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Einer meiner Besten Freunde hat Selbstmord begangen!!

sdhavBeidm2an hat die Diskussion gestartet


Einer meiner besten Freunde hat am Montag Selbstmor begangen. Wegen Depressionen. Werde die Bilder nicht los, so wie ich ihn gekannt habe. Keiner in seinem Umfeld wusste was, nur seine Familie. Sein Bruder hat es auch gemacht. Wie schlimm kann so eine Krankheit sein?? Er war immer gut drauf wenn er bei seinen Kunden und Freunden war, gibt es wirklich so gute Medikamente, die einen Menschen für sein Arbeitsprogramm so verändern können?? Bin ganz fertig, weil ich nie mit sowas bei ihm gerechnet habe!!

Antworten
G^raTs-RH6alxm


Wie schlimm kann so eine Krankheit sein??

Sehr schlimm. Das kann man sich als Nichtbetroffener nicht vorstellen.

Sehr viele Betroffene arbeiten noch, bis sie entweder zusammenbrechen oder andersweitig gezwungen werden, aufzuhören. Sie tragen ihre Maske, lachen, scherzen, und so weiter, während sie innerlich leiden.

gibt es wirklich so gute Medikamente, die einen Menschen für sein Arbeitsprogramm so verändern können??

wenn, dann würde es allgemein besser gehen und nicht nur für die Arbeit.

Mein herzlichstes Beleid. :°_ :°_ :°_ :°_ :°_

Ich hoffe, du hast Leute, mit denen du darüber reden kannst und die dich auffangen!!

s)havedxman


Danke Gras Halm,

wir sind ne Gruppe von ca. 20 Leuten, die es nicht versteht. Wir sitzen zusammen und sind am flennen, weil er nicht nur einer unserer Freunde war. Er war Mittelpunkt von vielen, vielen Familien. Warum haben wir nichts gemerkt ??? ??

GYrasl-HGaxlm


Vermutlich, weil er seine Maske derart aufgesetzt hatte, dass ihr gar nichts merken KONNTET. Macht euch um Himmels Willen keine Vorwürfe! Das bringt niemandem was und vor allem - WIE hättet ihr es denn merken sollen??

ich schick dir noch ne PN mit nem Link...

B5liumenykön$igxin


@ Shavedman

Das ist eine harte Geschichte. Gerade dann, wenn ich deinen Jahrgang berücksichtige. Es muss dich nicht beunruhigen, dass du nichts gemerkt hast. Es ist oft eine Kurzschlusshandlung. Manchmal vielleicht auch eine Pro- und Contra-Abwägung. Ich bin allerdings der Meinung, wenn er wirklich die Absicht hatte, sich aus dem Leben zu befördern, dann hatte er dazu ein Recht. Sein Leben, seine Entscheidung. Es gibt Dinge, die quälen dich -mal mehr, manchmal weniger-. Ich bin mittlerweile sogar der Meinung, dass manche Menschen genetisch unglücklich sind. Je nachdem ist er jetzt besser dran...

Liebe Grüße

BZuytch


Hallo shavedman!

Ich kann dich gut verstehen.

Meine Großmutter hat sich vor vielen Jahren das Leben genommen.

Sie hatte äusserlich alles, was man sich denken konnte.

Eine glückliche Familie, liebe Kinder und Enkel, riesiges Vermögen, Immobilien, sie war gebildet, in ihrem Beruf erfolgreich, und dennoch hing sie eines Tages im Dachstuhl ihres Hauses.

Sie hatte psychische Probleme, das wussten wir, aber nicht, dass es zu solch einem Schluss kommen würde.

Ich denke, man kann Menschen nur bedingt aufhalte, in dem, was sie vorhaben. Traurig aber war.

Ich vermisse sie sehr. :-(

L&oraT Le y


Hallo shavedman!

Ich hatte eine gute Freundin, die ich leider nicht so oft sah. wenn man sich traf, immer Party immer gute Laune. Sie war Ärztin, hatte einen guten Job, 2 Kinder, sie nannte sich gerne selber "Alphaweibchen". als ich das letzte Mal von ihr hörte, war sie gerade soooo verliebt. Kürzlich bekam ich einen Anruf, sie hat sich umgebracht. nach einer Party mit ihrem Schatz, ging er zu Bett. sie setzte sich in die Küche, trank noch eine Flasche Wodka, nahm einen Tablettencoktail, legte sich aufs sofa und wurde am nächsten Morgen von ihrem Freund gefunden. Verstehen? ne, wie denn auch ??? Hätte jemand etwas merken müssen? Ich bin oft Situationen durchgegangen, denke nach und finde nichts. Traurig? ja sehr... und sehr wütend.

Liben Gruß und herzliches Beileid.

sr21


Hm, ich versuchs mal von der anderen Seite zu erklären:

Einerseits hat man eine Maske, allerdings nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst. Während der Arbeit oder auf Parties (wenn man denn noch auf welche gehen mag) schlüpft man in Rollen um das Ganze irgendwie erträglich zu machen.

Andererseits merken viele auch nichts, weil sie so Verhaltensweisen, Anzeichen und Gefühle scheinbar absolut nicht nachvollziehen können (ich bin an einem Punkt wo ich nicht mehr nachvollziehen kann, dass man es nicht nachvollziehen kann). Ein Mädchen hier hat sich auch das Leben genommen. Für 99% der Leute war das der totale Schock, sie konnten das absolut nicht verstehen und waren total verwundert. Und für die restlichen 1% war das Ganze eben nicht so überraschend im Nachhinein, weil sie selbst in so Situationen waren.

Aussenstehende machen sich immer wieder Vorwürfe, weil sie nichts gemerkt haben. Aber ich glaub als "normaler" Aussenstehender kann man das einfach nicht merken. Man sieht keine Anzeichen dafür - die Dinge die man sieht erscheinen sogar oft gegenteilig; depressive Menschen werden von manchen Leuten sogar öfters mal als fröhlich beschrieben, vor allem gegen Ende - und vor allem kann man die Sache selbst, die Depression, nicht nachvollziehen.

Viele halten das einfach nur "für eine schlechte Stimmung", gegen die man was machen kann wie zum Beispiel "ins Kino gehen" oder "einfach mal Lachen" ect... wie total absurd bescheuert sich das für jemanden in der Situation anhört ist vielen nicht klar. Man lebt quasi mental und sozial in einer ganz anderen Welt.

Und da einem in der Situation auch klar ist irgendwann, dass andere damit einfach nicht umgehen können meistens, redet man auch nicht mehr darüber und zeigt seine Gefühle nicht.

Nuja, auf was ich hinaus will:

Es ist normal, dass man sowas nicht merkt.

Ich selbst seh das auch nicht negativ. Ich denke wenn man Suizid wirklich gut überdenkt und das Ganze lange so geht, dann ist das nicht zu verurteilen. Wenn jemand wirklich 10 Jahre lang leidet, das Leben und sich selbst hasst, dann verurteile ich diese Person nicht, nur weil sie sich nicht selbst weiter quälen will.

s]haavePdmaxn


Heute war die Trauerfeier.......

Erst einmal vielen Dank für die Mitteilungen hier. Hört sich evtl. blöd an, aber das lesen hier hilft auch. Es waren Ängste die er hatte, Ängste davor seinen Job (Versicherungsvertreter und einer der ehrlichen Sorte) nicht gut genug zu machen. Hatte 1600 Bestandskunden und eine eigene Agentur. Angst davor seine Familie zu verlieren und die Angst Depressionen wie seine beiden Brüder zu bekommen. Beide Brüder von ihm haben sich versucht umzubringen. Der ältere hat es geschafft und sein 2. Ältester Bruder ist mit irreparablen Schäden im Hirn heute ein Pflegefall. Nun war es benen er, der es gemacht hat. Nun bleibt die Angst bei seiner Frau (da es sich anscheinend um eine Erbkrankheit handelt) ob eines der beiden Kinder auch mit der Krankheit aufwachsen. Wenn ich so an seinen 40. Geburtstag denke, den wir im letzten November gefeiert haben, wie fröhlich er auch da noch war obwohl er da schon die Ängste hatte, wird mir ganz anders. Wenn Andi zu uns und zu seinen anderen Kunden/Freunden kam, war es immer als würde die Sonne aufgehen. Nie schlechte Laune immer einen Spruch auf der Lippe und immer uns allen gegenüber positv denkend. Es waren heute 120 Leute bei der Trauerfeier, war ja nun nicht meine erste Trauerfeier die ich mitmachen durfte, aber noch keine einzige habe ich so erlebt. Im Hintergrund Robbi Williams Musik (den mochte er gerne weil er sich immer wieder selbst aus dem Sumpf gezogen hat) eine tolle Pastorin die uns alle so ein wenig aus seinem Krankheitsbild erzählte und viele Tempotaschentücher die pattschnass waren.

Seine letzten Zeilen im Abschiedsbrief hiessen: Verzeiht mir!!

Nun wissen wir auch: Ja, wir verzeihen dir, denn du konntest nicht anders.

Ich werde ihn im Herzen immer weiter sehen und fühlen. Tschüss Andi, mach et jut da oben und pass von dort aus auf deine Familie auf......................

nVureineGfragex21


Hallo shavedman,

ich finde seine letzten Zeilen irgendwie sehr schön, irgendwie haben sie so etwas Beruhigendes. Vielleicht zeigen sie ja auch, dass seine Fröhlichkeit und Offenheit nicht nur eine Maske war? Vielleicht hat er sich in den Momenten, wenn er mit anderen zusammen war, wirklich so glücklich gefühlt und konnte nur - auf Grund dieser genetischen Krankheit - mit sich selbst nicht umgehen? Und deshalb hatte er bis zum Ende Schuldgefühle, weil er euch im Stich lässt, weil er eine Entscheidung treffen werden muss, die in euch allen Angst, Traurigkeit, Verzweiflung auslösen würde?

Jedenfalls zeigt sein Schluss "Vereiht mir", dass er es nicht deshalb gemacht hat, weil er mit euch oder eurem Verhalten ihm gegenüber unzufrieden oder unglücklich war: ihr wart ihm wirklich wichtig und wahrscheinlich auch der Grund, warum er lange innere Kämpfe hatte und sehr lange gezögert hat.

Vielleicht hat er sich selbst so sehr unter Druck gesetzt (er muss alle glücklich und zufrieden, es allen Recht machen)? Es gibt so viele mögliche Gründe, sie alle genau zu erwägen, führt euch nur in noch tiefere Verzweiflung.

Es war seine Entscheidung, deren Konsequenzen für euch er ja sehr bedauert hat und die ihm für euch leid tat - und das zeigt ja deutlich, wie wichtig ihr ihm wart und wie wichtig es ihm bis zum Ende war, dass es euch gut geht.

Ich hoffe, dass ihr ihm bald verzeihen könnt dafür, dass er vielleicht gar keine andere Entscheidung fällen konnte.

Ich wünsche dir viel Kraft in dieser Zeit

s;h6aveTdman


@ nureinefrage21

Das ist sehr schön geschrieben. Verziehen haben wir ihm schon bei der Trauerfeier, verstehen werden wir es aber wohl nie so ganz. Es wird etwas Gras über die Sache wachsen, wir werden sehr oft an seinem Grab stehen und auch immer mal wieder um ihn weinen. So ist es wenn man einen guten Freund verliert.

Gruß

Shavedman

s`uc<ame,dica


shavedman

...Verziehen haben wir ihm schon ...

Das finde ich prima. :)^

rrberg.manTnx1


Diesen Thread habe ich vor etwas mehr als 3 Jahren hier eröffnet, als sich mein Freund umgebracht hat. Gestern war es Robert Enke.... Seit 3 Jahren fast, leide auch ich unter dieser Krankheit... Wann wird man sich selber trauen sich in der Gesellschaft zu outen??

Bin jetzt unter diesem Nick hier, da ich das alte Passwort nicht mehr hatte und mit der Sache Shavedman abgeschlossen hatte...

S<chwar.zefs Blut


Wann wird man sich selber trauen sich in der Gesellschaft zu outen??

Ich leide auch unter Depressionen. Und ich habe mich geoutet, Freunde und Arbeitgeber wissen Bescheid. Meine Erfahrungen dahingehend sind durchweg positiv.

J7asm,izndax75


Ich kann euch Betroffenen nur raten, outet euch und sucht euch Hilfe.

Ich selbst habe zwar keine Depressionen, aber 2 Familienmitglieder dadurch verloren. Ich bitte euch, nehmt jede Hilfe an, denn alleine kommt man mit Depressionen auf Dauer nicht klar.

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