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Hektische, rote Flecken

FKaityh}2x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Alles hat vor ein paar Jahren angefangen, als mich (damals noch in der Schule) ein paar Mitschüler während einer Prüfung auf meine roten Flecken an Hals, Dekoltee, Gesicht aufmerksam machten.

Irgendwann kamen diese Flecken dann regelmäßig, meistens in Stress und Prüfungssituationen. Ich hab dann immer ein Rollkragenpullover angezogen, um dies einigermaßen zu kaschieren.

Dann hab ich letztes Jahr meinen Beruf gewechselt, fühle mich dort eigentlich auch wohl. Trotzdem ist es seitdem ich dort bin, immer schlimmer geworden. DIe Flecken kommen wirklich für jede Kleinigkeit. Mittlerweile ist es so, dass man mich nur ansprechen muss und ich werde wieder feuerrot. Und das schlimmste daran ist, dass ich immer nur noch daran denke, ich denke immer " Jetzt sehen es wieder alle". Und das macht es nur noch schlimmer.

Ich weiß nicht was ich dagegen machen kann, ich hab abends schon Panik vor dem nächsten Tag. Ich kann ja nichts mehr mit Ausschnitt tragen, weil ich dann schon denke " UNd was ist wenn jetzt wieder die Flecken kommen"

Ich schäme mich so dafür, ich weiß nicht was ich dagegen machen soll. Es wird immer schlimmer.

Vielleicht hat das ja jemand auch und kann mir Tips geben, wie ich damit umgehen kann.

|-o

Viele Grüße, Faith21

Antworten
C'in_dareIlla7x5


@ Faith21

Hallo Faith21,

ich kenne dieses Problem. War auch immer sehr nervös, wenn ich irgendwo was vortragen mußte oder Situationen auf mich zu kamen, die ich nicht kannte. Ich hab dann ein Seminar gemacht, bei dem Du lernst vor Gruppen zu sprechen. WIr hatten ein ganz tollen Trainer und wurden 3 Tage sanft dazu gebracht unsere ANgst zu überwinden. Der Höhepunkt des Seminars war, dass wir in einen nahe gelegenen Ort gefahren sind, in dem wir irgendwo in der Öffentlichkeit eine nicht bekannte Rede aus dem Stegreif halten mußten (wir haben nur ein paar Stichpunkte bekommen und sollten dann drauf los reden). Davor war es der Horror, ich bin schier umgekippt vor Angst, aber auf einmal hab ich mich an das Gelernte erinnert, hab meine Rede gehalten und sie lief ganz toll. Danach war ich so stolz auf mich und so motiviert..echt klasse.

Zwar geht das an dem Problem "Prüfungsangst" etwas vorbei, aber ich denke, dass man sich selber mit den richtigen Mitteln schon sehr beruhigen kann. Ich habe z.B bei Prüfungen immer einen schönen Stein (Tigerauge) dabei gehabt. Der Stein ist schön kalt und in der Hand sehr beruhigend.

Ach ja, und wenn ich irgendwo vor Leuten reden muß, stelle ich mir immer vor, dass ich alles nur einem guten Freund erzähle.

das sind meine Tipps und Tricks

Alles Gute!

F/aivth21


@cindarella

Danke für deine antwort. :)*

DU meine Güte, wenn ich an sowas nur denke krieg ich es mit der Panik zu tun.

Es ist auch gar nicht die Prüfung selbst, die mich so verzweifeln lässt, sondern dieses "vorsprechen" vor anderen leuten.

Und seit ich diese roten Flecken immer bekomme, wird es noch schlimmer. Ich denke immer "alles guckt mich an" und es wird immer schlimmer. auch wenn die situation an sich gar nicht so schlimm ist. ich rede mir immer ein das alle meine flecken sehen und wissen, wie aufgeregt ich bin. selbst bei harmlosen situationen.

das mit den flecken hast du aber nicht?

werde trotzdem mal schauen ob es bei uns in der nähe mal so ein seminar giibt. beruhigend dabei ist ja schließlich, dass es dort allen so geht wie mir.

liebe grüße, Faith21 *:)

deerP Erns~t haxlt


Faith21

Die Angst vor dem Erröten ist eine Phobie, wie alle anderen auch. Dahinter verbirgt sich einiges. Ich spekuliere mal: Meist ein introvertiertes Wesen, zur Selbstbeobachtung neigend. Mangelndes Selbstbewußtsein. Hang zum Perfektionismus. Eventuell auch der Ehrgeiz, perfekt sein zu müssen, was wiederum aus dem mangelnden Selbstbewußtsein resultiert. Organisch könnte eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegen oder eine andere hormonelle Störung. (Pille?)

Entschuldige, wenn Du Dich dadurch analysiert und bloßgestellt fühlst, falls das zutrifft. Aber es kennt Dich ja niemand, hier bist Du anonym.

Es sind aber die Mechanismen, und man kann schon davon ausgehen, daß sie trotz aller Individualität des einzelnen Menschen "allgemein" zutreffen.

Falls es Dir hilft: Davon sind mindestens (reine Schätzung) 20 Prozent der Menschen betroffen, wenn nicht weitaus mehr. Die meisten nur in der Pubertät und danach abflauend. Aber ein Teil wird davon geprägt und stark beeinträchtigt. Mit 40 etwa beginnt das in den Hintergrund zu rücken. (das ist kein Trost, aber eine Tatsache) Irgendwann verliert es sich vollständig, so daß man nur noch "angemessen" errötet. Das heißt, so mit 50 oder 60 hast Du das ganze vergessen. Ein schwacher Trost, zugegeben.

Inzwischen lies mal hier:

[[http://www.google.de/search?hl=de&hs=0zs&client=firefox-a&rls=org.mozilla:de:official&lr=lang_de&q=Erythrophobie&spell=1]]

Es gibt übrigens spezielle Medikamente dagegen. Du mußt zu diesem Zweck zu einem Neurologen, der dich möglicherweise zu einem Psychiater überweist. Da diese Leute selbst nicht betroffen sind, werden sie abwiegeln. Es liegt an Dir, es ihnen glaubhaft zu machen, daß es Deine Lebensqualität einschneidend beeinträchtigt. Und notfalls mußt Du zu erkennen geben, daß Du zu einem anderen Arzt gehen wirst, wenn man Dein Problem nicht ernst nimmt. Das versteht dann eigentlich jeder.

Und: Die Medikamente mußt Du selbstverständlich nicht permanent nehmen. Es genügt, sie für den Notfall griffbereit zu haben. Das allein beruhigt schon die Phobie.

Es gibt übrigens auch Foren von Leidensgenossen(genossinnen).

Wünsche Dir viel Erfolg

C-i"nPdar:ellxa75


@faith21

Hallo faith21,

ich bekomme keine flecken, mir schießt komplette Röte ins Gesicht und ich bekomme nasse Hände. AUßerdem kann es sein, dass ich zum Stottern anfange.

Ich fand das was Ernst geschrieben hat sehr zustreffend:

Meist ein introvertiertes Wesen, zur Selbstbeobachtung neigend. Mangelndes Selbstbewußtsein. Hang zum Perfektionismus. Eventuell auch der Ehrgeiz, perfekt sein zu müssen, was wiederum aus dem mangelnden Selbstbewußtsein resultiert.

Genau das ist das Problem. Ich neige sehr stark zur Selbstbeobachtung, wie wirke ich, was denken andere etc. Ich denke auch, dass das auf mangelndes Selbstwertgefühl zurück zu führen ist. Gibt auch viele andere ANeichen dafür.

Wahrscheinlich hab ich deswegen dieses Sminar auch so gut empfunden, weil mir dort von einem professionellen Trainer / Psychologen Selbstbewußtsein gegeben wurde.

Im Grunde sollte man sich vielleicht auch mit dem Gedanken einer Therapie anfreunden?

VG

FOaithQ2x1


hey,

ja, das denke ich auch. mir ist es, wenn ich ehrlich bin, immer so wichtig, was andere über mich denken. ich versuche immer gut da zu stehen, damit niemand etwas schlechtes über mich sagen kann.

wenn das dann mit den flecken kommt, denke ich, dass wieder alle drüber sprechen.

@ ernst:

danke für den link. es hat gut getan, in dem forum zu lesen, wie viele andere menschen das gleiche problem haben wie ich.

*:)

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