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Citalopram - Umstellung von Trevilor

G&l*owy hat die Diskussion gestartet


Hi,

Also ich fall dann mal direkt mit der Tür ins haus... ich hab etwa 8 Monate lang Trevilor genommen und hab damit eigentlich nur gute erfahrungen gemacht bis auf das absetzen (Ich sollte vom Hausartzt her absetzen weil es mir eigentlich sehr gut ging)... Das war furchtbar, ich hab mich gefühlt wie dreck und dazu kamen noch diese wiederliche blitzgefühl das immer kam wenn ich mich bewegt habe... Jetzt fängt es wieder an bei mir mit der Niedergeschlagenheit und einem kaum zu ertragenden traurigkeitsgefühl, deswegen meinte mein hausartzt ich solle es weiterhin mit trevilor probieren doch ich wollte das nicht da mir durch das absetzen die lust daran vergangen ist. Als alternative hat er mir Citalopram-neuraxpharm verschrieben 20mg. Ich hab eben davon eine halbe genommen, eigentlich sollte ich eine ganze nehmen aber da ich noch nicht die ausreichenden erfahrungen damit habe wollte ich es langsam angehen. Hat jemand damit erfahrung? Wie sind die nebenwirkungen und wie lange halten sie dann meist an ? Wäre echt lieb wenn ihr mich mit reichlich posts beschenkt :-)

Gruß

Julian

Antworten
Nsac?h_trunxe


In welcher Dosis hast du das Trevilor genommen und wie abgesetzt - von einem Tag aufn anderen keine Kapseln mehr, oder zuerst die Dosis verringert?

Das ist leider die echte Schattenseite von Antidepressiva, der Entzug ... kann bei Citalopram genauso übel sein, wenn du das Medikament abrupt absetzt. Durch langsames Ausschleichen - über Monate :- - läßt sich aber wohl das meiste verhindern.

Wenn du eine Alternative möchtest, kannst du Johanniskraut in entsprechender Menge versuchen (zB. Lucilium 600, kann verschrieben werden für die Kostenübernahme) 1-2x am Tag und Multivitamine (besonders die B-Vitamine und glaub Eisen) können durchaus eine gute Wirkung haben. Johanniskraut aus der Drogerie ist aber zu schwach dosiert.

GaloFwy


Also ich hab Trevilor in der Dosis 75mg genommen und abgesetzt über einen monat hinweg. Trotz alle dem hatte ich diese üblen Absetzsyntome... Johanniskraut hab ich auch schon mal 3 monate genommen aber gebracht hat es nichts ausser das ich sau haut empfindlich wurde. Es klingt vllt komisch aber ich merke jetzt schon eine besserung meiner Niedergeschlagenheit, nicht wirklich viel aber es nicht so stark wie gestern und die wochen davor....

Was kann mich den erwarten wenn ich Citrlopram wieder absetzte ?

Ach was ich noch bemerken muss ich wurde vom Trevilor extrem vergesslich. Wenn ich nicht meinen PDA hätte wär ich zu manchem meeting garnicht erst gekommen.

Greetz

Julian

N=acFhtrunne


Was kann mich den erwarten wenn ich Citrlopram wieder absetzte ?

In der Art vom Trevilor halt, die Zaps (Stromschläge) vor allem ... aber wenn du über genug lange Zeit reduzierst, wirst nicht groß was merken von.

Ich versuche gerade, Trevilor abzusetzen - war etwa 9 Monate auf 150mg und hab jetzt letzten Montag erstmals auf ~130mg reduziert, indem ich die Kapseln öffne und einen Fünftel der enthaltenen Kügelchen entnehme. Am Dienstag war die Laune etwas angeschlagen :-/ und etwas Kopfschmerzen manchmal, aber jetzt tendentiell weniger Lethargie wie vorher, welche der Grund war daß ich es absetzen will ...

Die Vergesslichkeit hatte ich wohl schon auch, nicht krass aber dennoch vorhanden, in der Art daß ich öfters den Hausschlüßel im Auto vergessen hab und zurücklaufen mußte, oder Dinge tat und einen Moment später nicht mehr wußte wo hab ich jetzt was hingelegt etc.. mal sehen ob das besser wird.

Spürst du die Besserung vom Citalo noch?

*:)

Vyi:ta~lboxy


jeder reagiert unterschiedlich, würde ich sagen.... bei mir hat citalopram nach 4 wochen die angst derart verstärkt und mich so unruhig gemacht, daß es fast nicht auszuhalten war.... musste es dann absetzen und habe auch null probleme mit entzugserscheinungen gehabt, im gegenteil wurde es jeden tag etwas besser. habe aber statt dem citalo doxepin verschrieben bekommen, was ich viel besser vetrage. der alptraum ist, wenn die medikamente das verstärken, wogegen sie eigentlich helfen sollten.

VG *:)

N:acIht%ruxne


Ist bei SSRIs und Ängsten offenbar nicht selten, daß sie erst mal verstärkend wirken - war bei mir mit Paroxetin so und auch schon öfters gelesen oder gehört :-/ ist da aber echt so, daß das Absetzen im Verhältnis zur Wirkung ist. Ein AD welches nicht wirkte läßt sich auch gut wieder absetzen, ein funktionierendes hingegen nicht (Stimmungsabsturz) ...

Gibt übrigens ein Medikament speziell gegen depressive Ängste (Buspiron, Buspar/Bespar) mit einer anderen Wirkweise, das zumindest bei mir wenig Probleme bei der Dosisänderung macht. Braucht aber auch eine ganze Weile bis es wirkt.

*:)

V/itaxlboy


Nachtrune

hmmm, "erstmal" ist gut... nach vier wochen setzte die fette angstverstärkung ein, davor ging es mir teilweise sogar gut... finde ich heimtückisch... da vetrau ich lieber auf die alten trizyklika, die haben diese angstverstärkung nicht als nebenwirkung. doxepin macht mich zwar teilweise müde, aber angenehm und nicht so, daß ich gar nix mehr auf die reihe kriege....

bin sehr mißtrauisch geworden, was die sache angeht, daß die SSRI besser wirksam/veträglich und nebenwirkungsärmer sind....

hatte unter citalopram oft appetitstörungen, o.-störungen und störungen beim wasserlassen, konnte oft nicht durschlafen.

jabb, bei mir ist es durchs absetzen wirklich besser geworden... ein tag nicht eingenommen und o.g. war alles wieder weg... essen wieder geschmeckt, lustempfinden wieder da usw...

doxepin wirkt sofort beruhigend und sedierend, nach 2-3 wochen soll es antidepressiv wirken... mal sehen.

VG

V}italxboy


es gibt einige studien, die besagen, daß

a) SSRI nicht weniger NW haben als trizyklika, sondern nur andersartige

b) daß kein wirkunsvorteil gegenüber trizyklika besteht und zweitere oft sogar besser wirken

bei trizyklika hat man halt den vorteil, daß sie über generationen klinisch eingesetzt werden -> mehr erfahrung.... und todesfälle kommen auch bei aspirin vor.

N@achtruxne


Hmm, ich bin den Wiederaufnahmehemmern gegenüber echt auch vorsichtig geworden ... hab teilweise auch krasse Stimmungsschwankungen, die ich so früher noch nicht hatte :- aber hast du einen Link zu der Studie über SSRI vs. Trizyklita? Würd ich gern mal lesen!

V)it$aDlb3oxy


auch beim absetzen sollen die trizyklika vorteilhafter sein.... ich glaube langsam, daß das mit den SSRI nur ein riesiger marketinggag der pharmaindustrie ist.... :-/

eine gute quelle diesbezüglich ist z.b. adfd.org

z.b. [[http://www.adfd.org/forum/viewtopic.php?t=893]]

V@itajlbxoy


SSRI seien nicht besser verträglich als Trizyklika, hätten aber ein anderes Spektrum von Störwirkungen: Die geringeren anticholinergen Effekte würden mit anderen unangenehmen Effekten wie Agitation, Erregungszustand, Aggressivität, Psychosen, Ängstlichkeit und Schlafstörungen erkauft. Insgesamt sei unter SSRI nicht seltener mit Störwirkungen zu rechnen als unter Trizyklika. Zusätzlich komme es bei SSRI häufig zu schweren Immunerkrankungen mit Myalgien, eosinophiler Pneumonitis, Vaskulitis, Serumkrankheit. Das Arzneitelegramm berichtet über den Verdacht auf Abhängigkeit mit Langzeitwirksamkeit und Entzugssymptomatik bei Antidepressiva besonders vom Typ der SSRI. Mehr als 1000 entsprechende Meldungen seien beim britischen Committee on Safety of Medicines eingegangen.

(von dem link)

schau, z.b. dieses kann ich absolut bestätigen aus eigener erfahrung.

RtiIta"173


Unabhängig von Wirkungen und Nebenwirkungen frage ich mich, ob Dein Hausarzt noch alle Tassen im Schrank hat. Was maßt dieser Mensch sich an. Nur weil es Dir gut geht, darfst Du doch ein Medikament nicht absetzen. Ein Diabetiker kann doch auch nicht einfach das Insulin weglassen, weil seine Zuckerwerte gut sind. Diese Sache gehört in die Hände eines Neurologen/Psychiaters. Mein Lebensgefährte ist an Citalopram fast kaputtgegangen, wurde dann auf ein anderes Medi aus der gleichen Stoffgruppe umgestellt (hab den Namen im Moment vergessen) und nach 3 Monaten Hölle ist er in der Psychiatrie gelandet. Jetzt bekommt er Travilor und er hat keine Nebenwirkungen mehr. Aber jeder reagiert anders auf ein Medikament. Auf jeden Fall solltest Du das ganze in die kompetenten Hände eines Facharztes geben und dem Hausarzt nur das lassen, was er auch kann, nämlich Husten, Schnupfen, Heiserkeit, ...

VKit`alboxy


@ Rita173:

muß deinem lebensgefährten mein beileid aussprechen, bin an citalopram auch fast kaputtgegangen....

LLupdo04x9


Hallo Glowy,

ja, war ziemlich cool von Deinem Hausarzt, einfach mal abzusetzen, weil's Dir gut ging. Klar geht es einem mit einem wirksamen Antidepressiva gut, aber die Ursprungserkrankung wird ja dadurch nicht geheilt. Das Kriterium für eine Absetzen muss doch eher sein, ob sich die Perspektiven - evtl. durch Therapie, Änderung der Lebensumstände usw - verbessert haben, dass man evtl. auch ohne AD stabil genug ist und Die Gefahr eines Rückfalls damit gering gehalten ist. Erst dann sollte man ein Absetzen - unter ärztlicher Kontrolle und gaaaanz langsam - wagen.

Ich würde sogar sagen, wenn Du mit Trevilor gut gefahren bist, das auch wieder zu nehmen, denn von den späteren Absetzproblemen her nehmen sich die verschiedenen SSRIs nicht viel.

Und dann halt mal Gedanken machen, dass AD nicht die einzige therapeutische Massnahme sein sollten.

Viele Grüsse

Lupo

RSiGta17x3


So, habe noch mal nachgefragt. Mein Lebensgefährte bekommt morgens 75 mg Travilor und abend 30 mg Remergil, weil er nachts nicht schlafen konnte. Die Mischung scheint jetzt perfekt. Aber er wird das wohl den Rest seines Lebens, mindestens aber noch für lange Zeit nehmen müssen. Wenn die Therapien anschlagen, kann man dann vielleicht über ein seeeeehr langsames Ausschleichen nachdenken.

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