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Meine Mutter hat paranoide Schizophrenie

SI. w3allYisixi


Hallo

Ich fühle mich nicht mehr in der Varantwortung. Habe auch kein so schlechtes Gewissen deshalb

hört sich gut an :)^

Ich fühle mich im Moment einfach nur desolat - leer.

Ich vermute das ist normal, ging mir auch öfters so. Vielleicht gehört das zum "Los-lass-Prozess" dann wär's sogar irgendwie heilsam, aber ich weiß nicht so genau. Jedenfalls geht es wieder weg. :)*

das Beste wäre einfach den Kontakt komplett zu kippen. Ich weiß inzwischen, dass ich das auch schaffen würde. Leider würde sie dann umso mehr meine liebe Oma drangieren, die diese Stärke nicht besitzt.. Meine Oma sitzt nur und heult.. das macht mich umso mehr wütend und bringt von ihr weg.

hm... schwierig, üble Zwickmühle... ich würde sagen du genießt jetzt erstmal deinen Urlaub und siehst danach weiter.

Trotz allem - ich freue mich darauf und das völlig zu recht, wie ich finde.

Aber hallo! Selbstverständlich! Wird dir bestimmt gut tun. :)*

würde mich freuen wenn wir irgendwie in "Kontakt" blieben - das schreiben hier tut mir gut.. und auch zu wissen dass es jemanden gibt, der mich versteht.

gerne - das würde mich auch freuen. @:)

Falls wir uns nicht mehr lesen bis dahin, wünsch ich dir schon mal einen schönen, erholsamen Urlaub!

*:)

t;rauzmfae?ngerLchen


hallo ihr 2

durch zufall bin ich auf diese seite gestoßen. eigentlich war ich auf der suche zum thema abitur unter-/ abbrechen.

meine mutter ist auch shizophren. da ich meine ganze kindheit mit ihr gelebt habe, habe ich die ganzen vorfälle extrem schlecht aufgenommen, habe ich im moment das gefühl. ich bin erst 17 jahre alt, und das früheste alter, an das ich mich in meiner kindheit zurückerinnern kann, ist wohl so 6, 7, 8 jahre. dies waren irgendwie schlüsseljahre für mich, ich war nicht mehr das ganz kleine kind, das nichts versteht und denkt seine mutter sei wie jede andere. ich habe erstmals bemerkt, wie über nacht auf einmal das ganze haus ausgeräumt war oder zu spüren bekommen, dass ein solcher mensch sich nicht wirklich um seine kinder kümmern kann.

ich habe noch 2 große brüder, der eine macht gerade die 13. vom abi, der andere studiert. ich bin das nesthäckchen. oft habe ich das gefühl, sie blenden nur aus was passiert ist. da wir umgezogen sind (heimlich, da unsere mutter uns verfolgte), habe ich ruhe vor dem kopfhörer der stunden- tagelang auf mich einquaselt und mich beschimpft, der mich auslacht und bespuckt, der auf einmal weint und wenn er mich wohin fahren soll, selbstgespräche führt und auf einmal umdreht (so ging es immer stundenlang bis ich ans ziel kam - wenn überhaupt), doch sie fand unsere adresse raus und klingelt täglich mehrmals, schreibt am tag ca 7 briefe und fährt mir mit dem auto hinterher.

ich erzähle euch (erstmal) nicht, was ich so mit ihr erfahren habe, aber es klingt alles ziemlich ähnlich wie das was ihr erzählt.

es ist ein ständiges hin- und her mit der krankheit. hoffnung und enttäuschung irgendwie. ermüdend und trotzdem kann man nicht loslassen. gestern war ich wirklich sehr am boden, ich habe oft das gefühl was ich erlebe macht mich nur noch schwach. niemand versteht mich, wem ich es erzähle der sagt mir er wär für mich da, könne es aber nicht nachvollziehen wie es mir geht. das ist das schlimme..dass ich meine kindheit mit meiner mutter verbringen musste, jeder dachte irgendwie: die frau spinnt doch, aber keiner hat mich rausgeholt.

wie war das bei euch? oder fing es da erst später an?

mein abitur bin ich gerade kurz davor abzubrechen. ich bin im ersten halbjahr der stufe 12 und fast fertig. habe jetzt einen schnitt von 12-13 punkten. aber seelisch geht es mir schlecht. ich bin zwar ne gute schülerin und theoretisch weiß ich wie man das leben zu leben hat, dass alles vorbei geht, dass gut und schlecht dazu gehört..aber in meiner gefühlswelt gibt es keine ratio. ich frage mich, wo ich hingehöre und komme zu dem ergebnis - NIRGENDWO. doch gestern bin ich vielleicht durch schicksal auf diese seite gekommen. ich hätte nie gedacht, dass jemand so etwas ähnliches wie ich in der praxis erfahren muss(te). und trotzdem tut es mir leid (ihr wisst ja).

ich würde mich gerne eurem austausch anschließen, weil ich große hoffnung darauf habe, dass er mein leben bereichern wird. ich hoffe, dass mich endlich jemand versteht. denn ich verstehe euch!

liebe grüße

ich würde mich auf eine antwort freuen

Sp. wallidsii


Hallo traumfaengerchen

Ich hoffe ich darf dich auch um ein bißchen Geduld bitten - ich würde dir gern antworten nur nicht heute... weiß nicht genau wann... (nicht entäuscht sein wenn's ne Weile dauert - ich antworte dir garantiert!)

Fühl dich schon mal virtuell gedrückt :°_ ... und schau einfach gelegentlich in den Faden. :)*

lg @:)

S>haHlydxa


@:) für alle!

Meine Mutter ist nun laut Anordnung eines Richters bis mindestens zum 15.02. in der geschlossenen.. Klingt vielleicht hart - aber Gott sei dank!

Ich habe ihr gesagt, dass ich den Kontakt kippen werde sollte sie die Therapie oder Medikation erneut abbrechen. Ich habe es ihr so erklärt, dass es eine Entscheidung FÜR mein Leben ist - und nicht gegen ihres. Sie muss selbst entscheiden - ein Leben wie bisher - ohne mich und ihre Enkeltochter oder ein Leben mit uns und Therapie und Medikation.

Ganz ehrlich - im Moment wäre es mir fast lieber, sie würde sich gegen uns entscheiden. Ich weiß - klingt grausam irgendwo - ist aber ehrlich dass, was ich empfinde. Ich traue mich schon gar nicht mehr an ein Leben mit ihr zu denken, welches sie als "normaler" Mensch führt.

@wallisii

ich würde sagen du genießt jetzt erstmal deinen Urlaub und siehst danach weiter.

Genau das werde ich tun.. :)^

Ich freu mich wie ein kleines Kind auf den Urlaub und niemand wird mich davon abhalten - schon gar nicht diese Person.

Ich hoffe, dass Du ähnliche glückliche Momente in Deinem Leben wieder finden konntest.. ist dem so? Wenn nicht, pack ich Dich einfach in meinen Koffer ;-)

Mir hat die Woche arbeiten jetzt auch wieder gut getan - macht den Kopf frei von dunklen Wolken Namens "Mutter".

Ich melde mich, wenn ich wieder zurück bin und werde Berichten ob ich noch alle Knochen an einem Stück habe *:)

@tina

Es tut mir leid, dass es Dir ähnlich ergangen ist und ich bedanke mich für Deine lieben Worte. Wenn Du "reden" möchtest - kannst Du jederzeit auf eine Antwort hoffen, wenn auch - ähnlich wie wallisii - nicht immer direkt. Es gibt einfach Tage, da sehe ich mich nicht in der Lage dieses Thema zu besprechen und weigere mich schlicht mich damit auseinander zu setzten. Vielleicht kommt Dir das selbst auch bekannt vor...

Fühl Dich gedrückt.

@traumfängerchen

Mensch süße - das Abi abbrechen - wo Du doch eine gute Schülerin bist solltest Du tunlichst lassen. Das bringt Dich eher in einen noch desolateren Zustand. Denke an Dich und Deine Zukunft und tu was zu tun ist, wenigstens was das angeht. Den Gefallen solltest Du Dir selbst tun.

Bei mir war es so, dass sich die ersten Anzeichen der Krankheit meiner Mutter abgezeichnet haben als ich ca. 12 Jahre alt war. Jedenfalls war dass die Zeit, in der ich registriert habe, dass etwas "anders" ist, als bei anderen. Ich muss dazu sagen, dass ich das Glück hatte viel bei meinen Großeltern aufgewachsen zu sein - also von 7 Tagen die Woche, war ich ca. 4 Tage dort. Schlimm wurde es, als mein Opa gestorben ist - da war ich ca. 11 Jahre alt. Meine Oma zog dann zu meiner Mutter und mir, von da an war es die Hölle. Ich habe mit 17 Jahren mein "Elternhaus" verlassen und lebe seitdem alleine (ich bin jetzt 30 Jahre alt - also ab nächste Woche um genau zu sein).

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es ist mit Menschen zwar sprechen zu können, aber nie wirklich das Gefühl zu haben, dass diese das "Dilemma" auch nachvollziehen können. Ich habe es auch immer viel von meinen "lieben" ferngehalten - denn ich selbst stumpfte immer mehr ab im Laufe der Zeit - wohingegen die Ausbrüche meiner Mutter für meine beste Freundin z.B. nicht tragbar waren. Ich wollte sie schützen. Klar - man frisst so viel zu viel in sich rein - und ich bin auch froh hier eine Plattform gefunden zu haben, in der ich mir ruhigen Gewissens einfach mal alles was ich möchte von der Seele schreiben kann. Es ist so - dass dies ungemein befreit.

Ist Deine Mutter je in Behandlung gewesen?

Wie ich aus Deinem Beitrag lese, wohnst Du nicht mehr mit ihr unter einem Dach - das ist schon mal gut so. Vielleicht versuchst Du mal mit Deinen Brüdern über die Dinge zu sprechen, die Dich belasten - ich kann mir vorstellen, dass die zwei auch viele "Gespenster" haben, die sie sich mal gern von der Seele reden würden. Ich wäre immer froh gewesen, wenn ich jemanden gehabt hätte - zugleich bin ich aber auch froh drum, dass dies niemand mit mir durchmachen musste.

Ich denke dass die Angehörigen solch erkrankter Menschen zwangsläufig ständig in einem Zwiespalt leben. Wie Du auch schon sagst - ermüdend und trotzdem kann man nicht loslassen - dass ging mir ganz genau so und geht es mir auch immer noch teilweise.

Ich bin aber inzwischen soweit, dass liebend gern loslassen würde - wäre da nicht meine Oma, die dann nochmehr abbekäme als ohnehin schon. Meine Oma war es, die ihre Hand so gut es ging über mich hielt, als ich noch ein Kind war. Ich fühle mich in der Verantwortung ihr gegenüber dies jetzt für sie auch zu tun, jetzt - wo sie die Stärke nicht mehr so besitzt wie zu jüngeren Jahren.

Es gibt auch kein Patentrezept, was ich Dir raten könnte - außer dass es gut ist, Dir alles von der Seele zu schreiben oder reden. Mir tut es jedenfalls gut.

Ich drücke Dich, und versprochen - ich antworte Dir - wenn auch nicht immer direkt .. :-)

Ganz liebe Grüße

Shalyda

kCeHine' ahntun!g von nixx


Hey, klinke mich neu dabei. Muß gestehen habe nicht alles gelesen, aber das, was ich gelesen habe reicht mir, weil ich es gerade erlebe. Die (17jährige) Tochter meines Lebensgefährten(11tes Jahr) hat seit 11 Jahren großen Kummer. Vergangenes Jahr im März klingelte das Telefon:" Kannst du mich abholen kommen, Mama hat mich rausgeschmissen?" Während dieses Gesprächs vom Münz(bzw) Kartentelefon waren ihre gesamten Klamotten im Schuppen in blauen Säcken. Also konnte ich Mimi und ihr weniges Hab und Gut gleich zusammen abholen. Das Kind hat die Welt nicht mehr verstanden. Die Kinder, zweie an der Zahl, haben nie so große probleme geäußert und wir waren trotzdem ständig beim Jugendamt, andere Sache.

Jetzt lebt Mimi bei uns und ich kann nicht mit ihren worten reden, aber ich glaube und spüre auch, dass SIE LEBT. Ein geregeltes Leben, ohne ständigen Partnerwechsel, sie sitzt manchmal und redet wie ein Wasserfall und ein anderes Mal schweigen wir uns nur an, aber wir haben UNS. Mimi ist so enttäuscht von ihrem eigenen Leben und von ihrer Ma, dass ich nicht weiß, wie wir( ich) dem Kind noch helfen können(schlägereien, keine Schuldgeständnisse der Mutter, Rauswurf, Weihnachten Punk auf dem Rücken der Kinder, kein" Frohe Weihnachen" kein "Frohes Neues Jahr" die Antwort auf diese Fragen war:"Krieg ich von Mimi nichts zu Weihnachten?"

Ich weiß nicht wo das endet ??? ? Freue mich aber über jeden (normalen) Menschen, wie ihr es seid.

UND ALLES SIND DIE KINDER SCHULD

Kinder waren doch unser aller Leben, Kinder waren doch mal unsere Zukunft? Hat sich die Zeit so geändert,dass man Kinder verstecken, verleugnen oder thyranisieren darf. Irgendwas läuft doch da falsch

t7raumfaenZgercxhen


@ wallisii

klar habe ich geduld. ist bei mir nicht anders mit dem schreiben :-)

außerdem warte ich gerne auf eure antworten

@shalyda

mit dem abi abbrechen, das ist halt weil ich irgendwie im ausnahmezustand bin. was sich über all die jahre angehäuft hat, kommt jetzt alles raus und ich hab des blöde gefühl, dass is nich mit dieser welt die die andren leben vereinbar... aber ich habe die chance umzuziehen und zu tante und onkel zu ziehen und dort weiter zu machen. ich weiß halt nicht, ob ich wegen den kursen wirklich ne schule finde. aber ich hab unterstützung von meinen lehrern :-)

hab bisschen was kopiert von dem was du geschrieben hast: und zwar:

Ist Deine Mutter je in Behandlung gewesen?

- sie war bei einigen ärzten und auch psychiatern. ihr wurde von der schule (sie war lehrerin) quasi ein ultimatum gesetzt. sie sollte entweder zu nem arzt und sich untersuchen lassen (weil sowas könne man ja nicht auf schüler hetzen) oder halt nich mehr an die schule dürfen. daraufhin hat sie halt n paar aufgesucht, aber nie einsicht bekommen von dem was ihr gesagt wurde (sie ging ja auch hin, weil sie immer darauf bestand "beamtin" zu sein und sich für den staat, der sie absägt (quasi à la Jesus), aufzuopfern)

dann vor nem jahr ungefähr wurde sie von den nachbarn aus zwangseingewiesen. leider nur eine woche. brachte dementsprechend nichts..

wies weitergeht weiß ich nicht, es ist mir zu viel. ich muss mich auf mich konzentrieren und selbst das fällt mir schwer, weil das ganze auch nicht gerade spurlos an mir vorbeigeht. auch was sie mir in der kindheit angetan hat (beispielsweise ist es für mich wirklich schwer mich selbst von grund auf anzunehmen (mit allem drum und dran, psyche, körper, ich hab angst ihre gene zu haben, aber es ist so paradox es auch klingt auch schwer damit zu leben, dass meine ganze kindheitswelt bezüglich auf das was sie mir gelehrt hat einfach teilweise völlig krankhaft war (weltfremd.. ), dass ich die verantwortung dafür trage aus dem dilemma in dem ich bin rauszukommen..)

deswegen weiß ich halt nicht wirklich was sie gerade tut. scheinbar nimmt sie manchmal tabletten aber vllt lügt sie auch nur, weil ich ausgesagt habe (vor gericht) den kontakt zu unterbinden, bis sie in behandlung ist.

wenn sie täglich klingelt und anruft, mich mti dem auto verfolgt ist es natürlich trotzdem schwer...

da merke ich auch immer, dass sie sich kaum geändert hat, höchstens mal bisschen netter ist.

du hast geschrieben:

Wie ich aus Deinem Beitrag lese, wohnst Du nicht mehr mit ihr unter einem Dach - das ist schon mal gut so. Vielleicht versuchst Du mal mit Deinen Brüdern über die Dinge zu sprechen, die Dich belasten - ich kann mir vorstellen, dass die zwei auch viele "Gespenster" haben, die sie sich mal gern von der Seele reden würden. Ich wäre immer froh gewesen, wenn ich jemanden gehabt hätte - zugleich bin ich aber auch froh drum, dass dies niemand mit mir durchmachen musste.

- naja das problem ist, dass meine brüder und ich ja sehr klein waren und meine mutter immer schon so extrem war. der psychische druck, der da auf einem gelastet hat (nicht verstehen zu können warum sie einfach so unerträglich ist, so willkürlich und teilweise boshaft handelt und die ganze zeit mit nicht anwesenden menschen streitet oder sich verfolgt fühlt), auch die angst vor ihr, und auch die zweifel an sich selbst (schuldgefühle: "sie ist wegen mit überfordert, ich bin ein schlechtes kind, ich verstehe sie nicht, wenn sie weint, kann ich nicht helfen"; sie hat mir ja auch gesagt, die hätte mich abtreiben sollen), mit denen waren wir als kleine kinder glaube ich so sehr überfordert, dass wir uns kaum um die anderen kümmern konnten. jeder hat sich in der situation selbst durchkämpfen müssen. es ist heute noch überraschend wenn ich mich zurückerinnere und erkenne nicht zu wissen, wo meine brüder waren, nicht zu wissen wie sie gelitten haben. es einfach nicht zu wissen. man weiß es nicht. und man denkt nicht wie viel gleiche dinge sie doch erlebt haben (obwohl es schon bisschen mehr alles gegen mich gerichtet war, weil ich die tochter war, die "ihr den mann ausspannen wollte" (ihr wisst ja glücklicherweise, dass das nicht stimmt^^)) deswegen ist es unheimlich schwer mit ihnen darüber zu reden.

auch weil jeder endlich vergessen will. endlich leben will.

aber trotzdem geht es nicht ohne reden. (bei mir ohne gesprächstherapien) oft endet es leider nur darin, dass wir gemeinsam weinen und auch schuldgefühle haben dem anderen nicht helfen zu können.

ich denke man kann einfach nicht mehr.. man muss sich raus"manövrieren" die angst, dass andere zurückbleiben, bleibt immer, aber die hoffnung, dass sie es schaffen werden ist da. und auch die, dass man selbst irgendwann alles aufgearbeitet hat und dann auch den, der noch probleme hat, unterstützen zu können, besteht immer.

ich glaube, das wichtigste ist, erst so gut es geht nach sich zu gucken.

aber wie gesagt sich miteinander unterhalten, hilft wenig. es macht immer wieder bewusst, was alles vorgefallen ist und auch noch vorfällt mit meiner mutter (und mit meinem vater, der auch nicht allzu gesund zu sein scheint..aber wer ist schon ganz normal..naja andres thema), aber die probleme aus der welt schaffen ich glaub, das muss jeder allein....

mit hilfe von außen

weil bei meiner familie stecken doch alle irgendwie im gleichen schlamassel weißt du, da kann man sich doch nicht selber gemeinsam aus dem sumpf ziehen. da muss jemand von außen die hand geben.

ich hab beispielsweise n echtes manko an familie. ich brauch das mehr wie alles andere glaub ich. aber vertrauen, fürsorge, liebe, hoffnung und gemeinschaft gibt es bei mir zuhause nicht.

das fehlt meinen brüdern auch. aber als kinder können wir sowas nicht aufbauen. da braucht es unterstützung von außen.

ich weiß nicht, bin ein bisschen abgeschwiffen, hat auch nicht mehr so viel mit meiner mutter zu tun, sondern eher mit mir (wie ich mit allem umgeh und so..), aber vllt weißt du ja trotzdem n anknüpfungspunkt, oder irgendwas auch wennsn tipp oder ne kritik odern rat odern mut zusprechen ist...

PS: ich bin froh, für dich, dass du bei deiner oma sein konntest und es macht mir mut, dass du so erwachsen auf mich wirkst. wirklich, da fühl ich mich wohl ^^ auch, dass ich mit sicherheit sagen kann, dass unsere erlebnisse recht unterschiedlich ausgefallen sein werden, aber wir uns trotzdem verstehen und ich hier leute gefunden habe, mit denen man "reden" kann.

ich hoff, für euch ist auch irgendwas dabei, wenn ich schreibe

irgendne hilfe oder ne quelle aus der ihr zuversicht/hoffnung schöpfen könnt

oder verständnis...

und ich bin auch froh, dass ihr hier seid

für jeden einzelnen, der solche probleme meistert. das macht echt froh, zu sehen, dass wir über sowas "reden" und, dass das hilft oder lichtblicke gibt. dass wir es alle "hier her geschafft haben eigentlich"

(bin rad bisschen euphorisch, aber ich habe auch endlich meine mathe klausur vom tisch :-D naja obwohl ich eigentl schon eher froh bin, wies "hier ist")

DPalmxa


Hoffe es ist noch jemand hier

Leider muss ich mich in diese Gruppe mit einreihen. Auch meine Mutter ist schon seit über 30 Jahren daran erkrankt.

Als Kind hörte man nur "Depressionen" oder "mir gehts nicht gut". Erst im November letzten Jahres erfuhr ich es dann, denn sie hatte seit langen Jahren wieder einen Ausbruch, weil sie einfach die Medikamente absetzte.

Der Psychiater kam auch recht schnell und nahm sie mit in die Klinik. Als ich mit dem Klamottenkoffer ankam, stand sie schon heimgehfertig da...

Anfang Januar hat sie sich dann endlich einweisen lassen und ich beantragte eine Betreuung, die ich auf anraten des Arztes nicht selbst übernehmen sollte. Knapp 4 Wochen später entliess sie sich wieder selbst. Auch die Betreuerin konnte nichts dagegen tun.

Seit gut 2 Wochen hat sie wieder die Medikamente abgesetzt, was nur durch einen Zufall herauskam. Denn die Betreuerin darf mich ja gegen den Willen meiner Mutter nicht auf dem laufendem halten.

Alles wäre auch nicht weiter tragisch, wenn wir nicht zusammen in einem Haus leben würden.

Die ständige Angst, Wut und Hilflosigkeit frisst mich auf.

Die Betreuung hatte ich mir auch anders vorgestellt. Immer noch bleibt das meiste an mir hängen. Dann immer diese Schuldzuweisungen von ihr. Das egoistische Verhalten treibt mich noch in den Wahnsinn.

Im Dezember habe ich dann selbst einen Therapeuten aufgesucht und nach der 2. Sitzung gemerkt das es total blödsinnig ist.

Die Angehörigenbetreuung besuche ich zwar noch, nur ist da leider keiner der in der selben Situation ist.

Es kann doch nicht sein das ich eine Zeitbombe hier ticken habe und keiner kann etwas dagegen unternehmen ?

Ich hab mich gestern über eine Stunde in den Schlaf geweint, weil ich einfach nicht mehr weiter weiss.

Mittlerweile habe ich Angst das ich ihr oder gar mir noch was antue wenn sie wieder ausflippt.

Warum ist man trotz zig Ärzten etc. immer noch alleine mit dem Problem ?

Was stimmt denn nicht mit den Gesetzen ?

Wenn 2 Ärzte eindeutig sagen das die Frau Hilfe braucht, warum muss dann erst was passieren bevor man einschreitet ?

Im Moment stiegen mit wieder die Tränen ind die Augen, ich bin sowas von fertig und weiss nicht mehr was ich noch tun soll.

S*. bwa%llixsii


Hallo Dalma

Also ich bin auf jeden Fall noch da, das Thema ist nur so verflucht schwer. Ich schieb's seit Wochen vor mir her traumfaengerchen zu antworten. Aber ich nehm deinen Beitrag jetzt mal als Zeichen dass es wieder mal an der Zeit wäre sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ich kann gut verstehen wie du dich fühlst und soweit man in solchen Situationen überhaupt von "normal" sprechen kann, ist normal dass dich das Ganze fertig macht.

Ich dachte oft jemand anderes hätte den Absturz meiner Mutter vielleicht ausgehalten, ihr ihrem Wahnsinn irgendetwas entgegengesetzt. Aber jetzt mit ein wenig Abstand glaube ich nicht mehr dass das überhaupt jemand aushalten kann, zu sehen wie die eigene Mutter dem Wahnsinn verfällt und mitzuerleben wie sie durch die Krankheit milde ausgedrückt immer unumgänglicher wird.

Obwohl wir schon erwachsen sind ist es trotzdem einfach unnatürlich dass das Verhältnis zur Mutter derart strapaziert wird, um nicht zu sagen ausgelöscht wird. Dass es ausgerechnet die Mutter ist die sich so verwandelt, der Mensch der einen die ganze Kindheit über Halt gegeben hat, macht das Alles wohl auch so schwierig. Wär's ein weniger engverbundenere Mensch könnte man sich vllt einfach abgrenzen, ihn vllt im Laufe der Zeit einfach vergessen, aber mit der eigenen Mutter funktioniert das nicht. Trotzdem ist vielleicht die Abgrenzung das Einzige was ansatzweise als Lösung zu bezeichnen wäre. Naja, Lösung... :-/ ... eigentlich entscheidet man sich damit nur für das geringere von zwei Übeln: Das schlechte Gewissen, sie "im Stich gelassen zu haben" nagt an einem, aber sich dem Wahn zu stellen macht einen zuverlässig kaputt.

Wie du vielleicht schon gelesen hast hab ich mich für das schlechte Gewissen entschieden. Ich kann dir noch nicht sagen ob es irgendwann nachlässt, aber seit meine Mutter weg ist und ich ihr zusätzlich bei einem späteren Überraschungsbesuch ihrerseits sagte dass ich momentan keinen Kontakt zu ihr haben kann, geht es mir wieder sehr sehr viel besser - Schlechtes Gewissen hin oder her. Ich versuch es so gut ich kann zu verdrängen und hoffe es lässt sich irgendwann von allen rationalen Argumenten überzeugen.

Schließlich ist es ja so dass wir einfach machtlos sind, wir können an der Krankheit nichts ändern. Also warum zwei Leben zerstören?

Warum ist man trotz zig Ärzten etc. immer noch alleine mit dem Problem ?

Was stimmt denn nicht mit den Gesetzen ?

Wenn 2 Ärzte eindeutig sagen das die Frau Hilfe braucht, warum muss dann erst was passieren bevor man einschreitet ?

Keine Ahnung! Das frage ich mich auch. :-(

Im Moment stiegen mit wieder die Tränen ind die Augen, ich bin sowas von fertig und weiss nicht mehr was ich noch tun soll.

:°_ Ich weiß was du durchmachst.

Kannst du nicht daheim ausziehen und das Alles hinter dir lassen? Und die andere Frage: Bringst du es über's Herz sie allein zu lassen?

Ich würde dir sehr dazu raten, trotz allem schlechten Gewissens ist es vielfach leichter.

lg @:) *:)

Hallo traumfaengerchen

Ich hab mir jetzt sehr lang Zeit gelassen und weiß gar nimmer ob du noch reinschaust, aber vielleicht besteht ja noch die Möglichkeit und da will ich dir auf jeden Fall noch antworten.

Erstmal hoffe ich du hast dich von Shalyda überzeugen lassen das Abi fertig zu machen. Ich glaube auch dass der Alltag eine normalisierende Wirkung hat, hätte ich damals als meine Mutter hier wohnte nicht gearbeitet dann wär ich glaub ich wirklich durchgedreht. *schiefgrins*

Und ich hoffe dass du ein wenig deine Ruhe hattest vor deiner Mutter. Was du erzählt hast, wie sie euch nachstellt hört sich schlimm an. :°_ Vor soetwas habe ich große Angst.

da ich meine ganze kindheit mit ihr gelebt habe, habe ich die ganzen vorfälle extrem schlecht aufgenommen, habe ich im moment das gefühl.

Ja, das kann man ja auch nicht anders als schlecht aufnehmen. Aber wenn ich deinen Beitrag lese, hab ich ehrlich das Gefühl dass es außerordentlich bewunderswert ist wie "gut" du die schlimmen Erlebnisse deiner Kindheit und jetzt noch aufnimmst. Dir wird es vllt nicht so vorkommen da du die Stärke die du hast auch wirklich (auf-)brauchst, aber glaub mir, du bist sehr, sehr stark. Ich wünsche dir von ganzem Herzen dass sich die Stärke irgendwann auszahlt, du deine Ruhe hast und das Alles hinter dir lassen kannst. Hoffnung ist ok! Wenn du nicht hoffen kannst kann ich das aber auch verstehen, ich werde dann für dich hoffen. :)*

wies weitergeht weiß ich nicht, es ist mir zu viel. ich muss mich auf mich konzentrieren und selbst das fällt mir schwer, weil das ganze auch nicht gerade spurlos an mir vorbeigeht. auch was sie mir in der kindheit angetan hat (beispielsweise ist es für mich wirklich schwer mich selbst von grund auf anzunehmen (mit allem drum und dran, psyche, körper, ich hab angst ihre gene zu haben, aber es ist so paradox es auch klingt auch schwer damit zu leben, dass meine ganze kindheitswelt bezüglich auf das was sie mir gelehrt hat einfach teilweise völlig krankhaft war (weltfremd..), dass ich die verantwortung dafür trage aus dem dilemma in dem ich bin rauszukommen..)

Du wirst das schaffen! Verliere nicht den Mut! Du bist ein guter Mensch, da bin ich mir sicher (ja, zwei Beiträge reichen mir da :-) ) und trotz aller Scheiße die mir passiert ist glaube ich immernoch dass das Gute irgendwann belohnt wird. (hat nichts mit Religion zu tun ;-D)

Du schreibst dir fehlt das Familiäre sehr, das kann ich ein wenig verstehen, ich fühl mich auch irgendwie etwas in der Luft: Mutter abgeschrieben, Vater abgeschrieben, total Elternlos in der Welt, irgendwie ein seltsames Gefühl. Noch besser könnte dich allerdings meine Schwester verstehen, sie vermisst das auch sehr. Ich vermute ich lasse derartige Sehnsüchte aus Verdrängungsgründen gar nicht zu und find's deshalb lediglich "seltsam" ;-D Naja, wenn ich was gut kann dann ist's verdrängen. *schiefgrins*

Hm, was ich mir denken könnte ist, dass sich diese Sehnsucht vielleicht verringern lässt wenn du einen Freund hast und in seine Familie integriert wirst - viele Menschen haben Ersatzfamilien und sind damit sehr glücklich. Vielleicht wird es uns auch mal so gehen. Oder vielleicht arbeitest du mal in einer Firma in der famliläres Klima herrscht, das ist zwar bei weitem kein vollwerter Ersatz aber vielleicht zumindest eine kleine Linderung. :-) Also lass dich nicht unterkriegen von diesem familiärem Einsamkeitsgefühl.

lg @:) *:)

Hallo Shalyda

Ich hoffe dir geht es gut. :)*

Ich hoffe, dass Du ähnliche glückliche Momente in Deinem Leben wieder finden konntest.. ist dem so? Wenn nicht, pack ich Dich einfach in meinen Koffer

:-D Hihi, das ist nett von dir ;-) - hat dir der Urlaub gutgetan?

Mir geht's jedenfalls sehr gut, hätt mir beinah nie träumen lassen dass mir mein gammliges Leben ohne diesen ganzen Megastress weiterzuleben solche Freude machen kann. ;-D

lg @:) *:)

D|a\lmxa


Danke für den lieben Beitrag :)*

Ausziehen habe ich eigentlich als allerletzte Möglichkeit in Betracht gezogen. An manchen Tagen könnte ich in 5 Minuten die Koffer packen und alles hinter mir lassen, dann widerum will ich nicht aufhören ihr zu helfen.

Ich sag mir auch immer ich bin ja nicht Schuld an ihrer Krankheit, sie aber auch nicht. Deswegen wohl der Teufelskreis...

Vielleicht ist das erlebte auch noch zu frisch um wirklich zu wissen was jetzt das richtige für mich ist. Das Hauptproblem ist eigentlich nur das man so ganz alleine damit klarkommen muss.

Selbst heute morgen im Beisein einer Krankenschwester und der Betreuerin hat sie mich nach einer Stunde angeschaut als ob ich ihr etwas Böses wolle.

Der Spruch: Ich habe ja in eurer Kindheit alles für euch getan..

hat bei mir dermassen Wut ausgelöst, das es nur gut war das noch andere Leute anwesend waren.

Die ganze Zeit hat sie doch immer nur geschlafen oder war in der Klinik. Andere Kinder mussten mit 10 Jahren noch nicht selber kochen etc. Meinen Schulabschluss habe ich mir selbst schwer erarbeitet, denn Hausaufgaben gingen ja nicht mit ihr.

Freunde ? Klar doch, wenn man nie jemanden mit nach Hause bringen darf oder seinen Geburtstag nicht feiern darf, finden das andere Kinder ganz toll.

Ihr merkt sicher das ich im Moment ganz schön verbittert bin.

Wenn ich sie darauf anspreche mal darüber nachzudenken wie es mir mit ihrer Krankheit geht, kommt es mir so vor als würde ich chinesisch mit ihr sprechen. So nach dem Motto: Wo leidest du denn schon unter meiner Krankheit ? Ich hab sie doch und nicht du.

Mittlerweile ist es schon so weit das ich sie nicht mehr als Mutter betrachte, sondern nur noch als die Frau die mich geboren hat. Denn Geborgenheit oder Liebe habe ich von ihr nie erfahren. Das darunter wie ich aufgewachsen bin selbst meine Tochter ihr ganzes Leben lang leiden musste, wurde mir auch erst da klar als der Ausbruch im November war. Meine Mutter denkt wahrscheinlich nicht mal im Traum so weit.

Wenn ich nur einmal in ihrem Gesicht sehen würde das sie versteht wie es mir und den anderen geht, wäre ich schon ein Stück weit zufrieden. Aber das wird wohl bis an ihr Lebensende nicht eintreffen...

S,. waKllisxii


Ich sag mir auch immer ich bin ja nicht Schuld an ihrer Krankheit, sie aber auch nicht. Deswegen wohl der Teufelskreis...

ja ich weiß, das Problem ist nur dass das Wissen dass sie nicht selbst schuld dran sind krank zu sein, nicht im mindesten weiterhilft die Sache als Nahestehender zu ertragen. Und was das Absetzen der Medikamente betrifft... naja ich weiß auch net, schließlich sind sie dabei ja noch "normal" und tragen schon irgendwie Verantwortung finde ich.

Ihr merkt sicher das ich im Moment ganz schön verbittert bin.

Was raus muss muss raus. :)* Außerdem schätz ich mal, das sind wir hier alle ein wenig. Ich mein, womit hat man sowas verdient? Ist schon irgendwie ziemlich bitter.

Wenn ich nur einmal in ihrem Gesicht sehen würde das sie versteht wie es mir und den anderen geht, wäre ich schon ein Stück weit zufrieden. Aber das wird wohl bis an ihr Lebensende nicht eintreffen...

Kann gut sein, sie merken ja anscheinend überhaupt nicht dass sie sich unnormal verhalten. Insofern werden sie wahrscheinlich auch nie einen Grund dafür sehen sich zu entschuldigen oder gar eine Einsicht zeigen dass es einfach nicht geht mal eben die Medikamente abzusetzen. Meine Mutter versteht bis jetzt und wahrscheinlich auch in der Zukunft nie dass ich sie in diesem Zustand nicht aushalten konnte und mir keine andere Wahl blieb als sie einweisen zu lassen.

Naja, ich würd meine Zufriedenheit davon jetzt auch nicht abhängig machen, schätze es ist besser sich damit abzufinden dass sie gar keine Einsicht zeigen können.

Der Spruch: Ich habe ja in eurer Kindheit alles für euch getan..

komisch dass alle unsere Mütter irgendwie das Gleiche bringen. Ich vermute ja irgendwo in ihnen gibt's eine tief versteckte Bewusstseinsebene in der ihnen klar ist dass sie selbst mit Medikamentation mehr oder weniger schwierig sind und dieses ständige daraufhinweisen was sie alles für einen getan haben ist dann vielleicht die Gegenreaktion um sich ihrer eigenen Schwierigkeit nicht bewusst werden zu müssen. Oder so...

*:)

D>almxa


Manchmal reicht es auch wenn man weiss das jemand einem zuhört und auch versteht wie es einem geht ;-)

Frohe Feiertage noch *:)

S)hal^yda


Ich bin auch noch da..

Hallo Dalma, hallo ihr lieben,

ja - ich bin auch noch da - und ich kann mich S. wallisii nur anschließen - auch ich schiebe es seit Wochen vor mir her hier wieder zu schreiben.. es ist so verdammt anstrengend und zehrend. Aber - ich werde morgen früh ausführlich antworten - es gibt auch wieder etwas zu berichten - ich habe einen Entschluss gefasst (aber dazu morgen ausführlich mehr).

Für heute Abend nur noch eins: Egal wie weit wir uns abwenden oder wieviel Zeit der Ruhe vergeht - wir werden immer und immer wieder mal wieder von den Emotionen eingeholt werden, die wir erfahren haben durch die Zeit mit einem psychisch so kranken Menschen - gerade wenn ein so nahe stehender Mensch ist wie die eigene Mutter. Es werden immer wieder Menschen und Situationen einhergehen, die uns Emotional an diese Zeit anlehnen lassen werden. Es gilt einen Weg zu finden damit zu leben, damit umzugehen.

Schön, hier eine Plattform gefunden zu haben, von der man immer im Hinterkopf weiß, dass sie da ist. Auch wenn zwischen den Beiträgen oft Wochen /Monate vergehen - aber das ist gerade dass schöne daran - man ist nicht im Zugzwang und wird dennoch immer wieder aufgegriffen. Mir tut das unwahrscheinlich gut, und solange ich hier nicht ausdrücklich äußere, dass ich aufhöre hier zu schreiben kann sich auch jeder darauf verlassen von mir gelesen und auch aufgegriffen zu werden - nur ich bitte ebenfalls um Geduld und Verständnis, denn wie gesagt, es erfordert eine Menge Kraft und Muße sich durch das Schreiben dieses Themas sich wieder auf die Emotionen einzulassen die mit dieser Erfahrung einhergehen.

Danke.

Eure Shalyda

e@ine meotivierxte


Hallo zusammen,

auch ich kann mich hier einreihen und auch ich merke, dass es gar nicht so einfach ist, darüber zu schreiben. Meine Mutter hat die gleiche Diagnose, die Krankheit brach aus, als ich 14 war. Vorher war sie zwar auch schon immer etwas komisch, sehr introvertiert, manchmal etwas hysterisch - ich hatte mir als kleines Kind schon immer lieber eine andere Mutter gewünscht. Als ich dann aber so 15 war, hatte sie einen völligen Realitätsverlust, so ähnlich wie ihr es bei euren Müttern beschreibt. EIn Albtraum für mich, ein nie enden wollendes Trauma wie ich es empfinde. Ich habe allein gelebt mit ihr damals und plötzlich drehte sie völlig durch! Sie kam in eine Klinik, bekam Medikamente, die sie dann irgendwann wieder absetzte. DIe Diagnose wurde damals entweder nicht gestellt oder zumindest weder ihr noch der Familie mitgeteilt. Sie fand einen neuen Lebensgefährten, wir zogen zu ihm, sie wurde schwanger. Die beiden stritten jedoch die ganze Zeit, auch als das Baby da war und bald darauf das zweite kam. Meine Mutter war die ganze Zeit komisch drauf, mal depressiv, mal hysterisch; ich zog nach dem Abi sofort aus. Erst ein paar Jahre später bekam sie den zweiten und bisher letzten extremen Schub mit Halluzinationen etc. Dann wurde auch endlich die Diagnose gestellt. Ein Schock für mich! Seitdem nimmt sie jedoch regelmäßig Medikamente und hat die Krankheit soweit im Griff, dass sie ihre Familie, also vor allem meine kleinen Brüder, die ja immer noch in die Schule gehen, ohne größere Probleme versorgen kann. Sie und mein Stiefvater streiten auch nicht mehr so viel wie früher, obwohl ihre Beziehung sicher nicht toll ist. Ich glaube, er ist nur wegen der Kinder mit ihr zusammen geblieben, keine Ahnung, wie das wird, wenn die mal groß sind. Ich bin froh für die Jungs, dass sie einen Vater haben, der ihnen Halt gibt, auch wenn er sicher nicht perfekt ist.

Ich selbst hatte das damals nicht. Auch wenn meine Mutter heute nicht mehr halluziniert, sondern das Ungewöhnliche an ihr "nur" noch ist, dass sie extrem unsicher ist und auf Familienfeiern meist nur dasitzt wie ein Trauerklos - trotzdem habe ich die Erfahrungen meiner Kindheit und Jugend nie verarbeiten können, obwohl ich eine Therapie mache. Ich denke, ich habe die Krankheit nicht, habe dafür aber ein sehr unstetes Leben geführt. Zwar ein Studium abgeschlossen, worauf ich stolz bin, bin aber weit mehr als zehnmal umgezogen, war mehrfach im Ausland, in Entwicklungsländern unter z.T. schwierigen Bedingungen, etc. Hatte wohl einiges mit Flucht zu tun, denke ich. Ich wünsche mir so sehr ein stabiles Leben, hatte aber noch nie eine wirklich lange Beziehung. War einmal verheiratet, doch die Ehe war von Anfang an die Hölle. Im Moment habe ich wieder eine Beziehung, bei der ich noch nicht weiß, wo sie hinführt, denn mein Freund ist alles andere als ein einfacher Mensch. Ich habe eine Therapie begonnen, in der ich verstehen gelernt habe, dass ich durch meine Mutter extrem geprägt auf schwierige, gewissermaßen verrückte Menschen bin. Doch ob sich das jemals ändern wird? Ich habe Angst, dass ich niemals richtig glücklich werden kann...

Dieser Aspekt wird, glaube ich, sehr oft vernachlässigt. Kaum jemand fragt, wie es den Kindern psychisch Kranker geht und bei den Erwachsenen fragt erst recht keiner danach. Da heißt es nur, aber dir geht es doch gut, du bist doch normal, du hast schon sooo viel erreicht, schon sooo viel von der Welt gesehen, etc. Woher ich die Kraft für all das nehme, fragt kaum einer.

Okay, ich gebe zu, die Leute fragen schon, aber es kann eben kaum einer verstehen, jedenfalls niemand, der normale Eltern hatte. Dann rede ich mir wieder ein, dass es Anderen ja noch viel schlechter geht, wenn sie als Kinder missbraucht werden z.B. Dafür gibt es andererseits hunderte von Anlaufstellen mit Hilfsangeboten, für "uns" gibt es das fast gar nicht. Einige sehr, sehr wenige Selbsthilfegruppen gibt es in Deutschland. Einmal war ich bei einer, leider kann ich dort nicht mehr hingehen, da ich dann ja schon wieder umgezogen bin. Dort hat eine Frau erzählt, dass sie schon im Alter von 3 (!) Jahren den Haushalt machen musste, weil ihre Mutter dazu nicht mehr in der Lage war...

Ich lernte bei diesem einen Besuch in der Selbsthilfegruppe auch, dass Kinder psychisch Kranker eine sehr hohe Frustrationstoleranz haben, sehr belastbar sind. Ja, das sehe ich an meinem Leben, schließlich reist nicht jeder freiwillig nach Afrika, Afghanistan, etc. Doch woher diese bei Jobs etc. oft so hoch gelobte Belastbarkeit eigentlich herrührt, will zumindest in meinem Fall keiner so genau wissen...

Entschuldigt, normalerweise schreibe ich strukturierter, doch das Thema ist leider wirklich zu emotional. :°(

Von euch würde ich gern noch mehr wissen, wie es EUCH geht mit alldem. Wie es euren Müttern geht, interessiert mich ehrlich gesagt weniger - denn das können wir uns ja alle lebhaft vorstellen. Was hat die Krankheit euer Mütter mit EUCH gemacht? Welche Folgen hatte das für euer Leben, besonders für eure Beziehungsstrukturen? Kennt ihr das auch, dass ihr auch immer wieder an Partner geratet, die zumindest auch schwierig sind? Wie geht ihr mit all dem um?

ALles Gute für euch! :)*

SI. waMllisxii


Hallo eine motivierte

Willkommen im Club (sorry, hab's wohl im Beitrag an Dalma das letzte Mal geschafft mir diesen etwas unpassenden Satz zu verkneifen ;-D |-o)

Ich will mich mal deinen Fragen im letzten Absatz auseinandersetzen ...hm... ja das dachte ich zumindest grad noch, aber mit der Frage was das ganze in mir angerichtet hat bin ich scheinbar schon überfordert. So richtig abgestürzt ist meine Mutter ja erst vorletztes Jahr, was für Auswirkungen ihre Krankheit schon vorher auf mich hatte da beginne ich erst seit ihrem Absturz drüber nachzudenken. Und ich denke da wäre schon der ein oder andere Punkt zu finden. (Die Folgen durch die Konfrontation mit ihrem Absturz sind mir noch nicht so bewusst.)

Zum Beispiel war das Selbstbewusstsein meiner Mutter praktisch nur uns (meiner Schwester und mir), ihren Männern und anderen Familienmitgliedern gegenüber vorhanden und da dann oft übersteigert. Dieses Muster finde ich auch in mir, es dauert ewig bin ich anfänglich fremden Menschen gegenüber "ich selbst" bin und hab dann das Gefühl ihr verliere jede Selbstbeobachtung und schieße über das Ziel hinaus.

Ich glaube zwar dass ich von Geburt an ein sehr unsicherer, ängstlicher und ewigflüchtender Mensch bin aber das hat sicher zumindest einen ordentlichen Teil zu meiner Selbstunsicherheit beigetragen.

...

Hm, wollte noch mehr "Folgen" schreiben, aber jetzt komm ich an einen Punkt der mir sehr, sehr oft begegnet seit das Ganze passiert ist: Ich fühle mich schlecht meiner Mutter überhaupt irgendetwas zum Vorwurf zu machen, denn trotz allem glaube ich dass sie mir die beste Mutter war die sie sein konnte. :°( Und das zerreißt mich! (*zwei drei Überdosen Nikotin später* ;-D) ... Ich hab das Gefühl es ist wichtig die Vorwürfe die in mir sind (vor mir selbst) zum Ausdruck zu bringen, solange bis sich die Vorwürfe in neutrale Feststellungen verwandeln. Ich will diesen Schritt aber nicht, ich will ihn überspringen um die Dankbarkeit und Wertschätzung die ich ihr gegenüber empfinde/empfand (??? :°( ) nicht zu zerstören denn ich hab auch im Gefühl dass es (für mich) ebenso wichtig ist sich ihrer Leistung bewusst zu sein. (Das soll nicht allgemeingültig klingen! Ich bezieh das nur auf meine Situtation, ich weiß ja nicht ob es bei euch Dinge gibt wegen der ihr dankbar sein könntet)

Ich weiß einfach nicht ob mich meine Gefühle hier täuschen und die Wertschätzung und die Vorwürfen vielleicht gar nicht nebeneinander existieren können. Dann hab ich aber wieder das Gefühl ich töte was in mir wenn ich mich den Vorwürfen widme und die Wertschätzung (vielleicht müsste ich Liebe schreiben *heul*) damit negiere.

Zu den akuten Folgen durch den Absturz (sorry das ich das immer so nenne) eine Emotionssammlung:

Ich bin so voller Wut dass sie ihren lebenslangen Kampf gegen die Krankheit einfach aufgab und mir ihren Absturz angetan hat. Ich hab Angst ihr wieder zu begegnen. Ich hasse mich für die negativen Emotionen die ich ihr gegenüber empfinde wenn ich nur einen Moment meine Empathie einschalte und mich in sie reinfühle. Sie ist jetzt allein mit ihrem Wahn und ich bin schuld. (ich weiß dass das Schmarrn ist, das Wissen ist nur lächerlich machtlos)

Soll ich anfangen sie zu hassen nur um mich nicht selbst zu hassen? Das hat mit meinem Vater funktioniert, aber ob das wohl nochmal klappt? Der Hass auf meinen Vater schwindet und weicht absoluter und kalter Gleichgültigkeit. Ich weiß nicht was es anrichtet wenn ich das beiden Elternteilen gegenüber empfinde. Ich hab Angst das es kaputt macht seine Eltern beide emotional "abzuschreiben"

Ich müsste das auch irgendwie mit Gewalt tun, schon bei der Vorstellung dass ich ihr sagen würde: "ich hasse dich" bleibt es nicht aus das ich mich automatisch in ihre Rolle versetze und mir vorstelle wie unglaublich ihr das wehtun muss. :°( Ich glaube ich bin mir selbst nicht wert genug um mich zu schützen.

Das musste alles dringend raus stell ich grad fest aber, ich muss jetzt abbrechen. Das wird mir grad zu heftig.

Ich danke euch maßlos dass mir diese Gelgenheit gegeben ist! Das ist unglaublich wichtig für mich. @:)

P.S. die geplante Vollverdrängung war wohl net so der Erfolg. ;-D Naja, was soll's ;-D ohne Selbsttäuschung käme ich wohl kein Stück weiter.

Hallo Shalyda

Schön ausgedrückt das mit den langen Anwortzeiten und der Garantie auf Antwort bis man ausdrücklich gegenteiliges sagt. Dem schließe ich mich an.

Ich hab übrigens festgestellt dass es mich unter Druck setzt genaue Zeitangaben zu machen. Also sowas wie "morgen" würd ich net schreiben. ;-)

Ich freu mich wieder von dir zu lesen, bin gespannt auf deinen Entschluss und hoffe du tust das wirklich erst dann wenn es der richtige Zeitpunkt ist. @:)

D-almxa


Hallo ihr Lieben *:)

Ich merke gerade wieder beim durchlesen, das auch mir die Augen über mein eigenes Leben geöffnet wurden, als der Zusammenbruch meiner Mutter kam.

Sie ist ja schon seit meiner Geburt krank und ich wundere mich im nachhinein über fast nichts mehr.

Schon früh fing ich mit Alkohol und tagelang Partys feiern an, meiner Ansicht nach heute wohl nur um dem "Zuhause" zu entgehen. Was Leben und Liebe bedeutet habe ich nie erfahren und das spiegelte sich dann in meinen Beziehungen wider.

Keine Beziehung hielt wirklich lange an und mir kam es so vor als wäre ich auf der Suche nach etwas gewesen, das ich bis heute nicht gefunden habe.

Zwar führe ich jetzt seit 13 Jahren eine stabile Beziehung, aber normal ist die auch nicht. Bedingunglos lieben, Gefühle einzugestehen oder über das was einen bewegt zu reden schaffe ich auch heute noch nicht.

Das "Problem" habe ich dann auch auf meine Tochter übertragen und im Endeffekt wird sie genau das selbe emotionale Leben wie ich führen.

Nein, wirklich keiner hat auch nur den Bruchteil eines Schimmers was Kinder von psychisch kranken Eltern mitmachen.

Ich besuche zwar einmal im Monat eine Selbsthilfegruppe, aber als ich die Problematik zuhause erwähnte bekam ich von der anwesenden Therapeutin zu hören das sicher keiner nach Hause kommt und mit jedem spricht und alles ist wieder gut...

Hallo ? Hier ist überhaupt niemand !!

Ich schreie sozusagen nach Hilfe und nichts tut sich. Ich habe mich dann nur gefragt ob man warten will bis es eskaliert ?

Mittlerweile habe ich auch aufgegeben meiner Mutter irgendwelche Hilfe anzubieten. Das letzte Mal gipfelte es darin das sie schlichtweg unsere Absprache "vergessen" hat.

Warum soll ich mich mit jemandem auseinandersetzen, der wenn es ungemütlich oder so wird, einfach mal alles vergisst ?

Dann will man sehr wohl Vorwürfe machen, nur kapiert sie überhaupt nicht was ich sage oder man bekommt zu hören das sie nunmal krank wäre.

Was bin ich dann ? Gefangen in einem scheinbar nie enden wollenden Albtraum.

Ausserdem muss ich Recht geben wenn man sagt die Kinder wären "robuster". Was bleibt einem denn auch übrig ?

Natürlich könnte ich aufhören mich dem entgegenzustellen, aber dann würde ich wahrscheinlich genauso enden wie meine Mutter.

Das was wir täglich erleben, ist so (ich nenne es jetzt mal so) grausam, das man entweder damit lebt und so tut als wäre man unempfindlich und stark oder man geht auch unter.

Es gibt in letzter Zeit so viele Tage wo ich gerne einfach mal nur schreien würde. Tagträume in denen man ganz weit weg ist und vielleicht mal etwas abschalten kann.

Hilfe bekommen wir ja nicht, wir müssen uns selbsthelfen und wenn es noch so simple Dinge sind.

Hab bei der Gruppe ein Buch in die Hand gedrückt bekommen um zu verstehen was die Krankheit bedeutet etc.

Ich brauch dieses blöde Buch nicht, ich will es garnicht verstehen, ich will ganz einfach nur in Ruhe leben.

Ein Leben leben, welches mir aufgedrückt wurde und sicher anders verlaufen wäre wenn...

Sorry, ich muss aufhören ich bin schon wieder total wütend und Tränen steigen mir auch schon wieder in die Augen. Will mich nur noch dem Postingverhalten anschliessen, für den Fall das ich ein paar Tage nicht poste.

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