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Mein "zweites Ich",

-hdiamCond22x- hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

kennt das jemand nachempfinden?

Ich habe das Gefühl, es gäbe einen zweiten Teil von mir...

Dieser Teil will viel offener, spontaner, flexibler, lustiger und selbstsicherer sein, als ich es eigentlich bin, und er spürt auch, dass ich das könnte!

Nur leider hindert mich mein bewusstes Ich mit den ganzen kleinen Ängstlichkeiten, Zweifeln etc. daran, und das macht mich auf eine gewisse Art und Weise unflexibel, oft unentschlossen und auch einfach ein Stückweit unzufriedener!

Ich denke oft, hättest du doch so und so reagiert...dies und das gemacht...Das, was ich tief im Inneren eigentlich will, was aber oft nicht zu Tage tritt...

Manchmal schon, aber ich würde gerne noch viel öfter so sein, wie ich eigentlich sein will!

Wenn der Regen für meine jetzige Unzufriedenheit über gewisse Teile meiner Selbst stehen würde, dann will ich in diesem Jahr endlich lernen, Regen und Sonnenschein zu einem wunderschönen Regenbogen zu verbinden, um wieder richtig glücklich zu sein :-)

Denkt ihr, das ist machbar? Es ist nicht so, das ich generell unzufrieden mit mir wäre...Nur eben diese "Angst" vor vielen Dingen (sei es alleine irgendwo hinzugehen, alleine Sport zu machen, einen Freund weiter weg zu besuchen, selbstbewusster zu sein, in der Disco zu tanzen, ohne Nervosität vor einer Gruppe zu reden...), meine Unentschlossenheit etc....Ich glaube, die verbaut mir einfach einiges an Erfahrungen, die ich eigentlich gerne machen würde! Ich meine damit keine großen Dinge wie z.B. monatelang ins Ausland gehen (obwohl ich diese Leute bewundere), sondern mir reichen auch die kleinen Sachen...

Leider ist es oft so, wenn sich eine Möglichkeit auftut (sagen wir mal z.B., ich könnte 3 Wochen irgendwo einen Ferienjob haben, aber er ist weiter weg und ich hab sowas noch nie gemacht) - dann wäge ich so lange Für und Wider ab, bis ich zu 90% zu der Entscheidung komme, ich lass es einfach, weil ich einfach viel zu oft an mir selbst zweifle..

Kennt jemand diese Gefühle?

Kann ich das alleine schaffen?

Es ist jedenfalls mal mein Vorsatz für dieses Jahr...!!

Liebe Grüße,

diamond

*:)

Antworten
aflt?hxea


die frage ist ob du den ängslichen und unentschlossenen wirklich hinter dir lassen möchtest?

was ist der wirkliche teil in dir? sollte nicht der ängsliche und unsichere mensch seine ängste und zweifeln bearbeiten und AUFARBEITEN bevor er davon spricht das vermeitlich "bessere ich" hinter sich zu lassen.

möglich ist es sicherlich aber nur wenn du an dir und an deinem wirklichen ich arbeitest, sonst wirste immer 2 geteilt bleiben und vorallem musste dir im klaren drüber werden dass das eine nie oder das andere existieren kann.

gruss

althea

-Udiavmon?d2x2-


Danke für deine Worte!

Nein, ich will den ängstlichen und unentschlossenen Teil von mir gar nicht hinter mir lassen...Es ist ein Teil von mir, und ich weiß, dass dieser Teil sowieso immer zu mir gehören wird, und insoweit macht mir das auch nichts aus, ich mag mich im Grunde genommen so, wie ich bin.

Ich will nur das, was du eigentlich sagst (vielleicht habe ich mich oben zu radikal ausgedrückt..war wohl noch zu emotional "geladen" ;-) ):

An mir arbeiten, das ich nicht mehr so ängstlich und unentschlossen in vielen Bereichen bin und mich öfters etwas traue...

Das würde mich, denke ich, glücklicher und zufriedener machen, da ich dann öfters das machen würde, was ich eigentlich will, und mich so zeigen würde, wie ich öfters gerne wäre...

Es ist ja nicht so, das ich nicht auch lustig und aufgeschlossen sein kann....

Nur oft kommt es eben nicht so durch....

Sagen wir mal Beispiel Disco:

Ich würde eigentlich liebend gern mit meinen Freundinnen tanzen...ABER dann will ich nicht mitmachen, weil ich Angst habe, dass ich es nicht so gut kann wie die anderen....Dazu kommt noch, ich tanze fast nie...wenn ich dann damit anfangen würde, würden wohl alle auf mich schauen, wie ich tanze, da es ja etwas Neues für sie ist (zumindest bilde ich mir dass dann ein *g*)...Und somit lasse ich es lieber und bleibe am Rand stehen, dabei würde ich -eigentlich- so gerne auch tanzen gehen....

Ja, ich denke, dieses Beispiel lässt sich auch auf andere Dinge übertragen.

Wie gesagt, ich weiß, dass ich immer ein wenig zurückhaltender etc. sein werde - das finde ich auch nicht schlimm.

Ich würde nur gern an mir arbeiten und dann öfters mal zeigen, dass ich eigentlich auch total gerne fröhlich, ausgelassen und auch mal spontan wäre - im Discobeispiel würde das heißen, das ich mich einfach auf die Tanzfläche traue und Spaß habe, und nicht am Rand stehe und mich ärgere, warum ich mich jetzt nicht traue, einfach nach unten zu gehen!

Das muss ja nicht immer sein -ich wollte gar nicht dauernd tanzen-, aber eben ab und zu....

Damit die "2 Hälften" von mir etwas ausgeglichener sind und nicht fast nur die zurückhaltende zum Vorschein kommt....

Sorry, das was jetzt schon wieder ein langer Text...Aber ich hoffe, du hast verstanden, was ich meine :-)

Lg, diamond

*:)

NGachjtwesxen


Ich kenne das nur zu gut was du beschreibst ... und je nachdem wie ich es anschaue und ob ich gute Laune habe denke ich der eine Teil, so wie ich wohl gerne wäre, ist meine "echte" Persönlichkeit und das andere hat nur mit Ängsten usw zu tun, und dann erlebe ich wieder, wie ich im täglichen Leben total anders bin und habe das Gefühl, es sind doch nur Träume und ich bin halt doch nicht so ...

Kürzlich ist mir aber was passiert, das mich ziemlich beschäftigt ... ging zwar einiges an Alkohol und Cannabis voraus und nur für vielleicht eine halbe Stunde, aber ich konnte irgendwie die Kontrolle über mich mal ablegen und auf eine Art ... echter sein ... gibt mir auch Hoffnungen ... dass doch mehr von meinen Träumen in mir ist als ich dachte ...

Nur, jetzt ist der alte "Konflikt" wieder da ... und ich weiss leider auch nicht mehr, wie man das lösen könnte ...

1(7,m


@Nachtwesen

ohh man du sprichst mir aus der Seele :-) Meine 'freie' Seite kommt meistens auch nur mit Hilfe von Alkohol zum vorschein. Ich glaube das ist die große Gefahr dieser Droge. Die Illusion endlich der zu sein der man eigentlich sein sollte, viel freier und spontaner. Doch der Schein trügt. Die schlechten Seiten des Alks überwiegen bei mir immer, zB Schuldgefühle oder absolute Stimmungsabstürze. Und Grass ist noch viel schlimmer :-(

Man ich bin so neidisch auf die vielen anderen die so etwas wie Zweifel, Zögern und Unzufriedenheit mit sich selbst nicht zu haben scheinen. Natürlich hat jeder seine Probleme, aber es kommt mir immer so vor als wenn ich viel mehr davon hätte. Ich will auch endlich so frei und spontan sein! Auch wenn ich mich manchmal so mag wie ich bin und nicht mit anderen tauschen will, weil ich sowas wie eine bestimmte 'Überlegenheit' fühle, weiss ich doch das es so keine Lösung ist. Nein, es kann so nicht mehr weitergehen. Auf lange Sicht helfen keine Kompromisse, sondern ich muss meine falsche Seite endlich überwinden. Ich will endlich genauso Mensch sein wie alle anderen und nichts Schlechteres mehr, will endlich frei sein!!!

N2achrtwe)sen


Ich finds interessant, dass du von Freiheit sprichst. Ich hatte schon den Gedanken, dass ich mich irgendwie in mir selbst "eingesperrt" fühle, hinter all den Ängsten und Problemen ...

Die Illusion endlich der zu sein der man eigentlich sein sollte

Ist das wirklich eine Illusion? Vielleicht wird auch einfach der Teil des Bewusstseins quasi betäubt, die Spitze des Eisbergs, der normalerweise unsere Handlungen kontrolliert und das Unterbewusste bricht durch. Bei manchen kommen so verdrängte Aggressionen oder Hass usw. hervor ... aber auch das Gegenteil ist möglich ... halt einfach das, was man tagsüber nicht ausleben kann ... mir ist schon aufgefallen, dass es ziemliche Parallelen zwischen manchen nächtlichen Träumen gibt und dem, wie ich gerne wäre. Im Traum habe ich nie Probleme mit anderen Leuten, oder Schüchternheit usw ... und dabei schläft ja auch der Tages-Teil von uns ...

Naja, aber sind jetzt nur irgendwelche Gedanken. Ist eh nicht möglich und wäre wohl auch nicht gut, wenn man das Bewusstsein auf diese Art dauerhaft ändern könnte ... man weiss nie, was noch in einem schlummert ...

-OdiOaXmon$d22x-


Ich bin froh, das es noch anderen so geht....dachte schon, ich stehe relativ alleine da mit diesem Problem.

@Nachwesen:

"...und je nachdem wie ich es anschaue und ob ich gute Laune habe denke ich der eine Teil, so wie ich wohl gerne wäre, ist meine "echte" Persönlichkeit und das andere hat nur mit Ängsten usw zu tun, und dann erlebe ich wieder, wie ich im täglichen Leben total anders bin und habe das Gefühl, es sind doch nur Träume und ich bin halt doch nicht so ..."

--> Das könnte ich genau so unterschreiben, genauso geht es mir manchmal auch! Ich weiß eigentlich gar nicht richtig, ob dieses spontane, "freie" meine wirkliche Persönlichkeit ist (und nur nicht "herauskann"), oder ob ich einfach nur gerne so wäre... :-/

Aber wie auch immer, ich denke, es ist etwas, was wir gerne hätten, und ich denke, wir sollten irgendwie darauf hinarbeiten...

Ich will ja auch meine schüchterne Seite gar nicht ablegen...Ich will mich nur nicht in ihr eingesperrt fühlen (ja, 17,m, ich denke, dieser "Freiheitsgedanke" trifft es ganz gut!), und die andere Seite, egal, ob nun Wunsch oder versteckte Realität, einfach auch ausleben können....

Findet ihr auch, dass das aber total schwer ist? Ich habe auch schon gemerkt, wenn ich ein wenig was getrunken hab, dann fällt mir das viel leichter - aber des Rätsels Lösung kann, soll und darf das nicht sein...Also müssen wir da anders rangehen...nur wie??

*:)

1g7,jm


Während mich Alkohol frei zu machen scheint ist es bei Grass genau andersrum. Wenn ich breit bin steh ich noch viel mehr unter diesen Zwängen und bin viel schüchterner. Außerdem schäme ich mich für alles mögliche. Grass und Alkohol zusammen jedoch heben manchmal die negativen Wirkungungen gegenseitig auf. Ich weiss das Drogen bei jedem Menschen anders wirken, bei mir ist es halt so. Naja, darum geht es ja eigentlich garnicht jetzt.

Stimmt der Begriff 'Illusion' ist wirklich irgendwie falsch. Also ich stelle mir die menschliche Psyche in zwei Schichten vor, wobei der Übergang fließend ist. Die erste Schicht ist die Intuition und Spontanität, also das Handeln aus dem Unterbewusstsein. Das ist es was uns dazu bewegt Gefühle zu zeigen und das ist was ich 'Freiheit' nenne. Ich glaube das diesen 'Eisberg' jeder Mensch hat, sozusagen angeboren.

Die andere Schicht ist die sichtbare Spitze des Eisbergs, das was wir wärend des Lebens bilden. Beeinflusst durch unsere Umgebung. Also unsre Eltern, Mitmenschen und die ganze Gesellschaft. Ich denke mal bei uns ist irgendwas schief gelaufen, vielleicht eine einschneidenes Erlebniss oder eine 'falsche'(feindliche) Umgebung der wir ausgesetzt waren. Das muss natürlich nicht gleich zu solchen Folgen führen aber bei mir war es jedenfalls so. (Keine Ahnung was nun eigentlich der Auslöser war.)

Diese ist auch die Schicht die bei uns klar im Vordergrund steht. Mir wurde irgendwie 'beigebracht' das ich jede Handlung genau abwegen muss und das ich mich auf keinen Fall lächerlich machen soll. Aber warum eigentlich ??

Mein Ziel ist es die unterbewusste, grundlegende Schicht mehr zum Vorschein zu bringen. Das Verhätniss erste/zweite Schicht ist bei mir einfach falsch denke ich mal.

Ach man, ich hab doch keine Ahnung eigentlich. Gibt es hier keine Psychologen die uns aufklären können?

S]. wnallaisii


ich weiß, dass ich immer ein wenig zurückhaltender etc. sein werde - das finde ich auch nicht schlimm.

Dann hast du den wichtigsten Schritt schon getan! Seitdem ich für mich aktzeptiert habe, dass ich einfach menschenscheu bin, ist es komischerweise viel leichter geworden auf Menschen zuzugehen. Wahrscheinlich setzt man sich dann nicht mehr so enorm unter Druck. In Discos tanzen werde ich vielleicht nie, aber im Gegensatz zu früher denke ich nicht mehr, dass ich deshalb einen Mangel habe.

Ich glaube es ist wichtig eine Art Selbstschutz zuzulassen. Sich die Verletzlichkeit zuzugestehen. Sich nicht zu irgendetwas hinvergewaltigen was man meint tun zu müssen um "offener" zu werden.

Vielleicht kann damit jemand was anfangen. :-)

FEenctxa


diamond, ich kann dich so gut verstehen. Einige deiner Schwierigkeiten teile ich. Nur bsp. das Problem mit dem Tanzen... eigentlich liebe ich es (allein zuhause ;-) ), wenn Musik läuft, fangen meine Hüften eigentlich automatisch zu schwingen an, aber ich habe ebenso Angst, dass ich es eben nicht so gut kann. Mein Freund zB ist Musiker und auch sehr guter Tänzer (auch Breakdance und so)... und obwohl ich liebend gerne mit ihm tanzen würde, trau ich mich nicht, weil ich es ja bestimmt nicht so gut kann wie er, er mich vielleicht auslacht und Witze darüber reißt. Dabei könnte ich es auch einfach PROBIEREN und sehen, dass es wahrscheinlich gut läuft und überhaupt nicht so schlimm ist, wie ich es mir vorstelle!

In einigen anderen Dingen läuft es ähnlich... es treibt mich manchmal in den Wahnsinn und ich könnte mir echt in den Arsch beißen deswegen. Ich bin aber auch schon in vielen Situationen über meinen Schatten gesprungen, und je öfter ich das tue, desto leichter fällt mir die jeweilige Sache. Es kostet immer wieder Überwindung, aber hinterher ist man doch stolz auf sich, dass man es geschafft hat... und meistens geht alles gut. Etwas unsichere Menschen wie wir, werden es NIE so leicht haben wie anderen, für die es zB auch kein Problem ist, sich mal ein bisschen zu blamieren. Wir können nur Mut sammeln und eine Sache, die wir eigentlich gern machen möchten (zB dein Ferienjob), einfach in Angriff nehmen. Das mulmige Gefühl, dass uns sagt "ach, lass es doch einfach", runterschlucken und es schlicht und einfach wagen! Das Hochgefühl, das man hat, wenn man es gepackt hat, ist das 1000 Mal wert!!

-OdiaMmonfd2x2-


Fenta, du hast so Recht....

Ich springe ja auch ab und zu über meinen Schatten...

Ich war z.B. im Sommer immerhin 4 Tage "Herbsten" (im Wingert stehen und Trauben abschneiden *g*), obwohl ich die Leute nicht kannte und sowas vorher noch nie gemacht hatte.

Da waren dann eben die üblichen Ängste wie "Oh,da kenn ich niemanden", "Vielleicht ist es voll anstrengend" etc. - dazu kam im Sommer noch, das ich eh dauernd Angst hatte, ich müsste umkippen etc. - bei mir kommt noch ne leichte Angsterkrankung dazu :-/

Und was war, nichts davon ist eingetreten, es war gut!

Oder vor ca. 2 Monaten: Ich hab mich überwunden und bin mit dem Zug 3 Stunden zu nem Freund gefahren, wo ich dann über Nacht geblieben bin - war auch super, obwohl ich vorher fast absagen wollte (Zu teuer, wollte net so lange Zugfahren, was weiß ich).

Manchmal weiß ich danach als gar nicht mehr, was ich für eigentlich unbegründete Ängste hatte... :-/

Wahrscheinlich müssen wir uns einfach immer und immer wieder trauen, irgendwie die richtige Mischung zwischen Selbstakzeptanz und Mut für uns selbst finden...

Ja, aber es ist echt gar net so leicht :-/ ;-)

Denkt ihr bei euch eigentlich, dass es was mit eurer Kindheit/Erziehung zu tun hat?

Ich bei mir schon, aber darauf muss ich morgen näher eingehen, falls es jemanden interessiert, ich geh jetzt nämlich ins Kino :-)

Schönen Abend euch allen,

lg,

diamond

*:)

F<entxa


Hm... ich weiß nicht... bis zu meinem hm... 11. oder 12. LJ war mein Leben eigentlich wunderbar. Ich war aber schon damals schüchtern und zurückhaltend... habe im meinen Augen aufwändige oder schwierige Dinge oft hinausgeschoben. Hab befürchtet, dass alles nicht gelingen würde. Eine seltsame Anekdote hab ich noch... es ist meine allererste Erinnerung die ich habe, aus Erzählungen weiß ich, dass ich damals 3 Monate alt war und zwar weil meine Eltern an dem Tag zu einer Beerdigung gingen. Meine Cousine hat auf mich aufgepasst. Sie hatte feuerrotes Haar und ein sommersprossiges Gesicht. Das Mädel war etwa 14 Jahre alt und wollte mich unbedingt aufheitern, hat mich gekitzelt und Grimassen geschnitten... ich hab mich so schrecklich vor ihr gefürchtet und geschrien was das Zeug hielt. Ich glaube nicht, dass dieses Erlebnis der Auslöser dafür war, dass ich Fremden gegenüber sehr zurückhaltend bin... ich bin wohl einfach schon so auf die Welt gekommen. Ein bisschen ängstlich, ein bisschen unsicher.

Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre deutlich weiterentwickelt, aber im Moment ist mir mein Freund eine große Hilfe. Er ist in dieser Hinsicht das absolute Gegenteil von mir, er geht auf Leute zu und plaudert mit fremden Menschen nach ein paar Minuten schon so locker, als würde er sie ewig kennen. Wenn er an meiner Seite ist, fällt mit alles leichter, was mir sonst Probleme macht.

Würd mich aber wirklich interessieren wie deine Vermutungen hinsichtlich deiner Kindheit/Erziehung ausschauen. Vielleicht entdecke ich ja doch ein paar Dinge, die auch bei mir zutreffen, die ich aber so nie wahrgenommen habe!

Liebe Grüße,

-ZdiaJmontd22x-


Hallo ihr Lieben!

Also....

Ich denke, bei mir ist es schon eine Mischung aus Erziehung und eben angeborenen Charaktereigenschaften....

Ich war auch als Kind immer zurückhaltender - bei Leuten, die ich kannte, hab ich zwar wahnsinnig viel erzählt und Quatsch gemacht, aber bei Fremden war ich doch ziemlich schüchtern, ängstlich und zurückhaltend.

Ich habe mich auch damals schon nicht getraut, manche, für mich schwere Dinge zu tun..

Meine Mutter hat mich glaube ich zu sämtlichen Freizeitaktivitäten gezwungen (Turnen, Judo, Klavier spielen, in einen Jugendclub gehen zum Basteln etc..pp...), da ich selbst niemals alleine gegangen wäre. Ich muss aber dazu sagen, ich sehe das im Nachhinein nicht negativ, sie war quasi mein "Tritt in den Hintern", den ich brauchte...Und mir haben die Sachen dann immer gefallen, wenn ich das erste Mal dort geschafft hatte ;-)

Nur leider Gottes brauche in diesen Tritt in den Hintern heute auch noch oft, nur das man jetzt eben älter ist und sich selbstverantwortlich für oder gegen etwas entscheiden soll....

Ja, da war halt aber auch die Erziehung meiner Mutter.

Sie hat mich zwar -siehe oben- dazu gebracht, dass ich doch einiges an Aktivitäten in meiner Kindheit (außer halt das übliche draußen spielen und zu Freunden gehen) gemacht habe, aber sie war auch im Gegenzug schon immer relativ streng und aufbrausend.

Ich erinnere mich an viele schreckliche Stunden, wo sie beim Hausaufgaben machen neben mir saß, mir irgendwelche Strafen angedroht hat, wenn ich nicht SOFORT jetzt irgendetwas ausrechne oder sage, und ich war immer so verzweifelt, das ich natürlich gar nichts mehr wusste (tolle Erziehungsmethode :-/ Das kreide ich ihr heute noch an)...

Naja, und auch sonst, sie ist sehr perfektionistisch und hat einen Sauberkeitswahn dazu...Das heißt:

Alles mögliche, was ich gemacht habe oder machen wollte, war ihr nicht gut genug, gerade, was jetzt die Schule oder auch Haushaltsdinge betrifft...

Ich wollte z.B. mal beim Kochen helfen "Nein, das macht man so und so", "Geh weg, du kannst das nicht", "Oh, ich hab gewusst, dich kann man nichts heißen" etc. pp.

Das hat eben meiner Meinung nach dazu geführt, das ich mich ängstlicher entwickelt habe, als es hätte sein müssen.

Klar, die Veranlagung dazu war eh schon da, aber ich denke, ich wäre heute nicht so unentschlossen und schüchtern in vielen Bereichen, wenn ich nicht immer noch versteckt im Kopf hätte "Du kannst das nicht"...Daraus resultiert eben, das ich oft lieber andere Meinungen einhole, bevor ich etwas tue, mich alleine schwer für etwas entscheiden kann und eben generell auch ängstlicher bin und eine Scheu davor habe, Dinge einfach mal zu wagen...

Ich bin meiner Mutter deswegen nicht böse, sie ist halt so..

Ich hab mich jetzt ja auch nicht "schlecht" entwickelt, hab mein Abi gemacht und mich selbständig für ein Studium entschieden... ;-) Aber ich denke, es wird jetzt wirklich an der Zeit, diese Ängstlichkeiten zu "bekämpfen", und da hilft es mir auch nichts mehr, zu denken "Meine Mutter ist mir daran schuld"...Schließlich ist es jetzt mein Leben :-)

Leider wohne ich noch zu Hause, das heißt, viele dieser oben genannten Dinge mit meiner Mutter spielen sich immer noch so ähnlich ab...naja, aber ich hoffe, ich bekomme das trotzdem hin :-)

Bei mir wurde es ja auch schon besser, und mein Freund ist wie deiner, Fenta, und er hilft mir auch...

Wir schaffen das, Tschaka @:)

So, vielleicht konnte jemand was mit meinem Geschreibsel anfangen *g*

Liebe Grüße,

diamond

-bdiamonvd22x-


*hochschieb* Mag niemand mehr was dazu sagen...?

*:)

W"olkxy


hi diamond,

mir geht's ähnlich wie dir. meine eine seite ist total aufgeschlossen, wünscht sich neues, will die welt erkunden usw... die andere seite wiederum ist total ängstlich, elternfixiert, unsicher etc...

wenn's mir gut geht (ist meistens ab nachmittag) kommt immer stärker die sichere seite raus, geht's mir schlechter (frühs o. wenn ich allein bin oder so...) hab ich die seite in mir, die ist wie ich, als ich ca. 8 jahre alt war.

meine mutter hat mich auch zu vielem "hingezerrt" (was ich im nachhinein auch echt gut finde!!!) aber war auch sehr ungeduldig und wurde oft schnell laut. merke diese unsicherheit, die ich von damals hab, auch sehr in der arbeit.

in meiner thera. arbeiten wir viel mit meinem inneren kind (also die seite, die ist, wie ich, als ich das angst-hasen-kind war) - tut echt gut...

kann dir gern noch mehr schreiben wenn/falls du magst... ???

als ich nen lieben freund hatte, war ich vollkommen der "erwachsene" mensch - jetzt bin ich wieder länger solo und merke wie ich mehr und mehr in's "kind" verfalle...

liebe grüße

wolky

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