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Trau mich nicht mehr vor die Tür

nLixweIissiOch hat die Diskussion gestartet


Völlig neben der Spur- ich wohne mit jemand in einer WG und studiere eigentlich, dieses Semester ist aber völlig danebengegangen.

Seit Ende Mai bin ich kaum noch vor die Tür gegangen, ich habe eine unbestimmbare Angst irgendjemand zu begegnen der mich kennt, wenngleich das eh nicht gerade viele Leute sind.

Selbst meinen Mitbewohner mag ich nicht sehen, der hat heute Geburtstag und ich hab ihm noch nicht gratuliert.

Mein Zimmer ist ein Chaos, meine Finanzen gehen auch gerade den Bach runter weil ich dringend jobben müsste und ich kann mich zu nichts aufraffen.

Seit Wochen ernähr ich mich nur noch vom nötigsten um ab und zu den Bauch voll zu haben, aber es fällt mir selbst das schwer, das Zimmer zu verlassen und 5 meter in die Küche zu gehen.

Ich will niemand sehen und hab meine halbwegs aktive Zeit in den letzten Wochen und Monaten immer mehr in die frühen Morgenstunden verlegt, in denen ich niemand begegne, wenn ich mal vor die Tür gehe, was selten genug vorgekommen ist. Draussen sind jede Menge Leute unterwegs und Grillen und feiern abends, direkt vor unserem Hauseingang steht auch ein Tisch und Bänke, an dem sich jeden Abend Leute treffen. Ich habe einen Horror davor da abends vorbeizugehen obwohl mir noch nie einer von denen was getan hat.

Die meisten wissen wahrscheinlich noch nicht mal, das ich auch in dem Haus wohne...

Antworten
hfoly5ghost


klingt agoraphobisch , oder sozialphobisch.

das meiden von menschenansammlungen , nicht raus gehen , sich verkriechen.

einziger ansatz: psychiater oder psychologen aufsuchen.

denn je weiter man meidet , dsto mehr manifestiert sich dieses angstgefühl.

lg

holy

s3ucameadixca


Und vor allem leiden dann irgendwann tatsächlich Bekanntschaften und Freundschaften darunter weil die Leute es persönlich nehmen ud nicht verstehen wenn man sich so zurückzieht.

G*ra-s-!H[alm


Die meisten wissen wahrscheinlich noch nicht mal, das ich auch in dem Haus wohne...

das ist bei mir auch so. %-| wohne in nem Haus mit ca. 20 Leuten....ich denke, so 2-3 wissen meinen Namen. Der Rest sieht mich ab und an in der Küche und dann bin ich wieder weg. Gespräche würge ich ab und an Feste etc. gehe ich erst gar nicht. Einladungen schlage ich aus.

Draussen sind jede Menge Leute unterwegs und Grillen und feiern abends, direkt vor unserem Hauseingang steht auch ein Tisch und Bänke, an dem sich jeden Abend Leute treffen.

Hier auch! Ich hasse es. %-| ich gehe da nie hin...

kenne das alles soooo gut. :-(

ich kann dir auch nur raten, dir professionelle HIlfe zu holen - das wird sonst immer schlimmer. :-(

ncixweipssiMcxh


Und vor allem leiden dann irgendwann tatsächlich Bekanntschaften und Freundschaften darunter weil die Leute es persönlich nehmen ud nicht verstehen wenn man sich so zurückzieht.

Darauf brauche ich leider keine Rücksicht mehr zu nehmen, ich musste in den letzten Jahren so oft umziehen, das es immer weniger wurden. Es gibt hier unmittelbar niemand, der mich vermisst. Die paar Menschen, die ich am ehesten als Freunde bezeichnen würde, sind schön über Deutschland verteilt- und bei den meisten bin mir auch nicht mehr sicher ob ich noch wirklich dazugehöre. Man spricht sich immer seltener, und wenn die Kommunikation im Laufe der Zeit dann immer einseitiger wird...

aus den Augen, aus dem Sinn.

ich kann dir auch nur raten, dir professionelle HIlfe zu holen - das wird sonst immer schlimmer.

Daran habe ich schon oft gedacht, hatte solche Phasen schon früher, nur noch nie so lang am Stück. Am liebsten würde ich mich irgendwo in den Wald verkriechen. Verrückt. Psychologen und Psychiater kommen aber (noch) nicht in Frage, ich habe über die Jahre bei drei Leuten miterlebt, wie sie behandelt wurden. Es hat ihnen nach eigener Aussage und auch nach meiner Beobachtung eher wenig geholfen, insbesondere durch Medikamente wurde mehr verwüstet und ruhiggestellt als geheilt. Wobei zwei der drei erst während der Behandlung mit Psychopharmaka Suizidversuche

unternommen haben.

Vielleicht muss ich auch noch etwas warten, bis ich mein Leben auch so weit vor die Wand gefahren habe das mir die Richtung als letzter Ausweg erscheint.

Heute kann ich zumindest schon wieder klarer denken. Mal gucken, vielleicht schaffe ich es noch mich gleich aufzuraffen und gehe etwas vor die Tür. Oder setze mich ins Auto und fahre irgendwohin.

Vielleicht kennt ihr das Buch "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll- als wir das in der Schule gelesen haben war mir dieser vereinsamte Lebensstil noch sowas von fremd und kam uns seltsam vor, und jetzt lebe ich ihn selbst. Wenn mir das damals jemand gesagt hätte... ich konnte nie vergessen wie trist ihr Leben war.

VKital!boy


hallo

ich kenne das - wobei es bei mir nicht ganz so extrem ist, weil ich eigentlich "nur" agoraphobie habe und diese phobie, aber auch mein sonstiges psychisches befinden recht starken schwankungen unterworfen ist. wenn ich mich wohl fühle, bin ich nicht so empfindlich für "reizüberflutungen" und umgekehrt.

ich habe aber keine freunde und sitze vor allem am wochende fast nur zu hause.

mit wenigen menschen auf einmal komme ich meistens ganz gut zurecht, mit bis zu 3 leuten auf einmal ist ok würde ich sagen. aber sobald es mehr werden, oder eben eine richtige menschenmenge, krieg ich beklemmungen und/oder fühle mich weggetreten bzw. "verpeilt". reizüberflutet eben, mit dem gefühl, sowohl mich selber als auch meine umwelt nicht mehr richtig unter kontrolle zu haben. dazu gesellt sich ein gefühl der "depersonalisation", mit dem ich ziemlich oft zu kämpfen habe.

ich fahre z.b. am liebsten auto, wenn möglichst wenig auf der straße los ist, also am späten sonntag abend oder morgen. auch einkaufen gehe ich lieber, wenn der laden mögilchst leer ist.

öfters mal habe ich vor allem bei fremden menschen das gefühl, daß diese mich "schief" anschauen, nicht für voll nehmen, oder sie sich fragen "was ist denn das für einer" und so weiter. aber im gegensatz zur psychose weiß ich, daß ich mir das in der regel nur einbilde.

jedenfalls ist es nicht gut, sich dauerhaft den angstauslösenden situationen zu entziehen. ich kann das bestäigen - dann wird es nämlich immer schlimmer. vom ständigen zu hause sitzen bleibt bei mir zwar die agoraphobie aus, aber dafür fühle ich mich nach einer gewissen zeit schrecklich ausgebrannt bzw. depressiv und runtergezogen - nichts macht mehr spaß usw.

VG

V"i tal~boy


ergänzung

als begründung, weshalb ich (fast) keine freunde habe, und schon gar keine engen, möchte ich noch angeben, daß bei mir ein gewisser mangel an zwischenmenschlichen gefühlen vorhanden ist.eine art gefühlskälte eben, die auch mit meiner depersonalisation zusammenhängt.

weiterhin habe ich kein gespür, keine intuition dafür, wie man andere menschen behandeln muß, damit man sie als freunde gewinnt bzw. gewinnen kann. habe nie gelernt, wie man es anstellt, sich sozial zu integrieren bzw. das nötige konforme verhalten an den tag zu legen.

VVita<lboy


komisch, niemand postet mehr. naja egal. jedenfalls ist momentan die depression bei mir schlimmer - gleichzeitig auch die agoraphobie. vorhin war ich einkaufen und es waren jede menge leute unterwegs - ich fühlte mich einfach nur schlecht, weggetreten und deplatziert.

sYucameZdi]ca


vorhin war ich einkaufen und es waren jede menge leute unterwegs - ich fühlte mich einfach nur schlecht, weggetreten und deplatziert.

Das geht mir auch so.

V i)t;albkoxy


sucamedica

ahja. naja, aber bei mir ist es so, daß es auch vom dauernden zu hause sitzen immer schlimmer wird - ich fühle mich immer lustloser, ausgebrannter und demotivierter. kann mich auch für keine angenehmen beschäftigungen begeistern, nicht daß es jetzt heißt ich sei faul. die notwendigen tätigkeiten und arbeiten kann ich verrichten, aber das wars auch schon wieder. kriege es zum beispiel nicht gebacken, mich für einen ferienjob zu bewerben oder so.

die depersonalisation/derealisation ist eigentlich immer da, die depressionen und die agoraphobie in letzter zeit häufiger als früher. wobei letztere beiden DP/DR triggern.

momentan würde ich wirklich keinem wünschen, sich so zu fühlen wie ich.

s8ucrame=dica


ahja. naja, aber bei mir ist es so, daß es auch vom dauernden zu hause sitzen immer schlimmer wird - ich fühle mich immer lustloser, ausgebrannter und demotivierter. kann mich auch für keine angenehmen beschäftigungen begeistern, nicht daß es jetzt heißt ich sei faul.

Ja, das sagte ich doch, so geht es mir auch.

sVucampedica


Genau das ist ja der fatale Teufelskreis.

V7itYalboZy


sucamedica

Teufelskreis ist das richtige Wort. Aber interessanterweise gibt es eine Möglichkeit, daraus auszubrechen: wenn ich an irgendwelchen "Pflichtaktivitäten" teilnehmen muß, für die ein aus-dem-haus-rausgehen erforderlich ist.

da fühle ich mich meistens recht wohl, vor allem wenn sich das ganze nicht in menschenmengen abspielt.

aus eigener kraft kan ich mich nicht zu irgendwelchen "outdoor" freizeit- oder zwischenmenschlichen aktivitäten motivieren.

das hat vor einiger zeit noch halbwegs geklappt, aber im moment ist da wirklich der ofen aus.

Vvita/lboxy


oh gott

war grade wieder in der stadt, einkaufen und so....

echt schrecklich, bin mir wieder vorgekommen wie vom anderen stern.

zur zeit ist es wirklich nicht mehr schön, das war wirklich schon mal besser. wie soll man da freunde finden, wenn man sich in menschen(mengen) so schlecht fühlt.

scucNamecdixca


Ja, es ist ganz gut, wenn man "Pflichtveranstaltungen" woe chorproben oder Reitstall besuchen muß um sich nicht total abzukapsln. Aber auch das kann sehr quälend sein weil man am liebsten nicht mit anderen Menschen kommunizieren möchte.

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