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Paranoide Persönlichkeitsstörung - Verfolgungswahn

D<ark Rexdrose hat die Diskussion gestartet


Es geht um meine Schwester. Erst in letzter Zeit ist mir bewußt geworden, dass sie unter einem "Verfolgungswahn" leidet. Sie hat vor ca. einem Jahr nach 21-jahriger Betriebszugehörigkeit wegen Mobbing gekündigt. Da sie in einem Krankenhaus gearbeitet hat und deshalb auch mit Ärzten zu tun hatte, glaubt sie, dass sie überall gemobbt wird, z. B. in der Hautklinik.

Was kann ich nur tun? Wer kann mir einen Rat geben? Gruss von Dark Redrose.

Antworten
NMa}namxi


ich kenne das von meiner borderline-pesönlichkeitsstörung. war sie denn schon beim arzt?

D+ark YReidrOosxe


Danke, Nanamie, für Deine Antwort

Sie ist beim Psychiater, nimmt aber die atypischen Neuroleptika nicht ein, da sie ihren Verfolgungswahn nicht einsieht. Außerdem denkt sie, dass der Psychiater ebenfalls verhetzt wird vom Klinkikum, indem sie gearbeitet hat, mit der Begründung, dass Ärzte sich untereinander bereden können.

Gruss von Dark Redrose

J@etzt {komm]t Kuxrt


Das wird sich unter diesem Umständen wohl leider nicht positiv entwickeln können. Du mußt daran denken, daß sie vielleich bald unter Betreuung oder Vormundschaft gestellt werden muß.

Warum geht sie zum Psychiater? Gibt es da bereits eine Art behördliche Verfügung? Denn warum sollte sie von allein dahingehen? Nach ihrem Wahn stecken doch alle unter einer Decke.

Dxarkc R2edr oxse


Danke für Deine Antwort "Jetzt kommt Kurt"

Sie hat wegen Mobbing selbst gekündigt und hätte vom Arbeitsamt mit einer Sperrfrist rechnen müssen. Deshalb hat sie einen Psychiater gebraucht, der ihr die Unzumutbarkeit bei ihrer Arbeitsstelle bestätigt bzw. ihr ein Attest gibt, dass die Situatuion nicht mehr tragbar war und dass sie deswegen Depressionen hat.

Außerdem glaubt sie - obwohl sie denkt, dass der Psychiater von ihren alten Arbeitsstelle ständig informiert und "ausgehorcht" wird -dass dieser bei anderen Therapiemaßnahmen (z. B. wegen einem Hautproblem) anruft, weil sie ja "auch dort gemobbt" wird, was ja, nach ihrer Ansicht, auch von ihrer alten Arbeitsstelle kommt.

Das Paradoxum verstehte ich auch nicht ganz.

Außerdem gebe ich Dir recht, dass sie nicht "therapierbar" ist, weil die Einsicht fehlt. Dennoch möchte ich helfen.

Gruss Dark Redrose

J.etzt komUmt Klurt


Unter den Ärzten, auch Therapeuten, gibt es viel Austausch, denke ich. Das betrifft dann besonders solche eklatanten Fälle. Da erkundigen die sich, bevor sie eine Diagnose stellen, was der vorbehandelnde Arzt für eine gestellt hat. Sie möchten ja nicht zu sehr von der Norm abweichen. Und bei ihren regelmäßigen Zusammentreffen machen Sie auch Austausch und reißen auch mal Witze über die Komik mancher Tragik. Auch wenn das nicht alle tun. Aber Spaß muß sein, selbst die Bestatter haben Humor. :-)

Das alles kann aber Deine Schwester nicht wissen und auch nicht meinen. Sie sucht nach Logik in ihrem Gesamtpotential aller Wahrnehmungen. Die Ursache liegt allein schon im "Filtersystem" und dann selbstverständlich in der fehlenden, inneren Instanz der Selbstkritik.

Das "Filtersystem" hat jeder. Es bedingt, daß dem einen z.B. auf einem Gemälde die Schmetterlinge auffallen, weil er sich für Insekten interessiert, und dem anderen der Bildhintergrund und die Farbkomposition und einer Hausfrau nur der verstaubte Bilderrahmen.

Die Instanz der Selbstkritik entscheidet darüber, ob diese Gedanken im Inneren "laut und anerkannt" werden oder als Hirngespinste abgetan.

Deine Schwester wäre auch ein Fall für einen Neurologen. Viele solcher Kranken, die heute direkt beim Psychiater landen, wären beim Neurologen besser bedient.

AKnneO5x0


Hallo Dark Redrose

Ich bin der Meinung, dass deine Schwester bei einem Psychologen besser aufgehoben ist. Das alles braucht Zeit, Medikamente betäuben bloß und helfen nicht wirklich. Wenn deine Schwester ihre Probleme nicht sehen will, ist es allerdings schwierig. Ich habe lange gebraucht, zu sehen und zu akzeptieren, dass ich Depressionen habe. Habe Geduld mit ihr und rede mit ihrem Arzt, der kann dir sicher Tipps geben. Wenn deine Schwester merkt, dass du sie gern hast und es gut mit ihr meinst wird sie es irgendwann einsehen. Sie weiß ganz sicher, dass etwas mit ihr nicht stimmt, will es nur noch nicht wahrhaben. Es wird ihr auch unangenehm sein. Es wäre vielleicht ein guter Anfang, wenn sie zunächst eine psychosomatische Kur macht.

Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

LG

JletztD kom}mt Kurxt


Wenn deine Schwester merkt, dass du sie gern hast und es gut mit ihr meinst wird sie es irgendwann einsehen. Sie weiß ganz sicher, dass etwas mit ihr nicht stimmt, will es nur noch nicht wahrhaben.

Das zu hoffen, ist bei solch schweren Persönlichkeitstörungen leider eine Illusion.

D:ark FRedroSsxe


Hallo Anne50,

vielen Dank für Deine warmherzige und verständnisvolle Antwort. Deine Worte haben mir so richtig gut getan!!!

Ich werde auf alle Fälle mit Ihrem Arzt reden. Außerdem habe ich mich bei einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychísch Kranken gemeldet. Die werden sich demnächst mit mir in Verbindung setzen. Vielleicht wissen die eine Lösung.

Wie Du selbst sagst, braucht man Geduld. Ich habe ihr auch immer wieder gesagt, dass "ich hinter ihr stehe, egal was passiert".

Das mit der psychosomatischen Kur wäre zwar empfehlenswert. Da diese Einrichtung allerdings den Charakter von einer Klinik hat und sie in einem Klinikum gemobbt wurde, meint selbst der Arzt, dass das nicht gut für sie sei.

Es ist halt jeder Fall verschieden. Ich gebe nicht auf, nach einer Lösung zu suchen.

Viele Grüße von Dark Redrose

D$ark (RedrHosxe


Hallo "Jetzt kommt Kurt",

mein Mann meint, der Kurt hat recht, weil er ein Mann ist und anders denkt als wir Frauen - realistischer.

Viele Grüße von Dark Redrose

D0ark R[edroxse


Hallo Anne50,

nachfolgende eine kurze Beschreibung von Wahnvorstellungen:

Beim Wahn entwickelt der Betroffene krankhafte falsche Vorstellungen, die von der Realität abweichen bzw. bei denen Dinge in der Umwelt falsch interpretiert werden, ihnen eine falsche Bedeutung beigemessen wird.

Die Wahnvorstellungen sind dabei für ihn so wirklich, dass er unbeirrbar daran festhält, sie nicht anhand der Realität überprüft und sich auch nicht von anderen korrigieren lässt.

Viele Grüße von Dark Redrose

Ainnxe50


Hallo Dark Redrose

Ich finde es ganz toll wie du dich um deine Schwester kümmerst. Es wäre für mich ganz toll gewesen, wenn ich so eine Schwester gehabt hätte, als es mir sehr schlecht ging. Bei deiner Schwester ist es sicher extrem mit den Wahnvorstellungen. Ich hatte auch viele falsche Vorstellungen und niemand konnte mich davon abbringen. Inzwischen sehe ich es ein. Viele Vorstellungen bezw. Gedanken, die ich hatte, haben mit Erlebnissen aus meiner Kindheit zu tun. Daraufhin habe ich mir Geschichten zusammengesponnen, die völlig irreal waren. Irgendwann bin ich in ein schwarzes Loch gefallen, es ging gar nichts mehr. Ich habe eine Kur gemacht und es hat dann ein Jahr Therapie bedeutet bis ich es endlich kapiert habe, dass meine Gedanken falsch waren. Ich denke man sollte das Ganze nicht gleich so negativ beurteilen. Ich würde mir niemals ein Urteil über deine Schwester erlauben, das kann höchstens ein Psychologe. Auch der kann sicher nicht sofort sagen, was mit ihr los ist. Das geht nun mal erst wenn er sie länger kennt. Ausserdem habe ich festgestellt, dass Menschen, die solche Probleme nicht haben oder kennen, es auch nicht verstehen können. Manche meinen aber alles ganz genau zu wissen, oder haben keine Lust sich länger darüber Gedanken zu machen. Das ist ja auch nicht schlimm, sie wissen es halt nicht besser. Ich glaube aber, du lässt dich da nicht so schnell beeinflussen und das finde ich gut. Ich bin mit der Therapie noch lange nicht fertig, habe zu lange gewartet um mir helfen zu lassen. Ich brauche da auch viel Geduld, was mir oft schwer fällt, da heisst es durchhalten. Ich drücke dir und deiner Schwester die Daumen, dass noch alles gut wird.

LG

D%ark R7ed4rosxe


Hallo Anne50,

vielen herzlichen Dank für Deine einfühlsamen Worte!!! Du kannst Dir garnicht vorstellen, wie viel mir das bedeutet!!! Ich habe jetzt nicht mehr das Gefühl, allein mit meiner Hilfslosigkeit zu sein. Tausend Dank.

Ich gebe Dir auch in allen Punkten recht. Man weiß wirklich nicht, was in dem Anderen vor sich geht - aber das Verhalten ist nun mal sehr belastend. Außerdem erzählt sie auch immer wieder das Gleiche oder, dass alle "gegen sie sind". Inzwischen möchte ich nicht mehr zustimmen, wenn ich anderer Meinung bin.

Dennoch: Ich bin fest entschlossen, ihr zu helfen... und ich suche nach einem Weg... deshalb auch das Forum (es ist übrigens das erste Mal, dass ich das versuche).

Liebe Anne50, bitte bleibe weiterhin auf dem Weg zur Besserung mit Therapie usw. Ich wäre froh, wenn meine Schwester diesen Weg schon eingeschlagen hätte - also, bitte bleib dabei!!!

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und nochmals vielen Dank für Deine Antwort

Grüße von Dark Redrosw

Amnne5x0


Danke Redrose,

ich bleibe auf jeden Fall dran und hoffe, dass du es auch schaffst dranzubleiben. Ich wünsche dir die Kraft und Geduld, die du brauchen wirst um deiner Schwester zu helfen. Es hilft sehr viel, wenn man Kontakt zu Leuten hat denen es ähnlich geht. Ich mache neben Einzelgesprächen auch eine Gruppentherapie, was mir sehr hilft. Man fühlt sich nicht so alleine.

Ich wünsche euch auch von ganzem Herzen alles Gute und viel Erfolg

Liebe Grüße

J;etzt" koxmmt K(urt


Dark Redrose

Dennoch: Ich bin fest entschlossen, ihr zu helfen... und ich suche nach einem Weg... deshalb auch das Forum

Das ist der entscheidende Punkt: Sich nicht auf tröstende Aspekte zu beschränken und nur "Friede, Freude, Eierkuchen, wird schon werden..." reden (oder sich einreden zu lassen) und damit anderes versäumen.

Es spricht nichts dagegen, sich gleichzeitig parallel auch Trost zu holen. Aber Du machst es auf jedenfall richtig, wenn Du fest entschlossen bist, zu helfen und nicht nur "zu hoffen".

Was Deine Schwester aus meiner Sicht braucht: "Widerspruch!" Nicht Trost oder Verständnis an erster Stelle. Das auch, aber vorrangig: "Widerspruch von kompetenter Stelle".

Kompetent kann jeder sein, zu dem sie noch ein Restvertrauen hat. Ich nehme an, daß Du dazu gehörst. Sie braucht den Widerspruch so dringend, weil sie ihn im Inneren selbst nicht findet und deshalb ihrem paranoiden Wahn ausgeliefert ist. Es gibt aber diese Seelenfragmente in ihr auch, die widersprechen können, wenn der Wahn sich vordrängt. Nur sind die bei ihr geschwächt oder in den Hintergrund gedrängt, bildlich gesprochen. Wenn Du "Widerspruch" in sensibler aber konsequenter Art leisten kannst, mit Worten, sprichst Du diese unterdrückten Seelenfragmente in ihr an und (be-)stärkst sie.

Und ohne Frage sollte sie in Therapie gehen, nicht nur zum Psychiater. Der hilft kurzfristig mit Medikamenten. Aber langfristig kann nur - wenn überhaupt - eine Therapie helfen. Und eine Kur, wie schon angesprochen wurde, wäre gut und wird wohl (nach der üblichen Antrags-Ablehnung und eingereichtem Widerspruch gegen die Ablehnung) genehmigt werden. Es geht um Widerherstellung der Arbeitskraft, und die ist so, wie beschrieben, nicht gegeben. So findet sie keinen neuen Job. Das ist ziemlich sicher.

Wie alt ist die Schwester? Man weiß doch, wie es am Arbeitsmarkt für Ältere aussieht. Wenn Sie nahe oder um die 50 ist, muß man mit Dauerarbeitslosigkeit rechnen, bis zur Frühberentung. Auch dazu wäre eine Kur ganz wichtig, weil dort Gutachter sind, die für die Rentenversicherung arbeiten (die übrigens auch Kostenträger einer Kur ist). Auch wenn altersmäßig noch nicht daran zu denken ist, so ist eine jetzt vollzogene Kur später von großer Wichtigkeit bei Antrag weiterer Maßnahmen oder einer Frühberentung.

Gruß an den Gatten! ;-D

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