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Die Arbeit mit dem Inneren Kind

L/e&wia n


Konfrontation

Grasi hat irgendwo geschrieben, dass ueblicherweise Konfrontation "empfohlen wird", wenn es um Leid geht, dass wir in der Kindheit (insbesondere von unseren Eltern) zugefuegt bekommen haben.

Ich denke, bei Konfrontation geht es darum, dass man den Aerger und die Aggressionen, die man in sich hat und ueblicherweise sich selber nicht erlaubt (weil man die Eltern eben trotz allem immer noch als Autoritaet anerkennt und daher die Aggression gegen sich selber lenkt), herauslaesst und dahin richtet, wo sie hingehoeren.

Es ist ja seit den 70er Jahren in der westlichen Psychologie in Mode, dass man die Leute ermutigt, ihre Gefuehle herauszulassen, und das ist sicherlich insofern einleuchtend, als dass es nicht gesund ist, sie zu unterdruecken.

Andererseits glaube ich nicht, dass Konfrontation der einzige Weg ist, mit diesen Gefuehlen umzugehen, und ich sehe zwei ernsthafte Probleme mit Konfrontation (die Grasi im Grunde beide schon in ihrem Fall genannt hat).

1) Man tendiert in der Konfrontation dazu, den Eltern die "Schuld" zuzuweisen (direkt oder indirekt), obwohl natuerlich die Eltern auf ihre Weise auch wieder nur Opfer der Umstaende und ihrer Erziehung sind.

2) In der Konfrontation geht es nicht nur um einen selbst, sondern auch um die Eltern. Nur weil man selbst in seiner Entwicklung gerade an dem Punkt ist, dass es sinnvoll erscheint, die unterdrueckten gefuehle herauszulassen und damit sinnvoll umzugehen, heisst das nicht, dass die Eltern auch gerade an dem Punkt sind, dass er fuer sie Sinn macht, das zu hoeren. Es gibt also die Gefahr, dass die Eltern verstaendnislos und negativ reagieren, so dass sich das Problem letztlich noch verschlimmert.

Ich sage nicht, dass Konfrontation falsch ist; ich erkenne an, dass das fuer viele Menschen ein guter Weg gewesen ist trotz dieser Probleme. Es ist einigen immerhin moeglich, so etwas ohne Schuldzuweisung zu tun, und es kommt auch vor, dass die Eltern ueberraschend einsichtig sind und man letztlich besser zusammenfindet. Man kann es vorher nicht wissen.

Die buddhistische Psychologie (im Unterschied zur westlichen), soweit ich etwas von ihr mitbekommen habe, hat aber einen anderen Ansatz, der davon ausgeht, dass es das oberste Ziel ist, Frieden in sich selbst zu schaffen, und die Faehigkeit zu entwickeln, den Eltern zu verzeihen - eventuell auch ohne dass diese einsichtig sind oder vorgehalten bekommen, was schiefgelaufen ist. Das ist eine schwierige Sache. Es ist wichtig, dass es auch im buddhistischen Ansatz darum geht, die eigenen Gefuehle zu bearbeiten und nicht zu verdraengen. Der Punkt bei der Konfrontation ist, dass man quasi dazu gezwungen wird, das zu tun und nicht davor wegzulaufen. Es braucht vermutlich eine groessere Disziplin, sich den eigenen Gefuehlen zu stellen und nicht wegzulaufen, wenn man, wie im Buddhismus, angehalten ist, das nur innerlich zu tun.

Aber auf jeden Fall gibt es diesen friedlicheren, mehr innerlichen Weg fuer diejenigen, die ihn gehen koennen und wollen.

In beiden Ansaetzen geht es letzlich darum, sich selber mit seinem inneren Kind annehmen und lieben zu koennen.

G<ras$-Halxm


ich wollte noch was zur Konfrontation sagen- ich glaube, das Wort an sich ist vielleicht in dem Zusammenhang etwas...unklar. Ich würde jedem, der sich ernsthaft dafür interessiert, sowas auch mal zu machen (oder es einfach sonst wissen will) empfehlen, das dazugehörige Kapitel im Buch zu lesen- weil da wirklich einiges erklärt ist und es sonst vielleicht falsch rüberkommt. Eine Konfrontation, wenn man gewisse Punkte nicht erfüllt, kann ganz fatal sein - z.B. wenn die Eltern mit Verleugnung oder mit Vorwürfen reagieren - ist man nicht stabil genug, kann einen sowas in ein tiefes Loch reissen. In dem Buch steht das viel genauer beschrieben; leider kann ich es nicht abschreiben, da a) zu lang und b) das Buch hab ich verliehen.

Zum Thema Verzeihen schreibt die Autorin übrigens auch etwas, was mir aus der Seele spricht...ich finde viele buddhistische Ansätze in der Psychologie sehr hilfreich, z.B. das wertfreie Beobachten von Gefühlen, Achtsamkeit generell...aber das mit dem Verzeihen...hm. Ich glaube, oftmals wird gedacht, dass wer nicht verziehen hat, sein Leben lang verbittert und voller Rachegedanken ist...aber ich denke, es gibt Mittelwege. Verzeihen hat für mich persönlich was von "es war nicht so schlimm" oder sowas. Sich selber verzeihen - ja. Aber eventuellen Tätern verzeihen...hm.

Ich glaube, da ist es wichtig, gut für sich selber herauszuspüren, was für einen das richtige ist. Auch wegen der Konfrontation. Ganz unabhängig davon, ob irgendein Buch sagt, dass man sich konfrontieren sollte oder dass man zu verzeihen hat, weil es sonst keine "Heilung" gibt. Ich glaube, das kann man so nicht pauschalisieren. Für manche ist das Verzeihen hilfreich und wichtig - für andere ist es das nicht. Gerade den Satz mit dem Verzeihen liest man oft...dass man verzeihen *muss*, um abschliessen zu können. Das sehe ich nicht so.

Noch was zu Punkt 1 - Frau Forward sagt, dass die Eltern - ganz unabhängig davon, was sie selber für eine Kindheit hatten - die Verantwortung tragen für ein Kind. Immer. Niemand ist gezwungen, seine eigenen schlechten Erfahrungen an das Kind weiterzugeben. Ich glaube, auch hier geht es darum, dass man für sich selber einen guten Weg findet. Ich z.B. weiss, dass meine Eltern ganz sicher keine bösen Monster sind, die mich aus Spass so behandelt haben, wie sie es eben getan haben. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es Menschen, die jahrelang misshandelt wurden, schwer fällt, sich vorzustellen, dass die Eltern "nur das Beste" für ihn wollten... :- (vielleicht ist es ja auch gar nicht so)

Das spukte mir dazu noch im Kopf rum. :-)

L-ewixan


Grasi

Deine Hinweise erscheinen mir wichtig und sinnvoll, und sie stehen nach meinem Gefuehl nicht im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe.

Ich glaube nicht, dass es eine buddhistische Vorstellung ist, dass man verzeihen muss. Es waere so etwas wie eine Idealvorstellung, dass man letztlich so weit kommt, dass man dann quasi von selber verzeiht, also spaetestens, wenn man erleuchtet ist ;-) - aber dafuer hat man ja im Buddhismus ein paar Leben Zeit. Die Idee ist nicht, dass das Verzeihen Voraussetzung dafuer ist, dass man ueberhaupt weiterkommen kann. Im Vordergrund steht immer, sich selber positiv anzunehmen, mit sich selber Frieden zu schliessen. Ohne das kann man auch nicht ehrlich und aus vollem Herzen verzeihen.

Sicherlich sind die Eltern verantwortlich, aber Verantwortlichkeit ist ein schwieriger Begriff. Verantwortlichkeit heisst ja nicht, dass die Eltern theoretisch das Kind so lenken koennen wie sie wollen. Selbst wenn die Eltern besten Willens sind und auch von aussen betrachtet nichts verkehrt machen, kann mit dem Kind und in der Erziehung etwas schieflaufen. Den Eltern Verantwortlichkeit zuzuweisen kann nicht heissen, zu wissen, dass sie es in der Hand gehabt haetten, dass alles viel besser geworden waere. Trotz Verantwortung sind ihre Moeglichkeiten beschraenkt. Leider kann niemand im Nachhinein sagen, was ihnen moeglich gewesen waere und was nicht.

Ich finde es sehr wichtig, Verantwortung von Schuld zu trennen. Verantworung ist die Aufforderung, dazu zu stehen, was man getan hat, und was dabei herausgekommen ist (wohlwissend, dass, was immer passiert und herauskommt, nicht nur die Folge dessen ist, was man getan hat, sondern da auch noch unzaehlige andere Einfluesse hereingespielt haben - und auch wohlwissend, dass man nicht immer beliebig anders handeln kann als man eben handelt).

Schuld zuweisen bedeutet, negative Dinge, die passiert sind, im Nachhinein auf jemanden zureuckzufuehren. Sie bezieht sich auf die Vergangenheit, waehrend Verantwortung fuer mich in der Gegenwart stattfindet und in die Zukunft reicht. (Natuerlich kann man ueber vergangene Verantwortung sprechen, aber ich denke, das ist nur sinnvoll, wenn es jemandem in der Gegenwart hilft; niemand kann an der Vergangenheit mehr etwas aendern, und in dem Sinne sind wir nicht mehr verantwortlich dafuer, nur dafuer, wie wir damit umgehen.)

C-le=enxi


hmm Lewian

Ich denke, bei Konfrontation geht es darum, dass man den Aerger und die Aggressionen, die man in sich hat und ueblicherweise sich selber nicht erlaubt (weil man die Eltern eben trotz allem immer noch als Autoritaet anerkennt und daher die Aggression gegen sich selber lenkt), herauslaesst und dahin richtet, wo sie hingehoeren.

So habe ich Konfrontation gar nicht verstanden. Ich dachte es geht darum, dass man sich selbst damit konfrontiert und nicht die Eltern in dem Punkt. Also dass man für sich sortiert und es gefühlsmäßig zulassen kann, dass auch die Eltern ihren Teil dazu beitrugen und tragen und eben nicht immer alles gegen sich richtet. Ich dachte nicht, dass es bedeutet, dass wenn man in sich etwas merkt, genau damit gleich zu den Eltern zu gehen. Und das ist wie ich finde ein langwieriger Prozess, den man mit sich größtenteils ausmachen muss, denn wir sind ja JETZT hier in der Situation und nicht mehr damals, es kann ja nichts mehr verändert oder rückgängig gemacht werden. Aber sich dessen bewusst zu werden, was wie und warum mich selbst beeinflusst hat, heißt ja eben auch sich mit den daran hängenden Gefühlen zu konfrontieren. Womit ich nicht sagen will, dass ich finde, dass die Eltern nichts davon erfahren müssen. Ich muss mir eben aber bewusst sein, dass ich nicht erwarten kann, dass die Eltern mich jetzt mit Verständnis empfangen, mich vielleicht so verstehen, wie ich es mir immer gewünscht habe (schriebst du ja auch selbst). Ich merke bei mir, dass der Wunsch anfangs schon sehr stark war, genau dies mal anbringen zu dürfen: denn jetzt kann ich mich ja besser erklären: jetzt habe ich es selbst besser verstanden, vielleicht verstehen es ja so auch die Eltern. Aber weit bin ich damit nicht gekommen und es dämpfte mich dann auch etwas in der Arbeit mit mir. Aber ich arbeite ja in erster Linie gar nicht, damit es mit den Eltern besser geht, sondern ich arbeite ja wegen mir an mir. Und dies half und hilft mir, die Erwartungshaltung nicht so hoch anzusetzen. AUCH wenn es mir dennoch weh tut, aber ich kann eben nicht von meinen Eltern da jetzt verlangen, dass sie meinen Schmerz heilen (was aber dennoch auch wieder weh tut, weil der Wunsch nach ELTERN doch von Zeit zu Zeit durchkommt).

1) Man tendiert in der Konfrontation dazu, den Eltern die "Schuld" zuzuweisen (direkt oder indirekt), obwohl natuerlich die Eltern auf ihre Weise auch wieder nur Opfer der Umstaende und ihrer Erziehung sind.

Dies kann man doch trotzdem für sich selbst eingestehen und die Schuld zuweisen, auch wenn die Eltern auch Opfer waren: dies hat aber nichts mit meinen Gefühlen zu tun und die Gefühle werden sich auch deshalb nicht verändern, wenn ich mir eingestehe, dass z. B. mein Vater selbst Opfer war!!!!!!!! Dieses Denken hatte ich auch ganz lange in mir drin und ich kam mir jedesmal so miserabel vor, wenn ich merkte, was sich für Gefühle in mir breit machen. Mit Sätzen wie: "Cleeni dein Vater hatte es als Kind auch nicht leicht", habe ich meine Gefühle unterdrückt und bekam ein schlechtes Gewissen. Aber auch wenn er ein Opfer war: es ist keine Entschuldigung dafür was man dann mit seinen eigenen Kindern tut!!!!!!!! Mir hilft es vielleicht dabei ihn vielleicht besser zu verstehen, aber wird der Schmerz dadurch weniger? Nein bei mir nicht. Ich merke bei mir sogar eher das Gegenteil: denn wenn ihm doch selbst dies oder jenes weh tat: wieso tu ich dies dann den eigenen Kindern an?

2) In der Konfrontation geht es nicht nur um einen selbst, sondern auch um die Eltern. Nur weil man selbst in seiner Entwicklung gerade an dem Punkt ist, dass es sinnvoll erscheint, die unterdrueckten gefuehle herauszulassen und damit sinnvoll umzugehen, heisst das nicht, dass die Eltern auch gerade an dem Punkt sind, dass er fuer sie Sinn macht, das zu hoeren. Es gibt also die Gefahr, dass die Eltern verstaendnislos und negativ reagieren, so dass sich das Problem letztlich noch verschlimmert.

Die Gefahr besteht sicherlich, aber wie du selbst auch schon schriebst: es kann auch sein, dass es z. B. aufrüttelt. Vielleicht geht es eher darum seine eigenen Erwartungen an die direkte Konfrontion zu überprüfen. Wenn ich vorrangig denke, damit etwas bei meinen Eltern zu bewirken und nicht bei mir, sollte ich es sein lassen, denn dann geht es mir garantiert danach noch schlechter. Aber wenn es mir um mich geht, weil ich es einmal sagen möchte und dann es den Eltern überlasse was sie damit machen, warum nicht? Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es sehr viel Kraft kostet und auch wenn man sich dies vorher selbst sagt, dass man nichts erwartet: erhoffen tut es man sich höchstwahrscheinlich ja doch. Mir ging es mal so, dass ich meinem Vater mal meine Meinung sagte (telefonisch) und da kamen Gefühle hoch, über die ich gar nicht nachdachte: ich fing an zu zittern, mir war kalt und ich dachte nicht mehr sprechen zu können, obwohl ich mir vorher so sicher war. Das Gespräch war beendet und eigentlich wurde durch das Gespräch mehr aufgewühlt, weil er mir Dinge an den Kopf knallte, die einfach weh taten. Danach war ich fertig und musste heulen. Aber nach einiger Zeit konnte ich mir selbst sagen, dass ich ja eigentlich gar nicht erwartet habe, dass er sich jetzt wegen mir ändert oder mich gar versteht. Die Dinge die er mir an den Kopf knallte, machten mich wütend, doch ich hab mir dann irgendwann gesagt, dass es für ihn überrumpelnd gewesen sein musste und er eigentlich ja reagierte, wie er es immer tat. Aber bereut habe ich es nicht. Es wollte raus und er hat ja mehrere Möglichkeiten damit jetzt umzugehen. Ist ihm ja freigestellt: also hätte es auch eine Chance für sein können.

Es ist einigen immerhin moeglich, so etwas ohne Schuldzuweisung zu tun, und es kommt auch vor, dass die Eltern ueberraschend einsichtig sind und man letztlich besser zusammenfindet. Man kann es vorher nicht wissen.

Vielleicht kommt es gar nicht darauf an, es ohne Schuldzuweisungen zu tun, sondern WIE diese Schuldzuweisungen vorgebracht werden? Ich finde wenn alles so weich gewaschen wird, man selbst dem anderen damit ja auch unterstellt, dass er damit nicht richtig umgehen kann. Aber man selbst weiß es ja nicht, steckt nicht in dem anderen drin. Ich habe jedenfalls bei meiner Mutti gemerkt, dass es ihr und hilft, wenn wir da offen sind und ja da gehören auch Schuldzuweisungen dazu (klingt jetzt hier so einfach hingeschrieben: das hat lange gedauert bis wir dies so konnten). Sie sieht es jedenfalls auch als Hilfe an und denkt nicht, dass ich sie damit fertig machen möchte oder sie gar damit abstempele. Und ganz ehrlich: ich hätte nicht gedacht, dass es überhaupt so "funktionieren" kann. Tja und was habe ich da in mir gemerkt: ich habe ihr innerlich unterstellt, dass sie dazu nicht fähig ist, und gemerkt hätte ich dies nicht, wenn ich es eben für mich behalten hätte!

dass es das oberste Ziel ist, Frieden in sich selbst zu schaffen, und die Faehigkeit zu entwickeln, den Eltern zu verzeihen - eventuell auch ohne dass diese einsichtig sind oder vorgehalten bekommen, was schiefgelaufen ist.

Lewian: Wieso soll man die Fähigkeit entwickeln den Eltern zu verzeihen? Was bedeutet dies konkret? Ich merke jedenfalls in mir, dass dieses Verzeihen sehr lange mich eher daran hinderte inneren Frieden zu schaffen. Denn ich dachte ja auch immer: Mensch jetzt bist du erwachsen, nun lass doch endlich mal die alten Geschichten ruhen. Aber es ging nicht. Ich bekam eher Schuldgefühle als Frieden.

Vor allem: warum eigentlich verzeihen? Es ist ja nicht so dass Eltern 100% an allem dran schuld sind (je nachdem welchen Ansatz man jetzt verfolgt). Aber wenn sie nicht an allem dran schuld sind, muss ich ihnen auch nicht verzeihen. Vielleicht bin ich selbst ja auch noch nicht soweit, aber ich möchte dies jedenfalls im Moment nicht. Vielleicht aber auch, weil ich mir nicht vorstellen kann, was das Verzeihen überhaupt bedeutet. Denn: weiß ich denn jetzt schon, was in mir noch alles passiert, was vielleicht auch mit meiner Kindheit zu tun hat? Es gibt so viele Dinge die ich neu entdecke und wenn ich da jetzt schon verzeihe, denke ich, dass ich dann nicht mehr wütend sein darf, weil ich ja schon verziehen habe.

Der Punkt bei der Konfrontation ist, dass man quasi dazu gezwungen wird, das zu tun und nicht davor wegzulaufen.

Echt?? :-/ Es ist Zwang?

In beiden Ansaetzen geht es letzlich darum, sich selber mit seinem inneren Kind annehmen und lieben zu koennen.

:-)

Cfleenxi


hey ihr zwei *:) *:), da wart ihr schneller @:)

G1ras-9Halm


@ Lewian:

und sie stehen nach meinem Gefuehl nicht im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe.

nein, das wollte ich auch nicht...also das war kein "hm, da muss ich aber widersprechen"-Beitrag. ;-) und das mit dem Verzeihen meinte ich gar nicht im Rahmen des Buddhismus, sondern ich habe es schon an einigen anderen Orten gelesen...und da eben im Zusammenhang mit "müssen"..also so nach dem Motto "wer nicht verzeiht, wird nie abschliessen können" und das finde ich eben etwas...problematisch. Weil sowas einen Betroffenen auch unter Druck setzen könnte, so nach dem Motto "hm, ich muss jetzt aber doch verzeihen können"... :-

@ Cleeni:

Die Konfrontation im Buch ist tatsächlich so gemeint, dass man sich mit den Eltern konfrontiert und ihnen sagt, wie man empfunden hat als Kind. Das kann im persönlichen Gespräch, aber auch per Brief stattfinden. Und natürlich geht es nicht um Schuldzuweisungen à la "du bist schuld, dass dies und das und jenes", sondern eher um "damals ging es mir so, dass...", etc. Die Autorin schreibt, dass es letztendlich nicht darauf ankommt, wie die Eltern reagieren, tatsächlich werden wohl die wenigsten Eltern mit "es tut uns so leid. Wir haben dich immer geliebt und wollten das nicht" reagieren, ein häufigeres Verhaltensmuster ist vielmehr die Verleugnung (das ist alles nie passiert, du bildest dir das ein). Ach, ich würde jetzt so gern mehr dazu schreiben...aber wie gesagt, das Buch hat momentan meine Therapeutin...weil sie es wirklich gut erklärt hat und ich am Schluss sogar fand dass das, wenn man dazu bereit ist und stabil genug, vielleicht tatsächlich für viele hilfreich ist.

Zum Punkt des Verzeihens - da hat sie auch paar interessante Dinge dazu geschrieben, die werde ich dann abschreiben, sobald ich das Buch habe...mir ist das nämlich auch immer sauer aufgestossen. :- jetzt nicht bei meinen Eltern..aber gerade bei jahrelangen Misshandlungen.

CGluee?n%i


Grasi

Achso :-). Also wenn man für sich es aufschreibt, setzt man sich ja auch selbst damit auseinander und trennt da ja auch innerlich und richtet es eben nicht mehr gegen sich.

Die Autorin schreibt, dass es letztendlich nicht darauf ankommt, wie die Eltern reagieren, tatsächlich werden wohl die wenigsten Eltern mit "es tut uns so leid.

Und das ist schwierig es dann auch so zu sehen, finde ich.

Ich habe das Buch auch verliehen ;-), aber selbst noch gar nicht so sehr darin gelesen.

L|ewixan


Cleeni (und Grasi)

*:) @:) :)*

Zum Verzeihen hat Grasi ja schon etwas geschrieben. Ich glaube, was du angesprochen hast, ist vorschnelles Verzeihen. Also dass man denkt, man muesse von vornherein verzeihen, bevor man sich ueberhaupt richtig mit dem eigenen Leid auseinandergesetzt hat. Das waere eher eine Technik, vor den eigenen Gefuehlen wegzulaufen; es waere im buddhistischen Sinne (bzw. in dem Sinn, den ich hier als buddhistisch hinstelle ;-)) kein echtes Verzeihen. Letzteres koennte man erst, wenn man mit der Situation wirklich ins Reine gekommen ist.

Lewian: Wieso soll man die Fähigkeit entwickeln den Eltern zu verzeihen? Was bedeutet dies konkret?

Ich meinte eher, wenn man mit sich selber und dem eigenen Leben ins Reine gekommen ist, dann lernt man automatisch zu verzeihen. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Verzeihen bedeutet hier vielleicht, man hatte ihretwegen einen Groll, und diesen Groll kann man ablegen. Man muss ihnen nicht mehr boese sein. Das geht natuerlich nur, wenn man ihnen vorher boese war... jedenfalls: Der Groll ist nicht, was einem hilft. Auch Schuldzuweisungen sind letztlich nicht, was hilft. (Auch wenn beides eventuell auf dem Weg passiert, den man nimmt, um den inneren Frieden zu finden. Und darum geht es... das Verzeihen ist dann sekundaer.)

Ich persoenlich finde Schuldzuweisungen allgemein nicht besonders hilfreich, ich bin dem ganzen Konzept "Schuld" gegenueber nicht sehr positiv eingestellt. Aber ich moechte damit nicht sagen, dass man keine Schuldzuweisungen machen "darf". Denn das Problem ist ja oft: Man gibt sich selber die Schuld. Und so lange man sich gleichzeitig immer bemueht, den Eltern gegenueber verstaendnisvoll zu sein und ihnen keine Schuld zu geben, wird man die eigenen Schuldgefuehle nicht los. Von daher kann es hilfreich sein, fuer eine Zeit den Eltern die Schuld an etwas zu geben; wobei das Wichtige dabei ist, dass man die negativen Gefuehle gegen sich selber losbekommt. (Koennte freilich sein, dass das auch ohne Schuldzuweisungen an die Eltern irgendwie geht.)

Der Punkt bei der Konfrontation ist, dass man quasi dazu gezwungen wird, das zu tun und nicht davor wegzulaufen.

Echt?? :-/ Es ist Zwang?

Ich meinte, wenn man konfrontiert, setzt man sich zwangslaeufig damit auseinander. Also nicht, dass es da einen Zwang gibt, sondern dass das eine nicht ohne das andere geht.

Cileenxi


Lewian

Ich glaube, was du angesprochen hast, ist vorschnelles Verzeihen. Also dass man denkt, man muesse von vornherein verzeihen, bevor man sich ueberhaupt richtig mit dem eigenen Leid auseinandergesetzt hat.

So hatte ich deine Ausführungen auch verstanden.

Letzteres koennte man erst, wenn man mit der Situation wirklich ins Reine gekommen ist.

Eben drum und für mich klang es so, dass das Verzeihen aber dazu beitragen soll, dass man ins Reine kommt und das konnte ich nicht nachvollziehen.

Ich meinte eher, wenn man mit sich selber und dem eigenen Leben ins Reine gekommen ist, dann lernt man automatisch zu verzeihen.

Hmm vielleicht ist dieses "ins Reine kommen" ja ein lebenslanger Prozess (das meinte ich vorhin mit Ereignissen und Gefühlen, die mir jetzt noch gar nicht bewusst sind, aber dennoch mit der damaligen Situation zu tun haben). Und da stell ich es mir gerade schwierig vor überhaupt zu verzeihen (vielleicht haben wir auch einfach nur unterschiedliche Vorstellungen vom VERZEIHEN). Wenn ich in mich reinhöre, dann habe ich schon das Gefühl, dass ich mit mir mehr ins Reine gekommen bin, als dass es noch vor einigen Jahren war, aber Verzeihen? Nein. Ohne dass ich da jetzt Hass "pflege" oder so etwas. Aber die "negativen" Gefühle, also die die ich meinem Vater damals nicht gegenüber aufbringen konnte, die kommen von Zeit zu Zeit raus und die will ich nicht mehr gegen mich richten, aber auch nicht gegen ihn, sie kommen einfach. Aber ihm verzeihen? Ne das bringe ich nicht damit zusammen, auch wenn es mir jetzt besser geht.

Verzeihen bedeutet hier vielleicht, man hatte ihretwegen einen Groll, und diesen Groll kann man ablegen. Man muss ihnen nicht mehr boese sein.

:-/ Es hat lange gedauert diesen Groll überhaupt erst einmal zuzulassen. Hmm vielleicht sehe ich es aber gerade zu eng, denn ich denke, dass der Satz, ihnen nicht mehr böse sein zu müssen auch bedeutet, eben nicht mehr auf sie zu schimpfen wenn doch noch mal etwas vorgefallen ist, aber warum nicht?

Der Groll ist nicht, was einem hilft. Auch Schuldzuweisungen sind letztlich nicht, was hilft.

Woher willst du das wissen? Ich hege diesen Groll ja nicht des Grolles wegen, oder damit ich einen Grund habe um auf ihn zu beschimpfen. Es ist eher so, dass ich die Gefühle die da immer mal wieder hochkommen: Wut Schmerz in die richtige "Schublade" gepackt werden und die ist eben mit "Eltern" beschriftet. Ich finde es gar nicht schlimm ehrlich gesagt. Die Gefühle kommen mal raus und "geben" dann wieder Ruhe. Und wenn ich mir bewusst bin, dass auch meine Eltern ihren Teil dazu beigetragen haben wie ich jetzt bin (was ja auch heißt, dass es eben nicht NUR meine Eltern waren), warum kann dies nicht hilfreich sein? (Oder was verstehst du unter Schuldzuweisungen?)

Von daher kann es hilfreich sein, fuer eine Zeit den Eltern die Schuld an etwas zu geben; wobei das Wichtige dabei ist, dass man die negativen Gefuehle gegen sich selber losbekommt.

Das meinte ich auch.

Das Wort "Schuld" klingt so negativ. Es ist eine Ursache oder Grund, meinst du wirklich dass man dies abstreiten könnte?

LyewiKaxn


Cleeni

Wenn du herausgefunden hast, dass etwas fuer dich hilfreich ist, dann widerspreche ich dir nicht. Ich wuerde das halt so interpretieren, dass der Groll und die Schuldzuweisungen nicht aus Selbstzweck hilfreich sind, sondern weil du sie benutzt, um dich von bestimmten Gefuehlen dir selber gegenueber zu befreien. Ich sage ueberhaupt nichts dagegen. Ich sage nur, dass ich mutmasse (wissen kann ich das natuerlich nicht), dass du am Ende dieses Prozesses auch wirst verzeihen koennen. Wenn du das momentan nicht willst, auch in Ordnung.

.hHolxly.


Hallo *:)

Ich dachte, hier wäre vielleicht der richtige Ort, davon zu berichten.

Ich habe heute Nacht im Traum mein inneres Kind getroffen. (glaub ich)

Wir waren bei der alten Wohnung, die mein Vater mit seiner neuen Freundin haben wollte (total unrealistisch) und ich sollte sie zeigen.

Als ich da war, war ein Kind bei mir - nicht meine Schwester, sondern irgendwie ich. Ich nahm das Kind in den Arm und weinte mit ihm, weil es der Ort war, an dem mein Vater mich verlassen hat (ich kann mich an den Moment, an dem er ging, ja nicht erinnern, aber wir wohnten damals in der Wohnung).

Meine Mutter war auch da und verbot mir zu weinen (wie immer) und meine Schwester lief auch irgendwo rum.

Dann ist da ein Kind, dass sich selbst schädigt. Meine Mutter sagt, ich soll es lassen, und sieht den Ernst der Lage nicht - sie hält das für Kinderspiel. Ich gehe hin und nehme dem Kind den Gegenstand weg, mit dem es sich verletzt.

Heute morgen bin ich ziemlich durcheinander, habe auch noch anderes Zeugs geträumt ... unter anderem, ich war bei einer Audition für eine Musicaltruppe, sollte dann ganz spontan auftreten (!). Habe gekniffen, dann ist mir aber ein Lied eingefallen und wollte es dann das nächste mal probieren, wenn ich vorbereitet bin.

Das Lied selber hat für mich eine sehr persönliche Bedeutung, es hat mich immer aufgebaut, als ich damals in der Schule gemobbt wurde ....

Alles sehr verwirrend heute morgen

phhoRebxe


hallo holly

Als ich da war, war ein Kind bei mir - nicht meine Schwester, sondern irgendwie ich. Ich nahm das Kind in den Arm und weinte mit ihm, weil es der Ort war, an dem mein Vater mich verlassen hat (ich kann mich an den Moment, an dem er ging, ja nicht erinnern, aber wir wohnten damals in der Wohnung).

:°_

das ist schön, dass du dein kind in den arm nehmen kannst..in deinen träumen verarbeitest du :)*

Ich gehe hin und nehme dem Kind den Gegenstand weg, mit dem es sich verletzt.

super -hast du dem kind vielleicht auch noch gesagt, wie es sonst damit umgehen soll?? :)*

Habe gekniffen, dann ist mir aber ein Lied eingefallen und wollte es dann das nächste mal probieren, wenn ich vorbereitet bin.

da brodelt der gedanke schon ..und du hast eine ahnung davon wie hilfe aussehen könnte..

echt super!!! :)^

.rH!ollyx.


super -hast du dem kind vielleicht auch noch gesagt, wie es sonst damit umgehen soll??

Ich hab ihm glaub ich gesagt, was ich in letzter Zeit gedacht habe - dass das Verlassen nicht die Schuld des Kindes ist, dass es der Vater ist, der ihm weh getan hat und Fehler gemacht hat, und dass "wir" den Vater nicht brauchen und keinen Kontakt halten müssen wenn wir nicht wollen. Ich konnte ganz klar denken und das Kind fühlte sich eher ohnmächtig beim Anblick von der Wohnung und meinem Vater, der da mit seiner Tussi rumlief.

Meine Mutter hat mir ein schlechtes Gewissen gemacht, dass ich dem anderen Kind (ein kleiner Junge - ist das vielleicht meine "(auto)aggressive" Seite?) den Gegenstand weggenommen habe. Aber ich habe es trotzdem gemacht und dem Kind gesagt, tut mir leid, auch wenn du es nicht verstehst, aber das ist besser für dich.

da brodelt der gedanke schon ..und du hast eine ahnung davon wie hilfe aussehen könnte..

Hm ... ja vielleicht bedeutet es das .. ich selber bin mir unsicher, was genau das heißt. Aber dass es mit anderen Leuten und Hilfe zu tun hat, denke ich auch. Danke für deine Deutung, das könnte wirklich so sein :-)

pFhoebxe


ühlte sich eher ohnmächtig beim Anblick von der Wohnung und meinem Vater, der da mit seiner Tussi rumlief.

es ist ja auch ohnmächtig ..als kind hat man leider keinen einfluss..aber deshalb kannst du ja auch als erwachsene die sache noch mal bearbeiten -aus der sicht des erwachsenen ..und mit dem inneren kind. das kann eine chance sein.

Danke für deine Deutung, das könnte wirklich so sein :-)

leider ..ist s ja nur aus meiner sicht..aber wenn du dich damit identifizieren kannst..umso schöner. *:) :)*

.PH)ollxy.


:)z

Im Traum habe ich mich sehr stark und klar gefühlt,

als Retterin der Kinder sozusagen ;-D

Ich denke, das kleine Mädchen repräsentiert mich als Kind halt, ohnmächtig und sehr verletzt, nicht in der Lage sich irgendwie zu schützen. Der kleine Junge (der auch ein wenig älter war als das Mädchen) könnte ich dann später sein, als ich anfing, meine Wut, Schmerz, Agressionen gegen mich selbst zu richten ...

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