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Generalisierte Angststörung (Gas) und Arbeit/ Lebensführung?

Vbitalbxoy hat die Diskussion gestartet


ich bin seit august zu hause, hab mein studium abgebrochen wegen generalisierten ängsten und einer ab juli sich manifestierenden depressionsphase.

bin momentan als nebenamtlicher organist tätig und verdiene so 150 euro im monat, manchmal mehr, manchmal weniger, je nach zahl der gottesdienste. natürlich reicht das hinten und vorne nicht, obwohl ich zu hause bei eltern wohne. hartz iv hatte ich beantragt, habe aber keinen anspruch darauf weil ich zu vermögend bin.

ich bin neulich 25 geworden... ist da noch was drin, was ausbildung angeht? habe kein abitur, studieren konnte ich, weil es ein musikstudium war, dort kommt man auch ohne abi rein, wenn man die aufnahmeprüfung schafft.

ich merke aber, daß mir das rumsitzen überhaupt nicht gut tut, weil ich dann nur grüble und sich damit auch die ängste und depressionen verstärken. auch dieses ewige im internet wegen irgendwelchen symptomen und krankheiten-nachgegucke finde ich nicht gut. und es ist auch nicht so, daß mir dieses "faule rumgesitze" noch spaß macht oder so - vor ein paar monaten hatte ich "noch mehr spaß", obwohl ich ja noch ziemlich ausgelastet war.

ich bin momentan in einer ziemlich heftigen phase, was die ängste betrifft - habe die meiste zeit über angst, mal sehr stark, dann wieder halbwegs erträglich. die aber in meinem fall wirklich generalisiert ist und nicht auf gewisse situationen beschränkt - wobei es sog. "trigger" natürlich auch bei mir gibt. aber generell habe ich vor allem und jedem angst, mal stärker, dann wieder schwächer.

mittel- und langfristig gesehen wäre natürlich eine aufgabe, die über meinen organistendienst am wochenende und die hausarbeiten hinausgeht sicher sehr anzuraten.

was könnte denn da in frage kommen? wäre über tipps sehr dankbar.

VG *:)

Antworten
MkoniMka65


Vitalboy

Mir hat mal eine völlige Veränderung gut getan, weg von zuhause (nur ein paar Monate) und alles anders als sonst. Die Angst war wie weggeblasen, tatsächlich schien sie bei mir einen gewissen Zusammenhang mit dem Ablösungsprozess gehabt zu haben. Nicht in allen, aber wesentlichen Teilen.

Vkitalb$oxy


@ monika:

den STARKEN verdacht hab ich auch, daß es mir sofort etwas besser gehen würde, wäre ich von zu hause weg.... dafür spricht, daß diese ängste unmittelbar nach dem auszug aus meinem WG-zimmer auftraten, dort hatte ich diese nie. hier hatte ich anfang august mal eine panikattacke (nachts) und seitdem die angst vor der angst.

ist natürlich mit dieser angst nicht ganz einfach, wegen einer wohnung/eines zimmers anzurufen bzw. dort hinzugehen, anzugucken, vertrag zu machen usw. aber von selber komm ich hier nicht raus. :-(

VHital+boxy


medikation schreib ich auch mal hier rein: zuerst 4 wochen 4 tage citalopram, hat kaum was gebracht und am schluß die angst grauslig verstärkt.

seit montag doxepin 50 mg, siehe anderen faden, beruhigt ganz gut/macht müde, aber so durchschlagend ist die wirkung dann auch nicht.

Vgit8albxoy


ich denke daß es in der WG die ideale mischung aus eigenverantwortung/privatsphäre aber auch kontakt zu gleichaltrigen menschen war.

hier hab ich nur meine eltern, die die ängste nicht verstehen, eine bulimische schwester und jede menge einsamkeit.

v2anxni


Was ist mit Freunden oder Leuten, die du von Hobbys her kennst?

Ich durchlebe ja ähnliches, wie du und ziehe mich auch zurück. Allerdings habe ich trotzdem Freunde und auch wenn ich ihnen nichts von meiner Situation erzähle, lenken sie mich gut ab. Wenn ich mit meinem Freund etwas unternehme fühle ich mich meistens gut.

Sport soll auch gut sein, wenn du dich das traust. Versuche gerade mich ans schwimmen ran zu wagen, war da früher total gut drin!

Trotz meiner "guten" Ratschläge lebe ich zurzeit vor allem mit einer extremen Zukunftsangst, weil ich nicht weiß was ich machen soll, sollte ich mein Studium nicht packen!manchmal wünschte ich mir, ich hätte das nie angefangen, wird mir irgendwie alles zu viel...

M(oLniDkax65


Vitalboy

Also bei mir ist noch Monate danach Angst aufgetreten, wenn ich zuhause zu Besuch war. Das hat sich später dann gegeben. Find ich interessant, dass du es ähnlich erlebst.

Ich wünsch dir, dass du das irgendwie lösen kannst.. Womöglich irgendwo "malochen", hätte den Vorteil, dass du umziehen könntest und abgelenkt wärst. Die Medis werden dir hoffentlich bald ein wenig helfen dabei.

V;itaClboxy


vanni

also hm, mit freunden sieht es ziemlich mau aus... hab ich ja in anderen fäden schon geschrieben. habe so 1-2 die ich vllt so bezeichnen würde... die wohnen aber weit weg :-/ lokal hab ich da eigentlich gar keinen momentan. :-(

ich geh schon mancmal raus, wandern, spazieren oder so... bin auch relativ fit, komm ohne weiteres den berg rauf, wo andere schon schnaufen... aber das mach ich natürlich alleine, da hab ich auch nix mit menschen zu tun.

mir wurde das studium zu viel.... meine psyche hat das nicht mehr mitgemacht... und was jetzt? frage ich mich...

@ monika,

ja das ist interessant.. liegt vllt an irgendwelchen kindheitstraumata bzw. der erwartungshaltung.... denn, auch wenn ich in der wg alleine war, war das mit der angst besser.... und das ist jetzt nicht nur so dahingesagt... hab dort weniger gegrübelt, mich wohler gefühlt, auch wenn ich alleine war...

ich hoffe auch, daß diese medis jetzt mal durschlagend wirken... daß ich aus diesen grübelkreisen rauskomme und so.

aber auf kurz oder lang brauch ich eindeutig eine eigene bleibe und einen job.... und wenns nur was kleines ist, aber so ists auf dauer nix, das steht fest....

viele grüße *:)

VCitaFlboy


jetzt geht's mir z.b. wieder besser.... hab es geschafft, eine weile nicht an die angst bzw. an körperliche beschwerden zu denken (hab film geguckt) und schwupps fühle ich mich wohler.... da sieht man, daß das alles psychisch ist

FKianxn


Rein intuitiv würde ich auch behaupten, dass deine Angst mit der Wohnsituation zu tun hat. Ein uneingestandenes, verdrängtes Freiheitsbedürfnis? Ein verdrängte Lust, wegzukommen von einem zwar vertrauten, aber nicht mehr stimmigen Nest?

Meist will ich nicht einsehen, dass ich ein Problem mit einer klaren, relativ einfachen Handlung lösen könnte. Das Hindernis, das ich konfrontieren müsste, wäre eigentlich relativ klein, trotzdem flüchte ich mich in Grübeleien. Das Grübeln dient dann dazu, zu vertuschen, dass ich zu feige bin, das Problem auf direktem Weg zu lösen. Die Angst wird allgemeiner, grundlegender. Wenn ich dann nach einer unnötig langen Phase des Zögerns endlich handle und das Hindernis überwinde, macht sich Erleichterung breit.

Mxonioka6x5


Ich habe für mich nachträglich es so analysiert, dass es mit gewissen Trennungsängsten zu tun hatte. Einen ähnlichen Angstrückfall hatte ich nach dem Tod meines Vaters. Es ging ja beim Ausziehen nicht nur um die Trennung von den Eltern, sondern auch um die Ablösung vom Zuhause überhaupt, einschließlich der ganzen vertrauten Umgebung, Erwachsenwerden.

Eine Mischung aus dem Freiheitsbedürfnis, dass bei mir ganz stark vorhanden war, und der mir unbewussten Angst vor der endgültigen Ablösung. Mein Zuhause wurde mir buchstäblich unheimlich..

Es ist eine Seite davon, erklärt sicher nicht alles.

V)ital`boy


@ monika:

hmm, das stimmt. es kommt nicht nur auf die eltern an sich an, sondern auf die ganze umgebung an sich, das gebäude, das umfeld, den ort usw... ich muß hier raus und das nicht erst übermorgen, dessen bin ich mir sicher.

Eine Mischung aus dem Freiheitsbedürfnis, dass bei mir ganz stark vorhanden war, und der mir unbewussten Angst vor der endgültigen Ablösung. Mein Zuhause wurde mir buchstäblich unheimlich..

genau so empfinde ich das auch. das wort "unheimlich" beschreibt sehr gut, wie es mir hier geht. habe ständig angst vor irgendetwas, ohne daß wirklich ein konkreter anlaß dazu besteht.

@fiann:

Rein intuitiv würde ich auch behaupten, dass deine Angst mit der Wohnsituation zu tun hat. Ein uneingestandenes, verdrängtes Freiheitsbedürfnis? Ein verdrängte Lust, wegzukommen von einem zwar vertrauten, aber nicht mehr stimmigen Nest?

ja, absolut. hier komm ich einfach auf keinen grünen zweig mehr, so sehr ich mich auch bemühe.

Meist will ich nicht einsehen, dass ich ein Problem mit einer klaren, relativ einfachen Handlung lösen könnte. Das Hindernis, das ich konfrontieren müsste, wäre eigentlich relativ klein, trotzdem flüchte ich mich in Grübeleien. Das Grübeln dient dann dazu, zu vertuschen, dass ich zu feige bin, das Problem auf direktem Weg zu lösen. Die Angst wird allgemeiner, grundlegender. Wenn ich dann nach einer unnötig langen Phase des Zögerns endlich handle und das Hindernis überwinde, macht sich Erleichterung breit.

genau so ist es. ich müßte eigentlich nur die wohnungsanzeigen checken, was passendes, nicht so teueres (ist hier auf dem land zum glück nicht so schwer) heraussuchen und dann dort anrufen, besichtigen, evtl. vetrag unterschreiben. dann einfach umziehen.

ist eigentlich gar nicht so schwer und hab ich auch schon öfters gemacht. (hatte schon paar verschiedene wg-zimmer/appartements).

aber trotzdem stellt das irgendwie eine kaum zu überwindenende hürde dar,da ist irgendwo eine blockade. glaub nicht, daß das (nur) faulheit ist. da steckt mehr dahinter. wahrscheinlich die genereralisierte angst. aber ewig kann ich nicht warten, glaub kaum, daß ich hier in absehbarer zeit so viel stabiler werden werde, was mein befinden angeht.

iele grüße

:-(

V(ital=boy


huch, eigentlich wollte ich diesen smiley: *:)

Veital7boy


der knackpunkt ist wohl(wegen wohnung/appartement suchen): wenn es nur faulheit wäre, könnte man das in den griff bekommen. dann bräuchte ich nur den berühmten "tritt in den ....", sei es von mir selber, sei es vom jmd anders. einfach mal zusammenreißen. das problem ist, daß noch mehr dahintersteckt, auch diese ängste, was das ganze ungleich komplizierter macht.

sehr auffällig ist auch, daß hier in diesem haus immer so eine art des "grundsätzlichen sorgens" da ist bei mir, das heißt, es kommt mir so vor, als müsste ich mich hier immer um etwas sorgen, wegen etwas nachgrübeln, als ginge es nicht ohne. was woanders nicht der fall war. das ist wohl auch ein entscheidender punkt.

K1iarNa0w476


Ich glaube, das Hauptproblem ist das liebe Geld. Mit 150 Euro im Monat kommt er da nicht weit....

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