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Selbsthilfe bei Zwangsgedanken

Dera;usi hat die Diskussion gestartet


Es gibt ja ein Buch das sich mit Zwangsgedanken beschäftigt Der Kobold im Kopf aber in allem was im Internet zum Thema Zwangsgedanken steht finde ich mich nicht richtig wieder (vor allem Wikipedia) da es sich bei mir um reine Zwangsgedanken und Zwangsbefürchtungen handelt. Da findet man fast nichts. Immer geht es um Leute die sich ständig die Hände waschen und solche sachen. Bei mir triggert so viel. Ich habe schizoide Persönlichkeitsstörung. Und nachdem ich mich da in die weiterführenden Wikipedialinks eingelesen hatte habe ich mich in so vielem wiedererkannt. Aber dies hat meine Situation nicht verbessert sondern viele Extreme die dort beschrieben waren haben mir noch mehr Angst gemacht. Irgendwie bin ich den wirren (paranioden) Gedanken (siehe meine anderen Fäden) schon einmal richtig entgegengetreten. Aber gegen die Ekelgedanken, die Erinnerungen an die Albträume, Erinnerungen aus meinem Leben wofür ich mich schäme und dieses ständige hervortriggern durch Gedanken oder meine Umwelt habe ich nichts gefunden. Gibt es Seiten im Internet mit Anleitungen wie man damit umgeht? Irgenwie Hilfe?

Antworten
S>kip`pi


Hallo Drausi *:)

Ich stellte das Buch Der Kobold im Kopf ja damals rein, weil ich es selber las und auch echt von dem Buch begeistert war!! :)^

Allgemein ist es so, dass man mit Zwangsgedanken immer gleich umgehen sollte. Egal welcher Gedanke es ist... glaube ich. Man muss die Gedanken zulassen. Man sollte sie auf KEINEN FALL unterdrücken, denn dann wird es noch schlimmer. Wenn man die Gedanken zulässt, dann tritt die Habituation (Gewöhnung) ein und die Gedanken verlieren mit der Zeit an Bedeutung und Schrecken.

Bei mir klappt es mittlerweile :-D

Das Witzige ist ja, dass fast JEDER Mensch solche Gedanken hat, welche auch immer Du hast. Nur ist es bei Zwangsgedanken /-patienten so, dass sie den Gedanken besondere Beachtung geben und sich deswegen der Zwangsgedanke entwickeln kann.

Ich weiß nicht, ob ich das jetzt verständlich erklärt habe, das waren ein paar Sachen, die ich in der Thera gelernt habe..

Internetseiten allg. sind glaube ich für'n Ar***. Da steht SO viel drin, da meinte meine Thera auch, soll ich lieber die Finger von lassen, da sie eben einfach verunsichern und triggern :-(

Liebe Grüße,

Skippi :)*

D_rausxi


Hallo Skippi

Ich weiß das viele so mit Albträumen umgehen und nur sagen "Boah, was habe ich für einen Mist geträumt". Wenn das was Du schreibst miz dem zulassen wahr ist dann bin ich jetzt schon seit Monaten damit falsch umgegangen. Ich ekel mich so sehr. Konnte sie niemandem sagen. Weder der Therapeutin von der GT, der SHG, hier im Forum und noch nicht mal meiner Liebsten. Hilft aufschreiben wenn man sich so sehr ekelt? Und im Moment triggert sie so unendlich viel hervor. Hört das auf wenn ich das alles zulasse? Oder gewöhne ich mich dann nur an den Horror? Das so vieles triggert löst richtige Angst vor der Angst aus. Vor allem was ich denken will habe ich Angst das diese Gedanken eindringen. Und wenn immer es passiert dann verbinde ich diese Gedanken mit den Ekelgedanken und muss mich dann daran erinnern. So verknüpft immer mehr und immer mehr triggert mich. Danke für Deine Antwort. Es ist im Moment sehr extrem. Bin mit totalen Angstgefühlen aufgewacht und habe furchtbar geheult. So ein Buch bestellen und warten hilft mir jetzt nicht. Ich will sie aufschreiben und den Internetnotruf probieren. Anrufen geht bei mir einfach nicht.

S7kixppi


Drausi,

Hilft aufschreiben wenn man sich so sehr ekelt?

Das kann ich Dir leider nicht beantworten, aber ich denke, es ist immer noch besser, es aufzuschreiben, wenn Du nicht drüber reden kannst, als es zu verdrängen und gar nicht drüber zu sprechen / schreiben!

Hört das auf wenn ich das alles zulasse? Oder gewöhne ich mich dann nur an den Horror?

Ob das dann aufhört kann ich Dir nicht sagen, ich denke eher Du wirst Dich daran dann gewöhnen, was einen aber um einiges erleichtert!!!

Wenn das was Du schreibst miz dem zulassen wahr ist dann bin ich jetzt schon seit Monaten damit falsch umgegangen.

Eigentlich ist es die einzige Möglichkeit diesen Kobold aus unserem Kopf zu vertreiben, wenn wir uns mit den Gedanken, die uns quälen auseinander setzen. Bei mir hat es bis jetzt eigentlich super geklappt.

Das so vieles triggert löst richtige Angst vor der Angst aus. Vor allem was ich denken will habe ich Angst das diese Gedanken eindringen. Und wenn immer es passiert dann verbinde ich diese Gedanken mit den Ekelgedanken und muss mich dann daran erinnern. So verknüpft immer mehr und immer mehr triggert mich.

Ich denke, genau DAS ist das Problem. Du versuchst vor diesen Gedanken zu flüchten, versuchst sie zu unterdrücken und das ist falsch! So schwer es auch ist, man sollte diese Gedanken zu lassen. Unterdrücken bringt nichts, davon werden sie nur noch mehr.. Das gefällt dem Kobold und das ist genau das was er will :-(

Ich will sie aufschreiben und den Internetnotruf probieren.

mach das, das ist immerhin schonmal ein sehr großer schritt!!!

Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft :)*

Skippi

D}rausxi


Hallo Skippi

Ich danke Dir @:) Mit ein Problem ist das ich mich so sehr verändere. Dinge akzeptieren muss die ich vorher verdrängt oder nicht gekannt habe. Und dieses Zulassen und für mich akzeptieren und dies als Teil von mir zu sehen fällt schwer. Und darum fällt es mir auch schwer die Zwangsgedanken zuzulassen. Ich weiß ja das sie im Gegensatz zu den Dingen die ich akzeptieren muss nicht ich sind. Meist sogar gar nicht sein können. Aber alles passiert bei mir auf einmal und erschlägt mich. Dazu kommt das auch mein Leben, wo sich schon so vieles zum Guten entwickelt hat, grade so schwierig wird und ich was die Tagesstätte betrifft einen Rückschlag nach dem anderen hatte. Da rauszugehen wo mich die anderen kannten tat so weh. Und ich wäre endlich in einem geschützten Raum unter Menschen gewesen. So bin ich im Alltag allein mir und meinen Gedanken ausgeliefert die auch keine Entspannung und keine Ruhe mehr zulassen. Ich kann überhaupt kein Glück mehr empfinden. Erinnerungen an Glück bringen mich sofort zum weinen wenn ich sie haben kann und sich nicht Ekel in diese Erinnerungen drängt. Als ob ich keine schönen Gefühle haben darf. Alles Gute :)*

C&ynmder_el


tut mir leid

Internetseiten allg. sind glaube ich für'n Ar***. Da steht SO viel drin, da meinte meine Thera auch, soll ich lieber die Finger von lassen, da sie eben einfach verunsichern und triggern

aber -ich kann das so nicht sehen..es gibt schon viel hilfe..nur muss man eben sehen..das man es irgendwo loswerden kann..und mit jemandem der sich damit auskennt..darüber redet..

ich habe viel im internet gelernt..wenn ich das nicht hätte..dann wäre ich nicht so weit heute.

ich finde es vielmehr schade..das man den therapeuten so viel glauben schenkt..um dann anderen menschen so einfach vor den kopf zu stossen..denn..auch der therapeut kann sich mal irren..oder ..man kann es anders auffassen als wie es der therapeut gemeint hat.

du verstehst sicher was ich meine, skippi

ich denke, jeder sollte sein leben selbst in der hand behalten..und für sich schauen..was für ihn gut ist oder nicht..und es nicht vom therapeuten abhängig machen.

S8kippxi


Cynerel *:)

Ja, ich verstehe sehr gut, was Du meinst :-) Natürlich sollte man nicht alles von einem Therapeuten abhängig machen. Denn schließlich muss man sein Leben ja irgendwann wieder selber leben. Der Therapeut soll einem dabei ja nur helfen, das Leben wieder in den Griff zu bekommen, soll aber keine dauerhafte Unterstützung sein :-)

Therapeuten können sich natürlich auch mal irren. gar keine Frage, sind ja schließlich auch "nur" Menschen ;-) aber ich denke, bei mir war es sehr gut, dass meine Thera mir davon abriet im Internet darüber zu lesen. Sicher... viele Sachen las ich schon bevor meine Thera mir das sagte, aber ich merkte auch selber schon, dass es mir nicht wirklich gut tut :-( Ein paar Sachen waren da natürlich bei, die mir halfen, aber man rutscht auch im Internet oft in irgendwelche anderen "Krankheiten" rein.. Also wenn ich jetzt im Internet das Thema "Zwangsgedanke" suche, dann komme ich vielleicht vom Zwangsgedanken zur Zwangshandlung und das wäre dann wieder nicht gut, wenn man NUR von Zwangsgedanken betroffen ist. Weißt Du wie ich das meine? Und man lässt sich ja auch leicht beeinflussen (ich zumindest) und bilde mir dann womöglich noch ein, ich leide auch unter Zwangshandlungen.

Liebe Grüße :)*

C5yndxerel


ja ich weiß was du meinst

aber ..ich bin nach wie vor der meinung..das man sie so nicht wegkriegt..sondern ..nur in der behandlung..

wenn du meideverhalten an den tag legst..wirst du nichts ändern..

aber -du sollst ja deine eigenen erfahrungen machen..und ich will dir da nicht reinreden.

lg

D0raus$i


Also das hier

Ein paar Sachen waren da natürlich bei, die mir halfen, aber man rutscht auch im Internet oft in irgendwelche anderen "Krankheiten" rein..

kann ich nachvollziehen. Ich gehe mittlerweile kritischer mit meinen Eigendiagnosen um- Aber als ich im letzen Jahr endlich die Emetophobieseite gefunden habe und dieses Jahr mir diese schizoide Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde da war ich mir sofort sicher. Das hat aber gutes und schlechtes. Man muss richtig damit umgehen. Und vor allem sich selber nicht aus den Augen verlieren. Und es ist wichtig von sich heraus an sich zu arbeiten. Das geht in Therapie manchmal nicht. Vor allem nicht wenn man in die Therapie gedrängt wird oder nur mit Tabletten abgefüllt oder umerzogen werden soll. Hilfe zur Selbsthilfe gibt es zum Thema Zwangsgedanken fast gar nicht. Generell halte ich diese Form der Hilfe für vielversprechen. Aber noch besser wäre eigentlich Hilfe zur Selbsterkenntnis. Obwohl da zu viel wieder schädlich ist. Ich habe eindeutig zu viel nachgedacht über all die Symptome. Über alle Gedanken. Und das war falsch. Hat mich weiter hineigerissen. Eigentlich hat Striptease auch mit Med1 recht.

COynde)rel


na ja

Eigentlich hat Striptease auch mit Med1 recht.

das ist auch wieder so eine auslegungssache..wenn man mit allen mitteln versucht -immer und immer wieder ..etwas zu betreiben...obwohl man eigentlich andere dinge tun müsste...dann ist das wohl nicht gut..aber ..ich für mich kann behaupten..dass ich mit dem internet in meinem leben lücken fülle....aber nicht mein leben lebe..

verstehst du?? und das ..sollten sicherlich alle so sehen...denk ich mal :-/

Dqrausxi


Nachträge

Hallo Skippi *:)

Das Witzige ist ja, dass fast JEDER Mensch solche Gedanken hat, welche auch immer Du hast. Nur ist es bei Zwangsgedanken /-patienten so, dass sie den Gedanken besondere Beachtung geben und sich deswegen der Zwangsgedanke entwickeln kann.

Diese Beachtung kommt bei einem Menschen wie in meiner Situation sicher daher das ich eben meine Vergangenheit aufbearbeite. Das ich mich so viel analysiere. Und irgendwann fängt man an jeden Gedanken zu analysieren. Das ist ein Teufelskreis aus dem ich viel eher hätte ausbrechen müssen. Das Problem ist das sich so viele Dinge bei mir vermischen. Auch welche die ich analysieren muss um mich zu ändern. Und das

Und man lässt sich ja auch leicht beeinflussen (ich zumindest) und bilde mir dann womöglich noch ein, ich leide auch unter Zwangshandlungen.

geht mir ähnlich. Es hat wohl damit zu tu das man, wenn man schon ein Symptom hat, sich eben auch fragt wie schlimm es hätte werden können oder eben sich die Angst bildet das es noch so schlimm werden kann. Und schon denkt man noch mehr drüber nach.

Hallo Cynderel *:)

ich habe viel im internet gelernt.. wenn ich das nicht hätte.. dann wäre ich nicht so weit heute.

Bei mir war Med1 sogar der Anfang überhaupt ich zu sein. Und mit Menschen zusammen zu sein. Und eben geschützt über mich schreiben zu können. Ganz ich sein zu können.

obwohl man eigentlich andere dinge tun müsste...

Grade Med1 bietet so viel was man lesen könnte und wo man sich einbringen könnte. Man muss sehen das es nicht zu viel wird. Man kann sich ja auch im RL nicht mit täglich mit so vielen Menschengruppen zu verschiedenen Themen unterhalten wie man in Med1 in Fäden schreiben kann. Im Med1 kann / sollte man sich einteilen wo man schreibt. Alle Beiträge bleiben gespeichert und sind jederzeit verfügbar. Und man kommt leichter rein da man alles was bisher geschrieben wurde je schnell lesen kann. Das macht es einem Schmackhaft auf vielen Hochzeiten zu tanzen. Und dann lassen einem bestimmte Fäden, Themen oder Benutzer nicht mehr los. Auch hier bildet man sich ja eine Meinung über die Menschen die hinter den Benutzernamen stehen. Und man merkt wie schnell man plötzlich auch hier im Med1 lebt.

Alles Gute :)*

jPaFboCrosxa


ich

hab lange zwangsgedanken gehabt, und sie waren total ekelig. Wovor ich allerdings am meisten Angst hatte, war daß ich sie irgendwann nicht mehr ekelig finden würde, sondern mögen...denn dieser Ekel hat ja einen Sinn. Also wollte ich, daß sie weniger werden. Irgendwie habe ich das auch geschafft, über Jahre, ihnen die Macht zu entziehen, die Bedeutung, die Wirkung. Da wurden sie weniger. Zum Schluß kamen sie ganz selten, sowas blitzte vielleicht zweimal im Monat auf, und selbst dann konnte ich - fast - darüber hinweg sehen, die Bilder waren bedeutungslos. Aber sie kamen trotzdem weiter, ab und zu, und dann wurde ich zornig, weil ich wollte, daß sie ganz weggehen würden, und ich wußte nicht wie. Und dann wurden sie wieder mehr :°(

D'rauTsi


Hallo jaborosa

Wovor ich allerdings am meisten Angst hatte, war daß ich sie irgendwann nicht mehr ekelig finden würde, sondern mögen...

Diese Angst kenne ich auch. So ist es auch mit dem Analysieren was ich in meinem Beitrag an Skippi geschrieben habe. Man bezieht es auf sich selbst und stellt sich auf den Kopf um eine Erklärung in sich zu finden.

Alles Gute :)*

jNab.orosxa


Kobold im Kopf... wie neckisch... :-/

ein kleiner Pumuckl... ich fände Alien treffender...

Der große Haken bei Zwangskopfinhalten ist die Angst. Und es gehört viel Mut dazu, Angst zu haben. Es gibt ja alle möglichen Wege, über die mit Bedrohungen umgegangen wird, übertrieben nennt man das dann neurotisches Verhalten. Ein Phänomen ist Reaktionsbildung: man erklärt etwas abgelehntes für erwünscht um damit zurecht zu kommen. Eine andere Sache ist Identifikation mit dem Aggressor. Schau, Du bist toll, ich wäre gerne genauso wie du, ich stelle mich jetzt auf die Seite von Dir, der Du mich bedrohst - du kannst mir also gar nichts tun, und mit Deinem Verhalten hast Du ja auch vollkommen Recht!

Aber vielleicht, wenn man den Mut hat, passiert noch nicht einmal dieses Ausweichen?

Muitt6ags%sterkn


Lieber Drausi,

[ Dazu kommt das auch mein Leben, wo sich schon so vieles zum Guten entwickelt hat, grade so schwierig wird und ich was die Tagesstätte betrifft einen Rückschlag nach dem anderen hatte. Da rauszugehen wo mich die anderen kannten tat so weh. Und ich wäre endlich in einem geschützten Raum unter Menschen gewesen. So bin ich im Alltag allein mir und meinen Gedanken ausgeliefert die auch keine Entspannung und keine Ruhe mehr zulassen. Ich kann überhaupt kein Glück mehr empfinden. Erinnerungen an Glück bringen mich sofort zum weinen wenn ich sie haben kann und sich nicht Ekel in diese Erinnerungen drängt. Als ob ich keine schönen Gefühle haben darf.]

Möchtest du nicht erzählen, was Dich so sehr zurückgeworfen hat in der Tagesstätte? Wenn Du es nicht öffentlich machen möchtest, kannst Du mir auch eine P. N. schreiben. Du hörst Dich so verzweifelt an, was ist denn vorgefallen? Du warst doch schon viel gelassener. Gehst Du nicht mehr zu der Tagesstätte? Jeder Mensch sollte Glück empfinden können, auch Du wirst das wieder lernen. Bitte mach doch deinem Herzen Luft, was lässt Dich so verzweifeln?

Ganz liebe Grüße

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