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Emetophobie

SbtaSbxbin hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich weiss nicht ob ich hier ins richtige forum poste, aber ich habe in letzter Zeit ein echtes Problem. Ich habe dermaßen Angst davor mich übergeben zu müssen und mir ist oft richtig übel. Eigentlich denk ich den ganzen Tag dran ob mir jetzt schlecht ist oder nicht und dann ist mir auch meistens schlecht. das geht jetzt seit ungefähr nem halben Jahr so tag für tag. WIrklich übergeben hab ich mich allerdings 2 mal, einmal wegen was schlechten zu essen und einmal wegen alkohol ^^. naja aich war auch schon beim arzt der hat dann meinen Stuhl untersucht und blut genommen aber konnte auch nichts finden.

jetzt wollt ich mal fragen ob das vielleicht ja wirklich psychisch bedingt sein kann und eine emtophobie sein könnte?! wenn ja was kann ich denn dann dagegen tun? was tut ihr dagegen?

viele grüße!

Antworten
s[cqhneewitltschxn


mir gehts genauso. hab das schon seit gut 2 jahren.

mir ist auch täglich schlecht...mittlerweile kenn ich es schon gar nicht mehr anders :-/ ich habe eine therapie hinter mir, aber eig. nicht wegen der emo,sondern ehr wegend depressionen...geholfen hat das allerdings nicht.

würd dir raten ne verhaltenstherapie zu machen.

LG

Ntela


Schaut mal hier:

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/167949/]]

*:)

Rwote;Katzxe


Klingt wie Emetophobie!

Ich habe jetzt insgesamt einen Leidensweg von 16 Jahren hinter mir. Lange Zeit habe ich nicht gewußt, was es ist, was mich so quält, einschränkt und mein Leben zur Tortur werden läßt.

Ich hab dann auch wegen Depressionen, Angstzuständen und chronischer Gastritis eine Therapie gemacht...ohne zu wissen, daß ich an Emetophobie leide.

Ich hab es in den Griff bekommen. Es geht mir heute besser denn je.

Die Angst vorm Erbrechen wird sicherlich nie richtig weggehen, doch ich leide nicht mehr an Panikattacken, lebe uneingeschränkt, nehme am normalen Leben wieder teil, gehe in geschlossene Räume, fühle mich in Menschenmassen nicht mehr unwohl, denke nie ans Brechen (höchstens wenn mir wirklich mal wegen irgendwas schlecht ist!) und mir ist niemals mehr ohne Grund schlecht!!!

Bleib nicht in diesem Zustand, laß es Dein Leben nicht kaputt machen. Jeder Tag in diesem Zustand ist ZUVIEL.

Viel Kraft und Erfolg!!!!

s-kyef.lowxer


@RoteKatze

Darf ich Dich fragen, wie genau Du das in den Griff bekommen hast? ich wäre für jeden Tip dankbar, ich leide nämlich auch unter Emetophobie. Mir ist zwar Gott sei Dank nicht dauernd schlecht, aber ich meide auch die eine oder andere Situation, z. B. mit vielen Leuten Essen im Restaurant etc., tlw. auch Menschenmassen, je nachdem was für eine Veranstaltung das ist, ich fahre nie Bus oder Bahn, fliegen geht auch nicht usw. usw. Die Liste der Situationen ist endlos! Und ich wäre froh, wenn ich das wenigstens so weit in den Griff kriegen könnte, dass ich mich nicht mehr so einschränke! Zumal, ich muss im Oktober eine OP (Zähne) in Vollnarkose über mich ergehen lassen, davor habe ich auch Riesenangst, da mir ja von der Narkose übel werden könnte... :-(

LG,

Skye

R#o2teKatxze


@skyeflower

Alles, was Du da beschreibst...jede einzelne Situation kenne ich bestens! Ich war jahrelang nicht essen, hatte immer Ausreden. Jeder Urlaub (zumindest der Abreise-Tag und die Tage davor!) war für mich eine Qual. Jedes Mal dachte ich, ich hätte sicher eine sehr ernste Magen-Darm-Grippe, so schlecht war mir. Ich litt dann an Durchfall und wahnsinniger Übelkeit.

Ich mied Veranstaltungen mit anderen Leuten in Räumen, hatte immer die Tür im Auge und die Überlegung, ob man mich für "verrückt" halten würde, wenn ich einfach rausgehe. Packte mich die Panik, war ich innerlich gezwungen, mir nix anmerken zu lassen. Ich war 24 Stunden Anspannung pur.

Auch die Angst vor Narkose kenne ich. Die hab ich heute noch, doch sie schränkt ja mein Leben nicht ein, weil man die nicht so oft braucht!

Ich hab sogar eine Schwangerschaft überstanden. Zwar mit wahnsinniger Übelkeit in den kompletten ersten 3 Monaten, doch ich hab mich nie übergeben müssen...auch bei der Geburt nicht (ich dachte, die Schmerzen würden mich dazu bringen! Wie dumm!!!)

Ich wollte mich irgendwann aber nicht mehr einschränken, ging wieder raus, überwand meine Angst und entschloß mich zu AUTOGENEM TRAINING (angeboten an Volkshochschulen!), um diese schreckliche inner Anspannung und Nervosität in den Griff zu bekommen.

Das war ein kleiner Schritt, aber ein Anfang.

Und immer, wenn ich dann irgendwo war, wo ich nicht wegkonnte (Schulstunde, Straßenbahn, usw.), setze ich es ein, meine Angst ließ spürbar nach, damit auch meine Übelkeit und die aufsteigende Panik und ich beruhigte mich.

Das perfektionierte ich für mich soweit, daß ich immer öfter dieses positive Erlebnis hatte und die "Attacken" in solchen Situationen mit den Monaten (kein Prozeß von Tagen oder Wochen!) irgendwann nachließen.

Ein kleiner Trick:

Überleg Dir mal, wie oft Du wirklich gebrochen hast, wenn Dir mal schlecht war!!! Sicher nur in den seltensten Fällen, wenn überhaupt mal einfach so.

(Ich hab zum Beispiel vor 20 Jahren das letzte Mal wirklich gebrochen. Meine Panik davor hat dennoch mein Leben über Jahre zerstört!)

Und wenn Dir wieder irgendwo übel wird und Du komische Gedanken bekommst, Du Angst hast Dich übergeben zu müssen, dann führe Dir vor Augen, wie selten Du wirklich gebrochen hast in solch einer Situation, gehe Deine letzten Mahlzeiten durch und vergewissere Dich im Kopf, daß Dir gar nicht schlecht sein kann (Emos achten extrem darauf, was sie essen und daß es keinesfalls verfallen ist!). Versuche Dich innerlich zu beruhigen (dabei hilft eben autogenes Training!), sag Dir, daß alles bestens ist, daß diese Attacke vorübergeht. Oder teile Dich Jemandem in solch einem schweren Moment mit, der Dir nahe steht, vertraut ist und von Deinem Problem weiß (Mein damaliger Freund wußte davon. Ihm zu sagen, was in mir vorgeht, hat mir geholfen, hat dem allen den Schrecken genommen - wie ein Gespenst, das man sieht! - und mit ihm und seinem Zuspruch, seinem Verständnis bekam ich mich in den Griff.)

Ich denke, das alles + meine Psychotherapie (die die Emetophobie nicht behandelte, weil ich nicht wußte, was ich habe!) habe ich es über die Jahre geschafft heute ein normales und fast phobiefreies Leben zu führen. Mehr oder minder habe ich nur trainiert mich täglich davon zu überzeugen, daß es nix gibt, wovor ich Angst haben muß, daß alles nur aus mir selbst heraus entsteht und ich nicht wirklich bedroht bin, mir nicht wirklich schlecht ist, sondern nur mein Kopf verrückt spielt und mich hochschaukelt.

Irgendwann schien ich automatisch zu wissen, daß nix ist. Mir war immer seltener schlecht, ich fühlte mich immer seltener bedroht oder eingesperrt. Ich kam langsam ins Leben zurück...auch wenn das albern klingt.

Gern beantworte ich Dir noch mehr Fragen, wünsche Dir aber viel, viel Glück und Kraft.

Ganz liebe Grüße...

sCky^efWlowxer


@Rote Katze

Vielen, vielen lieben Dank für Deine ausführliche Message. Glückwunsch von Herzen, dass Du Dich da durchgekämpft hast! Und dass es Dir heute so gut geht :-)

Bei mir ist das so durchwachsen. Ich habe tatsächlich seit wissentlich 24 Jahren (!) (bin 35) nicht mehr gekotzt, allerdings war ich einige Male so kurz davor, dass ich es besser rausgelassen hätte, aber mit viel Willenskraft habe ich es immerwieder unter Kontrolle gekriegt, und mithilfe von MCP. Ohne das Zeug gehe ich auch nirgendwo hin. Ich brauche es, wenns oft ist, zweimal im Jahr oder so, aber es nicht mit zu haben, würde reichen, um mich, wenn nicht in Panik, so doch zumindest in starke Unruhe zu versetzen. Ich hasse es auch, wenn ich mal mein Auto nicht mithabe, z. B. bei der Arbeit. Neulich war es wieder in Reparatur und ich musste mich zur Arbeit bringen und abholen lassen. An sich ja kein Problem, aber der Gedanke, nicht "weg" zu können, wenn was ist, sprich, nicht aus einer bedrohlichen (für MICH bedrohlichen) Situation fliehen zu können, macht mich krank, im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich reagiere extrem auf Situationen wie z. B Unfälle oder so. Letztens war ich selbst im Auto auf dem Weg zur Arbeit, fahre auf die Autobahn auf und rums, steh ich im Stau, weil vor mir ein schwerer Unfall war. Kein Weg mehr raus, es ging nicht vor und nicht zurück. Und dann kam auch schon von hinten der Krankenwagen angerast und schon ging mein "Programm" los, was sich immer bei mir abspielt: Panikattacke, Hyperventilieren, infolgedessen Blutdruckabfall und damit kommt wiederum die Übelkeit. Das volle Programm! Und dann nicht "raus" zu können aus der Situation macht mich total fertig. Gegen sowas komme ich einfach nicht an! Mit Autogenem Training habe ich leider keine so guten Erfahrungen gemacht. Als Kind, so mit ca. 10 oder so, wurde ich mal dazu gezwungen, weil ich schon immer hyperängstlich war. Gebracht hat es rein gar nichts. Aber ich habe mich jetzt immerhin für einen Tai Chi-Kurs bei der VHS angemeldet, der beginnt bald, vielleicht hilft das ja.

Wenn ich einen akuten Emo-Anfall habe, sozusagen, d. h. mir ist schlecht aus welchem Grund auch immer, versuche ich IMMER, mir nichts anmerken zu lassen. Ich denke da immer ein bisschen quer, so nach dem Motto, solange nur ICH davon weiß und niemand sonst, ist alles ok und es geht wieder weg. Sobald aber jemand weiß, mir ist nicht gut, habe ich es laut ausgesprochen und sozusagen "real" gemacht und dann betüdeln mich Leute, z. B. mein Mann,und irgendwie macht es das nur noch schlimmer für mich, zumal er das Problem überhaupt nicht versteht. Furchtbar!

Jetzt hab ich soviel geschrieben, hoffe Du bist noch nicht eingeschlafen ;-)

GLG,

Skye

R@oteKaDtzhe


@skyeflower

Ha...das gute MCP!!!

Jahrelang mein treuester Begleiter neben meinem Freund. Alles was Du da beschreibst, klingt als hätte ich es geschrieben.

Ich staune heute noch, daß es auf dieser Welt neben mir noch Menschen gibt, die dasselbe erleben, es genauso empfinden und die gleichen Ängste haben. Dabei habe ich jahrelang in dem Glauben gelebt, das einzige Exemplar zu sein, daß so "verrückt" ist. Ich dachte immer, ich muß verstecken, was in mir vorgeht, was ich fühle, denn man würde mich einsperren, wenn es Jemand wüßte.

Und das alles jetzt, wo ich selbst aus all dem raus bin.

Und ich muß zugeben, daß es mir trotz allem kaum möglich zu sein scheint, anderen Betroffenen zu helfen...

Ja, das mit den Tropfen kenne ich bestens. Auch das war für mich ein schleichender Prozeß, sie irgendwann ganz einfach nicht mehr zu brauchen (ich habe sie übrigens auch jetzt noch im Haus - für "Notfälle"! Doch ich schleppe sie nicht mehr mit mir rum, wüßte jetzt auf Anhieb nicht mal, wo ich sie habe...), ich hatte sie mal vergessen und gemerkt, daß es keine Panik mehr in mir auslöst.

Doch in meinen "schlechten" Zeiten bin ich sogar wieder heimgefahren, wenn ich vergessen hatte, sie mit auf Arbeit zu nehmen. Lieber kam ich ein paar Minuten zu spät zum Dienst als 8 Stunden ohne meine Tropfen dazustehen.

Und was das Brechen angeht:

Tatsächlich ist zu beobachten, daß es Emos wahnsinnig gut im Griff haben, Jahrzehntelang nicht k*** zu müssen. Das ist doch aber ein kleiner Punkt, eine Tatsache, an der Du Dich festhalten kannst. Klar war es vielleicht schon ein paar Mal kurz davor und ich weiß, für Menschen wie uns ist jedes Mal Übergeben ein Mal zuviel. Doch was wären diese paar Male auf unser Leben gerechnet gewesen? Andere übergeben sich jedes Wochenende, weil sie mit Alkohol nicht umgehen können.

Und Dein Stau-Erlebnis kenne ich ebenso. Ich war damals mit Freunden unterwegs (mein Freund spielte in einer Band und wir waren auf dem Weg zu einem Auftritt...), und mitten in der größten Mittagshitze geraten wir in Stau.

Ich wußte mir in meiner Panik nicht anders zu helfen und habe (außer meinem Freund wußte keiner von meiner "Macke"!) zugegeben, daß mir grad elend wird und etwas Luft brauche. Also ließen sie mich raus und solange der Stau anhielt, lief ich neben dem Auto her. Die Angst und somit die Übelkeit legten sich...weil ich versucht habe normal damit umzugehen.

Erfahrungsgemäß hat sich meine Panik/Übelkeit wesentlich gesteigert, wenn ich versucht habe, normal zu wirken, mir nichts anmerken zu lassen.

Dieses Verstecken + diese Attacken in einem sind doch logischerweise eine enorme Anspannung. Dazu noch der Versuch (der ja meist gelingt!) alles geheimzuhalten. Das kann nicht gut gehen...

Wie Du selbst weißt und täglich erlebst, ist das alles ein ewiger Kreis, den es endlich zu durchbrechen gilt. Mache einiges anders als bisher:

Geh essen und sag Dir immer, daß Du nicht ausessen mußt. Niemand macht Dir einen Vorwurf deswegen. Und Du kannst JEDERZEIT gehen. Oder iß erstmal gar nichts, nasche vom Teller Deines Begleiters, dann macht Dir Dein eigener Teller wenigstens keine Angst, nur so unverbindlich abends mal weggehen, in eine Kneipe, wo die Anderen etwas Kleines essen.

Stell Dich dem, was Dich gefangen hält und überzeug Dich immer wieder davon, daß Deine Angst im Grunde nur heiße Luft ist.

Durchbrich das Muster, das Du immer lebst. Fang mit kleinen Sachen an...

Sag mal, wie lange hast Du die Emetophobie eigentlich schon? Und wie hat es angefangen? Hast Du Kinder?

Liebe Grüße...

QUuit{schYexente


Hallo,

mich plagt das gleiche Problem mit der Emetophobie.

Da empfehl ich euch mal den Link :

[[http://www.emetophobie.de]]

Da gibt es ein Forum...wirklich zu empfehlen.

*:)

s8kyef8lowxer


@Rote Katze

Es ist wirklich beruhigend zu wissen, dass es noch jemanden gibt wie mich!!! Ist zwar bescheuert eigentlich, da ich Emo wirklich niemandem wünsche! Aber trotzdem.. Leidensgenossen zu haben, macht es einem irgendwie leichter, oder?

Also, Emo habe ich schon so lange ich denken kann. Meine Mutter hat auch mal gerätselt, wieso ich das habe und hat sich an ein Erlebnis erinnert, dass der Auslöser gewesen sein KÖNNTE. Sicher sind wir uns da aber nicht. Das war, als sie schwanger war mit meiner Schwester, da war ich 4. Sie bekam eine Nierenkolik der übelsten Sorte, hat sich mit Schmerzen gewunden und sich ein- ums andere Mal übergeben und dabei wohl immer gerufen "ich sterbe, ich sterbe". Das müssen wirklich übelste Schmerzen gewesen sein. Außer mir war keiner zuhause und sie hat sich da alleine durchgequält. Ich als Vierjährige habe mir das dann mitansehen müssen und konnte erstens ja nicht helfen und habe wohl zweitens das Ganze hübsch im Unterbewusstein gespeichert. Naja, wir denken, das könnte ein Grund gewesen sein. Jedenfalls begleitet mich das Problem sozusagen immer schon. Ich halte es einfach nicht aus, selbst brechen zu müssen, obwohl es ja nun wirklich schon ewig her ist! Und wenn jemand anderes muss, kriege ich auch die Krise! Überhaupt, was sage ich, Du kennst das ja alles...

Nein, Kinder habe ich keine. Auch aus Angst vor der Schwangerschaft. Gerade ist im Freundeskreis eine Frau schwanger, die Glückliche hat so gar keine Probleme, ihr ist nie übel, sie ist nur immer ein bissel müde. Aber ich ??? Allein die Möglichkeit, ich könnte drei Monate lang nichts bei mir behalten.. ich bin ja auch so dünn, allerdings alles andere als magersüchtig! Ich würde ja wie gesagt nie freiwillig....

Nein, ich esse gerne, auch viel sogar. Aber das geht irgendwie nur mit vertrauten Personen um mich rum. Ich musste es erst mühsam lernen, als ich mit meinem Mann in seine Heimatstadt gezogen bin, im Kreise seiner - wirklich lieben - Freunde essen zu können. Aus Angst, mit meiner Macke doof aufzufallen habe ich alles mögliche angestellt, um nicht mit essen gehen zu müssen etc. Feiern meide ich auch häufig, weil irgendein Depp sich immer besäuft und kotzt. :-( Ich versuche wirklich, mir das Leben nicht noch unnötig schwer zu machen. Ich gehe z. B. auch auf Live-Konzerte oder so, aber direkt in die Menge will ich nicht, wir stehen dann immer am Rand irgendwo. Noch nicht mal in der Nähe der Toiletten, das finde ich auch eklig, aber irgendwo, wo Platz ist. Enge bringt mich um! Mit den Freunden, s. o., zusammen essen geht jetzt, wir machen das immer so in unregelmäßigen Abständen, ein Pärchen kocht und lädt ein, so reihum. Ist auch immer sehr schön, da guckt keiner drauf, was und wieviel ich esse. Am liebsten ist es mir aber, wenn das bei uns stattfindet, da fühle ich mich am sichersten ;-) Nächstes Wochenende steht wieder ein großes Essen in der Familie an, das stehe ich auch noch halbwegs durch. Aber es gibt immerwieder Situationen, wo ich nervös werde oder richtig Angst kriege. Die Angst dann offen zuzulassen, das fällt mir noch schwer! Ich glaube, wir Emos haben alle so eine Art Kontrollzwang, oder? Immer die Situation im Griff haben, irgendwie. Richtig? Wie war das bei Dir? Wie fing das an? Wie alt bist Du? Kannst mir auch ne PN schicken, wenn Du magst.

LG,

Skye

sMkye8flowe;r


@Rote Katze

Bist Du noch da? :-)

RFotesKatze


@skyeflower

Bitte entschuldige recht vielmals, daß ich mich erst jetzt wieder melde.

Ich war krank, so wahnsinnig doll erkältet, habe meine Stimme bis heute noch nicht wieder zurück.

Ich hoffe, Du kannst mir das nachsehen. Es war keine böse Absicht, daß ich mich ein paar Tage nicht gemeldet habe.

Du hast auf jeden Fall Recht, Leidensgenossen geben Kraft, weil es Leute sind, die einen verstehen. Und mal ganz ehrlich: Emetophobie (wie jede andere Phobie, Depressionen und Angsterkrankungen!) kann NIEMAND nachvollziehen oder verstehen, der es nicht kennt!!!

Und sei es nur, daß man sich gegenseitig berichtet, was einem wieder passiert ist, daß man sich Jemandem anvertraut, wenn einen die Angst wieder mal packt und man aus seinem eigenen Kreis der Panik nicht wieder rauskommt.

Ich habe Emo auch schon seit ich denken kann. Ich kann jedoch keinen Grund finden, der das hätte auslösen können. Ich habe mir schon so oft das Hirn zermatert, weil es mich wirklich interessieren würde, doch mir fällt nichts ein. Meine Mom habe ich danach auch gefragt, doch sie war nur schockiert darüber, daß ich sowas durchgemacht habe und sie NIE etwas davon mitbekommen hat (ich habe ihr erst vor 2 Jahren davon erzählt als ich durch Zufall hier im Forum darauf gestoßen bin, daß mein "Leiden" einen Namen hat! Ich wußte jahrelang nicht, was das Hauptproblem war!).

Ich kann mich nur daran erinnern, daß so ca. mit 6 oder 7 Jahren (es war um die Zeit meiner Einschulung) meine ersten Panik-Attacken nachts begonnen. Immer war mir schlecht. Ich schließ nächtelang nicht aus Angst ruckartig aufzuwachen und brechen zu müssen ohne es verhindern zu können.

Dann aß ich irgendwann immer weniger, weil ich dachte, "Wenn nix rein, dann nix raus!".

Mein erster großer Liebeskummer mit 15, bei dem mir schon wegen der Sache an sich hundeelend war, aß ich dann über Wochen nichts. Mit 16 kippte ich eines Morgens im Bad um und konnte nicht mehr aufstehen.

Die Diagnose hieß Magersucht, wenn nicht gar Bulimie.

Ab da quälte ich mich über viele Jahre hinweg mit Magenproblemen, Schmerzen und ununterbrochener Übelkeit. Ich verweigerte Untersuchungen wie Magenspiegelungen aus Angst vor dem Schlauch in meinem Hals (kannte noch die Horror-Geschichten, daß solche Sachen ohne Narkose gemacht werden...).

Mit 21 fand ich erstmals einen Arzt in meiner Nähe, der es mit Betäubung machte und mir hoch und heilig versprach, ich würde nix merken. Und so war es auch. Man stellte fest, daß ich an einer schweren Gastritis und Refluxösophagitis leide. Beides indes chronisch.

Wegen Zweiterem tippte man auf schwere Bulimie. Niemandem konnte ich klarmachen, daß das das letzte sei, was ich tun würde.

Nur dank meines Psychologen, der mich indes ein Jahr kannte, konnte ich vor einer Einweisung in eine Klinik verschont werden.

Inzwischen blicke ich auf eine lange Geschichte zurück und werde in einer guten Woche 27.

Angst vor der Schwangerschaftsübelkeit hatte ich übrigens auch immer. Doch man hatte mir vor 5 Jahren gesagt, daß ich wohl nie auf natürliche Weise schwanger werden würde. Hormonschwankungen waren das Problem, verhinderten, daß ich einen Eisprung haben konnte, vielleicht ausgelöst durch mein Untergewicht (was nicht so besonders doll ist, wiege 48 kg bei 1,68 m Körpergröße), aber auch 1000 andere Sachen könnten Grund dafür sein.

Ich mußte die Pille nehmen, um meinen Zyklus im Gleichgewicht zu halten.

Und dann plötzlich (ich war grad bei einer Kur, wegen ein bißchen zunehmen, Seele baumeln lassen, usw.) stellte ein Arzt fest, ich sei schwanger.

Kannst Du Dir vorstellen, wie glücklich ich war? Ich war so happy...und plötzlich einfach schwanger, daß es nur noch hieß "Augen zu und durch!"

Mein Sohn wird in 3 Wochen 2 Jahre und er ist das schönste Kind der Welt!!!

Mit seinem Vater bin ich nicht mehr zusammen, habe deswegen lange gelitten, daß es nicht geklappt hat, doch dieser kleine Wurm ist mein Leben.

Immer wieder würde ich mich für DIESES Kind entscheiden und für dieselbe Schwangerschaft, egal wie schlecht mir wäre...

Was ich natürlich vorher nicht bedacht habe: Kinder haben schnell mal was, brechen ab und zu mal. Und da kann ich, im Gegensatz zu anderen Leuten, ja leider nicht die Augen zumachen und wegrennen, sondern muß mich der Situaton stellen und muß dasein, meine Angst verbergen, um für mein Kind dazusein und ihm Sicherheit zu bieten.

Und ich habe immer noch Panik vor dem, was er noch so mit heimbringen kann, daß ich mich anstecke und sonstiges.

Hast Du denn trotzdem Kinderwunsch (von der Angst mal abgesehen?)?

Liebe Grüße...

R}oteHKatCzxe


@skyeflower

Bist DU noch da? ;-)

s,kyeHflbo)wexr


@rote Katze

Diesmal sage ich SORRY, dass ich mich jetzt erst melde. Ich hoffe, es geht Dir inzwischen besser und Du hast auch Deine Stimme wieder?! Ich war in den letzten Tagen völlig erledigt nach der Arbeit und habe so gut wie gar nicht am PC gesessen, nur einmal kurz. Heute habe ich endlich etwas Ruhe gehabt, obwohl ich noch ein paar Stunden im Garten gearbeitet habe, der hats nämlich dringend nötig ;-)

Also, Du hast ja auch ganz schön was durchgemacht! Meine Güte! Ich hatte "nur" mal vor ein paar Jahren eine akute Gastritis, das fand ich schon schlimm genug, ich hatte fast dauernd Brechreiz, vor allen Dingen morgens. Da bin ich tlw. um 5 Uhr früh aufgewacht und mir war kotzübel. Bin dann meist aufgestanden und habe den Brechreiz mit aller Macht bekämpft, meist einfach mit Willenskraft, so nach dem Motto "ich WILL nicht, also WERDE ich auch nicht, und basta" und meinen Körper beinahe gezwungen, sich endlich wieder normal zu verhalten. Das Ganze dauerte so vier Wochen, dann war es Gott sei Dank vorbei. In die Zeit fiel allerdings meine Hochzeit, das war 2002, ich dachte, ich würde schon vor lauter Aufregung den ganzen Tag Übelkeit verspüren, aber es war NIX. Ich war noch nie so ruhig wie an dem Tag, komisch, oder? Naja, jedenfalls stelle ich mir gerade vor, wie Du Dich damals gefühlt haben musst! Furchtbar!

Mir wurde - und wird! - auch dauernd Magersucht unterstellt. Das schleppe ich auch schon ein Leben lang mit mir rum. Ich war schon immer dünn, meine Schwester auch, meine Mutter auch, und irgendwann, als ich so 20 war, kam auch noch eine Schilddrüsenüberfunktion dazu, was natürlich gewichtstechnisch nicht gerade günstig ist. Aber das ist mit Tabletten mittlerweile gut eingestellt. Dennoch belästigen mich tlw. wildfremde Leute immer mit Sprüchen, da könnte ich so manches Mal ausrasten. Einmal habe ich das auch gemacht, bei einer Arbeitskollegin, seitdem ist die gaaanz lieb ;-) Manche Leute brauchen offenbar eine deutliche Ansage! Traurig, aber wahr.

In der Klinik war ich auch mal, mit 11. Meine Eltern haben sich belabern lassen, weil ich halt so dünn war. Ein Mädchen aus meiner Klasse damals hatte tatsächlich Magersucht, im Gegensatz zu mir, ich hatte einfach nur Angst vor dem Essen, weil ich Angst hatte, mir könnte schlecht werden. "Was nicht rein, das auch nicht raus", das hätte auch mein Wahlspruch sein können! Mir WAR aber auch dauernd schlecht damals, aber ich glaube, das war alles psychisch! Naja, mit 11 konnte ich das aber nicht so beurteilen wie heute und meine Eltern wussten sich nicht zu helfen. Die Klinik war die Hölle, es war das örtliche Krankenhaus und teilweise standen 5 Leute um mich rum, wenn ich meinen Mittagsteller gegessen habe. Dass die nur Druck ausübten und mir das gar nicht geholfen hat, war total zweitrangig, aber egal.... Jedenfalls reagiere ich seitdem allergisch auf alle, die meinen, was zu meinem Essverhalten sagen zu müssen - was, wie ich ja selbst weiß, völlig in Ordnung ist. Mein Mann flippt auch immer aus, wenn er mitkriegt, wenn jemand was sagt. Der haut dann auch gleich Sprüche raus so von wegen: "ICH muss doch wohl wissen,wie es ihr geht, ich lebe mit ihr zusammen und nicht du!" oder so ähnlich!

Ich beglückwünsche Dich zu Deinem Sohn und freue mich, dass Du so glücklich bist, ihn zu haben. Ich selbst hatte nie einen Kinderwunsch. Bin mittlerweile 35, und bis jetzt hat sich der Wunsch nach Kindern einfach nicht eingestellt, so denke ich, dass das auch nichts mehr wird. Mein Mann traut sich die Vaterrolle irgendwie nicht zu, er hatte eine schlimme Kindheit (er ist selbst gerade in Therapie deswegen) und meint immer, er würde schlechte Gene weitergeben oder so. Völliger Quatsch, er ist der liebste Mann der Welt, aber er sieht das so. Naja, demnach werden wir wohl kinderlos bleiben. Aber wenn ich aus welchen Umständen auch immer schwanger würde (ich nehme die Pille, aber naja ;-)), ich würde das Kind auf jeden Fall bekommen. Allerdings kommen mir dann so Gedanken, dass wenn ich dauernd brechen müsste am Anfang einer Schwangerschaft, dass ich das gar nicht überleben würde! Ich wiege ja auch wenig und wenn halt nix mehr drinbleibt... das ist für mich die Horrorvorstellung!

Wie hältst Du das denn aus, wenn Dein Kind mal brechen muss? Musst Du dann nicht auch? Mich würde das sofort "anstecken", wobei ich jetzt nicht mal die Krankheit selbst meine, sondern das zu sehen, zu hören, zu riechen....

Bei uns im Haus wohnt jemand (ist ein MFH), der sich offenbar fast täglich übergibt. Meist nachts, und dann so laut und gequält, dass ich es bis hierhin hören kann! Der wohnt über uns, aber auf der anderen Seite! Heute war er allerdings schon nachmittags "aktiv" und das hätte mir fast schon gereicht! Ich möchte mal wissen, was der Typ hat, ehrlich! Der sieht eigentlich ganz fit aus! ???

So, jetzt mal genug für heute, will ja nicht, dass Du noch einschläfst ;-)

LG,

Skye

s;kyefl@oweVr


@Rote Katze

Hi :-)

Falls Du antworten möchtest, schick mir gerne eine PN. Bin allerdings nur noch morgen da, dann mal ein paar Tage weg. Endlich ein paar Tage mal rauskommen und was anderes sehen.... auch wenn manche Situationen wieder schwierig werden wie Essen gehen etc. (das steht auf jeden Fall an), trotzdem freue ich mich wie Bolle auf das verlängerte Wochenende!

Ich hoffe, es geht Dir gut?!

Liebe Grüße,

Skye

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