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Oberflächlichkeit und Liebe

aYgxgsa hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich hätte da mal n paar Fragen.

Was ist für euch Oberflächlichkeit? Und warum ist der Begriff Oberflächlichkeit eigentlich so negativ behaftet?

Oft hört man ja es sei oberflächlich nur auf das Aussehen eines Menschen zu achten und nicht auf seine "inneren Werte". Aber wo hört das Aussehen auf und wo fangen die inneren Werte an? Gehören Gesten, Bewegungen, allgemein Austrahlung zum Aussehen oder zu den "inneren Werten"? Gehört der Geruch eines Menschen zur Oberfläche oder nicht? Und wieso wird es nicht als negativ betrachtet wenn man beispielsweise nur auf die "inneren Werte" achten würde und nicht aufs Aussehen, wo liegt da eigentlich der Unterschied für euch, zu der gegensätzlichen Situation oben?

Worauf ich hinauswill ist folgendes:

Ich seh im Moment keinen wirklichen Unterschied zwischen Charakter und Aussehen. Ist nicht die Begierde beider Eigenschaften nicht eigentlich irgendwie dasselbe? Wir spüren eine Eigenschaft an einem anderen Menschen (sei es nun äusserlich oder innerlich) und begehren ihn deshalb. Ein anderer Mensch könnte aber diese Eigenschaften noch viel ausgeprägter besitzen und wir würden uns von dem Menschen von dem wir glaubten wir "liebten" ihn abwenden und zu dem Neuen hinwenden...

Was ist dann überhaupt Liebe bzw. besser gesagt monogame Liebe? Warum wird ein Mensch überhaupt für irgendeine Eigenschaft geliebt? Ist nicht die "wahre Liebe" frei von solchen "oberflächlichen" Begierden? Muss die "wahre Liebe" nicht vielleicht einfach der biologische Trieb sein gegen den wir uns nicht wehren können, den wir nicht bewerten können?

Antworten
s$eeGk|223


Naja... sagen wir mal, Aussehen und Charakter sind verschieden, aber zusammenhängen.

z.B. beim Geruch. Wenn jemand eine nicht ganz wohlriechende Duftwelle abstrahlt (is doch liieb ausgedrückt :-p), dann ist das etwas Äusserliches. Allerdings kann das am Charakter liegen, dass diese Person keinen grossen Wert auf gepflegtes Auftreten legt.

Was ist dann überhaupt Liebe bzw. besser gesagt monogame Liebe? Warum wird ein Mensch überhaupt für irgendeine Eigenschaft geliebt? Ist nicht die "wahre Liebe" frei von solchen "oberflächlichen" Begierden? Muss die "wahre Liebe" nicht vielleicht einfach der biologische Trieb sein gegen den wir uns nicht wehren können, den wir nicht bewerten können?

lol, immer diese Frage =). Und niemand kennt die Antwort.

Ich denke nicht dass eine wahre Liebe biologisch ist. Ich denke eher, dass das Biologische nur auf den Körper und nicht auf die Eigenschaften beruht.

Doch was macht die/denjenige/n so speziell?

Keinen Blassen... jedenfall ist es einfach ein gewisses "etwas", was bei dieser Person anders ist. Doch dieses "etwas" ist ganz bestimmt im Verhalten... oder eine Eigenschaft. Das kann ein Lachen sein, oder die Eigenschaft Geduld zu haben... oder sonst noch irgend jedes kleinste Detail, welches diese Person von den anderen differenziert.

arggsa


Ja aber wo liegt der Unterschied zwischen Charakter und Äusserem, wie würdest du das definieren? Und vorallem warum ist das was man im Volksmund als "oberflächlich" bezeichnet negativ behaftet und das andere nicht?

K9l\eixo


aggsa

Ja aber wo liegt der Unterschied zwischen Charakter und Äusserem, wie würdest du das definieren? Und vorallem warum ist das was man im Volksmund als "oberflächlich" bezeichnet negativ behaftet und das andere nicht?

Es mag sein, dass oberflächlich allgemein negativ behaftet ist, aber das kann man nicht voraussetzen, dass jeder es so sieht. Vorerst ist oberflächlich und tiefgründig ein wertfreier Begriff. Die einen behaften es als positiv, andere als negativ, für andere bleibt es eine wertfreie Beschreibung.

aYggsa


wo liegt für dich der Unterschied zwischen oberflächlichen und tiefgründigen Eigenschaften eines Menschen?

Kjlesio


aggsa

wo liegt für dich der Unterschied zwischen oberflächlichen und tiefgründigen Eigenschaften eines Menschen?

Oberflächlich kann man auch geistig sein, wofür der Begriff Tiefgründigkeit das Gegenteil wäre. Trotzdem bleibe ich dabei, dass es relativ ist, was man nun individuell als oberflächlich und was man als tiefgründig bezeichnet. Außerdem hängt es noch davon ab, worauf sich man mit "oberflächlich" bezieht, denn für mich ist niemand nur oberflächlich oder nur tiefgründig. So eine Pauschalaussage trifft einfach nie zu. Es hängt vom Bezug ab. Wenn man sich auf den Charakter bezieht, dann sind gewisse Charakterzüge oberflächlich, andere wieder tiefgründig. Jeder hat Interessen und mit denen wird er sich tiefer beschäftigen, als mit Dingen, die ihn nicht interessieren. Ich würde sagen, dass es oberflächlich ist, sich nur auf das Äußere von Menschen zu konzentrieren, Menschen, die sich sehr tiefgründig mit dem Äußeren von Menschen beschäftigen, sind somit aber auch wieder tiefgründig. ;-D ;-D

aLggsxa


Ja, ich stimme in dieser Hinsicht mit dir überein.

Man kann also Menschen aufgrund ihres Äusseren, oder aufgrund ihres Charakters oder aufgrund beidem lieben? Oder glaubst du diese Eigenschaften haben mit der Liebe nichts zu tun?

K'leixo


aggsa

Man kann also Menschen aufgrund ihres Äusseren, oder aufgrund ihres Charakters oder aufgrund beidem lieben? Oder glaubst du diese Eigenschaften haben mit der Liebe nichts zu tun?

Ich finde man kann Menschen sowohl nur ihres Charakters wegen als auch nur ihres Äußeren wegen lieben, genauso wegen einer Mischung von beiden lieben. Ich denke, dass die meisten Menschen Liebe sowohl durch die Gefühlsebene als auch durch die Sachebene definieren. Liebe muss nicht nur die Gefühlsebene definieren. Allerdings finde ich nicht, dass Liebe der Trieb ist, wobei sie durchaus auch so definiert werden kann. Körperliche oder sexuelle Anziehung kann man subjektiv als Liebe oder als einen Teil der Liebe definieren, muss man aber nicht. :-)

a9gg/sa


die sache, die mir eben probleme macht ist die, dass wenn man einen menschen aufgrund spezieller eigenschaften liebt, dass dann aber die beziehung entweder sofort auseinanderbrechen müsste oder man aus mitleid für seinen partner mit ihm zusammenbleibt, sobald ein anderer mensch kommt der noch tollere eigenschaften besitzt, als der den man glaubte zu lieben.

(äh schrecklicher satz, ich hoffe man verstehts)

K@lejio


aggsa

die sache, die mir eben probleme macht ist die, dass wenn man einen menschen aufgrund spezieller eigenschaften liebt, dass dann aber die beziehung entweder sofort auseinanderbrechen müsste oder man aus mitleid für seinen partner mit ihm zusammenbleibt, sobald ein anderer mensch kommt der noch tollere eigenschaften besitzt, als der den man glaubte zu lieben.

Wenn ein Partner den eigenen Kriterien nicht entspricht, man also glaubt, dass es einen "besseren" gibt, warum sollte man dann eine Beziehung mit ihm eingehen?? Wenn er aber den Kriterien entspricht, dann gibt es doch keinen "besseren" und vor allem, gibt es auch keinen Grund zu vergleichen.

aXgg(sa


Liebe (in einer Beziehung) ist also auf den Glauben angewiesen? Wenn es mir schwerfällt zu glauben ohne immer wieder zu hinterfragen, fällt es mir auch schwer zu lieben?

KMleixo


aggsa

Liebe (in einer Beziehung) ist also auf den Glauben angewiesen?

Ich persönlich würde nicht Glauben sagen, sondern wissen. Ich muss doch wissen, ob ich jemanden liebe oder nicht. Ich muss doch wissen, ob auch die Sachebene reicht, damit ich eine Beziehung mit jemandem eingehe, da Liebe allein für eine Beziehung selten ausreicht. Es ist meine freie Entscheidung. Wenn ich Zweifel habe, dann tue ich es doch gar nicht.

Wenn es mir schwerfällt zu glauben ohne immer wieder zu hinterfragen, fällt es mir auch schwer zu lieben?

Interessante Frage. :-/ Nicht unbedingt. Schwer fiele es mir zu lieben, wenn ich mich nicht liebte. Wenn ich mich nicht liebe, kann ich andere nicht lieben. Das ist dasselbe wie mit Respekt, Vertrauen, usw. Wenn ich keine Selbstachtung habe, kann ich andere nicht achten. Wenn ich mich nicht abgrenzen kann, kann ich die Grenzen anderer nicht akzeptieren, usw. usw. Wenn es diese Gründe wären, dann läge es nicht am Partner, sondern an mir. Wenn ich mir meiner bewusst bin und ich dann hinterfragen, dann wäre der Grund, dass ich ihn ganz einfach nicht liebe.

aaggsxa


Ich persönlich würde nicht Glauben sagen, sondern wissen.

Naja ich würde eher glauben sagen als wissen. Du bist dir zwar in dem Moment 100% sicher, dass es keinen geeigneteren Partner für dich geben kann als diesen den du gerade "liebst", aber theoretisch könnte ja doch jemand existieren, den du noch nie getroffen hast (und vielleicht auch nie treffen wirst). Man kann es einfach nicht beweisen und deshalb muss man glauben, auch wenn man sich noch so sicher fühlt.

naja gut vielleicht haben wir einfach unterschiedliche definitionen von wissen und glauben ...

Wenn ich mir meiner bewusst bin und ich dann hinterfragen, dann wäre der Grund, dass ich ihn ganz einfach nicht liebe.

Wenn das hinterfragen unbewusst geschieht, würdest du auch sagen man liebt diese Person nicht? Aber ich denke mal das vergleichen läuft ganz automatisch (unterbewusst) ab, und selbst wenn du "nur" Vergleiche anstellst wie "man was hab ich für einen tollen partner, wenn ich mir so anschaue was hier so rumläuft" hast du schon verglichen und es kann in die Hose gehen ...

Kzle&ixo


aggsa

Naja ich würde eher glauben sagen als wissen. Du bist dir zwar in dem Moment 100% sicher, dass es keinen geeigneteren Partner für dich geben kann als diesen den du gerade "liebst", aber theoretisch könnte ja doch jemand existieren, den du noch nie getroffen hast (und vielleicht auch nie treffen wirst). Man kann es einfach nicht beweisen und deshalb muss man glauben, auch wenn man sich noch so sicher fühlt.

naja gut vielleicht haben wir einfach unterschiedliche definitionen von wissen und glauben ...

Nein, wenn ich Zweifel an meiner Liebe hätte, würde ich keine Beziehung eingehen. Mit Wissen meine ich in diesem Fall - instinktiv, intuitiv - Liebe auf den ersten Blick. Ich bin sicher, dass ich das möchte und nicht, dass es keinen geeigneteren gibt. Das bedeutet nicht unbedingt, dass auch eine Beziehung, also auch eine Sachebene hinzu kommt. Das muss ausverhandelt werden und entweder klappt es oder nicht. Auf die Zuneigung hat es keine Auswirkung. Das hat mit der Beziehungsfähigkeit zu tun.

Ich vergleiche nicht, denn nach dem "besseren" suche ich nicht. Ich bin absolut zufrieden, wenn für mich etwas gut ist und gut ist etwas, was meinen Bedürfnissen entspricht. Das ist alles automatisch. Ich habe überhaupt keine Augen für andere, wenn ich eine Beziehung habe. Die Vergleichsfrage stellt sich für mich generell nicht. Wenn eine Beziehung außeinandergeht, dann weil sie zwischen ihm und mir nicht funktioniert und nicht, weil es da jemanden gibt, der "besser" ist. Das war noch nie der Fall. Menschen sind verschieden, sie sind anders - nicht besser oder schlechter.

Wenn das hinterfragen unbewusst geschieht, würdest du auch sagen man liebt diese Person nicht? Aber ich denke mal das vergleichen läuft ganz automatisch (unterbewusst) ab, und selbst wenn du "nur" Vergleiche anstellst wie "man was hab ich für einen tollen partner, wenn ich mir so anschaue was hier so rumläuft" hast du schon verglichen und es kann in die Hose gehen ...

Ich kann Dir nur sagen, wie es bei mir ist. Ich würde aber nicht von mir auf andere Schließen. Wenn ich hinterfrage, wenn ich nicht "weiß", dass ich jemanden liebe, dann tue ich es nicht.

Wie schon erwähnt - ich vergleiche nicht, weil ich Menschen nicht miteinander vergleiche. Es fehlt die Vergleichsbasis. :-)

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