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Ehebruch - meine heile Welt ist zusammengebrochen

E6toixle


@jürgen

die situation, die du schilderst, insbesondere auch die chronologie der beichten und deine suche nach erklärungen in DEINEM verhalten machen nachdenklich.

ich denke grundsätzlich immer, dass es sich lohnen kann, um eine beziehung, in die jahre und gefühle investiert wurden und aus der kinder entsprungen sind, zu kämpfen und spontan hatte ich auch diese gedanken.

bei genauerem nachdenken bin ich aber der ansicht, dass es sich höchstens für deine frau lohnen kann und kurzsichtig vielleicht für die kinder, insofern sie nichts mitbekommen.

mir gefällt die tatsache überhaupt nicht, wie deine frau mit der beichte rauskamm.

immer nur so viel, wie eh rauskommen würde, weil an anderer stelle ein leck schon durchlässig geworden war.

glaube auch, dass sich das verhältnis der beiden richtig gut etabliert hätte , je nachdem wie die umstände es zugelassen hätten. die grenzen wären immer weiter gesteckt worden und die gewissensschranke immer höher gelegt. keine spur bei deiner frau von SICH aus, die sache zu beeneden, dich einzuweihen, verantwortung zu übernehmen für IHR handeln.

und da du wirklich alle gründe bei dir zu suchen scheinst, ist sie damit auch genau an der richtigen stelle. du ermöglichst ihr quasi mit deinem selbstvorwürfigen verhalten, ihr eigenes zu rechtfertigen.

sicher bittet sie JETZT um gnade, da sie die möglichen konsequenzen ihres handeln vor augen sieht. ich bezweifle jedoch, dass, sobald alles äußerlich wieder im Lot ist (wenn man es so überhaut nennen könnte, denn es wird nie mehr wie vorher sein), sie sich noch IHRER schuld bewusst ist. und dazu trägst du einen entscheidenden teil bei: du ermöglichst es ihr erst durch dein "schwaches" verhalten.

die angst , alles zu verlieren und als täter dazustehen, enebeln ihr jetzt den blick und sie versteht selbst nicht mehr, wie alels geschehen könnte. sobald aber wieder ruhe da ist, beginnt in ihr dasselbe von vorn.

von äußen betrachtet kann man moral walten lassen. oder man sieht sich die sache genauer an und erkentn vielleicht ihre emotionale not, ihr bestätigunsbedürfnis usw.

aber was nutzt DIR das alles?

du würdest immer darunter leiden, weil SIE die führung hat, du die angst. und wenn sie spürt, dass du ihr verzeihst und du sogar bei dir selbst die begründung siehst, wird sie keinen grund sehen, es nie mehr zu tun. so etwas plant man nicht, aber ein fremdgehen löst etwas in einem aus, was niht mehr rückgängig gemacht werden kann.

ich spreche da leider aus eigener erfahrung. als täterin. einmal getan, erst dann bereut, als ich zu verlieren drohte, und später dieselben gefühle / zweifel wieder bekommen ....

ich wollte es nie mehr tun und wusste doch, dass für mich selbst die ehrlichkeit nur darin bestand neben meiner festen besziehung zu diesem mann eine andere zu haben. und das ist egoistisch uönd niemals die wahrheit einer beziehung. als mein freund mich damals dann wegen einer anderen ein jahr später verließ , brach für mich eine welt zusammen. und erst in dieser trennung habe ich den IHM zugefügten schmerz üerhaupt erst realisiert und erst aus dieser erfahrung kann ich heute sagen, dass es nicht mehr passieren wird. aber ohne diese erfahrung am eigenen leib hätte ich für mich keine hand ins feuer gelegt, und das ist das traurige, aber anscheinend menschliche. man ist quasi noch mal heil davon gekommen und wie unter zwang will man es noch mal, als wollte man endlich dass ER einem die quittung gibt. das ganze ist einem natürlich nicht bewusst.

heute habe ich eine andere beziehung und bei diesem mann würde ich es von MIR aus nie tun, der anspruch an mich steht da, egal was er tut. und das musste ich erst lernen. klingt banal, aber besser kann ich es nicht beschreiben.

man soll nie raten, aber ich habe ein ungutes gefühl dabei, wenn ich sagen wüde, verzeiehe und mache weiter. genausowenig würde ich sagen, trenne dich sofort.

ich glaube , innehalten und auf der hut sein wäre das richtige, aber so wie du schreibst , bist du an der größstmöglichen wiedergutmachung ingteressiert, alte zustände wieder herzustellen. und DAS ist das unmögliche, weshalb ich letztendlich dir wünsche, dass du den absprung schaffst für DICH , nicht gegen deine frau und nicht angst vor neuer verletzung.

w0iRzacxe


Bzgl.: Wiederholungszwang

Hallo,

Eure Reaktionen zeigen, daß ich wohl einen wunden Punkt angesprochen

habe. Ich wollte keinem weh tun, jedenfalls nicht mehr als nötig.

Natürlich gehört es in der Liebe dazu zu verzeihen. Aber kann man

wirklich alles verzeihen? Kann man das verzeihen, selbst wenn mans

will? Kann man bei einem mehrmonatigem Hintergehen noch von einem

Ausrutscher sprechen?

Das ist doch alles verharmlost in meinen Augen. Klar, man kann mit

diesen kleinen Lügen eine Zeit lang besser leben, bis der nächste GAU

passiert und dann? Wieder verzeihen?

Das ist der Witz beim Wiederholungszwang. Die Geschichte wird solange

wiederholt, bis es so heftig wird, dass der Teufelskreis durchbrochen

wird; auf die eine oder andere Weise. Deshalb habe ich gefragt, ob es

so ein Drama vielleicht schon früher gab aber eben in abgeschwächter

Form und so. Es ist ein Spirale und wenn man immer wieder die Gleichen

Schritte tut, wird es immer schlimmer und das Drama wird immer

heftiger. Eine solche Konstellation ist kein zufälliger Fehltritt, es

ist eine Interaktion von zwei Menschen, die sich nach bestimmten

Regeln abspielt.

Die Aufgabe, die er bei dem Spiel hat, ist, sich klein machen, ihr zu

Füßen liegen, sie vergöttern, ihr alles verzeihen. Die Macht zwischen

den Beiden ist nicht ausgeglichen, wie das bei einer gesunden

Partnerschaft der Fall sein sollte. Deshalb wirds auch nicht klappen

und wieder zu neuem Leid führen. Solange bis er aufsteht, was in

diesem Fall zu 99% die Trennung bedeuten wird. Entweder er kann gar

nicht mehr aufstehen ohne sich zu trennen, oder wenns tatsächlich

einen Weg für ihn gibt, aufzustehen ohne sich zu trennen (wie auch

immer das aussehen soll), wird sie wahrscheinlich nicht mehr mit der

Konstellation klarkommen.

Das merkt er wahrscheinlich auch und weil er halt so abhängig ist,

steht er auch nicht wirklich auf, weil er sie ja unbedingt behalten

will. Ein Dilemma.

Das sie sich trennen werden ist eh so gut wie klar, die Frage ist nur,

wie lange er das rauszögern will und wie viel er sich noch antun will.

(BTW: Ich bin männlicher Natur).

Ich sag das nicht aus Bösartigkeit, es ist halt eben meine Meinung und

Erfahrung und soweit ich das beurteilen kann die traurige Wahrheit. Es

ist aber nicht sooooo schlimm, denn er hat wirklich alle Chancen etwas

besseres aufzubauen, denn wie schon erwähnt, er ist sehr liebesfähig.

MFG,

Wizace

PS.: Etoile, Du bestätigst genau das, was ich meine...

phhoeJbethexwitch


großer Wizace

Ich habe deine Zeilen von einem in unserer Familie befindlichen Therapeuten analysieren lassen -sein Bericht fällt wie folgt aus:

W. ergießt dramatisch seine eigene ,bittere Lebensbrühe über eine sachliche Situationsschilderung von J.

Er redet nur von sich und herablassend von J. und seiner Frau und unterstellt, daß J. und Frau nicht fähig sind, aus Fehlern zu lernen.

Interesse an J. ist nicht erkennbar, sonst würde er fragen und sich nicht in Vermutungen ergießen.

Das ist respektlos.

Denn J. hat eigene Gründe zu bleiben oder zu gehen und er erscheint nicht abhängig, sondern im Gegensatz zu W. undramatisch erwachsen.

Meines Erachtens mißbraucht er den Bericht von J. für seine eigene Lebensdramatik.

Dies ist unbedingt auch meine Meinung !

w7iBzFacxe


@phoebe

ich möchte mal wissen, wo da jetzt der Neuigkeitswert liegt. Ist doch nicht ungeöhnlich aus der eigenen Erfahrung zu berichten, oder?

CU,

Benjamin

wHiPzace


PS phoebe:

Möchte außerdem mal wissen, warum Du Dich so auf mich einschießt. Wie Du unschwer erkennen kannst, sind hier viele meiner Meinung.

CU

G6ilga-mescxh


Re: Ehebruch - meine heile Welt ist zusammen....

Jürgen, wie heil war denn Deine heile Welt?

--"Unser Leben hat sich (...) nur positiv verändert. Wir haben ein schönes großes Haus, ein tolles Familienleben, beruflich könnte es nicht besser laufen."--

Ein eigenes Haus, ein großes Auto, regelmäßiger Urlaub, Wohlstand allerorten. Toll! Und dann?

--"...wie gut es derzeit gerade läuft und daß es uns eigentlich gar nicht besser gehen könnte."—

Viele Leute, die das erreicht haben, wovon alle scheinbar träumen, geraten dann in die Midlife-Crisis.

"Und was kommt jetzt? Soll das wirklich schon alles gewesen sein?"

Haushalt, Familienalltag, Kinderbetreuung. Das war´s?! Was ist es, das Deiner Frau fehlt? Anerkennung? Bestätigung?

--"Sie erklärt es einfach damit, daß sie in dieser Zeit wohl das Gefühl hatte, neu begehrt zu werden. - ohne Einschränkungen"—

Das ist keine "einfache" Erklärung, das ist DIE Erklärung schlechthin! Sie hat etwas gesucht, was ihr fehlt und was sie bei Dir offenbar nicht gefunden hat. Ohne Einschränkungen!

--"Dazu muß ich wohl noch sagen, daß meine Frau vom Aussehen her schon sehr (!) attraktiv ist. Das weiß ich wirklich und ließ sie es auch bei jeder Gelegenheit aufs neue wissen (jedoch muß ich mir den Fehler eingestehen, daß ich hin und wieder an dem einen oder anderen Pfund zuviel herumgemäkelt habe; ich sehe es ein und weiß jetzt auch, daß ich sie damit wohl sehr gekränkt habe)."—

Von ihren äußerlichen Vorzügen berichtest Du, dafür hast Du sie gelobt. Aber welche inneren Werte hat sie? Hast Du die auch einmal gelobt? Und wenn sie einmal alt, grau und runzelig wird?

--"Er hingegen - im Vergleich zu mir (natürlich aus meiner Sicht) wenig attraktiv, dick, bei der kleinsten Anstrengung Schweißperlen auf der Stirn, wird sich wohl die Hände reiben, daß er das erreicht hat."—

Schön für Dich, wenn Du attraktiv bist. Aber was hast Du noch zu bieten? Und der "Ehebrecher" ist wenig attraktiv, dick, offenbar unsportlich.

--"Wirklich, wenn das herauskäme würde jeder den Kopf schütteln, daß meine Frau das mit dem gemacht hat."—

Nein, ich schüttle nicht den Kopf darüber. Vielleicht ist der Konkurrent (und ich habe den Eindruck, als ob er das für Dich ist) zwar wenig attraktiv, aber dafür möglicherweise liebevoll, gefühlsbetont, sensibel, zärtlich, aufmerksam, einfühlsam, charmant, höflich, kreativ etc.

Ich habe schon bildhübsche Frauen mit wirklich häßlichen Männern gesehen, die sich bei näherer Betrachtung allerdings durch solche Eigenschaften auszeichneten. Und ich habe schon bildhübsche Frauen kennengelernt, bei denen hinter der hübschen Fassade eine hohle Birne und eine gestörte Persönlichkeit steckte. Gleiches gilt natürlich auch für Männer.

     Solange Deine Frau in Eurer Beziehung nicht das findet, was sie wirklich sucht (und sich vielleicht selbst nicht darüber im klaren ist, was das sein mag), solange wird diese Beziehung nicht gesunden. Möglicherweise bereut sie diesen "Seitensprung", weil sie sich vor den Folgen fürchtet: sie hat zwei Kinder, für die sie die Verantwortung hat und denen bei einer Trennung der Vater fehlen wird. Und sofern sie kein eigenes Einkommen hat, wird sie bei einer Trennung finanziell dumm dastehen. Vielleicht ist es nur diese Angst, die sie an Eurer Beziehung festhalten läßt.

     Es sind natürlich nur wenige Dinge, die man aus Deinem Bericht über Dich erfährt, und meine Sichtweise ist natürlich sehr subjektiv und kann auch völlig falsch sein, aber ich habe den Eindruck, daß hier einige Dinge im argen liegen.

Mir scheint, daß Du in Deiner Frau etwas siehst, was man(n) besitzen kann; was Dir und nur Dir gehört.

Offenbar scheint das Fremdgehen Deiner Frau sehr an Deinem Selbstwertgefühl zu nagen, und ich frage mich, worauf Du Dein Selbstwertgefühl aufbaust? Auf ein eigenes Haus, beruflichen Erfolg, Wohlstand? Auf äußerliche Attraktivität?

Ich habe den Eindruck, daß Du ein Mensch mit recht geringem Selbstwertgefühl bist, der in solchen materiellen und äußerlichen Dingen Selbstbestätigung sucht. Nun hast Du vor Gram schon einige Pfund Gewicht verloren. Was würde passieren, wenn Sie Dich verläßt? Und das vielleicht für jemanden, der weit weniger Wohlstand zu bieten hat und der völlig unattraktiv ist? Ich habe das Gefühl, daß es diese Dinge sind, auf die Du Dein ganzes Selbstwertgefühl aufbaust. Wie weit würde das alles Dein Ego verletzen?

Bitte nimm zur Kenntnis, daß Deine Frau nicht Dein Besitz ist und kein Statusobjekt, welches man stolz zur eigenen Imagepflege präsentiert. Daß sie zu Hause mit den Kindern in einem goldenen Käfig hockt.

Vor allem nimm zur Kenntnis, daß sie ein Mensch mit eigenen Gefühlen und auch Bedürfnissen(!) ist. Und eben nicht nur in materieller Hinsicht.

Sorry, aber mir erscheint Deine Liebe zu ihr sehr neurotisch; sagen wir besser: narzißtisch.

Wäre ich eine Frau, wäre mir nichts an einem Partner gelegen, der einen chicen Anzug trägt, ein teures Auto fährt, mir ein eigenes Haus und Luxus bieten kann. Ich wünschte mir einen Partner, bei dem ich mich geborgen fühlen würde, der mich nimmt, wie ich bin, mir Aufmerksamkeit schenkt und bei dem ich das Gefühl hätte, seine Liebe käme von Herzen und nicht aus einem neurotischen Bedürfnis heraus. Es müßte ein Partner sein, mit dem ich mich auch einmal fetzen kann. Trotzdem möchte ich mich an seiner Seite frei in meiner Persönlichkeit entfalten können und nicht eingeengt werden. Und ich glaube, daß auch das ein Punkt ist, der bei Deiner Frau vorhanden ist.

In den meisten Beziehungen suchen die Menschen im jeweils anderen den Teil, der ihnen zur eigenen Vollständigkeit fehlt. Weil sich die wenigsten selbst annehmen und lieben können, brauchen sie einen Partner, der ihnen immer wieder bestätigt, wie liebenswert man sei. Geht der andere dann fremd, hat man das Gefühl, nicht mehr liebenswert genug zu sein. Damit aber macht man sich vom anderen abhängig, und das ist keine echte Liebe, sondern ein neurotisches Bedürfnis.

Wenn Euch beiden an einer Fortsetzung der Beziehung gelegen ist, wäre das Aufsuchen eines Therapeuten vielleicht sehr hilfreich. Mit ihm ließe sich klären, welche Erwartungen und Bedürfnisse der Einzelne hat und was er in der Beziehung vermißt.

Bitte, Jürgen, nimm diesen Beitrag nicht als herabwürdigende Kritik. Es ist meine –subjektive- Sicht, und sofern ich damit nicht falsch liege, möchte ich nicht wissen, wie vielen anderen es ebenso geht.

Betrachte ihn als das, was er meiner Absicht nach sein soll: als Denkanstoß.

Liebe Grüße und meine besten Wünsche für Eure Beziehung

p-hoeWbethewitcxh


W.

PS phoebe:

Möchte außerdem mal wissen, warum Du Dich so auf mich einschießt. Wie Du unschwer erkennen kannst, sind hier viele meiner Meinung.

CU

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Weil du sehr destruktiv geantwortet hast.

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