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Oh ja, Intelligenz ist ein Fluch. . . .

IUneji"ro hat die Diskussion gestartet


Diesen Spruch haben sicherlich einige gehört/gelesen.

Bevor ich diese den meisten geläufige These mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen begründe, möchte ich sagen: Es sind nur meine Gedanken und müssen keiner objektiven Wahrheit 100%ig entsprechen (welche sowieso nicht ganz existiert).

Im Laufe meines jetzigen Lebensjahres habe ich so einiges erlebt, welches mir beigebracht hat, dass Intelligenz wahrhaftig mehr Fluch statt Segen ist.

Ich behaupte, dass ich für meine Verhältnisse eine intelligente Person bin.

//**Folgende Probleme tauchen dabei auf:

- Ich kann nicht einmal den Rauschzustand ("nur" mit Alkohol) genießen, weil ich zu nüchtern denke.

- Ich muss mich dumm anstellen, damit ich bei meinen Bekannten im Leben (ich nenne sie gewiss nicht Freunde) als "normal" angesehen werde.

- Mit meiner wahren Art, komme ich für viele besserwisserisch rüber und werde als arrogant abgestempelt.

- Bei üblichen Situationen denke ich für viele wohl zu weit und kompliziert.

- Ich werde möchtegern Psychologe genannt, nur wenn ich meine Meinung bezüglich eines Problems äußere.

- Ich bekomme von einigen zu hören, ich solle alles nicht zu analytisch betrachten und mich nicht "anormal" oder sogar wie eine Maschiene verhalten.

- Meine 4 ältere Schwester hält mich für zu kompliziert für sie (das hat sie wörtwörtlich gesagt)

- Ich fühle mich bei viel älteren und jüngeren Personen wohler, als bei meinen Altersgenossen.

- Ältere reagieren auf mich abweisend/ignorant, weil sie meine "erwachsenen" Art und Weise zu existieren nicht tolerieren und akzeptieren können.**//

Ich leide, weil ICH ICH bin! Oft habe ich versucht mich den Leuten anzupassen, jedoch schnell gemerkt, dass ich dadurch unglücklich werde.

Ich kann mich nur noch bei Kindern und den wenigsten Erwachsenen und Altergenossen wohl fühlen.

Dies hat zur Folge, dass ich eine Art Barrikade um mich gebaut habe, jedoch nicht bewusst!

Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich die Einsamkeit viel mehr vorziehe als (große) Gesellschaft.

Da ich keinen wirklich habe, kann ich sagen: Ich bin einsam!

**Diskussionsanregungen:

#1 Rede ich momentan vielleicht nur Schwachsinn und bin eventuell bescheuert?

#1.1 Kann man das asozial nennen?

#2 Habt Ihr ähnliche Erlebnisse?

#3 Gibt es eine Lösung bzw. wird eine Lösung überhaupt benötigt?

#4 Wird Intelligenz vielleicht dadurch definiert "dumm" zu sein?**

Freue mich sehr auf seriöse Antworten.

MfG,

Inejiro

Antworten
t1oo gshy


Der Text könnte auch von mir sein... :-|

Also Lösung kann ich dir anbieten einfach alles von einer immer wieder anderen Seite zu betrachten. Für alles gibt es verschiedene sichtweisen. Und du musst einfach mal herausfinden, von welchen Blickwinkel die meisten anderen alles betrachten und das ganze dann noch verstehen.

Was machst du denn alles in deiner Freizeit? Ich habe viel Basketball (Verein) gespielt. Da kommt dir deine Intelligenz auch zu gute, aber nicht so, dass die anderen damit nichts anfangen könnten. Es ist einfach wichtig, dass du mit den anderen auf einen Wellenlänge kommst. Und so eine gemeinsame Basis wie Sport ist dafür wunderbar geeignet.

t;oo, shy


#4 Wird Intelligenz vielleicht dadurch definiert "dumm" zu sein?

Also, ich bin der ansicht, dass jeder Mensch in etwa gleich intelligent ist. Nur hat jeder einen anderen Schwerpunkt im Denken (z.B.Logik), bzw. benutzt seine Fähigkeiten anders... oder z.T. auch garnicht ;-D

s<mile-4y-mxe


Ich möchte dazu mal nur eine kurze Antwort geben bzw. eine Frage:

Was hindert dich daran dir einen Freundes- und Bekanntenkreis mit den Leuten aufzubauen, mit denen du dich wohl fühlst und von denen du so akzeptiert wirst wie du bist? Auch wenn sie vielleicht älter sind, ist das wichtig?

Aber ich kenne auch einiges was du beschreibst aus eigener Erfahrung. Ich hab mich lange dagegen wehren wollen, gegen das was ich bin. Ich hab immer wieder versucht mich in das Tun der Masse zu integrieren, obwohl ich immer wieder gemerkt habe, ich bin nicht wie die Masse und werde nie so sein. Seitdem ich das so für mich angenommen hab, kann ich auch immer besser akzeptieren, was und wer ich bin und ich hab gelernt, dass ich der Erbauer meines Lebens bin. Ich suche mir aus, wen oder was ich in meinem Leben haben will, womit ich mich beschäftigen will, worüber ich mich freue und worüber nicht mal grob gesagt.

Das hat auch lange Zeit gedauert und ist sicherlich ein Prozess. Ich möchte dir nur Mut machen, eine andere Sicht auf dich und dein Leben zu entwickeln.

A+nonymsa1


Wenn 1990 Dein Geburtsjahr ist und Du jetzt also 17 oder 18 bist:

Ja, mir ging es in Deinem Alter in vielen Dingen ähnlich, vor allem darin, dass ich mich eher von älteren oder jüngeren verstanden fühlte, als von Gleichaltrigen. Ich weiß nicht, ob das was mit "Intelligenz" zu tun hat. Aber ich konnte mit Parties, Ausgehen, Disco, Trinken, Jungen-/Mädchen-Anmachen und ähnlichen in diesem Alter "üblichen" Interessen einfach nichts anfangen, und kann es auch heute nicht. Das gibt mir einfach nichts. Und habe mich daher gerade in dieser "Pubertäts"-Phase oft unverstanden, irgendwie "anders als die anderen" gefühlt. Mit der Zeit, also eigentlich ab Studium und danach, hat sich das aber gegeben. Weil ich irgendwann gemerkt habe, dass ich eigentlich so akzeptiert werde, wie ich bin. Und irgendwann, "unter Erwachsenen", spielt auch das Alter keine solche Rolle mehr.

Verstellen bringt da nicht viel. Ich habe es auch ein paarmal versucht, einfach meinetwegen auf Parties mitzugehen. Ich habe mich selten in meinem Leben so "einsam" gefühlt, wie auf Parties oder in der Disco. Weil alle ausgelassen waren, es genossen haben, nur ich damit einfach nichts anfangen konnte, und jedesmal froh war, wenn es vorbei war.

Letztendlich muss ich sagen, dass beste ist wirklich, sich selber so akzeptieren, wie man ist, zu seinen Interessen stehen (auch wenn die von den anderen abweichen). Und irgendwann merkt man, dass man auch so akzeptiert wird, wie man ist. Ich habe zwar nach wie vor keinen riesigen Freundeskreis, aber unter denen, die ich habe, fühle ich mich dafür wirklich verstanden.

sjmilYe-4x-me


Mit der Zeit, also eigentlich ab Studium und danach, hat sich das aber gegeben.

Ja, das war bei mir auch so ein Punkt, ab dem sich vieles nachhaltig verändert hat. Bei mir fing es schon im Studium an eigentlich. Da sieht man, wie individuell die Menschen sind und ab einem gewissen Alter wird diese Individualität auch von anderen akzeptiert. Das ist in jüngeren Jahren weniger der Fall, weil die Leute sich da noch nicht so arg selbst gefunden haben und sich noch austesten, dazugehören wollen.

B}eaut,yf25


Inejiro

Das Problem ist nicht dass du du bist sondern dass solche Menschen wie du selten sind und meist auf der ganzen Welt verstreut. Würde ich dich persönlich kennen wärst du einer meiner besten Kumpels mit dem ich mich regelmäßig zum "über Gott und die Welt" quatschen treffen würde :)^

IIneji6ro


Erstmal danke für alle Antworten

Ich möchte nicht auf dieverse Fragen eingehen, indem ich sie zitiere, sondern antworte in einem Text, da dies nicht so zeitaufwendig ist und mir ewiges Scrollen erspart ^^

Um erstmal auf die Frage von smile-4-me einzugehen:

Es geht mir eigentlich nicht darum mich "unter den Erwachsenen zu zählen", da wie bereits geschrieben, Erwachsene mich aufgrund meiner "erwachsener" Art ablehnen bzw. ignorieren. Ich bin mir hierbei ziemlich sicher, dass dies keine subjektive Fehleinschätzung ist.

Außerdem habe ich heute bemerkt, dass s.g. Erwachsene bei ihren Gesprächen nur irrelevantes Zeug von sich geben. Ich war dabei und habe erstmal versucht mitzureden, damit sich meine Sprachgewandtheit verbessert. Kurze Zeit später bemerkte ich wirklich die Unwichtigkeit der Gespräche.

Es kann auch nicht sein, dass es nur für mich unnötig, weil ich nicht weiss, ob die solche Sachen nur wegen ihrer persönlichen Entwicklung bereden, denn das habe ich überprüft! Am Ende saß ich zwar noch am Tisch, habe jedoch alles um mich bewusst ausgeschaltet und ein Wissenschaftsmagazin gelesen, damit ich die Zeit sinnvoll nutze.


Eigentlich wollte ich nicht, dass mein Alter hier angezeigt wird, da dies das Urteilsvermögen der Leute (egal welches Thema bezüglich) von Vorurteilen trübt und sich unbewusst auf die Beurteilung (in diesem Fall meienr Person) auswirkt.

nur so nebenbei: Ich weise Merkmale des Asperger-Syndroms auf.

für Unwissende:

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus#Asperger-Syndrom]]

l?eRn-adxi


Hast Du schonmal daran gedacht, ob das, was Du Dir als "Überintelligenz" attestierst nicht in Wahrheit einfach ein Mangel an sozialer Kompetenz ist? Denn wie du bereits festgestellt hast ist es in der Tat nicht "normal" wenn ein Mensch sich absolut nicht mit anderen Personen seiner Altersgruppe identifizieren kann. Vielleicht versuchst Du mit überzogenem "Besserwissen", auch die Aufmerksamkeit anderer zu erregen und schiesst dabei über das Ziel hinaus? Ich gehe danon aus, dass Du Dir Kontakt mit Menschen Deiner Altersgruppe eigentlich wünscht, denn das wäre nur verständlich und nicht umsonst hast Du ja auch diesen Beitrag hier verfasst. Ich könnte mir vorstellen, dass manche Deiner Altersgenossen intelligenter sind als Du denkst, aber sich von deinem Erklärungsdrang abgeschreckt fühlen. Denn nicht jeder will Deine Meinung zu allem sofort wissen.

Ich würde an Deiner Stelle mal in Erwägung ziehen, die Fragen, die Du in Deinem Beitrag stellst, mal in einem Gespräch mit einem Therapeuten, quasi dem "Fachmann für Intelligenz", anzusprechen. So fortgeschritten Du in Deinem Denken ja bist, weisst Du ja sicherlich, dass dies nichts mit der Frage "Bin ich bescheuert" (# 1) zu tun hat, sondern vielmehr ein sinnvoller und vielversprechender Weg ist, einem Problem dieser Art auf den Grund zu gehen. Weniger, als dass Du danach weiter auf der Stelle trittst, kann dabei auch nicht herauskommen.

d%iamsant<_stxar


Aus Deiner Schilderung kann ich m.E. nicht auf (D)eine Intelligenz schließen. Es können andere Gründe für Deine Probleme exisitieren bzw. erheblich beeinflussen. Sie könnte von Dir ggf. aus dem Mittelpunkt entfernt werden. Ist sie da richtig positioniert? ;-)

Meine Ideen dazu:

Mach Dir zu Nutze, was Du erkennst. Zieh keine Barriere, wo keine sein muss. Auch Du kannst einiges von einfachsten Menschen lernen! ;-) Gibt es einen herablassenden Blick? ;-) Er steht Niemandem zu (meine Sicht!). Schätze die Kontakte und Situationen, die sich dir bieten. Fraglich, wer wen als Erstes ausschließt und sich nicht anpassen kann oder will. Nicht nur Du findest es anstrengend, sondern auch Dein Gegenüber, wenn sie von Dir vor den Kopf gestoßen werden. Es fehlt nicht nur der anderen Person an Verständnis auch Dir. An Deinen soft skills feilen. Falls es Dir gelingt, könntest Du Dich bzw. manches von Dir einfach weniger wichtig nehmen. u.U. überprüfen und Vorteile von Oberflächlichkeit o.ä. erkennen. ;-) Man kann lernen anders zu entspannen.

Manche Menschen wollen nicht (immer) hören, was Du zu sagen hättest. Sie wollen manchmal nur etwas erzählen, suchen einen Zuhörer und hoffen auf Verständnis. Es gilt dann nicht, ihr Problem zu analysieren oder die Lösung von Dir sofort zu erfahren. Sie möchten sich austauschen im Dialog, u.U. selbst darauf kommen. ;-) Dein Weg muss nicht der perfekte sein, nur weil er Dir so erscheint.

Sieh Dir verschiedene Beiträge hier an. Manche möchten sich "nur" austauschen, andere "nur" ihr Leid klagen, o.ä. und erkenne, wohin Du gehörst! ;-)

Es ist nicht negativ anders zu denken oder zu sein, nur gehört es ebenso zu einem "intelligenten" Menschen an seinem Selbstwert, Selbstbewusst sein und der Integration in der Gesellschaft zu arbeiten. Das begint den Anpassungswillen. Nichts ist ein Muss, es ist die Frage, was Du tatsächlich möchtest, Dir selbst zutraust und schaffst umzusetzen (hier kommen ggf. Deine Schwächen zum Vorschein), was Du glaubst, dass Dir ein besseres Gefühl gibt und ein Vorankommen aus deiner aktuellen Situation,... danach könntest Du streben ohne Dich aufzugeben... ;-)

Fventxa


Bei mir fing es schon im Studium an eigentlich. Da sieht man, wie individuell die Menschen sind und ab einem gewissen Alter wird diese Individualität auch von anderen akzeptiert.

War bei mir auch so. Den Größteil meiner Schulzeit war ich eher ein Außenseiter, auch wenn ich Freunde hatte, so konnte ich doch mit vielem nicht wirklich etwas anfangen, war auch gerne alleine, hing meinen eigenen Gedanken nach.

Auf der Uni hab ich so viele unterschiedliche Charaktere getroffen, da war es plötzlich nicht mehr wichtig, wie viele seltsam anmutende Eigenarten man hat. Ich habe das als sehr angenehm empfunden.

C=haymKae


ich kenne das so ähnlich auch von mir, muss auch immer hobbypsychologin spielen. aber anders als bei dir kommt das gut an bei den menschen weil sie sich getröstet fühlen. vielleicht bringst du es einfach nur falsch rüber. vielleicht urteilst du unbewusst über die menschen, steckst sie in schubladen. ich kann nur spekulieren weil ich dich nicht persönlich kenne.

es gibt nunmal menschen die gerne gedanklich tiefer gehen als andere. ich bin auch so ein mensch der keinen wert auf oberflächlichkeiten legt. ich mag tiefgründige gespräche, ich forsche gerne, analysiere gerne. aber ich binde das keinem auf die nase, ich zeige das nicht.

selbst wenn ein mensch vor mir steht und ich sehe ganz genau was mit ihm los ist versuche ich nichts zu sagen. die meisten menschen wollen mit der realität nicht konfrontiert werden. man nimmt ihnen die rosarote brille und das ernüchtert werden ist schmerzhaft.

es wird z.b. immer gesagt, dass man ehrliche menschen mag. ist man aber ehrlich wird abstand genommen. die realität wird nicht gemocht also auch keine ehrlichkeit.

also ganz ehrlich, ich würde nicht von einer hochbegabung oder übermäßigen intelligenz spreche. ich denke schon, dass du intelligenter als der durchschnitt bist aber ich denke du hast eben fähigkeiten im bereich des analytischen.

man braucht seine fähigkeiten nicht offen zu zeigen, es gibt viele neider und manche werden sicher auch sowas wie angst vor dir haben. wer will schon analysiert werden?

und menschen die ein geheimnis haben das keiner wissen soll werden meisten auch als sehr charismatisch angesehen, also sieh es positiv 8-)

Lsewdiaxn


Ineijro

Meiner Einschaetzung nach bist du tatsaechlich intelligent, und du hast mit Problemen zu kaempfen, mit denen viele intelligente Menschen zu kaempfen haben.

Aber auch intelligente Menschen begehen Irrtuemer.

Ein Grundirrtum vieler intelligenter Menschen ist die Ueberschaetzung der Rationalitaet. Es ist nicht an sich ein Problem, gut denken zu koennen oder viel zu denken, aber ist ein Fehler, zu glauben, dass man alle Arten von Problemen durch Denken loesen kann, und dass die entschiedende Frage immer waere, welches die besten Argumente sind.

Letztlich lassen sich die meisten wirklich tiefliegende Probleme auf Dilemmata zurueckfuehren, fuer die es keine Loesung gibt, sondern die sich letztlich nur ethisch und emotional entscheiden lassen. Intelligenz an sich ist, wenn man sie weit genug treibt, in der Lage, dieses zu sehen, aber sie ist nicht in der Lage, zu sagen, was die dann noetigen Entscheidungen sein sollen.

Ich denke, einige deiner Probleme fuehren auf solche Dilemmata. Da ist z.B. die Frage, wie sehr man sich "anpassen" oder "man selber bleiben" soll. Ganz offensichtlich ist es nicht gesund, sich ueber Gebuehr zu verbiegen, und ebenso offensichtlich ist es ebenfalls ungesund, statistisch darauf zu beharren, dass man eben "so ist und sich nicht aendern kann". Weiterhin geht es nicht zusammen, einerseits sich in seiner Kommunikation nicht wenigstens zu einem Mindestmass an andere anzupassen und andererseits zu erhoffen, dass man verstanden wird - denn Kommunikation an sich schliesst immer mehr als eine Person alleine ein und man kann nicht verstanden werden, wenn man keinerlei Ruecksicht darauf nimmt, wie Dinge auf der anderen Seite verstanden werden. Wiederum andererseits ist man als Kommunikationspartner natuerlich uninteressant, wenn man sich zu sehr anpasst und eigene Gedanken fuer sich behaelt.

Wie wichtig ist "Normalitaet" bzw. fuer "normal" gehalten zu werden? Grundsaetzlich ueberhaupt nicht - wenn es einem gut geht, ist es nicht wichtig, was "normal" ist (zumal das sowieso ein unendlich komplizierter Begriff ist und eigentlich kein Mensch weiss, was "wirklich normal" ist). Nur wenn es einem nicht gut geht, dann macht es Sinn, sich zu fragen, woran das liegt; und wenn man staendig missverstanden wird, dann mag das daran liegen, dass man nicht nur "besonders" ist (was ja nichts schlechtes ist), sondern sich auch so weit von der grossen Mehrheit entfernt hat, dass man nicht mehr anschlussfaehig ist. Wobei dann gar nicht wichtig ist, wie unnormal und objektiv pathologisch das waere (das Konzept "Objektivitaet" funktioniert sowieso nicht und sollte am besten gestrichen werden), sondern viel eher, was man tun kann, um die eigene Lage zu verbessern, schon in der eigenen subjektiven Wahrnehmung.

Alle diese Mechanismen koennen rational erkannt, aber nicht geloest werden, das ist das Kreuz mit der Rationalitaet. Letztlich muss man immer versuchenm, eine Balace zu finden, die einem passend erscheint. Das ist keine Frage von Argumenten.

Von daher erscheint es mir so, als koenntest du unter Anwendung deiner Intelligenz durchaus noch wesentlich weiter kommen, und damit meine ich, wesentlich besser wissen, wie Kommunikation funktioniert, welche Implikationen es hat, wenn du anderen Leuten auf bestimmte Weise begegnest etc. - und insbesondere, dass du ueber die Grenzen des Denkens herausfindest. Dann wird es naemlich besonders spannend, weil du an dieser Stelle andere Faehigkeiten brauchst - Empathie, Meditation, Wahrnehmung...

Ein paar Kleinigkeiten:

- Ich kann nicht einmal den Rauschzustand ("nur" mit Alkohol) genießen, weil ich zu nüchtern denke.

Hier erkennst du sehr richtig, dass Intelligenz dir keine Lebensfreude schenkt; die musst du anderswoher nehmen. Intelligenz ist jedoch grundsaetzlich auch kein Hindernis, es sei denn, du nimmst deine Gedanken zu ernst und zu sehr fuer bare Muenze.

- Ich muss mich dumm anstellen, damit ich bei meinen Bekannten im Leben (ich nenne sie gewiss nicht Freunde) als "normal" angesehen werde.

Frage dich, zu welchem Grade es dir wichtig ist, fuer "normal" angesehen zu werden.

- Mit meiner wahren Art, komme ich für viele besserwisserisch rüber und werde als arrogant abgestempelt.

- Ich werde möchtegern Psychologe genannt, nur wenn ich meine Meinung bezüglich eines Problems äußere.

Auch hier gibt es zwei Seiten. Manche Menschen haben was Intelligenz betrifft Minderwertigkeitskomplexe und reagieren negativ auf komplizierte Gedanken. Das ist im Prinzip mehr deren Problem als deines, du musst halt nur damit leben koennen.

Andererseits kann es auch sein, dass du "besserwisserisch" bist indem du anderen den Eindruck vermittelst, du wuesstest ueber ihre Probleme besser Bescheid als sie selber, und bevormundend klingst.

Wenn du zu sehr ueberzeugt von deinen Gedanken bist, dann begehst du hier einen Irrtum. Die psychologischen Probleme sind letztlich nicht Fragen des besseren Arguments. Du magst gute Gedanken haben, aber Bescheidenheit ist immer am Platz, wenn es um Meinungen bezueglich anderer Leute Angelegenheiten geht. Du magst intelligent sein und in der Lage sein, andere Leute mit Gedanken zu bereichern, aber du weisst es nicht besser als sie.

Wenn du dir zu sicher bist, recht zu haben, bist du hoechtswahrscheinlich auf dem Holzweg. Erneut gilt: Lerne ueber die Grenzen der Rationalitaet!

- Ich bekomme von einigen zu hören, ich solle alles nicht zu analytisch betrachten und mich nicht "anormal" oder sogar wie eine Maschiene verhalten.

Mit solchen Kommentaren hatte ich frueher auch stark zu kaempfen. Nicht sehr hilfreich, wenn die Leute nicht rational nachvollziehbar erklaeren koennen, was daran eigentlich das Problem ist, nicht wahr? Analytisches Denken ist nicht schlecht, wenn man seine Grenzen kennt. Kennst du diese nicht, ist an dem Vorwurf ein brauchbarer Kern. (Auch wenn diejenigen, die dir sowas sagen, letztlich meistens genauso wenig wie du selbst verstehen, was da eigentlich vorgeht.)

#1 Rede ich momentan vielleicht nur Schwachsinn und bin eventuell bescheuert?

Glaube ich nicht.

#1.1 Kann man das asozial nennen?

Man kann viele Worte fuer vieles benutzen, aber ich denke, das hilft keinem weiter. Wenn du dich fragst, ob du "objektiv asozial" bist, vergiss es. Die Idee "Objektivitaet" taugt nichts und du kannst das sehen wie du magst.

#3 Gibt es eine Lösung bzw. wird eine Lösung überhaupt benötigt?

Ob eine Loesung benoetigt wird, musst du selber entscheiden. Wenn es dir schlecht geht, und du willst, dass es dir besser geht, dann wohl.

Und ich denke, es gibt mindestens Potenzial fuer dich, weiterzukommen.

Hope this helps,

L,ewiaxn


offensichtlich ist es ebenfalls ungesund, statistisch darauf zu beharren, dass man eben "so ist und sich nicht aendern kann".

"statistisch" meint "statisch".

k.e&iaxx


Oh ja, Intelligenz ist ein Fluch...

Und ein Segen zu gleich ...

allerdings muss man um das zu erkennen intelligent genug sein ;-)

Ich behaupte, dass ich für meine Verhältnisse eine intelligente Person bin.

Dass ist erstmal eine These ...

- Ich kann nicht einmal den Rauschzustand ("nur" mit Alkohol) genießen, weil ich zu nüchtern denke.

Das hat erstmal nichts mit Intelligenz an sich, sondern damit zu tuhn wie dein Hirn Alkohol verarbeitet. Ob du eher nachdenklich wirst ... manche werdenel sogar depressiv ... oder ob du dadurch lockerer wirst ist von Mensch zu mensch verschieden. Auch ob man einen "Filmriss" hat oder nicht ...

- Ich muss mich dumm anstellen, damit ich bei meinen Bekannten im Leben (ich nenne sie gewiss nicht Freunde) als "normal" angesehen werde.

Vileicht gerade deshalb hast du keine Freunde ... verstellen bringt nichts. Versuche da mal ein bischen dein Menschenbild gerade zu rücken. Meist ist es ein Problem dass sich dann sehr schnell gibt.

Zudem bezieht man inteligenz nicht nur auf den IQ sondern inzwischen gibt es auch den Begriff der Sozialen Intelligenz.

- Mit meiner wahren Art, komme ich für viele besserwisserisch rüber und werde als arrogant abgestempelt.

Dann arbeite an deiner Art ... man kann wissen auch vermitteln ohne gleich als arrogant und besserwisserisch rüber kommt. Gut mir gelingt es auch nicht immer (Habe einen überdurcschnittlichen IQ aber einen weit unterdurchschnittlichen EQ) aber ich versuche es. Wichtig, und dass schwierige ist es wenn dann das eigene Wissen und verständniss anderen vermitteln zu können. Sonst bringt dir dein Wissen absolut nichts.

- Bei üblichen Situationen denke ich für viele wohl zu weit und kompliziert.

Ist wieder weniger eine Frage der Intelligenz als eine Frage der Konzentration.

Hast schonmal was in Richtung ADS untersuchen lassen?

- Ich werde möchtegern Psychologe genannt, nur wenn ich meine Meinung bezüglich eines Problems äußere.

Dann denk mal darüber nach, versuche nicht immer Analytisch an die Sache ran zu gehen. Man muss dass mit der Zeit zwar erst mal wieder lernen, aber manchmal hilft ein Bauchgefühl mehr als 1000 Analysen.

- Ich bekomme von einigen zu hören, ich solle alles nicht zu analytisch betrachten und mich nicht "anormal" oder sogar wie eine Maschiene verhalten.

... versuche es mal

- Meine 4 ältere Schwester hält mich für zu kompliziert für sie (das hat sie wörtwörtlich gesagt)

Dass würde ich jetzt erstmal so sehen dass du schwierig bist. Kompliziert im zwischenmenschlichen Sinne muss noch nicht komplex heisen, sondern nur dass du sehr eigen bist.

- Ich fühle mich bei viel älteren und jüngeren Personen wohler, als bei meinen Altersgenossen.

Hat oft mit Interessen zu tuhn

- Ältere reagieren auf mich abweisend/ignorant, weil sie meine "erwachsenen" Art und Weise zu existieren nicht tolerieren und akzeptieren können.

Auch dass würde ich erstmal hinterfragen. Denn die meisten haben keine Probleme mit einem "Frühreifen" jugendlichen (eher das gegenteil). Aber manchmal steckt dahinter dass das Verhalten zwar für denjenigen selbst "Erwachsen" Scheinen Mag, doch aber noch sehr jugendliche Züge aufweisst.

Ich leide, weil ICH ICH bin! Oft habe ich versucht mich den Leuten anzupassen, jedoch schnell gemerkt, dass ich dadurch unglücklich werde.

Du leidest weil du versuchst nicht du zu sein. Versuche es einfach mal wieder,

dass ist weniger anstrengend und du fühlst dich wohler.

#4 Wird Intelligenz vielleicht dadurch definiert "dumm" zu sein?

Nein eher wie Sokrates so schön gesagt hat darüber zu wissen dass man nichts weiss ... dass zu begreifen (und nicht nur zu wissen) ist wirklich intelligent.

Sorry für die etwas harten Worte

aber du wolltest ja direkte Antworten ;-)

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