Das würde wohl nur funktionieren - wenn beide an sich arbeiten würden - im Bestfall vielleicht noch mit einer dritten Person...

A5lex


Nachtrag

Hi,

ich bin wirklich begeistert und hab mich sehr über die Beiträge gefreut, hätte nicht gedacht, daß so schnell so viel kommt. Zeigt mir, daß meine Entscheidung, hier meine Geschichte zu erzählen, mehr als richtig war.

Insbesondere möchte ich Yep für den ausführlichen Beitrag danken, auch das Statement von Furious hat micht recht bewegt, weil es anderen wohl genauso geht wie mir!

Ich hab ein wenig nachgedacht, weniger über Sie als über mich; bin mir sicher, daß es nicht "normal" ist, was ich da so mitmache, das haben mir schon tausende bestätigt. Ich drehe das meist so, daß ich mich für besser halte (nicht arrogant gemeint), will sagen: andere würden das nicht aushalten, aber ich kann es!

Mir ist durchaus die Tragweite dieser Aussage bewußt, sie zeigt ja ein deutliches... hm, nun eben eine Seltsamheit bezüglich meiner Persönlichkeit auf. Wäre ich nicht so, würde eine so lange Beziehung zu ihr schon lange gescheitert sein, so denke ich. Es ist wohl das Zusammenspiel unserer beiden Charaktere, die es irgendwie funktionieren läßt. So schlimm auch vieles ist, ich weiß aus meiner bisherigen Erfahrung mit Beziehungen oder nur Freundschaften, daß ich noch nie etwas schöneres hatte als die Beziehung zu ihr.

Seesam, aber es ist so. Eine unglaubliche Faszination scheint von ihr auszugehen, diese Frau ist teilweise das herzlichste und liebreizendste Wesen, das mir je begegnete. Oft ertappe ich mich dabei, sie auf den höchsten Sockel zu stellen, zum absoluten Mittelpunkt meines Lebens. Ich denke, daß das nicht gut ist, und da sind es dann speziell die negativen Momente, die mich zurück auf den Boden der Tatsachen holen. Ein merkwürdiges Wechselspiel ist das.

Mit der Zeit lernte ich, mit den Streits etc. besser umzugehen, sie als nicht so dramatisch anzusehen (wie es eigentlich von ihrem Verhalten her immer wirkt), ruhig zu bleiben... ja, auch teilweise abzuwarten (oft ist am nächsten Tag ihr Zorn weg und alles scheint unwichtig). Dennoch stecke ich wohl zu viel ein, auch wenn ich schon einige Grenzen sehr klar aufgezeigt habe und dann hart blieb.

Es war unvorstellbar für mich, aber nach anfänglichem Eingeschnappt sein reagierte sie dann umso offener, obwohl ich gedacht hätte, sie dermaßen verärgert zu haben, daß es alles vorbei sein könnte. Häufig kam sie nur dann zur Einsicht, wenn ich absolut hart und krass reagierte und mich abwendete. Da kam sie teilweise förmlich angekrochen. Aber dieses Spiel gefällt mir nicht, es entspricht mir nicht und kostet mich zu viel Kraft. Ich bin nicht gut darin, Streits um jeden Preis zu gewinnen.

Nun, ich wollte noch hinzufügen: Von ihrer Kindheit weiß ich, daß sie häufig allein war, ihr Vater starb sehr früh, Mißbrauch gab es keinen. Ich weiß aber, daß sie eigentlich alles tun durfte, Regeln oder Verbote gab es nicht. Wohl deshalb ist sie einer der selbständigsten Menschen, die ich kenne. Übertrieben sogar, denn oft läßt sie sich einfach nicht helfen, will alles selber machen und so.

Mir ist noch was aufgefallen, speziell in den Streits arbeitet ihr Verstand messerscharf, sie kombiniert superschnell, gleichzeitig führt sie eine Art "Krieg an mehreren Fronten", dazu kommt aggresive Sprechweise, Unterbechen, nicht ausreden lassen. Und meist beginnt alles mit einer Art Vorverurteilung, sie hat schon eine bestimmte Meinung von mir, es geht dann nur noch darum, daß ich mich verteidige,... tue ich das nicht, fühlt sie sich bestätigt! Hat man ein Argument widerlegt, dann greift sie an anderer Stelle an, oder an mehreren. Sie benutzt dann auch die Argumentationen von mir, um sie in anderem Kontext gegen mich zu verwenden.

Es ist unglaublich und schwer zu beschreiben, aber objektiv gesehen, besitzt das Verhalten und ihre Denkweise eine eigene (nicht notwendigerweise zutreffende) Logik, für sie muß all das schlüssig erscheinen, das denke ich tatsächlich. Sie spinnt ein perfektes Netz, in dem man sich früher oder später verstrickt. Und sollte ich es wirklich einmal schaffen, alles zu widerlegen, dann ist sie meist nur noch sauer und beendet das Gespräch, fährt heim oder legt auf.

Diese merkwürdige und doch in gewisser Weise geniale (will das nicht loben!!) Denkweise ist, denk ich, grade der Grund für ihre ständigen Problemchen; andere würden auf sowas gar nicht kommen, weder ich, noch alle mit denen ich jemals sprach. Ihr Ziel erscheint mir oft einfach nur, die Diskussion zu gewinnen, koste es was es wolle. Nun, ich hoffe ich konnte noch einen kleinen Einblick geben.

Zum Abschluß: mir ist doch letzhin etwas passiert, was mir auch zeigte, das mit mir nicht alles ganz normal ist. War nach einem Streit mit ihr dermaßen verzweifelt, daß ich um 3 Uhr nachts so eine psychologische Beratung rund um die Uhr anrief, wollte einfach mit jemandem reden. Ich schilderte alles und beharrte darauf, daß es alles an meiner Freundin liegt, daß sie Hilfe braucht und so. Nun, die Frau am anderen Ende sagte etwas, daß mir sehr zu denken gab. Sie sagte: "Das mag sein,... aber sie haben um 3 Uhr nachts bei mir angerufen... und nicht ihre Freundin."

rcinpoVcxhe


@alex @all

Hab mit großem Interesse eure Beiträge gelesen und wollte noch meinen Senf dazu geben. Meine Ex-Freundin hatte die selben Symptome. Zu recht weisst der Beitragende weiter unten darauf hin, dass man mit solchen Prognosen vorsichtig sein sollte. Ich hab mit 13 Hermann Hesse gelesen und bin dann in die Psychologie eingestiegen. Das Standardwerk der Psychologie der Zimbardo hat mir das fürchten gelehrt. Dort stand, dass Schizophrene selten lust auf heteorsexuelle Aktivitäten hätten... jesus... zu dem Zeitpunkt war ich von einer Freundin total abgeturnt und dachte gleich......

Also bitte vorsicht. Nun noch zum Thema. Meine Ex ist Borderline- erkrankt. Die Zeit mit Ihr war die Hölle und bis heute (bin jetzt 31, Lehrer) habe ich noch Schwierigkeiten eine normale Beziehung zu Frauen zu haben. Ich habe mein grundsätzliches Vertrauen verloren... so oft wurde ich verletzt, gepeinigt, verwirrt und eben nicht geliebt von dieser Frau.

Trotzdem musste ich verstehen, dass sie keineswegs so vorsätzlich gehandelt hat. Wie wir uns kennen gelernt haben, war ich voll auf Psychotechniken und dachte ich könnte die ganze Welt therapieren. Ihre Eltern starben beide an Gehirntumor; als die Mutter schon tot war hatte der Vater die Krankheit auch schon. Also...  echt schlimm.

Meine Freundin wollte viel erreichen mit Ihrem oben genannten Verhalten. Nicht nur Aufmerksamkeit, nicht nur verständnis, nicht nur geliebt werden,... sie musste mit sich selbst leben lernen; die meisten psychischen Krankheiten haben als Ausprägung die soziale Isolation. Das klingt für euch bestimmt logisch, denn wer sich nicht in Verbindung mit anderen verifiziert, reibt, wächst.... kann auch selbst nicht lernen oder Gewohnheiten verändern.

Meine Ex-Freundin ist hochintelligent... ich liebe sie noch immer. Nicht weil sie zum kotzen war, sondern weil sie auf Ihre Umgebung, auf Ihre Welt und die Interpretationen Ihrer Wirklichkeit reagiert hat -- diese Reaktionen fasst man aus Erklärungsnotstand in abstrakte Begriffe wie Borderline oder Neurose oder SChizophrenie. Lächerlich, aber ein Versuch.

Sie hat es geschafft, da sie sich eben nicht sozial isoliert hat.

Das war mein Schaden und ich habe gelitten. Das Schlimmste war für mich immer, dass ich mich nicht schützen konnte, vor ihren Angriffen, Einwänden und Vorwürfen. Heute bin ich ganz klar und weiss um meine Identität oder besser was ich würdigen kann und was ich mag. Auch weiss ich wieviel macht ich anderen über mich gewähre oder nicht. ...

Tipps:

der lange comment weisst schon auf das Phänomen des double-bind hin... also egal was mensch tut, es ist falsch. (Siehe hierzu: P. Watzlawik; zwischenmenschliche Kommunikation, Paradxien und Störungen oder so ähnlich; Vorsicht: schwere Lektüre - aber, double bind gut erklärt)

Es gibt aber immer drei möglichkeiten ja/nein/neutral...

noch ne Kleinigkeit von einem excellenten Therapeuten (Erickson, Milton)- die einzige mir wahrhaftig erscheinende Definition von verrückt.

Verrückt ist, wenn man in verrückten Situationen normal bleibt (z.B.: es brennt und alle bleiben sitzen; oder ein echtes Beispiel: ein Penner fällt in der Stadt um und alle laufen daran vorbei).

Ich hatte oben geschrieben, dass meine ex sehr intelligent ist; ich denke ganz dumm bin ich auch nicht. Eine Partnerin ohne Gespräch, Auseinandersetzung war mir damals immer zuwider. Ich wollte es... obwohl ich mir sagtge nö... nicht mit mir. Es gab und gibt keine Frau mit der ich tieferen Austausch hatte als mit ihr.

Jetzt hab ich schon die dritte Freundin nach ihr (is auch schon 5 Jahre her) ... sie ist sehr lieb, korrekt im Verhalten und.... das fühlt sich so gut an :-D

Alles gute

ERhemaligeTr NfutzerH (#649)


@rinpoche

Tag rinpoche,

fand Deinen Beitrag wie alle anderen hier sehr spannend!

Im zweiten Absatz erwähntest Du, dass du "noch Schwierigkeiten eine normale Beziehung zu Frauen zu haben" hättest. Und Du scheinst das auf diese Verletzungen, Peinigungen etc. zu schieben. Das sehe ich anders. Es kam mir schon spanisch vor, als ich bis dahin gelesen hatte. Als ich dann aber las, dass Du Deine Ex noch lieben würdest, da war es mir klar. Selbstverständlich kannst weder Du, noch irgendein Mensch sonst eine neue "normale Beziehung" aufbauen, solange Du mit der alten Beziehung noch nicht abgeschlossen hast. Erst recht nicht, wenn Du hasserfüllt oder eben noch Liebe empfindest. Da braucht es m.E. keine weiteren Erklärungen.

Das hier fand ich verblüffend:

"ich liebe sie noch immer. Nicht weil sie zum kotzen war"

Kein Mensch liebt jemanden, weil der "zum kotzen" ist. Weißt Du was ich glaube, ich glaube bei Dir vermischen sich Wut, Zorn, Enttäuschung (Hass?) mit immer noch anhaltender Zuneigung und Liebe. Eine brisante emotionale Mixtur.

Aber nochmals zurück zum "Schwierigkeiten bei normalen Beziehungen" etc. Das, was mir spanisch vorkam ist nicht Deine Mixtur aus Ablehnung und Hingezogenheit. Nein. Es ist das hier: "Das Schlimmste war für mich immer, dass ich mich nicht schützen konnte, vor ihren Angriffen, Einwänden und Vorwürfen."

Warum war da kein Schutz? Ich war mit ähnlichen Frauen zusammen, wie sie hier beschrieben werden (obwohl ich keine von beiden als Borderline bezeichnen würde). Aber ich empfand mich stets in einem Schutzmantel. Auch die schlimmsten Dinge, zweiffellos verletzend und sehr belastend, stellten stets eher die Beziehung in Frage oder eben die andere Person als mich selbst.

Warum war das bei Dir anders? Woher kommt Deine "Schutzlosigkeit"?

Du sagst: "Auch weiss ich wieviel macht ich anderen über mich gewähre oder nicht."

Erich Fromm sagte mal in etwa: "Liebe heißt dem anderen alle Macht zu schenken und zu wissen, dass er sie nie missbrauchen würde." Ich gebe ihm nach wie vor Recht. Auch und insbesondere vor dem Hintergrund eigener schlimmer Erfahrungen. Ich lasse mich lieber enttäuschen, als dass ich mit meinem Vertrauen spare.

Double-Bind. Der Schöpfer des Begriffs ist Bateson. Hier ein Link:

[[http://home.tiscali.de/alex.sk/D_Bateson.html]]

Daraus eine kleine Geschichte:

In der Religion des Ostens, dem Zen-Buddhismus, ist Erleuchtung das angestrebte Ziel. Der Meister des Zen versucht auf verschiedene Weise, in seinem Schüler Erleuchtung zustande zu bringen. Zu dem, was er tut, gehört, dass er dem Schüler einen Stock über den Kopf hält und grimmig sagt: »Wenn du sagst, dieser Stock sei wirklich, werde ich dich damit schlagen. Wenn du sagst, dieser Stock sei nicht wirklich, werde ich dich damit schlagen. Wenn du nichts sagst, werde ich dich damit schlagen.« Wir meinen, dass der Schizophrene sich ständig in der gleichen Situation befindet wie dieser Schüler, nur dass er eher so etwas wie Desorientierung erlangt statt Erleuchtung. Der Zen-Schüler kann den Stock über ihm ergreifen und ihn seinem Meister wegnehmen, der diese Antwort vielleicht akzeptiert, aber der Schizophrene hat keine derartige Wahl, da es bei ihm keine Unbesorgtheit hinsichtlich der Beziehung gibt und die Absichten sowie die Bewusstseinslage seiner Mutter anders sind als bei dem Zen-Meister.

Beim Double-Bind gibt es auch immer mehrere Möglichkeiten zu antworten. Jedoch ist das Ergebnis immer das Gleiche. Was man sagt, es ist falsch oder das Unsägliche passiert dennoch.

Die Definition von Erickson, Milton von "verrückt" fand ich gleichermaßen gut wie bestechend. Stimmt: im Abgrund sind neurotische Personen "normal". Bei Gefahr sind sie gelassen. Und im Gegenzug vermuten sie in entspannter Situation die sich hinter jeder Ecke versteckenden Dämonen und Teufel. Ich kenne das von meinen 2 letzten Ex.

Sincere

AAlex


Bericht

Hi Leute,

hoffe ich langweile euch nicht zu sehr, aber ich hab das Bedürfnis was zu schreiben, mir gehts nämlich grad echt beschissen. Die vergangenen Tage dachte ich, alles wäre cool mit meiner Freundin, wie ich es so oft gedacht habe, wenn alles gut läuft. Dann bin ich der König der Welt und bin sooo glücklich... nun, die Realität hat mich wieder eingeholt! Das ist einfach zum Kotzen.

Ging schon gestern mit einer kleinen Meinungsverschiedenheit los. Das Thema nervt mich am meisten an, es ging um sex! Wußte echt bisher nicht, daß man um sowas schönes streiten kann... nun weiß ich es!

Wir hatten einen tollen Abend und haben dann wild geschmust, war eigentlich schon richtig ernst, plötzlich bricht sie ab, sie wäre zu müde und so. Eigentlich kein Problem, echt nicht für mich, kann doch mal sein, hab dann gesagt, es wäre nicht so die Feine einen erst heißzumachen und dann aufzuhören, war eher scherzhaft gemeint. Nun, es gab ne Riesendiskussion, blabla, hab's echt nicht gerafft... hab's dann heute wieder hingebogen, und wir hatten nen echt tollen Abend, bis es wieder intimer wurde... da brach sie sofort ab, mit den Worten "Heut gibt's kein Heißmachen"!

Ich hab's nicht kapiert und fragte, sie antwortete, daß hätte schon gestern nur Probleme gegeben. Ich kapierte null, weil eigentlich alles mittags geklärt war... naja, schon war ein Riesenstreit da. Ist eigentlich das falsche Wort... Streit... sie war stocksauer und hat mich angebrüllt, was meine Fragerei soll, und ich war eigentlich ganz ruhig und hab nicht verstanden worüber sie sich so ärgert. Je ruhiger ich blieb umso lauter wurde sie. Wollte es dann mit ihr klären, aber da kam nur noch "Ich hab kein Bock mehr", und "Ich sag jetzt nix mehr" und so Sachen. Bin dann nach etwa 30 Minuten heimgefahren, wollte sie davor in den Arm nehmen, sie blockte auf's Derbste ab!

Ja das war vor etwa ner Stunde. Jetzt hock ich hier und versteh die Welt nicht mehr, wie so oft. Ein Riesenblödsinn ist das gewesen, und aus ihrer Sicht war ich mal wieder an allem Schuld. Ich bins echt Leid, hangel mich von Problem zu Problem, löse jedes, und denke alles wird gut, ZACK, ist das nächste da. Und Einsicht ist da null. Morgen kann ich dann diese Scheiß Diskussion weiterführen.

Ich bin kurz davor, das ganze hinzuschmeißen, wird mir allmählich zu viel, aber irgendwas hindert mich...vielleicht, weil ich so nen Nippes nicht als Grund haben will. Keine Ahnung, bin wohl auch im Moment zu aufgewühlt um klar zu denken. Und ich weiß nicht mehr, was ich machen soll mit ihr, ganz ehrlich, ich komm ja gar nicht an sie ran. Und da sie selber nicht einsieht, das sie sich seltsam verhält, sind mir die Hände gebunden. Gestern war ich noch der Größte für sie, heute bin ich dedr totale Arsch! Sletsam, ich verstehe diese Denkweise einfach nicht. Nun, ich wünsch euch was!

Euer

F.urixous


@Alex

Hey Alex,

Dein Beitrag könnte wiedermal direkt von mir sein... mir ergeht es haargenau so...! Echt der Hammer, dass es so etwas gibt.

Die vergangenen Tage dachte ich, alles wäre cool mit meiner Freundin, wie ich es so oft gedacht habe, wenn alles gut läuft. Dann bin ich der König der Welt und bin sooo glücklich... nun, die Realität hat mich wieder eingeholt! Das ist einfach zum Kotzen.

Jawoll, so ist es mir auch. Oft bin ich für sie der Größte. Sie beteuert, dass ich der beste, liebste, einfühlsamste und humorvollste Mann der Welt wäre und sie mich über alles in der Welt liebt. Ein paar Stunden später kann es aber - wegen einer Kleinigkeit - bereits passieren, dass ich plötzlich der egoistischste und starrsinnigste Mensch der Welt bin...

Jetzt hock ich hier und versteh die Welt nicht mehr, wie so oft. Ein Riesenblödsinn ist das gewesen, und aus ihrer Sicht war ich mal wieder an allem Schuld.

Das geht mir ca. 3-4x die Woche so. Eine Kleinigkeit wird zu einem riesigen Problem aufgebauscht und wer ist dann am Ende Schuld? Der böse Furious, der wiedermal nicht von vornherein alles so gemacht hat, wie Madame es wollte. MEINE Wünsche und Gefühle spielen überhaupt keine Rolle!

Ich stelle eigentlich immer ihre Wünsche in den Vordergrund. Hab mir mal geschworen, meine Freundin auf Händen zu tragen... versuche auch mich daran zu halten, was ihr sichtlich gefällt und ich mache das auch sehr gerne! Aber manchmal komme ich eben in Situationen (habe so manche Verpflichtung, beruflich und privat), wo ich etwas machen muss, was ihr nicht so unbedingt passt (z. B. Samstags arbeiten). Und genau das ist dann der Zeitpunkt, an dem der Streit von vorne los geht. Jedes mal! :-(

Das schlimmste an dem Ganzen ist ja, dass ich langsam nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist! Ich versuche immer, sie zu verstehen und die Fehler bei mir zu finden. Das verwirrt mich immer mehr...

Ich bins echt Leid, hangel mich von Problem zu Problem, löse jedes, und denke alles wird gut, ZACK, ist das nächste da. Und Einsicht ist da null.

Bei jedem Streit widert mich das Ganze ein Stückchen mehr an. Dabei versuche ich doch ständig, irgendwelche Kompromisse zu finden. Habe ich es mal wieder geschafft, sie zufrieden zu stellen, geht tags darauf das ganze Spiel von vorne los. Es ist ein andauerndes hin und her. Ich sitze ständig zwischen zwei Stühlen und weiß bald überhaupt nicht mehr wo ich hingehöre.

Ich bin kurz davor, das ganze hinzuschmeißen, wird mir allmählich zu viel, aber irgendwas hindert mich... vielleicht, weil ich so nen Nippes nicht als Grund haben will.

Ich kann und will bald nicht mehr...

Das denke ich mir jedes Mal! Aber dann denke ich mir: komm schon... das kann doch kein Grund sein, um diese Beziehung zu beenden! Irgendwie warte ich auf einen richtigen Zeitpunkt... irgendein triftiger Grund, der jedem einleuchten würde. Aber diesen Grund gibt sie mir irgendwie nicht.

Die Tatsache, dass ich sie trotz allem sehr liebe - für diese Wärme und Zuneigung, die sie mir "hin und wieder" gibt - macht die Situation erst so richtig aussichtslos. Wenn dies nicht der Fall wäre, hätte ich wahrscheinlich schon längst alles hingeschmissen. Aber leider...

Tja, besonders viel helfen kann ich Dir mit meinem Beitrag sicherlich nicht... aber mir selbst hilft es schon, wenn ich sehe, dass es noch mehr Menschen mit den gleichen Problemen gibt.

Bis bald!

AnlDex


@ Furious

Wow, das ist echt unglaublich... der Text von Dir entsprach genau meinem, nur mit etwas anderen Worten. Klasse, würde ich eigentlich sagen, aber das Wort is wohl fehl am Platz bei so einem Thema. Dennoch hilft es zu sehen, daß andere mich verstehen, es sogar am eigenen Leib erleben.

Hab heut die ganze Nacht wachgelegen, gegrübelt, auf'n Zeichen von ihr gewartet, ne SMS oder n Anruf. "Hey, ich hab total überreagiert" oder ein einfaches "Laß uns nochmal reden". Nun, leider nicht. Sie ist mit dem Talent gesegnet, nach Streits sofort schlafen zu können, ohne Probleme... bei mir geht das leider nicht. HEUT NACHT wollt ich noch alles hinschmeißen, jetzt weiß ich schon wieder, dass ich das nicht kann und wohl auch nicht tun werde. Bringe ich nicht. Irgendwie fast schon ein bischen feige von mir.

Nun, wie auch immer, ich will es zumindest diesmal geradebiegen, was etwas schwierig wird, weil ich ja ehrlich gesagt gar nicht verstand, was ihr Problem so genau war und was ich ihr denn SCHLIMMES getan habe.

Ich will noch von einer weiteren schlimmen -wie ich finde- Macke berichten, die mir in all den Jahren als ganz typisch aufgefallen ist. Wenn sie zulange über ein Thema spricht, kann es passieren, daß sie genervt wird... das geht ja noch, nur... wenn sie dann noch öfters über ein Thema genervt ist, dann streicht sie das Thema einfach weg, um das Problem zu umgehen.

Schwer, ich mach ein Beispiel aus meiner Vergangenheit: wir waren mal gemeinsam essen, und es war eigentlich alles wunderbar. Einen Tag später sagte sie mir, das wäre gar nicht schön gewesen, ich wär total langweilig gewesen, hätte stumm dagehockt und ihr wär's voll auf'n Keks gegangen... sie dachte, ich hab keinen Bock mit ihr zu essen und solle das doch bitte sagen (ob das so war, soll nun mal keine Rolle spielen, war aber natürlich nicht so).

Folgte ne dumme Diskussion, in der ich sie davon überzeugen sollte, daß ich gerne mit ihr esse und das es nicht stimmte, was sie dachte. Hatte wenig Chancen. Sie wurde immer wütender, am nächsten Tag wollte sie weiterreden, Riesen-Streß... und dann zeigte sich das -wie ich es nenne- Holzhammer-Phänomen. Plötzlich war sie so sauer, daß sie sagte, wir würden gar nicht mehr essen gehen, dann stelle sich das Problem auch nicht. Ich hab erst gelacht, aber so geschah es. Ist so das Ding, als wenn man sich den schmerzenden Finger abschneidet, oder gleich die Ganze Hand...dann tut der Finger auch nicht mehr weh.

Nun, dies hat sie schon bei vielen Dingen gemacht... sehe da auch Parallelen zu meinem Beitrag von heute Nacht zum Thema Sex. Da durfte ich sie ja nicht mal küssen, könnte ja zum Problem werden, also besser gar nichts.

Das Problem ist, sie tut es bei allen Dingen, wenn sie sauer genug ist, sägt alles ab, was Probleme bringen könnte, auch wenn's ihr selber im Herzen weh tut, da ist ihr "Sturkopf" (zitat von ihr!) stärker.

Ertappe mich dabei, daß ich hier besonders viel schreibe, vielleicht damit ich beschäftigt bin, sonst fängt das grübeln wieder an, oder ich würde sie dann anrufen und ich ahne schon jetzt, daß es Probleme bringen könnte. Allein dieser Satz von mir ist sowas von krass:..."ich ahne schon jetzt, daß es Probleme bringen könnte."

Nun zurück zur Marotte... sie sägt einfach das Thema aus ihrem Leben, was ihr Streß bringt oder worüber sie sich halt geärgert hat. Ich frag mich, was passiert, wenn wir mal über unsere Beziehung streiten...

FSuprioxus


@Alex

Ich kann nur immer wieder sagen, dass die Situation bei mir wirklich haargenau so ist wie Du immer beschreibst. Das ist echt Wahnsinn...

Die letzten beiden Tage waren aber wirklich toll. Sie war seit langer Zeit mal wieder gut drauf und zeigte sich von ihrer besten Seite.

Das sind die Tage, die mich an unsere Liebe glauben lassen.

Ich bin wirklich gespannt, wie lange das so anhält... vielleicht ist es heute Abend schon wieder vorbei? Vielleicht streiten wir uns in 6 Stunden schon wieder so bitterlich, dass ich nur noch heulen könnte? Oh Mann...

D;e/rNgaive


an alle hier

Hallo an alle, die hier schreiben.

Sämtliche Geschichten, die ich hier lese, gehen mir ziemlich rein, kenne ich auswendig. Die Verzweiflung; die Verwirrung, die Demütigung, grauenhaft. Vor zwei Wochen wollte ich hier schon mal schreiben und hab's auf 30 Seiten gebracht, mein kürzester Artikel bisher zu diesem Thema. Versuchs nochmal kürzer.

Ich war für sie "Der Mann". Als ich bei ihr einzog, war ihr das schon klar. Sie hat mich mit Lügen manipuliert, mich verurteilt, mich stehengelassen, Türen geknallt und viele andere Formen subtiler Gewalt mehr. Voller Aggressionen, hat aber nie etwas getan, hatte mit keinem Konflikt etwas zu tun, alles ich. Mit ihrer krankhaften Eifersucht hat sie mich traktiert. Nachdem ich mich wochenlang distanziert hatte, muß sie mit mir reden.

Provokation, Unterstellungen, die ich ruhig von mir weise. Sie explodiert: "Du bist doch das letzte Arschloch!" und  kippt mir ihren fetten Kaffeebecher ins Gesicht. Ich habe ihr eine geknallt, mich sofort entschuldigt. Sie schweigt, wie immer. Zeigt mich an. Körperverletzung, brutal zugeschlagen, und es hätte früher schon mehrere ähnliche Fälle gegeben. Sie hatte mich immer angegriffen, verbal bis körperlich, daß ich manchmal Angst vor ihr bekam.

Als wir eineinhalb Jahre später wieder neu beginnen, kann ich sie nach langem Bohren endlich dazu bewegen, ein Statement zu ihrer Anzeige abzugeben: Nein, sie kann sich für nichts entschuldigen, für sie war es damals wichtig, weil sie nicht mehr von mir loszukommen wußte. Ihr fällt an diesem Satz nichts auf. Schuldgefühle, Mitgefühl, sich entschuldigen, so etwas kennt diese Frau nicht. Nur eine von viel zu vielen Geschichten. Tolle Vorraussetzungen für einen Neuanfang, hätte ich doch die Finger davon gelassen.

Sie ist schwanger, provoziert mich drei Tage bis aufs äußerste, - wie sie das macht und hinbekommt, ohne sich selbst die Finger schmutzig zu machen, ist ne andere Geschichte - läßt mich dann 4 Wochen eiskalt abblitzen, treibt ab, und will es zu guter Letzt garnicht gewollt haben (sie hat schon ein Kind und ist nicht mehr im Jugendalter).

Ich darf mit all den grausamen Stories, die sich wieder über eineinhalb Jahre erstreckten, gar nicht anfangen. Es ist schon fast ein Jahr Schluß, und ich komme von all den quälenden Gedanken und Fragen kaum runter. Vor zwei Jahren fing ich an, Literatur über Borderline, sexuellen Mißbrauch, Hysterie, Schizophrenie, multiple Persönlichkeit etc. zu studieren. Quälte mich nächtelang mit Visionen von Inzest usw.

Was ist ihr widerfahren? Ich werde es nicht klären können. Mir kam ein Gedankenblitz: Es geht gar nicht mehr um irgendein Trauma, was da auch immer war. Sie hat in sich ein verdrängtes, quälendes Schuldgefühl, das sie mit allen Mitteln abwehren muß. Und ich bin derjenige, der ihr angeblich all das antut, was sie in sich selbst nicht sehen kann. Mit ihren ganzen perversen Anschuldigungen beschreibt sie eine Angst vor sich selbst. "Du glaubst, ich sei schlecht!" - "Ich habe ja gar keine Chance bei dir!" - dabei tue ich alles für diese Frau, unbegreiflich.

Ich weiß heute, was sie damit meint, sie hat wieder recht: Ihre Machtkrallen, ihre Kontrolle greift bei mir nicht mehr so richtig. Das ist ihr größtes Problem, das zieht ihr den Boden unter den Füßen weg. Vertrauen kennt sie nicht. Sie bewertet alles mit ihren Kategorien von Macht, und nur so interpretiert sie alles, was von mir kommt. "Du willst mich klein und schwach sehen!" - wenn ich sie mit ihrem erniedrigenden Machtspiel konfrontiere bzw. mich entziehe.

Das verrückte ist: all diese Fragen stellt sie sich nicht. Sie hat keinerlei Problem. Tolle, selbstständige, attraktive Frau. Alle Probleme liegen bei mir. Habe schon hunderte von Seiten verfasst, einige als emails an sie. Nie ein Wort von ihr dazu. Ich mache sie ganz krank. Sie musste sich endgültig von mir trennen, überhäuft mich mehr und mehr mit den perversesten, verdrehtesten Statements, je mehr ich versuchte, mit einer ruhige Art sie mit ihren Angriffen und Entwertungen und ihrem "Theater" zu konfrontieren. Und jammert jedesmal, wenn sie Schluß machte, rum, wie sehr sie mich liebt, wie sehr sie um uns gekämpft hat, aber mit so einem Typen wie mir...

Diese Frau hat alles vergiftet und zunichte gemacht. Ich habe mich verrückt gemacht, wollte sie begreifen, um unsere Liebe kämpfen, glaubte daran, daß sich eines Tages der Knoten löst. Denkste, eiskaltes Ende. Kein Kontakt. Verachtende Kommentare. Nur ein ewiglicher Platz in ihrem Himmel ist mir sicher. Eineinhalb Jahre war ich fertig mit den Nerven, meine halbe Arbeitswoche ging dafür drauf, mit ihr klarkommen und sie verstehen zu wollen. Ich hätte gut daran getan, sie wirklich beim Wort zunehmen: Ich habe kein Problem, du hast das Problem. Sie hatte recht. Und ich habe sie als ne Kranke behandelt, zu der ich stehe, um jeden Preis, denn sie liebt mich ja so, wir überwinden "unsere" Kommunikationschwierigkeiten.

Ich bin heute immer noch voller Haß und weiß immer noch nicht richtig, wer ich bin... so hat mich diese Beziehung auseinandergenommen. Mir ist vor ein paar Tagen erst eins klargeworden: ich hatte es mit einem skrupellosen, eiskalten Machtmenschen zu tun. Bis auf selbstverletzendes Verhalten passen all die Themen um Borderline- Schizophrenie, double- bind- Kommunikation usw.

Hier wollte ich sie unterstützen, unserer "Liebe" wegen. Eine Unterstützung, die sie nicht wollte. Sie hatte kein Problem. Alles, was ich je artikulierte war Quatsch. Dennoch spricht sie mir in einem weichen Moment mysteriös übersinnliche Fähigkeiten zu, Dinge zu sehen...

Naja, weiter kann man mit ihr darüber nicht reden, im Zweifelsfall distanzierte sie sich in letzter Zeit mit dem Spruch, sie kann nicht weiterreden, weil sie Angst vor meiner willkürlichen Gewalt hat. Ich erwidere: "Aber..." - "Du respektierst mich nicht, fahr´ jetzt, RAUS!" Grausam... mir wurde nie richtig bewußt, daß ich mit ihr in einem quälenden Spannungszustand lebte, ich hatte Angst vor ihr, jederzeit konnten unwillkürlich ihre aggressiven Affekte explodieren, und ich stand als Schuldiger da. Pervers. Und dann habe ich gegen all die Vorwürfe angezappelt, vergebens. Damit gebe ich ihr Macht, damit hat sie mich im Laufrad gehalten. Nein, ich mich halten lassen.

Wollte richtigstellen, wo gar nichts richtig zu stellen war. Eine zermürbende Falle. War mal so ein kraftvoller, attraktiver Mann für sie, jetzt bin ich ihr zu schwach, labil, naiv, nein, eigentlich bist du immer noch viel stärker als ich. Es gibt kein Durchblicken.

Oder ihre eiskalt, verachtende, sarkastische Distanz. subtil, schweigend.......

Und dennoch fuhr ich die Mitleidsschiene, ihr "helfen" zu wollen. Gestern habe ich wieder über eine Geschichte geschrieben, die zwei Jahre zurückliegt. Spät abends nach ihrer Fete, fragt sie mich, wie war's? Ich sagte schön, wollte noch eine Sache ansprechen... mein Satz war noch nicht halb zuende, verbietet sie mir wieder das Wort, nach dem Motto, versau mir jetzt nicht wieder die Stimmung. Ich spürte schon wieder so ein Zucken bei ihr, dann ihr provozierendes Schweigen.

Bevor das hier wieder explodiert, fahre ich besser. Kenne ich nun schon zu gut, lasse ich mich nicht mehr drauf ein. Ich fahre besser. Schweigen. Gute Nacht. Schweigen. Will sie umarmen. Nichts. Ich warte noch eine Minute. Keine Reaktion. Ich drehe mich um und will gehen. Sie packt meine Hand. Ich ziehe sie entnervt weg. Sage nochmal ruhig: Gute Nacht, bis morgen. Als ich mein Auto vom Eis frei kratze, ruft sie mir nach: "Wann schlägst du das nächstemal wieder zu!? Du hast zuschlagen wollen! Du hast schon zweimal zugeschlagen!"

Mich machte das total traurig, ich ging zurück. Was ist denn jetzt? Nein, du hast zuschlagen wollen! Sie demonstriert mir sogar, wie. Ich glaub's nicht, alles reden hat keinen Sinn, ich fahre. Die ganze folgende Woche dieser Vorwurf, Hörer aufknallen... Schluß. Heute hat sie das nie gesagt.

Und wieder habe ich gelesen und gelesen, was das sein könnte. Optische Halluzinationen, verinnerlichte Aggression, Spaltung... geht das soweit, daß sie ganze Episoden für immer ausblendet. Warum passt so vieles nicht zusammen, wo ist diese und jene Geschichte hin verschwunden, was war mit diesem Mann? Nein, es gab nie einen anderen als dich, aber du bist doch ein Typ, der...

Oh, Mann, schreibe wild durcheinander, kann noch jemand folgen? Verinnerlichte Aggression, die sie auf mich überträgt und dann in mir sieht... usw. Stimmt irgendwie. Dennoch, sie hätte mich nach ihrem Vorwurf - du hast zuschlagen wollen - gerne bei sich behalten. Mir dröhnte der Schädel, ich mußte weg.

Und ein Zweites. Sie hat nicht im Affekt losgebrüllt, nein, sie stand noch drei Minuten in der Tür und dann kam ihr Spruch. Sie hatte Zeit zu überlegen, wie kann ich ihn so provozieren, daß er zurückkommen muß. Ich habe bei all ihren tiefen Gefühlen zu mir ihre Gemeinheit, ihre Skrupellosigkeit unterschätzt, sie tut dies nicht nur, weil sie krank ist und nicht anders kann, sie weiß, was sie tut.

Sie setzt ihre kranken Mechanismen bewußt ein. Auch ihre Anzeige, die ich entschuldigte, da sie ja so leidet....... nein, eiskalt mit Berechnung inszeniert. Ich bin wirklich zu naiv, die lacht mich aus, was ich mir für einen Kopf gemacht habe.

Eine derbe Erkenntnis nach all der Zeit "tiefer Liebe", meiner Selbstaufgabe. Sie mag tief empfinden, jedoch im "realen" Leben mit ihr dreht sich alles um Macht und Kontrolle. Eine Scheinbeziehung, die einen komplett ausnimmt.

Eine skrupellose Drecksau, ein Psychopath.

Ich schenkte ihr ne komplett neue Computeranlage und richte sie ein. Als sie zum Staubsaugen in ihr Büro kommt, konnte sie gerade nochmal wieder einen Ausbruch unterdrücken. Ich saß ihr wohl im Weg. Oder war es Neid, oder war es... Ich muß mich dann wieder bemühen, die Stimmung zu retten. So etwas ansprechen, um Gottes willen, sie hatte nichts, ich verdrehe alles, wovon redest du überhaupt? Und dann stehen wir schon wieder ganz knapp vor dem Beziehungsende. In diesem Fall hat es noch drei Tage gedauert.

Sie hatte recht: nur ich habe Probleme. Diese Frau hat mich verleugnet, sie verleugnet sich. Sie ist die reine Verleugnung, die reine Falschheit. Wie lange schon hatte ich enorme Schwierigkeiten, ihr überhaupt noch ein Wort glauben zu können. Gerade ihre netten Worte, gefährliche Fallen. Ich muß mal zum Schluß kommen.

Solche Menschen ziehen einem mit ihrem Machtspiel in destruktive Verstrickungen. Man kommt völlig von sich selber weg, dreht sich innerlich und äußerlich nur noch um sie, wird durch all die Schuldvorwürfe vollig irritiert... grauenhaft, wenn ich daran zurückdenke, und es ist nach einem Jahr noch alles so, als wäre es gestern gewesen. Man sieht in der Situation, wenn man drin ist und so stark "fühlt", gar nicht, was man sich selber antut, man verliert die Maßstäbe, und man verliert seine Würde, das Vertrauen in sich selbst.

Wenn sie nicht mitmachen will, leugnet, verdreht, immer so weiter macht und auch noch verächtlich auf dich runter schaut, obwohl sie dir kaum das Wasser reichen kann, aber jeden deiner Lebensbereiche abwertet, .... Finger weg.

Das ist meine Erfahrung.

Nichts gegen den Ansatz, jemanden unterstützen zu wollen. Aber derjenige muß einen ernsthaft darum bitten und glaubhaft selbst daran arbeiten. Sonst bist du zum Schluß wirklich am "Arsch". Und wirst verachtend wie ne heiße Kartoffel fallengelassen, als hätte es dich nie gegeben. Dann kommt der Moment der Rachegefühle, dann willst du alles zurück, was du gegeben hast, sie hat all deine Hoffnungen betrogen und benutzt, das eiskalte Schwein. Entschuldigt meine Ausdrücke.

Deshalb würde ich den Begriff Borderline gerne erweitern: es gibt Borderline- Schizophrene mit und ohne Charakter. Es gibt gefährliche Psychopathen. Meine Beziehungserfahrung unter dem Gesichtspunkt der Macht, des Machtmißbrauchs zu beleuchten, erklärt mir vieles einleuchtender, als alle Psychoanalyse, denn es bringt mich mehr zu mir zurück, was hat Macht eigentlich mit mir gemacht, was bin ich mir eigentlich wert? Was lasse ich zu, wo sind meine Grenzen?

So, abschicken, sonst schreibe ich noch Tage so weiter...

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