» »

Anfang einer Psychose?

adnnale#nchxen hat die Diskussion gestartet


hallo,

mir gehts im moment so ziemlich besch.... ich habe das gefühl mir entgleitet alles und jetzt habe ich totale angst, dass das womöglich der anfang einer psychose ist. vielleicht kann mir ja jemand helfen und sagen ob das sein könnte.

zu meinen symptomen:

ich habe seit ich 13 bin eine angststörung (bin jetzt 22). mal lief es besser mal schlechter. im moment jedoch ist alles ganz "merkwürdig " geworden. im letzten jahr gab es bei mir viele veränderungen mit denen ich teilweise auch nicht zurecht kam (neue ausbildung in fremder stadt, erster freund). panikattacken stellten sich plötzlich ein, die ich vorher in so extremer weise nie hatte. ich fühlte mich da immer sehr seltsam, als würde ich verrückt werden.

und dieses gefühl wahnsinnig zu werden kam immer häufiger, auch wenn ich keine panikattacken hatte. ich beschreibe das immer so, als wäre ich auf einmal eine andere person geworden, ganz fremd fühle ich mich in meiner haut und erkenne mich kaum wieder.

ich habe immer wieder kurze phasen über den tag, wo ich denke ich drehe durch. werde dann ganz unruhig, weils sich mein leben nicht mehr als wirklichkeit anfühlt. irgendwie habe ich mich selbst verloren, alles scheint so verändert zu sein und ich finde überhaupt keinen halt mehr.

und dazu "straft" mich mein körper mit sovielen psychosomatischen beschwerden. starker schwindel mit sehstörungen, fühle mich immer ganz benommen, wie in trance, dadurch wirkt alles noch unwirklicher. dann ständiger brechreiz und übelkeit, durchfall, zitteranfälle, schlimmen hautausschlag. mein körper macht was er will mit mir und ich komme mit überhaupt nichts mehr klar. ich denke wirklich jeden tag, es wäre mein letzer und ich bin dem tod ganz nah, weil einfach alles entglitten ist und sich so seltsam anfühlt.

könnte dieses fremdartige fühlen auf eine psychose hindeuten?

wäre dankbar wenn mir jemand helfen könnte :-(

anna

Antworten
N^acZhtwesexn


Bei eine Psychose geht es mehr darum, dass du dich in wirre Gedanken verstrickst, die für dich aber real erscheinen ... im Extremfall ist man überzeugt, von einem Gott abzustammen oder so etwas in der Art ... von daher brauchst du dir keine Sorgen zu machen :-)

Aber ich kenne dieses Gefühl von Unwirklichkeit, sich selbst zu verlieren und auch die Angst, wahnsinnig zu werden ... :°_ bei mir hat es genauso begonnen, als ich mein Leben auf den Kopf gestellt habe ... meine Ärztin meint, es hat damit zu tun dass unser Unterbewusstsein nicht recht damit klarkommt, dass auf einmal quasi alle Strukturen weg sind, die uns früher Halt gegeben haben ... man muss zuerst lernen, mit der Freiheit zurecht zu kommen, die man im Leben hat ...

Hast du einen Arzt oder Psychiater, mit dem du über sowas reden kannst ... ?

@:)

eYagley0x07


Hi, nahezu alles was du schreibst an Symptomen hatte ich auch letztes Jahr. Der Körper macht was er will und du kommst nicht mehr klar, damit nimmst du mir die Worte aus dem Mund. Du fragst nun, ob du eine Psychose bekommst. So etwas kann dir nur ein Fachmann wirklich genau sagen. Wenn dir jetzt jemand hier sagen würde, du hättest eine, würdest du dich nur noch mehr verrückt machen.

Aber ich kann dich auch beruhigen, bei einer Psychose ist es mehr so wie mein Vorschreiber es gesagt hat. Ich glaube es nicht. Mache dir jetzt echt keine Gedanken darum, dass du das hast, oder noch was anderes hast. Du hast eine Angststörung, das weißt du bereits. Was du so beschreibst passt alles dazu.

Es gibt bestimmt Dinge, die du noch nicht verarbeitet hast, die dir noch zu schaffen machen. Ich meine nicht die Symptome, die du gerade hast, sondern z.B. bestimmte Erlebnisse etc.. Ich frage dich auch, ob du jemanden hast, mit dem du reden kannst? Ein Psychologe, oder z.B. eine gute Freundin, eine Bezugsperson?

asnnale%nchexn


hallo,

danke für eure antworten :-)

das beruhigt mich ein wenig.

und ja das stimmt wirklich, die struktur in meinem leben habe ich tatsächlich verloren. war schon seit 2 monaten nicht mehr bei meiner ausbildung. habe mich auch komplett zurückgezogen und quäle mich so durch den tag mit nichtstun und rumhängen. habe auch all meine ziele verloren, was ich anstreben will, weiß nicht so recht wie alles weitergehen soll. und es wird von tag zu tag schlimmer. und die ängste quälen und lähmen mich auch immer mehr.

ich habe auch schon mehrere therapien gemacht. im prinzip weiß ich sehr vieles, wie ich was machen muss um den ängsten entgegenzuwirken. aber diese unwirklichkeitsgefühle hatte ich vorher halt noch nie und es verwirrt mich, ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.

und am montag bin ich auch wieder in eine klinik gekommen, habs da aber nicht ausgehalten und hocke seit gestern wieder zuhause. ich wills irgendwie selbst schaffen. weiß aber nicht wie ich das anfangen soll um aus diesem ganzen wieder rauszukommen :-(.

was mich interessieren würde, wie habt ihr es denn geschafft damit zurechtzukommen? was habt ihr alles dagegen unternommen? und gehts euch jetzt wieder besser? ich weiß nicht, bleibt denn wirklich nur die therapie um da raus zu kommen? :-(

gruß anna

a@lthZea


annalenchen, ich habe eben nen beitrag geschrieben und das was du hier schreibst passt auch auf mich ^.^

na da haben mich andere hier auch beruhigt, ist bei mir ebenso das einiges aus den fugen geraten ist und ich das von dir eben sehr gut nachvollziehen kann. zwar hab ich net sollche körperlichen auswüchse aber der kopf bringt mich um ^.^ - gerade eben jetzt ist dieser "ich werde verrückt" hintergrund task sehr präsent.... :°(

dann ist das wohl "Normal". ich hoffe das geht schnell wieder vorbei, das macht mir echt angst und dabei kann ich das am wenigstens brauchen im moment und hab mir gesagt das ich gegen meine ängste ankämpfe und alles dafür tue was mir möglich ist. aber wenn das jedesmal sollche auswirkungen hat wie im moment dann ... kA was *g*

es ist so schwierig dagegen anzukämpfen bzw besser damit leben zu wolln aber dann kommt dieser zustand wieder und haut mich zurück oder doch nicht zurück? eher nach vorne auf einer unterschwelligen art?

hmhm, das hier bringt mich noch mehr zum nachdenken ...

laoew\enez)ah"nx75


Lies dir das mal durch

[[http://www.panikattacken.at/depersonalisation/depers.htm]]

Was du beschreibst klingt sehr stark nach Derealisation/Depersonalsation.

Keine Angst, du wirst nicht verrückt. Ich habe auch ewig lange die schreckliche Angst gehabt, verrückt zu werden oder durchzudrehen, aber das passiert nicht.

Ich leide auch einer Angststörung, habe aber im Moment nur sehr selten Panikatacken. Schlimmer ist das (fast) dauerhafte Gefühl der Unwirklichkeit. Das ist eine so genannte Ich-Erlebensstörung. Ist sehr belastend, aber kein Grund zur Annahme durchzudrehen, an Schizophrenie zu erkranken o.ä..! Nennt sich auch Derealisation (die Umwelt wirkt fremd, wie im Film, unwirklich, komisch, wie Kulissen...) oder Depersonalsiation (man selbst ist sich fremd, das kann gar nicht sein, dass ich hier bin, dass kann gar nicht sein, dass ich das bin, der hier sitzt...)

Versuche, das Gefühl so weit es geht zu ignorieren und lass dir davon keine Angst machen.

aOlthexa


wow

:-o

nun beschäftige ich mich schon so lange mit psychologie und denke das ich davon wirklich ahnung habe aber von:

- Depersonalisationsstörung

- Derealisationsstörung

hab ich noch nie was gehört und ES PASST :-/

diese Depersonalisationsstörung und die beschreibung da drinn, könnte ich 1:1 für mich übernehmen. bei der Derealisationsstörung ansatzweise.

ich bin ganz von den socken ^.^

ob ich damit was anzufangen weis und damit arbeiten kann ...

danke!

lBoe3w<enzaxhn75


Hallo althea!

Ich wusste das auch lange nicht, was dieses unwirkliche Gefühl sein könnte. Das Blöde ist auch, dass die meisten Ärzte und Therapeuten anscheinend wenig damit anfangen können, zumindest in der Hinsicht, wie man es am besten behandelt. Aber bei Angstpatienten sind solche Depersonalisations- bzw. Derealisationssymptome wohl relativ häufig. Freut mich, dass ich dir weiter helfen konnte. Es ist ja immer erst mal wichtig zu wissen, was man überhaupt hat!

Alles Gute!

S,h/am3anixn


Depersonalisations/Derealisationssymptome

... stellen beispielsweise nach DSM-IV sogar ein diagnostisches Kriterium für die Panikattacke dar! Sie sind der Hauptgrund, warum Menschen mit Panikstörung oft Angst haben 'durchzudrehen' oder wie oben beschrieben 'psychotisch zu werden'.

Diese Symptome treten nicht nur bei einer Reihe von psychischen Störungen auf (posttraumatische Belastungsstörung, Panikstörung, Zwangsstörung), sondern durchaus auch bei Gesunden!!! Das kann zum Beispiel bei starker Belastung sein, bei völliger Übermüdung, aber auch in Trance-Zuständen, durch Drogeneinnahme... Bei mir im Studium wurde versucht, diese Symptome hypnotisch zu induzieren, aber es gibt wohl Menschen, die dafür anfälliger sind als andere... Bei mir zumindest war alle Mühe vergebens :-/

Vielleicht hilft es, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass diese Gefühle völlig normal sind und dass sie bei psychisch Kranken wie bei Gesunden auftreten...

LG,

D|rxDr


Liebe Anna,

Deine Überschrift "Anfang einer Psychose" war interessant genug, Dein Problem näher zu betrachten, denn charakteristisch für Personen mit Psychose ist es doch, dass sie sich darüber nicht bewusst sind; sie stellen sich die Fage gar nicht, die Realität wird bei diesen Personen zu Hirngespinst. Schon als ich die ersten Sätze gelesenn habe, kamen mir Derealisierungen/ Depersonalisierungen in den Sinn. Die anderen liegen also gar nicht verkehrt. Insofern möchte ich Dir gratulieren: Du hast "nur" Derealisierungen. Und die sind (i.d.R.) immer heilbar, sogar sehr gut!

Gruß

Dr.Dr.

a nnalyenchexn


hallo und nochmal großes danke für die antworten. *:)

fühle mich im moment ein wenig besser, weil ich das ganze jetzt besser verstehen und begreifen kann. ich war heute auch bei meiner therapeutin und sie hat mir auch nochmal erklärt, dass ich weit von einer psychose entfernt bin.

es ist wirklich eine ungeheure beruhigung zu wissen, man wird nicht wirklich verrückt, auch wenn es sich so seltsam anfühlt.

meine therapeutin hat mir auch ein sehr interessantes beispiel gegeben, wie es bei gesunden menschen zu solchen kurzzeitigen zuständen von depersonalisation kommen kann.

wenn bei jemandem beispielsweise in der wohnung eingebrochen wurde und alles verwüstet ist und man dann fassungslos dasteht und sagt " ich glaub ich bin im falschen film. ich bin hier eindeutig in der falschen wohnung, das ist ganz sicher nicht meine wohnung. das glaube ich nicht. das ist nicht wahr".....fand ich interessant, was solche reaktionen also bedeuten. man nimmt sich "heraus", wenn es einem zuviel wird.

ich habe jetzt einiges dazugelernt, danke nochmal :-)

gruß anna

s*abkbXelcmaus


ist wirklich interessant, ich habe genau das nun auch bekommen, seid 2 Wochen und dafür sind meine Panikattacken weg...

hatte dagegen Hypnose angewandt...werde nun wieder Hypnose machen und euch erzählen ob es geholfen hat...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH