» »

Vergangenheit Vergangenheit sein lassen

XFenixa01 hat die Diskussion gestartet


Wie geht das? Mir kommen immer und immer wieder Erinnerungen, an die ich nicht mehr denken möchte, die ich einfach hinter mir lassen will nach meinem Neuanfang. Und trotzdem suchen sie mich auf heimtückische Weise immer wieder heim. Was kann ich machen, damit das endlich aufhört?

Antworten
kharl8x5


neu anfangen

Hallo Xenia01,

wichtig ist erst mal, dass Du für Dich mit der Vergangenheit abgeschlossen hast. Das heißt, Du musst Dir wirklich ganz in Klaren darüber sein, was schief gelaufen ist, musst es distanziert betrachtet und damit abgeschlossen haben, um überhaupt neu anfangen zu können.

Dann brauchst Du etwas Mut und darfst Dich nicht unterkriegen lassen. Der Neuanfang kann schwer sein, aber es klappt schon! Die Erinnerungen gehen nicht von heute auf morgen weg, leider, ich denke, das geht gar nicht. Also musst Du erst einmal damit leben. Aber da Dir Dein Neuanfang auch viele wichtige und Schwere Aufgaben stellt, solltest Du die Erinnerungen an früher einfach als Motivation sehen, um die Dinge, die früher schief gegangen sind, im neuen Leben richtig zu machen. Wenn der Anfang geschafft ist, wirst Du Dich weniger und weniger an früher zurückerinnern, und irgendwann siehst Du alles nur noch sehr weit weg und kannst darüber lachen, weil Du Dir sagen darfst: "Wie dreckig es mir einmal ging - ich bin stolz, da rausgekommen zu sein und jetzt ein schönes Leben zu führen".

Also nicht unterkriegen lassen und versuchen, nur nach vorne zu schauen - und die notwendigerweise kommenden Erinnerungen akzeptieren und als Motivation sehen, den Neubeginn durchzuziehen und sich nicht unterkriegen zu lassen!

Hoffe, etwas geholfen zu haben

Karl85

Bllasckxswaxn


Hallo Xenia @:)

Die erinnerungen, so klingt es jedenfalls an, sind von der sehr unangenehmen sorte. aus Deinem kurzen beitrag schließe ich, vielleicht etwas voreilig , dass Du sie schon ziemlich lange mit Dir herumträgst und es trotz aller eigenständigen versuche nicht geschafft hast, von ihnen los zu kommen. Hast Du schon mal mit dem gedanken gespielt, einen therapeuten aufzusuchen?

K)undali^li


Hallo Xenia01

Dem was Karl85 geschrieben hat möchte ich großteils zustimmen.

und ich hab da noch ein paar eigene, oder zumindest anders forumlierte Gedanken zu Deiner Frage.

Ich glaube, solange wir eine Lektion nicht >wirklich< gelernt haben, werden wir bestimmte Erfahrungen wieder und wieder machen , bis wir sie gelernt haben. Ähnlich ist es mit Erinnerungen an schlimme Erlebnisse.

Ich will Dir anhand eines Beispieles aus meinem Leben versuchen zu erklären wie ich das meine , und wann >Heilung< eintrat Erlösung von dem Schmerz , der mit dieser Erfahrung zusammen abgespeichert war.

Als Kleinkind wurde ich Zeuge eines Verbrechens. Ich erzählte einer Bezugsperson was ich gesehen hatte. Diese beruhigte mich und meinte > das ist Alles gar nicht so und so schlimm ist es auch nicht.< Da mir ein Mensch ( dem ich voll und ganz vertraute ) sagte ich solle nicht weiter darüber nachdenken und es am besten vergessen, tat mein Hirn das auch fast augenblicklich. Jahre später hatte ich plötzlich Albträume. Es waren Bruchstücke meiner Erinnerung, aber ich verstand sie nicht, weil ich ja >nie< was derart schlimmes erlebt hatte. Noch ein paar Jahre später wunderte ich mich immer warum ich immer total schräg drauf kam wenn in den Medien von bestimmten Verbrechen die rede war. Ich fing an meine Reaktion zu hinterfragen. Mit der Zeit bekam ich eine Ahnung von dem was da passiert ist. Ich fühlte mich schuldig und war immer noch unsicher .... und es wurde so gar noch hefftiger. Die Erinnerungen an die Tat waren sehr lebendig und ich wollte diese Gedanken nicht haben. Ich war schließlich noch ein kleines Kind und was hätte ich schon tun können ? Das sagte mein Verstand, aber mein Herz wollte das so, noch nicht akseptieren. Ich versuchte mir den Vorfall fast schon >schön< zu reden, da ich mich sehr schlecht fühlte und redete mir ein ich wäre mit dem Thema durch. Schließlich vergingen weitere 5 Jahre in denen ich tatsächlich glaubte es geschafft zu haben. Eines Tages (ich machte grade einen Kurs zum Suchtkrankenberater ) Zum Thema >Wie kann /sollte ich mich verhalten, wenn mir Jemand etwas über Verdachtsmomente erzählt< Ich brach mitten wärend der Supervision (ich war nur Beobachter) zusammen. Erst dachte ich mir, man ist das peinlich ! und wollte nur noch weglaufen. Ich war wütend auf mich, auf meine Bezugsperson von Damals und konnte überhaubt erst mal nicht mehr aufhören zu weinen. Unsere Kursleiterin fragte mich , ob ich bereit wäre das Thema hier im Kurs in einer Art Supervision mit ihr zu klären. Ich stimmte zu, nasch dem ich mich beruhigt hatte. Erst, nachdem ich Alles erzählt hatte und die Therapeutin die den Lehrgang leitete mir noch mal bestätigt hatte, das es real war, was ich erlebt habe, und , das ich tatsächlich Alles richtig gemacht habe und das Mädchen gar nicht hätte retten können, konnte ich mir verzeihen. Es ist wie es ist und der Fehler war nicht, das ich nicht Alles versucht hätte, sondern das ich nicht loßlassen konnte/wollte , weil den Schmerz nicht haben /fühlen wollte. Gefühle fordern Aufmerksamkeit und wenn wir ihnen diese komplett verweigern machen sie uns krank. Nicht von Heute auf Morgen , sondern wie ein langsam wirkendes Nervengift. Erst nachdem ich sämtliche Schutzmechanissmen hab fallen lassen, Alles nocheinmal ganz bewußt durchlebt hatte ( ich war 3 Jahre alt und konnte mich plötzlich an jedes kleine Deteil erinnern und weinen. ) hörte der Schmerz auf. Das ist jetzt knapp 4 Jahre her. Heute kann ich darüber reden , schreiben usw und es tut überhaubt nicht mehr weh. Die Erinnerungen kommen nicht mehr >unerwartet< , sondern nur noch wie jetzt, wo ich davon schreibe. Und, es ist nicht schlimm, oder schmerzhaft. An die Deteils kann ich mich jetzt auch nicht mehr erinnern, ... Inzwischen habe ich die Vergangenheit loßgelassen. Es ist ein Teil meiner Geschichte, nicht mehr, und nicht weniger.

Karl schreibt von der Zukunft. Ich schreibe Dir , geh noch ein einziges mal zurrück , nicht allein. Sondern mit Jermanden dem Du verstraust ( vieleicht hast Du einen Therapeuten der Dir beistehen kann ) erzähle Alles , nimm den Schmerz an, der dabei hochkommt. Versuch nicht Dich dagegen zu wehren . Wenn Du es wirklich zuläßt das es noch ein einziges mal so ist wie damals und Du dann zurrück-kommst in s JETZT , wird der Schmerz weg sein.

Ich hatte Glück, das mir das in dem Kurs passiert ist. Ich würde wohl heute sonst noch machmal daran knabbern , ohne zu verstehen woran es liegt.

Ich weiß nicht was Dir schlimmes wiederfahren ist, und ich weiß, das auch Du loßlassen kannst, wenn Du bereit bist dafür.

Erst müssen wir lernen anzunehmen und zu akseptieren, dann verzeihen und dann können wir loßlassen und >heile< werden.

XJenoia0Q1


Erstmal danke für eure Aufmerksamkeit. Ich habe das schon hinter mir, alles nochmal erleben, drüber heulen, usw, bewusst werden dass es vorbei ist und wieder im Jetzt landen. Wahrscheinlich muss ich einfach abwarten, bis es vorbei ist (was mir sehr schwer fällt, weil ich mich schon so lange damit rumschlage). Die Situationen werden ja schon immer kürzer. Kennt Ihr den Film 40 erste Dates? So ähnlich geht es mir, ich muss mir wenn ich zurückgefallen bin (fast täglich) immer wieder innerlich wie einen Film abspielen, der mich ins Jetzt bringt, um mich daran zu erinnern und wieder reinzukommen. Aber das kostet mich immer so viel Zeit. Und Kraft für die Dinge die ich zu erledigen habe. Und was halt so schade ist, dass es mir Dinge versaut die mir eigentlich voll Spaß machen. Wenn ich z.B. aus dem Haus gehe, zum Sport oder so, dann hab ich mich immer drauf gefreut. Mittlerweile kommen aber da immer die meisten Erinnerungen und das verdirbt mir alles. Dann hab ich schon von vornherein keine Lust mehr hinzugehen, weil ich weiß da "packt" es mich wieder. Das ist bei fast allen Aktivitäten außerhalb meiner Wohnung so, weswegen ich mich immer zu allem überwinden muss was ich tue.

Ich kann mir schon garnicht mehr vorstellen, dass es mal ganz weg ist, denn obwohl es mir bedeutend besser geht als früher, diese Beklemmung und so manche andere Gefühle und Gedanken werd und werd ich nicht los.

Kxunldalilxi


Liebe Xenia01

Das tut mir leid. Bei mir hat das wiegeschrieben , direkt danach aufgehört.

... Dann hab ich schon von vornherein keine Lust mehr hinzugehen, weil ich weiß da "packt" es mich wieder.

schreibst Du und ich glaube, das genau da, das Problem liegt. Du erwartest ja schon, das die Gefühle wieder kommen. Das nennt man > Sich selbst erfüllende Prophezeizung<

Versuch Dir mal einzureden > Ok, bisher kamen die Gedanken immer, und, das kann sich ändern < ?

Wenn wir etwas schlimmes erwarten ist es leider sehr wahrscheinlich das wir unbewußt genau diese schlimmen Erwartungen herbeiführen.

Und, Du hast erkannt, das es schon viel besser als früher ist. Das ist gut. Und, es wird mit jeden Tag noch besser. Wenn Du es wirklich möchtest.

Davon , bin ich, überzeugt.

Ich wünsche Dir die Kraft, positiv denken zu können.

XOe#nBiax01


Danke, es ist grade so schönes Wetter draußen, da ist meine Stimmung eh gleich viel besser. Wie kommt das, dass man etwas selbst herbeiführt, wenn man etwas negatives erwartet? Das hab ich noch nie verstanden. Die äußeren Umstände können doch nicht von dem was ich (als einzelnes Individuum) denke abhängen-nur weil ich denke dass morgen ein Flugzeug abstürzt, passiert das doch noch lange nicht. ?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH