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Hochbegabung

R=ebechca hat die Diskussion gestartet


Habt ihr Probleme mit Hochbegabung oder Hochbegabten? Man sagt ja, daß sich das rauswächst.Irgendwie habe ich nicht so das Gefühl. Und dann ist da noch das Problem, daß man mit niemandem darüber reden darf, weil dann alle glauben man wär eingebildet oder wer weiß nicht was für unmenschliche Dinge von einem verlangen, weil man ja sooo intelligent ist. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt einen Vorteil gibt, den HB -- Männchen haben..

Antworten
S'ibirixen


Hallo Rebecca

Ich persönlich habe keine Probleme mit Menschen, die hochbegabt sind. Ich bewundere sie, für das, was sie können und dafür, dass sie soviel Druck aushalten müssen, wie Du ja schon beschrieben hast. Möglicherweise liegt meine Einstellung daran, dass mein IQ auch überdurchschnittlich ist (und da ist sie wieder, die Angst, für eingebildet gehalten zu werden!).

Ich denke, wer damit Probleme hat, ist oft in gewisser Weise neidisch oder eifersüchtig, da Hochbegabte oder Menschen, die zumindest überall sehr talentiert sind, immer mehr Aufmerksamkeit und/oder Bewunderung kriegen. Möglicherweise hat man auch Angst, nicht mithalten zu können, hintan zu stehen und im Grunde einfach der Dumme zu sein, im wahrsten Sinne des Wortes.

Leider habe ich keine Ahnung, ob das wirklich so ist, aber das sind die Erfahrungen, die ich bereits machen musste.

Was sind Deine Erfahrungen? Und was meinst Du mit "es wächst sich raus"?

Gruß,

Sibiria

dXerK4atrixn


Hochbegabt ist ein zweischneidiges Schwert

Meine Tochter hat mit 4 Jahren fließend lesen gekonnt und hat den andern Kindern im Kindergarten vorgelesen. Trotzdem wurde sie ein Jahr später eingeschult, als es möglich gewesen wäre. Sie hatte, wohl auch wegen ihrer Begabung, Probleme mit Anpassung, Unterordnung, Einordnung, Gemeinschaft usw. In der ersten drei Schuljahren war sie ihren Mitschülern immer weit voraus. Dann hatte sie schließlich das Lernen vollständig verlernt, weil sie es nie brauchte. Nun ist sie Durchschnitt, obwohl es einige Bereiche gibt, in denen sie anderen immer noch viel voraus hat. Das aber wird unter Gleichaltrigen nicht honoriert. Sie wird ob ihres Wissens eher von Erwachsenen gelobt, als von Kindern. Ich habe fast dieselbe Entwicklung durchgemacht. Fühlte mich ständig im falschen Beruf und nicht anerkannt, weil mein Kenntnisstand zwar oft überdurchschnittlich ist, aber auf Gebieten, die andere teilweise nicht einmal dem Namen nach kennen. Zum Beispiel spreche ich etwas Nynorsk - die meisten, die ich frage, wissen gar nicht, was das ist. Hochbegabt heißt auch oft sehr spezialisiert, was sozial in der Regel von Nachteil ist.

pQho5ebemthewituch


Ich

denke auch hier ist es so wie bei vielen anderen Dingen. Wenn man nicht dazu steht wird einem schnell ein Beinchen gestellt.

Habt ihr schon einmal beobachtet das Menschen die 100%tig zu ihrem Makel, Können oder zu ihrer anndersartigen Eigenschaft stehen, kaum oder garnicht angegriffen werden?

Wieso geht man mit einem solchen Wissen nicht auch prahlerisch um und sagt das es einem verdienterweise in den Schoß gefallen ist? Jeder so wie er kann und hat! Es ist kein Makel zu sich zu stehen und das Beste daraus zu machen. Wer neidisch ist hat nur ein Problem mit sich selbst.

LG

phoebe

SYevrerixa


Re

Habt ihr schon einmal beobachtet das Menschen die 100%tig zu ihrem Makel, Können oder zu ihrer anndersartigen Eigenschaft stehen, kaum oder garnicht angegriffen werden?

Das Gegenteil ist wohl eher der Fall. Wer zu sich selbst steht ist immer ein Dorn im Auge der Anderen. (nicht aller Anderen, versteht sich, wohl aber der grauen Masse)

Intelligenz und Begabung sind übrigens nicht identisch. Erstere bezieht sich auf allgemeine Fähigkeiten, letztere auf spezielle.

Ein einfaches Beispiel aus der Literatur: Goethe war ein so genanntes Universaltalent, Schiller hingegen ein hervorragender Poet.

drerKgatrxin


Stimmt, Phoebe

Wer bei einer bestimmten Eigenschaft, Aussehen, Besonderheit nicht voll dahintersteht, der wirkt unsicher, und dem sieht man die Unsicherheit auch an. Bestes Beispiel: der erste Tanz: Man denkt, man kann es nicht und denkt daher, alle schauen auf einen. Und schon kann man es wirklich nicht, weil die Unsicherheit das Verhalten negativ beeinflußt.

Nach Severias Definition wäre der Ausdruck "hochbegabt" also falsch, weil Hochbegabte nicht nur in speziellen Gebieten überdurchschnittlich leistungsfähig sind. Man müßte sie also wohl "Hochintelligente" nennen...

Das Beispiel mit Goethe und Schiller hinkt. Die Geschichte lehrt uns, daß Universaltalente heute auf Grund der Wissensmenge gar nicht mehr möglich sind. Vor 200 Jahren konnte ein Barbier nebenbei noch Zähne ziehen und ein Physiker war meistens auch ein Chemiker - Mathematiker sowieso. Heute hat jeder diplomierte Mediziner ein Spezialgebiet, und das Können eines Programmierers wird das Wissen um die neueste Hardwareentwicklung nur streifen. Wirkliche Intelligenz wird wohl bald nicht mehr gefragt sein. Ein späterer Einsatz im Beruf wird einen immer spezielleren Teil des Fachgebiets berühren. Innerhalb dessen wird aber Höchstleistung gefordert.

Sci[birxien


Phoebe,

Du hast recht, Neid ist das Problem der anderen und zu sich zu stehen eigentlich das Beste.

Aber trotzdem haben es Menschen, die eben immer mehr können als die anderen, in der Gesellschaft schwerer. In der Schule wird man eben beneidet, wenn man alles scheinbar mühelos hinkriegt. Ich selbst hatte früher kaum Freunde in der Schule, weil ich meinen Mitschülern anscheinend nicht so ganz geheuer war. Als zum Beispiel Fünfzehnjährige ist es verdammt schwer, genug Selbstbewusstsein aufzubringen um drüber und zu seiner Begabung zu stehen. Eine Alternative wäre, die guten Leistungen zu verstecken, bzw. einfach keine mehr zu bringen, um nicht mehr ständig als "Streber" tituliert zu werden . .

Ich weiß nicht, ob es Erwachsenen im Beruf genauso oder ähnlich geht, soweit bin ich noch nicht, aber vielleicht kann dazu jemand was sagen?

Zum Neid der Gleichaltrigen kommt noch das Lob der Erwachsenen, wie Katrin ja schon über seine Tochter geschrieben hat, und damit der Druck, unter dem "Superkinder" oft stehen und der einen regelrecht kaputtmachen kann, da man Angst hat, die Erwartungen nicht mehr erfüllen zu können.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber man darf auch nicht vergessen, dass sich Hochbegabten viele Chancen eröffnen, Rebecca. Es gibt ja spezielle Hochbegabtenförderungen (sogar vom Staat direkt, soweit ich das mitbekommen habe) und viele Möglichkeiten daraus was zu machen.

SQeveri`a


Was soll da hinken?

Nach Severias Definition wäre der Ausdruck "hochbegabt" also falsch, weil Hochbegabte nicht nur in speziellen Gebieten überdurchschnittlich leistungsfähig sind. Man müßte sie also wohl "Hochintelligente" nennen...

Nicht das ich hier stänkern will (falls das einer glaubt) Das Thema ist schon interessant. Aber derKatrin: warum schreibst Du das ??? Warum soll der Ausdrck "hochbegabt" falsch sein? Man kann ja durchaus in einer Disziplin sehr überdurchschnittlich begabt sein. Mozart war musikalisch hochbegabt. (ist ja allgemein bekannt) Es gibt aber auch ein Phänomen, was man "allgemeine Begabung" nennt. Das heißt, man hat ein überdurchschnittlich gutes Auffassungsvermögen und leistet interdisziplinär Hervorragendes. Das nennt man dann (hohe) Intelligenz. Das Gehirn verarbeitet Informationen schneller und strukturierter, als beim "Durchschnittsmenschen". Das ist natürlich genetisch bedingt, weil die RNA- Sequenz für die nötige "Hardware" sorgt. Inwieweit man von diesem Geschenk der Natur profitiert steht wieder auf einem anderen Blatt. Eine Ressource ist immer nur so gut wie man sie nutzt. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich Intelligenz auch aus Eigeninitiative heraus entwickeln. Je älter man wird, desto schwieriger gestaltet sich eine solche Entfaltung. Dafür kann man im vorgerückten Alter auf einen größeren Erfahrungsschatz zurückblicken, der diesen Mangel wieder kompensiert.

Die Geschichte lehrt uns, daß Universaltalente heute auf Grund der Wissensmenge gar nicht mehr möglich sind.

Da bist Du nicht mehr auf dem aktuellen Stand unserer Zeit. Die Gefahren, eine Generation von "Fachidioten" heranzuziehen, sind mittlerweile hinreichend bekannt. Man setzt wieder auf solides Grundlagenwissen auf möglichst breiter Basis. Moderne Berufskreationen wie z.B. "Mechatroniker" (Mechaniker+Elektroniker) sind angesagt. So ist der aktuelle Trend.

Die meisten Patente der letzten fünf Jahre wurden nicht hochspezialisierten Fachleuten, sondern kreativen "Allroundern" zugesprochen.

Das wissenschaftliche Konzept erlebt ebenfalls gerade eine "Innovation". Kaum einer hat auch nur im Mindesten eine Vorstellung davon, was sich gegenwärtig hinter den Kulissen der Uni's so alles abspielt. Die Geschichte, derKatrin, lehrt etwas anderes: Nichts bleibt wie es ist aber das Alte verteigigt seine Position dem Neuen gegenüber bis auf's Blut muss sich aber zu guter Letzt dem Neuen fügen. Muss ich Beispiele nennen?

j>ow


Frage

Wie defeniert ihr den Hochbegabung?

Ich finde , dass mit dem Begriff zu leicht umgegangen wird.

Für mich sind Leute wie Newton , Einstein ,Leibniz, usw. hochbegabt , aber nicht unbedingt Kinder , die mit 4 lesen können.Ich konnte auch mit 5Jahren rechnen und würde mich nicht als intelligent einstufen.

Mir wäre es auch egal .Sterben wird man so oder so .

Gruss Jochen

Sdalxome


@ jow

"Begabung" heißt in etwa: Ich beherrsche eine bestimmte Sache besser als der Durchschnitt.

"Hochbegabung" bzw. "Genialität" bedeutet: Ich hebe mich EXTREM von den Fähigkeiten anderer Menschen ab. Ich habe zu damaliger Zeit mein Abitur ziemlich gut abgeschlossen.

In meiner Klasse war aber einer, den konnte keiner von uns das Wasser reichen. Nicht mal unsere Lehrer. Was er nicht konnte: Singen. :-D In Mathematik, Physik oder Chemie war er hingegen einsame Spitze.

Ich erinnere mich noch an unseren Mathelehrer. Er kokettierte gern mit seinen fachlichen Wissen und mochte es, wenn uns die Köpfe qualmten. Einmal leitete er eine komplizierte Formel her, sodass viele von uns nur noch Sterne sahen. Da meldete sich unser "Matheass" und fragte den Lehrer: "Warum so kompliziert. Da gibt's doch eine viel einfachere Methode". Er sollte Recht behalten und dem Lehrer blieb die Spucke weg. Diesen ehemaligen Mitschüler würde ich als "hochbegabt" bezeichnen.

d'erkKatrOin


Da kenn ich auch Beispiele

Wir hatten auch mal einen bis zur 10. Klasse, der stand fast in allen Fächern 1. Und er war auch in Sport Spitze (was ja eher selten ist); er konnte als einziger ohne Sprungbrett eine Luftrolle. Heute malt er Bilder in Öl. Berühmt ist er aber nicht geworden, weder durch Wissen, noch durch Sport, noch durch sein künstlerisches Talent.

Ich hab einem Lehrer (Hochschulabschluß) auch schon mal was erklärt: das Prinzip der Defektelektronenleitung in einem Halbleiter. War schon ein innerer Vorbeimarsch, aber deswegen begabt? Hochbegabt gar? Nee, bin ich nicht. Intelligent bin ich auch nicht - schon deswegen nicht, weil ich für meinen Wissenserwerb doch eine recht beachtliche Zeit zur Verfügung hatte, und oft waren es Wiederholungen (nein, sitzengeblieben bin ich nicht...). Ich weiß zwar überdurchschnittlich viel, wenn ich aber den Zeitaufwand gegenüberstelle, müßte ich eigentlich viel mehr wissen. Da ich aber faul bin... ;-)

T}iger]Lily


Hochbegabung + Kinder + Probleme

Eure Diskussion über die Hochbegabung ist wirklich interessant. "Hochbegabung" kann nur durch einen fundierten IQ Test, wie beispielsweise die standardisierten Tests von Mensa oder Psychologen, wobei die ziemlich teuer sind, festgestellt werden.

Ich persönlich bin überzeugt, dass heutzutage zu viele Kinder als hochbegabt "abgestempelt" werden, obwohl sie es gar nicht sind. Kinder, und zwar alle Kinder, lernen nun einmal schnell, sie haben eine schier unstillbare Neugier und interessieren sich für einfach alles – alles, was ihnen ihre Eltern "vorsetzen" bzw. ihnen zur Verfügung steht. Das ist der Punkt, wie ich meine. Sicherlich könnte fast jedes Kind im Alter von 4 oder 5 das Rechnen, Lesen und Klavierspielen und vieles mehr beherrschen, wenn sich ihre Eltern genügend mit ihnen beschäftigen und sie dementsprechend fördern. Ob diese intensive Förderung allerdings in jeden Fall sinnvoll ist, bleibt zu bezweifeln. Hochbegabte Kinder werden schneller und ohne intensives Üben/Fördern lernen. Deshalb langweilen sie sich in den ersten Schuljahren oft und scheinen hyperaktiv und unkonzentriert zu sein. Sicherlich ist es wichtig, eine Hochbegabung, sollte sie denn vorhanden sein, früh festzustellen, um diese Kinder ihrem Wissensdurst entsprechend fördern zu können. Allerdings haben nur ca. 2% der Menschen einen IQ jenseits der 130 und gelten somit als "genial" oder "hochbegabt", das sind wirklich nicht sehr viele. ;-) Im übrigen müssen hochbegabte Kinder nicht zwangsläufig auch hochbegabte Erwachsene werden.

Apropos Probleme mit Hochbegabten, welcher Art sollten die Probleme ggf. sein? Dass man manche für eingebildet hält, weil sie mit ihrem hohen IQ prahlen? Oder weil sie in der Schule immer bzw. in manchen Fächern stets Einserkandidaten oder später im Job "allwissend" sind?

Mit den Ersteren habe ich schon manchmal ein Problem, weil meiner Meinung nach der IQ allein gar nicht sooo viel aussagt und daher kein Grund zum Angeben ist. Gut zu wissen, dass man das Potential hat, ein kleiner Einstein zu werden - die Betonung liegt aber auf "werden". Ohne Lernen, Lernen, Lernen geht nämlich auch bei einem IQ von über 130 nichts. Die Letzteren haben wahrscheinlich erkannt, ihr Potential richtig zu nutzen. Mit denen habe ich gar keine Probleme, ganz im Gegenteil. :-)

C8he


TL

Apropos Probleme mit Hochbegabten, welcher Art sollten die Probleme ggf. sein?

Problem für die anderen:

stören im Unterricht aus Langeweile... gelten als Streber, weil ihnen scheinbar alles mühelos zufliegt, worum andere oft vergeblich ringen...

und für sie selbst: wie Katrin schrieb: wenn die Anforderungen soweit steigen, daß der Stoff nicht beim ersten Zuhören begriffen wird (bei mir so etwa 10. Klasse) merkt man plötzlich, daß man gar nicht gelernt hat, zu lernen. Wie macht man das ? Was nun ? und vor allem, man versucht noch lange, so durchzukommen... :-(

Na ja, und dann kriegt man die Kurve - oder eben nicht.

Ich denke, ich habs grade noch mal so geschafft. ;-)

pGhoebe@thewxitch


xx

das Problem für die anderen ist sehr sehr groß denn einige Hochbegabte sind sogar schon in E-Schulen untergebracht worden bevor man entdeckte das sie Hochbegabt sind.

LG

phoebe

dTer2Kaxtrin


Na, Che, Du willst es aber wenigstens

begreifen...

Ich erinnere mich an mehr als eine Prüfung, wo ich eine Aufgabe vorgelegt bekam, die ich nie gelernt hatte zu lösen. Aus ganz gewöhnlicher Faulheit. Was passierte? Ich habe mich während der Prüfung erstmals ernsthaft damit beschäftigt, gelernt und schließlich begriffen. Und hatte noch Zeit, mit diesem neuen Wissen die Prüfungsaufgabe zu lösen... war schon lustig... ;-D Nachwirkung? Ich lerne nach wie vor nicht gezielt. Für unsere schriftliche Abschlußarbeit (letzte Umschulung) wurde uns 6 oder 8 Wochen Zeit gegeben. Ich schaffte es in einer Woche! In der letzten... *sfg*

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