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Der Borderline-Faden

G=rzossixe


Ja, ich fühle mich auch manchmal wohler, wenn alles negativ ist :-/

Manchmal wünsche ich mir regelrecht, dass irgendwas schlimmes passiert! Nicht so extrem schlimm, dass ich es gar nicht verkraften könnte, aber schlimm genug, dass man sich "guten Gewissens" in sein Schneckenhaus zurückziehen und trauern kann...

Übrigens hatte ich auch sehr lange andere Varianten des SVV, teilweise auch fast gar nichts, das schneiden habe ich erst seit kurzem wieder angefangen. Auch ohne das Geritze gings mir kaum besser...

Mein größtes Problem ist wohl die Erwartungshaltung anderer bzw. die Tatsache, dass man manche Dinge eben tun MUSS, weil es anders nicht geht.

Sobald ich etwas MUSS oder ich weiß, dass jemand etwas von mir erwartet, gerate ich unter Druck!

Deswegen kann ich es auch beim besten Willen nicht akzeptieren, dass ich z.B. arbeiten muss. Ich mache es, aber ich leide oft sehr darunter. Und noch schlimmer wird es, wenn ich merke, dass meine Kollegen sogar Spaß an der Arbeit haben und ich dann denke, dass ich auch mehr Spaß haben müsste und mehr Einsatz zeigen müsste usw.

Aber auch, wenn mir jemand eine Freude machen möchte, gerate ich sofort unter Druck, weil ich denke, derjenige erwartet jetzt irgendeine positive Reaktion von mir, guckt mich erwartungsvoll an, ich MUSS mich jetzt freuen...keine Chance!

Am liebsten immer unbeteiligt, still und heimlich, am Rand sitzen und alles nur beobachten. Vielleicht in einem guten Moment mal einen Kommentar in die Runde werfen (aber nur, wenn man mich dann nicht so blöde anguckt, weil ich ja die ganze Zeit nichts gesagt habe...) und mich insgeheim für mich allein freuen, wenn er gut ankam. Und ebenso heimlich verschwinden können, ohne dass jemand fragt, wenn ich nicht mehr will...

tLinteenfiscEherixn


Grossie

Mein größtes Problem ist wohl die Erwartungshaltung anderer bzw. die Tatsache, dass man manche Dinge eben tun MUSS, weil es anders nicht geht. Sobald ich etwas MUSS oder ich weiß, dass jemand etwas von mir erwartet, gerate ich unter Druck! Deswegen kann ich es auch beim besten Willen nicht akzeptieren, dass ich z.B. arbeiten muss.

Ich kenne das von dir Geschilderte gut! Ich verspüre so oft einen ganz starken inneren Widerstand, einen Widerwillen, ein trotziges und lautes "Ich will nicht!!!" in mir, gegen das ich mich nur schwer wehren kann.

Gerade im beruflichen Bereich brauche ich daher ein funktionierendes Umfeld, das mich aufhebt. Schon eine Kleinigkeit, die nicht passt, kann mich das ganz schnell aus der Bahn werfen und diesen Widerstand in mir auslösen... das kann bis zu Angstattacken gehen. Ich habe deswegen schon viele Jobs einfach hingeworfen, teilweise auf recht unreife Weise, aber es war mir egal, alles war besser, als dort nochmal hingehen zu müssen, auch wenn ich das nach ein paar Tagen vielleicht schon wieder ganz anders gesehen habe. Heute kann ich mir das (zum Glück?) nicht mehr erlauben, weil ich mir eine Arbeitslosigkeit z. Zt. nicht leisten kann. Außerdem habe ich gerade einen Job, der, nun ja, ein wenig "autistisch" ist, ein ganz kleines Team, in dem jeder vor sich hinarbeitet.

Das einzige, was mich dort zur Zeit belastet, ist die Beziehung zu meinem Chef. Er ist sehr locker, mischt sich nicht ein, behandelt alle freundschaftlich, aber vor zwei Jahren hat er mich mal (zu Recht) gemaßregelt, weil ich oft zu spät gekommen bin. Er war sehr verärgert, hat richtig mit mir geschimpft. Und obwohl ich seitdem immer darauf achte, pünktlich zu sein (fällt mir halt schwer), ist das etwas, was ich aus mir noch immer nicht wieder rausgebracht habe. Seither denke ich, dass er mich nicht mag, und ich gehe ihm so gut es geht, aus dem Weg. Auch wenn mir andere sagen, dass seine Rüge und sein Ärger mich nicht gleich komplett als Menschen in Frage stellen, steht für mich fest, dass er mich nicht besondes leiden kann.

Am liebsten immer unbeteiligt, still und heimlich, am Rand sitzen und alles nur beobachten.

Das mache ich vor allem, wenn ich unter Leute gerate, die ich noch nicht kenne. "Geht´s dir nicht gut? Du bist so still" ist nur eine Bemerkung, die ich oft höre. Manche legen es mir auch als Arroganz oder Desinteresse aus. Dabei bin ich überhaupt nicht auf den Mund gefallen oder an anderen nicht interessiert - im Gegenteil. In Wirklichkeit ist es eine starke Unsicherheit, und ich muss mich erstmal in der Lage zurecht finden, die Leute abchecken, bevor ich mich "preisgebe" und einbringen kann.

Vor einem Jahr gaben mein Freund und ich ein Fest für seine Sportkollegen. Das war der pure Horror. 25 Leute, und ich die Gastgeberin, die permanent geflüchtet ist. So sehr ich mich auch bemüht habe, ich hielt es einfach nicht aus, musste mich immer wieder zurückziehen, und kam mir dabei vor allem vor meinem Freund so dämlich vor, weil ich nicht fähig war, mich gegenüber seinen Gäste angemessen zu benehmen. {:(

Und ebenso heimlich verschwinden können, ohne dass jemand fragt, wenn ich nicht mehr will...

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. ;-D

Leute, die mich kennen, wissen das mittlerweile und machen sich keine Gedanken mehr darüber, wenn ich "mal schnell auf´s Klo gehe", und nicht mehr zurückkomme. Dieses ganze Verabschiedungsprozedere wird mir oft zuviel, es könnten ja Aussagen kommen wie "Was, du gehst schon? Ach, bleib doch noch! Ist denn alles in Ordnung, warum gehst du denn?". Nein, da haue ich lieber heimlich ab, ohne viel Aufsehen zu verursachen.

Naja, das sind halt so Dinge...

Ggrossxie


Ich verspüre so oft einen ganz starken inneren Widerstand, einen Widerwillen, ein trotziges und lautes "Ich will nicht!!!"

das kann bis zu Angstattacken gehen

GENAU DAS!!!!!

Das schlimme ist, ich komme mir so bescheuert vor, ich meine, viele mögen ihre Arbeit nicht, oft völlig zu recht, aber sie gehen halt trotzdem hin, muss ja... Und ich habe eigentlich einen Superjob, und ich weiß es ja auch, und dass ein hinschmeißen nicht in Frage kommt (finanziell) ist auch völlig klar, aber ich kann mich nicht zusammenreißen! Ich liege oft die ganze Nacht wach, weil mein Unterbewusstsein Angst hat, wenn ich einschlafe, würde das ja heißen, dass ich, wenn ich wieder aufwache, zur Arbeit muss, total krank {:( {:(

Meistens melde ich mich dann aber auch krank, weil ich sonst aus den Latschen kippe, also hat "das Kind in mir", wie es eine Psychologin mal benannt hat, gewonnen :-/

Auch wenn mir andere sagen, dass seine Rüge und sein Ärger mich nicht gleich komplett als Menschen in Frage stellen, steht für mich fest, dass er mich nicht besondes leiden kann.

Das würde mir ganz genauso gehen! Ist mir jetzt zu lang, es zu schreiben, aber ich hatte vor kurzem eine ähnliche Situation und denke jetzt auch, dass die mich voll nicht mag...

In Wirklichkeit ist es eine starke Unsicherheit, und ich muss mich erstmal in der Lage zurecht finden, die Leute abchecken, bevor ich mich "preisgebe" und einbringen kann.

Ebenfalls Volltreffer!!! Wenn ich die Leute gut genug kenne und es auch nicht zu viele auf einmal sind, bin ich eigentlich ziemlich gesprächig und ein sehr humorvoller Mensch.

Nur erstens dauert es meist seeeehr lange, bis ich mich etwas öffne und auch danach bleibt das Problem des Gefühle zeigens... :-/

25 Leute, und ich die Gastgeberin, die permanent geflüchtet ist

;-D und :°_ :°_ :°_

G+rosxsie


*schieb...*

Wie geht es euch?

@Vicky:

Alles ok bei dir, wo steckst du?

fdehle2rch]exn


Hallo Grossie,

mir gehts grad mal wieder besser.

Und bei Dir ??? ?

Gibts was neues?

@:)

V,i+ckyx75


Hi Grossie *:)

schön, dass du an mich denkst. Hm ja, mir gehts nicht so toll. Kämpf mich grad von Tag zu Tag durch, steh total unter Druck und im Moment hab ich mich allein nur deswegen nicht verletzt, weil mein Freund die Woche Urlaub hat und mich ziemlich ablenkt und auf Trab hält...naja, ansonsten beginnt mein Tag ohne Tagesklinik immernoch mit Heulanfällen, fühl mich total hilflos und alleingelassen :°( tagsüber gehts dann oft irgendwie und abends fall ich wieder in ein Loch :°( Wenn ich meine Arme in letzter Zeit anschaue (so voller Schnittwunden und Narben) könnt ich gleich wieder heulen... Also nicht wirklich spannend bei mir grad so...

GkrZosSsi!e


@ fehlerchen:

Schön, dass es dir besser geht :)*

Mir geht es nicht besonders, manchmal gehts, aber dann ist plötzlich wieder alles unerträglich :-(

Der Psychiater, bei dem ich war, hat mir Atosil verordnet, der war aber ganz komisch, wollte irgendwie kaum was wissen, meinte nur, ob ich mit meiner Therapeutin schon mal einen Klinikaufenthalt angedacht hätte. Wenn ich das möchte, kann er mich einweisen.

Na toll, wie wärs, wenn man mal ambulant vernünftig versucht, mit mir zu arbeiten? Es passiert ja nichts, ich hab immernoch keine anständige Aufklärung bekommen, was meine Diagnose für mich konkret bedeutet, such mir selbst einiges aus dem Internet zusammen. Skills, Achtsamkeit usw., wieso erzählt man mir dazu nichts ???

Meine Therapeutin spricht in der einen Stunde Klinikaufenthalt an und will das beim nächsten Mal besprechen. Dann ist aber plötzlich ein anderes Thema wichtiger und sie verliert kein Wort mehr darüber...den nächsten Termin habe ich dann erst in 3 Wochen kriegen können, weil sie zwischendurch nicht da ist....

Ja, so kann das auch ambulant nix werden... >:(

@Vicky:

:°_ :°_ :°_

Hast du nochmal was von der Klinik gehört, wann du da aufgenommen wirst?

V\ickxy75


Hi Grossie,

heute kam der Anruf, dass ich morgen auf der Borderline Station aufgenommen werd. Hab jetzt schon alles gepackt und so.... heute morgen hatte ich nur Panik, jetzt inzwischen bin ich ruhiger! Heut abend geh ich noch ganz gemütlich mit meinem Schatz essen in unser Lieblingsrestaurant...und dann sehe ich ihn erstmal 10 Tage nicht mehr :°(

Therapiemäßig solltest dir auch mal Gedanken machen, ob es so grad sinnvoll ist weiterzumachen...würde für dich ne Klinik in Frage kommen?

GHrTosxsie


Hi Vicky!

Schön, da wünsche ich dir gaaanz viel Glück, dass es dir dort gefällt und v.a. hilft :)* :)* :)*

Für mich kommt eine Klinik nicht in Frage. Es scheint ja sehr gute Angebote zu geben, aber da muss man wohl so 3 Monate einplanen und das ist mir einfach zu lang!

Ich hab damit folgende Probleme:

1. meine Arbeit, wenn ich mal für 4 Wochen zur Reha war (wegen meinem Rücken) war das ok, aber 3 Monate...und das wo mein Vertrag bis August 09 befristet ist...vielleicht wenn, dann danach, was auch immer bis dahin ist...

2. meine Hunde, die sind etwas schwierig, v.a. den einen kann man nicht irgendwohin geben, viel zu kompliziert, und mein Mann kann das auch überhaupt nicht ab, der ist ja aufgrund seiner Krankheit total stressanfällig, der würde nur einspringen, wenn es überhaupt keine andere Möglichkeit gäbe...

3. meine Hunde und die Katzen und die Degus, wie soll ich das so lange ohne die aushalten ??? Und meine Arbeit auf dem Gnadenhof, da könnte ich dann auch nicht hin, das sind die Dinge, die mich überhaupt über Wasser halten, das schönste in meinem Leben, ich glaube, das wäre gar nicht so klug, wenn ich darauf jetzt verzichten sollte, das kann ich gar nicht... :°( :°(

Tja, insofern müsste ich schon halb verbluten, dass mich jemand zwangseinweist... :-/

Eine Tagesklinik käme vielleicht in Frage, aber auch da ist Problem 1 noch da...

V.a. aber würde ich mir mal eine vernünftige, ambulante Hilfe wünschen, muss doch auch machbar sein, bei mir passiert ja gar nichts. Alles, was ich weiß, habe ich mir selbst aus dem Internet rausgesucht, aber ein Skilltraining oder Achtsamkeit, damit kann ich alleine noch nix anfangen...und meine Therapeutin hat gar nicht die Möglichkeit, mir mehr Termine zu geben, das geht eh immer nur samstags, weil sie in der Woche nur vormittags arbeitet (da kann ich nicht), jetzt ist sie mal nicht da, einmal ist voll, und schon habe ich 3 Wochen Pause zwischen den Terminen, ist doch Scheiße!!

Aber was texte ich dich hier zu, mach du dir mal jetzt um dich selbst Gedanken und geniesst euren letzten Abend!!

H/app@yMaxlli


Hallo ihr lieben..

Bin im Moment ein wenig durcheinander.. keine ahnung warum... Hatte am Freitag eine Phase, nach einem Gespräch mit meiner SeSo in der ich mich mal wieder total ekelig und wertlos gefühlt habe... dabei hat sie mir immer wieder gesagt, dass ich das auf keinen fall bin... Irgendwie tut es mir gut sowas zu hören, aber so richtig annehmen kann ich das nicht... Keine Ahnung warum... Ich vertraue ihr und vieles von dem, was sie sagt, stimmt auch. Aber solche Sachen kann ich nie annehmen... :°(

H"appIyMallxi


Vicky, wenn du die gelegenheit hast, dann schreib doch mal, wie es dir so geht... wie ist die station? denkst du, dass du dort gut aufgehoben bist?

Garosxsie


@ HappyMalli:

Wieder besser bei dir?

Ja, sowas anzunehmen, fällt mir auch oft schwer. Da könnte mir jemand den ganzen Tag lang ständig sagen "du bist nicht wertlos" o.ä. und ich fühl mich dann erst recht so... :-/

Oder ein Kompliment wie "das war ja ne Super-Idee von dir" oder sowas...klar hört man das gerne, aber nur über ein "Einbahnstraßentelefon", bei dem man nicht antworten kann und nicht gesehen wird, denn sonst weiß ich einfach nicht, wie ich auf solche Aussagen reagieren soll und fühl mich irgendwie plötzlich so hilflos, weiß nicht, wohin gucken, wohin mit den Händen, was sagen ???

Könnte einfach nur schreiend wegrennen (obwohl, zu auffällig... 8-))

V~ickyM7x5


Hallo *:)

Vicky ist wieder online,Internetcafe machst möglich ;-D

Bin jetzt schon seit einer Woche und zwei Tagen in der Klinik und ich muss sagen, es war die richtige Entscheidung. Die ersten Tage waren die Hölle, Chaos auf Station (für mich heisst das extrem Stress und Anspannung), Heimweh (alles fremd) und Regeln (hab ich ja bis jetzt grundsätzlich ignoriert, wenn sie mir nicht gepasst haben). Aber inzwischen sehe ich, wie wichtig für mich grad ein etwas engerer Rahmen und klare Regeln sind. Die anderen Pats sind auch in Ordnung und meine Thera hat schonmal mit dem Borderline Guru der das spezielle DBT Programm nach Deutschland gebracht hat zusammengearbeitet! Also voll die Checkerin auf dem Borderlinegebiet, ich merks auch, wenn ich Therapie bei ihr hab. Klar zicke ich grad auch weiterhin etwas rum wenn mir was nicht passt, aber ich schaffe es momentan ganz gut im Rahmen zu bleiben und mich an die Regeln zu halten. Verletzt hab ich mich einmal seit meiner Ankunft. Allerdings sollte ich mir das jetzt auch genau überlegen, denn die Konsequenz wäre ein "Time out".

Time out heisst:

Verhaltensanalyse schreiben, 24 Std. "Zimmerarrest", keine Kontakte zur Aussenwelt (Handy muss für die Zeit abgegeben werden), kein Kontakt zu Mitpatienten, Auschluss von allen Therapien in der Zeit, verlassen des Zimmers nur zu bestimmten Pausenzeiten (werden vorher vereinbart) und zu den Essenszeiten.

Hört sich hart an, ist aber scheinbar sehr wirkungsvoll. Ich versuche auf jeden Fall alles zu vermeiden, was mich da reinbringt!!!!!

Lg Vicky

HVapppyMxalli


Hallo Vicky,

das hört sich doch eigentlich ganz gut an... Nur das mit dem Zimmerarrest klingt hart...

Hoffe, dass es aber auch hilft nicht zu schneiden...

Mir gehts im Moment nicht ganz so gut... Versuche das aber vor der Außenwelt zu verbergen... Weiß auch nicht genau, was los ist... :°(

B|ordiieG2irl


Ich bin ebenfalls Borderliner. Mich macht die ganze Symptomatik z.Z. wieder so richtig fertig.

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