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Dermatillomanie und andere Sachen: Betroffene?

Sphakzti 7x8


Hallo!

** Ich starte jetzt mal einen Versuch zu helfen!!!:)*

Ich bin selbst betroffen und gleichzeitig ausgebildete Psychotherapeutin, nur mal als Info... :-)

Ja, die Symptomtik des "ferngesteuerten Suchens und Ausdrückens, bzw. Quetschens" zählt zu den Zwangserkrankungen!!!

Bei vielen Betroffenen steht dahinter ein Drang, ein Wunsch, ein Zwang sich "zu reinigen", alles "Negative" raus zu lassen, "aufgestautes" oder einen "inneren Druck" loszuwerden.

Die Zwangsimpulse müssen ausgelebt werden, obwohl man sich dessen "Unsinn" bewußt ist!

WAS PSYCHISCH DAHINTER STEHT, IST FAST IMMER DAS GEFÜHL; NICHT LIEBENSWERT ZU SEIN!!!

Ich benutze gerne Affirmationen zur Heilung: Affirmationen sind positive Sätze, die sich in unser Denksystem verankern können, und so unser Leben positiv verändern können!

Ein Beispiel:

Sag mal zu dir: Ich liebe dich! Ich bin es wert, geliebt zu werden! Ich bin schön! Ich habe das Recht geliebt zu werden! Ich habe das Recht, schön zu sein!

Wenn sich das für dich anhört, wie ein Witz, eine Lüge oder du es gar nicht über die Lippen bekommst, dann läufst du durchs Leben mit der Überzeugung, nicht liebenswert und schön zu sein!

Und durch das Verunstalten des Körpers holst du dir die Bestätigung für deine innere Überzeugung!!!

__Nun ein paar Tipps, die dir helfen können!__

1:Sag dir mehrmals am Tag, vor allem gleich nach dem Aufwachen und vor dem Schlafen:

Ich bin es wert, geliebt zu werden: Ich bin ein liebenswerter Mensch; Ich liebe mich, so wie ich bin!

2. Bevor du ins Bad gehst, oder zu einem Spiegel, stecke die Hände in die Hosentasche, oder verschränke sie auf dem Rücken, dann stell dich vor den Spiegel, betrachte dich, LASS DIE HÄNDE DA,WO SIE SIND!!! und sage dir wieder, dass du das Recht hast, schön zu sein und du ein ganz liebenswerter Mensch bist, der ein schönes Leben verdient!

3. Belohne dich jedesmal, wenn du es geschafft hast, die Hände da zu lassen und nicht rumgedrückt hast!

Es ist auch äußerst wichtig, dich nicht fertig zu machen, zu kritisieren oder sonstwie zu bestrafen, wenn du es mal nicht geschafft hast! Dann akzeptiere deine Schwäche und sag dir, du wirst es nächstes Mal besser machen!!! SEHR;SEHR WICHTIG!!! DICH NICHT ZU VERURTEILEN DESWEGEN!!!

So, liebe Freunde, dass hört sich bestimmt im ersten Moment alles Merkwürdig an, aber ich sage euch, die Psyche ist eine komplizierte Sache, die so viel Schmerz im Unterbewußtsein speichern kann, und sich ein Ventil sucht, um ihren Schmerz zu zeigen (wenn nicht emotional, dann halt über den Körper) :°(

Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft und Liebe !

Jeder Mensch ist ein Geschenk für die Welt und ist es wert, geliebt zu werden!!!

Shakti

PS. Ein Buchtip: Louise L. Hay: Gesundheit für Körper und Seele!

EthemaligUer NutzAer (#W40E7713)


Hallo ihr Lieben,

auch ich leide unter Dermatillomanie. Schon als Kind habe ich in extremem Maß an meinen Nägeln herumgekaut, meine Beine zerkratzt und in Situationen mit schlimmer emotionaler Belastung meinen Kopf gegen die Wand gschlagen. Dermatillomanie ist ein selbstverletzendes Verhalten. Gerade gestern Abend hatte ich wieder einen schlimmen Anfall, an dem ich meine Beine bis zur Unkennlichkeit von eingekapselten Haaren befreit habe. Manchmal frage ich mich, ob ich sie deswegen epiliere, um sozusagen für Nachschub zu sorgen. Auch wenn ich schon einige Male gelesen habe, dass es in solchen Foren nicht darum gehen soll, Tipps und Tricks auszutauschen, bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, den Betroffenen mitzuteilen, welche Wege es gibt, die Konsequenzen dieser Handlung einzudämmen. Ich habe in den letzten Jahren vieles ausprobiert, und es gibt ein paar Dinge, die zwar nicht alles ungeschehen machen, aber dennoch helfen. Am wichtigsten um damit aufhören zu können finde ich ist a

1) Pyolysin Salbe aus der Apotheke, enthält Zink, Acetylsalicylsäure und den Wirkstoff Pyolysin. Es hilft, dass die Verletzungen schneller abheilen und beugt oft auch Entzündungen vor, zumindest dann, wenn man nicht "zu tief" vorgedrungen ist. Außerdem hilft es dabei, die Rötungen schneller verschwinden zu lassen. Wichtig ist, dass man die Creme so lange einmassiert, bis man das Gefühl hat, dass sie wirklich vollständig eingezogen ist. Sonst bleibt sie als fettiger Film auf der Haut stehen. Sie eignet sich auch als Makeup Grundlage, muss dann aber ein bisschen überpudert werden.

2) Skinoren Salbe/ Gel, muss aber vom Hautarzt verschrieben werden, reduziert die Produktion von Mitessern.

3) Für tagsüber gibt es auch noch von Hans Karrer, muss in der Apotheke vermutlich bestellt werden, eine Lipocreme. Sie wirkt auch antibakteriell und enthält außer Mandelöl kaum andere Inhaltsstoffe.

4) Wichtig ist auch, die Haut nicht auszutrocknen. Wenn ihr nicht gerade eine akute/ echte Akne habt, dass wirkt alles was ihr mit eurer Haut macht irritierend und verursacht neue Unreinheiten, sowie Entzündungen, besonders das Drücken selbst ist die Garantie dafür, dass ihr lebenslang mit Unreinheiten zum Drücken versorgt sein werdet, siehe Punkt 5. Also so wenig Inhaltsstoffe wie nötig, soviel Luft und eigene Hautregulation wie möglich!

5) Wenn ihr drückt, dann verwendet Taschentücher, zum drücken und auch um das ausgedrückte abzutupfen. Beugt der verschleppen von Keimen und damit dem Wachstum neuer Unreinheiten vor. Das Drücken ist ein meschanischer Reiz auf der Haut und führt auch zur Produktion von Hornhaut. Diese Hornhaut verstopft die Poren und es entstehen Mitesser an neuen Stellen, weil der Talg schlechter abfließen kann.

6) Achtet darauf, dass ihr KEINE Cremes und keine Bodylotions... mit Cetearyl Alcohol, Cetyl Strearyl Alcohol oder ähnlichem verwendet. Die Stoffe wirken bei mir mit hundertprozentiger Gewissheit komedogen (Mitesser bewirkend). Verwende ich solche Cremes finde ich am nächsten Tag sofort neue Talgverkapselungen. Seit ich darauf achte, ist zumindest die Zahl dieser Verkapselungen zurückgegangen, also auch die Zahl möglicher Drückstellen.

7) Sehr gut eignet sich auch ein Peeling aus Salz und Babyöl. Nach dem Duschen, wenn die Haut noch weich und feucht ist, einfaches Salz in der Hand mit wenig Babyöl mischen und dann den ganzen Körper damit abreiben. Beseitigt auch die kleinen Pichelchen am Po und an den Oberschenkeln. Außerdem hat Salz eine desinfizierende Wirkung und ist daher auch hilfreich bei der Vorbeugung von aus Entzündungen entstehenden Narben. Vor allem fühlt sich die Haut nach diesem Peeling wunderbar weich und gepflegt an. Etwas, das wir für uns nutzen können.

8) Ich habe irgendwann eine Doktorarbeit über die Wundheilung gelesen und in einem Kapitel wurde erwähnt, dass die Geschwindigkeit mit der Wunden heilen können vom Calcium Gradienten in der Haut abhängt. Also Calcium Brausetabletten... auch wenn ich es nicht nachweisen kann, glaube ich, dass es bei mir hilft.

9) Die Dermatillomanie ist eine Verhaltensstörung, die Ähnlichkeiten mit Zwangserkranungen aufweißt, jedoch keine ist. Es ist eine Methode zur Bewältigung von inneren Spannungszuständen. Sie kann verhaltenstherapeutisch mit guten Erolgen behandelt werden. Also sucht euch Hilfe. Wenn ihr auf diese Weise mit euch selbst umgeht und euch verletzt, dann stecken dahinter nicht nur die Pickel, sondern eine bestimmte Grundeinstellung zu sich selbst und zum eigenen Körper, wie z.B. die Annahme nicht liebenswert zu sein, wegen eines Mitessers. Wobei die Pickel selbst meiner Meinung nach nur sehr oberflächlich das Problem thematisieren. Bei mir hat es viel damit zu tun, dass ich nicht akzeptieren kann, dass ich nicht perfekt bin. Es hängt aber auch stark damit zusammen, dass ich meine eigene Sexualität vermeide und auch in Momenten emotionaler Belastung darauf zurückgreife um Probleme zu bewältigen/ Entscheidungen zu treffen, die ich als unlösbar empfinde.

Bei dem Versuch dieses Verhalten zu verstehen sehe ich es auch als wichtig an, zu sehen, dass das Ergebnis der Handlung dem eigenen Wunsch nicht entspricht. Man möchte schöner, reiner, sauberer werden, das Ergebnis jedoch sieht so aus, dass wo vorher nur ein Mitesser war, jetzt eine rote verletzte Hautstelle ist, die von jedem aus Entfernung gesehen werden kann.

10) Für alle die, die Englisch sprechen, es gibt eine ganz tolle Seite im englischsprachigen Netz [[www.stoppickingonme.com]] Dort wird das Problem Dermatillomanie sehr ausführlich thematisiert, verstanden und es werden Möglichkeiten gezeigt, wie man diesem Teufelskreis entkommen kann. Erwähnenswert ist der Brief, den man an sich selbst schreiben soll in dem man alle Gründe aufschreibt, warum man nicht drücken will. Es soll eine Art Apell an einen selbst sein und jedesmal, bevor man drücken will, soll man diesen Brief lesen. Außerdem fand ich es bei der Suche nach möglichen Auslösern hilfreich eine Art Tabelle zu erstellen, in der Tageszeit, dem Drücken vorhergehende Gefühle, Gedanken, dann ob gedrückt wurde oder nicht und die anschließende Gefühlslage/ Gedanken nebeneinander aufgeschrieben werden.

Vielleicht ist das alles jetzt viel zu lesen. Aber ich möchte noch sagen, es ist wichtig, diesem negativen Reiz etwas entgegenzusetzen. Also alles was in irgendeiner Weise dazu beiträgt, dass ihr euch positiv mit euch und eurem Körper auseinandersetzt, hilft aus diesem Kreislauf auszubrechen.

Z.Bsp. auf der Suche nach Stellen zum Drücken, fahre ich meinen ganzen Körper mit den Fingerspitzen ab. Das sind leichte, beinahe zärtliche Berührungen. Vielleicht liegt darin auch der Wunsch nach Aufmerksamkeit für mich, so aufmerksam, wie ich Pickel suche beschäftige ich mich normalerweise nicht mit mir selbst. Das Pflegen des Körpers und der Haut, das Trinken des Calciums, als das sind positive Beschäftigungen mit mir, die mich nicht verletzen. Vielleicht kann es auch helfen, die Haut nachzufahren, dieses Fühlen zu erleben und dabei darauf zu achten, welche Gefühle das Erspüren einer Unebenheit auslöst. Allerdings besteht hier auch die Gefahr sich selbst zu triggern.

Schön ist, dass unsere haut die Fähigkeit hat sich selbst zu regenerieren. Traurig ist, dass wir uns mit dem Drücken selbst bekämpfen, dass wir den Regenerationsprozess der Haut beständig manipulieren in dem wir ihr immer mehr und mehr Arbeit verschaffen. Darin sehe ich, dass der Wunsch nach Perfektion das Gute was da ist zerstört. Unsere Haut (unsere Seele) arbeitet um zu heilen, es ist etwas, das alleine passiert, wenn wir unsere Haut und damit uns selbst in Ruhe lassen. Etwas, das wir positiv unterstützen jedoch nicht selbst tun können. Versuche, die Perfektion zu erreichen zerstören alles und behindert den Heilungsprozess. So nobody is perfect. Und wir wollen es doch auch gar nicht sein, oder? Was wäre das für eine lagweilige Welt in der alle mit glattem Gesicht, ohne Emotionen herumliefen, alles gleich und monoton?

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand Lust hat vielleicht eine Art Email Selbsthilfegruppe zu gründen. Etwas bei dem wir dem Thema gemeinsam auf den Grund gehen. Etwas konstruktives, in dem wir versuche zu verstehen und Lösungswege zu finden. Wenn ihr Interesse habt, schreibt an flyingbirdy@arcor.de

Viele liebe Grüße,

FlyingBirdy

K>leen[e_x85


Hi, ich bin der Threateröffnerin hier sehr dankbar.

Habe auch wenn er schon recht lange hier drin steht eben erst gefunden.

Und ich geselle mich mal zu euch Betroffenen dazu, und muss sagen ja ich habe es auch und zwar seit 11Jahren, bei meinem Freund fange ich wenn es bei mir gerade geht auch an rumzuknubbeln. Was ihn tierisch ärgert, was dazu führt dass ich es noch mehr mache.

Bei mir hat es nur 1mal 2Monate lang aufgehört nachdem ich von einer Kosmetikerin anschieß bekommen habe. Ich hätte eine super Haut, wenn ich nicht ständig dran rum machen würde. :)z . Aber wie es so ist habe ich dann wieder Angefangen und kann mich momentan max 2Tage beherrschen und dann geht es wieder los.

Und je mehr Streß ist umso mehr krubbel ich auch, wobei es sich bei mir auf das Gesicht beschränkt. Aber ganz ehrlich ich wäre froh wenn es die Arme oder Beine Wären die kann man verstecken, dass Gesicht mit denRoten, verkrustetetn Stellen nunmal leider nicht :-( .

Dadurch das ich hier noch mehr Betroffene jetzt gelesen habe, baut es mich doch schon etwas auf, dass ich nicht alleine bin. Ich hoffe wir schaffen es alle irgendwann es zu lassen. Wobei ich eher Sagen würde es ist mehr Zwang als Sucht. >:(

TYesilwVeisxe


Ich leide auch unter Dermatillomanie.

Ich weiß warum ich es tue und was es mir bringt. Angefangen hat es in der Pubertät. Ich habe häufig beobachtet wie meine Mutter meinem Bruder Mitesser ausdrückte und dieses "Ritual" zwischen den beiden eine recht innige Stimmung erzeugte. Leider habe und hatte ich nie eine solche Beziehung zu ihr, mich aber danach gesehnt. So begann ich schon danach zu fordern, dass sie das "Ritual" auch mit mir machen sollte, als ich noch viel zu jung für Pubertätspickel war.

Als ich dann in die Pubertät kam, mit all den Höhen und Tiefen, konnte ich oft mit meinen schlechten Gefühlen und dem Abgewiesen werden nicht umgehen. Ich begann meinen Schmerz mit massiven Pickeldrückattacken zu betäuben und geriet während dieser mehrstündingen Rituale in einen tranceartigen Zustand, in dem ich über meine Probleme nachdenken konnte. Als das nicht mehr reichte, hatte ich auch eine Phase, in der ich mir die Arme aufschnitt. Wobei es dabei weniger ums Grübeln, sonderen vielmehr um die Kontrolle des Schmerzes ging.

Das Aufschneiden der Arme habe ich wieder unter Kontrolle bekommen. Das Knibbeln und Kratzen leider noch nicht zufriedenstellend (ich bin jetzt um die 30). Ich habe leider die Angewohnheit im Gesicht, an den Oberarmen und an meinem Hintern zu knibbeln und vor allem die heilenden Wunden permanent wieder aufzukratzen.

Mein Po sah bis zum Sommer richtig übel aus, weil ich mich an dieser Stelle ja besonders gut "austoben" konnte, ohne, dass es Fremde sehen konnten. Das war so schlimm, dass ich oft kaum sitzen konnte. Da ich dies aber hauptsächlich gemacht habe, wenn ich auf dem Sofa liege oder im Bett, habe ich begonnen dort ganz konsequent Baumwollhandschuhe zu tragen. Ich habe richtig gemerkt, wie der "Entzug" an mir nagte, aber mittlerweile ist mein Hintern heile! Leider zieren ihn ziemlich viele Narben... aber immerhin keine Wunde mehr! Manchmal liege ich da und merke, wie ich mich richtig danach sehne zu kratzen. Doch, wenn ich die Handschuhe anlasse – und das tue ich – dann passiert nichts und es geht vorbei. Das ist eine ganz neue Erfahrung für mich!

Desweiteren habe ich im Auto während der Fahrt immer an mir geknibbelt. Auch hier trage ich nun konsequent Handschuhe. Solange ich die an habe, denke ich gar nicht mehr dran. Aber wehe ich vergesse sie, dann gehen meine Hände sofort wieder ins Gesicht und an die Oberarme. Interessanterweise merke ich das aber zunehmend bewusster, während ich früher gar nicht mitbekommen habe, was meine Hände da taten.

Nächster Knackpunkt: Am Schreibtisch sitzen – so wie jetzt. Auch hier trage ich nun Handschuhe. Mit Latexhandschuhen ist das zwar nicht so dolle, weil man darin schwitzt, aber immerhin kann ich damit alles machen, was ich sonst auch am Schreibtisch mache.

Der schwierigste Punkt ist immer noch das Bad und der Spiegel. Spiegel sind überhaupt das schlimmste... Ich übe mich gerade darin an Spiegeln vorbeizugehen und mich nicht anzuschauen oder nur so, dass kein Licht an ist und ich mich nur ohne die kleinen Details sehe. Ich rede dann auch immer mit mir selbst und "belohne" mich, indem ich es mir richtig bewusst mache, dass ich nicht mal "genauer" geschaut habe. Gestern abend hatte ich leider wieder einen massiven Ausrutscher, der dann über eine Stunde nach sich zog. Ich versuche aber nicht, mich daran runterzuziehen, sondern eher daran zu denken, dass ich heute "brav" war und das auch sein werde bis ich ins Bett gehe.

Da ich natürlich durch die Krankheit auch ein nicht so gutes Körpergefühl mir gegenüber habe, versuche ich das zu trainieren. Allerdings ersteinmal gefahrlos, indem ich Bilder von mir anschaue. Achja, ich habe gerade in den letzten Jahren begonnen mich auch fotografieren zu lassen und nicht mehr wegzurennen, sobald jemand mit Kamera auftauchte. Da sind tatsächlich einige Fotos entstanden, auf denen ich mich gar nicht so übel finde.

Anfassen ist ein schwiergies Thema, weil ich dann sofort in alte Muster falle. Mit Handschuhen kann ich es so langsam wagen, wobei ich selbst durch diese hindurch nach kleinen Hubbeln taste. Aber ich kann sie nicht abknibbeln, nur tasten.

Insgesamt halte ich mich nicht für übermäßig hässlich. Auch nicht für übermässig hübsch, aber eben für normal hübsch – durchschnittlich, wobei ich schon schlank bin und ganz gute Körperproportionen habe. Klar fühle ich mich hässlicher, wenn ich mich mal wieder mit einer Attacke ruiniert habe... das bleibt eben nicht aus.

Ich versuche mich mit der Handschuhtaktik ersteinmal von der Gewohnheit etwas zu lösen – wobei mir durchaus bewusst ist, dass ich wie ein Alkoholiker immer wieder in das Muster fallen werde, wenn ich nicht dran bleibe. Aber ich merke jetzt schon, dass ich bewusster wahrnehme, wenn ich es wieder tun will und dann zu anderen Taktiken greifen kann oder eben vorsorglich Handschuhe anziehe.

Zum ersten Mal im Leben habe ich das Gefühl, dass ich der Sache Herr werden kann, weil ich einen klaren und gut anwendbaren Schlachtplan habe.

P[a!mea


Hallo,

ich wusste bisher gar nicht das es diese Krankheit gib. Meine Mutter die sich große Sorgen um mich macht hat das heraus gefunden.

Also ich war sechs als es bei mir angefangen hat (also vor 14 Jahren) ich habe angefangen meine kleinen Verletzungen und Schrammen vom toben aufzukratzen. Ich mache das aus unruhe und wenn es mir schlecht geht und inzwischen schon aus Gewohnheit. Ich hasse mich dafür das ich das mache, weil ich im Sommer keine kurzen Sachen tragen kann oder ich immer darauf angesprochen werde was ich hab und ich auch keine lust habe jedem zu erklären das ich mich aufkratze und warum ich das mache, denn das wüsste ich auch gern. Ich schäme mich für meine Vernarbten und kaputten Beine und Arme. Bei mir sind es gar keine Pickel die ich ausdrücken muss ich Kratze kleine Stellen an meinen Beinen und Armen auf bis sie sich entzünden und auch wenn es noch so weh tut Kratze ich so lange bis es Blutet ich hatte auch schon drei mal fast eine Blutvergiftung wo ein roter und ein blauer Streifen von meiner Verletzung weg ging. Und nicht einmal das hält mich davon ab aufzuhören.

Was ist nur mit mir los?

Ich möchte das nicht und trotzdem kann ich nicht dagegen ankämpfen, es ist einfach schwer gegen sich selbst zu kämpfen.

Zurzeit creme ich immer meine Verletzungen ein und klebe pflaster darüber aber sobald sie abgehen kratze ich sie wieder auf.

Was kann ich tun damit das entlich aufhört und ich mich wieder besser fühle?

Liebe Grüße Pamea

czompu#te?rmaus@89


hallo!

ich habe heute das erste mal von dieser zwangsneurose gehört und frage mich jetzt ob ich auch zu dieser gruppe dazu gehöre... Seit meiner Kindheit kaue ich an meinen Fingern rum egal ob aus nervosität oder langeweile manchmal auch ganz unbewusst...

Ich drücke zwar nicht viel an irgendwelchen pickeln aber das kann auch daran liegen dass ich eine sehr reine haut habe und fast nie etwas in der art zu finden ist und wenn ich noch so viel suche.

Jedenfalls sehen meine Finger furchtbar zerfressen aus auch meine freunde wissen das alle (kann man eg nicht übersehen) hab letztens auch bemerkt dass ich auf meiner Lippe rumkaue wenn diese etwas trocken ist manchmal blutet die dann.

Also hab ich jetzt eine Neurose und wenn ja was mach ich jetzt dagegen? oder ist das nur ein schlechte angewohnheit? an wen kann ich mich da wenden? ich versuche schon lange diese sache loszuwerden schaff es aber irgendwie nicht...

würde mich über ne antwort sehr freuen :-)

SDie sc4umt msixch


Meine Kratzerei findet immer wieder für lange Zeiträumen hauptsächlich im Gesicht statt. Wiederholt gibt es längere gesichtswundenfreie Perioden, die ich erleichtert genieße und schon denke, ich bin das Problem los, bis dann irgendwo was kaputtgeht und ichs nach den ersten paar Malen zwanghaft wieder kaputtmachen und vergrößern muss.

Am Anfang fühlt es sich so an, als könnte ich es leicht sein lassen, und weil ich mir in diesem Stadium keine Sorgen mache (jedes Mal!), geht es weiter. Den point of no return nehme ich manchmal sogar ganz bewusst wahr. Jede Wunde hält sich über mehrere Monate und wächst in dieser Zeit. Niemand versteht, dass ich keine schlechte Haut habe und dass ich keine Tips gegen Akne brauche und dass meine Haut auch sehr gut verheilt, auch nach solchen Wunden. Das nervt.

Auslöser für die Attacken sind unterschiedlich und für mich bisher nicht nachvollziehbar. Es hat durchaus öfters mit Stress zu tun und/oder mit einem unterdurchschnittlichen Gemütszustand. Wenn allerdings in einer solchen Gefühlslage gerade nichts an mir kaputt ist, mache ich auch nichts kaputt.

Wenn jemand mich davon abhalten will, wird das Verlangen noch übermächtiger und ich schleiche mich weg, um mein Ziel zu erreichen. Die einzige Maßnahme, die fruchtet, ist Ablenkung. Selber herbeiführen kann ich die allerdings nicht.

Um weiterhin am sozialen Leben teilnehmen zu können, benutze ich einen guten Abdeckstift, manchmal direkt auf der offenen Haut unter der soeben entfernten Kruste, was ganz ordentlich brennt. Danach kommt dick Double Face Puder von Clinique drüber und schon bin ich wieder öffentlichkeitstauglich. Schlimm wenn ich piddel und erst mittendrin feststelle, dass ich nichts dabeihabe, aber noch in die Öffentlichkeit muss. Das passiert natürlich so gut wie nie, aber es ist vorgekommen (beispielsweise gestern). Die Kombination funktioniert sogar zum Schwimmen gehen (zumindest von weitem), wenn man nicht gerade sportschwimmt. Evtl. kan man ein durchsichtiges Pflaster hinzufügen, und was ich auch noch ausprobieren wollte, war Sprühpflaster. Meine Haut und meine Wunden verzeihen mir diese Behandlung nach wie vor (ich bin jetzt 39) und heilen beeindruckend gut.

Abends vor dem Ins-Bett-gehen halte ich meistens eine lange Stehung vor dem Spiegel ab, in der ich sorgfältig die Stellen glätte, die sich bis dahin zu einer unebenen, harten Fläche entwickelt haben. Wenn die Krusten runter sind, ergibt sich die typische Befriedigung, dass es erledigt ist und dass die Haut jetzt - perverserweise - wieder rein und glatt ist. Gleichzeitig stellt sich Reue und Scham ein, und Ärger über die sinnlos vertane Zeit, die dann dazu führt, dass ich wieder zu spät ins Bett gehe.

Im Anschluss daran versuche ich einer morgendlichen Wiederholung dieses Vorgangs vorzubeugen, indem ich die Stellen mit Bepanthensalbe dick vollschmiere und mit Hansaplast-sensitiv-Pflasterklebeband komplett abklebe. Wenn ich sie dann morgens wieder an die Luft lasse, sind sie weich. Wären sie immer weich, hätte ich keine Probleme. Sind sie aber hart und ich muss dran oder komme versehentlich dran, ist es um sie geschehn.

Wenn dann Mücken- oder Flohstiche ins Spiel kommen (wir haben eine Katze), entstehen auch an anderen Stellen große Wunden, die ich nunmehr auf Grund der gelüberzogenen Nägel (die das präziese Vorgehen erschweren) mehrheitlich mit der Pinzette bearbeite, was den Schaden in der Tiefe begrenzt, gleichzeitig aber im Durchmesser vergrößert. Momentan habe ich 2 Stellen im Gesicht, eine so groß wie ein 20ct-Stück an der Stirn und eine so groß wie ein Euro am Kinn. Die an der linken Wange, die deutlich kleiner war, konnte ich auf Grund dieser und der Stich-Folgen an den Beinen vernachlässigen, weswegen sie fast weg ist.

Meine Rekordgrößen waren höchstens noch mit einem Heiermann (5-Mark-Stück) zu vergleichen, wenn nicht noch größer. Seit ich allerdings mit Pinzette knibbel, blutet es selten und wenig (außer bei den Insektenstichen, die Juckwunden können schonmal tief sein und ziemlich bluten beim Entkrusten), brennt aber meist sehr, denn im Grunde handelt es sich dabei um verbrennungsähnliche Verletzungen. Und wenn es zu sehr weh tut, lasse ich auch mal einen Tag aus. Wenn eine Wunde aber nicht so weh tut, kann es auch schonmal 2mal täglich zur Entkrustung kommen.

Meine Mutter - um meiner Wunden Herr(in) zu werden - hat mir in meiner Kindheit im Bett Fäustlinge angezogen und sie mit Schnüren festgebunden, so dass ich sie nachts nicht ausziehen konnte. Ich war auch bis etwa zu meinem neunten Lebensjahr Bettnässer und bin ein eingeschüchtertes Lehrerkind, das mit viel Arbeit an ein halbwegs gesundes Selbstvertrauen gekommen ist. Ob ich mich irgendwie nicht mag, weiß ich nicht. Ich bin auf verschiedene Dinge stolz, die ich bin oder kann, sogar sehr. Aber mein Kartenhaus kann ganz schnell mit einem lauten oder harten Wort zum Einsturz gebracht werden (oder einfach durch meinen Zyklus für etwa einen Tag im Monat). Genauso kann es mit einem Kompliment aufblühen. Wenn mich jemand (an dem mir etwas liegt) braucht, empfinde ich die größte Kraft und Energie, und wenn ich jemanden glücklich machen kann, bin ich selber mdst. genauso glücklich. Mein Wohlbefinden ist demnach zu einem großen Teil abhängig von anderen und ich habe keinen Schimmer, wie ich das abstellen soll. Ich bin nicht depressiv, wenn ich alleine bin, mir geht es meist nicht wirklich schlecht dann, aber Energie generiere ich aus mir selber oder der Natur/Sonne/Landschaft/etc. höchst selten.

Ich setze mich erst jetzt mit dem Thema bewusster auseinander, weil ich bisher (wider jeglicher Intelligenz und gesunden Menschenverstands) nicht geglaubt hatte, dass dieses Phänomen auch noch anderen Menschen bekannt ist. Mein erster Schritt war, einer psychologischen Betreuerin davon zu erzählen, die mich fragte, warum ich das denn nicht machen wolle. Und mir an die Hand gab, zu akzeptieren, dass ich es mache und meinen Frieden mit den Folgen zu machen, mit denen ich ja sichtlich gut zurechtkomme. Ich bin mittlerweile nicht mehr bei der Frau in Behandlung, auch wenn sie mir einige interessante Impulse gegeben hat. Jetzt sehe ich mir die Foren und sonstige Rechercheergebnisse an und lese die HRT-Methode (Habit-Reversal Treatment), um zu versuchen, sie durchzuführen.

Ich weiß, wenn ich einmal wieder wundenfrei bin, hab ich auch wieder Ruhe, ich erzeuge keine Wunden aus nichts. Regelmäßig geht mir auch die viele Zeit, die das kostet, schon im Vorhinein auf die Nerven (was mich natürlich nicht davon abhält).

Ich fürchte, ich bin außerdem recht ritual- und suchtanfällig, erst kürzlich habe ich auf Grund einer Antibiotikaeinnahme meinen täglichen Alkoholkonsum abgestellt (das ging auch ganz einfach, hat mir kaum gefehlt und auch nur psychisch) und hoffe, das kommt nicht wieder zurück.

Ich hoffe, ich kann aufhören, mich tagtäglich auf das Kratzen zu freuen, als wäre es eine Belohnung.

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