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Meine Freundin wurde vergewaltigt,

WoooPdsstoprk hat die Diskussion gestartet


... tja, wo fange ich an.

Wir sind jetzt seit einem halben Jahr zusammen, und neulich hatten wir "eine Stunde Offenheit", sozusagen.

Wir haben uns bisher noch nie gestritten, lieben uns und haben im jeweils anderen eigentlich das wunderbarste gefunden, was man so finden kann.

Allerdings ist mir aufgefallen, daß es ihr schwergefallen ist, sich total auf eine Vertrauensbasis von 110% zu mir einzulassen, und darauf habe ich sie dann eben neulich angesprochen - das klingt jetzt sehr spröde und "by the way", aber natürlich war es ein einfühlsames und langes Gespräch, zweckmässiger ist es aber, wenn ich hier alles etwas kurz und knapp wiedergebe. Sorry dafür.

Jedenfalls... fragte ich sie, ob sie mir jemals restlos und blind vertrauen könnte, denn so vertrau ich ihr, ehrlich und aufrichtig, und sie meinte, vielleicht - dafür brauche sie Zeit.

Später - wir lagen schon im Bett - haben wir uns über unsere jeweiligen beschissenen Erfahrungen mit dem Leben, Vertrauen im allgemeinen und Beziehungen im speziellen unterhalten. Neben zwei Punkten meinte sie dann... "ausserdem wurde ich von einem Bekannten betatscht... und mehr...", ... aber da wollte sie nicht mehr zu sagen. Ich hab natürlich auch nicht weitergebohrt, wer macht das schon, aber ich hatte schon angefangen mir übelste Sorgen zu machen - inklusive einer guten Menge Zorn auf den evtl. "Betatscher".

Am nächsten Tag kamen wir dann wegen was völlig anderem auf das Thema Jungfräulichkeit zu sprechen, und da ich schon von anderen Gesprächen her einigermaßen wusste, daß sie ihr erstes Mal nicht mit mir hatte (ging davon aus, sie hatte es mit einem früheren Freund), wollte ich glaube ich wissen, ob ihr erstes Mal schmerzhaft war - Randgeschichte war glaub, daß ich "da unten" auch a weng Verengung und entsprechend bisweilen Schmerzen beim GV hab - und sie meinte ziemlich plötzlich und leise "das solltest Du doch wissen"... und weil ich manchmal ein ziemlicher Idiot bin, hab ich den Groschen nicht fallen gehört und nachgefragt, woher ich das wissen könne - und sie meinte, sie habe es mir am abend doch erzählt.

Da musste ich dreimal heftig schlucken, und es stand wohl fest, daß sie ihren ersten Sex - vorsichtig ausgedrückt - gegen ihren Willen hatte.

Sie hat übrigens das Borderline Syndrom und hat sich früher öfter selbst verletzt, "geritzt" - ich mache mir seit neulich extremste Sorgen und hab mega Angst, daß das eine mit dem anderen zusammenhängen könnte, und weil sie mir ziemlich klar zu verstehen gegeben hat, dass sie nicht über das Thema reden will (und zwar hat sie das geflüstert - das ist deutlicher und klarer als zu brüllen), traue ich mich nicht, nachzufragen.

Also, nach langer Rede eine kurze Frage: wie soll ich mich verhalten?

Ich muss wissen, was da passiert ist, weil mich die Sache innerlich zerfrisst - ich will ihr helfen, wenn ich kann, und dazu muss ich wissen, wie, und dazu wiederum, was und wann es und wie es passiert ist - von meinem richtungslosen und im Moment ziemlich grenzenlosen Hass (und das ist kein Ausdruck - es kann niemals jemand mehr Hass empfunden haben, als ich momentan für diese Drecksau, die die Sorglosigkeit einer Seele auf dem Gewissen hat) auf den, der dafür verantwortlich ist, abgesehen.

Soll ich nochmal in geeigneter Situation fragen, ob sie bereit ist, mit mir darüber zu sprechen? Wenn ja, wie mache ich sie dem Thema zugänglicher,... ? Wie ermutige ich sie?

Oder soll ich warten,... möglicherweise jahrelang, und ihr bis dahin nicht helfen können?

Die Alternative "schwamm drüber - ich versuch mal, es zu verdrängen" gibt es nicht, langsam aber sicher geh ich selbst daran kaputt.

Könnt ihr mir helfen?

Wer es kann, hilft mir, einem 19 Jahre jungen, süßen, liebenswerten und unwahrscheinlich Tiefsinnigen Geschöpf die Sorglosigkeit und das Vertrauen in die Menschen wiederzugeben...

Gruß,

Till

Antworten
sDanji


Woodstock

Deine Freundin hat schreckliches mitgemacht....... Zwinge sie nicht mit dir zu reden.... das wäre nicht gut. Lass ihr bitte die Zeit die sie braucht, aber signalisiere ihr das du für sie da bist.Und das du sie ernst nimmst! Aber das tust du ja, das sehe ich weil du hier schreibst.

Es ist nie leicht mit jemanden darüber zu reden. Vielleicht schafft sie es sich dir mal anzuvertrauen, aber vielleicht nicht. Vielleicht wäre da eine Therapie besser? ! Eine Frau, mit der sie reden kann?Vielleicht fällt ihr das leichter?

Aber vielleicht ist sie noch nicht soweit um darüber zu reden.

versuche ihr zu zeigen ,das du für sie da bist und bedränge sie nicht.

Übrigens, dein letzter Satz hat mich tief berührt!

W$oodysto'rk


Hallo Sanji!

Erstmal vielen Dank für Deine Antwort.

Ich denke, mit dem Hinweis, daß ich sie nicht bedrängen sollte, hast Du das Wesentliche schon gesagt - wenn sie sich in dem Fall überwinden müsste, wär das möglicherweise nicht nur positiv im Sinne von "es ist raus, ich hab's gesagt, ich kanns verarbeiten", sondern bräche vielleicht das ganze vernarbte wieder auf und würde ihr noch mehr wehtun - trifft es das?

Das würde ich verstehen, damit müsste ich dann umgehen lernen.

Aber gerade das fällt mir wahnsinnig schwer - es nagt jeden Tag an mir, und ich denke daran, egal wo ich bin, egal was ich mache, und es trifft wie eine heiße Nadel mitten ins Herz, wenn ich mir nur vorstelle, was mit ihr passiert ist - und dass ich nicht da war, um sie zu beschützen, und dass es wieder passieren könnte, und ich sie vielleicht wieder nicht beschützen könnte?

Klar, als ihr das passiert ist hab ich sie noch lange nicht gekannt - seit wir uns kennen, sind wir zusammen -, aber die Angst in mir bleibt. Und kommt immer wieder, wenn sie nachts in der Stadt unterwegs ist, wenn wir uns einige Tage nicht sehen / hören...

Ich fühl einfach eine wahnsinnig entkräftende Ohnmacht - dem Menschen, den ich liebe, wurde mordsmässig wehgetan, und ich kann das nie rückgängig machen, das ist das sicherste von der Welt. Und das tut so weh...

Vielleicht kannst Du mir noch mehr helfen - wie gehe ich am besten mit ihr um? Hilft ihr Liebe und Aufmerksamkeit, Romantik und Dinge, die von Herzen kommen, sich ans völlige Vertrauen heranzutasten, weil man damit zeigt, daß es "die andere Seite" vom Menschen wirklich gibt - ihr in meiner [(positiven) Heilen ]Welt Erdreich geben, um Wurzeln zu schlagen, damit sie das Schlimme in ihrem Leben vergisst? Oder lieber ernsthafte Gespräche, mich in ihre verletzte Welt begeben, nachvollziehen, was sie alles kaputtgemacht hat und ihr dort helfen?

Kann man jemanden, dem sowas angetan wurde, jemals völlig davon befreien, vielleicht, wenn man ihm sich und seine Liebe schenkt?

Vielleicht gibt es ja ein paar Betroffene, die mir etwas über ihre Sicht der Dinge mitteilen... ich wäre euch unheimlich dankbar.

Im Moment fühl ich mich ziemlich hilflos.

Danke + Gruß,

Till

s9anjji


Ich denke, mit dem Hinweis, daß ich sie nicht bedrängen sollte, hast Du das Wesentliche schon gesagt - wenn sie sich in dem Fall überwinden müsste, wär das möglicherweise nicht nur positiv im Sinne von "es ist raus, ich hab's gesagt, ich kanns verarbeiten", sondern bräche vielleicht das ganze vernarbte wieder auf und würde ihr noch mehr wehtun - trifft es das?

Ja genau das trifft es! Sie muss dazu bereit sein !

Weißt du ich selbst betroffen und für mich wäre es schlimm, wenn man mich bedrängen würde, darüber zu reden.....Das kann es echt schlimmer machen!

Das würde ich verstehen, damit müsste ich dann umgehen lernen.

Ja das wäre gut wenn du das verstehst.

Bei mir ist es schon lange her..aber es fällt mir immer noch schwer das jemanden anzuvertrauen. Da muss erst ein neues Vertrauen wachsen und das geht nur sehr langsam....Lass dir und Ihr und euch Zeit!

Ich kann deinen Zorn und dine Ohnmacht sehr gut verstehen. Kann dir aber leider selbst nicht sagen wie du damit umgehen kannst oder sollst. Da bin ich überfordert.

Ich weiß nicht was ihr helfen würde.....aber mir würde helfen, wenn da jemand wäre auf den ich mich verlassen kann. Der auf mich zugeht und fragt..aber auch repsektiert, wenn ich an den bestimmten Tag oder Zeitpunkt nichts sagen kann..... Verstehst du?

Sei einfach für Sie da..damit hilfst du ihr schon sehr!

Und evtl. kannst du ihr ja mal Wege aufzeigen..so in Richtung Therapie , wenn sie noch keine gemacht hat.

Zeige ihr das sie dir vertrauen kann. Du musst aber wissen das es sehr lange dauern kann..so wie bei mir..muss nicht ..aber kann.

Ich finde es erstmal schon sehr gut, das du dir Gedanken um das alles machst.

Achte auf ihre Signale..wenn Sie in ernshaften Gesprächen was erzählen will, höre ihr einfach nur zu. Sei einfach nur da. und wenn ise es zulassen kann, nimm sie in den Arm.Sag ihr einfach, das du für sie da bist! Das hilft schon sehr viel.

Wenn es geht beschreibe ihr wie es dir geht ! Redet darüber. Reden ist wichtig!

Lieben Gruß

sFanjxi


Kann man jemanden, dem sowas angetan wurde, jemals völlig davon befreien, vielleicht, wenn man ihm sich und seine Liebe schenkt?

ich glaube völlig befreien ..davon ..das geht -glaube ich- nicht. Ich glaube nicht das ich das z.b je wieder vergessen könnte.

Aber ich lerne grad mich zu öffnen um es irgendwann einmal zu verarbeiten damit es nicht mehr mich in der Hand hat..sondern das ich es in der Hand habe und damit umgehen kann. Vielleicht mal daran einen traurigen Blick zurückwerfen , aber es bestimmt dann nicht mehr mein ganzes Leben.

Hoffe du kannst das verstehen!

Lieben Gruß

H-e[ydo


Hallo Woodstork,

ich bin der Meinung, dass das Wichtigste und Richtigste derzeit genau das ist was du gerade machst. Du bietest ihr deine Nähe, Fürsorge und Liebe in deiner heilen und positiven Welt an um darin Wurzeln zu schlagen.

Vielleicht ahnst du, auch durch die Beiträge von Sanji, das ihr viel Geduld braucht. Ich kann dir aus meiner Sicht versichern, dass es sich aber lohnt, nicht aufzugeben.

Vor jetzt schon vielen Jahren befand ich mich in genau deiner Situation, ich war auch ungefähr in deinem Alter. Ihre verletzte Welt ist ihr Horror, ich finde du solltest alles tun damit sie nie wieder daran denken muß, es sei den sie will dir etwas darüber erzählen.

Alles Gute für Euch und bleibt stark.

M*athziasD26


Hallo ihr alle.

Also Till,

mir ist in dem gleichen Alter ziemlich das gleiche passiert.

Ich hatte damals meine erste und einzige große liebe mit der ich auch insgesammt 5Jahre zusammen war.

Sie war immer etwas komisch, und merkwürdig zum thema sex eingestellt.

Viele Symphtome deuteten darauf hin das ihr mal was passiert ist.

Es hat ewig lange gedauert bis ich alles von ihr erfahren habe, weil sie auch nicht darüber reden konnte.

Jedenfalls wurde sie im alter von 14jahren ziemlich brutal Vergewaltigt.

Für mich brach genau wie für dich ne Welt zusammen!

Ich mußte Jedentag daran denken wie mein Engel geschlagen und hilflos benutzt wurde. Hatte immerwieder schrecklihe Bilder im Kopf wie es gewesen sein könnte, hab versucht das schwein zu finden usw.

Es war schrecklich, und ich konnte nix wirklich tun.

Und das ist mein Tipp:

Du kannst es nicht rückgängig machen, wie sehr du es dir auch wünscht!

Du kannst nur jetzt mit verständniss für sie da sein, und lieb zu ihr sein.

Sowas kann man nie wieder gut machen, es hat sie für immer verändert.

Aber steiger dich nicht zu sehr rein, sonst macht es dich auch kaputt.

So ging es mir nämlich auch, ich hab alles gegeben, meine ganze Kraft und liebe, um ihr zu zeigen und sie zu lehren wie sex und liebe zusammen hängt. Und das sex etwas sehr schönes sein kann.

Und als ich das nach Jahren geschafft habe, nach Jahren der Qualen und des weinens,

hat sie mich verlassen und ist mit meinem cousen und besten freund zusammen gekommen.

Und ich saß allein da....

Ich hab nie mit jemanden darüber gesprochen, und es hat mich so kaput gemacht, das ich jetzt nach 3jahren immernoch daran zu knabbern habe.

ich nehm jetzt schon 2jahre lang anti depressiva tabletten und bin völlig kaput, während sie ein normales Leben führt....

Lg.Mathias

WIoods{tIoxrk


Hi ihrs...

... also, ich möcht euch schonmal sagen: ihr wisst gar nicht, wieviel ihr mir damit helft.

Da aber viele Sachen, gerade die Geschichte von Dir, Mathias, die mich möglicherweise fast schon eingefangen hat, mich sehr zum Nachdenken bringen, würde ich euch lieber erst später wieder etwas ausführliches schreiben.

Danke!

Till

M8athi#as2x6


Kein Problem.

Ich hoffe ihr kommt damit einigermaßen klar.

Du schaffst das schon....

WFoodGsqtork


Hi alle,

ich habe gerade einen neuen Strang aufgemacht, wenn noch jemandem etwas zu dem hier einfällt, wäre ich sehr happy, wenn er/sie es in dem neuen Thread ausführen könnte, auch wenn's nicht direkt passt.

Ich danke euch nochmal, ihr seid eine mega hilfreiche Stütze!

@Mathias:

Danke Dir für Deinen Zuspruch - wie es aussieht, hattest Du mehr Recht bei der Sache als man hätte annehmen können.

Wie gesagt.... manchmal kommt's anders, und dann, als man denkt...

C{yndxerel


während sie ein normales Leben führt...

ich will euch mal eines schreiben -man kann nach einem solchen leben nicht ein normales leben führen..das geht überhaupt nicht -

und...die meisten menschen, die vergewaltigt wurden -führen in einer etappe -ein promiskuitives leben - und dann wieder ein sehr sexfreies leben..außerdem wechseln sie oft -den "einen" partner ..da sie immer darauf aus sind...den sinn des lebens zu erfahren..den sinn ihres lebens..sie werden ihn aber nicht so finden -wie es normale menschen finden können..

das was ich euch mit auf dem weg geben kann:

ihr seid nicht schuld das es so oder so kommt..ihr solltet euch auch keine schuld geben..und..vor allem:

ihr könnt einem missbrauchten menschen nicht helfen..höchstens ihm zur seite stehen wenn er euch brauchen sollte...aber euch niemals zu sehr dort reinsteigern..wenn noch gelegenheit sein sollte diese menschen zu verlassen..dann sollten schwache menschen mit diesen menschen keine beziehung eingehen....es gehört schon sehr viel stärke dazu mit einem solchen menschen eine beziehung zu führen..es wird niiiiemals normal sein.

WUoodsstork


Hi Cynderel,

danke für Deine Worte.

Ich muss davon ausgehen, daß Du mit dem, was Du sagst, recht hast - aber das ändert für mich nichts an der Situation.

Dieses Mädchen ist für mich das, was eine wirkliche wahre Liebe ausmacht - nicht mehr, nicht weniger... damit das beste, was mir je passieren könnte, trotz oder gerade wegen ihrer Schwächen und vielleicht auch trotz und wegen ihrer vorhergehenden Erfahrungen. Das gebe ich nicht auf, egal, wie schlimm es für mich wird, denn das könnte ich mir nie verzeihen.. wenn sie mich verlässt, akzeptiere ich das - daß das unter Umständen heißt, daß ich am Ende so kaputt bin, daß ich nicht mehr wirklich weitermachen kann und mag und werde, habe ich in vielen Stunden, Tagen und Monaten meines Lebens schon mit mir ausgemacht, und sehe es als wirklich fairen Preis für die (kleine?) Chance, meiner großen Liebe Kraft und Rückhalt zu schenken und uns ein glückliches Leben zu ermöglichen.

Auch wenn das, wie sich gerade herausstellt, eine mords Belastung ist, und ich möglicherweise im negativsten Sinne auf der Strecke bleibe.

Das muss nicht jeder nachvollziehen können, aber ein halbes Leben führen kann ich nicht.

Grüße,

Till

P.S.: wenn Du magst, kannst Du vielleicht noch meinen anderen Thread anschauen - vielleicht fällt Dir (als Betroffene) an der Schilderung etwas auf...

CXyn>derxel


möchte kurz

noch einen beitrag hier schreiben.

denn als -überlebende- so nennt man uns auch -

ist eine feste beziehung..schon wie ein 6 er im lotto..und ..bei mir hat es jahre gedauert -bis das ich menschen akzeptieren konnte die mir gutes wollen..ich glaube das es so ist -weil man diese miese situation, die man in der kindheit erlebte..tausendmal wiederholen muss..um diese greueltat überhaupt zu be-greifen.

meine erste liebe..war mein jetziger -wir haben uns drei mal auseinanderdividiert -und fanden drei mal wieder zusammen..bis das es jetzt seit vier jahren passt..auch er hat eine menge arbeit mit mir..auch wir ..führen tagtäglich neue kämpfe aus..

wir gehen aber gemeinsam zur therapie (neuerdings)

wir arbeiten gemeinsam dran..

und..wir haben ein abkommen -wir sagen niemals wörter, die uns wirklich wehtun würden..also wörter, die einen wirklich verletzen können..wenn es doch mal passiert..weil man so was schnell sagt..dann entschuldige ich mich direkt hinterher..aber es ist mir erst ein- oder zwei mal passiert.-ich finde dies ist überhaupt schon mal die erste voraussetzung um dies überhaupt zu schaffen.

was ich eigentlich sagen wollte..das ich früher keinen guten menschen an mich heranlassen konnte..weil ich es nicht zulassen konnte..ich habe nicht begriffen -was ich damit machen sollte..

vielleicht ist das bei deiner freundin genauso ...also ..das sie mit dreck besser umgehen kann als mit sauberkeit..um die tat in ihrer kindheit aufzuarbeiten..

ist zwar traurig..aber..ne erklärung

Gmerd6199x2


woodstork

ohne zuviel zu erzählen, gebe ich dir den wirklich gut gemeinten und ehrlichen rat: laßt euch von professioneller seite helfen. alleine schafft ihr das einfach nicht.

auch cynderel hat sich an profis gewand. und das ist gut so!

je schneller und normaler (was heist schon normal in solch einer situation ???) ihr miteinader leben könnt, desto besser.

ich wünsch euch beiden aller erdenklich gute und drücke euch beiden die daumen

liebe grüße vom Gerd

JRonnyx B


Meine ähnliche sehr schmerzliche Erfahrung

Hallo Till,

Ich hoffe ich kann dir mit meiner ähnlichen Erfahrung weiterhelfen. Momentaner Stand meiner Beziehung: Ich lebe mit meiner Freundin seit einiger Zeit in Trennung, nachdem wir etwa ein Jahr zusammen gewesen waren, u. wir wissen nicht, ob wir je wieder zueinander finden werden.

Sie hat in Ihrer Pubertät zum einen eine äusserst unangenehme Scheidung Ihrer Eltern miterlebt und wurde später vergewaltigt, von einem Fremden.

In unserer Beziehung hat es gekracht, weil ich mit ihrer Art, Emotionen auszudrücken, anzunehmen und zu verarbeiten, nicht klar gekommen bin.

Sie hat mir Anfangs unserer Beziehung unter Tränen erzählt, dass sie vor einigen Jahren vergewaltigt worden sei. Ich hab’ auch nicht nachgebohrt, nur Ihr versichert, dass das meine Liebe zu ihr in keiner Weise beeinflusst u. dass ich jederzeit für sie da sein werde u. jederzeit ein offenes Ohr haben würde, wenn sie darüber reden will – und sie einfach so liebe wie sie ist. Ich habe, sie auch gefragt, ob sie schon mit jemandem darüber gesprochen hat, auch mit jemandem professionellen. Das hat sie verneint u. gemeint, sie sei gut damit selbst fertig geworden. (Leider ein Irrtum ...)

Mir ist es ein grosse Anliegen, von meinem Partner zu wissen, was er emotional braucht, um glücklich zu sein (da ist ja jeder Mensch ein wenig anders). Ich hab’ es aber kaum herausfinden können, weil sie sich kaum Emotionen anmerken liess und wenn ich sie darauf angesprochen habe, entgegnete, sie wüsste es nicht. Das hat mich sehr verwundert. Natürlich schien sie mir glücklich, wenn ich sie in den Arm nehme, kleine Aufmerksamkeiten schenke, ihr helfe, ein guter Zuhörer bin etc. Wenn dann aber einmal eine Situation da war, wo ich mit meinen Emotionen nicht ihren Erwartungen entsprochen habe (so etwas kommt ja in den besten Beziehungen hin und wieder vor), dann fuhr sie alle (rhetorischen) Geschütze auf - da gab es keine Grenze des guten Geschmacks oder irgend ein Tabu mehr für sie. Kurz: Schlimmste Beleidigungen! Ich bin jedes mal aus allen Wolken gefallen ... und es ist innerlich etwas zerbrochen. Wenn ich ihr dann erklärte, dass sie so schlimme Sachen doch nicht sagen kann , weil sie damit ganz schlimm verletzt, dann meinte sie, dass das doch gar nicht so schlimm sein kann, dass sie das ja nicht so gemeint hätte bzw. dass sie eben so ist.

Kurz: Diese Gespräche (ich hab’ alle möglichen Kommunikationsstrategien ausprobiert) haben nichts genützt! Es kam immer wieder vor und hat mich emotional vor die Hunde gehen lassen. Es war so, als ob Sie einfach schreckliche Angst vor wirklich emotionaler Öffnung hat u. sie hat mir erklärt, sie habe panische Angst mich zu verlieren. Ich hab alles, was in meiner Macht steht versucht: Besondere Liebe ihr gegenüber, Gespräche, Bücher über Beziehungen, – ihre emotionale Schieflage wurde nicht besser und ich zerbrach innerlich immer mehr.

Bis ich jetzt aus reinem Selbstschutz einen Schlussstrich gezogen habe. (Das Thema Vergewaltigung hat sie nie wieder von sich aus angesprochen, ich aus Rücksicht auch nicht.)

Mein trauriges Fazit: Eine Vergewaltigung (oft auch eine schlimme Scheidung) hinterlässt IMMER tiefe Spuren. Zu versuchen selbst zu therapieren ist, bei aller Liebe und allem Verständnis, kaum möglich – nur mit wirklich professioneller Hilfe. Man macht sich nur selbst Vorwürfe, warum man es nicht schafft. Sie muss ausserdem selbst entscheiden, ob sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen will und wann sie dafür bereit ist (das kann in 8 Tagen, 8 Monaten aber auch in 8 Jahren sein).

Also, für Till u. alle, die in einer ähnlichen Situation sind, das klingt jetzt vielleicht schlimm, aber: Überlegt Euch sehr gut, ob ihr diesen sehr beschwerlichen Weg gehen wollt. Ihr lauft grosse Gefahr, dass ihr dabei selbst kaputt geht bzw. möglicherweise nie den Moment erlebt, wo sie darüber hinweggekommen ist u. eine normale Beziehung führen kann.

Es tut mir leid, dass ich den ein oder anderen vor den Kopf stosse, ... das ist (leider!) meine sehr, sehr schmerzliche Erfahrung.

Ich werde versuchen diesen Beitrag auch noch in dem neu geöffneten Thread zu posten, weil ich jedem diese schrecklich frustrierende Erfahrung ersparen möchte!

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