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Gefühl von "Unwirklichkeit"

gselifmoon7x5 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe gerade schon einen anderen Beitrag eröffnet über Angst beim Auto fahren, das ist eigentlich im Moment mein Hauptproblem. Allerdings ist meine gesamte Angsterkrankung von einem Gefühl der Unwirklichkeit begleitet, was mein Arzt als ein normales Symptom davon wertet, was für mich aber - für sich genommen - total schlimm ist. Auch wenn ich nicht direkt Panikattacken erlebe, habe ich oft ein Gefühl der Unwirklichkeit. Es ist schwer zu beschreiben. Ich kann alles normal einschätzen und beurteilen, nur fühle ich mich so als wäre ich in einem Film oder so ähnlich. Alles kommt mir irgendwie irreal vor, Farben wirken total intensiv, Entfernungen kommen mir kleiner oder größer vor und mein Zeitgefühl ist irgendwie komisch (auch wenn ich eigentlich weiss, wie spät es ist). Ich versuche mir dann manchmal zu helfen, indem ich auf die Uhr schaue oder irgendwas mache, um einen Bezug zur Realität herzustellen. Da ich momentan das Problem habe, dass ich Angstsymptome beim Fahren auf der Autobahn habe (allein) ist es dort besonders schlimm. Ich fühle mich so als wäre ich nicht wirklich da und daraus entwickelt sich dann die Angst, ich könnte vergessen wer und wo ich bin und die Kontrolle verlieren. Kennt das irgendjemand? Ich habe nämlich, wenn ich über Angsterkrankungen nachlese immer das Gefühl, dass ich damit wohl sehr alleine bin. Das Ganze nennt man wohl Derealisation, kaum einer scheint das jedoch so zu erleben wie ich.

Antworten
Sxonja Sbunflozwer


Hallo Gelimoon,

diese Derealisation ist leider ein häufiges Symptom von Angsterkrankungen.

Ich selber leide auch darunter; nenne es "Wattegefühl", weil alles irgendwie gedämpft bei mir ankommt und doch gleichzeitig Farben u. Geräusche u. Gerüche intensiver sein können. Bei mir kommen außerdem Orientierungsproblem hinzu - habe mich im Urlaub mit dme Roller z.B. ziemlich verfahren, was die Panik natürlich steigerte.

ABER: in den 17 Jahren meiner Angsterkrankung ist es mir noch NIE passiert, dass ich die Kontrolle verloren, mich völlig verfahren habe, nicht mehr wusste wer ich bin etc. - dass ich mich im UrLaub verfahren habe lag wohl hpts. an der miesen Beschilderung und der panikbedingten Unaufmerksamkeit.

Ich denke, diese Befürchtungen gehören "nur" mit zur Palette der (unrealistischen) Befürchtungen, die wir Paniker so haben... :-(

Glücklicherweise ist die Derealisation bei mir NICHT eines der Hauptsymptome meiner Angsterkrankung.

Wichtig wäre bei dir zunächst mal herauszufinden, ob die Derealisation vielleicht durch gestörtes Atmen / leichte Hyperventilation verursacht wird.

Bist du wg. der Ängste schon mal beim Arzt / Psychologen gewesen? Azs eigener ERfahrung kan ich nur sagen das es wichtig ist, SCHNELL Hilfe zu suchen. Bevor man aufgr. von "Angst vor der Angst" immer mehr Situationen / Dinge vermeidet - und sich der Lebensraum erst langsam, dann immer schneller einengt.

Und man sich dann umso mühsamer wieder da raus arbeiten muss.

Sonja

Abn*gBeli_zer


Hallo Gelimoon!

Auch ich kenne das Gefühl von Unwirklichkeit, das Gefühl nicht wirklich in die Welt integriert zu sein und in einem Film oder Computerspiel zu leben. Ebenso wie Sonja schreibt, habe ich auch niemals die Kontrolle darunter verloren. Da man diese Faszination für das "andere Empfinden" irgendwie immer automatisch steuert. Selbst durch Depersonalisation hab ich niemals irgendwie die Kontrolle über mich oder die Umwelt verloren ( ich weiss nicht, ob du sowas auch hast/hattest). Ich denke, dass irgendwie jeder dabei das Gefühl hat er könne vergessen wer er ist oder was er tut, das ist normal.. aber dem ist nicht so. Ich finde auch immer es fühlt sich ein Stück weit an als ob man langsamer oder doppelt denkt.. aber das heisst nicht, dass man gar nicht denkt :-)

Bei mir kam die DR /DP - soweit ich das rückverfolgen kann für mich - irgendwann in folge der Phobophobie (angsterwartung/ Angst vor der Angst) also dass die Angst vor der Angst und die negativen /ängstlichen Gefühle in mir immer weiter unterdrückt wurden und schließlich zu diesem Unwirklichkeitsgefühl führten.

Wenn sie bei dir aber erst zu enormer Angst führen, dann würde ich dir - genau wie Sonja- raten dich drüber zu informieren ( oft hilft das schon enorm.. zu lesen was genau das alles ist und bewirkt) oder von einem Arzt beraten zu lassen :-) Dann fühlst du dich sicherer!

LG

Angelizer

g=elLimoon7x5


Danke für eure Beiträge!

Hallo Sonja,

ich habe schon mal vor ungefähr 8 Jahren mit einer Angsterkrankung zu tun gehabt und war damals schon bei einem Arzt. Als da Ganze jetzt anfing bin ich auch gleich zu meinem Arzt gegangen, den ich von damals kannte (Psychiater und Neurologe) und mache jetzt auch eine Therapie.

Diese Derealistion steht bei mir leider ziemlich im Vordergrund und ich finde, sie ist am schwierigsten zu bekämpfen. Sie kommt bei mir auch so schleichend, manchmal ist es so als würde auf einmal alles "umkippen" und wäre "irreal", dann ist es wieder weg, mal mehr mal weniger.

Ich denke nicht, dass es direkt mit dem Atmen zusammenhängt, es ist eher ein Zustand, der außerhalb von Panikattacken Raum einnimt.

Ich bin aber jedenfalls froh, dass jemand anders auch dieses Gefühl kennt und dass Du schreibst, dass Du noch nie wirklich die Kontrolle verloren hast! Vielen Dank für Deinen Beitrag!

Hallo Angelizer,

vielen Dank auch für Deinen Beitrag! Ich habe mich schon ziemlich viel informiert, bin auch bei einem Arzt in Behandlung und mache eine Therapie. Ich rede da auch über diese Gefühl der Unwirklichkeit. Es tritt bei meistens in Situationen auf, in denen ich auch von Angst betroffen bin. Ich kann momentan aber nichts daran ändern, dass sie wiederum zu Angst führen, da ich mich so merkwürdig fühle, trotzdem ist es aber beruhigend, dass Du und Sonja schreiben, dass man die Kontrolle nicht wirklich verliert. Auch mein Therapeut ist der Meinung, dass das nicht wirklich passiert und dass ich einfach nur den Mut aufbringen muss wieder alleine Autobahn zu fahren!

C.aa@rl;y111x1


Hallo Gelimoon,

ich kenne dieses Gefühl auch. Gibt es für Dich Situationen, in denen Du es nicht hast? Vielleicht könntest Du Dich auf solche Situationen berufen, diese verstärken. Bei mir ist es z.B. so, dass ich es beim Malen nicht hab, auch wenn ich jogge ist es nicht da. Falls das Gefühl in bestimmten Situationen auftaucht, konzentriere ich mich auf Gefühle, die ich z.B. beim Joggen habe. Ich hab gemerkt, dass das Gefühl manchmal ein guter Ratgeber ist. Wenn es in Gesellschaft bestimmter Personen häufiger auftaucht weiß ich, dass es in dieser Beziehung Störgefühle gibt und versuche herauszufinden, welche das sind und wie ich damit umgehen will.

Ist das bei Dir auch so?

I&ris_1=975


Hallo Sonja,

ich habe das gleiche Problem. Nur das ich gar nicht in der Lage bin Auto zu fahren. Ich bekomme schweißausbrüche und totale Panik sobald ich hinter dem Steuer sitze.

Kann aber komischerweise ohne Probleme mit anderen mitfahren. Ich habe noch nie einen Unfall erlebt, und kann mir diese Panik selbst nicht erklären. Derealisation erlebe ich auch manchmal, allerdings selten. Und nicht in einer Angstsituation.

Leider können das nur sehr wenige nachvollziehen.

Und das mit dem einfach losfahren und die Angst überwinden ist leicht gesagt. Ich denke nicht das man diese Todesangst mit üben überwinden kann.

Sicher liegen die Gründe dafür tiefer.

Aber ich hoffe irgendwann mich einfach ins Auto setzen zu können und gerne zu fahren.

Ich wünsche dir viel Glück!

m<om1o13?06


Hallo Gelimoon 75

Hallo gelimoon 75

Das was Du als unwirklich erlebst,ist ein hauch von der "Wirklichkeit".Es gibt nur wenige Menschen,denen diese Gnade zuteil wird.

Die Angst in Dir ist nur eine unsichtbare Grenze des Egos,dass noch nicht bereit ist aufzugeben.Du musst nichts unter Kontrolle behalten.

Wenn Du dich Deiner Angst stellst,Keine Flucht ,keine Gegenwehr,wird sie Dich tiefer führen.Es ist der Fall in den Abgrund der Liebe Gottes,das SEIN oder

der WIRKLICHKEIT, nenne es wie Du willst.

Alle Menschen leben in einen Traum und halten das für die Wirklichkeit. Im erwachen Deiner Selbst erkennst Du ,dass Du geschlafen hast.

Wenn Du Deine Identität verlierst,kommt Dir alles vor wie in einen Film.Du bist nur noch Beobachter oder Regieseur dieses Filmes.Von hier aus gibt es kein persönliches Leiden mehr.Du bist Frei. Mann nennt es auch Erleuchtung.

Es wäre gut wenn du Dich einen spirituellen Lehrer anvertraust,der dich begleitet. Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinen Weg.

Buchempfehlung: Wach auf du bist frei. ISBN 3926257164

mxich!it22


So ein Blödsinn!!

Bei allem Respekt GELIMOON 75, aber dieser Zusatand ist keine Erleuchtung, sondern der grösste Horror den man sich vorstellen kann. Man sollte ihn nicht hinnehmen und resignieren, vom Leben bestimmt werden, sondern dagegen ankämpfen um wieder sein Leben bestimmen zu können.

Es mag ja sein, das dein Ansatz einigen Trost spenden kann,

um aber in der Realität anzukommen und diese auch geniessen zu können, sollte man wissen welche Probleme einen in diesen Zustand geführt haben und diese Probleme lösen.

Du hast zwar Recht, wenn du sagst man habe kein persöhnliches Leiden mehr aber nur wenn du damit meinst, dass dir keine äusseren Ereinisse mehr Leiden bringen; jedoch erfährt man durch den Zustand selbst grösstes Leid.

Wie du sicher weisst kann schon ein Joint diesen Zustand verursachen, und ich glaube kaum das man durch einen Joint zur Erleuchtung gelangen kann.

mWi#chi22


Fehler!!

Der Beitrag war natürlich an momo1306 und nicht an gelimoon75 gerichtet!

mNomvo13)06


Hallo Michi

Ich kann Deine Reaktion verstehen, aber warum mußt Du gerimoon 75 in Schutz nehmen?

Ich glaube Du hast garnicht verstanden, was ich geschrieben habe.

Farühlixngssoxne


gelimoon usw. ....

...mir geht es genauso :-( ich habe das Gefühl, nicht wirklich anwesend zu sein, alles passiert nur noch automatisch...naja, eben genauso wie du es in deinem ersten Beitrag beschrieben hast :-(

im Moment ist es besonders schlimm...ich stehe kurz vor 4 Wochen Urlaub (außerhalb Europa's) und der "Zustand" der Unwirklichkeit nimmt mich momentan dermaßen ein, dass ich am liebsten zu hause bleiben würde :-(

p.s.: ich suche "Leidensgenossen/Leidensgenossinen im Raum Sachen - Anhalt...

k&oheleqt198x0


willkommen im club

Hallo Leidensgenossen!

Bei mir begann auch meine Angsterkrankung mit der Derealisation- ich dachte schon, ich erkranke an Schizophrenie und habe mich gewaltig hineingesteigert bis ich auch noch Angst vor der Schizophrenie entwickelte.... leider- deswegen halte ich mich auch nicht gerne in der Nähe von Psychiatrien o.Ä. auf!

Habt ihr Erfahrung mit Medikamenten? Ich nehme Zoloft seit einem halben Jahr wegen meiner dadurch entstandenen Depression aber gegen diese Zustände helfen sie nicht unbedingt- ich finde sogar, dass es schlimmer geworden ist! :-o

m0ichix22


??

Inwieweit nehme ich ihn in Schutz, ich habe nur deinen Beitrag kritisiert. Weil ich aber ausversehen "bei allem Respekt Gelimoon75" und nicht "bei allem Respekt Momo1306" geschrieben habe, habe ich noch den Korrekturbeitrag geschrieben.

Abgesehen davon habe ich sehr wohl verstanden was du geschrieben hast!

Ach ja noch was. Vielleicht waren die ganzen religiösen Erleuchteten nicht erleuchtet, sodern litten schlicht an Depersonalisation!? ;-D

m(omo11306


An michi 22

Du hast vollkommen Recht, die "religiösen Erleuchteten" waren gar nicht erleuchtet, weil es gar keine Erleuchtung gibt.

Wer sollte erleuchtet werden?Das Ich? Wenn sich das "ich" auflöst, bleibt nur noch das strahlende Selbst eines Menschen übrig.

Wenn sich die Wolkendecke schließt und die Sonne ist verdeckt, kann man ja auch nicht sagen, es gibt keine Sonne.

Und wenn die Schattenseiten eines Menschen sich auflösen, öffnet sich die Wolkendecke. So einfach ist es, aber keiner will dem ins Auge sehen.

Depersonalisation ist nichts anderes, als die Auflösung des persönlichen Ichs ,was früher oder später in das unpersönliche Eine mündet. Von der Zweiheit in die Einheit.

Als Anmerkung: Das geschriebene kommt aus meiner eigenen Erfahrung und nicht weil ich es irgendwo gelesen oder gehört habe.

Wenn Worte das innerste eines Menschen nicht erreichen, haben sie ihre Wirkung verfehlt. Es gibt nichts schöneres, als sich von

Der Einen Wahrheit berühren zu lassen. Alles Gute.

m*i"cyhiz2x2


??

Tut mir leid aber bei dir hört sich das an, als sei der Zustand der DP das Schönste was es gibt, du bezeichnest es als Gnade. Für mich ist das der Schlimmste Zustand den ich mir vorstellen kann, denn zum Mensch sein gehört Gefühle zu haben und nicht sich wie ein Eisklotz zu fühlen. Alles wird bedeutungslos man ist praktisch tot und zum Zuschauer verurteilt. Ich finde diesen Zustand nicht schön, und auch ich weiß wovon ich rede.

Wofür lebt man denn?! Das Schönste was man haben kann sind doch (positive) Gefühle. Und auch negative Gefühle können im Nachhinein schön sein wenn man durch sie gestärkt hervorgehen kann. Wer an DP leidet und diesen Zustand hinnimmt, hat nicht erkannt das es Zeit ist etwas aus seinem Leben zu machen. Im Zustand der DP vegetiert man doch im Schlimmsten Fall vor sich hin. Es ist nicht der Weg von der Zweiheit in die Einheit, sondern die Spaltung der Einheit die aus Körper und Geist besteht.

Bist du Masochist oder warum findest du diesen Zustand so schön?

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