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Angsterkrankung, Kribbeln an Händen und Füßen

nCanpnele hat die Diskussion gestartet


Ich leide schon längerer Zeit an einer Angsterkrankung. Habe auch schon eine Psychotherapie hinter mir. Eine Zeitlang dachte ich, ich hätte alles im Griff. Beruflich habe ich im Moment viel Stress und damit lebt auch mein "Tick" wieder auf. Ich glaube ständig an irgendwelchen tötlichen Krankheiten erkrankt zu sein, beim kleinsten körperlich Sympthom horche ich nur noch in meinen Körper hinein und beschäftige mich Tag und Nacht damit. Der erste Gedanke nach dem Aufwachen gilt den Sympthomen.

Ich weiß ja eigentlich, dass ich nicht wirklich krank bin, doch kann ich meine panische Angst, dass es doch etwas Ernstes sein könnte nicht steuern.

Ich laufe völlich depressiv durch die Gegend und meine Geanken beschäftigen sich nur noch mit dem Kampf darum, mich selber davon zu überzeugen, dass ich nicht krank bin. Eine Stunde bekomme ich das einigermaßen hin, in der anderen Stunde sehe ich mich schon sterben. Irgendwie habe ich kein Vertrauen zu meinem eigenen Körper.

Aktuell habe ich eine "Kribbelstörung". Es ist total verrückt und das ist mir auch bewußt aber ich kann es einfach nicht steuern:

Seit längere Zeit schlafen mir Nachts häufiger Hände und Arme ein. Da ich Bauchschläferin bin, konnte ich mir den Grund noch einigermaßen eklären. Ich hatte hierbei auch noch keine übermäßige Angst. Als nach einiger Zeit keine Besserung eintrat, beschloß ich zu einem Orthophäden zu gehen, zumal ich eine Skoliose habe. Dieser untersuchte mich, konnte aber nichts Wildes feststellen. Er äußerte aber einen Satz, der mich ganz krank macht. Er sagte: So könne er nichts großartiges Feststellen, wahrscheinlich läge es an meinen Muskelverspannungen. In einigen Fällen kündigt sich so aber die Krankheit MS an. Typisch hierfür wären außerdem Kribbeln in Füßen und Händen.

Diese Kribbeln muß mein Unterbewußtsein so hammerscharf aufgenommen haben, dass meine Hände und Füße einen Tage nach dem Arztbesuch anfingen leicht zu k r i b b e l n.

Das ist doch völlig verrückt.

Ich weiß das auch aber ich kann es nicht steuern.

Wer kann mir helfen, diesen furchtbaren Kreislauf zu unterbrechen. Es ist so erschreckend zu merken, dass man nicht mehr Herr seines Körpers ist.

Hat schon irgendjemand anderes ähnliche Erfahrungen gemacht oder habt ihr eine Meinung dazu.

Fühle mich sehr alleine. Mein Mann hat kein Verständnis.

Bin sehr dankbar für jeden Beitrag,

Antworten
S,tef9fi22x2


Hallo Nannele

Kann Dir leider nicht helfen, habe jedoch schon mal vom Restless Leg Syndrom gehört, vielleicht interessiert Dich ja folgender link:

[[http://www.restless-legs.ch/de/docs/broschure.pdf#search=%22restless%20legs%20syndrom%20angst%22]]

Alles Gute!

Steffi

L{upoY04l9


Er äußerte aber einen Satz, der mich ganz krank macht. Er sagte: So könne er nichts großartiges Feststellen, wahrscheinlich läge es an meinen Muskelverspannungen. In einigen Fällen kündigt sich so aber die Krankheit MS an. Typisch hierfür wären außerdem Kribbeln in Füßen und Händen.

Hallo Nannele,

na da hat aber eine "therapeutisch wertvoller" Orthopäde zugeschlagen, da wäre er besser mal "bei den Knochen" geblieben.

Wenn manche Ärzte wüssten, was sie bei jemanden mit Krankheitsangst mit so einem Satz anrichten können....

Bei einer doch recht ausgeprägten Krankheitsphobie hilft meiner Ansicht nach nur eine profesionelle Therapie. Du merkst selbst, dass Du trotz manchmal rationaler Sichtweise immer wieder in diesen Kreislauf gerätst und Du weisst auch, dass dieser Teufelskreis von alleine selten besser wird, sprich, immer wieder neue Symptome auftauchen können, die für noch mehr Angst sorgen.

Als Selbsthilfetip kann ich nur zu Sachen wie Entspannungstraining raten und zu Bewegung, Sport usw., um verlorengegangenes Vertrauen in den eigenen Körper wieder zurückzugewinnen.

Und - Finger weg von "Dr. Google".

Alles Gute & Viele Grüsse

Lupo

nLa5nnexle


Hallo Lupo,

vielen Dank für Deine Worte. Ich glaube ja auch, dass Du Recht hast, trotzdem ich meine Probleme recht deutlich erkennen kann, hat sich da so ein Automatismus aufgebaut, dass ist einfach unglaublich. An ein Restless Leg Syndrom, wie es Steffi vermutet, glaube ich nicht, dafür sind die Sympthome doch anders.

Ich müßte wirklich viel mehr für meine Entspannung tun, das läuft nämlich zur Zeit aus beruflichen und privaten Gründen gegen Null. Im Gegenteil, manchmal versuche ich sogar meine Angst mit Alkohol zu betäuben. Habe ich dann irgendwelche körperlichen Sympthome, habe ich Angst, ich könnte meine Gesundheit durch den Alkohol geschädigt haben. Es ist einfach zum Verrücktwerden.

Eine Psychotherapie habe ich doch bereits hinter mir, meine Therapeutin meinte doch, dass ich es nun alleine schaffe, warum gerate ich denn trotzdem immer wieder in diesen Krankeitswahn. Das vermindert deutlich meine Lebensqualität. Ich kann doch nicht ständig von einem zum anderen Doc laufen.

Habe mir jetzt zum Beispiel ein Termin beim Neurologen geholt. Ich fieber diesem Termin regelrecht entgegen, bin froh wenn das Wochenende um ist, bin froh wenn ich wieder ein Tag herum habe, damit ich dann endlich bald zu diesem Arzt gehen kann, der mich im Zweifel noch mehr verunsichert. Ich bin 40 und habe eine Tochter, für die ich da sein muss, da darf ich doch psychisch nicht so kaputt sein. Langsam werde ich wütend auf mich selber.

Viele Grüße

Nannele

LLupos049


Hi Nannele,

bei dieser Art von "Störung" gibt es immer wieder Rückfälle, das kenne ich nur zu gut. Trotzdem, das wirft Dich nicht auf "Punkt 0" zurück, zumindest erkennst Du schon frühzeitig, dass Du wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällst.

Die Arztbesuche sollten genau abgewägt werden.... - bringen sie erneute Verunsicherung oder effektive Beruhigung ?

Wut auf Dich selbst bringt Dich nicht weiter

da darf ich doch psychisch nicht so kaputt sein

Doch, Du darfst auch als Mutter psychische Probleme haben - Du hast Dir das nicht ausgesucht.

Dieser Druck - "ich darf nicht" -, diese Wut auf Dich selber kann schon zum Teil wieder Probleme und Symptome verursachen.

Akzeptiere für Dich, dass Du auf diesem Gebiet Probleme hast, vielleicht immer haben wirst, aber sei Dir gewiss, dass man lernen kann, damit umzugehen.

Grüsse

Lupo

nganxnexle


Hallo Lupo,

vielen Dank für Deine aufmunternden Worte. Es ist schon wichtig und beruhigend sich mit jemandem darüber zu unterhalten. Mein Mann hat für so etwas kaum Verständnis. Für ihn gehört das zu der Kategorie "ein wenig verrückt" und ich spreche auch nicht mehr mit ihm über meine Probleme. Mein Verhalten wird mir schon langsam peinlich. Ich habe sorgar schon das Gefühl, dass ich von den Ärzten belächelt werde. Einserseits weiß ich ja, dass bei den Untersuchungen höchstwahrscheinlich nichts gefunden wird, aber andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass man sich immer wieder Sympthome einbilden kann. Ich fühle e s doch.

Ich werde wohl zu dem Termin beim Neurologen gehen, damit ich diesen Kampf in mir(es ist ein ständiges hin und her: einmal breche ich in Panik aus, dass ich wirlich krank bin, dann wiederrum bin ich realistisch und versuche mir einzureden, dass es wie immer keine organische Ursache hat) . Dieser Kampf wird meinstens erst dann beendet, wenn ich einen Arzt erwische, der mich von meiner Gesundheit überzeugen kann. Das kann doch nicht so weitergehen.

Diese Krankheitseinbildungen endeten bei mir stets mit einem Arztbesuch, ich schaffe es leider nicht, erst einmal abzuwarten und darauf zu warten, dass sich die Sympthome von selber wieder verflüchtigen. Ich steigere mich total herein und kann an nichts anderes mehr denken.

Viele Grüße

nannele

KZerryx2


Hallo nannele

Das Kribbeln kann auch zu der Angststörung gehören. Welche Art der Angststörung wurde denn diagnostiziert?

nBaxnnxele


Hallo Kerry2

komme gerade vom Neurologen. Der meint auch, dass das Kribbeln von einer generalisierten Angststörung kommt. Außerdem meinte er, dass ich für MS zu alt wäre. Angeblich sind die Fälle über 40 sehr selten, ich müßte vorher schon irgendwann einen Schub gehabt haben. Na ja, das habe ich einfach mal so stehen lassen.

Desweiteren hat er mir ein Antidepressivum namens Clomipramin-CT 10mg verschrieben. Das soll angeblich das Allheilmittel bei generalisierten Angsstörungen sein.

Ich weiß nicht, ich traue dem Braten irgendwie nicht so richtig. Wenn das mal so einfach wäre. Man nimmt für 6 Wochen täglich ein Pilleken und schon ist alles wieder im Lot. Kennst du das Medikament?

Ich würde die ganze Geschichte lieber ohne Medikamente bewältigen.

Vielleicht sollte ich doch noch einmal zu einem anderen Arzt gehen, aber dann bin ich wieder im alten Raster, von doc zu doc, einfach ätzend.

Viele Grüße

nannele

K*errxy2


Nannele

Nein, ich kenne das Medikament nicht, aber es kann auch sein, dass Dein "dem Braten nicht trauen" auch zu der Angststörung gehört.

Was hättest Du dem Neurologen denn geglaubt? Was hätte er sagen müssen? Frau... Sie haben MS?

Überlege doch mal für Dich, was Du beim "Ärztehopping" wirklich "suchst". Man kann das Bedrohliche auch (unbewusst) suchen, um - so verrückt das jetzt klingen mag - die Angst zu verlängern. Angst kann einem auch einen Halt geben, denn es könnte doch sein, dass Du ohne Angst nichts fühlst. Muss nicht stimmen. Nur mal so als Idee. Denke bitte mal drüber nach, bevor Du den Gedanken ablehnst.

L{up>o0;49


Man nimmt für 6 Wochen täglich ein Pilleken und schon ist alles wieder im Lot

Da hast Du was falsch verstanden. Ein Antidepressiva ist immer eine mittel- bis langfristige Entscheidung. Es wirkt zwar nach einigen Wochen, aber die Empfehlung ist, es noch mehrere Monate nach einer deutlichen Besserung einzunehmen.

Das soll angeblich das Allheilmittel bei generalisierten Angsstörungen sein.

So ein Medikament heilt überhaupt nichts. Es sorgt durch Einfluss auf den Hirnstoffwechsel im besten Falle dafür, dass es Dir für die Zeit der Einnahme besser geht und die Angst reduziert wird. Allerdings ist ohne weitere therapeutische Massnahmen die Wahrscheinlichkeit gross, dass nach dem Absetzen des Medikaments alles wieder von vorne losgeht.

Die therapeutischen Möglichkeiten der Ärzte bei solchen Sachen sind eben begrenzt. Es gibt nicht viele Alternativen.

In Deinem Falle sollte eigentlich eine Therapie das erste Mittel der Wahl sein, wenn nötig, kombiniert mit AD.

Viele Grüsse

Lupo

nrannexle


Hallo Kerry2

ich habe lange über Deine Sätze nachdenken müssen. Vielleicht ist ja was wahres dran. So richtig verstehe ich es nur noch nicht. Was meinst Du denn damit, dass ich ansonsten vielleicht nichts fühle?

Viele Grüße

nannele

K;err4y2


Ich meine, manchmal hat man Angst vor etwas, um sich selbst von etwas anderem abzulenken.

Um genaueres sagen zu können, müsste man wissen, welche Art der Angststörung diagnostiziert wurde. Nur, wenn Du das sagen möchtest.

nsannexle


Hallo Lupo,

ich fürchte du hast Recht. Es wird ansonsten immer so weiter gehen.

Gestern hatte ich schon wieder ein panisches Erlebnis. Ich war vor einer guten Woche beim Hautarzt, da ich bei mir vermehrten Haarausfall festgestellt hatte. Dieser hat Blut abgenommen, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist.

Gestern sollte ich dann nach den Ergebnissen fragen, was ich dann auch morgens tat, und ach du Schreck, die Arzthelferin teilte mir mit, dass ich mich am Abend noch einmal melden sollte, um mit dem Arzt zu sprechen, da ein Wert nicht in Ordnung sei. Ich weiß gar nicht ob Du Dir das vorstellen, wie mich diese Geschichte in Panik versetzte. Ich glaubte schon wieder an etwas Superschlimmes, an dem ich elendig sterben würde. Ich bekniete die Arzthelferin , dass ich eher mit dem Arzt sprechen müsste, da ich mir so tierische Sorgen machte. Diese hatte dann nach einer Stunde und 6 Anrufen endlich Mitleid mit mir und stellte mich zum Arzt durch.

Dieser teile mir dann mit, dass ich einen Biotinmangel habe, der therapiert werden sollte.

Ich empfand mein panisches Verhalten peinlich und war oberfllächlich beruhigt. Es handelt sich also um einen "albernen" Vitaminmangel.

Stunden später routierten meine Gedanken wieder, Biotinmangel ist sehr selten, warum habe ich denn einen, da muss doch etwas grundsätzlich nicht in Ordnung sein usw. usw....

Unglaublich, jetzt ist das Kribbeln in den Hintergrund getreten(es ist aber noch da) und ich beschäftige mich mit den Folgen eines Biotinmangels. Ich kontolliere meine Haut nach Veränderungen, zähle die ausgefallenen Haare und versuche herauszufinden warum ich diesen Mangel habe, an der Ernährung kann es eigentlich nicht liegen.

Ich soll nun für einen Monat Biotin zu mir nehmen, dann soll das Blut noch einmal untersucht werden. Wenn der Wert noch nicht besser geworden ist, will mich der Hautarzt zum Internisten schicken, da es Krankheiten gibt, die es dem Körper unmöglich machen,Biotin zu verwerten.

Wenn das bei mir der Fall ist, was dann.....hilfe ich kann meine Gedanken gar nicht stoppen.

Ich habe doch im letzten Jahr erst eine Psychotherapie abgeschlossen, bezahlt die Kasse denn schon wieder eine neu?

Viele Grüße

nannele

ngannxele


Hallo Kerry2,

es handelt sich lt. Therpeutin um eine generalisierte Angststörung. Wovon könnte ich mich denn ablenken wollen. Ich verstehe immer noch nicht.

Gruß

nannele

Kgerrxy2


Wovon könnte ich mich denn ablenken wollen. Ich verstehe immer noch nicht.

Ich habe gerade noch einmal meinen eigenen Beitrag gelesen. Du hast Recht, ist nicht so ganz eindeutig von mir beschrieben. Ich meinte es so: Das Kribbelgefühl ist nicht die Ursache für die Angst, sondern das Kribbeln ist Folge der Angst. Eines der Symptome bei einer generalisierten Angststörung kann Kribbeln sein.

Die Angststörung selbst kann durch belastende Situationen ausgelöst worden sein. Wobei das ja dann ein Teufelskreis wäre.

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