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Ein Riesenproblem - das Weinen

S'wee t Meolodxy hat die Diskussion gestartet


Ich bin eigentlich das, was man als klassische Heulsuse betrachtet, bloß schlimmer: Ich weine so oft wegen irgendwelchen Lapalien. Für Außenstehende hört sich das womöglich gar nicht so schlimm an, für mich jedoch ist es eine ziemliche Belastung. Ich habe schon als Kind viel geweint, und sehr schnell: Mit 7 z.B. als meine Mutter sich verspätet hat, mich abzuholen, weil ich Angst um sie hatte, oder immer, wenn sie mich angeschrien hat. Ich habe oft wegen ihr geweint, ich denke, dass spielt auch irgendwo die Rolle der Wurzel allen Übels. Momentan bin ich jedoch 16, aus dem Kinderalter raus, und irgendwie - bin ich immernoch in etwa gleich. Dachte erst "Hey, das liegt an den Hormonen und der Pubertät", aber ich bin schon immer so ein Mensch gewesen.

Ich nehme fast alles gleich persönlich. Ich kann mal einige Beispiele nennen, die zwar dumm klingen mögen, mir aber ja selbst peinlich sind und in denen ich mich schon für meine nutzlosen Tränen schäme.

Beispiel:

Ich freue mich auf den nächsten Tag, meinen Freund zu sehen.

Möchte mich rasieren - der Rasierschaum ist aber nicht da.

Mein Bruder hat ihn genommen. Was passiert? Ich musste mir meine Tränen unterdrücken. Wegen Rasierschaum! Das ist einfach nicht normal.

Beispiel 2:

Ich habe ewig lang meinem Freund etwas erklärt (War eine Frage, die er aber nicht verstanden hat) und als er dann diese Frage falsch weitererklärt hat, war ich so enttäuscht oO, dass ich fast zu weinen begann. o_o

Beispiel 3:

Jemand hat mir ausversehen den Finger eingeklemmt. Ich bin nicht böse auf ihn, selbst der Schmerz ist nichtmal groß, trotzdem muss ich fast weinen, und es kostet mich viel Kraft, die Tränen zurückzuhalten. Noch schlimmer ist es, wenn mich jemand darauf anspricht, dann halten mich alle für bescheuert wenn ich dann weine, und ich muss es dann auf den "Schmerz" schieben, was gar nicht stimmt, damit diese Erklärung für das Weinen wenigstens für Andere plausibel erscheint.

Beispiel 4:

Wenn ich mal länger über alle die Dinge, die ich meinem Leben erlebt habe, nachdenke, fließen mir sofort die Tränen.

Beispiel 5:

Wenn mir jemand zum Beispiel in Mathe etwas erklärt, ich es nicht verstehe, und derjenige mich anschreit (Kommt eigentlich jedesmal vor, da ich keine geduldigen Leute finde), heule ich JEDES MAL fast los (ich unterdrücke es immer), da ich es hasse, angeschrien zu werden bzw. in ernstem Ton angesprochen zu werden. Das ist allgemein so, ich könnte sofort einen Tränenausbruch rausbringen.

Momentan hält mich keiner mehr für Ernst - verständlich. Wenn ich weine, ist das schon typisch Ich. Mein Freund lacht darüber, weil's manchmal echt sinnlos ist, meine Mutter fängt an zu Schreien, dass ich nicht so kindisch sein soll, alle Anderen sind total überrascht und können sich ein Grinsen nicht verkneifen. Es ist klar, dass alle so seltsam reagieren, denn ich weine echt sehr sehr sehr schnell. Aber für mich hat das eine Andere Bedeutung, denn es ist nicht nur weinen, ich verspüre einen richtigen, herunterziehenden Schmerz. Der zieht mich wirklich herunter und ich bin auf einmal voller Trauer gefüllt. Das ist doch alles nicht normal. Eine Freundin von mir hat das Weinen als eine Art Waffe angesehen. Als unebwusste Waffe würde ich es noch verstehen, aber sie meinte, ich würde das auf Knopfdruck machen können und das auch immer machen - was aber nicht stimmt! Ich wäre froh, wenn ich nicht ständig weinen müsste. Was recht interessant ist, ist, dass ich kaum Agressionen oder Wut empfinde - nur selten. Stattdessen immer Trauer und Depressionen. Ich bin psychisch sehr labil und habe große Angst vor der Zukunft, denn ich bin sehr unselbstständig und könnte gerade schon wieder weinen, wenn ich daran denke, dass ich morgen in der Eiseskälte in einen Ort fahren muss, in dem ich noch nie war und ich kaum Ahnung habe, wie man da hinkommt. Zudem kommt noch, dass ich mich irgendwie zerbrechlich fühle, Angst vor dem Tod habe (Habe fast immer Albträume) und bei mir leicht alles den Bach herunterläuft. Hatte auch SVV, falle auch heute noch zurück, jedoch seltener, da mir mein Freund es (auf eine recht harte Weise) "abgewöhnt" hat. Ich wusste aber von Anfang an, dass ich immer wieder darin zurückverfalle. Momentan tue ich's aber wirklich nie, deshalb ist das ein eher hintergründliches Problem.

Vielleicht gibt es hier ja Leute, die mich verstehen oder dasselbe von sich oder Anderen kennen. Tut gut, mal seinen Frust von der Seele zu schreiben, bin sonst nämlich viel zu faul dazu.

Grüße :)*

Antworten
P{lusIcxhy


Ich hatte das auchmal eine Zeit lang, wo ich aber nicht wusste ob das einfach nur Liebeskummer ist oder nur die wunde Seele die einfach mit allem zu überfordert ist. Ich denke bei dir ist das einfach deine Seele die schnell empfindlich ist. Bist du denn auch so ganz schüchtern oder hast du deiner Meinung nach doch ein gutes Selbstbewusstsein?

jyakkxi


bei mir ist es etwas anders

Wenn du Angst hast, in einen fremden Ort zu fahren und nicht weißt, ob das alles so klappt, dann druck dir doch ne Wegbeschreibung aus, fahre frühzeitig los, lass dir Zeit. Als ich mich nach meiner Ausbildung bewerben musste, bin ich den Abend vorher immer mit dem Auto hingefahren, damit ich wußte, wo die Firma ist und ich mich nicht verfahren konnte ... das hat mir sehr viel geholfen, da ich gerade in der Zeit auch noch sehr unselbständig war.

Angst vorm Sterben hab ich auch tierisch. Als Kind hatte ich auch daher Albträume und bin dann immer zu meinen Bruder rüber und hab mich an ihn gekuschelt ... naja, irgendwann meinte meine Oma dann, dass ich das nicht mehr machen darf, weil mein Bruder zu alt ist ... Die Angst ist dennoch geblieben und ich versuche sie halt - so gut wie möglich - zu verdrängen. Bis es mich letztes Jahr erwischt hat als mein Vater ein paar Mal wegen des Herzens auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben wäre ...

eigentlich bin ich ziemlich hart in nehmen und nichts bringt ich so leicht aus der Ruhe, bin im Gegensatz zu früher (bis 18/19 J.) selbstständig, selbstbewusst usw. Allerdings ging es mir letztes Jahr ähnlich wie dir, mir wuchsen meine Probleme (die Herzprobleme meines Vaters, Angst, Arbeitslosigkeit, Depressionen, oberflächliche Freunde etc.) dermaßen über den Kopf, dass ich nicht mehr ein noch aus wusste. Und ich habe nur noch überreagiert. Allerdings wurde ich aggressiv (mit Worten) und nicht traurig.

Ein falsches Wort und ich bin regelrecht aus der Haut gefahren, fühlte mich jedesmal persönlich angegriffen. Jedenfalls in der Öffentlichkeit. Und wenn ich dann allein zu Hause war, hab ich nur noch geheult. Das eine Mal konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich nur geheult habe. Nur weil mir ein Kumpel erzählt hat, dass er eine neue Freundin hat. Und ich wollte definitiv nichts von ihm! Meine Augen waren schon zugeschwollen, aber ich konnte einfach nicht aufhören. Morgens um 11 Uhr bin ich dann vor Erschöpfung eingeschlafen nachdem ich von 6 bis 8 Uhr im Regen Spazieren gegangen war ...

Irgendwann lösten sich die Probleme (mehr oder weniger) von selbst auf und es wurde besser. Aber jedesmal, wenn ich drüber nachdenke, etwas trauriges höre/sehe oder manchmal eben auch einfach so, treten mir die Tränen in die Augen ... ohne das irgendwas passiert ist. Wie ich damit umgehen soll, ist mir schleierhaft. Anderen erklären kann ich es auch nicht, weil ich es selbst nicht verstehe.

Ssweet XMelxody


Mhm, das kenne ich. Bei euch war das halt nur so eine Phase,

bei mir bestimmt die Phase mein Leben. Zum ersten Beitrag:

Nein, ich bin überhaupt nicht schüchtern. Finde leicht Kontakte,

wirke sehr sympathisch, bin extrovertiert und selbstbewusst -

naja, kann man nie ganz sagen. Manchmal so, manchmal so.

Im Allgemeinen eher schon. ;-)

Naja, ich habe eben noch nie so jemanden getroffen, der auch

so extrem sensibel wie ich reagiert hat, viele haben mir auch gesagt,

dass sie finden, dass ich die empfindlichste Person bin, die sie

kennen. Vielleicht habe ich das geerbt? Mein Opa war angeblich

genauso. Alle anderen aus meiner Familie sind eher agressiv

und streitsüchtig :-D, ich das glatte Gegenteil.

j\akDkxi


Vielleicht bist du ja auch gerade deswegen sensibel (wenn ich deinen Text lese wie oft dich deine Mutter anschreit ...), weil alle in deiner Familie so aggressiv sind. Und wenn dich sogar deine Mathe-Nachhilfelehrer "anschreien", finde ich das äußerst eigenartig.

Ich bin in Mathe auch nicht der Hit gewesen und wurde oft auch schnell bockig und genervt (eigentlich war ich sauer auf mich und das ich so blöd bin), aber angeschrien hat mich meine Nachhilfe deswegen nicht. Er war zwar ab und zu auch etwas genervt und wurde dann etwas bestimmender, aber mehr auch nicht.

Wenn du doch selbstbewusst bist, würde ich mich von Leuten (auch von der Familie) fernhalten, wenn die mich nur zusammen scheißen und anschreien würden. Jeder Mensch verdient es, respektvoll angesprochen und nicht wie ein kleines dummes Kind behandelt zu werden. Das hat mit Sensibilität nichts zu tun.

Und wenn es sie nervt, dass du doch ständig weinen musst, mach ihnen klar, dass du das selbst nicht willst und wenn sie es nur für aufgesetzt halten, sollen sie es einfach ignorieren ohne irgendwelche blöden Sprüche dazu abzugeben. Oder erwartest du dann, von ihnen getröstet zu werden?

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