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Biid

K3estxra


Fantacom

Du vermengst medizinische und soziale Folgen einer QS. Die medizinischen Folgen sind negativ. Die sozialen Folgen sind m.E. Folge einer Einstellung der Gesellschaft zu einer Behinderung generell.

Ne, Fantacom, ich vermenge rein gar nichts. Ob der Partner mit einem Querschnittsgelähmten eine Paar-Beziehung führen kann, hat wenig mit seiner Einstellung zu Behinderten zu tun. Eine Lähmung ist ein immenser Einschnitt in das Leben, das fängt beim Autofahren an, geht beim Stuhlgang weiter und beim Sex. Ich kann ne offene Einstellung zu Behinderten haben und trotzdem es als Frau nicht aushalten, wenn mein Partner keinen GV mehr haben kann. Als Partner eines Rollifahrers ist man stark mitbetroffen.

Ich z.B. habe durch meinen Beruf eine sehr unkomplizierte Einstellung zu Behinderten, aber ob ich das Leben mit einem Rollifahrer mit all den Einschränkungen (nicht nur sozialer Natur, sondern bei ganz lebenspraktischen Dingen!) mir vorstellen könnte, wage ich nicht abzuschätzen.

Bxassann9io


Fantacom

Wenn ich das richtig verstanden hab dann forderst Du, daß der Wunsch, der aus einer - aus meiner Sicht seelischen - Krankheit kommt, erfüllt wird, Du damit körperlich verletzt wirst und Dich wieder zufrieden fühlst? Da steht bei mir alles auf! Wieso soll man etwas verändern (ums mehr als politisch korrekt auszudrücken), was gesund ist, nur damit ein anderer Teil von Dir - nämlich Deine Seele - gesund wird?

Mein erster spontaner Gedanke beim lesen: das ist wie bei den Ritzern. Den ritzt - aus gutem Grund - auch kein Arzt.

Jedenfalls steht bei mir bei der Vorstellung einer künstlich herbeigeführten Querschnittslähmung alles auf - das ist für mich Symptomkuriererei par excellence, und zwar auf die schlimmste und auch bequemste vorstellbare Art und Weise.

Ich hoffe, daß Du auf andere Art und Weise für Dich weiterkommst.

aKlterV-egxo


@Kestra und Bassanio

Ich glaub ihr solltet mal den BBC-Bericht über BIID /BDD sehn. Wenn ihr nichts daürber wisst und nichts hilfreiches dazu beitragen könnt, dann lasst es lieber!

Ich hab den Bericht gesehn und von meiner Mutter weiß ich auch von Leuten, die diese "Krankheit" haben. Und ich weiß, wie diese Menschen leiden! Einige legen sich mit den Beinen auf die Schienen und lassen sich von nem Zug überfahren, nur damit sich ihre Beine halt los sind. Einige hacken sich auch ihre Arme ab.

Das kann man nicht mit ritzen vergleichen, sie lassen ja keine Wut an sich selbst raus.

Ich denke man kann es am ehesten mit Transexuellen vergleichen. Wollt ihr denen jetzt auch sagen, dass sie psycho-therapeutisch behandelt werden müssen, nur weil sie sich im falschen Körper fühlen ??? Dann müsstest ihr denen Geschlechtsumwandlungen ja auch verbieten. %-|

K}e!strxa


alter-ego

Wenn ihr nichts daürber wisst und nichts hilfreiches dazu beitragen könnt, dann lasst es lieber!

Wer bestimmt, wer eine Ahnung hat davon und wer nicht? Wer bestimmt, wer hier posten darf? Wieviel weisst Du über querschnittsgelähmte Menschen? Ich arbeite seit 20 Jahren in diesem Bereich

Ich hab den Bericht gesehn

Und DAS macht Dich zum Experten ??? Ein Bericht im Fernsehn?

Einige legen sich mit den Beinen auf die Schienen und lassen sich von nem Zug überfahren, nur damit sich ihre Beine halt los sind. Einige hacken sich auch ihre Arme ab.

Ja und? Was soll das beweisen? Das ist tragisch, ja. Aber eine kranke Seele damit "heilen" zu wollen, indem man den Körper zum - und ich verwende jetzt ganz bewusst diese Wort - Krüppel macht/operiert ist für mich unfassbar!

Ich denke man kann es am ehesten mit Transexuellen vergleichen. Wollt ihr denen jetzt auch sagen, dass sie psycho-therapeutisch behandelt werden müssen, nur weil sie sich im falschen Körper fühlen Dann müsstest ihr denen Geschlechtsumwandlungen ja auch verbieten.

Wie kommst Du auf dieses schmale Brett? Was ich "müsste" oder nicht, kannst Du nicht wissen. Davon hab ich hier nämlich noch nichts geschrieben, aber ich habe auf so eine Argumentation gewartet. Ich vergleiche Transsexuelle nicht damit, kein bisschen. Transsexuelle sind nämlich nach einer Operation nicht behindert und wollen auch keine Aufmerksamkeit dadurch. im Gegenteil

KVestxra


Nachtrag

Bevor bei Transsexuellen eine so lebensentscheidende Op durchgeführt wird, ist nach meinem Wissen auch eine Stellungnahme eines Psychologen notwendig. Ich halte das für richtig

G=r_as-HHalm


Die "Lösung" für Fantacom's Problem wird ja wohl kaum sein, dass er sich operieren lässt, damit er nachher querschnittgelähmt ist.

Es MUSS doch irgendwie möglich sein, mittels Therapie dagegen anzukommen? :-(

K@estJrTa


Grasi

Die "Lösung" für Fantacom's Problem wird ja wohl kaum sein, dass er sich operieren lässt, damit er nachher querschnittgelähmt ist.

Es MUSS doch irgendwie möglich sein, mittels Therapie dagegen anzukommen?

Genau das meine ich :)^

G|rasx-Halm


@:)

a4lterw-ego


pfff...ich hab doch gar nich gesagt, dass ich ein Experte bin. Ich hab nur gesagt, dass ich das Leiden der Leute verstehen kann.

Wer bestimmt, wer eine Ahnung hat davon und wer nicht? Wer bestimmt, wer hier posten darf? Wieviel weisst Du über querschnittsgelähmte Menschen? Ich arbeite seit 20 Jahren in diesem Bereich

Es ging mir hier nicht um querschnittsgelähmte Menschen. Na ja nebenbei noch: Meine Mutter ist in einem behinderten Verein tätig und hat dort auch viel Kontakt zu Rolli-Fahrern und QSler. Außerdem ist ne sehr gute Freundin von ihr querschnittsgelähmt. Also da erfahre ich auch ne Menge. Natürlich nicht so viel wie du, weil du ja tagtäglich damit konfrontiert bist. Aber darum gings mir ja auch gar nich.

Guck ma, ich halte es ja auch nicht für die beste Lösung jmd zum Krüppel operieren zu lassen, aber ich glaube du kannst dir das Leiden der Leute nicht vorstellen. Ich kanns auch nicht, aber ich denke ich habe eine bessere Grundlage, halt durch den Film und die Kontakte meiner Mutter. Diese Leute riskieren lieber ihr Leben, als weiter mit ihren Gliedmaßen zu leben. Höchst wahrscheinlich gibt es eine Störung im Gehirn, aber so lange man diese Störung nicht behandeln kann und die Leute dadurch Suizid gefährdert sind sollte man alles Mögliche tun, um ihnen zu helfen. Und da es heutzutage nicht ohne OP geht, muss man das hinnehmen. Ob man damit nun einverstanden ist oder nicht, das geht DICH nichts an und MICH auch nicht. Hauptsache dem Betroffenen hilft es. Das ist doch genauso eine Dikussion mit Abtreibung und Sterbehilfe.

Wenn die Leute sich nach der OP besser fühlen und mit ihrer Behinderung, die sie als solche ja nicht wahrnehmen, ist doch alles ok. Ein Bekannter meiner Mutter hat sich, wie schon erwähnt, auf den Philippinen die Beine amputieren lassen. Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Und er IST es jetzt immer noch! Er sitzt jetzt im Rolli und fühlt sich besser als je zuvor!

Außerdem will Fantacom hier auch keine Aufmerksamkeit, das steht hier auch drinne.

Und das mit den Transsexuellen, war jetzt nur so gewählt, weil viele Menschen, Leute mit Transsexualität als krank sehen. Aber sie sind es nicht. Du hattest vorher schon sowas geschrieben, dass Fantacom krank sei oder sowas ähnliches. Deshalb hab ich den vergleich mit Transsexualität gewählt.

Und die Leute mit BDD halten sich nach der Operation nicht für behindert sonder befreit. Das ist reine Definitionssache.

Wenn Fantacom später glücklich damit ist, dann lass ihn doch, ob es für dich nun vetretbar ist oder nicht.

Ich halte viele andere Sachen auch für ehtisch nicht vertretbar, aber wenn man mal das Schicksal dahinter betrachtet sieht es meist anders aus.

a~ltexr-ego


Die "Lösung" für Fantacom's Problem wird ja wohl kaum sein, dass er sich operieren lässt, damit er nachher querschnittgelähmt ist.

Es MUSS doch irgendwie möglich sein, mittels Therapie dagegen anzukommen?

Meines Wissens nach, kann man den Leuten mit Psychopharmaka nicht helfen. Man kann vll den Drang nach Amputation unterdrücken, aber die Leute werden doch täglich mit ihren "fremden" Gliedmaßen konfrontiert, das ist doch auch nicht auf Dauer die beste Lösung.

Natürlich bin ich auch gegen eine Operation, dies sollte nur die hinterletzte Lösung sein. Nicht umsonst würd ich ja schreiben, dass er (Fantacom) noch mal genau nachdenken und sich an einen anderen Neurologen wenden solle ;-)

KtestIra


alter-ego

Wenn Fantacom später glücklich damit ist, dann lass ihn doch, ob es für dich nun vetretbar ist oder nicht.

Hab ich irgendwo geschrieben, dass ich es ihm verbieten will? Ich habe meine Sicht der Dinge aufgezeigt.

Ob man damit nun einverstanden ist oder nicht, das geht DICH nichts an und MICH auch nicht. Hauptsache dem Betroffenen hilft es. Das ist doch genauso eine Dikussion mit Abtreibung und Sterbehilfe.

Nein, das ist es für mich nicht. Es kann für mich nicht angehen, dass alles getan werden darf, damit es jemanden "besser" geht. Ich halte z.B.auch eine Abtreibung in der 40. Schwangerschaftswoche für unethisch, auch wenn es damit der Frau besser gehen würde.

Du hattest vorher schon sowas geschrieben, dass Fantacom krank sei oder sowas ähnliches. Deshalb hab ich den vergleich mit Transsexualität gewählt.

Hä? Weill ich schrieb, dass ich ihn für (seelisch) krank halte (Du schreibst übrigens selbst oben von einer Störung!), hast Du den Vergleich mit der Transsexualität gebracht? Bedeutet das, dass Du mir hier unterstellt hast, das ich das auch für krank halte ???

Ich bin wie Gras-Halm der Meinung, dass solche Menschen Hilfe brauchen, ja. Aber nicht - wie ich oben schon geschrieben habe - indem man sie zum "Krüppel" macht.

G@ras-xHalm


Meines Wissens nach, kann man den Leuten mit Psychopharmaka nicht helfen.

Hab ich das gesagt? Ich habe gesagt "mit Therapie". Das ist nicht auf Medikamente bezogen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Medikamente gibt, die seinen Wunsch unterdrücken.

atlterg-ego


Ich hab nur von Störung geschrieben, um damit die Sache / den Zustand BIID auszudrücken. Es wird natürlich eine "Störung" im Gehirnstoffwechsel oä geben. Deshalb erschien mir der Vergleich mit Transsexualität auch am besten. Die Leute fühlen sich ja auch in ihrem Körper fremd. Genauso wie Leute mit BIID ihre Gliedmaßen als fremd sehen. Und bei Transsexualität wird auch vermutet, dass eine Ursache im Gehirn liegt.

Ich hab dir das in gewisser Weise unterstellt, ja. Weil man die beiden Zustände BIID und Transsexualität am ehesten vergleichen kann. Deshalb hätte mich intressiert, was du dazu gesagt hättest.

G/raVs-Hxalm


Es wird natürlich eine "Störung" im Gehirnstoffwechsel oä geben.

Denkst du? :- ??? Ich könnte mir vorstellen, dass da alles ok ist, dass die Krankheit eher einen psychischen Hintergrund hat, welchen auch immer.

KDl@eio


Ich schlage vor, wieder auf eine sachliche Basis zurückzukehren und vor allem auf das Thema und das ist der Wunsch von Menschen gewisse Körperglieder zu amputieren oder wie im Falle von Fantacom eine Querschnittlähmung herbeiführen zu lassen.

Es sollte gerade hier im Psychologieforum bekannt sein, dass eine Therapie in Richtung der allgemeinen Definition von psychisch Gesund nur dann möglich ist, wenn es die Betreffenden auch so sehen. Hier geht es aber darum, dass die Heilung aus Sicht der Betreffenden in einer Amputation oder im Falle von Fantacom in einer herbeigeführten Querschnittlähmung bestünde. Auch hat sich offensichtlich noch nur in Ausnahmefällen eine Therapie in die Richtung als erfolgreich erwiesen, dass jemand seine Identiät aufgegeben hat, der einen Körperteil als Fremdkörper angesehen hat. Der Vergleich mit einem ungewollt Querschnittgelähmten trifft meiner Ansicht nach nicht zu, denn dieser identifiziert sich ja nicht mit seiner Querschnittlähmung.

Auf der anderen Seite wäre die Vergleichsbasis in dem Sinne vorhanden, dass sich beide neu identifizieren müssten und das einem ungewollt Querschnittgelähmten offensichtlich früher oder später gelingt sich irgendwann mit seiner fehlenden Fähigkeit zu gehen, als jemandem, der diese Fähigkeit hat und sich mit ihr nicht identifizieren kann. Auf der anderen Seite hat der Querschnittgelähmte keine Wahl, wieder zu gehen, was jemand, der noch die Fähigkeit hat zu gehen, es aber nicht als seine Fähigkeit identifiziert in der Theorie hat.

Über subjektiv Ethik ist es schwer zu diskutieren, denn sie hängt vom Betrachter ab. Das ändert nichts an der Problematik von jemandem, der sich subjektiv erst dann als "Ganz" empfindet, wenn ihm ein Körperteil amputiert wird (oder ähnliches), weil er einer allgemeinen medizinischen Ethik gegenübersteht, die aus ihrer Sicht der Ethik, seine als nicht-ethisch erklärt und seinen Wunsch damit nicht erfüllt. Man kann sagen, dass sich dadurch sein Konflikt verstärkt. :-/

Die Problematik scheint mir in der Definition der eigenen Identität zu liegen. Identifiziert sich jemand stark über seine Körperlichkeit, dann wird er mit körperlichen Unzulänglichkeiten, wofür natürlich er selbst die Kriterien aufstellt, wie jeder das tut, weniger oder gar nicht zurecht kommen, als jemand, der sich z. B. über seine geistigen Fähigkeiten identifiziert.

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