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Befürchte falsche diagnose durch psychiater

s>chme3rz,ensm}anxn


Jedoch gab und gibt es Situationen in denen andere wohl Äußerungen meiner Krankheit bemerkt haben. Ich habe mich z.B. bei einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden übergeben müssen und ich weiß, daß es nervöses Erbrechen war. Ihr ist natürlich an diesem Abend aufgefallen, daß ich nervös war und zitterte. Und ich bin häufig nervös. Ich wurde auch schon von Freunden darauf angesprochen, daß ich den Eindruck erwecke, es ginge mir nicht gut. Es gab nämlich eine Zeit, in der ich mich ein Semester lang vollkommen zurückgezogen habe. Ich habe die Leute nicht mehr gegrüßt, nicht mehr mit ihnen geredet, habe keine Veranstaltungen mehr besucht und Zuwendung mit schroffer Ablehnung erwidert. Sie sagte über diese Zeit, daß sie sich Sorgen gemacht hatte, ich könnte Selbstmord begehen. Wenn ich daran denke, daß sie mich in jener Zeit zweimal auf meine Probleme ansprechen wollte und wie ich darauf reagiert habe, schäme ich mich für mein unangemessenes Verhalten. (Wir haben kürzlich darüber geredet und sie hat meine Entschuldigung angenommen.) (Damals sagte ich auch zu ihr, meine Probleme sind nicht nur spiritueller Art, sondern auch psychischer. Und ihre Antwort war in der Art:"Es ist die Frage, wie du psychische Probleme definierst, in unserem Institut gäbe es unter Umständen viele Leute mit psychischen Problemen.) Und dann ist da noch die Tatsache, daß ich hin und wieder in der Öffentlichkeit die Tränen nicht zurückhalten kann. Ich habe schon gelernt, es zu verstecken. Nur zweimal bin ich wirklich heftig in Tränen ausgebrochen. Das eine Mal war in einem Requiems-Gottesdienst und da hat es wohl auch niemanden verwundert. Das andere Mal war auch in einem Gottesdienst. Glücklicherweise haben es nur zwei meiner Freunde gesehen und die reagierten sehr einfühlsam.

slchwindOelixna


Hut ab

vor einem Mann, der auch mal Tränen laufen lassen kann, wenn ihn was emotional so ergreift. Finde ich gut und überhaupt nichts zum schämen. Das Gegenteil von Weinen ist Lachen, und das tun wir ja nun mal auch bei jeder Gelegenheit, ohne dafür gleich im Erdboden versinken zu wollen. Beides drückt Emotionen aus, die man ruhig auch öffentlich zeigen darf.

Also, bei mir gab es auch Phasen, in denen ich am liebsten nur in Ruhe gelassen werden wollte, auch von meiner eigenen Familie. Manchmal habe ich das durch mein Verhalten oder durch Worte auch mehr als deutlich gemacht. Irgendwann konnten sie dann meine Stimmungen einschätzen und haben gar nicht mehr erst versucht, mich anzusprechen. Allerdings ist es auch wichtig, daß man sein "Abkapseln von der Umwelt" auch seiner Umwelt erklären kann. Solltest du vielleicht einfach mal ganz locker machen. Sagen, daß es dir im Moment psychisch nicht gut geht und du keine Lust auf Reden oder ähnliches hast. Dann können die anderen besser damit umgehen, denn für Außenstehende ist es oft schwer den Grund zu erkennen, wenn man sich nicht mitteilt. Deine Mitmenschen entwickeln so vielleicht auch Verständnis und vielleicht kommt dann nicht der Spruch: Ach ja, der zickt mal wieder rum. Statt dessen hörst du dann auch mal so was wie: Ok. Ging mir auch schon mal so.

Schönen Tag noch für dich und hier mal ein Glücksstern von mir :)*

W~endy-K}iexl


Lebst Du Dein Leben?

Nach Schizophrenie klingt das ganze nicht ;-) Eher nach jemanden, der sich da in etwas hereinsteigert.

Kann es sein, dass Du immer brav gemacht hast was man Dir sagt ??? Versucht so zu sein, wie es andere von Dir erwartet haben ??? Und jetzt mußt Du ein Leben führen, welches Du nicht gewollt hast

:-x

Dazu kommt das "Kind", welches schon kurz nach der Scheidung in die Rolle eines Erwachsenen gedrängt wurde. Das Kind um das sich niemand gekümmert hat, dass immer auf der Suche nach Liebe war.. Aber da alle vie zu viele Probleme mit sich selber hatten suchte es vergeblich.

Andersherum finde ich gut, dass Du zu deinen Problemen stehst. Bei den meisten Bekannten habe ich die Erfahrungen gemacht, dass psychische Leiden als Schwäche angesehen werden. Noch extremer ist es mit älteren Semestern..

Gerade bei Psychologen/Neurologen kommt es auf gegenseitiges Vertrauen an. Bei Therapeuten kann man es fast mit einer Beziehung gleichzusetzen. Ich würde einen Psychologen nicht danach beurteilen ob er "Pillen" verschreibt. Wenn Du seine Diagnosen anzweifelst ist das gegenseitige Vertrauen nicht vorhanden und ich würde mir einen anderen suchen.

Hast Du es mal mit einer psycho-somatischen Kur probiert? Spreche doch mal deinen Psycho- oder Neurologen darauf an. Ich habe da sehr gute Erfahrungen gemacht (weniger gute Erfahrungen in den neuen Bundesländern).

Ich würde Dir Bücher über PTBS (Posttraumatisches Belastungssyndrom) empfehlen.

Viele Grüße und Kopf hoch!

Wendy

sUchmVerzen!smanxn


der psychiater, sein patient und dessen inneres kind

Ich werde morgen den anderen Psychiater konsultieren und dann hier auch über die zweite Diagnose schreiben. Ich habe schon in einem Gespräch den Rat bekommen, daß ich vielleicht zu große Hoffnungen auf die medikamentöse Behandlung setze und zunächst einmal meine Lebensverhältnisse in Ordnung bringen sollte. Und ich habe dagegen gehalten. Mein bisheriges Leben lang habe ich versucht mich selbst zu heilen, indem ich den Fehler in meiner Lebensführung gesucht habe - ohne Erfolg. Die Frage, die ich mir stelle ist, ob es überhaupt auf eine Krankheit (auch psychische) eine andere Antwort geben kann, als die medizinische. Ich weiß im übrigen, daß ich ein vollkommener Rationalist bin und so konzipiere ich Krankheiten auch zunächst biologisch. Daß ich auch den anderen Pol habe und ausgesprochen sentimental werden kann, weiß ich zu gut.

Über meine Pubertät ist mir klar geworden, was auch Wendy schon angedeutet hat. Der Bruch mit meinen Eltern ist nicht erst mit 13 oder 14 Jahren gekommen, sondern schon mit der Scheidung. Ich hatte in meiner Situation nach älteren Bezugspersonen gesucht, aber die Suche lief in die falschen Bahnen. An meine Geschwister konnte ich mich nicht wenden, da die jeweils für einen Elternteil eingenommen waren. Ich klammerte mich geradezu emotional an Mitarbeiter vom Jugendamt, an Lehrer, von denen ich wohl mehr Zuwendung erwartet habe, als sie in ihrer Position geben konnten. In der Schule war ich, wie oben schon erwähnt nicht integriert. Ich hatte dennoch drei Freunde gefunden. Es waren, wie niemanden verwundern wird, selbst Außenseiter. In diesen Beziehungen war jedoch nie ein wirkliches Vertrauen meinerseits. Das Zusammensein mit diesen Leuten empfand ich als zunehmend unangenehm. Ich glaube auch, daß ich ihnen mit meiner lebensverneinenden (und damals noch zum Teil sehr militanten) Haltung ein schlechtes Beispiel war und der Gedanke daran schmerzt mich. Zu diesen Leuten habe ich den Kontakt auch ziemlich plötzlich abgebrochen und deren Aussagen nach, war die emotionale Bindung zu mir wohl deutlicher stärker, als ich vermutet hatte. Sie litten unter der Trenuung, ich kaum bis gar nicht.

Meiner Pubertät empfand nicht als derart schwer, wie ich es aus den Erzählungen von anderen kannte. Ich denke, daß liegt auch daran, daß ich keine typischen Pubertätserfahrungen gemacht habe. Schwere Auseinandersetzungen mit meinen Eltern gab es nicht aufgrund deren äußerst liberaler Erziehung. (Vielleicht wurde dadurch ja die Eltern-Kind Beziehung, die in das vorpubertäre Alter gehört, konserviert.) Das Aufgehobensein unter Gleichaltrigen kannte ich nicht. Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht konnte ich auch nicht machen.

Die wirklichen Probleme in meinem Leben kamen mit der Adoleszens, in der Auseinandersetzung mit den Fragen: Welches Leben will ich führen? / Was für ein Mensch will ich werden?

Ich empfand zum erstenmal einen Mangel durch meine Isolation. Und ich wollte eine Frau. Ich hatte Angst vor dem Leben. Angst davor, psychisch krank zu werden. Angst vor Problemen in der Arbeitswelt und in der Berufsausbildung. Angst davor, später mal eine unglückliche Ehe zu führen. Angst davor, ein selbständiges Leben führen zu müssen. Versagensängste in jeder Hinsicht.

Diese Fragen eines Adolesznten beschäftigen mich jetzt noch. Diese Lethargie, die ich oben erwähnt habe, ist nun vorbei. Ich habe vermehrten Gesprächsbedarf. Ich habe eine ungeheure Bußfertigkeit und den Willen, etwas an meinem Leben zu ändern. Die Therapie war der erste Schritt dazu. Ich will außerdem Erfahrungen sammeln im Umgang mit Menschen. Ich will ein anderer, ein besserer Mensch werden.

In Kur werde ich im übrigen nicht gehen können. Ob ich Bücher über psychische Erkrankungen lesen werde, entscheide ich noch. Mir ist im übrigen klar, daß ich mich zu sehr von anderen in meinen Entscheidungen abhängig gemacht habe.

s/chw+inIde}lixna


Du BIST ein guter Mensch!!!

W8endy-xKiel


Bei deinen Kenntnissen halte ich es auch für fragwürdig ob Literatur dein Wissen dieser Materie erweitern würde :)D

Eine Erfahrung auf der Kur war, dass ich auch viele Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter, Mediziner und Therapeuten unter den Patienten kennen gelernt habe. Daher ist die Vermutung nicht weit, dass gerade in diesen Berufszweigen viele hochsensible und für diese Leiden anfällige Menschen beschäftigt sind. Vielleicht liegt es bei vielen auch an der Gewissheit anders als andere zu sein und dieses verstehen zu wollen. Oder ist es der Wunsch die eigenen Probleme besser in Griff zu bekommen in dem man anderen hilft ???

Viele Grüße

Wendy

svchmerzenwsmaxnn


und endlich: fluktuin

Ich kann zufrieden sein mit dem Termin beim Psychiater. Er ist mit mir einer Meinung, daß ich depressiv bin und ein Antidepressivum brauche. Wie schon gesagt hat er mir Fluktuin verschrieben und zudem eine Untersuchung der Blutwerte beim Hausarzt angeraten (vor Beginn der Behandlung und nach zwei Wochen der Einnahme).

Wie sich wohl erübrigt zu sagen habe ich ihm verschwiegen, daß ich schon als psychotisch diagnostiziert worden bin. Es bleibt natürlich eine gewisse Unsicherheit meinerseits - konkret, daß ich eine Psychose bekommen könnte mit der Einnahme des Antidepressivums. Ich gehe aber davon aus (oder ich hoffe es zumindest), daß mein Hausarzt mir nach der Blutuntersuchung von der Einnahme abraten würde, wenn sich herausstellt, daß ich von meinem Hormonstatus her zu einer Psychose disponiert bin. Natürlich habe ich mir vorgenommen, das Mittel abzusetzen, falls ich Halluzinationen oder ähnliche Symptome bekomme. Ich weiß allerdings, daß einem Psychotiker in seinem Wahn die Krankheitseinsicht meist fehlt.

Ich fühle mich jetzt tatsächlich besser. Trotz allem quält mich der Gedanke, daß ich jetzt eine Art russisches, äh pharmakoloigisches, Roulette mit meiner psychischen Gesundheit spiele.

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