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Angst vor MS

dPer TErnkst h/alt


Willst Du mal einen Rat haben?

Was Du brauchst, ist eine Beschäftigung, die Dich von morgens bis abends in Anspruch nimmt und Dich müde ins Bett fallen läßt.

Die wechselnden Symptome, die sich in keiner Weise in Einklang bringen lassen, treten sehr häufig bei "Beschäftigungslosigkeit" auf.

Was machst Du so tagsüber?

Wenn Du einer regelmäßigen Arbeit nachgehst, auch einer, die nicht jeden Tag Spaß macht, und wenn Du dann Deine Beschwerden immer noch hast, dann ist was dran. Solltest Du aber zu Hause sitzen, nur fernsehen und Krankheitsberichte studieren, dann wird Dir nichts da heraushelfen. Du wirst dann immer tiefer in Deiner Depression versinken. Verlaß Dich drauf.

Ryichar$d Bexat


@der Ernst halt - ein DENKANSTOSS

wenns doch so einfach wäre. Einfach von morgen bis abends "beschäftigt" sein, und alles wird gut.

Ich gebe dir zwar teilweise recht. Eine sinnerfüllte (d.h. nicht leere, fremdbestimmte, eintönige, uninteressante, mit Zwang verbundene) berufliche Tätigkeit kann viele psychosomatische Leiden lindern oder gar ganz zum verschwinden bringen.

Nur - die Realität, vor allem auch in Deutschland, sieht leider nicht so toll aus. Die meisten von uns sind Lohnabhängige und dem Diktat einer erbarmungslosen, nur auf Geld ausgerichteten turbokapitalistischen Wirtschaft ausgesetzt. Gerade diese fördert ja wiederum all diese vielen (psycho)somatischen Leiden.

B{ankxz


Ja das stimmt. Ich hab jetzt Ferien und es ist ja auch besser , wenn man was macht. Nur ist es so , dass mir das meißte einfach keinen Spaß macht und ich auf nichts Lust habe.

E6sthver67


Ist schon klar, dass auf der Couch liegen und sich selber leid tun für nichts eine gute Lösung ist.

Und leider kann das ganze auch ins Gegenteil umschlagen. Dachte auch mal, ohne mich geht nichts. War beschäftigt von morgens bis abends und zum Teil auch Sachen dabei, die richtig Spaß gemacht haben. Am Abend bin ich, wie von Ernst empfohlen, müde ins Bett gefallen. Das ging so lange gut, bis es mir die Sicherung raus gehauen hat. Also auch nicht Sinn der Sache.

Ich sehe den Ratschlag mal so, dass es Sinn macht, sich egal wie es einem geht, nicht total hängen läßt. Sollte es allerdings in die Richtung gemeint sein, dass man bloß gescheit rödeln muss, dann fehlt einem auch nichts, weil man eh keine Zeit hat, auf dumme Gedanken zu kommen - dann ist das leider keine Lösung.

Ich denke, die Kunst ist es, eine gesunde Mischung zu finden.

s(chwin%del"inxa


Da hat Esther recht. Finde eine gesunde Mischung aus ANSPANNUNG und ENTSPANNUNG. Meine Mitmenschen haben damals auch immer gemeint, ich dürfte den ganzen Tag gar nicht dazu kommen, über irgendwas nachzudenken. Totaler Blödsinn!!!

Mittlerweile habe ich herausgefunden, daß ich mich beim Malen sehr gut entspannen kann. Außerdem habe ich mir mal ein riesiges Puzzle gekauft. Das hat mir total viel Spaß gemacht, stundenlang habe ich vor dem Ding gesessen. Es gibt so viele Möglichkeiten, man muß nur das Passende für sich finden. Es kommt aber keiner zu Dir nach Hause und breitet eine Palette an Möglichkeiten vor Dir aus. Volkshochschulen bieten viele interessante Sachen in Gruppen an, u. a. Entpannungstechniken aber auch weiterbildende und künstlerische Dinge. Mach Dich doch da mal schlau und fang an mal was Neues auszuprobieren. Wenn es dir dann doch keinen Spaß macht, egal, dann versuchst du dich eben an was anderem.

LMupo0x49


Es kommt auch darauf an, in welcher Phase man sich gerade befindet.

In der akuten "Angstphase", wo man ständig von anderen Symptomen gebeutelt wird und nahezu überzeugt ist, an einer der schweren Krankheiten zu leiden, bringt es wenig, dem Betroffenen zur "Entspannung" zu raten. In dieser Zeit war ich mir nicht sicher, ob ich den Tag überlebe, da war die Vorstellung, abends "mit dicken Socken und Wolldecke" zur Volkshochschule zu gehen, absolut sinnlos.

Irgendwann muss es "klick" machen und diese Überzeugung, körperlich krank zu sein, muss der Einsicht weichen, dass die Ärzte dies während der oftmals intensiven Diagnostik bestimmt festgestellt hätten. Hier ist eben auch der Arzt als "Therapeut" gefragt, dies dem Patienten - individuell auf ihn abgestimmt - glaubhaft und vertrauenswürdig näherzubringen.

Meistens kann man sich erst dann einer Therapie und der schrittweise Rehabilitation widmen. Da hab ich mir dann sogar eine Art "REHA-Plan" erstellt, mit allem, was gut tut und entspannt - inkl. Volkshochschule, mit dicken Socken und Wolldecke... ;-)

Viele Grüsse

Lupo

BDankz


Ja das stimmt , gestern hatte ich ne PA über nen paar Stunden , da war ich mir sicher ich überlebe die Nacht nicht. Da kann man dann nichts machen , was mit Entspannung zu tun hat.

Dann fühlt sich mein Oberarm seit 4 Tagen so komisch an , dann denke ich mir gleich wieder - siehst du noch n krankheitssymptom.

Ich konnte mich noch nie alleine beschäftigen , hab mich immer gelangweilt und nie was lange ''durchgezogen'' - muss das unbedingt ändern.

Naja das einzige was ich bis jetzt lange durchgezogen habe , ist eben die Krankheit zu haben :-/

skchwitndelixna


Man kann bei Bankz ja nicht mehr von einer "Phase" reden. Er befindet sich nun schon seit über 2 Jahren in dieser Tretmühle, aus der er alleine auch nicht mehr rauskommt. Manchmal muß man sich einfach nur zusammenreißen und seinen eigenen Schweinehund überwinden. Auch wenn es schwerfällt.

Ihm hilft nichts anderes als die LP machen zu lassen und danach in psychotherapeutische Behandlung zu gehen. Und was glaubst du, was die ihm da erzählen werden? Genau das gleiche! Sie werden ihm Verhaltensregeln an die Hand geben, die darauf abzielen, sein bisheriges Verhaltensmuster zu durchbrechen und zwar nicht nur dann, wenn ihm gerade danach ist. Er muß wieder lernen, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit sich selbst und zwar mit der gleichen Intensität, mit der er sich bisher auch seiner (eingebildeten) Krankheit gewidmet hat. Man geht auch nicht jeden Tag gleich gerne zur Arbeit oder kommt anderen Verpflichtungen nach. Aber danach fragt auch keiner und wenn man sich hängen läßt oder Dinge vernachlässigt, muß man eben die Konsequenzen tragen.

Ich will damit nicht sagen, daß ich Bankz sofort einen 7-Tage-Power-Plan empfehlen würde. Aber irgendwann muß er anfangen, aus seiner Lethargie und seinem Selbstmitleid auszubrechen und das schafft er nur mit geeigneten Alternativen. Wahrscheinlich wird er sowieso eine Verhaltenstherapie machen und hier spricht die Bezeichnung ja schon für sich, nämlich das bisherige Verhalten therapieren bzw. heilen.

Zum Schluß will ich dir, lieber Lupo, jedoch nicht ganz Unrecht geben. Ich hatte auch Tage, wo ich am liebsten keinen gesehen und am besten im Bett geblieben wäre, weil mich die Gedanken an MS fast aufgefressen haben. Aus heutiger Sicht haben mich diese Tage und Durchhänger jedoch nicht einen Schritt weitergebracht, ich hätte sie mir praktisch sparen können. Und da Bankz sich hier in diesem Forum angemeldet hat, um von den Erfahrungen anderer zu profitieren, sollte er jedem gut gemeinten Ratschlag nicht immer wieder ein ABER... entgegensetzen. Statt dessen würde ich versuchen, die Ratschläge anzunehmen und mir damit wohlmöglich Einiges zu ersparen. Das ist wie wenn man ein Modellauto zusammensetzen will. Mit Hilfe (Beschreibung) gehts auch schneller, als wenn man gar nicht weiß, wo man anfangen soll und wie das Ganze hinterher fertig aussieht.

dQerT Errnst xhalt


diverse Vorredner...

Nicht alles nach Belieben verdrehen!

Ich habe geschrieben:

Wenn Du einer regelmäßigen Arbeit nachgehst, auch einer, die nicht jeden Tag Spaß macht, und wenn Du dann Deine Beschwerden immer noch hast, dann ist was dran.

Ich habe nicht geschrieben, daß Arbeit das Allheilmittel ist. Aber ohne Arbeit kriegt er das ja nicht raus, ob es das Heilmittel für ihn ist.

Und das Hauptproblem dabei soll auch noch gleich angesprochen werden: Arbeit muß nicht unbedingt immer und jeden Tag Spaß machen. Wo gibt es denn das auf dieser Welt? Nur glückliche Arbeiter?

Wenn er es vorzieht, arbeitslos und depressiv zu sein, dann soll er es bleiben.

LCupPo0x49


Hi Schwindelina,

ich weiss, was Du sagen willst und es ist aus unserer Sicht, die wir diese Erfahrung schon hinter uns haben, auch alles richtig, was Du vorschlägst.

Natürlich wäre es gut, wenn Bankz diese Ratschläge bedingungslos annehmen könnte. Es wäre auch toll, wenn er den Befunden und Aussagen mehrerer Fachärzte und -kliniken endlich Glauben schenken könnte. Er kann es aber momentan noch nicht und das ist eben ein Teil dieser Krankheit und eine Phase, die wir alle durchgemacht haben, deshalb kann ich so manche Reaktion aus seiner Sicht nachvollziehen. Mal ehrlich und Du sagst es ja selbst, wir sind auch erst heute so schlau, in der Akutphase haben wir ganz genauso reagiert.

Aber klar, irgendwann muss er sich für den von Dir beschriebenen weiteren Weg entscheiden und das auch ernsthaft durchziehen.

Viele Grüsse *:)

Lupo

sdchwWinde_linxa


Ohohoh! Wenn du mich damit auch gemeint hast, dann hast du aber was gründlich mißverstanden. Lies mal meinen letzten Beitrag, dann weißt du, was ich meine, von wegen Verpflichtungen nachkommen und so weiter. Im Grunde bin ich auch deiner Meinung, nur eben nicht so krass ausgedrückt. Wie gesagt, den Satz mit "Du müßtest so viel zu tun haben, daß du gar nicht mehr zum Nachdenken kommst" habe ich damals auch oft gehört. Das habe ich auch für Quatsch gehalten, weil ich dachte, wenn die wüßten...

Wenn du damit nicht nur die Arbeit meinst, die dem Lebensunterhalt dient, dann gebe ich dir voll und ganz recht.

Lies meinen Beitrag noch mal durch. Im Grunde steht da nichts anderes drin, als Quengeln und Jaulen bringt nichts. Hier kann er sich nur selbst helfen bzw. endlich Hilfe annehmen und vor allem: Einsichtig werden.

snchwi*ndxelina


Hallo Lupo,

na wenigstens einer, der versteht, was ich meine.

Ich will Bankz damit klar machen, daß er hier im Forum Hilfe sucht. Wenn er aber im gleichen Moment für sich schon entschieden hat, daß er sämtliche Ratschläge nicht beherzigen kann oder will, dann verstehe ich nicht, warum.

Er muß erst mal seine Einstellung zu sich selbst und zu anderen ändern, dann klappt es wahrscheinlich auch besser (mit dem Nachbarn ;-)) nee, mit dem Verständnis. Und wenn das Verständnis da ist, dann kann es langsam weitergehen, nämlich anhand der vielen Untersuchungsbefunde und der Erklärungen der Ärzte von seiner Überzeugung wegzukommen.

Ich habe damals nicht in diesem Forum Hilfe gesucht, weiß auch nicht, warum. Ich glaube aber, wenn ich gewußt hätte, wie viele genauso davon überzeugt sind, krank zu sein, obwohl sie es nicht sind, hätte mir das schon geholfen.

B/antkz


Wenn er es vorzieht, arbeitslos und depressiv zu sein, dann soll er es bleiben

Ich bin nicht arbeitlos (ich bin Schüler) , ich bin bloß depressiv. ;-)

B`aknkz


So Leute , vielen Dank für die Posts. Ich will euch gar nicht wiedersprechen , indem ich das ''aber'' einwende.

Ich weiß ja selbst irgendwo rational , dass ich nur daraus komme , indem ich nichtmehr auf meine Symptome eingehe und nicht gleich denke ich sei an MS erkrankt , wenn hier was zwickt oder da was kribbelt um es entschärft auszudrücken.

Ich werde erstmal wieder versuchen ins Fitness zu gehen (obwohl sich mein linker arm komisch anfühlt) und es ignorieren , da ich nicht von Kraft oder Bewegung her eingeschränkt bin.

Dann fängt Montag wieder Schule an (hatte 2 Wochen Ferien) und dann kommt am 27. März meine Therapeutin aus dem Urlaub und ich hab dann 3 mal die Woche Therapie.

Dann gibt es immer wieder Phasen bzw. Tagesabschnitte wo ich mir denke , du hast MS , dein Arm wird gelähmt usw. - aber ich werde immer weniger drauf eingehen. Wo ich gestern noch ausgeflippt wäre , da bleib ich heute relaxter.

Wie lange habt ihr so gebraucht um daraus zu kommen? Also seitdem die Krankheit anfing - bis zur völligen (naja man hat immer was , aber nicht mehr wirklich schlimmen) Symptomfreiheit?

LG und GN8

dxerz ErnsRt halt


Ich denke, dann wird es bei Dir auch schnell wieder etwas aufwärts gehen. Die Betonung liegt auf "etwas", nicht zu viel erwarten. Das muß wachsen, so wie das Alte auch gewachsen ist.

Wie lange habt ihr so gebraucht um daraus zu kommen?

Es ist vielleicht ein Fehler, zu erwarten, daß dieses alles total verschwindet. Diesen Fehler machen fast alle. Es ist aber nicht so, daß man da "rauskommt", sondern so, daß sich neue Denkmuster konfigurieren, die dann die Dominanz über die alten (schlechten) übernehmen. Deine alten (schlechten) Denkmuster kann man nicht löschen, aber sie können durch die neuen überlagert und zugedeckt werden (nicht "verdrängt"). Sie sind dann wirkungslos.

Ein Beispiel: Jedem tut mal der Arm oder was anderes weh. Dein altes Denkmuster springt wie auf Tastendruck sofort aus "seiner Schublade" und sagt: "MS!", wenn nicht sogar Schlimmeres. Könnte ja auch Knochenkrebs sein und man hat nur noch 4 Wochen zu leben. Wenn Du diesen Machanismus erkannt hast, kannst Du als Gegenmaßnahme sofort an das neue Denkmuster erinnern und es hervorholen und anschauen. Und dann denkst Du einen Augenblick darüber nach, welches wohl realistischer und vernünftiger ist. Schon hast Du (für den Augenblich) Deine alten Denkmuster "besiegt". Sie werden immer schwächer und verlieren immer mehr an Einfluß. Sie verschwinden auch irgendwie, aber nur unter einer Decke anderer, besserer Denkmuster.

Besprech das mal mit Deiner Therapeutin.

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