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Cymbalta

s8we~et#core hat die Diskussion gestartet


Hab vor drei Tagen vom Neurologen dieses Antidepressivum verschrieben bekommen, nachdem Fluoxetin nicht soo recht gewirkt hat. Ist jemand hier, der auch Cymbalta nimmt oder wieder abgesetzt hat und kann mir seine Erfahrungen schreiben?

*:)

Antworten
Mco>rni(ng S}tar


Hallo sweetcore,

also ich nehms auch: 60 mg am frühen abend.

Das ist bisher das einzige AD mit dem ich super zurecht komme. Hatte vorher sämtliche SSRI, NARI ausprobiert und war nie wirklich zufrieden.

S^havke It


Mein DOC hat mich förmlich dazu geleitet Cymbalta auszuprobieren, weil vorherige Medikation keine Erfolge bei mir brachte. Was ich nun schreibe, ist meine persönliche subjektive Einschätzung. Ich glaube die Pharmaindustrie ist sehr stark daran interessiert, weitere Studien und Ergebnisse über dieses Medikament sammeln zu können und braucht eine breite Masse an Kosumenten.

Ich werde dabei aber nicht mitmachen. Ich habe einmal Venlafaxin - auch ein Präparat ähnlicher Wirkstoffgruppe versucht - und mich so ehlend schlecht wie nie zu vor gefühlt.

Warum soll ich etwas einnehmen, von dem die Ärzte selber nicht genau erklären, wie es wirkt und was es mit mir macht. Warscheinlich, würden sie selbst niemals selber so eine Pille einnehmen.

Ich habe auf dem Weg zu mir selbst schon soviel ohne Medikamente erreicht, kann normal denkend über mich und mein Leben reflektieren. Ich sehe die Krankheit, das auferlegte Leid als einen Schlüssel auf dem Weg zur eigenen Verselbstung.

Die Krankheit ist ein Notruf, ein Schrei des Unterbewusstsein über die intolleranz, den Hass, die Wut, Gier und dem undendlichen Leid das Menschen anderen Menschen zufügen.

Nun will man mir durch eine Pille wieder alles nehmen was ich erkannt habe, mich dahin zurückführen, wodurch ich erst krank wurde, durch menschen und die gesellschaft selbst.

Ich mache dabei NICHT mehr mit.

Mzorninag Stxar


@ shake it,

das ist natürlich super mit soviel Selbstfindung und Erkenntnis wieder gesund zu werden. Wenn aber die Neurochemie nicht stimmt, dann kann man Selbstfindung betreiben bis die Gehirnzellen glühen.

Daher ist es ja auch ratsam eine Medikation mit AD in Verbindung mit einer Psychotherapie zu machen, da es eigentlich immer mehrere Faktoren sind die zu einer psychischen Erkrankung führen. Ob das nun die Gesellschaft ist oder die Art die Dinge zu sehen wie sie sind.

Aber damit geht man schon fast in den Bereich der Philosopie, der übrigens nicht ganz uninteressant ist.

Klar leben wir in einer Gesellschaft die " Uns " krank macht. Aber ich frage mich, warum viele andere damit trotzdem ganz gut leben können und andere dadurch krank werden. Ich denke mal diejenigen die krank werden, sind die "schlaueren" aber leider auch die Leidtragenden. Wobei sicherlich auch die Entwicklung eines Individuums dazu einen gewissen Beitrag leistet krank zu werden oder nicht bzw. erbliche Anlagen, etc.

Gruss Michael

S'hake{ It


Das Primärziel der Verselbstung ist für mich nicht Heilung , sondern mein Wegweiser, auf dem schmalen Weg der Gutmenschen, zwischen dem Bösen und der Feinseligkeit.

Sofern die Verselbstung als primären Effekt auch eine heilende Wirkung hat wäre dies natürlich zu begrüssen.

Ich persönlich, betrachte mich ohnehin nicht als psychich gestört. Ich bin ein klar denkender Mensch, der über sich selbst rational reflektieren kann.

Du sprachst neurochemische Störungen an. Natürlich gibt es in der Hirnforschung Krankheiten, die mit Störungen der neurochemischen Prozesse einhergehen. Dass eine Depression, Angst, oder physische Krankheit, dann oftmals durch Störungen des Hirnstoffewechels begründet ist, sind nur halbe Erkenntnisse und für mich falsche Ansätze.

Du schriebst selbst, bereits Medikamente der Gruppe SSRI, NARI usw. probiert zu haben, mit deren Wirkung du nie zufrieden warst.

Ist das nicht eigentlich der beste Beweis, dass die Vermutung der Schulmediziner, unseren Individualismus, durch Störungen des Serotonin oder Nodrenalinspiegel zu erklären, inrelevant ist?!

Cymbalta ist - soweit ich informiert bin- bei Depressionen, Ängsten und Schmerzen indiziert. Es setzt dabei auf die alt bekannten Wirkungsmechanismen, in dem es die Wiederaufnahme von Serotonin/Nodrelanin blockiert, an. Also gar nichts durchbrechend neues! Nur eine weiteres weiterentwickeltes Medikament, mit einem neuem Namen, dessen Wirkung und NW man nicht einmal genau einschätzen kann.

Aus diesem Grund, habe ich auch alle Kontakte zu meinem Psychiater und Therapeuten abgebrochen. Diese Leute können mir nicht weiterhelfen und verschwenden nur meine Zeit.

s-we$etcxore


also erstmal möchte ich euch beiden danken, daß ihr bei euren postings "über der gürtellinie" bleibt, d.h. sachlich miteinander diskutiert. das ist hier schließlich längst nicht mehr selbstverständlich...

ich bin ja selbst gespalten, was dieses medikament angeht.. deshalb ja dieser thread.

@ shake it:

glaub mir.. es wäre mir lieber, ich bekäme mein leben ohne medis in den griff.. aber ich habe (endlich) erkannt, daß ich es allein nicht mehr schaffe. lange genug hat es gedauert, bis ich in behandlung gegangen bin. und glaub bitte nicht, daß ich NICHT versuch an mir zu arbeiten und NUR auf ne wirksame pille hoffe.

Sth0ake HIxt


@ sweetcore

Nimmst Du es denn schon? Oder zögerst Du noch damit zu beginnen?

Über Cymbalte habe ich ganz unterschiedliches gehört.

Manchen, gehrt es dadurch wirklich besser, andere, berichten von heftiger Müdigkeit und Übelkeit.

Das ist allerdings so unspezifisch dass es auf jedes andere Antidepressiva auch zutreffen könnte.

In den USA soll Cymbalta wohl nicht die Zulassung erhalten haben, weil es wärend der Einführungsphasen, bei einigen Probanden zu gesteigeterm suizidem Verhalten kam.

Auch nicht ganz uninteressant ist dieser Bericht in Wikipedia. Besonderes Augenmerk "unten" bei den Nebenwirkungen!

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Cymbalta]]

G#rass-Haxlm


Lustig ist nur, dass viele der neueren Generation ADs - Paroxetin z.B, aber auch andere SSRI - zu gesteigertem Suizidalverhalten führen KÖNNEN - weil sie auch auf den Antrieb wirken..

S[ha&kXe Ivt


Wenn bereits in einer Einführungsphase von potentiellen Leberschäden berichtet wird, sollte jeder Patient genau abwägen, ob es ihm so elend ergeht, dass es dieses Medikament, als letzten Strohhalm in seinem Leben zum greifen braucht.

So eine Behandlung, ist - wenn man überhaupt Hilfe davon erwarten kann - auf eine längere Zeit angelegt. In diesem Zeitraum, dürfte man folglich niemals Alkohol anfassen und man müsste, Wechselwirkungen bei der Verstoffwechselung anderer Mittel in der Leber stark berücksichtigen..

Ist schon jemand aufgefallen, daß der Beipackzettel des Medikamentes, unter Angaben der NW und Wechselwirkungen, sehr spartanisch ausgefallen ist, während man bei anderen Medikamenten eine Medizinlektüre ausklappen kann ?

Liegt es daran, dass Cymbalta so nebenwirkungarm ist ?

Geras?-HaBlm


das findest du spartanisch? (Das ist die Fachinformation..)

[[http://www.kompendium.ch/Monographie.aspx?Id=c0b15685-2c4b-4bc5-9e3e-0a947dcedd30&lang=de&MonType=fi]]

S{h ake xIt


Ich sagte spartanisch, es sind die Angaben in dem der Packungsbeilage geführtem Beipackzettel. Ich habe das Medikament hier vor mir legen und beziehe mich auf die Angaben des originalen Beipackzettel.

sx21


Ich bin momentan zwischen den Punkten von "Shake it" und denen, dass eine Behandlung auf Dauer unausweichlich sein wird.

Einerseits stimm ich Shake it in den meisten Punkten zu. Irgendwie hab ich das Gefühl durch die Krankheit die Welt mit Augen zu sehen, wie es andere scheinbar nicht tun, die so viel Leid und schlechtes einfach ignorieren, sich nichteinmal selbst wirklich erkennen können.

Andererseits sind es "Schmerzen", und die sind sehr unangenehm und bremsen mich in allem was ich durch die Erkenntnis in Handeln umwandeln könnte.

Zum Topic:

Es mag sein, dass das Medikament noch nicht so gut erforscht ist, aber nunja, das ist wohl natürlich und zu irgendeinem Punkt bei allen Medikamenten so, so blöd das klingt. Irgendjemand muss es nehmen, bevor man an dem Punkt ist, dass man sagen kann, dass es genug Menschen "im Feldtest" genommen haben um alles abschätzen zu können.

Niemand möchte Versuchskaninchen sein, aber irgendjemand muss es ja tun. Bei psychischen Dingen können Tierversuche offensichtlich ja nicht alles klären.

Sfhak$e Ixt


Im Endeffekt eine Entscheidung, die nur jeder für sich selbst treffen kann. Meine Erfahrungen sind die, dass man mit Psychopharmaka, irgendwann immer an den Punkt gelant, wo nichts mehr damit geht und die Behandlung aus verschiedenen Gründen beendet werden muss.

Daher ist mir meine derzeit schon angekratze Gesundheit und mein Leben, auch zu schade, als dass ich den sensiblen Organismus noch mit Tabletten schädige, die mich vielleicht zum Gerhirnzombie machen könnten.

Ich mache keine Experimente mit meinem Gehirn und meine Leber und Nieren, brauche ich noch viele Jahre. Das habe ich meinem Psychiater auch so gesagt und die Gespräche beendet.

Dieser Mensch hat mich sowieso nur auf dem Weg der Verselbstung blockiert.

s"21


Naja, aber ich seh die Seele recht physisch. Wenn man zum Beispiel Serotoninmangel hat, dann tu ich was dagegen, wie ich es bei allen anderen Dingen auch tun würde.

Es geht um Lebensqualität, je nachdem in gravierenden Ausmaßen. Meine persönliche Entscheidung ist: Lieber schade ich mir physisch zum Teil und bin dafür glücklich, als dass ich mir physisch nicht schade aber mirs emotional auch egal wäre ob ich tot bin oder nicht.

Ich funktioniere zwar äusserlich irgendwie, aber im Prinzip, bei aller Selbstfindung, vegetiere ich eigentlich nur. Ich hab für mich entschieden, dass es so nicht weiter gehen kann. Und ich hab auch durchaus festgestellt, dass "äussere Einflüsse auf die Biochemie" (ums mal so zu umschreiben; und die waren zum Teil sicher nicht sehr gesund ;o) durchaus sehr gravierende Folgen auf mich und meinen Zustand haben. Positive. Ohne solche Erfahrungen hätt ich mich wahrscheinlich nie zu solchen Schritten entschieden, aber wenn man einmal Licht gesehen hat, dann fällts einem schwer sich weiter mit Dunkelheit zufrieden zu geben.

s=we9et$coire


hmmm... ich versteh euch schon alle irgendwie. jeder hat auf seine weise recht!

sicher beunruhigen mich die nebenwirkungen. die wikipedia-seite und die [[http://kompendium-seite.ch]] hab ich natürlich längst schon gelesen. bevor ich mir was neues verschreiben lass, informier ich mich schon so gut es geht!

aber am ehesten teile ich meine meinung mit s21..

Es geht um Lebensqualität, je nachdem in gravierenden Ausmaßen. Meine persönliche Entscheidung ist: Lieber schade ich mir physisch zum Teil und bin dafür glücklich, als dass ich mir physisch nicht schade aber mirs emotional auch egal wäre ob ich tot bin oder nicht.

das mag sich jetzt vllt bescheuert anhören und ihr könnt darüber denken, was ihr wollt, aber mein körper ist mir momentan relativ egal. ich hab nur keine lust mehr jeden tag auf dem zahnfleisch in die arbeit zu kriechen.. und bevor ich meinen job oder andere dinge einfach aufgebe, ist es wohl für mich die beste lösung ein (mehr oder weniger) fragwürdiges medikament zu nehmen!

@ shake it:

ich nehme cymbalta seit 4 tagen

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