Leiden durch zu viel Denken

18.04.06  02:20

Hi, ich hab ein ziemliches Problem mit mir!

Ich bin ununterbrochen am denken - über mich selber, über das was andere über mich denken, über den sinn des Lebens, darüber warum man denkt wie man denkt, wo der Ursprung des Verhaltens liegt, warum man sich benimmt wie man sich benimmt, ob es angemessen ist zu lachen nach einem Witz, wie mann die Welt und die Menschen verbessern könnte, ob ich richtig gehe beim gehen, ob ich beim schreiben alles richtig geschrieben hab, wie sich mein Gehirn verhält wenn ich einschlafe - diese ununterbrochenen Gedankengänge erschweren mir zu einem das zusammenleben mit der Umwelt erheblich -und - ich bin keiner der irgendwie isoliert von der Aussenwelt ist - aber die Folge vom zu vielen Denken sind u.a. konzentrationsschwierigkeiten, Übermüdung und depressionen - die einzigen Momente in denen ich nicht denke ist wenn ich sehr sehr viel Alkohol trinke - das dies keine Lösung ist die mir weiterhilft ist mir auch klar - zudem kann ich schlecht die ganze zeit dicht rumlaufen!

Meine Frage ist ob ich mich einfach damit abfinden muss das ich ein Träumer oder einfach nur depressiv bin oder gibt es irgend eine Erkenntnis die mir fehlt!

Ich lehne jedoch jede Hilfe medikamentöser art strickt ab!

a@nder:sandxers

18.04.06  08:53

Medikamente sollten auch die allerletzte Lösung sein.

Kann es sein, dass Du soviel denkst, weil Du glaubst alles kontrollieren zu müssen?

K^er%ry2

18.04.06  11:43

Andersanders, so geht es micht auch...

s\ucamtedixca

18.04.06  14:50

Was hältst Du davon Dein Denken auf ein Ziel zu richten? Denken an sich ist ja nicht verkehrt,aber es sollte niemals gegen sich selbst gerichtet sein. Viele Fragen, die Du stellst beschäftigen sich mit dem Sinn des Lebens, wende Dich doch dahingehender Literatur zu (Theosophie, Philosophische Esoterik) damit Du Deinem Gehirn Futter gibst und durch die Erkenntnisse zu Dir selber finden kannst. Gleichzeitig kannst Du versuchen Dich auch auf Deine Gefühle zu konzentrieren und sie wahrzunehmen. Was fühlst Du in diesem Moment,versuche Deine Gefühle genau zu benennen und auch einmal aus dem Bauch heraus zu handeln.

MCitUtagszstxern

18.04.06  18:04

andersanders

so geht es mir auch... oder ging! ist schon besser geworden.... ich wache allerdings morgens schon mit einem mega-vollen kopf auf... bin während ich aufwache schon am denken und überlegen..... so das ich mir teils denke: jetzt hör auf zu denken - das ist ja nicht normal....

aber glaub mir, das bessert sich mit der zeit. wenn man (ode die psyche) die schnauze sooo voll hat, dämmt sich das von selbst ein... war bei mir so.

glg :)*

t,inchxen078

18.04.06  19:10

Erstmal Danke!

Bei der Kontrolle hast du vielleicht nicht ganz unrecht - ich versuche immer perfekt zu sein - obwohl ich es nie war und nie sein werde (nur Realschulabschluß) - zudem hab ich oft das Bedürfnis anderen Mensch bei ihren Streitigkeiten zu helfen obwohl ich diese Menschen kaum kenne -und später denk ich dann auch noch nach über die Probleme dieser Leute nach.

Die gedanken auf ein Ziel richten hab ich schon probiert (wollte Abi machen) aber ich hab es nervlich nicht gepackt -hab zwei Tage vor einer Schulaufgabe kaum was essen können und ein Tag davor bin ich meistens erst um 5 uhr morgens eingeschlafen - in der Schule war bei der kleinsten unsicherheit der Kopf leer und nichts ging mehr weiter - grade da wo mir das denken am hilfreichsten wäre!

Ich hab oft schon gedacht das es vielleicht an einem Trauma aus der Kindheit liegt (war nicht grade leicht) aber ich habe diese Erlebnisse nie verarbeiten müssen - da ich ein Träumer bin realisiere ich kaum sachen - das wird dann meistens monate später unbewusst klar !

aKnderosaLnderxs

18.04.06  19:48

@andersanders...

deine Berichte erinnern mich ebenfalls stark an mein eigenes Leben. Die Perfektion, die ich nach außen zeigen möchte....die Selbstkontrolle....auch die der Körpersprache....usw.

Bewußt wurde mir schon als Kind, dass ich viel denke....als ich mich tagelang, als Kleinkind, damit beschäftigte, ob das Licht auch im Kühlschrank brennt, wenn die Tür geschlossen ist. ;-)

Mein Vater hatte alle Mühe, mir die Zusammenhänge glaubhaft zu erklären. Wenn ich mein Denken ausschaltete (einfach verdrängte, indem ich lustige Dinge machte,....spielte oder fern sah....), kamen die Alpträume.

Heute weiß ich, dass es durch einen Mangel an Selbstwertgefühl ausgelöst wurde. Ich hatte ständig das Gefühl, nicht so gut zu sein, wie meine Umwelt mich haben wollte (ich bildete es mir ein).

Ich habe viel an mir gearbeitet, genieße heute den Tag und bin nicht schon beim nächsten Morgen, bevor er angefangen hat. Am Abend durchdenke ich meine positiven Erlebnisse des Tage noch einmal und lobe mich für die Dinge, die ich am Tag gut gemeistert habe. Ich schreibe öfter all meine positiven Eigenschaften auf, damit sie mir bewußt werden. Manchmal schreibe ich auch die Gedanken auf, die mich nicht loslassen, dann kann ich sie aus meinem Kopf verbannen :)^.

Vielleicht hilft auch dir das. Starte mal einen Versuch....und wenn hier der Raum für deine Gedanken ist, ist es auch ok....Hauptsache du bist sie los ;-)

_=sophxie_

18.04.06  20:21

Andersanders

zudem hab ich oft das Bedürfnis anderen Mensch bei ihren Streitigkeiten zu helfen obwohl ich diese Menschen kaum kenne -und später denk ich dann auch noch nach über die Probleme dieser Leute nach.

Vielleicht musstest Du früher viele Streitigkeiten miterleben (zwischen den Eltern?). Das macht Kindern Angst. Und alles was Angst machen wollen Kinder (und später dann auch Erwachsene) kontrollieren. Streitigkeiten zwischen anderen erinnern Dich vielleicht an solche Situationen von früher.

Ist von mir natürlich nur eine Vermutung, da ich ja nicht weiß, was früher bei Euch los war.

KPerEryx2

19.04.06  00:54

Danke - ihr liegt ziemlich richtig!

Heute weiß ich, dass es durch einen Mangel an Selbstwertgefühl ausgelöst wurde -das kann ich so noch nicht für mich übernehmen, aber mein Selbstwertgefühl ist gleich Null (Hinsichtlich allem, egal od Aussehen ,reden oder schreiben, )- ich denke immer das alle anderen in allem besser sind und dadurch streße ich mich in viele dinge rein, aus Angst zu versagen - wobei mich dieser Streß glaub ich versagen lässt? - aber ich werde es mal versuchen nur das positive aus einem Tag zu ziehen - wobei ich diese positiven Gedanken nur sehr schwer aus den überwiegend negativen Gedanken befreien kann - denn auch wenn ich was gut gemacht habe denke ich kurze zeit später dann an etwas das meiner Meinung nach schlechter und wichtiger war! z.B wenn ich nächstes Jahr mein Abitur schaffen würde , würde mich der negative Gedanke das ich es dieses Jahr nicht geschaft habe einholen und meine Stimmung wäre wieder bei Null!

Die Vermutung mit den Streitigkeiten ist auch richtig aber ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht (Als Kind vielleicht?) ich dachte ich hätte mich damit abgefunden - oder doch nur verdrängt?

Leider kann man seine erinnerungen nicht einfach wie eine Festplatte auslöschen! -leider!

aQndersUandexrs

19.04.06  10:25

Andersanders

Ich finde Dich sehr reflektiert und das meine ich positiv. Das sind leider nicht viele und damit hebst Du Dich doch positiv von der Menge ab (von wegen alle anderen seien besser).

K@errxy2

19.04.06  19:20

Bei mir richtet sich mein denken auch gegen mich selbst. Auch ich habe Probleme mit "Kontrolle". Wenn ich keine Kontrolle habe, fühle ich mich ausgeliefert. Das ist aber nur ne Selbstdiagnose.

Mein Erfahrungsbericht:

Ich habe bis vor kurzem solche Zwangsbefürchtungen gehabt ich könnte irgendwie verrückt sein im Rahmen meiner Panikattacke. Hatte dann noch die Befürchtung meine Freundin könnte auf einmal nicht mehr da sein. Einfach so. Außerdem wird mir ganz übel wenn ich in der Zeitung Berichte lese über irgendwelche Mörder, Verbrecher. Da denke ich: Oh Gott. Sind die einfach so von einem Tag auf den anderen so geworden ? Was ist wenn man selber, weil man plötzlich verrückt wird auch so wird? Dann falle ich eine Panikattacke. Ich male mir dann aus wie das dann wäre und bekomme Angst vor diesem Gedanke alleine schon.

Führe schon seit geraumer Zeit ein "Mut" Tagebuch in den ich meine Ziel zu Verbesserung meiner Situation sowie viele Erfahrung, Einschätzungen meiner Person schreibe. Das hilft mir enorm. Nächste Woche folgt ein Therapiegespräch und danach folgt eine Langzeittherapie.Parallel les ich ein Buch über Angststörung, das mir sehr weiterhilft.

Ich denke mir seit kurzem (genau gesagt gestern): Hey diese Gedanken, Gefühle bist nicht vollständig Du. Es sind nur doofe Gedanken, Gefühle. Nicht mehr.Du weisst wer Du bist und welche Einstellung, Werte etc. Du kannst nicht einfach verrückt werden wie diese Leute. Ich falle nicht auf diesen "Angstkreislauf" rein! Durch diese Technik beruhige ich mich und die Gedanken verschwinden und tauchen dann auch nicht mehr so oft auf. Ich bin dann richtig glücklich und freue mich. Versuche ich aber irgendwie zu begreifen, woher diese Angst kommt etc. Und zack beginnt wieder das Grübeln. Der Teufelskreis beginnt durch das Grübeln von vorne. Und ich krieg höllische Angst.

Tihe_M0aszter

19.04.06  20:35

Das scheinen paranoide Gedankengänge zu sein - hab ich immer gehabt als ich geraucht hab (was brauch ich hier nicht zu sagen!!!) und Auto gefahren bin - was passiert wenn plötzlich die Polizei auftaucht , was wenn einer auf meiner Straßenseite fährt, was wenn mein Reifen abfällt usw. Ich glaube man muß einfach die Ruhe in sich selbst finden - hab heute ein bericht über Yoga gelesen und werde es demnächst selbst ausprobieren - den denn Gedanken an eine Therapie würde ich an mich nie ranlassen - das würde mir mein kleines Selbstwertgefühl wahrscheinlich komplet zerstören (Dann wären die anderen erst recht besser als ich!)

aFnde[rsanydexrs

19.04.06  22:08

Andersanders

Du MUSST ja keine Therapie machen, wenn Du nicht willst. Allerdings finde ich die Begründung falsch. Du wärst nicht schlechter (was ist überhaupt schlechter, was besser?) als andere. Nicht viele gestehen sich ihre Probleme ein UND tun dann noch was dagegen. Das ist Stärke, keine Schwäche. Aber ich glaube, im Grunde weißt Du das auch. ;-)

KDerPry2

19.04.06  22:10

Hi,

ich möchte auch mal was dazu schreiben, weil ich das alles sehr gut nachvollziehen kann!

Mein Kopf ist den kompletten Tag damit beschäftigt sich Gedanken über mich zu machen. Ich frage mich ständig, ob ich alles so richtig mache, habe ständig Angst zu versagen (vor allem was mein Studium angeht). Ich habe dann panische Gedanken ich könnte völlig in der Gosse landen. genau so habe ich panische Angst davor verrückt zu sein oder zu werden! Ich habe oft auch Ängste mich in der Nähe von Zügen usw. aufzuhalten, weil ich Angst habe es macht klick in mir und ich werf mich vor den Zug! Seit einiger zeit habe ich Angst ich könnte auf einmal total ausrasten und jemanden umbringen. Mir schießen dann regelrecht Bilder in den Kopf wie jemand gewürgt wird oder so. Ihr könnt euch sicher vortstellen, das einem sowas den tag nicht gerade einfach macht. genauso gehe ich nie aus mir raus, freue mich nie überschwänglich oder rege mich über etwas extrem auf, auch aus einer Angst heraus, die Aufregung könnte in einen Gewaltausbruch ausarten. Über die Gründe des ganzen mache ich mir nat+ürlich viele Gedanken. Mein Selbstbewusstsein ist total am Boden (vor allem was das Thema Frauen angeht). Ich musste und muss auch immer viel Streit in der Familie miterleben. Früher hat mir das nicht so viel ausgemacht, aber in den letzten 2,3 Jahren ist einfach so viel passiert (viele Enttäuschungen von Frauen und Freunden, familiäre Situation viel schlechter als zuvor, Schwester war magersüchtig). Ich habe außerdem körperliche Symtome. Ich glaube einfach, dass ich mit den Nerven völlig am Ende bin! hab jetzt eine Therapie angefangen, bin mir aber nicht wirklich sicher ob es was bringt.

@The_Master:

Ich kann sowas über Mörder etc auch nicht lesen, ich schotte mich völlig von sowas ab! Ich denke dann auch immer ich könnte mal so werden und die waren alle mal ganz normal und auf einmal hat es Klick gemacht. Ich kann auch keine Gewalt-und Horrorfilme bzw. Psychoschocker anschauen, weil ich immer denke so zu werden!

Kannst du mir mal das Buch nennen, das du liest?

Viele Grüße an euch alle!

Oylseenx83

19.04.06  22:14

Olsen

Was für eine Therapie machst Du denn? Und seit wann?

K(erqrxy2

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